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Die Stimme · 1932-10-06 · Heft 248 (6.10.1932) · page 9

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Journal
Die Stimme
Volume
5 (1932)
Issue
Heft 248 (6.10.1932)
Date
1932-10-06
Page
– (sequence 9)
Language
German
Belongs to
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. -to-Ö. Oktober 1932 DIE STIMME w>ciie s LITERATUR UNR KUNST Neuhebväisehe Literatur Bel rheumatischen Beschwerden aller Art haben sich Togal-Tabletten ganz hervorragend bewährt Zahlreiche Dankschreiben über Togal bei veralteten Leiden, bei denen kein anderes Mittel half. Es wirkt in hohem Maße als inneres Antiseptikum. Ein Versuch überzeugt! In allen Apotheken des In- und Auslandes. Preis S 2.40. «Sefer Hamassoth» von M. Ribalow, * 240 Seiten, «Ogen»-Verlag, New York. Bekanntlich fehlt es in der neuhebräischen Literatur der letzten Jahre an einer sachkundigen und geschulten Kritik. Die dazu geeigneten und berufenen Schriftsteller haben sich von diesem Geb ete aus verschiedenen Gründen fast bis zur Gänze zurückgezogen und es Wird jetzt mit wenigen Ausnahmen von Laien beherrscht. Unbeständigkeit und Unregelmäßigkeit ergänzen und vervollständigen diese Laienkritik. Ausnahmen bildeten bisher nur wenige gute Versuche sachkundiger Kritik, wie z. B. die Sammlungen von Fichman, Klausner, Lacliower, Streit und Zemach. Jetzt liegt vor uns eine sehr schön ausgestattete Sammlung von Essays von M. Riballow (Red. der New Yorker Wochenschrift «Hadoar»). Die Sammlung umfaßt neunzehn Essays über siebzehn Schriftsteller (Mendele, Achad-Haam, Feierberg, Buki Ben Jogli, Doh'tzki, Bialik, Czernichowski, Schofmann, Szymonowicz, U. Z. Grünberg, Hamciri, Jehoesch, Temkin, Vogel, Halkin, Apotoschu, Leiwik), sechs literarische Porträts (Zangwil, Sirkin, Maaseh, Kahnstam, N. Bacher, Maslianski) und zwei Abhandlungen, die zum Teil eine negative Stellungnahme gegen den Expressionismus (Grünberg, Schlionski, Märkisch, A. Zeitlin) in der neuhebräischen Dichtung, und zum Teil einen Versuch, der neuhebräischen Belletristik eine neue Orientierung zu geben, enthalten. Ueber das Wesen der Kritik und deren wirkliche Aufgabe ist eigentlich noch nicht das letzte Wort gesprochen worden. Gibt es überhaupt eine objektive Kritik, die berechtigt wäre, sich Wissenschaft zu nennen, als streng objektiv zu gelten? Wird nicht vielmehr alles vom Gesichtspunkte der individuellen Aesthetik, der Mannigfaltigkeit des Geschmackes, der Verschiedenartigkeit des Temperaments usw. jedes einzelnen Kritikers beurteilt? Demgemäß müßte es heißen: wieviel Menschen Kunst genießen, soviel Kunstauffassungen. Darf sich der Kritiker anmaßen, dem Publikum seine Meinung aufzuzwingen oder ist er nur dazu da, um dem Publikum das Werk des Meisters durch fachkundige Interpretation verständlich und zugänglich zu machen? Es gibt Kritiker, die sich so sehr in die Schöpfung des Künstlers einlcben, daß sie, anstatt zum Interpreten, zum eigentlichen Nachdichter dieser Schöpfung werden. Diese Kritiker sind eigentlich mehr Dichter als Interpreten, Dichter, deren Phantasie sich allerdings erst an der Dichtung eines anderen entzündet. Ribalow ist ein subjektiver, schwungvoller und phantasiereicher Kritiker. Seine Kritik ist zumeist mehr Nachdichtung als Interpretation. Nun birgt aber die Interpretation eines Kunstkritikers mit Hilfe der Nachdichtung ,|n sich die Gefahr, daß das Auslegen und Kommentieren bald bloß als Nebensache fungieren lind das Nachdichten zum eigentlichen Selbstzweck wird. Dieser Gefahr mußte auch Ribalow ausgesetzt