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Die Stimme · 1932-09-08 · Heft 244 (8.9.1932) · page 5

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Journal
Die Stimme
Volume
5 (1932)
Issue
Heft 244 (8.9.1932)
Date
1932-09-08
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
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Nr. 244 — 8. September 1932 DIE STIMME Seite 5 WeUkongevent dev Zionisten- Revisionisten M der MMsMMta «In der politischen Kommission wird eifrig um Text und Durchführungsmodus der Massenpetition gegen England, wegen Bruchs des Mandats, gerungen. Die Hauptstreitfragen sind, ob die Petitionen auch direkt an den Völkerbund gerichtet werden sollen, oder vorerst bloß an die einzelnen Regierungen und Parlamente der Völkerbundsmitglicder, wobei die revisionistische Außenpolitik im allgemeinen in einen näheren Kontakt mit dem Völkerbund ge b rac hi verden soll. Betreffend den Petitionslext geht der Meinungsstreit darum, wie die Textierung betreffend das Postulat einer jüdischen Mehrheit in Palästina einschließlich Transjordaniens lauten soll.» «Delegierter Holpern verfangt die Schaffung einer jüdischen Handelsflotte aus den Geldern des Tel-Chai-Fonds, da in der jüdischen Jugend ein Drang nach dem Meere vorherrscht.» «ln der Sitzung von Montag wurde die Frage aufgeworfen, wie man Amerika und alle Staaten der Welt gegen Englands antijüdische Politik in Palä¬ Beh. konz. Realbüro ING. M. HUHUAUER Kauf und Verkauf von Realitäten, Hypotheken I., II. und III. Sätze, Bau- und Zwischenkredite, Gebäudeverwaltung Büro: 2., Leopoldsgasse 26 Tel. A-49-2-47 Wohnung: 2., Vorgartenstr. 150, Tel. R-41-8-88 stina mobilisieren könnte, um diese Politik endgültig zu durchstoßen.» «Unter Spannung der ganzen Konferenz entwickelte der palästinensische Revisionistenführer Abba Achi-Meir seine Ideen eines revolutionären Revisionismus, der auf dem Prinzip diktatorischer Führerschaft fußt und der die Massen der Jugend zwingen könnte, alles Im Kampf um den Judenstaat zu opfern.» «Dr. Weist beantragte 1. Uebergabe der gesamten Führung an jabotinsky als Präsidenten der Union, Abschaffung aller Vizepräsidentenstellen und statt dessen Einsetzung von Ressortleitern, die nur Jabotinsky verantwortlich sein sollen; 2. Aufbau der Organisation auf der Basis der Gewinnung großer jüdischer Massen, darum Verbilligung des Dinar (revisionistische Parteisteuer), Abhaltung einer Weltkonfcrenz in jedem Jahre, sowie — zu Zwecken der Finanzierung der Bewegung und zugleich der Verlebendigung jüdischen Heldentums — Ausgabe einer Barkochba-Münze anläßlich des Barkochba- Jubiläums und einer Jabotinsky-Münze anläßlich des Jubiläums der jüdischen Legion.» Der Referent des Finanzkomitees berichtet: «Das Budget des letzten Jahres betrug Pfund 18 00 (tausendachthundert), dagegen 1200 Einnahme und 600 Pfund Defizit.» «Der Revisionismus» — führte Jabotinsky aus — «schließt alle Schattierungen innerhalb der jüdischen Volksmassen in sich ein. Allerdings müssen alle einzig und allein in der Disziplin der Union der Revisionisten unterliegen.» «Jabotinsky wies in seinem Schlußwort auf die politische Bedeutung der Verlegung der Exekutive nach Genf hin und sagte, dieser Beschluß sei als Protest und als Kampfansage gegen Englands Mandatsbruch zu werten.» «Ich bin bereit, die Präsidentschaft der Union wieder zu übernehmen, mache dies aber ultimativ davon abhängig, daß das Budget der neuen Exekutive bis Mitte Oktober bankmäßig gesichert ist.» Also sprach der Führer. * Klingen diese Sätze, von einer zionistischen Tribüne in die Welt hinausgeschleudert, zehn Jahre nach Bestätigung des Palästinamandats, in den Tagen grüßten Niederganges des Weltjudentums und im Zeitalter Hitlers und des Stahlhelms, nicht wie ein Spuk?! Kennt sich da jemand aus in diesem Gestrüpp politisierender Simpelei, die sich ln einer weltfremden Illusionsfähigkeit als «Weltkongreß» ausgibt? — Da debattieren tage- und nächtelang Delegierte