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Die Stimme · 1932-08-11 · Heft 240 (11.8.1932) · page 4

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Journal
Die Stimme
Volume
5 (1932)
Issue
Heft 240 (11.8.1932)
Date
1932-08-11
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
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Seite 4 DIE STIMME Nr. 240 — 11. August 1932 Oie Ausschreitungen in Tunis*) Wir wollen ohne Leidenschaft erzählen, wie sich die Ereignisse in Sfax abgespielt haben, wobei wir leider feststellcn müssen, daß sie vollkommen an Pogromszenen, wie sie sonst sonst in einer rumänischen oder polnischen Stadt abspielen, erinnerten. Es begann m't einem kleinen Streit zwischen den Brüdern Didi, in Souk bekannten und sehr geschätzten Katifleuten, die seit vielen Jahren im arabischen Viertel ihren Geschäften nachgehen. Einer ihrer älteren Arbeiter kam, um die Abrechnung zu reklamieren. Es entstand ein kleiner Streit. Der Araber schlägt gegen die Glastür und verwundet sich. Die einen meinen, er habe dies absichtlich getan, die anderen verneinen dies. Wie dem auch immer sei, sein Blut fließt und so läuft er durch die Straßen und schreit, daß die Brüder Didi ihn schlachten wollten. Sofort, als ob auf die Order nur gewertet worden wäre — die Behörden mögen sich mit dieser Tatsache beschäftigen — erscheinen tausende Dockarbeiter, Beduinen, Arbeiter der Phosphatwerke, eine wütende Menge, und überfallen das Lokal der Didi mit der Absicht, die Besitzer zu lynchen. Das Lokal ist aber verbarrikadiert. Man telephoniert nach der Polizei, um die Bedrohten zu retten. Sie führen die Brüder Didi außerhalb des arabischen Viertels und nehmen sie unter ihren Schutz. Man glaubte, daß es zu Ende sei. Aber durch die Drahtzieher, deren Führer namentlich bekannt ist, und unter denen sich viele muselmanische Notabilitäten befinden und nicht nur junge, läuft die Menge gegen das Quartier der Edelsteinhändler, belästigt vorübergehende Passanten, plündert und sengt. Ohne die Intervention des Führers der Kooperation der Edelsteinhändler, eines Arabers, den man lobend erwähnen muß, kann man sich gar nicht ausdenken, was die Folgen dieses Ueberfalles sein könnten. Aber es gab trotzdem zahlreiche Verwundete. Jetzt erst erscheint der Vizegouverneur mit Truppen. Auch ihm muß man Lob spenden. Denn er hat Gelegenheit gehabt, mit den Exzedenten zusammenzustoßen. Trotzdem bemühte er sich, die Gemüter zu beruhigen, spricht von der Woche «Mouled», die auf den Frieden hinweist und erinnert sie an die guten Beziehungen zwischen Juden und Arabern. Aber man hört ihn kaum. Der Mob setzt seine Bemühung fort, um zu plündern. Eine große Anzahl von Juden sind unter den Verletzten, selbst jener jüdische Arzt, der den im Hause der Didi durch das Einschlagen der Glastür verletzten Araber behandelt hat. Im jüdischen Viertel herrscht Panikstimmung. Die Pogromisten kommen im Laufschritt, wollen die große Synagoge stürmen. Aber die Eingänge sind verbarrikadiert und die Kinder der nahe gelegenen hebräischen Schule retten sich durch den rückwärtigen Ausgang. Die Menge tobt, vergreift sich an dem alten Rabbiner und verwundet ihn ernstlich. Jetzt beginnt sich die Verteidigung zu organisieren. Ein paar tapfere Burschen stellen sich den Angreifern entgegen. Vergeblich. Die Angreifer sind zu zahlreich. Glücklicherweise erscheint in diesem Moment — es war inzwischen 4 Uhr nachmittags geworden