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Die Stimme · 1932-08-11 · Heft 240 (11.8.1932) · page 2

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Journal
Die Stimme
Volume
5 (1932)
Issue
Heft 240 (11.8.1932)
Date
1932-08-11
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
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Seite 2 litt: STlMlsiC Nr. 240»— H. August 1 £#32 «ber sei mir möglich, wenn die nötigen Mittel zur Verfügung gestellt werden. Kurt Blumenfeld gab seinem Bedauern darüber Aostfniefc, cfoß die Frage der Industrieförderung in der Bewegung als Parteifrage behandelt werde. Die wichtigste und dringendste Aufgabe sei die Organisation aller zio\jstiscAen Kräfte. Der Präsident des Jüdischen Nationalfonds, M. M. U s- Si sc ft ft irr, begrüßte es, daß Präsident Sokolow sich in seiner Ansprache 2u der von ihm vor seiner Wahl auf dem Kongreß dargefegten Politik bekannt habe. Er trat für eine stärkere Konzentration auf Erwerb von Bwteii», der seines Auffassung nach die Grundlage aller MftrftigeiT Aibeit Sti, ein, Ussischkin befaßte sich sodann mit dir Frage der Wad* Hawarifch-Böoen und fegte dar, daß es stell bei der Verpachtung dieser Ländereien nichf tun eine prrtrafpMfc^ sonder« bloß um eine taktische Frage gehandelt habe. JedenfaU» haben es che Direktoren des Keren Kajemeth ataattefmf, mf die Forderung einer bestimmten Gruppe Ha mrart zu treten. Sie seien den Entscheidungen des Kongresses und des Aktionskomitee» unterworfen und lehnen das Diktat einer einzelnen Gruppe ab. Der Standpunkt der I kdrra Der palästinensische Arbeiterführer Ben Gurioner- Märte, auch er »et der Meinung, daß die Exekutive keinen neuen politischen Weg emgeacklagea habe. Er bektepc in jedoch nicht, denn er glaube nicht, daß irgendeine andere Politik als die in den Reden der Exekutive-Mitglieder dargefegte m Befracht komme. Was die agrarischen Reformen in Palästina betreffe, so sei die beste affen Errtwoftnem des Landes zugute kommende Reform die Ermutigung der jüdischen Kolonisation: intensive jüdische Kotmnaat'omaurbeit werde das Wiederaufleben des Landes, die AmeRarferuas; de» Bodens and damit großen Nutzen für affe bringen, fn Palästina sei noch für Millionen von Judfen Platz. Mn* Müsse aber die Kräfte konsolidieren, die Jugend mobd machen nd die tägliche Kleinarbeit fortsetzen. Die zionistische Organisation müsse gekräftigt werden. Es sei wertlos, von energischen politischen Aktionen zu sprechen, wenn gleichzeitig versucht wird, die Organisation zu zerstören. Während die Revisionisten von anderen verlangen, daß sie Buchstaben und Geist der Verfassung wahren, setzen sie selbst sich über tfe Verfassung der zionistischen Organisation hinweg. Bevor sie von einer sogenannten festen poetischen Haftung sprechen, müßten sie mehr Sinn für Einigkeit und DiszrpBn beweisen. Für und gegen cfie Anerkennung der Revisionisten als Sonderverband — Zionistische Organisation und Jewish Agency London. Das Zionistische Aktionskomitee befaßte sich ki seiner Sitzung vom 4. August mH einer Reibe organisatorischer Vorschläge. Die Debatte wurde vom Leiter der Organisationsabteilung der zionistischen Exekutive Berl Locker mit einer längeren Rede eingeleitet, in der sich Locker mit dem Antrag der Revisionisten, als Sonderverband innerhalb der Zionistischen Weltorganisation anerkannt zu werden, und mH den Maßnahmen für eine Stärkung der jewish Agency befaßte. Hinsichtlich des Verlangens der Revisionisten war die Meinung der Mitglieder des Aktionskomitees geteilt. Während die einen für die Annahme der revisionistischen Forderung eintraten, gleichzeitig aber bedauerten, daß die Revisionisten eigene politische Aktionen durchführen, verlangten die anderen die Ablehnung des revisionistischen Vorschlages. Insbesondere der Präsident der Zionistischen Vereinigung für Deutschland, Kurt Blumenfeld, und der Arbeiterführer Salman Rubaschow brachten die Meinung zum Ausdruck, daß