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Die Stimme · 1932-09-22 · Heft 246 (22.9.1932) · page 7

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Journal
Die Stimme
Volume
5 (1932)
Issue
Heft 246 (22.9.1932)
Date
1932-09-22
Page
– (sequence 7)
Language
German
Belongs to
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Nr. 246 — 22. September 1932 DIE STIMME Sette? „Zwischen Tel-Awiw und Haifa wird die orientalische Riviera entstehen!" saaf Mayer Dizenaolf Bhtnnaen des Tel-Awlwer BUrqermelsfers in Warschau und Berlin Der auf einer Europareise zur Propaganda der Errichtung eines Stadtnniseums in Tel-Awiw sich befindende Bürgermeister von Tel-Awiw, Mayer Dizcngoff, weilte nach seinem Wiener Aufenthalte in Warschau, wo er Gegenstand besonderer Ehrungen war. Im Hause der Warschauer Bnei Brith-Loge versammelten sich die Führer des polnischen Judentums, um Dizengoff zu begrüßen. Der Präsident der Warschauer Loge Maurici Meisel, Dr. M. Klumel, Leon Levite, Dr. Szyper, Lestschinsky, Dr. Leipuner, Frau Dr. Levite (im Namen der WIZO), M. Feldstein, Ing. Landstock und Weinzieher feierten Dizengoff als Wirtschaftsorganisator und Städtebauer. Dizengoff führte in seiner Antwortrede aus, man stehe heute an der Schwelle einer fünften Alijah und alle, die starken Glaubens und starken Willens sind, sollten ihr Leben in Palästina aufbauen. Auch Tel-Awiw wurde nicht nur mit Steinen und Ziegeln, sondern mit Glauben und Willen erbaut. Vor einer solchen Willenskraft beugt sich auch der Engländer. Darum: weniger reden und mehr tun. Zwischen Tel-Awiw und Haifa werde die orientalische Riviera entstehen. Der Stadtpräsident von Warschau Ing. Slominsky stattete dem Bürgermeister Dizengoff in seinem Hotel einen Gegenbesuch ab, unterhielt sich mit ihm längere Zeit über das Palästinawerk und stellte seinen nahen Besuch in Palästina in Aussicht. * Der Bürgermeister von Tel-Awiw, Mayer Dizengoff, der nach Warschau Berlin besuchte, nahm kurz nach seiner Ankunft in der deutschen Metropole an einer Sitzung des Präsidiums des Makkabi-Weltverbandes teil, in der über die zweite Makkabiade und Über den Bau des Stadions beraten wurde. Abends gab Direktor Georg Kareski zu Ehren Dizengoffs einen Empfang. Dizengoff will auch in Deutschland für die Interessen des jüdischen Museums in Tel-Awiw tätig sein. Der Plan der Tausend-- - “ " _ in Palästina schreitet fort Jerusalem. (J. T. A.) In Ausführung des Beschlusses der Jewish Agency, tausend jüdische Mittelstandsfamilien in Palästina auf dem Lande anzusiedeln, wurden bereits 1100 Dunam Boden auf dem von dem Jüdischen Nationalfonds zur Verfügung gestellten Boden in Wadi Hawarlth mit Orangen bepflanzt. 286 Häuser für die Siedler befinden sich jetzt im Bau, der Bau weiterer Häuser wird demnächst ln Angriff genommen. Die Errichtung von neun geschlossenen Siedlungen für die tausend Familien ist vorgesehen, von diesen werden fünf, und zwar für 425 Familien, auf Wadi Hawarith- Boden errichtet. Das Werk der Tausend-Famillen-Siedlung steht unter der Leitung von Dr. Maurice B. Hexter, Mitglied der Exekutive der Jewish Agency. Dp. Hans Bloch Vorsitzender des Deutschen Landesverbandes der Zionisten-Hevisionisten Berlin, 16. September (J. T. A.). Der Landesvorstand der Zionisten-Revisionisten Deutschlands befaßte sich in seiner Sitzung vom Mittwoch, den 14. September, mit den Ergebnissen der Wiener Weltkonferenz. An Stelle von Herrn Richard Lichtheim, der den Vorsitz niederlegte, wurde Herr Dr. Hans Bloch (Berlin) zum Vorsitzenden gewählt und gleichzeitig Herr Dr. Ettisch mit der Leitung des Sekretariates betraut. Die Zusammensetzung des Landesvorstandes bleibt unverändert; auch Herr Lichtheim gehört ihm weiterhin an. Neben anderen Beschlüssen wurde die Einberufung eines deutschen Delegiertentages im Lauf dieses Winters