und die Unruhen dauerten schon seit früh morgens — eine Abteilung Soldaten. Es kommen eingeborene Soldaten, französische Spahis und Senegalier. Sie schreiten ein und nehmen eine Anzahl von Demonstranten fest. Von nun an gehört die Straße dem Militär. T*Die ganze darauffolgende Nacht scheint der Kriegszustand zu herrschen. Gendarmen, Senegalier, Spahi patrouillieren gemeinsam mit Polizei. Die Juden sind in ihren Wohnräumen eingeschlossen. Die Schulkinder, die sich aus dem Schulgebäude gerettet hatten, können aber nicht nach Hause, sondern erst am folgenden Morgen werden sie von ihren Eltern wieder in Empfang genommen. Sie waren die ganze Nacht hindurch bei befreundeten Familien untergebracht. Die Nacht verläuft ruhig. Sfax scheint am Dienstag morgen wie ausgestorben. Alle Geschäfte sind gesperrt. Die jüdischen Familien verlassen ihre Wohnungen, die sich im arabischen Viertel befinden und suchen Zuflucht bei ihren Verwandten im europäischen Viertel. Alles geschieht unter dem Schütz der Soldaten. Die Senegalier bewachen die verlassenen Geschäftslokale. Aber trotzdem wird da und dort geplündert. Gegen acht Uhr morgens erfährt man, daß die Dockarbeiter den Streik erklärt haben. Eine Gruppe von Banditen ist zum j *) Wir bringen nachstehend einen Originalbericht über j die Unruhen in Tunis, worüber bisher nur ganz kurze Nachi richten Vorlagen. (Anm. d. Red.) Das Klagelied in der biblischen Literatur (Zum Tischa Beaw) Von Josua Horowitz .., . „■ ist die Muttersprache des menschlichen Geschlechts.» Dieser Ausspruch Hamans, des «Magus des Nordens», hat sich in der kulturellen Entwicklung aller Völker bewahrheitet. «Im Leben eines ursprünglichen Volkes nimmt alle Rede dichterische Form an, sie wird zum Singen und Sagen.» Auch das jüdische Volk hat unter seinen ersten literarischen Produkten Formen aufzuweisen, die sich in dichterisches Gewand hüllen. Jede poetische Form und jedes Lied in seiner ursprünglichen Art sind der natürliche, primäre Ausdruck eines inneren Erlebnisgefühles, gedichtet und gesungen aus einer erhöhten Stimmung heraus; man könnte sagen, es ist die Kindheitsstufe im literarischen Werden eines Volkes, mit allen charakteristischen Merkmalen des Kindesalters, denen der Einfachheit und Natürlichkeit. Die prosaische, erzählende Form ist schon etwas Sekundäres; Ausdruck eines erhöhten, reflektierenden Denkstandpunktes, der bereits viele Momente in sich schließt; es ist eine reife, durchdachte und in sich abgeschlossene literarische Form. So finden wir unter den ältesten Dichtungen in der jüdischen Literatur mannigfache Liedersammlungen und -formen, lyrischen und epischen Charakters. Neben Stücken, die — je nach den zugrunde liegenden Ereignissen und Begebenheiten — einen mehr oder minder lebensfrohen Zug aufweisen, finden sich namentlich bei den Propheten Visionen, denen ein tragischer und dramatischer Ton eigen ist. Die tragische Geschichte des jüdischen Volkes mit europäischen Markt vorgedrungen und greift jeden, der ihr in den Weg kommt, an, Frauen, Kinder, Juden und Nichtjuden. Das dauert allerdings nicht lange. Das Militär schafft bald Ruhe und zerstreut die Angreifer. Hunderte von Demonstranten werden verhaftet und füllen die Gefängnisse und Kommissariate. Unter ihnen befinden sich zahlreiche jugendliche Intelektuelle. Unter anderen der Neffe eines Delegierten im Großen Rat, ebenso ein Verwandter eines Mitgliedes der Gemeindeverwaltung, der