für den Revisionismus, der eine reaktionäre Bewegung darsteile, kein Platz in der Zionistischen Organisation sei. Mit der Frage der erweiterten Jewish Agency befaßten sich D r. Nahum Goldmann und Josef Sprinzak. Sie bemängelten es insbesondere, daß das Fifty-Fifty-Prinzip wohl in der Zusammensetzung der Exekutive zum Ausdrucke komme, daß aber die nichtzionistischen Mitglieder der Jewish Agency der Gesamtbewegung keineswegs 50 Prozent neues Blut zugeführt haben, sondern eine kleine Gruppe geblieben seien. Den Vorschlag Josef Sprinzaks, eine Neuorganisation des nichtzionistischen Teiles der Jewish Agency durchzuführen, trat Dr. Nahum Goktmann entgegen. Er erklärte, eine solche Reorganisation könne nicht Aufgabe der Zionistischen Organisation sein, vielmehr müsse die Abmachung mit dem nichtzionistischen Teil der Agency einer Revision unterzogen werden. Dr. Arthur Hantke über die Keren Hajessod-Arbeit In seinem am 3. August vor dem Aktionskomitee erstatteten Bericht über den Keren Hajessod wies Dr. Arthur Hantke darauf hin, daß die Eingänge dieses Fonds zwar unbefriedigend, aber noch immer beträchtlich höher seien als die Ergebnisse anderer jüdischer Sammlungen. Dieses relativ gute Resultat sei insbesondere der Mitwirkung von Männern wie Präsident Sokolow und Dr. Weizmann an der Keren Hajessod-Kampagne zu danken. Der Keren Hajessod erwartete für das Jahr 5692 (Oktober 1931 bis September 1932) einen Nettoertrag von 250.000 Pfund. Es scheint, daß die tatsächlichen Eingänge bis zum Jahresende bloß 210.000 Pfund betragen werden. Dieser Minderertrag ist hauptsächlich darauf zurückzuführen, daß wir aus Amerika nicht, wie ursprünglich angenommen, 100.000, sondern bloß 70.000 bis 75.000 Pfund bekommen werden. Schon auf dem letzten Kongreß machte uns die amerikanische Delegation darauf aufmerksam, daß sie selbst bloß mit einem Ertrag von ungefähr 80.000 Pfund rechne, Die Eingänge aus den übrigen Ländern sind etwa um zehn Prozent unter der festgesetzten Quote geblieben. Was die Aussichten für das nächste Jahr anbetrifft, fuhr Dr. Hantke fort, so möchte ich mit äußerster Vorsicht erklären, daß wir hoffen, im nächsten Jahre die gleiche Gesamtsumme zu erzielen, wie in diesem. Meiner Meinung nach ist der Keren Hajesso* nicht in erster Reihe von der Wirtschaftskrise abhängig. Es gibt in der zionistischen Bewegung eine moralische Kraft, die die Auswirkung der wirtschaftlichen Verhältnisse abschwächen kann. Hätte uns die Lage der Zionistischen Organisation und die Organisation der lewish Agency andere Vorbedingungen für unsere Arbeit geboten, so wäre diese besser vonstatten gegangen. Doktor Hantke gab der Meinung Ausdruck, daß der Rückgang der Eingänge aus Amerika bereits zu einem Tiefpunkt geführt habe, so daß man hoffen könne, daß die künftigen Resultate besser sein wiirdtm fn diesem Tinnmuienhang' erwähnte Dr. Hantke. daß die Konvention der Zionistischen Organisation Amerikas Dr. RFeizmann eingeladen habe, im rdtehsten Winter nach Amerika zu kommen. Wir hoffen-, erklärte Dr. Hantke, daß Dr. Weizmam» diese Etufadung amrehima und während seines Aufenthalte» in Amerika die Keren Hajessod- Kampagne unterstützen wird. Das Gefühl für Palästina, führte Dr. Hantke weiter *«s, hat sich unter den jüdischen Massen zwar in außerordentlichem Maße verbreitet, doch sind wir nicht genügend vorbereiftet, unsere Kräfte auf Palästina an konzentrieren, um an diesen» Gefühl Rechnung au tragen und es in'Aktivität Umsätzen au lassen. Wir übertreiben im Gegenteil die unter tum bestehenden Differenzen und bieten keine geschlossene Front, obwohl der Feind vor unseren Toren, die Assimilation, jetzt der Kommunismus, heute stärker Ist als in unseren junge« Jahre*. Privatinitiative und Keren Hajessod — Die schädigende Wfekung der kfeteen Sommefuhtroneu Es wurde frier über Privatinitiative gesprochen, fuhr Dr. Hantke fort; ick möchte nachdfüefrfichst betonen, daß der Keren Hajessod an der Entwicklung