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Die Stimme · 1932-09-08 · Heft 244 (8.9.1932) · page 2

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Journal
Die Stimme
Volume
5 (1932)
Issue
Heft 244 (8.9.1932)
Date
1932-09-08
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
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Seite 2 DIE STIMME Nf. 244 — 8. September 1932 Köpper Jude sei «Map sah* schreibt die Zeitung «nacheinander lauter kleine Juden den üerichtssaal betreten, die zwar außerordentlich echt wirkten, sonst aber keinerlei Aehnlichkett mit dem Angeklagten hatten.» Diese Zeugen sollten dartun, daß Köpper mit dtm wirklichen Täter verwechselt worden sei, da er «mehren Doppelgänger* habe. Die «Natfortalpost» spricht von Klara Zetkin als von einer Jüdin, obwohl algemein bekannt ist, daß diese kommunistische Führerin keineswegs von Juden abstammt. NSDAP-Landtagsfraktion gegen Dr.Badt fm Preußischen Landtag brachte die nationalsozialistische Fraktion fine «Kleine Anfrage» ein, in der behauptet Die Leitung des vereinigten Weltverbandes Poale Zion- Hitachduth Vom Verbandsbureau des Vereinigten Weltverbandes Poale Zion-Hitachduth wird mitgeteilt, daß ge!*» gentlich der Weltvereinigungskonferenz in Danzig ein aus zwanzig Mitgliedern bestehendes Zentralbureau gewählt wurde, das sich wie folgt zusammensetzt: Poale Zion: A. Edelmann, D. Ben Ourion, M. Jarblum, Berl Locker, J. Mereminski, Melech Neustädt, Sch. Friedmann, S. Kaplansky, A. Reiß und ein Vertreter aus Polen. Hitachduth: Dr. J. Hellmann, Dr. Sflberstein, A. Tartakower, G. Landauer, Nathan Melzer, E. Kaplan, Kubowitzki, Schwarz. Sprinzak. Ferner wurde ein fünfziggliedriger Zentralrat gewählt, dem außer den vorgenannten zwanzig Vertretern angehören: Seitens der Poale Zion: J. Ben Zwl, R. Ben Zv'i, N. Grinblatt, Mendel Singer, J. Tabenkin, B. Kaznelson, P. Laserson, G. Meierson, S. Sokal, S. Rubaschow, A. Rudel, ein Vertreter aus Polen, zwei Vertreter aus U. S. A. und ein Vertreter der Jugendorganisationen. Seitens der Hitachduth: J. Ahronowitsch, Ch. Arlosoroff, J. Baratz, Garfinkei, Grünberg, Weinreb, Werber. Terlo, Lipschütz, Lubianitzkl, A. Fischmann, Spiro, Skolnik. Sitz des neuen Verbandsbureaus ist Warschau. Das Bureau steht unter Leitung von Ing. A. Reiß und Dr. A. Tartakower. Waad Leumi nimmt die Rechte der hebräischen Sprache als einer offiziellen ^palästinensischen Sprache wahr Jerusalem. Der Waad Leumi hat der Regierung zwei Fälle zur Kenntnis gebracht, in denen die Rechte der hebräischen Sprache als einer der drei offiziellen Sprachen Palästinas von Regierungsbeamten nicht respektiert worden sind. Der Distriktsbeamte in Nablus bat die Eintrittskarten zum Besuch der Sebastieh-Ausgrabungen in englischer und arabischer, nicht aber in hebräischer Sprache drucken lassen. Ferner Ist in einigen Postämtern in verschiedenen Teilen des Landes an den. Postschildern das Hebräische ausgelassen worden. In der Erwiderung der Regierung auf diese Beschwerde wird mitgeteilt, daß bei einer neuen Auflage der Eintrittskarten für Sebastieh das Hebräische mitberücksichtigt werden wird, und daß auch die beanstandeten Posiamtsschilder berichtigt werden würden. Eine Mehrheit jüdischer Arbeiter bei den Jerusalemer Wasserwerken Jerusalem. Der Distriktskommissär Major Campbell, der Verwaltungsbeamte Jacobs, das Mitglied der Exekutive der Jewish Agency Dr. Ch. Arlosoroff und Vertreter des Jüdischen Arbeiterrats ln Jerusalem berieten mit Vertretern der Romema-Reservoir-Baufirma über die Beschäftigung jüdischer Arbeiter bei dem Bau der Reservoirs. Die Baufirma erklärte sich bereit, ungelernte