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Die Stimme · 1932-08-25 · Heft 242 (25.8.1932) · page 6

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Journal
Die Stimme
Volume
5 (1932)
Issue
Heft 242 (25.8.1932)
Date
1932-08-25
Page
– (sequence 6)
Language
German
Belongs to
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Seite 6 DIE STIMME Nr. 242 - 23. nügust 1932 Die Arbeit des Keren Kaje* meth Kurorteaktion L>it* Uesinnungsgenossinnen Nemon, Malka Bauer, Minna Göttinger, Fanni Edelmann haben in der letzten Zeit in Vöslau eine Akademie zugunsten des Keren Kajemeth veranstaltet und den Reingewinn von S 400.— an den Keren Kajemeth abgefiihrt. Vorbereitung der Biichsenleerung Die Leerungslisten müssen entsprechend den seit der letzten Leerung vorgefallencn Aenderungen umgeschrieben werden. üg„ die über eine sehr gute Handschrift verfügen und verläßlich arbeiten, werden ersucht, sich dem KKL zur Verfügung zu stellen (Bureaustunden bis Ende August von 9 bis 4 Uhr). Briefpapier und Ansichten aus Palästina Da der Vorrat der letzten drei Bestellungen vollständig ausverkauft wurde, hat das Keren Kajemeth- Bureau eine neue Sendung aus Jerusalem bestellt, die bereits eingelangt ist, Preis einer Serie (12 verschiedene Ansichten) S*1.S0. Liederkarten 12 palästinensische Lieder, enthaltend den Originaltext samt Noten, sind zum Preise von 15 Groschen pro Karte erhältlich. Geschenke mit Palästinaansichten Im Keren Kajemeth sind erhältlich Federstiele, Crayons und Zigarettenspitzen in sehr schöner Ausführung mit Palästinaansichten zum Preise von S 1.— das Stück. Einheitliches zionistisches Abzeichen ln der Form einer kleinen blau-weißen Nadel ist zum Prc: -. von 10 Groschen im Keren Kajemeth erhältlich. Privatsache? Von Dr, David Rothblum, Präsident der Histadruth Iwrith, Wien. rieir Arlosoroff ist in eine sonderbare Korrespondenz mit dem «Gedud Maginei Hassafah» geraten, die man auch in der Galuth stillschweigend nicht übergehen darf. Im Lande selbst haben bis zur Stunde nur zwei Zeitungen von diesem unerquicklichen Briefwechsel Noriz genommen. Der «Da\ar», das Organ der Arbeiterpartei, deren Verdienste um die hebräische Sprache in Palästina historisch sind, und «Mosnajim», das Blatt des Vci Landes der hebräischen Schriftsteller des Erez Israek zu dessen ersten Aufgaben es naturgemäß gehört.. Jas Hebräische aus dem öffentlichen Leben nicht verur.T.gen zu lassen. Sonst hat sich die hebräische Pres-o Joer den Fall ausgeschwiegen. Der «Gedud» hat von Herrn Arlosoroff schriftlich eine Aufklärung darüber verlangt, daß er sich an ein zionistisches Amt in einem in englischer und nicht hebräischer Sprache abgefaßten Brief gewendet hat. Arlosoroff, der Chef des politischen Departements der «Jewish Agency», mit dem Sitz in Jerusalem, erledigte das Schreiben des «Gedud» hochmütig und brüsk. Erstens, sagte er in seinem Antwortschreiben, sei das Ganze seine Privatsache, in die er eine Einmengung nicht dulde. Zweitens sei der «Gedud» zu seinem Begehren nicht legitimiert. Drittens müßte er sich gegen die Einführung eines «Sprachenspitzeltums» im «Jischuw» energisch zur Wehr setzen. Die Hebräer in der Galuth, die gegen die antihebräische und ahebräische Ideologie in Assimilanten- und zionistischen Kreisen unter schwierigsten Verhältnissen und mit größten Opfern ankämpfen, müssen zu den symptomatischen Ansichten des Herrn Arlosoroff, eines an