Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 5 (1932)
- Issue
- Heft 245 (15.9.1932)
- Date
- 1932-09-15
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Sette 8 DIE STIMME Nr. 245 — 15. jSefttttwtoer 1932 Für die Feiertage MACHSORIM Gebetbücher Seiden* und Wolltallesim /. u s e h r billigen Preisen Tempelstickereien werden schönstens ausgeführt Alle jüdischen Schulbücher lagernd Buchhandlung Josef Belf, Wien, l„ Rabensteig 3 tschechoslowakische Ab^t. ordnete jung, der (Quellen von Hitler, Feder und Goebbels oeniitzt hat. Es heißt da u. a.:;Die deutsche nationalsozialistische Arbeiterpartei i§t judengegnerisch, weil der Jude ein Fremdkörper im deutschen Volkstum ist, weil er notwendigerweise aus seiner Art niederreißi, statt aufzubauen, weil er Schöpfer und Träger des internationalen Börsenkapitalismus, des Hauptfeindes der deutschen Freiheit, ist. Wir sind keine sogenannten Hepp-Hepp-Antisemiten, die da glauben, durch einige Schimpfworte die Judenfrage zu lösen. Diese ist uns vielmehr die ernsteste Wissenschaft, auch geistig und seelisch, also kurz d i e Schicksalsfrage unseres Volkes, welches selbst immer mehr verjudtt. Es gibt nicht nur beschnittene, sondern auch unheschnittene Juden . . . •> Weiter: «Der Nationalsozialismus bekennt sich zu einer Leke des Heilands, zu Jesu, dem Arier. So will auch er das Christentum von dem durch das alte Testament verkörperten Judentum losgelöst wissen. Karl B a u m. Die hebräische Schule veranstaltet anläßlich der hohen Feiertage DW Pütrn tfAO in den Räumen der Zionistischen Bezirkssektion Leopoldstadt, Praterstraße Nr. 13, ein Karten erhältlich: Wien, II., Praterstraße Nr. Iß September-Büchsenieerung findet in der Zeit vom 11. bis inkl. 25. September statt. Die Ausgabe des Materials erfolgt ab 8. September. Alle bis Ende September eingehenden Gelder werden noch auf das alte Kontingent gutgeschrieben. Garten auf Namen Frau Frieda Grün. Frau Trude Sobel, Eßlingen, stiftete einen Baum auf Namen der >jnng und plötzlich aus dem Leben geschiedenen Frau Frieda Grün und regt an, daß auf deren Namen ein Garten im «Chajes-Wald» gestiftet werde. Silbernes Buch des Keren Kajemeth. Jizchak Grünbaum, der Zionistenführer, durch den Verband radikaler Zionisten (Nr. 116). Verrechnung der Materialien und Sammelbögen. Mit Ende des Monates September geht das jüdische Geschäftsjahr zu Ende. Alle Gruppen werden hiemit ersucht, im Laufe des Monates alle bei ihnen befindlichen Materialien, Imitascnen, Sammelbogen, Pinkassim zu verrechnen und die Gelder abzuführen. D i e s o e rlegten Gelder werden noch auf das Kontingent des alten Jahres5692 gutgeschrieben. Annoncen für «Karnenu». Die vom Hauptbureau des KKL herausgegebene Zeitschrift «Karnenu» wird von nun an regelmäßig zweimonatlich erscheinen, und zwar in folgenden Sprachen: hebräisch, jüdisch, englisch, deutsch und französisch. Anzahl der Auflage 15.000. Sie wird in alle Länder versendet. Annoncen für diese Zeitschrift werden vom Keren Kajemeth-Bureau entgegengenommen. Gebühr: Umfang einer Annonce 5,5 auf 4,5 cm, sechsmal jährlich, Pfund 5. Briefpapier mit Ansichten aus Palästina. Die erste Serie, enthaltend zwölf verschiedene Ansichten, ist erschienen und im Keren Kajemeth-Bureau erhältlich. Preis einer Serie (1 Dutzend) S 2.25. Das Briefpapier wird auch einzeln abgegeben. Preis eines Bogens samt Kuvert S —.19. Lieder-Karten. Zwölf palästinensische Lieder, enthaltend den Originaltext samt Noten, sind zum Preise von S —.15 pro Karte erhältlich. Geschenke mit Palästina-Ansichten, Im Keren Kajemeth sind erhältlich Federstiele, Crayons und Zigarettenspitzen in sehr schöner Ausführung mit Palästina- Ansichten, zum Preise von S 1.