beschlossen. des BenepaMHonash-liDald in Palästina Melbourne (J. T. A.). In Sidney fand eine öffent- , liehe Kundgebung zugunsten der Errichtung eines Monash-Waldes in Palästina zum Andenken an den verstorbenen Führer der australischen Truppen im Weltkriege General Sir John Monash, der Jude und Freund des Palästinawerkes war, statt. Der Gouverneur von Neu-Südwales übernahm das Protektorat über die Institution des Monash-Waldes und erließ einen Appell an die Bevölkerung, für den Monash-Wald beizusteuern. Der Heeresminister des australischen Staatenbundes Sir George Pearce sandte an die Versammlung in Sidney eine Botschaft, in der er Sir John Monash als den größten Soldaten Australiens feierte und dem Gedanken, Monash Namen durch Pflanzung eines Waldes in Palästina zu verewigen, herzlich zustimmte. Die Hauptrede auf die Kundgebung hielt der Präsident der Zionistischen Organisation Australiens, Rabbi Israel Brodie aus Melbourne. Die Staatsregierung war durch den Vize-Premier Colonel Bruzner vertreten, der in seiner Ansprache erklärte, er, i der Offizier der englischen Okkupations-Armee in! Palästina gewesen war, könne der von den Juden ln ' Palästina geleisteten Arbeit nur höchste Anerkennung zollen. — Der Monash-Wald wird 10.000 Bäume umfassen, die Juden in Neu-Südwales haben es über- , nommen, 3000 Bäume pflanzen zu lassen. Der Wald wird einen spezifisch australischen Charakter dadurch tragen, daß er aus australischen Gummibäumen bestehen wird. Eine Aktion der arabischen Exekutive gegen Bodenverkauf an Juden Jerusalem. (J. T. A.) Die arabische Exekutive kündigte eine öffentliche Geldsammlung in ganz Palästina an, deren Ertrag dazu verwendet werden soll, das Uebergehen arabischen Bodens in jüdische Hände zu verhüten. JQdisc bp Wächter bei Haifa ermopdet Haifa. (J. T. A.) Der jüdische Wächter Jacob Levi wurde am frühen Morgen des 14. September auf der nach dem Berge Carmel führenden Straße in der Nähe von Haifa ermordet aufgefunden. Ein Armenier und zwei Araber, die in der Nacht mit Levi in einem arabischen Cafä spielten, wurden als der Mordtat verdächtig verhaftet. Man nimmt an, daß der Mord auf Streitigkeiten beim Spiel zurückzuführen ist «Franz-Josef»-Bitterwasser ist von großem Nutzen bei Blutwallungen und Herzbeklemmung. Die spanische Regierung restauriert die alte Synagoge in Cordova Madrid. (J. T. A.) Die spanische Regierung hat 10.000 Pesetas zur Restaurierung der vor einiger Zeit neu entdeckten, aus dem Mittelalter stammenden Synagoge in Cordova bewilligt. Bekanntlich hat das spanische Parlament beschlossen, die Synagoge den Juden zurückzugeben. Der Ausschuß für antike Kunst hat gegen diesen Beschluß Einspruch erhoben und gefordert, daß die Synagoge als kulturhistorisches Denkmal unter seinen Schutz gestellt werde. Indem die Regierung die Gelder zur Restaurierung des wertvollen alten Baues hergibt, deutet sie an, daß sie die Synagoge als Kulturdenkmal erhalten, nicht aber als Andachtsstätte verwendet wissen will. Wir machen die P. T. Leser auf die Fleisch-Selchwaren- und Geflügelhandlung unseres Gesinnungsgenossen Ennst Färber, VIII., Albertgasse 54 (Tel. A 28-7-57), aufmerksam. 5693 wollen sie zeit, imine u. nein sparen? Dann gratulieren Sie Ihren Verwandten, Freunden und Bekannten, Kunden und Klienten zu Rosdi Haschanah durch die Stimme die in verstärktem Umfang mit interessanten Festbeiträgen am 29. September erscheinen wird. Der Preis für das Einheitsinserat beträgt S 6*—, in doppelter Größe S 10*— Wir werden an je 5 Adressen, die uns mit der Gratulationsbestellung aufgegeben werden, je ein Exemplar .ostenfrei zusenden. * «DIE STIMME» Administration Tanzinstitut Fred Erdstein I., Werdertorgasse 7, Tel. U 20-7-24 Ein neuer moderner fenzKurs tür Antanger beginnt Montag, den 20. September d. J. halb 8 Uhr abends