jüdische Arbeiter bei den Betonmisch- und Aufschüttungsarbeiten sr»wie gelernte jüdische Arbeiter bei den übrigen Arbeiten genügend zu beschäftigen, schließlich auch jene jüdischen Arbeiter wieder zu beschäftigen, die zum Protest gegen die Benachteiligung der jüdischen Arbeit bei den Revtrsvolr-Bauarbeiten in den Streik getreten sind. Das Protokoll dieser Sitzung wurde von beiden verhandelnden Parteien sowie von Herrn Jacobs als Zeugen unterzeichnet. Von jetzt ab werden mehr als die Hälfte der bei den Reservoirarbeiten beschäftigten Arbeiter Juden sein. In den jüdischen Arbeiterkreisen hnt dieses llcbereinkommen große Genugtuung ausgelöst. Der Jerusalemer Arbeiterrat hat in einer in arabischer Sprache abgefaßten Kundgebung an die arabischen Arbeiter darauf hingewiesen, cbß er eine den Verhältnissen gerecht werdende Beschäftigung jüdischer Arbeiter bei den Muni- < zlpalarbeiten fordern müsse angesichts der Tatsache, daß die jüdischen Steuerzahler Jerusalems mehr als die Hälfte des Stadtbudgets decken, keineswegs habe der | wird, daß der «zurzeit bcuftivfete Jüdische Ministerialdirektor Badt» zahlreiche Privatflugfeisen gemacht hätte. Di« Flüge, so wird weiter behauptet, geschahen anscheinend auf Staatskosten und führten teil» im Luftschiff, teils In Flugzeugen nach Frankreich, Spanien, Italien, Amerika und Palästina. Hiezu erfahren wir, daß die Behauptung, Herr Ministerialdirektor Dr. Hermann Badt hätte auf Staatskosten Privatflüge unternommen, vollkommen grundlos tat} Dr. Badt, dem das deutsche Flugwesen viel zu danken hat, bat auf persönliche Einladung des Herrn Dr. Eckener, der Im übrigen ein Freund seines verstorbenen Vaters war, an den Flügen des Luftschiffes «Graf Zeppelin» nach Aegypten-Palästina und nach Amerika teilgenommen. Arbeiterrat beabsichtigt, die Rechte anderer anzutasten. Die Allgemeine Jüdische Arbeiterförderation erstrebe vielmehr eine Zusammenarbeit zwischen arabischen und jüdischen Arbeitern und eine Besserung der Lage aller Teile der palästinensischen Arbeiterschaft. Wird die Subvention für die Jewish* Agency-Schulen erhöht? Jerusalem, Die Jewish Agency teilt mit, daß der High Commlssloner Sir Arthur Wauchope den Argumenten Dr. Chaim Arlosoroffs, betreffend Erhöhung der Regierungssubvention für das hebräische Schulwesen der Jewish Agency, zugestimmt und den Schatzmeister angewiesen hat, gemeinsam mit Dr. Arlosoroff die Frage der Regierungssubvention für das hebräische Schulwesen in Zusammenhang mit den Möglichkeiten des Regierungsbudgets einer neuerliehen Prüfung zu unterziehen. Eine jüdisch« Kolonie In Palästina übcrsiedelt Jerusalem. Alle jüdischen Kolonisten von Kfar Uriah, eines Dorfes, das während der arabischen Unruhen im Jahre 1929 zerstört worden war, übersledeln an eine andere Stelle des Landes. Sie tauschen ihren Boden gegen einen anderen, in der Nähe von Ramleh, ein, den ihnen en arabischer Effendi anbietet. Der neue Boden der Kolonie Kfar Uriah umfaßt ein Areal von 1600 Dunam, wovon die Hälfte Citrusboden ist. Jüdische Touristen nicht in Palästina hineingelassen. Fünf jüdische Touristen aus Jugoslawien wurden von palästinensischen Immigrationsbeamten an der Grenze zu- Bei Vergiftungserscheinungen, hervorgerufen durch verdorbene Nahrungsmittel, bildet die sofortige Anwendung des natürlichen «Franz-Josef»-Bitterwassers ein wesentliches Hilfsmittel. In allen Apotheken erhält!., rückgewiesen, weil er sie verdächtigte, daß sie die Absicht haben, ihren ständigen Wohnsitz in Palästina zu nehmen. Die Hechaluz-Bewegung in Bulgarien. ln der Chaluz-Kolonie «Heatid» bei Tatar-Pazardjik wurde in diesen Tagen die dritte