exponiertestem Posten nationaler Betätigung stehenden Mannes, Stellung nehmen. Wir vertreten die Meinung, daß Briefe eines hohen Beamten der offiziellen Vertretung des jüdischen Volkes an ein zionistisches Amt in keiner anderen als in der nationalen Sprache abgefaßt werden dürfen, soll nicht sonst maßgebend kundgegeben werden, daß die Hebräisierung des Judentums, insbesondere in der Heimat, ein Spiel und nicht ein blutig ernstes Ziel ist. Es gibt in diesem Belange keine Privatangelegenheit. Solche Auffassungen, von wem immer sie vertreten werden, müssen mit dem Aufgebote aller Energie abgewehrt werden. Sie gewähren Einblick in eine sonder- Eingesendet Sonntag, den 28. August 1932, beginnt in Wien die V. Weltkonferenz der Zionisten- Revisionisten, die durch einen Gang der anwesenden Delegierten und Gäste sowie der Wiener Zionisten zum Grabe Theodor Herzls eingeleitet wird. Die Teilnehmer sammeln sich Punkt 9.15Uhrim Hartäcker-Park gegenüber dem Döblinger Friedhof. Das Sekretariat der V. Weltkonferenz bittet alle Wiener Zionisten, an dieser Kundgebung teilzunehmen und ersucht Organisationen und Körperschaften, die sich an dem Herzl-Grabgang beteiligen, um freundl. Verständigung (Tel. A 45-6-34). bäte Gedankenwelt, die mit aller Kraft und allen Mitteln bekämpft werden muß und auch bekämpft werden wird. Die Zuständigkeit des Gedud ist nicht in Frage zu stellen. Ihre Quelle liegt im zionistischen Ideal, in der Erneuerungsbewegung und dem Erneuerungswilien der Nation. Wo lag die Legitimation Theodor Herzls, als er im Namen des hebräischen Volkes gesprochen hat? Die Legitimation Bialiks, als er den feigen Kleinmut seiner Volksgenossen gebrandmarkt hat? Wir müssen unsere Stimme dagegen erheben, daß dei Gedud, der heilige Ziele verfolgt, beleidigt und seine Tätigkeit als Spitzeltum bezeichnet wird. Wäre die Einführung eines solchen Spitzeltunis in der Galuth möglich und erfolgverheißend, wir würden nicht einen Augenblick zögern, sie zu bewerkstelligen. Der Fall Arlosoroff ist ein schlechtes Symptom. Leider nicht das erste in Erez Israel. Daher: Principiis obsta! Jüdische Siedlungen im Galuth Die Juden bauen auf, Hakenkreuz zerstört. Vor kurzem wurde Landwerk Ne u e n d o r f bei Fürstenwalde an der Spree als erste jüdische Arbeiterkolonie von der Hauptstelle für jüdische Wanderfürsorge eröffnet. Beim Verein «jüdische Arbeiterhilfe», der die Anmeldungen entgegennimmt, hat sich eine sehr große Anzahl langfristig Erwerbsloser aller Kategorien (Handwerker, Gärtner, Kaufleute, Akademiker, gelernte und ungelernte Arbeiter usw.) aus dem ganzen Reich gemeldet, von denen vorläufig nur etwa 40 aufgenommen werden konnten. Es handelt sich insbesondere um Jugendliche, die in Neuendorf in Gärtnerei, Landwirtschaft, Tischlerei, Schlosserei, Schuhmacherei, Stellmacherei usw. beschäftigt werden. Die Anzahl der Aufgenommenen soll nach Möglichkeit bald erhöht werden. Unter den Aufgenommenen befindet sich auch eine Gruppe des Freiwilligen Arbeitsdienstes aus Berlin, die vom Jüdischen Arbeitsnachweis zusarnmengcstellt wurde und für die auf Grund der Bestimmungen über den Freiwilligen Arbeitsdienst das Reich die Kosten trägt. Sobald mit dieser Gruppe einige Erfahrungen vorliegen, ist beabsichtigt, auch aus anderen Landesteiien Gruppen des Freiwilligen Arbeitsdienstes aufzunehmen. Dies wird umso ehur möglich sein, als die neuesten Bestimmungen über den Freiwilligen