der Privatinitiative ein besonderes Interesse hat. Eine stärkere Einwanderurrgsbewegung von Mittelstandselementen nach Palästina hält <fes ftrfcresse für Palästina, eine der wichtigsten Grundtagen für die Arbeit unserer zentralen Fonds, wach. Anderseits haben wir die Konkurrenz seitens der kleinen Sammlungen für Palästina zu beklagen. Diese Konkurrenz besteht nicht so sehr in dem Entgang der kleinen Beträge, die diese Fonds erhalten, sondern darin, daß viele Sammelkräfte der Arbeit für die zentralen Fonds entzogen weiden. Wir glauben, daß Palästina ein größeres Interesse daran hat, daß die Arbeit dieser Kräfte für den Keren Hajessod und de» Jüdischen Nationalfonds zur Verfügung stehe, als daß sie durch andere Fonds gebunden sei, die, wie hoch immer auch ihre Bedeutung sein möge, keine großen Summen erhalten können. Das Ergebnis der Sammlungen in diesem Krisenjahr, erklärte Dr. Hantke zum Schluß, hat unsere Zuversicht gestärkt. Wenn wir die Beträge in Gold urnrechnen, so batten wir einen Rückgang von 45 Prozent, was annähernd der Aenderung des Geldwertes entspricht. Die Vergrößerung der wirtschaftlichen Knnazität in Palästina schafft um* neue Möglichkeiten, finanzielle Hilfsquellen für Palästina zu erschließen. Die Direktoren des Keren Hajessod besitzen genug Optimismus, um zu glauben, daß es noch schlummernde Kräfte im jüdischen Volke gib . Wenn die Zionistische Organisation fähig sein wird, Vorbedingungen für die unmittelbare Palästina-Arbeit zur Verfügung gestellt werden und daß die Jewish Agency zu einem wirksamen Instrument für die Finanzierung des Palästina-Aufbauwerkes gemacht wird, dann ist unsere optimistische Haltung berechtigt. Bei fahler, graugelber Hautfärbung, Mattigkeit der Augen, üblem Befinden, trauriger Gemütsstimmung, schweren Träumen ist es ratsam, einige Tage hindurch früh nüchtern ein Glas natürliches «Franz-Josef»- Bitterwasser zu trinken, ln Apotheken und Drogerien. Kolonisationsreferat Dr. Maurice B. Hexters In der siebenten Sitzung des Aktionskomitees erstattete Dr. Maurice B. Hexter den Bericht des Landwirtschafts- und Kolonisations-Departements. Er wies auf die bedeutenden Schwierigkeiten hin, mit denen diese Abteilung infolge der Unmöglichkeit der Aufbringung der im Budget vorgesehenen Mittel zn kämpfen hatte. Infolgedessen konnte kein wesentlicher Fortschritt in der Konsolidierung der Kolonien erzielt werden. Seit 1926 haben mehrere Kolonien einen Betrag von ungefähr 200.000 Pfund in Form von Subventionen erhalten. Es war notwendig, die Rückzahlung der den Kolonien zur Verfügung gestellten Mittel dadurch zu sichern, daß an Stelle von Subventionen Anleihen gegeben werden. Doktor Hexter berichtete über den Forschritt der Kolonien Kfar Gan, Ranrath David und Nahalaf. Aus der Tschechoslowakei war der Vorschlag gekommen, eine Anleihe für die Schaffung einer neuen Kolonie aufzunehmen, die Exekutive hat jedoch diesen Vorschlag aus prinzipiellen Gründen abgelehnt. Viel Aufmerksamkeit wurde der Frage der Verwendung von Chaluzim zur Entwicklung der landwirtschaftlichen Kolonisation zugewandt. Was die Mittelstandskolonisation arrbetrifft, so wurde in Palästina ein eigenes Komitee eingesetzt, um die Organisation dieser Siedlung zu unterstützen. Da jedoch die Exekutive die Verantwortung für die Siediungsarbeit bögt, mußte sie darauf bestehen, den entsprechenden Einfluß auszuüben und so wurde das Komitee wegen Meinungsverschiedenheiten mit der Exekutive wieder aufgelöst. Dr. Hexter befaßte sich sodann mit der wichtigen Frage der Verwertung und Kontrolle der Wasserbestände unter besonderer Bezugnahme auf die Chaluz-Siedlungen und Wadi Hawarith. Schließlich wies er darauf hin, daß es wünschenswert wäre, eine Zentralstelle für die Begebung von landwirtschaftlichen Krediten zu schaffen. Kolonisationsdebatte In der achten Sitzung des Aktionskomitees ergriff Doktor A r t h u r R u p p i n das Wort, um das Kolonisationsreferat Dr. Maurice