aus aller Herren Ländern, ballen sich zu Gruppen und Blocks von «zionistischen Revolutionären» bis zu den vereinigten aktivistischen Revisionisten» zusammen, sprechen kunterbunt von Faschismus, Diktatur, Demokratie, Liberalismus »und Militarismus, bis allmählich in dieser Sturzwelle rednerischer Talente der eigentliche Zionismus vollständig verschwindet. Vor dem letzten Revisionistenkongreß in Prag, da gab es wenigstens noch einen einigenden kämpferischen Geist, der hlmmelstürmehd sich vorderhand mit dem Sturze Weizmanns begnügte. Da nun j Wcizmann zurücktrat und England noch immer von j der Erdoberfläche nicht verschwindet, klammert sich eine an der Fläche der Negation haften gebliebene Opposition an leblose Schemen, die unter hochtrabenden Titeln wie «Petitionismtis», «Maximalismus», «Guerillakrieg gegen England» und «Militarismus» die gähnende Leere zu überbrücken versuchen. Da im Zusammenprall mit den Realitäten des Alltags auch der ‘ größte Wortschwall über die eigene Unfähigkeit die j Dinge anders zu meistern nicht hinweghelfen kann, entj steht ein Gefühl innerer Unzufriedenheit, Zerissenheit und der unbändigen Sucht, die Realitäten durch Phantome zu ersetzen. So mußte auch diese Konferenz zur verzerrten Kehrseite eines zionistischen Kongresses werden. Es gab eine uferlose Generaldebatte, einen regelrechten Sturm auf die Exekutive, eine Fülle emsiger Kommissionen und Verteidigungsreden der in die Enge getriebenen Führer. Was jedoch beim Kongreß ein Ausdruck einer um Klarheit ringenden Volksvertretung ist, verwandelte sich bei der Revisionisten-Konferenz in ein heilloses Chaos von Begriffen, wie Faschismus, Liberalismus, Klassenkampf, Barrikadenkämpfe, die sich in schreienden Gegensätzen bewegten und auch nicht einen klaren produktiven Gedanken aufkommen ließen. Ein ans Groteske grenzendes Exempel politischer Ueberheblichkeit, diplomatischer Ausflüchte von Weltverbesserern, die sprunghaft, irreal und illusionistisch sich um die Unverantwortlichkeit ichsüchtiger Führer tagelang rankten. Nach vierzig Jahren zionistischer Erziehungs- und Aufklärungsarbeit eine geradezu pathologische Erscheinung einer Massenpsychose. Nur zwei Beschlüsse bilden das eigentliche Fazit dieses unter einem marktschreierischen Getue agierenden Weltkongresses: Bestätigung des Beschlusses von Calais und die Beschlußfassung über den Beginn einer «P e t i t i o n s p o 1 i t i k». Was nun die Petitionen anbelangt, so mag es recht fraglich sein, ob politische Aktionen durch schriftliche Anfragen, Forderungen, Petitionen oder gar Drohungen ernstlich von kompetenten Faktoren des Völkerbundes und den einzelnen Staaten erwogen werden. Ein abschreckendes Beispiel bildet hier das gewiß international verankerte Minderheitsrecht, wobei ganzen Völkern, wie Polen in Deutschland, den Deutschen in der Tschechoslowakei und Polen usw. das Beschwerderecht zugestanden wurde. Welche Wirkung bisnun solche Petitionen gehabt haben, weiß die Welt nur allzu gut. Nur ist es leichter, den Judenstaat zu beiden Seiten des Jordans in Versammlungen zu proklamieren und hlefür Unterschriften zu sammeln, als einen Brief an den Völkerbund auch an die richtige Adresse gelangen zu lassen. Gewichtiger als diese klangvolle Geste scheint jedoch der überwiegenden Mehrheit der Zionisten das tägliche brutale Ringen mit den politischen Realitäten des Alltags zu sein und die unentwegte opfervolle Arbeit am Aufbau Palästinas. Diese Arbeit bedarf keiner großen Gesten und keiner empha- Die Tatsachen lehren, daß der volle Aufbau von Erez Israel innerhalb kurzer Zeit nur durch das Privatkapital erfolgen kann. Wenn Sie absolut verläßliche Informationen über einen beliebigen Zweig der palästinensischen Wirtschaft usw. wünschen, Wenn Sie welche Unternehmung immer dort gründen wollen, Wenn Sie Boden kaufen und bepflanzen, Wenn Sie Häuser in Stadt oder Land bauen oder kaufen, Wenn Sie auf welche erdenkliche Art immer Ihr Kapital ln Erez Israel fruchtbringend