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Die Stimme · 1932-07-28 · Heft 238 (28.7.1932) · page 8

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Seite 8 DIE STIMME Nr. 238 — 28. Juli 1932 diesem Gebiete, die über die Juden in der Musik, einen Ueberblick über den Oesamtanteil der Juden an der nicht jüdischen Musik. Aus den letzteren wäre die geistreiche Gegenüberstellung der nichtjüdischen und jüdischen Virtuosen zu erwähnen. Den größten nichtjüdischen Repräsentanten des Virtuosentums der Geige, des Klaviers und des Violoncello, Paganini, Liszt und Servais, stellt Wolfsohn als Repräsentanten des beseelten Spiels die jüdischen Musiker Joachim, Rubin- Stein und Dawidow entgegen. Aus Jufiusz Wolfsohns organisatorischer Tätigkeit möge erwähnt werden seine Gründertätigkeit bei der «Gesellschaft zur Erforschung und Förderung jüdischer Musik», die 1920 gegründet, infolge der Inflation sich auflösen nrußte und seiner Anteilnahme an der 1927 neu-gegründeten «Vereinigung zur Förderung jüdischer Musi1.». Was immer aber juliusz Wolfsohn noch beschieden sein wird für die jüdische Musik zu tun, das bisher Geleistete als Organisator, Propagator, Schriftsteller und vor allem als Komponist und Pianist wird unauslöschlich bleiben in der Geschichte der jüdischen Musik. Uraufführung des preisgekrönten Werkes eines jüdischen Komponisten auf dem Sängerfest in Frankfurt am Main Frankfurt a. M. Im Saalbau zu Frankfurt a. M. wurde am 23. Juli im Rahmen des Frankfurter Sängerfestes, das mit dem Staatspreis des preußischen Staatsministeriums ausgezeichnete Chorwerk «Schnitter Tod» des jüdischen Komponisten Dr. Rudolf Ochs vom Nürnberger Lehrergesangverein unter Mitwirkung des Frankfurter Motettenchors zur Uraufführung gebracht. Dr. Rudolf Ochs ist ein Neffe des im Jahre 1928 verstorbenen hervorragenden Dirigenten und Führers gemischter Chöre Professor Siegfried Ochs. Er ist 1887 in Frankfurt geboren und hat zunächst Chemie studiert, später aber an der staatlichen Hochschule für Musik in Berlin seine musikalische Ausbildung erhalten, die er am Leipziger Konservatorium als Schüler von Stephan Krehl und Hans Sitt und in Dresden bei Büttner und Mracek vervollkommnete. Derzeit ist Dr. Rudolf Ochs Leiter des Chors «Wach auf» in Dresden und Kapellmeister der deutschen Oper in Brüx (Tschechoslowakei). Dr. Emst Cohn Ordinarius in Breslau Frankfurt a. M. Privatdozent Dr. jur. Ernst Cohn an der Universität Frankfurt ist mit Wirkung vom 1. Oktober d. J. ab zum persönlichen Ordinarius für bürgerliches Recht in der rechts- und staatswissenschaftlichen Fakultät der Universität Breslau ernannt worden. Die Jerusalemer Goethe-Feiern Berlin. Aus Jerusalem wird berichtet: Die Heilige Stadt hat bereits drei Goethe-Feiern hinter sich. Als erste lud die deutsche Kolonie zu einer Veranstaltung im Saal der Templergemeinde unter dem Protektorat des deutschen Generalkonsuls, Professor Dr. Nord, ein. Es fand eine mit großem Beifall aufgenommene Liebhaberaufführung des «Götz» statt. Die deutsche Freimaurerloge «Zur Quelle Siloah» veranstaltete eine öffentliche Feier. Nach einer gelungenen Aufführung des Goetheschen Puppenspiels «Der Jahrmarkt von Plundersweiler» sprach Professor Fodor von der Hebräischen Universität über Goethes Leben und Werk. Zuletzt lud die Hebräische Universität zu einer Feier ein, auf der Dr. Pflaum den «Faust» analysierte und Mirjam Schnabel-Höflich den Anfangsmonolog der «Iphigenie» in der hebräischen Uebersetzung Tschernichowskys, den «Prometheus» in der Uebersetzung Jakob Kahns und «Mahomets Gesang» auf deutsch zitierte. Professor Josef Klausner zeigte die Einheitlichkeit von Goethes Werk auf im