Arbeitsdienst fast allen Erwerbslosen, insbesondere Jugendliche bis zu 25 Jahren, die Förderung des Reiches zubilligen. Auf dem Gute der «Jüdischen Landarbeit G. m. b. H.» in G r o ß-G aglow bei Cottbus, wo die erste vom Reichsbund für jüdische Siedlung initiierte jüdische landwirtschaftliche und gärtnerische Siedlung errichtet wird, wurde in der Nacht vom 16. zum 17. August ein Dynamitanschlag auf ein leerstehendes Haus versucht. Die polizeiliche Untersuchung des Falles ist noch nicht abgeschlossen, ln der Bevölkerung der Umgebung, die ausgezeichnete Beziehungen zu den jüdischen Siedlern unterhält, herrscht lebhafte Empörung über den Anschlag. Der Täter dürfte von auswärts gekommen sein und ist gleich nach der Tat wieder verschwunden. Die Siedler erklären, der Vorfall werde sie zu noch größerem Eifer bei der Durchführung des Siedlungswerkes anspornen. Polnische Huligans überfielen in der Nacht zum 16. August die von der «Jüdischen Landbau-Gesellschaft» in Jaszczuduwka in der Nähe des Kurortes Zakopane eingerichtete Sommerkolonie, nach dem sie zuvor die telephonische Verbindung mit der Kolonie durchgeschnitten hatten. Die Huligans eröffneten ein Steinbombardement gegen die Häuser der Kolonie, so daß alle Fensterscheiben zersplitterten und mehrere der im Schlaf überraschten Kolonisten mehr oder weniger erheblich verletzt wurden. Der Führer der Kolonie, Herr P i n e s erstattete bei der Behörde Anzeige. Der Polizeikommandant von Zakopane leitete eine Untersuchung ein. Die jüdische Wirtschaftsnot in Polen Verkauf und Versteigerung jüdischen Hausbesitzes Ein charakteristisches Symptom der jüdischen Wirtschaftssnot in Polen ist der fortschreitende Uebergang jüdischen Hausbesitzes in nichtjüdische Hände. Aus einer soeben veröffentlichten Statistik geht hervor, daß in Warschau im Monat April christliche Käufer 23 Häuser aus jüdischem Besitz erworben haben. Von August bis September 1931 wurden in Warschau 159 Häuser aus jüdischem, dagegen nur 4 aus christlichem Besitz versteigert. 67 Juden gehörende Häuser wurden wegen Nichtbezahlung von Schuldzinscn seitens der Eigentümer unter Sequester gestellt. Zusammenbruch einer der ältesten jüdischen Kooperativbanken Die jüdische Kooperativbank «Udzielowy» in S z e dletz, eine der ältesten und größten jüdischen Genossenschaftsbanken, die etwa 2000 Mitglieder zählte, ist zusammengebrochen. Die Bank wurde vor etwa 26 Jahren begründet und erfreute sich des besten Rules in den Kreisen der jüdischen Handwerker und Kleinhändler, die durch den unerwarteten Zusammenbruch schwer betroffen sind. Das Defizit trägt 100.000 Zloty. Wollte Adam Micklewlcz einen Judenstaat gründen? Der Schriftsteller Boy-Zeknsky veröffentlicht in der letzten Nummer der Zeitschrift «Wiadonroszcz Literacki» einen aufsehenerregenden Artikel, in dem die Hypothese aufgestellt wird, daß der polnische Nationaldichter Adam Mickiewicz von polnischen Natioiiaüsxi vergütet worden sei, weil er eine jüdische Legion zur Eroberung eines Judenstaates habe gründen wollen. Schon seit längerer Zeit neigte man zur Ansicht, daß Mickiewicz, der im Jahre 1855 in Konstantinopel verschied, keines natürlichen Todes gestorben sei. Zelinsky berichtet nun von einem in einer polnischen Privatbibliothek aufbewahrten Dokument, aus dem hervorgehe, daß man Mjckiewicz vergiftet habe, um «ihn und Polen vor einer großen^Schmach zu Bewahren.» Für die Wahrscheinlichkeit