sein. So wurde sein Bssay über Schofmann eher eine Ribalowsche Dichtung als eine richtige Interpretation des Schofmannschen Schaffens. So ist auch das deutliche Antlitz Szymonowicz’ in reichlich geschmückter und ausgiehiger Nachdichtung verschleiert, lni Essay über Vc'y.:! ist Ribalow nur knapp der Gefahr entkommen, sich in Einzelheiten zu verlieren. Jedenfalls hat Vogel, der Dichter, hier besser abgeschnitten als Ribalow, der Interpret. Ribalow ist ein gewandter und geschickter Porträtist. So ist es ihm gelungen, in wenigen kurzen Strichen ein scharf umrissenes Bild von Zanrrwil und Maaseh zu zeichnen; auch bei den übrigen vier Porträts sind Schatten und Licht in ficht;ger Proportion verteilt. Immer findet er den passenden, scharfen ins Ziel treffenden Ausdruck. Seine kurzen Sä tze atmen immer Elan und Feuer. Sehr energisch nimmt Ribalow ln seiner Abhandlung «Slfruth bimwticli.ah» ge^cn die sogenannten «Chalastre* Stellung, gegen den neuen Expression’sten in der neuhebräischen Dichtung, gegen den as:ntisch-wilden «Jewseninnismus» in der Schlonskischen Dichtung, die immer dem Unästhetischen, Disharmonischen und Extremen zune’gt, gegen die lärmende Publizistik und Formlosigkeit in manchen Werken der sonst sehr begabten und großen Dichter U. Z. Grünberg und gegen «Metatron» von A. Z. Zeitlin. Hingegen behält aber Ribalow in der *wc:ten Abhandlung «Mitath S’dom tt’Merchawlah» nicht Re clit, ln der er den kühnen Versuch macht, der neuhebräi- «chsn Belletristik .eine neue Orenberung zu geben. Orientierte sich früher die neuhebräische Literatur fast ausschließlich nach der russischen, so soll sie jetzt, nachdem das russische Judentum unter dem bo’schcwikischen Regime s^h In einem Zustande der Auflösung befindet und dessen Platz ln der Geschichte das amerikanische Judentum e:nzunehmen beginnt, nach deanglo-ame-ikamschen Literatur orientieren. Nun hat aber Ribalow scheinbar außer acht fe’assen, daß in Polen noch immer drei, in den übrigen ändern Eurooas zwei Millionen luden leben; daß die überwiegende Zahl der hebräisch schaffenden Schriftsteller heute Jn Palästina lebt und der größere Teil der übrigen noch in den nVht engl’sch snrechenden Ländern ansässig ist; daß die pa’ästinens:sche Literatur eine eigene, «bodenständige* •e n könne und sein muß, ohne sich nach der englischen L!tenatur richten zu müssen. Uebrigens wird auch ohnehin «ine «anglo-amerlkanisch-hebräische» Literatur und sogar eine auf dem «reinen amerikanischen* Boden Amerikas entstanden«, noch lange in sich Elemente der russischen, deutschen usw. aufnehmen müssen. Und schließlich werden neue Orientationen nicht mit dem Bleistift in der Hand, sondern durch d’e harten Bedingungen und eisernen Gesetze der lebendigen Wirklichkeit vorgeschrieben und aufgeiwungen. Wir erwarten mit Spannung den in der Vorrede andeutungsweise angekündigten zweiten Teif M. Ungerfeld. 9t1m Elisabeth Bergner-Premiere: «Der träumende Mund» Freitag findet im Busch-, Kärntner-, Rotenturm-, Burg-, Haydn- und Heimat-Kino die Wiener Uraufführung des mit besonderem Interesse erwarteten Bcrgner-Films „Der träumende Mund» statt. Elisabeth Bcrgner spielt eine junge kleine Frau, die dem faszinierenden Zauber eines berühmten Violinvirtuosen und Globetrotters erliegt. Rudolf Förster, der „königliche Schauspieler», wie er genannt wird, spielt hier ebenso wie ln „Arlane* den Mann, der Elisabeth Bergner zum Erlebnis und Schicksal wird. Den Gatten verkörpert Anton E d t h o f e r, einer unserer feinsinnigsten Bühnendarsteller. Regie wie in allen Bergner-Filmen auch