Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 5 (1932)
- Issue
- Heft 241 (18.8.1932)
- Date
- 1932-08-18
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 2 DIL STIMME Nr. 241 18. August 1932 war, sich mit ideologischen Problemen 711 befassen. Den Konklusionen Lockers bezüglich Palästina stimme er nicht ZU. Was die Revisionisten betreffe, so erheitere ihn ihre Haltung als gekränkte Unschuld. E r in ii s s e di e A r t, wie die Revisionisten überall v 0 r g e g a n g e n sind, beklagen. Oie Dinge seien so weit gekommen, daß er bezweifeln müsse, ob die Führer selbst heute in der Lage wären, die von ihnen erzogene Jugend in der Hand ZU halten, üriinbaum befaßte sich mit dem revisionistischen Boykott der zionistischen Fonds und erklärte, die Revisionisten müßten sich entscheiden, ob sie die Autorität des Kon gresses und des Aktionskomitees anerkennen wollen oder nicht. Jene Revisionisten, die die zionistische Organisation verlassen würden, würden möglicherweise dem Zonismus verlorengehen. Daß sich die revisionistischen Wortführer als Jünger Herzls bezeichnen, heiße sein Andenken entweihen. Dr. Hellmann erklärte, die Revisionisten könnten, falls sie an den Beschlüssen von Calais festhalten, nicht in der zionistischen Organisation verbleiben. Die Hauptfrage sei, ob sie die Souveränität des Kongresses anerkennen. Wenn sie dies tun, dann müssen sie an seinen Beschliisen festhalten. — Dr. Schwarz wandte sich dagegen, daß einer einzelnen Gruppe eine privilegierte Stellung zuerkannt werde. Es widerspreche den Grundsätzen der Vernunft, daß die Revisionisten in den zionistischen Körperschaften volle Rechte haben sollen, ohne an die Beschlüsse des Kongresses und des A. C. gebunden zu sein. Er stellte es in Abrede, daß die Arbeitergruppe ein Monopol in den Paiästinaämtern ausüben wolle. — Herr J a r b I u m trat der Behauptung, die der Internationale angehörenden Arbeitervertreter erhielten von dieser Körperschaft Instruktionen über ihre Haltung in Palästinafragen, entgegen. Ein Kenner der Verfassung der Internationale hätte eine so absurde Behauptung nicht aufgestelit. — Dr. Schechtmann machte, nachdem er über die Haltung des A. C. zur erweiterten Agency gesprochen hatte, den Vorschlag, eine Kommission einzusetzen, die einen dem Kongreß vorzulegenden Plan über die Beendigung des Paktes mit den Nichtzionisten ausarbeiten solle. Die Revisionisten hielten es für ihre Pflicht, die gegenwärtige Situation zu retten. Die zionistsche Bewegung sei nicht eine Partei; die Revisionisten müßten, da sie bestimmte Anschauungen über die Grundsätze des Zionismus haben, alles versuchen, um ihren Standpunkt durchzusetzen. Die Antwort der Exekutive — Prof. Brodetzky über die schädigende Wirkung politischer Sonderaktionen Den Diskussionsrednern antwortete namens der Exekutive Prof. Brodetzky. Er wies darauf hin, wieviel Schaden infolge der Veröffentlichung des Dokuments über das Kantonierungsprojekt durch die Revisionisten aingerichtet worden ist. Ein von der Exekutive über diesen Gegenstand zur Aufklärung der jüdischen öffentlichen Meinung herausgegebenes Kommunique sei falsch kommentiert worden. In einem Artikel im «Rasswjet» habe Jabotinsky die von Prof. Brodetzky in einer Versammlung der English Zionist Federation gemachte Bemerkung, man müsse sich darauf vorbereiten, in den nächsten Monaten wichtige, mit dem French- Bericht nicht in Zusammenhang stehende Entscheidungen zu treffen, dahin gedeutet, daß die englische Regierung mit den Arabern bereits ein Abkommen bezüglich der Teilung Palästinas in Kantone und die Abschaffung des Mandats getroffen und daß die Exekutive dies alles gewußt habe. Auch Brodetzkys Palästinareise sei von den revisionistischen Blättern