— pro Stück. Einheitliches zionistisches Abzeichen in der Form einer kleinen, blau-weißen Nadel, ist zum Preise von zehn Groschen im Keren Kajemeth erhältlich. GroBfleischnauerei SIEGM. KORN MEHL Zentrale IX, Berggasse IV, Tei. A 1J-3-99 o, A 16-9-34 Lieferant für Heilanstalten Abteilungen für Jgyi-Flelsch unter Aufsicht des Ehrwürdigeu Rabbmats der Israelitischen Ku!tu8gemeinde Wien &uloKU«teliung «osiento» IX, Berggasse is XVili, Währingerstraße 79 Literatur / Kunst / Theater Vortrag des Dichters Uri Zwi Grünberg Uri Zwi Grünberg, der anläßlich der Revisionistenkonferenz in Wien weilte, hat über Einladung der Histadruth Iwrith am Mittwoch, den 7. September, einen Vortrag gehalten. Der noch junge Dichter, welcher bereits zu den hoffnungsvollsten der jungen Generation gehört, voll und ganz aus dem eigenen schöpft und ständig mit dem heutigen jüdischen Volk und seinen Führern im Kampfe liegt, zog ein großes Publikum an, welches beinahe zur Ganze den Herzt- Saal des Revisionistenheims füllte. Der Abend wurde durch eine Würdigung des Gg. Doktor David Rothblum, des Präsidenten der Histadruth Iwrith, eingeleitet. Hierauf sprach der Dichter selbst. Er vertrat die These, daß die hebräische Dichtung aller Zeiten in erster Linie dem geistigen Kampf galt, dem Kampf des Dichters mit sich selbst sowie mit seiner Umgebung. Die Besingung der Natur und Schönheit der Welt kam immer in zweiter Linie. Die echte hebräische Dichtung unserer Zeit müsse daher an diese Note der Vergangenheit ankniipfen, wenn sie im tiefsten Sinne des Wortes r mal sein wolle. Zum Schlüsse las Jeli Ehrenkranz einige Gedichte Uri Zwi Grünbergs vor. Das olikum verließ den Saal, vom Gefühl getragen, eine wirklich originelle Persönlichkeit am Abend gehört zu haben. Wir hoffen, daß der Abend die Versammelten veranlassen wird, den Dichter auch zu lesen, diesen, so wie auch die anderen Dichter, Erzähler und Denker der hebräischen Literatur. Das hebräische Buch Redigiert vom Waad der «Histadruth Iwrith» Tekufatenu, Heft 2. Die Redaktion des «Haolam» hat das versprochene zweite Heft ihrer Vierteljahrsschrift, die sie ihren Abonnenten, welche mindestens für ein Vierteljahr die Abonnementsgebühr für den Haolam bezahlt haben, gratis zur Verfügung stellt, herausgebracht. Es enthält ein dramatisches Poem von Sch. Scliaiom: «Elischa und der Sabbat», eine prachtvolle Erzählung des Moscheh Stawski: «Die Mutter», einen blendenden Aufsatz über Herzl von Dr. Arie Rosenberg, eine Uebersetzung einer Schrift von Seneca von Aron Kaminka, einen Aufsatz von Dr. Sch. Bernstein über Liebesverse des sephardischen Dichters Rabbi Todros Abulefja und noch eine Reihe anderer Aufsätze. Die hebräische medizinische Literatur im Jahre 1931 Im oben besprochenen Hefte «Tekufatenu» besprach Dr. A. Goldenstein die medizinischen literarischen Neuerscheinungen in der hebräischen Literatur des vergangenen Jahres. Wir entnehmen diesem Aufsatze folgende bedeutende Daten: Die Zeitschrift «Harefuah» erschien regelmäßig und brachte sehr interessantes Material und Illustrationen. — In diesem Jahre wurde eine populäre Monatsschrift, die Fragen des Gesundheitswesens behandelt, ins Leben gerufen. «Scharej —Haberijuth». — Es erschien das Buch von August Forel über das «Sexualproblem» in ausgezeichneter Uebersetzung. — Die Organisation «Haschomer Hazair» hat das bedeutende Buch «Die biologische Tragödie der Frau» von Niemulow hernusgegeben. — Die Wizo in Tel-Awiw hat 5 Hefte der Malka Safir über Fragen, betreffend Ernährung und Kochkunst herausgegeben. Der Autor kündigt an, daß in Kürze das große medizinische Wörterbuch des verewigten Dr. Masia, redigiert vom hebräischen Dichter und gleichzeitig Arzt Dr. Tschernichows k