seiner Behauptung zieht Zelinsky auch Roman Brandstätters Buch «Mickiewicz und die jüdische Legion» heran. In diesem Buche wird auf Grund von Dokumenten nachgewiesen, daß Mickiewicz tatsächlich die Absicht hatte, eine jüdische Legion zu bilden, mit deren Hilfe ein jüdischer Staat hätte geschahen werden sollen. Auch mit dem Pariser Baron Alfons Rothschild und mit türkischen Ministern habe Mickiewicz unterhandelt. Der polnische Dichter hatte diesen Plan entworfen, weil er der Ansicht wair, daß ein freies Polen erst nach Befreiung der Juden werde entstehen können. Er verkündete in einem freien Polen müßten die / i Juden alle Rechte bekommen, man müsse verhindern, daß sie j aus Polen auswandern. F'in Bündnis mit den Juden wäre für eine polnische Republik ebenso vorteilhaft wie ein militärisches Bündnis mit Litauen. Die Pläne Mickiewiczs, der bereits mit der Anwerbung jüdischer Freiwiü.ger für die Legion begonnen hatte, seien in gewissen polnischen nationalistischen Kreisen als schädigend für das polnische Ansehen betrachtet worden, und so sei es zu seiner Ermordung durch einen fanatischen Nationalisten gekommen. Der Pogrom in Tunis Paris. Die Erregung in Sfax (Tunis), wo Ende Juli judenfeindliche Ausschreitungen stattgefunden haben, hält noch immer an. Durch Militärabteilungen verstärkte Polizei durchzieht den Ort, um ein Wiederaufflammen der Unruhen im Keime ersticken zu können. Unter den Arabern werden allerlei Gerüchte verbreitet, die dazu beitragen, die Erregung noch mehr zu schüren. So wird davon gesprochen, daß die Juden an der Niederbrennung der Moscheen in Rußland schuld seien. Gegen einen jüdischen Arzt wurde die Beschuldigung erhoben, er habe einen arabischen Patienten, der vor kurzem gestorben ist, ermordet, um die Verbreitung der Nachrichten über die angeblichen Missetaten der Juden zu verhindern. Eine behördliche Untersuchung ergab, daß der Araber eines natürlichen Todes gestorben ist. Das arabische Gericht in Sfax hat einige Araber, die an den Ausschreitungen teilgenommen haben, zu Gefängnisstrafen von einigen Tagen bis zu drei Monaten verurteilt. Aber auch zwei Juden, die sich gegen die Araber verteidigt hatten, wurden zu je 30 Tagen Gefängnis verurteilt, was von der jüdischen Bevölkerung als Zeichen der Parteilichkeit des Gerichtes aufgefaßt wird. Die Pariser Tageszeitung «L’Oeuvre» erfährt, daß kurz vor dem Ausbruch der Unruhen in Tunis 30 Araber aus Palästina dort eingetroffen sind. Es wird angenommen, daß die Unruhen von den Palästinensern angezettelt wurden. Auch aus anderen Anzeichen will man darauf schließen, daß die Ausschreitungen vorbereitet waren. Bereits einige Tage vor dem Pogrom sind die bei den Juden beschäftigten Araber nur noch zögernd zu ihren Arbeitsplätzen gekommen. Aus allen Teilen von Tunis werden ernste judenfeindliche Ausschreitungen gemeldet. Kleinere Zwischenfälle sind zu einer täglichen Erscheinung geworden. Zivilbehörden und Polizei haben energische Maßnahmen zur Unterdrückung der Bewegung ergriffen, oft is es jedoch unmöglich, den Ausbruch der Unruhen, die in vielen Fällen aus ganz geringfügigen Ursachen entstehen, vocauszusehen In A r i a n a, einer kleinen Stadt bei Tunis, hat eine große Menge von Arabern unter dem Rufe «Der Heilige Krieg ist verkündet», die Juden angegriffen. Diese setzten sich zur Wehr, mehrere wurden im Kampfe verwundet. Aus Tunis in Automobilen herange ührte