mit den Kantonierungsangelegenheiten in Zusammenhang gebracht worden. Was Calais betreffe, so habe Herr Lichtheim in einem Artikel ausgeführt, alle Resolutionen dieser Konferenz bezögen sich auf Fragen der Disziplin. Jabotinsky selbst habe im «Rasswjet» geschrieben, daß alle Revisionisten der Disziplin der revisionistischen Union unterworfen seien und daß jeder Revisionist im Konfliktfall zwischen Beschlüssen der Zionistischen Organisation und solchen der Revisionistischen Union letzterer gegenüber zu Gehorsam verpflichtet sei. Vor zwei Jahren habe das A. C. eine Resolution gefaßt, derzufolge keine zionistische Körperschaft berechtigt ist, neben der Exekutive unabhängig politische Aktionen durchzuführen. Ein Mitglied der Mandatskommission habe sowohl ihm (Dr. Brodetzky) wie Dr. Jacobson gesagt, daß die politischen Schritte der Revisionisten von großem Schaden für die Bewegung seien. Das Aktionskomitee müsse nochmals eine Resolution fassen, in der ausgesprochen wird, daß Mitgliedschaft in der Zionistischen Organisation Disziplin, und vor allem politische Disziplin, bedinge. Berl Locker gegen die Taktik der revisionistischen Presse — Vereinbarungen über Zusammensetzung der Palästina-Aemter sind Sache des A. C. — Die Krise der erweiterten Agency Der Leiter der Organisationsabteilung der Exekutive, Berl Locker, erklärte, er könne der Meinung Dr. Halperns, das Aktionskomitee solle sich nur mit praktischen Dingen, nicht aber mit ideologischen Fragen befassen, nicht beipflichten. Rabbi Gold und Dr. Federbusch hätten ihm den Vorwurf gemacht, daß er, als er im Namen der Exekutive sprach, seinen poalezionistischen Standpunkt nicht verlassen habe. Darauf müsse er erwidern, daß man von einem Mitglied der Exekutive nicht Aufgabe seiner Ueberzeugung verlangen soll. Die Art, wie in gewissen Blättern im Zusammenhang mit den sensationellen Nachrichten über eine Kantonierung Palästinas und andere Dinge, gegen ihn, Dr. Arlosoroff und Prof. Brodetzky systematisch Angriffe gerichtet wurden, sei mit moralischen Grundsätzen unvereinbar; die revisionistische Presse schreibe stets in agitatorischer Art und beurteile die Dinge nicht nach ihrem Wert, sondern schiebe Parteimotive unter. Dieses Vorgehen sei nur darauf berechnet, aus künstlich konstruierten Fällen Parteikapital zu schlagen. Die Frage der Bildung eines revisionistischen Sonderverbandes sei an sich nicht wichtig; gäbe es nicht die gesonderte politische Tätigkeit der Revisionsten, so würde er der Forderung nach Bildung eines Sonderverba/ndes keine besondere Bedeutung beimessen. So aber würden die Revisionisten an politischen Entscheidungen teilnehmen, nachher jedoch als Revisionistische Union eine von diesen Entscheidungen un- Zionisten! abhängige politische Aktion einleiten. Würde man den Revisionisten irgendeine Art von Unabhängigkeit zubilUgeii, so würden andere Parteien ebenfalls eine solche Unabhängigkeit fordern. Vor vier Monaten, fuhr Berl Locker fort, erklärten die Revisionisten in ihren Zeitungen, die Exekutive habe die Kongreßbeschlüsse bezüglich der Ralästinaämter verletzt. Das Kongreßgericht, das in dieser Frage angerttfen wurde, erklärte sich als nicht zuständig. Doch haben die Revisionisten ihre Anklage gegen die Exekutive nicht vor das Aktionskomitee gebracht. In Wirklichkeit liegen die Dinge so, daß der Kongreß klar entschieden hat. das Aktionskomitee habe die Vereinbarungen mit den Palästinaämtern zu treffen. Die organisatorische Seite der Jewisli Agency war nicht zufriedenstellend. Bisher hat es sich nicht als möglich erwiesen, die Nichtzionisten zu organisieren. Diejenigen aber, die heute erklären: «Das habe ich Euch schon früher gesagt), haben vergessen, daß sie es waren, die eine