Gegensatz zu der Auffassung von den drei völlig verschiedenen Goetheschen Schaffensperioden. Die Ehrung Max Liebermanns Berlin, Der Gesamtsenat der Preußischen Akademie der Künste hat Professor Dr. Max Liebermann in Würdigung seiner großen Verdienste um die Akademie während seiner 12 Jahre dauernden Präsidentschaft zum Ehrenpräsidenten gewählt. Diese Wahl ist vom Preußischen Staatsministerium bestätigt worden. Es ist das zweitemal in der Geschichte der Akademie, daß die Würde eines Ehrenpräsidenten, die der Senat Max Liebermann zu seinem 85. Geburtstage darbringt, verliehen wird. Das erstemal wurde 1895 der Historienmaler Karl Becker durch sie ausgezeichnet, nachdem er die Akademie 13 Jahre als Präsident geleitet hatte. Reichspräsident von Hindentourg hat an Prof. Max Liebermann aus Anlaß seines 85, Geburtstages ein in herzlichen Worten abgefaßtes Glückwunschtelegramm gerichtet. Der 85. Geburtstag Liebermanns brachte dem Meister auch sonst zahlreiche Ehrungen. Am Morgen des 20. Juli trafen Glückwunschtelegramme der Akademie in München, des Künstlerhauses in Wien, dessen Ehrenmitglied Liebermann ist, der Villa Romana, des Dänischen Gesandten Zahle, der im Namen der Dänischen Regierung gratulierte. Persönlich zur Gratulation erschienen Prof. Sauerbruch, Frau Minister Preuß, Geheimrat Prof. Adolf Goldschnridt, der langjährige Kunsthistoriker dei Universität Berlin, Prof. Doktor Richard Graul, der langjährige Direktor der Leipziger Museen, eine Abordnung der Akademie der Künste bestehend aus Prof. Philipp Franck, Prof. Hans Poelzig, der jetzige Vizepräsident der Akademie, Prof. Ammensdorfer und Professor Pfannschmidt. Prof. Frank hielt eine Ansprache und überreichte Liebermann eine Urkunde der Akademie, die Liebermanns Ernennung zum Ehrenpräsidenten der Akademie enthält. Große Freude bereitete dem fünfundachtzigjährigen Meister das Geschenk der preußischen Regierung. Die Preußische Regierung gab ihm nämlich den Auftrag zu einem Porträt Otto Brauns, des bisherigen preußischen Ministerpräsidenten. Liebermann hat das Bildnis Brauns bereits begonnen. Jüdische Musik in Polen — Rundfunk Montag, den 18. konnte man auf polnischer Welle einen /ergniigten Abend erleben. Denn der vereinigte polnische Rundfunk (Warschau, Lemberg, Kattowitz und Krakau) brachte den ganzen Abend hindurch ausschließlich jüdische Musik und religiöse Gesänge. Unter anderem konnte man die weltberühmten Lieder und Gebete «Kol Nidre», «Haschkiwenu» und «El Horachamon» gesungen von den berühmten Kantoren Moses Rosenblatt und Josef Zuckermann hören. Es war ein Genuß für den Hörer, um so mehr als auch hier in Wien der Empfang auf Welle 1411.8 ausgezeichnet und vollkommen störungsfrei statffand. Uebriges, warum kann Ravag-Wien ihrer immerhin nicht geringen jüdischen Hörerzahl auch einmal so etwas bieten? (Es kann auch auf Schallplatten sein!) Wenn es darum geht etwas spezifisch jüdisches im Wiener Rundfunk zu hören, drücken sich die Verantwortlichen, ungeachtet der 30.000 jüdischen Hörer. Man wollte nicht einmal die Rede Dr. Leo Motzkins auf dem Minoritätenkon- §reß, nicht einmal die Enthüllung des Denkmals für Julius 'fner übertragen, einzig und allein deshalb, weil es sich um Juden handelt. Und den Kapellmeister-Brüdern Isy und Max Geiger strich man ihre Potpourri-Kompositionen «Alte Weisen aus dem Osten» vom Programm, weil in ihr die Tikwah und andere altjüdische Lieder Erwähnung fanden. Und dabei soll die «Ravag» doch ein Kulturinstitut sein! Der österreichische Rundfunk kann vom polnischen wirklich etwas lernen, nämlich: Rücksicht auf die jüdischen Hörer. Aber mir scheint, man wird nicht lernen wollen! Ernst Landau Gesellschaft der