i erscheinen wird. Diese kurze Uebersicht beweist wieder,, wie in aller Stille ein gewaltiges Gebiet menschlicher Kultur durch die hebräische Sprache wieder erobert wird. WiZo Mubikgruppen Eines der wesentlichsten Mittel zur Erziehung des jüdischen Kindes in jüdischem Geiste ist das jüdische Lied und die jüdische Musik. Um unseren Kindern Gelegenheit zu geben, diese Musik zu pflegen und unter entsprechender Leitung ihre musikalischen Fähigkeiten zu entwickeln, hat die Organisation zionistischer Frauen ihre Musikgruppen geschaffen. Diese Gruppen nehmen im Herbst ihre Arbeit wieder auf. Wie im Vorjahre werden auch heuer Kinderchöre gebildet, die je nach Altersstufen zusammengestellt werden. Errichtet werden ferner Gruppen für Violin- und Klavierunterricht. Geplant ist auch ein Kurs für Rhythmischtairneu sowie ein Sprechchor. Die Ungunst der Zeit verwehrt es vielen jüdischen Eltern, an die musikalische Ausbildung ihrer Kinder zu denken und diese Erwägung bestimmt uns, nur einen monatlichen Regiebeitrag pro Kind und Kurs einzuheben. Lediglich der sozialen Einsicht und dem selbstlosen Entgegenkommen der sich zur Verfügung stellenden Fachkräfte ist es zu danken, daß wir unsere Arbeit fortführen können Wir hoffen, daß die jüdische Elternschaft in richtiger Einschätzung des großen Wertes und der erzieherischen Wichtigkeit dieser Institution, die sich in ihrem zweijährigen Bestände sehr gut bewährt hat, uns ihre Kinder vertrauensvoll zuführen wird. Anmeldungen und Auskünfte schriftlich: IX., Nußdorferstraße 42/8, telephonisch in der Zeit von 1 bis 3 Uhr: A 49-9-45. Für das Präsidium: Für die künstlerische Leitung: S. I. ö w e n h e r z, S. Paß- Max L a m p e 1. weg, B. Federn-Lips c h i t z. Jtumorisiisdfre ütfte Komfort Ein Herr suchte in einem galizischen Städtchen ein Hotel auf und fragte den Hotelier: cKann ich ein Zimmer mit fließendem Wasser haben?» «Mit fließendem Wasser?? Wollen der Herr vielleicht angeln?» Chutzpah «Hallo, Goldsteinl» hörte ein friedlicher Spaziergänger hinter sich rufen und erhielt gleichzeitig eigen wuchtigen Schlag auf die rechte Schulter. Er drehte sich um und sagte: «Pardon, ich heiße nicht GoWstein.» «Was,» war die Antwort, «Sie heißen nicht Goldstein?» «Nein! Aber wenn ich auch Goidstein heißen würde, ist das ein Benehmen, jemanden von rückwärts so einen Hieb über die Schulter zu geben?» «Höfen Sie zu,» war die Antwort, «wollen Sie mir erzählen, wie ich mich meinem Freunde Goldstein gegenüber zu benehmen habe?» flndiC" ‘ Theaterbesucher! Im Jahre 1927 errichteten wir aus eigener Kraft die «Jüdischen Kiinstlerspiele». Dieses kleine Theaterchen war seither stets ein Heim ernster jüdischer Kunst und Glanzauffiihrungen. Prominente Gastspiele lösten einander ab. Jetzt droht uns die Gefahr, das Theater in dieser Saison überhaupt nicht eröffnen zu können. Wir haben schon alle nötigen Vorbereitungen getroffen, um einen der besten Regisseure und Darsteller aus Warschau zu verpflichten. Nun muß die jahrelange Arbeit ins Wasser fallen. Wir sind dieses Jahr nicht imstande, wie alljährlich, das Kapital aufzubringen. Daher wenden wir uns an die jüdische Oeffentlichkeit, Ein jeder beteilige sich an unserem Theater! Jeder Schilling wird nickgezahlt oder als Eintrittskarte umgetauscht Wir wenden un« an die jüdischen Vereine: Beangabt Eure Vorstellungen und Ihr trägt dazu bei, die einzige Stätte, in der das jüdische Wort, die jüdische Kunst gepflegt wird, zu erhalten. In der zwölften Stunde fordern wir Euch auf: Rettet d a s j ü d ische Theater! Schließt nicht seine Pforten für immer. Hilfe ist dringend. Für die Schauspieler der Jüdischen Kiinstlerspide A. Meis eis, B Sigall. ln dieser Angelegenheit allabendlich