Zusammenarbeit mit den Nichtzionisten auf wirtschaftlichem Gebiet vorgeschlagen haben und daß der Mißerfolg gerade auf diesem Gebiet liegt. Die erweiterte Agency hat den in sie gesetzten Erwartungen nicht entsprochen. Dem Vorschlag, eine Kommission einzusetzen, die Mittel zur Verbesserung der Lage in Betracht ziehen soll, stimmte Locker zu. In der am 6. August abends abgehaltenen 15. Sitzung des Aktionskomitees legte der Berichterstatter der politischen Kommission, Richard Lichtheim, eine Reihe politischer Resolutionen vor, die nach kurzer Debatte angenommen wurden. Dem vom Aktionskomitee in seiner letzten Sitzung gefaßten Beschluß, die Revisionisten als Sonderverband innerhalb der Zionistischen Organisation anzuerkennen, ging eine langwierige Debatte voraus. Wie sehr die Meinungen über diesen Gegenstand geteilt waren, kommt in dem knappen Abstimmungsergebnis von 22 zu 21 zum Ausdruck, wobei selbstverständlich die Vertreter der Revisionisten die ihnen gestellten Bedingungen bezüglich der absoluten Wahrung der Disziplin und Außerkraftsetzung des Beschlusses von Calais annehmen mußten. In der Schlußsitzung des Aktionskomitees wurde auch eine Resolution gefaßt, die der Unzufriedenheit mit der bisherigen Tätigkeit und der augenblicklichen Zusammensetzung der Jewish Agency Ausdruck gibt. Es wurde ein Komitee eingesetzt, das sich mit der Frage einer Verstärkung der Wirksamkeit der iewish Agency befassen soll. Das schwierige Problem der ’alästinaämter wurde nach langer Debatte zur allgemeinen Befriedigung in der Weise gelöst, daß die einzelnen zionistischen Gruppen in den Leitungen der Palästinaämter proportioneil vertreten sein sollen und daß außerdem je ein Vertreter der stärksten Chaluzorganisation in ihnen Sitz und Stimme erhalten soll. London. Die Tagung des Administrative Committee wurde am Dienstag, den 9. August, abends, geschlossen. Im Mittelpunkt der in der Schlußsitzung geführten erregten Debatte stand die Frage der Ausbalanzierung des Budgets für das kommende Jahr. Die Sitzung wurde mehrere Male unterbrochen, um der Exekutive während der Verhandlungspausen Gelegenheit zu geben, sich über strittige Fragen zu einigen und dem Administrative Committee sodann einstimmig beschlossene Vorschläge unterbreiten zu könnet. Die Verhandlungen waren besonders dadurch erschwert, daß das Aktionskomitee die Mitglieder des zionistischen Teils der Exekutive bindend verpflichtet hatte, auf der Bewilligung des vollen Jahresbudgets von 306.000 Pfund zu bestehen. Das Administrative Committee war zunächst nicht bereit, dem Beschluß des Aktionskomitees beizutreten. Auch die nichtfionistischen Mitglieder der Exekutive machten Schwierigkeiten, weil sie die Tatsache, daß die zionistischen Exekutive-Mitglieder durch einen Aktionskomiteebeschluß gebunden waren, peinlich empfanden. Einige Mitglieder der Exekutive drohten sogar mit ihrem Rücktritt. Es gelang zwar, diese Exekutive-Mitglieder davon abzuhalten, Ihre Drohung wahrzumachen. Immerhin ist aber mit einer Aenderung in der Besetzung der verschiedenen Ressorts innerhalb der Exekutive zu rechnen. Schließlich wurde das Budget angenommen, in dem 104.000 Pfund für Schuldentilgung, 44.500 Pfund für Verwaltung und politische Arbeit in London und Jerusalem, 41.500 Pfund für das Erziehungs-Departement, 49.300 Pfund für das Kolonisations-Departement, 14.500 Pfund für die Immigrationsabteilung, 45.000 Pfund für das Departement für Gesundheitswesen und 4500 Pfund für die Abteilung zur Förderung der Industrie und der Mittelstandssiedlung vorgesehen sind. Dieses Budget zwingt die Exekutive, eine Anleihe von 22.000 Pfund auf zu erwartende Eingänge aufzunehmen. Emanuel Neumanns Referat Nicht nur infolge der in der Diaspora herrschenden