unterbringen wollen: jüdische Ellern! Kauf! Schulbücher für Eure Kinder in der indischen Buchhamflwrtq HERMANN TUCHNBR Wien, 2. Bezirk, Ecke Taborstraße 52 Lehrbücher für alle Lehranstalten in den richtigen Auflagen, auch antiquarisch, zu sehr mäßigen Preisen. Verzeichnisse kostenlos! Für Auskünfte: Telephon K 41-4-20 Spesenfreie Zusendung überallhin! tischen Beteuerungen über «Herzl-Zionismus» und «Judenstaat», bringt uns jedoch bedeutend weiter als die noch so hochtrabenden Postulate und Petitionen. Bedeutet nun die Petitionspolitik der Revisionisten einen Schlag ins Wasser, der noch offenkundiger sein wird im Momente, wo die Repräsentationsfrage der Zionistischen Organisation mit allem Nachdruck vor dem Völkerbund im Notfälle wird aufgerollt werden müssen, so ist die Bestätigung des Beschlusses von Calais eine Organisationsfrage, mit der sich wohl die Zionistische Exekutive ehebaldigst zu befassen haben wird. Der Beschluß von Calais beinhaltet einen Bruch mit der Zion. Organisation, der Schöpfung desjenigen Judenführers, den die Revisionisten stets im Munde zu führen belieben. Die Zionistische Weltorganisation ist jedoch noch stark genug, um diesem Durchbruch der nationalen Front im Momente der größten Gefahr und in der entscheidenden Stunde des auferstehenden Palästina auch den Revisionisten gegenüber einen Riegel vorzuschieben. Es geht nicht an, in einem erst vor kurzem von der A. C.-Sitzung anerkannten Weltverband der Zion. Organisation Nichtschekelzahler zu dulden, die außerhalb dieser Organisation stehen. Die Statuierung des Primats revisionististischer Disziplin bedeutet wohl eine überhebliche Herausforderung, die sich gegen die letzten Beschlüsse des A. C. richtet. Die letzte A. C.-Sitzung betonte mit allem Nachdruck das Primat der Disziplin in der Zion. Weltorganisation und bei der wird und muß es bleiben, wenn wir nicht wollen, daß durch politische Eskapaden von Ichsucht besessener Politiker die v o n H e r z 1 geschaffene und von uns mit unserem Herzblut ausgebaute Organisation vor der ganzen Welt diskreditiert wird. Es muß eine klare und eindeutige Scheidung erfolgen zwischen denen, welche die Zion. Organisation als die einzig historisch und völkerrechtlich bestehende Trägerin des nationalen Gedankens anerkennen und denen, für die diese Organisation nur ein Uebergangsstadium ist für politische Scharlatanerie. Die Konferenz der Revisionisten — wie bedeutungslos sie an sonsten für die jüdische Welt ist und in welchen grotesken Formen sie sich auch vollzog — muß endlich alle wirklichen Zionisten, denen die schlichte Arbeit vor dem Wortschwall geht, zum Zusammenschluß und zur Abwehr zwingen, da Chaos, Großmannssucht und Unverantwortlichkeit unsere eigenen Reihen zu bedrohen beginnen. Die Tatsachen beweisen, daß in Erez Israel allein In der ganzen Welt die wirtschaftliche Lage gut ist und die Zu* kunftsaussichten noch besser. Wir stehen mit voller Verantwortlichkeit und gegen eine mäßige Entlohnung zu ihrer Verfügung, Wir dienen Ihnen mit Informationen, unterbreiten Ideen, Vorschläge, Pläne, Programme, Kostenvoranschläge, Wir besorgen für Sie die Gründung, Abwicklung, Leitung oder Aufsicht Ihrer Unternehmungen oder Geschäfte, Wir haben eine sich über die ganze Welt erstreckende Organisation und verfügen über die besten Fachmänner des Landes. KANAAN- TREIMAND6ESELISCIIAFT Canaan irusieeshlp Co., Jerusalem niDsnaiBM man?wa Vertreter für Oesterreich: Ludwig Gut mann, Wien, I., Fleischmarkt 22, II., III., 56. Mündliche Besprechung nach vorheriger schriftlicher oder telephonischer (R-25-7-79) Vereinbarung. B wraww—r «*-. i—tr ui» r«< i Z. F. F. Daher ist es vom nationalen und individuellen Standpunkt das richtigste, jüdisches Kapital in Erez Israel zu Investieren, dem einzigen Lande, das dem Juden volle Sicherheit bietet, eine freundliche Atmosphäre und die Möglichkeit, für sich und seine Familie zu arbeiten.

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