EROFFNUNOSPERFEKTION Sonntag, den 2f». September, halb 8 Uhr abends. (Erstklassige Jazz). Neue Tanzkurse beginnen auch am Montag, den H. Oktober, und Freitag, den 7. Oktober. Einschreibungen täglich im Institut Jtnttsemiitsmus alieft In der iTscftecftosloivaftei? Antisemiiische Exzesse in Teplitz- Schönau Prag, 16. September. (J. T. A.) In Teplitz- Schünau wurde ein jüdischer Passant mit den Worten «Das ist auch so ein polnischer!» von einer Gruppe halbwüchsiger Rowdics überfallen und nicht unerheblich verletzt. Ein Tcplitzer Rechtsanwalt, .ler dem Ueberfallenen zu Hilfe eilte, wurde gleichfalls bedroht. Als Leute herbeikamen, entflohen die Huligans in die Seitengassen, doch ist man ihnen auf der Spur. In der Nähe der Stelle, an der sich der Ueberfal! ereignete, befinden sich das Ortssekretariat der deutschen Nationalsozialisten. Schächtverbot in Eger Prag, 15. September. Der Stadtrat der deutschen Stadt Eger hat beschlossen: «Zur Vermeidung von Tierquälerei sind die Tiere bei Schlachtungen nach jüdischem Ritus vor der Biutentziehung nach Vorschrift zu betäuben.» ln der Begründung dieses Beschlusses wurde hinzugefügt: «Durch die modernen Betäubungsapparate usw., welche sogar mit den Religionsgesetzen der Juden nicht in Widerspruch stehen.» # Die «Selbst \v e h r» bemerkt zu diesem Beschluß u. a.: Jeder Vorurteilsfreie weiß, daß die in der Verordnung unterstrichenen Gründe auf jüdisch-feindlicher Basis beruhen, daß sie ein Hauptargument Hitlers sind, alles Jüdische zu verwerfen und zu diskreditieren. Bedeutende Forscher, sowohl jüdischer wie christlicher Konfession, haben bewiesen, daß die rituelle Schächtung die humanste ist. Es ist traurig, daß, der Beschluß einstimmig angenommen wurde, daß kein-, Stadtvater die Lanze für die jüdische Ethik brach, daß niemand dagegen Bedenken hatte, daß das Volk der Bibel als barbarisch hingestellt wurde. Kein religiöser Jude wird eine rituelle Schlachtung, der eine Betäubung vorangegangen ist, gutheißen. Denn vor dem rituellen Schlächter muß ein völlig gesundes Tier hingelegt werden. «Selbstwehr» weist noch darauf hin, daß Eger, die althistorische Stadt im Zentrum der westböhmischen Bäder, mit dem Fremdenverkehr und der Frequenz der Kurgäste rechnet. Die Kurfrequenz ist nahezu 75 Prozent jüdisch. Die nichtjüdischen Geschäftsleute in Eger führen spezifisch jüdische Andenkenartikel. Solange diese Kurgäste sich jüdischrituell verköstigen können, ist Eger für sie ein Anziehungspunkt, ist es aber nicht der Fall, meiden sie diese «feindliche Stadt». „Hindenburg hat jüdische Gehirnwindungen“ Berlin, 18. September (J. T. A.). Der nationalsozialistische Gauredner Spiewock hat — wie den Archiv- Blättern des deutschen Volksgemeinschaftsdienstes zu entnehmen ist — auf dem Schulungsabend der N. S. B. 0. Berlin-Mitte am 23. August d. J. gesagt: «Wir dachten bisher, daß Hindenburg deutsche Gehirnwindungen hat. Nun sehen wir, er hat auch jüdische Gehirnwindungen, da er dieses Urteil in Beuthen, das nicht nach deutschem Recht, sondern nach jüdisch-römischem gesprochen wurde, zugelassen hat.» Eine zweite Gruppe Palästinenser auf dem Rege nach Biro-Bidscban Moskau, 18. September. (J. T. A 35 palästinensische Juden, 21 Männer, 5 Frauen und 9 Kit . passierten Moskau auf dem Wege nach Biro-Bidschan. i:s sind gelernte Arbeit» ter, wie z. B. Tnaktorführer, Chauffeure, Bauarbeiter und Wasser-Installateure. OZET teilt mit, daß am 8. September eine dritte Gruppe Palästina-Juden Palästina verlassen und sich nach Biro-Bidschan begeben hat. Bekanntmachung Die «J. T. A.» ersucht uns um die Veröffentlichung folgender Zeilen: Mr. B. P o 11 a k (jugoslawischer Staatsbürger) ist aus den Diensten der «J. T. A.» geschieden und fÜt keine Aktion im Namen der J. T. A. legitimiert 2261 3917

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