Verhältnisse, sondern mehr noch infolge der jüngsten wirtschaftlichen Verhältnisse in Palästina, sind uns außerordentliche Möglichkeiten geboten. Palästina ist eines der wenigen Länder, das unter der Weltkrise nicht schwer zu leiden hat. Dies ist nicht bloß ein oberflächlicher Eindruck, auch bei näherer Untersuchung finden wir, daß Palästina frei ist von den erschreckenden Symptomen, die sich in einem großen Teile der Welt zeigen. Die Palästinaregierung hat bisher keine ernsten Schwierigkeiten bei der Ausbalancierung ihres Budgets gehabt. Export und Import zeigen nicht den rapiden Niedergang, der den Handel in Europa und Amerika charakterisiert. Die Arbeitslosigkeit unter den jüdischen Arbeitern des Landes ist gering und unter der Landesbevölkerung im allgemeinen nicht abnormal hoch. Die Zahl der Geschäftszusammenbrüche hat abgenommen; im Laufe des vergangenen Jahres gab es in der jüdischen Geschäftswelt wenige folgenschwere Zusammenbrüche. Die Bodenpreise sind fest bei einer gewissen Tendenz zur Steigerung. Die Löningen in den Banken sowohl auf Sparkonto als in laufender Rechnung haben sieb erhöht. Der landwirtschaftliche Ertrag der jüdischen Siedlungen ist beträchtlich gestiegen. Insbesondere der Export von Citrusfriichten zeigt eine gewaltige Steigerung auf 3Vj Millionen Kisten in der letzten Saison bei Erzielung guter Preise auf den europäischen Märkten. Die Inanspruchnahme des vom Ruthenbergwerk gelieferten Stroms für Landwirtschaft und Industriezvvecke sowie in den Haushaltungen hat stark zugenommen. Die jüdische Industrie als ganzes hat ihre Position konsolidiert, erfaßt immer neue Märkte und zeigt einen zufriedenstellenden Grad von Stabilität. Der Hausbau hält mit dieser Entwicklung Schritt. Der bemerkenswerte industrielle Fortschritt der letzten zwei Jahre zeigt sich bei der Verwertung der Mineralschätzc des Toten Meeres durch die Palestine Potash Company, die ihren Export von Brominen und Pottasche ständig steigert und für die kommenden Jahre gute Erfolge verspricht. Im allgemeinen bietet sich ein Bild des Fortschritts, gesunden wirtschaftlichen Lebens, man möchte sagen von Prosperity. Darüber hinaus eröffnen sich ausgesprochen ermutiendc Aussichten für die Zukunft. 1933 wird der Hafen in aifa vollendet sein und mit dem Bau der Oellinie vom Irak wird begonnen werden; zwei Projekte von lebenswichtiger! Bedeutung, nicht nur für die künftige Entwicklung von Haifa, sondern für das ganze Land. Der Orangenexport aus den bereits angelegten Pflanzungen wird innerhalb der nächsten fünf Jahre auf das Dreifache gesteigert werden und, wenn die Anlage von Pflanzungen in dem jetzigen fast fieberhaften Tempo fortgeht, dürfte Palästina aller Wahrscheinlichkeit nach eines der führenden Orangenproduktionsländer der Welt werden. Obwohl infolge der rapiden Ausdehnung dieses Produktionszweiges ernste Absatzprobleme entstehen, werden sich diese nicht als unlösbar erweisen, wenn eine mit Voraussicht arbeitende Organisation Platz greift. Mit der Verbesserung des Verkehrs und einer engeren Verknüpfung der Länder des Nahen Ostens werden sich neue Möglichkeiten auf kommerziellem Gebiet ergeben. Auch der künftigen Entwicklung der Industrie können keine Grenzen gesetzt werden. Die Industrie in Palästina steckt noch in den Kinderschuhen. Doch hat sie bereits gezeigt, daß sie für Binnenmarkt und Export konkurrenzfähige Erzeugnisse aus inländischem und importiertem Rohmaterial herzustellen vermag. Wenn diese Entwicklung fortschreitet, so kann sie zur Absorption von Massen jüdischer Arbeiter führen, deren Zahl sich im voraus gar nicht feststellen läßt. Neuman schlägt die Errichtung eines «Economic Departments» vor Nachdem Emanuel Neuman erklärt hatte, daß er