B. Hexters in einigen Punkten zu ergänzen. Dr. Ruppin wies auf die kräftige Entwicklung der Emeksiedlungen hin und besprach insbesondere die Neueinführung des Grape Fruit- und Kartoffelbaues. Man habe, erklärte Dr. Ruppin, in manchen Kreisen die Bedeutung des Emek für die jüdische Kolonisation herabsetzen wollen. Diese Haltung sei tief zu bedauern; der Emek bleibe eine Quelle des Stolzes für den Jischuw. Dr. Ruppin zog einen Vergleich zwischen dem Prozentsatz dubios gewordener Forderungen aus Verträgen mit Siedlern in Palästina und in anderen Ländern und zeigte, daß dieser Prozentsatz in Palästina niedriger sei, als in irgend einem anderen Lande. Er begrüßte auch die Tatsache, daß die Opposition gegen die Siedlungsform der Kwuzoth in letzter Zeit geringer geworden ist. D r. S o 8 k i n führte aus, der Fortschritt der jüdischen Kolonisation in Palästina sei verhältnismäßig klein. Unter den gegenwärtigen Verhältnissen sehe er keine Möglichkeit für eine Lösung der Kolonisationsfrage und glaube, daß man sich bei Fortsetzung des jetzigen Tempos der Kolonisation von der Verwirklichung der zionistischen Ziele immer weiter entfernen werde. Große Möglichkeiten seien versäumt worden. Die Vorschläge Dr. Ruppins könnten die Kolonisation 1 der Erreichung iftws Zieles nicht näherhringen. Es gebe nur eine einzige Lösung, uml zwar die Kolonisation von Staats wegen. Ilerinuefliclu. we.se ha-lu ehe ExekiMvt* keinerlei Bemühunf nach dieser Richtung h.n gemacht. Die Revisionisten besäßen einen ausgearbeiteten Plan und em konkretes Programm für konstruktive Wirtschaftspolitik, doch werde diesen PRhrew keine Aufmerksamkeit geschenkt. Der Redner begrüßte es, dfcrß man nunmehr auf städtische Kolonisation Nachdruck lege, doch sei es nicht notwendig, daß zwei Mitglieder der Exekutive sich mii dieser Aufgabe befassen. In der Debatte über Kolonisationsfragen ergriffen die A. C.-Mitglieder G o 1 d b 1 o o nr S k o r n i b. S c h a p i r o und Ada Fi sch mann das Wort. Herr Scftapin? übte Kritik an der Tätigkeit der fonmigrationsahtcilung. Er verlangte» daß ehre Aenderung in der Haltung gegenüber den religiösen Chaluzfta Platz greife und protestierte gegen die Einstellung der Unterstützung iiir die ATisrachi-Kolonien. Von Einsparungen seien immer in erster R',:he die Institutionen des re%täsen Teiles des Jiscftiuw betroffen. Auch gegen die Art der Verteilung der Einwanuerungszertifikate erhob der Redner^Einspruch. Ada Fischmann führte Klage wegen , Zurücksetzung der Frauen auf gewissen Arbeitsgebieten. Im Hmfrfrcfc darauf, cf aß die Frauenbewegung im Zionismus und i ian Jischuw eine bedeutende Kraft darstelle, dürfe nirgendwo eine Zurücksetzung der Frauen stattfinefen. Mtttcfstancfsftofonrsatfon untf Chahre- Efttwamferttflff ln der am 3. August abgehaltenen -Sitzung des Aktionskomitees kam ts anläßlich einer Debatte über Hachscharah »ad Einwanderung zu Heftigen Auseinandersetzungen zwischen den Vertretern der Arbeiterpartei einerseits und den Misrachisten und einigen anderen Mitgliedern des Aktionskomitee» andererseits. Die nicht der Linken angehörenden Mitglieder des Aktionskomitees traten für eine stärkere Berücksichtigung der Einwanderung von Angehörigen des Mittelstandes und anderen nicht der Gräfin-Organisation angehörenden Personen ein und beschwerten sich darüber, daß den dem Chaluz-Yerbaad nicht angehörenden Personen keine entsprechende Anzahl der zur Verfügung stehenden Einwanderungszertifikate zugeteilt werde. Der Leiter der politischen Abteilung der Palästina-Exekutive Dr. Ch. ArlosoroH befaßte sich mit den am Vortage eingebrachten Interpellationen wegen der neuen Einwanderungsverordnung und betonte, daß durch die neue Verordnung keine neue Praxis bezüglich der Kontrolle der Einwanderung eingeführt werde. Trotzdem seien Verhandlungen mit der Palästina-Regierung hinsichtlich einiger Punkte dieser Verordnung aufgenommen und einige Abänderungen beantragt worden, durch