Jahreskonferenz des bulgarischen Hechaluz im Beisein von 120 Chaluzim und zahlreiche Gästen abgehalten. Die Konferenz wurde von Vertretern der Zionistischen Föderation, des Zentralkonsistoriums der bulgarisch-jüdischen Gemeinden, der Jewish Agency und des Makkabi begrüßt. Nach Erstattung der Referate wurde eine Reihe Resolutionen, unter ihnen solche gegen Beschränkung der Alijah und betreffend die Verteilung der Zertifikate, gefaßt. Der bulgarische Hechulaz entsendete bis jetzt 71 ChaJuzim nach Erez Israel. In den nächsten Tagen begeben sich weitere 40 Chaluzim nach Palästina. 50 der bulgarischen Chaluzim haben sich dem Kibuz Gimmel des Haschomer Hazair an geschlossen, einige Chaluzotdi wurden in den Meschek Hapoaloth aufgenommen, eine andere bulgarische Gruppe bildete eine eigene Kwuzah in Ness Zionah, einige Chaluzim sind in der bulgarischen Kolonie «Beth Chanan» beschäftigt. Alle bulgarischen Chaluzim werden verpflichtet, sich bei ihrem Eintreffen in Palästina der Allgemeinen Arbeiterorganisation (Hstadrnth) anzuschüeßeti. Konferenz der Keren-Kajemeth-Kommlssare Westeuropas. Auf Anregung des Direktoriums des Keren Kajemeth Lejisrael findet am 24. und 25. September in Straßburg eine Konferenz der Kommissare des Keren Kajemeth in den Ländern Frankreich, Nordafrika, Belgien, Holland, Schweiz und Luxemburg statt. Der Vorsitzende des Direktoriums des Keren Kajemeth Lejisrael in Jerusalem, M. M. Ussisohkin, wüd an dieser Konferenz teilnehmen und auf einer am 24. September, abends, stattfindenden großen Kundgebung in Straßburg sprechen. Palästina auf der Preßburger Donaumesse. Auf der diesjährigen Donaumesse in Preßburg (Bratislava) wurde ein Palästina-Pavillon errichtet, der sowohl die national-kolonisatorische als auch die privatwirtschaftliche, industrielle und gewerbliche Entwicklung des Landes demonstriert. Neben zahlreichen Photognaphien und Modellen über die Arbeit des Keren Kajemeth Lejisrael, Kultur- und Erziehungstätigkeit, Aufforstungsarbeiten, sieht man Erzeugnisse der «Shemen Ltd>, der Weinkellereien von Rischon Le Zion, des «Bezalel», der kunstgewerblichen Werkstätten «Shani» u. a. m. Aufmerksamkeit findet auch eine numismatische Exposition im Rahmen der Palästina-Ausstellung. Die Palästinaschau wurde in den letzten Tagen von dem tschechoslowakischen Handelsminister Dr. Matousek besucht, der von den jüdischen Stadträten Dr. Brauer und 1. Knöpfclmacher sowie von Dr. 0. Neumann begrüßt wurde, 50 Jahre Rischon Le Zion. Jerusalem, 27. August. In Rischon Le Zion werden große Festlichkeiten anläßlich des 50jährigen Bestehens dieser Kolonie abgehalten. Den Höhepunst der Veranstaltung bildete die Ankunft des High Commrssioners Sic Arthur Wauchope am 16 August. Eine zehntausendköpfige Menge brachte dem High Commissioner lebhafte Ovationen dar. E« wurden Segenswünsche für den König, den High Commissioner und Baron Edmond de Rothschild, deseen großzügige Förderung die Entwicklung der Kolonie ermöglicht hat, ausgebracht. Der Vorsteher der Kolonie, Herr Meerowitsch, und deir Bllu- Führcr Lubmann hielten Begrüßungsansprachen an den High Commlesloner, der ln »einer Antwort »eine Anerkennung und Bewunderung für die Leistungen der Kolonisten von Rischon Le Zion und für dl« Hingabe und Freigebigkeit Raron Rothschilds zum Ausdruck brachte. Viele Hunderte von Glückwunschschreiben, darunter auch solche von Baron Rothschild und Lond Melchett, waren eingetroffen. Festreden wurden von Vertretern der Jewish Agency, des Waad Leumi, des Kolonfstenverbandes, der Arbeiterorganisation, der P. I. C. A., der Stadt Tel-Awiw, der Organisation Bnel Brith Benjamin u. a. gehallten, Abends