selbst ein Berater und Förderer dieser Revolte ist. Aber es werden auch Juden verhaftet, und zwar jene, die es nicht zulassen wollten, daß man ihre Frauen angreift, daß man ihre Läden plündert und auch die, die selbst angegriffen worden sind. Man will «gerecht» sein dort, wo es nicht am Platz ist. Langsam kehrt die Ruhe wieder. Aber nur eine scheinbare Ruhe. In Wirklichkeit bewahren die Plünderer, gereizt durch die Schärfe der militärischen Macht und aufgehetzt durch die Drahtzieher, nur eine Zurückhaltung, die aber in Wirklichkeit viel gefährlicher ist. Sie erscheinen immer nur in Gruopen. tun so, als ob sie prominieren würden und wenn kein Polizist oder kein Soldat sichtbar ist, überfallen sie die Juden. Es gibt Verletzte in Fülle. Noch Dienstag sind solche Angriffe sehr zahlreich. Eine Gruppe von jungen Juden, die einen Kameraden begleitet hatten, der außerhalb der Stadt gearbeitet hatte, wird meuchlings überfallen. Sie verteidigen sich, aber unterliegen der Ueberzahl und werden schwer verwundet. Das Bedauerlichste an dieser ganzen Sache ist, daß oft die Behörden sich unentschlossen zeigen. Das Militär rechnet auf die Zivilbehörden, die Polizei schiebt alles auf die übergeordnete Behörde. Einer schiebt es auf den anderen und die Opfer sind die Juden. Soll dies eine kluge Maßnahme sein? Oder ist dies Furcht vor Verantwortung und Nervosität. Jetzt im Moment, wo dieser Bericht geschrieben wird, Dienstag nachmittags, ist die Stadt ruhig. Soldaten patrouillieren. Die Enquete bei den Behörden über diese Angelegenheit hat Dienstag früh begonnen. Es muß die Verantwortungsfrage gestellt werden, aber nicht nur wer die Angreifer selbst waren, sondern vor allem, wer das arrangiert hat. Wir glauben, daß die Drahtzieher im arabischen Lager Jerusalems zu suchen sind. Bezeichnend ist, daß die Unruhen in Sfax einige Tage nach der Ankunft einer palästinensisch-arabischen Delegation «ausgebrochen sind. JKurse JlachricMen Der Senior der «Bilu» gestorben , Jerusalem. Im Alter von 78 Jahren verstarb in Haifa am 4. August Elijahu Swerdlow, das älteste Mitglied dei ersten, unter dem Namen «Bilu» bekannten Pioniergruppe m Palästina. Nach dem Tode Swerdlows sind nur noch neun Mitglieder der «Bilu» am Leben. Palästinensische Lehrer für die jüdischen Schulen in Bulgarien Sofia. Die Abteilung für jüdisches Schulwesen beim Zentralkonsistorium der Juden Bulgariens hat im Hinblick auf den Mangel an hebräischen Lehrern in Bulgarien beschlossen, zur Durchführung des für die jüdischen Schulen Bulgariens vorgesehenen hebräischen Lehrprogramms Lehrkräfte aus Palästina berufen. Ein amerikanischer Gesandter für den Irak Jerusalem. Der bisherige amerikanische Konsul in Jerusalem, Knabeshue, wurde im Zusammenhang mit dem für September in Aussicht genommenen Eintritt des Irak in den Völkerbund zum bevollmächtigten Minister Amerikas in Bagdad ernannt. Die arabische Exekutive zum French-Bericht Jerusalem. Die arabische Exekutive wird in den nächsten Tagen dem High Commissioner ihre Antwort auf den French-Bericht überreichen. Es verlautet, daß die Antwort der arabischen Exekutive deren Bereitwilligkeit zum Ausdruck bringen wird, den Bericht unter der Bedingung anzunehmen, daß erstens im Rahmen des Landentwicklungsplanes ausschließlich die Ansiedlung von Arabern durchgeführt und zweitens die jüdische Einwanderung eingestellt werde. seinen mannigfachen Schicksalsfällen und bitteren Erfahrungen