in diesem Werk: Dr Paul C z i n n e r. Christliche Vorläufer im VorherfVschon Zionismus Ein neues Buch Dr. N. M. Gelbere ln ungarischer Sprache Vor einigen Tagen erschien in Arad (Transylvanien) ein neues Buch von Dr. N. M. Gelber unter dem Titel «Kereszte’nyek a szydo sronton» (Christen an der jüdischen Front) aus dem Manuskript ins Ungarische von Dr. Miksa Kupfer übersetzt. Das Buch, das reichhaltig illustriert, behandelt die christlichen Vorläufer im Herzlscnen Zionismus. Kol Nidre im Tonfilm Die aktuelle Wochenschau einiger Lichtspieltheater 2eigt eine Chorprobe zu Kol Nidre ir. der Berliner «Neuen Synagoge» (Oranicnburgerstraße) unter Leitung von Alexander Weinbaum und mit Oberkantor Leo GoIIanin als Solist. Wiederum ein Meiner jüdischer Wunder* geiger Die deutsche Presse bringt enthusiastische Kritiken der Leistungen des 11 jährigen Wundergeigers Ruggiero Ried, der vor einigen Tagen in der Berliner Philharmonie ein Konzert gab und ein lOOOkÖp iges Publikum zu Ausbrüchen der Begeisterung hinriß. Dem Konzert wohnten Reichskanzler v. Papen, Gerhart Hauptmann, Prof. Albert Einstein, Prof. Kleiber und andere hervorragende Persönlichkeiten bei. Der Reichskanzler, Hauptmann und Einstein unterhielten sich am Schluß des Konzertes eingehend mit dem kleinen Künstler und ließen sich mit ihm photographieren. Nun teilt Alice Jacob-Lewinsohn in der «Jüdischen Rundschau» mit, daß Ruggiero Ricci, ein zweiter Yehudi Menuhim, Kind italienischer Juden sei. Der palästinensische Konzertsänger Eljahu Krybus ist von seinem Urlaub zurückgekehrt und wohnt H., Obermüllnerstraße 6, Tür 14 (Tel. R-46-8-09). JDie hebräische &ewe£un£ Im Verlag «D w i x,. erschien letztens der 7. Band der Gedichte Ibn Gabirols. Durch Veröffentlichung dieses Bandes wurde ein gewaltiges künstlerisches und literar-historisches Werk zum Abschluß gebrächt. Mit der Herausgabe befaßten sich Bialik und Rawnitzki. Wie verantwortungsvoll und schwer diese Arbeit war, zeigen die Bemerkungen der | Herausgeber, die ihre Arbeit sozusagen erst als den ersten Schritt ansehen, die Vollendung werde erst bei der 2. Auflage möglich sein. Von der hebräischen Dichterin J. Bath-Mirjam erschien ein Band Gedichte unter dem Titel «Mejrachok» («Von der Ferne»). Von der naturwissenschaftlichen Zeitschrift «Hatewah we Haerez» («Natur und Land») erschien die Nummer 5. Von der Kunstzeitschrift «Gasit» erschien ebenfalls Nr. 5. Generalversammlung der Histadrufh Ivrith Samstag, den 18. Oktober, 8 Uhr abends, findet im Heime, 11., Praterstraße 13 (Mezzanin), die ordentliche Generalversammlung der «Histadruth ivrith» mit folgender Tagesordnung statt: 1. Eröffnung. Präsident Dr. D. Rothblum. 2. Präsidiumwahl. 3. Tätigkeitsbericht. 4. Unser Arbeitsprogramm für das nächste Jahr. Doktor D. Rothblum. 5. Debatte. 6. Neuwahlen. Stimmberechtigt sind nur diejenigen Mitglieder, die den Sela gekauft und die Parteisteuer entrichtet haben. Besondere Einladungen werden nicht ausgeschickt. Jüdischer Abituriententag Am 18. Oktober, 19.30 Uhr, findet im Herzl-Saal, II., Untere Augartenstraße 38, ein vom Jüdischen Hochschulausschuß veranstalteter Abituriententag statt. Referenten: Dr. Leo Goldhammer über «Die Aussichten des jüdischen Akademikers»; Dr. Viktor Kornmehl über «Der jüdische Student an der Hochschule». Ferner werden an diesem Tag Inskriptionsauskünfte und sonstige Studienberatungen erteilt. Die Arbeit des Keren Kaje* meth Die Landeskonferenz des Keren Kajemeth. Die diesjährige Landeskonferenz des Keren Kajemeth findet am Montag, den 17. d. M., um 7 Uhr abends statt. Vorläufige Tagesordnung; 1. Hat der Keren Kajemeth überflüssigen Boden? (Gg. Adolf Böhm.) 2. Bericht über das vergangene Jahr. (Referent Dr. Chaim Tartakower.) 