Polizei machte dem Aufruhr ein Ende. Mehrere Araber, unter ihnen der Sohn des mohammedanischen Ortsvorstehers Caid, sowie ein Jude, der an der Verteidigungsaktion teilgenommen hatte, wurden verhaftet. Zu ernsteren Unruhen ist es auch in Sakkiert und Sidi Youssef während des letzten Wochenmarktes gekommen. Beduinen griffen die jüdischen Marktfahrer an und plünderten die jüdischen Läden. Es ist vorläufig noch nicht möglich, weitere Einzelheiten über die Ausschreitungen tn Tunis zu erlangen. jüdische Chronik 26. August 1853: Gest, in Berlin Meno Burg, Major der preußischen Artillerie, dessen zweibändiges Lehrbuch zum Gebrauch in allen Militärschulen Verwendung findet. Er war der einzige höhere Offizier in der deutschen Armee vor dem Kriege, der für seine Verdienste die höchsten Auszeichnungen erhielt und als überzeugungstreuer Jude sein Leben beschloß — 1754: Geb. in Prag R. Elieser Fleckeies. Er galt als der bedeutendste Prediger seiner Zeit. Von seinen Responsen und Predigten sind zehn Bände in Druck erschienen. — 1800: Tod des Hirschcl Lev in, der sich mit seinem Onkel Jakob Emden an der Disputation mit Jochanan Eibeschütz beteiligte. — 27. August 1743: Befreiung von Tiberias von der Belagerung durch Suleinan Pascha (7. Ellul und 4. Kislev). Dieser Tag wird noch jetzt als lokaler Purim gefeiert. — 28. August 1862: Geb. in Altona Konstantin Brunner, philosophischer Schriftsteller, der insbesondere in seiner Schrift die «Juden und der Judenhaß» gegen die Antisemiten Europas auftritt. — 1703: Das «AIenu»-Gebet wird in Brandenburg verboten. — 29. August 1919; Gest, in Warschau Jacob Dinesohn, der Schöpfer des jiddischen sentimentalen Romans. Seine Werke drangen in die breitesten Kreise und hatten nachhaltigsten Erfolg. — 1870: Gest, in Frankfurt a. M. Lazarus Geiger, Sprachphilosoph, dessen Bücher über den Ursprung der Sprache in mehreren Auflagen verbreitet wurden. — 1255: «Auffindung der Leiche des Hugh of Lincoln in England, eines Knaben, der angeblich von Juden ermordet wurde. Anschließend Hinrichtung von 92 Juden. — 1987: Eröffnung des 1. Zionistenkongresses in Basel durch Herzl. — 30. August 1658: Geburtstag des Chacham Zewi, der 1710 Oberrabbmer von Amsterdam und 1717 Rabbiner in Lemberg war. — 1865: Geb. in Barschad, Podollen, Michajosepn Berditschewski (Bin Gorion), hebr-jidd. Schriftsteller, verfaßte zahlreiche belletristische Werke, in denen alle Fragen der Gegenwart und Vergangenheit des jüdischen Volkes ihre eigenartige Beleuchtung fanden. Ueber die jüdische Sagenwelt verfaßte er einige mehrbändige Sammlungen. — 1919: Gest, in Budapest Ludwig Doczy, Freiherr von Nemet Keresztur, Sektionschef im auswärtigen Amt, Publizist und Dichter. Er übersetzte ins Ungarische Schillers Werke, verfaßte zahlreiche Gedichte, Novellen, Lustspiele u a., in denen er die Vergangenheit Ungarns und die nationalen Sitten schildert. — 1826: Geb. in Paris Benjamin E. F i c h e I, französischer Genremaler. Für seine besten Schöpfungen erhielt er 1870 das Kreuz der Ehrenlegion. — 1912: Gest, in Wien Hofrat Josef Gumperz, Üniversitätsprofessor für klassische Philologie, Herrenhausmitglied. -s «Der Moment« (Warschau, Nalewkl 38) Ist bei allen Zeitungsständen zu haben. Besonders reichhaltiger Inhalt in den Freitagnummern. Ebenso die interessante u. reich illustrierte Wochenschrift »Der Hausfreund« .«

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