von 7 bis 10 Uhr abends im Cafd Reklame, II., •aterstraße 34 * Es ist leider eine beschämende Tatsache, daß es in der Kunststadt Wien mit seinen 200.000 Juden und den zahlreichen jüdischen Mäzenen dem jüdischen Theater nicht gelingt, selbständige Institution zu werden und, von Saison zu Saison, unter den größten Schwierigkeiten um seinen Fortbestand kämpfen muß. Es ist zu wünschen, daß den jüdischen Künstlern in ihren ernsten Bestrebungen von der jüdischen Oeffentlichkeit künstlerische und materielle Förderung zuteil werde. Forschungen in Massada Am Westufer des Toten Meeres, in der Einsamkeit der Wüste Juda, liegt auf 300 Meter hohem Felsen die jüdische Buing Massada. Von Herodes dem Großen zu einer uneinnehmbaren Feste ausgebaut, wurde sie im Jahre 66 n. Chr. von jüdischen «Sikariern» besetzt. Als Silva, der Legat des Vespasian, Masada einschloß und mit Hilfe eines gewaltigen Dammes an der allein zugänglichen Westseite der Burg Bresche legte, gaben sich — im April 73 n. Chr. — in der Nacht vor dem Sturm 960 Juden mit Weibern und Kindern selbst den Tod. Diese tragische Begebenheit wird von Josephus in seiner Geschichte des jüdischen Krieges anschaulich geschildert. Seitdem verschollen, wurde Masada im Jahre 1838 von dem Amerikaner Robinson wiederentdeckt und im Jahre 1842 von dem Amerikaner Wolcotl und dem englischen Maler Tipping zuerst erstiegen. Jetzt hat — nach Domaszewski und Havvkes — der Erlanger Archäologe Professor Adolf Schulten, der Ausgräber von Numantia, die Burg, die ihn wegen ihrer Aehnlichkeit mit der spanischen Festung interessierte, zusammen mit seinem Mitarbeiter General Dr. h. c. Lommerer und dem Theologen Dr. Borne zum erstenmal genau untersucht. Ueber seine Funde teilt er (in «Forschungen und Fortschritte») mit: Die Gebäude der Burg sind stark zerstört; man erkennt noch außer dem Palast des Herodes zwei kleinere Paläste, große Magazine, viele Zisternen und die mit Kasematten versehene 5 bis 6 Meter dicke Burgmauer. Geradezu wunderbar ist die Erhaltung der römischen Circumvallation und der Lager, die sich aus der Entlegenheit der Gegend erklärt. Man sieht noch die Blockademauer in einem Umkreis von 4500 Metern über Höhen und Tiefen ziehen, erkennt in den Lagern nicht nur Wälle, Tore und Straßen, sondern auch alle Einzelheiten: die Kasernen mit den Baracken für je acht bis zehn Soldaten mit i'hren Tniclime-n und Herden, das Halbrund für die Feldzeichen,, im Hauptquartier des Silva das Prätorium mii1; dem Augudatorium zum*Anste!len der Auspizien und das Tribunal für die Ansprache an die auf der Via principalis vccsammelten Soldaten. Auch der gewaltige Damm, auf dem dei Belagerungsturm mit dem Widder gegen die Burgmauer vor-* geschoben wurde, Ist noch erhalten. Jüdischer Konze* labend Samstag, den 24. November 1932, findet im Bayrischen Hof, II., Taborstraße 39, ein von der Vereinigten Zionistisch- Sozialistischen Arbeiterorganisat on Poale Zion-Hidachdnth veranstalteter Konzertabend statt. Mitwirkendc: Max Honig (Bariton) Kapellmeister Brandmann (Violine), Sarah Stukcrt (Klavier), Samuel Schwager, Salonorchester Josef Ctibor. Der Reinertrag fließt dem Prcßfond zu. Karten zum Preise von S 1.— bis S 2.50 sind im Sekretariate, II., Blumauergasse 1, sowie bei den Vertrauensmännern und an der Abendkassa erhältlich. Konzertmeister Prof. Josef Zimbler IX., Hahngasse 31, ist vom Urlaub zurückgekehrt und übernimmt noch einige Schüler für Violinunterricht. Zion. BezivUsseMion Leopoidsiadt Donnerstag, den 15. September, 8 Uhr, in unserem Heim, 11., Praterstraße 13 (Lloydhof), spricht Herr Ing. Jakob Ornsteln (Tel-Aviv) über „Wirtschaftliche Vorteile einer Uebersiedlung nach Palästina* Gftste willkommen! 7455