3. Die Arbeit des neuen Jahres. 4. Neuwahlen. Zur aktiven Teilnahme sind berechtigt: Gruppen, die mindestens 10 Pfund aufgebracht haben (1 Delegierten); Gruppen, die mindestens 50 Pfund aufgebracht haben (2 Delegierte). Endabrechnung für das Jahr 5692. Das jüdische Jahr geht zu Ende. Alle Gruppen und Einzelpersonen werden ersucht, mit dem Keren Kajemeth alle Sammlungen, Imitaschen, Sammelbogen und Materialien zu verrechnen, alle bei ihnen befindlichen Gelder an den Keren Kajemeth abzuführen. Allebisspätestens 7. Oktober eingehenden Beträge werden noch dem alten Kontingent zugerechnet. Erfüllung der Kontingente des Jahres 5692. Alle Gruppen werden mit Rücksicht auf das zu Ende gehende jüdische Geschäftsjahr daran erinnert, alle Anstrengungen zu machen, um ihre Kontingente zu vervollständigen. Bis 7. Oktober eingehende Gelder werden dem alten Kontingent gutgeschrieben. Ergänzung der Selbstkontingente des Jahres 5692. Auch die Selbstkontingentier werden daran erinnert, daß sie die letzten Tage des alten Jahres zur Komplettierung ihrer Selbstkontingente verwenden mögen. (Stichtag 7. Oktober.) SUberbuch des Keren Kajemeth. Dr. Zwi Wieselberg durch den Verband radikaler Zionisten (Nr. 115). Chulda-Aktion. Bei der Hochzeit der Gordonia-Mitglieder.Theo und Judith Neumann wurden für diese Aktion S 100.— gesammelt und an den Keren Kajemeth abgeführt. Separatbestätigungen« von Büchsenleerungen über S 10.—. Aus Ersparnisrücksichten wird der Keren Kajemeth bis auf weiteres solche bisher übliche Separatbestätigungen an die Büchseninhaber nicht versenden. Die betreffenden Spender werden gebeten, die Bestätigung in dem Keren-Kajemeth-Ausweis nachzuprüfen. Richtigstellung. Durch ein Versehen wurde der bei uns am 12. September Kassa Nr. 2379 eingegangene Betrag von S 29.80, gesammelt bei der Hochzeit Fischer- Hirschhorn, im Ausweis Nr. 22 nicht namentlich ausgewiesen. Kfar Makkabi. Die Weltleitung des Makkabi hat mit dem Hauptbureau des Keren Kajemeth eine Vereinbarung getroffen, wonach in allen Ländern der Makkabi mit einer erhöhten Keren-Kajemeth-Tätigkeit beginnt und das Hauptbureau des Keren Kajemeth sich verpflichtet, die von den Makkabi-Landesorganisationen aufgebrachten Gelder für den Erwerb des Bodens für eine Makkabi-Siedlung zu verwenden. Als erster Beitrag sind beim Keren Kajemeth Oesterreich S 355.— eingegangen. Dr. Chaim Tartakower und Frau danken allen Gesinnungsgenossen herzlichst, die Ihnen anläßlich des neuen Jahres Wünsche übermittelt haben. Vereinsnat/kritfkien Zion. Bezirkssektion Wieden-Margareten Dienstag, den 11. d. M., \fi9 Uhr abends, spricht Herr Ing, Ornstein au* Tel-Awiw im Terassenca e, V., Margaretenplatz über «Wirtschaftliche Möglichkeiten in Palästina». Gäste willkommen! Bund fiidiscfier Frontsoldaten Oesterreichs, U?ienf II.# AspernbriJcfcengasse t Telephon R 44-S-ti mmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmm—mmmmmmmmmrnm Judenf Der Bund jüdischer Frontsoldaten Oesterreichs ruft Euch in seine Reihen! *— — —* Er kennt kein# Politik — nur Juden I Schute jüdischer Ehre, jüdischen Lebens, jüdischer Habe ist sein einziges Ziel! Jeder Jude hat bei uns Platz! Juden — Kriegsteilnehmer, luden, die Ihr nicht die antisemitischen Verheißungen verwirklicht Jüdische Jugend, die Ihr unsere Hoffnung seid, Unterstützet uns schützet Bucht sehen wellt. kommt zu uns!

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