haben wohl auch die Entstehung dieser letzteren Literaturgattung, der sogenannten «Klageliederliteratur» entschieden beeinflußt und gefördert. Aus der ersten Gattung seien hier nur das Deborahlied, eines der ältesten Literaturdenkmäler Israels, die prophetischen Visionen Bileams, das Brunnenlied (Numeri 21, 17 f) und das Vermächtnis Moses’ erwähnt. Im 4. Buch Moses sind uns Fragmente aus dem «Buch der Kriege Gottes» und aus dem «Buche des Redlichen» erhalten geblieben, welche nach der wissenschaftlichen Forschung Sammlungen von historischen Kriegsliedern u. a. enthielten. In Sam. II 1, 17 f, finden wir ein Lied aus dem «Buche des Redlichen», und zwar ist dies ein Trauerlied Davids über den Tod Sauls und Jonathans. «Es ist dies das erste und älteste Denkmal der Davidischen Muse und dies Lied atmet rein menschliche Klage.» Damit betreten wir das Gebiet des Klageliedes, welches gewöhnlich «K i n a» genannt wird. (Jer. 7, 29; 9, 9; Jeches. 2, 10; Arnos 8, 10.) Die Leichenklage nahm in der alten Dichtung des jüdischen Volkes einen breiten Raum ein. Es war die Funktion der Frauen, die Toten zu beweinen. So werden Jer. 9, 16 die Klageweiber erwähnt und 9, 19 als Dichterinnen vorgeführt. In Sam. II 1, 24 werden die Töchter Israels aufgerufen, Saul zu beweinen, und Vers 25 a begegnet uns der Klageliedvers, der sogenannte «hinkende Vers», der das Klagelied kennzeichnet: «Ach, wie sind die Helden gefallen, im Gewlihle der Schlacht!» An einer weiteren Stelle, 3, 33, ist uns als Fragment ein Klagelied Davids Uber Sauls Feldhauptmann, Abner, erhalten geblieben, das nach Meier (Geschichte der poetischen Nationalliteratur des Hebräischen, S. 130) die «älteste, i einfachste Form einer Totenklage ist». Der «hinkende | Zionistische Vertretung auf dem Esperanto-Weltkongreß Paris. Am 3. August wurde in Paris der Esperanto- Weltkongreß feierlich eröffnet. An dem Kongreß nehmen Vertreter von 35 Nationen und 13 Regierungen teil, ün er den Regierungsvertretern befindet sich auch der ehemalige Präsident Lebrun. Aus London wurde Dr. Emanuel Olschwanger als Vertreter der Zionistischen Organisation zum Kongreß delegiert. Bekanntlich hat die Zionistische Organisation seit einigen Jahren ein starkes Interesse für die Esperantobewegung an den Tag gelegt und eine Reihe von Publikationen über den Zionismus in Esperanto veröffentlicht. Unter den Gästen des Kongresses befindet sich aiuch die Tochter des Schöpfers der Esperantosprache Dr. Ludwig Zamenhof. David Pinski in Berlin eingetroffen Berlin. Der berühmte jiddische Dramatiker und Novellist David Pinski ist auf der Rückreise nach Amerika in Berlin eingetroffen, wo er sich einige Tage aufhalten wird. Der jüdische Kulturklub Scholem Alechem veranstaltet zu Ehren des Dichters einen Empfangsabend, auf dem Pinski über Probleme der jüdischen Kultur sprechen wird. Forderung nach Einführung des jiddischen Unterrichtes in den Öffentlichen Schulen Amerikas New York. Die jiddische Kulturgesellschaft hat eitle Aktion eingeleitet, um die Einführung jiddischer Sprachkurse m den öffentlichen Schulen Amerikas durchzusetzen. Die Aktion der Gesellschaft geht auf eine von ihrer letzten allgemeinen Versammlung einstimmig angenommene Entschließung zurück. Ein jüdischer Richter zum Reichsgerichtsrat ernannt Berlin. Der Kammergerichtsrat Dr. Daniel Cohn, ein außerordentlich bewährter jüdischer Richter, dem der Ruf eines hervorragenden Juristen vorangeht, und