fanden Volkstänze und ein Fackelzug statt. Im Namen der Festversammlung und des High Commissioners wurden Begrüßungstelegramme an Baron Edmond de Rothschild und James Rothschild gerichtet. Im Ranmen der Festveranstaltungen wurde auch eine Ausstellung eröffnet, die einen Ueberblick über die Kolonie in den 50 Jahren ihres Bestehens gibt. Der Bürgermeister von Tel-flwiw in Rien Der Bürgermeister von Tel-Awiw, Herr Disengoff, weilte kurze Zelt auf der Durchreise in Wien und äußerte sieh über den Zweck seiner Reise unserem Mitarbeiter gegenüber wie folgt: Ich bereise jetzt alle Länder Europas, um bei den Juden Interesse für das in Gründung begriffene Stadtmuseum in Tel-Awiw zu erwecken. Den Grundstock dieses Museums bildet ein Haus ln Tel-Awiw, welches ich gestiftet habe und zahlreiche Gaben palästinensischer und ausländischer Juden. In Italien gelang es mir, das Interesse Mussolinis für diese Gründung zu erwecken, der persönlich den Auftrag gab, une verschiedene Kunstwerke als Gabe der italiensichen Regle« rung zu übermitteln. In jedem Lande wird ein Verein der Museumfreunde gegründet. Meine Stadt Tel-Awiw entwickelt s'ch ln einem riesigen Tempo und haben wir nun eine ganze Kommission von Ingenieuren mit der Aufgabe betraut, die Möglichkeit des Aufbaues Tel-Awiws zu einer Kongreßstadt der Welt zu studieren. Wir planen überdies den Ausbau des Strandes in Tel-Awiw zu einem modernen Kurort. Ueber den Weltkongreß kann ich nur soviel sagen, daß ich von dessen Bedeutung überzeugt bin, jedoch nur unter der Voraus« Setzung, daß es gelingen wird, die Wahlen auf breitester Basis durchzuführen. Ansonsten ist es nur «schtadlanut». Von Wien begibt sich Bürgermeister Disengoff nach Polen, wo zu seinem Empfang große Vorbereitungen getroffen werden. W. G. Durchreiseein es Sonderzuges mit Cha» ltizlm aus Polen durch Wien nach Erez Israel In den nächsten Tagen wird, aus Polen kommend, ein vom Palästina-Amte in Warschau abgefertigter Sonderzug mit etwa 200 Palästina-Auswanderern in Wien eintreffen. Diesem Transporte schließt sich eine Gruppe Chaluzim aus Oesterreich an. Tag und Stunde der Ankunft des Sonderzuges in Wien sowie dessen Weiterfahrt nach Triest wird auf diesem Wege noch rechtzeitig bekanntgegeben werden. Palästina-Einwanderung im Juli Jerusalem. Im Monat Juli 1932 kamen 513 Einwanderer, davon 418 Juden, nach Palästina. Von den jüdischen Einwanderern wanderten 74 auf Grund der Kapitalistenklausel ein. \ Ein Nachfolger von Rabbi Sonnenfeld Jerusalem. Zum Rabbiner der der Agudas Jisroel nahestehenden orthodoxen jüdischen Gemeinde Jerusalems wurde — als Nachfolger des vor einigen Monaten verstorbenen geistigen Führers dieser Gemeinde Rabbi Sonnenfeld — Rabbi Duschinski aus der Slowakei ernannt. Die «Pag-Mltteflungen» Nr. 3 sind soeben erschienen. Sie beinhalten die genauen Reiseprogramme und Teilnahmebedingungen für je eine Frühjahrs - Palästina* (Ae gy pten-)Reise, eine Studenten-Ferienreise nach Palästina und eine Herbst - Mitteimeer- Länderfahrt in den Jahren 1933/1936. Ueberdtes sind monatliche Palästina - Wirtschaftskonferenzen in Wien angekündigt. Interessenten erhalten die Nummer kostenlos durch die «Pag», HI., Landstraßer Gürtel Nr. 9/10. na® *i»i® Vom 5. September bis 4. Oktober finden die " . »littst der XXVII. Lotterie statt. Lose noch zu haben bei d. Geschäftsstelle deröst. Klassenlotterie J. M. Neufeld, Wien, II. Krummbaumgasse 16, Telephon A 45-9-65 Zionisftsdw Wochenschau Seftiier" ' sig des Kern Idealen vom 11. bis 25. September luden spendet reichlich für unseren Bodenfonds I B9:C 88^511

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