die den jüdischen Interessen Rechnung getragen werden soll. Der French-Bericht vor der politischen Kommission des A. C. — Erklärungen Lord Melchetts Die politische Kommission des Aktionskomitees bat eine geschlossene Sitzung abgehalten, an der auch Lord M eich e 11 teilnahm. Die Kommission beschäftigte sich in dieser Sitzung vor allem mit dem French-Bericht. Lord Melchett gab persönliche Eindrücke, die er aus einer Reihe von Besprechungen mit dem High Commissioner gewonnen hat, wieder und erklärte in uebereinstimmung mit der in den Kreisen des Aktionskomitees herrschenden Auffassung, der Bericht sei vom jüdischen Standpunkt in höchstem Maße nbefriedigepd. Er wies jedoch nachdrücklich darauf hin, daß es nicht angängig sei. den Bericht eines Beamten mit der Politik der Palästina-Regierung oder der engtischen Regierung zu identifizieren. Lord Melchett wandte sich sodann einer Besprechung zwischen Juden und Arabern in Palästina zu und gab der sicheren Erwartung einer baldigen Besserung dieser Beziehungen Ausdruck. Wirtschaft und Finanzen Dr. Werner Senator über Einwanderungs- und Finanzprobleme — Keren-Hajessod-Referat Hantkes — Emanuel Neumann und H. Farbstein über Privatinitiative und Mittelstandssiedlung Die Montagssitzung des Aktionskomitees war der Erörterung wirtschaftlicher und finanzieller Fragen gewidmet. Referate wurden von Prof. Maurice B. Hexter, H. F a r b s t e i n, Emanuel N e u m a n, vom Direktor des Keren Hajessod Dr. Arthur Hantke, Berl Locker und Doktor Werner Senator gehalten. Dr. Senator befaßte sich im ersten Teil seines Referats mit Einwanderungsproblemen, im zweiten Teil mit der finanziellen Lage der Organisation. Dr. Hantke teilte mit, daß die Eingänge des Keren Hajessod in diesem Jahre auf 210.00 Pfund gesunken seien und daß im nächsten Jahre mit der Erhöhung der Eingänge nicht zu rechnen sei. Das Referat Emanuel Neumanns — Mobilisierung des Privatkapitals — Fonds und Privatinitiative Die mächtige wirtschaftliche Entwicklung ln Palästina, die durch die Vollendung des Hafens in Haifa im Jahre 1933 und den Bau der Oeileitung aus Mossul zweifellos einen weiteren Auftrieb erhalten werde, schilderte Emanuel Ncum a n in einem großangelegten Referat. Er trat für die Errichtung eines neuen Departements zur Ermutigung privater Investitionen und für die Gründung wirtschaftlicher Komitees in der Diaspora ein. Neumann wies darauf hin, daß im letzten Jahre bereits hunderte amerikanische Juden nach Palästina gekommen sind und dort Kapital investiert haben. Weitere tausende würden folgen. Das so für Palästina mobil gemachte Kapital gehe in die Millionen Dollar. Emanuel Neuman führte u. a. aus: Es sollte kaum notwendig sein, ein Referat über die Entwicklung der Privatinitiative und der Investition von privatem Kapital mit einer Loyalitätserklärung gegenüber unseren Fonds und mit der Betonung der Bereitschaft, diese zu fördern, einzuleiten. Ich glaube, daß wir über jenes Stadium, in dem diese beiden Gebiete künstlich in Antagonismus zueinander gesetzt wurden, hinaus sind. Man sieht jetzt allgemein ein, daß jede dieser beiden Phasen wirtschaftlicher Bemühung ihren eigenen Platz und ihre eigene Funktion beim Aufbau des Jüdischen Nationalheims hat. Dennoch waren wir bei unseren organisierten Anstrengungen in der Vergangenheit so sehr auf die Förderung unserer öffentlichen Fonds konzentriert und so wenig auf die Förderung der privaten Initiative bedacht, daß es notwendig geworden ist, die daraus entstandene gewohnheitsmäßige Auffassung der Rolle und Funktion unserer Organisation an die Realität anzupassen. Im gegenwärtigen Augenblick zwingen uns die Lehren der Vergangenheit und der Gang der Ereignisse zu gewissen Schlußfolgerungen. Seit dem im Jahre 1921 erfolgten Einsetzen zionisti- Zionisten! Gedenket auch wahrend der Ferien des Keren Kaiemeth Das jüdische Volk hat Hunger nach Boden!

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