der vor einigen Monaten als Hilfsrichter zum Reichsgericht in Leipzig einberufen worden ist, wurde jetzt etatmäßig zum Reichsgerichtsrat ernannt. In Jaffa wurde durch den High Commissioner die erste palästinensische Früchteschau eröffnet. Wauchope hielt eine Ansprache, in der er bekanntgab, daß die Regierung 1200 Pfund für die Errichtung einer Gartenbaustation in Farradya bei Safed und 300 Pfund für die Anlage von zwei Schulgärten ausgesetzt habe. Auf der Früchteschau sind 400 Obstarten ausgestellt. Zum Chef der parlam?ntarischen Fraktion der Jüdischen Partei Rumäniens wurde Dr. Mayer Ebner, zu seinem Stellvertreter Dr. Josef Fische gewählt. Die ehemaligen Deputierten Dr. Diamant, Dr. R ifer und Dr. Singer bleiben noch weiterhin Mitglieder des p \lamentarischen Rates der Jüdischen Partei. Begegnung der rumänischen Königin mit einem Rabbiner! Anläßlich eines Besuches der Königinmutter Maria von. Rumänien vor kurzer Zeit im Sanatorium Westend, in Purkersdorf wurde ihr der im Sanatorium krank liegende Großrabbiner Schul im Hager aus Cernauti durch den rumänischen Gesandten in Wien Exzellenz Brediceanu vorgestellt. Rabbiner Hager, ein Sprosse der berühmten Großrabbi-Dynastie aus der Bukowina, der seit einigen Jahren in Wien wohnt, wurde auch nebst der Königinmutter der übrigen Gesellschaft ihrer Begleitung durch den Gesandten vorgestellt. Die Königin, die für das Befinden des Rabbiners ein lebhaftes Interesse an den Tag legte, Heß sich beim Abschied von ihm segnen. In besonders herzlicher Weise unterhielt sich der Gesandte mit dem Rabbiner, wobei er ein tiefes Kennen des Hebräischen merken ließ. ■IW J—1B.L JBBUMILLILH.. I. Vers» ist das Formmittel, um das Klagelied In seiner Eigenart hervortreten zu lassen. Die beiden Verszeilen verhalten sich wie 3:2, d. h. die zweite Vershälfte ist kürzer als die erste. Dieser Vers tritt in den angeführten Klageliedern auf, in größerem Zusammenhänge aber auch in den Klageliedern der Propheten. K. Budde hat das Metrum dieses «Kinaverses» in der Zeitschrift für die alttestamentarische Wissenschaft 1882 und ln den Preußischen Jahrbüchern 1893 untersucht und dieses Verhältnis gefunden. Treffend bemerkt er in seiner «Geschichte der althebräischen Literatur», S. 28: «Daß diese stockenden, gleichsam ersterbenden und doch immer neu ansetzenden Rhythmen wie geschallen sind, eine bange, schwermütige Stimmung auszudrücken und hervorzurufen, wird jeder empfinden.» Auch die große Sammlung der Klagelieder im Buche Echa ist von diesem Metrum beherrscht. Bernfeld (Einleitung in die heiligen Schriften III 262) ist bemüht, diesen «elegischen Pentameter» zu erklären und meint, daß der Klagende seinen in Worte gekleideten Schmerz nicht vollends zum Ausdruck bringen konnte, weil der Tränenstrom und die innere Erregung das Klagelied unterbrechen. Aus dieser Beobachtung heraus hat der Dichter das Kinametrum geschaffen. Eine wichtige Stelle, die den Brauch des Klaaen» über Tote bezeugt und auch als Stütze für die jeremianische Abfassung des Buches Echa angesehen wufde, ist Chronik II 35, 25: «Jeremia klagte um Josia und all die. Sänger und Sängerinnen nahmen das Wort in ihren Klageliedern um Josia und man führte sie ein, bis auf den heutigen Tag als Brauch in Israel; Sie sind niedergeschrieben in den Klageliedern.» Dieser Vers ist aueb insofern wichtig, als “r erkennen läßt, daß zur Zeit def

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