die von Kurt Blumenfeld geäußerte Ansicht, die Frage der Privatinitiative dürfe nicht als Parteisache behandelt werden, durchaus teile und insbesondere davor gewarnt hatte, Personen, die in Palästina Kapital investieren wollen, dadurch davon abzuhalten, daß man sie auf Kongressen als «Ausbeuter» bezeichnet und ständig von einem «Geschäftszionismus» spricht, macht er den Vorschlag, bei der Exekutive ein «Economic Department» zu errichten, das die Entfaltung der Privatinitiative in Palästina ermutigen soll. Die Aufgabe des neuen Departements charakterisierte er folgendermaßen: 1. Seine erste und wichtigste Tätigkeit soll in der Entfaltung einer großzügigen Propaganda bestehen, die sich von der bisher von den öffentlichen zionistischen Fonds und Institutionen betriebenen Propaganda radikal unterscheiden und diese ergänzen soll. Die bisherige Propaganda legte den Schwerpunkt auf die Größe der Aufgabe und auf die zu überwindenden Schwierigkeiten. Infolge dieser Propaganda machte sich der Durchschnittsjude in der Diaspora von Palästina das Bild eines armen, rückständigen, von Krankheiten heimgesuchten Landes, eines Landes für Chaluzim, Heroen und Märtyrer. Ein solches Bild müßte die Leute davon abhalten, sich in Palästina niederzulassen und dort Kapital zu investieren. Es wird notwendig sein, nicht nur an nationale und patriotische Gefühle, sondern auch an das individuelle Interesse zu appellieren. Durch eine organisierte Zeitungskampagne, Broschüren und Flugblätter, Reisen repräsentativer palästinensischer Geschäftsleute in die Diaspora, Gesellschaftsreisen nach Palästina, Bilder, Films, Ausstellungen usw. wird es möglich sein, in weiten Kreisen die Anziehungskraft Palästinas für Niederlassung und Investitionen zu steigern. 2. In allen bedeutenden jüdischen Zentren der Diaspora sollen wirtschaftliche Komitees gegründet werden, die das wirtschaftliche Palästina bekanntmachen, das Interesse für dasselbe wecken und diejenigen Personen und Gruppen, deren Interesse man gewinnen will, beeinflussen sollen. 3. Mit Hilfe dieser Wirtschaftskomitees sowie auch auf direktem Wege soll das Department die Bildung neuer wirtschaftlicher und finanzieller Institutionen für bestimmte Bedürfnisse in Palästina anregen, Sparvereinigungen nach dem Muster der in den Vereinigten Staaten bereits gebildeten organisieren und den Absatz von Anteilscheinen gesunder palästinensischer Unternehmungen fördern. 4. In Palästina selbst wird es mit den bestehenden wirtschaftlichen Körperschaften und Institutionen zu kooperieren und deren Tätigkeit zu koordinieren suchen. 5. In Palästina soll ein Wirtschaftsrat gegründet werden, der nicht nur die Koordinätion der wirtschaftlichen Körperschaften fördern, sondern auch als Kommission zur Aufstellung wirtschaftlicher Pläne fungieren soll. Mit Vorbereitungsarbeiten zur Schaffung eines solches Rates wurde bereits begonnen. 6. Das neue Departement soll versuchen, auf die Palästinaregierung, die an dem Einströmen neuen Kapitals im Hinblick auf die dadurch ermöglichte Erhöhung der Steuerleistung interessiert ist, dahin einzuwirken, daß sie ebenfalls durch entsprechende Maßnahmen die Einwanderung kapitalkräftiger Elemente und die Errichtung neuer Unternehmungen begünstige. Emanuel Neumann fügte hinzu, daß auf die Presse dahin eingewirkt werden müsse — es sei damit schon begonnen worden — daß sie den verheißungsvollen konstruktiven Aspekten der Kolonisation in Palästina mehr Raum gewähre. Ein gewisser Fortschritt sei auch hinsichtlich des Zustandebringens von Round Table-Konferenzen der Führer der verschiedenen wirtschaftlichen Institutionen in Palästina Gedenket «ich während der Ferien des Keren Kajemeth Das jüdische Volk hat Hunger nach Boden!