Freunde des Palästina-Museums. London. In einem Brief an die «Times» teilen Sir Robert Mond, Sir Ronald Storrs, Innenminister Sir Herbert Samuel, der berühmte Archäologe Sir Flinders Petrie und Lady Erleight mit, daß sie sich als eine Gesellschaft der Freunde des Palästina-Museums konstituiert haben, mit dem Ziele, Palästina-Kunstgegenstände in der ganzen Welt zu sammeln und sie in einem eigenen Museum in Palästina unterzubringen, ln dem Schreiben wird darauf hingewiesen, daß überall in der Welt Gegenstände verstreut sind, die ein Licht auf die Entwicklung der jüdischen, moslemitischen und christlichen religiösen Kunst werfen. Es besteht die Gefahr, daß alle diese Kulturerzeugnisse verschwinden. Besitzer solcher Gegenstände wurden gebeten, sie der Gesellschaft zur Verfügung zu stellen, die sie in dem Palästina-Museum zweckmäßig und in passendem Rahmen unterbringen wird. Gesammelt werden nicht allein Kunsterzeugnisse, sondern alle Gegenstände, die die Geschichte des Heiligen Landes und die Entwicklung der verschiedenen Bewegungen, die dort ihre Wurzel hatten, illustrieren. Das Comit6 des Del6gations Jurves hat nrrt der Veröffentlichung einer Reihe von Abhandlungen über verschiedene jüdische Probleme begonnen. Als erstes Buch dieser Reihe erschien eine Schrift von Leo Motzkin «Die antisemitische Kampagne in Polen». Motzkin veröffentlicht in dem Buche zahlreiche Dokumente betreffend Ursprung und Verlauf der antisemitischen Bewegung in Polen und verweilt eingehend bei den antisemitischen Unruhen im Herbst 1931. Kennen Sie Togal? Togaltabletten sind ein rasch und sicher wirkendes Mittel bei rheumatischen, gichtischen und nervösen Schmerzen sowie Kopfschmerzen. Die große Beliebtheit verdankt Togal den vielen ausgezeichneten Erfolgen, die zahlreiche Aerzte und Kliniken mit diesem Präparat erzielten. Togal ist stark harnsäurelösend und geht daher direkt zur Wurzel des Uebels. Es wirkt ferner in hohem Maße als inneres Antiseptikum. Jeder Apotheker führt Togal. Nickis Illustrierter Jüdischer Volkskalender, 32. Jahrgang herausgegeben und redigiert von Hugo Gold, Chefredakteur, Jüdischer Buch- und Kunstverlag, Brünn, Rennergasse 20, Prag, Vitkova 3a. Der 32. Jahrgang dieses bestbekannten Jahrbuches enthält u. a. folgende Beiträge: Rabb. Ass. M. Glaser und Prof. B. Breitholz, Brünn: Ein auf Mähren bezügliches rabbines Gutachten aus dem 13. Jahrhundert. — Dr. Theodor Haas, Brünn: Die Aufteilung der Judensteuer in alter Zeit. — Prof. Dr. Sam. Kraus, Wien: Jüdische Gedanken im Altonaer Museum. — Rabb. Dr. Felix Xanter, Zwittau: Jüdische Witze. — Prof. Dr. Berth, König. Brünn: Der nackte Dalles. — Siegm. Urabin, Gablonz: Der Tod des Abtrünnigen. — Dr. Leo Goldhammer, Wien: Der Zerfall der jüdischen Familie. — Rabb. Dr. M. Enten, Kosice: Du sollste das Böckl in nicht in der Milch seiner Mutter kochen. — Oberrabb. Dr. Ludw. Levy, Brünn: Erwiderung. —- Oberkantor Armin Wilkowitsch, Eger: Die Unzertrennlichen. — Chajim Bloch, Wien: Ein jüdischer Abraham a Santa Clara. — Dr. M. Grünfeld, Wien, Brünn: Der jüdische Prediger im Urteil seines Publikums. — Dr. A. Posner, Kiel: Versuche und Vorschläge zur Besiedlung Palästinas vor 70 Jahren. — Rabb. Dr. Heinrich Flesch, Dolni Kounice: Der Streit Emden und die mährischen Rabbiner. — Josef Schön, Tachau: Sagen von Nachum Sofer, Tachau. — Jaroslav Rokycana, Prag: Das Katschumenhaus usw. Preis, kartoniert, M. 2.50. Jüdisches Jahrbuch für Oesterreich, herausgegeben von Loebel Taubes und Chajim Bloch. Das vor einiger Zeit in den Blättern angekündigte «J. J. f. Oe.» ist bereits erschienen. Es enthält eine stattliche Reihe von Beiträgen von bleibendem Werte und veranschaulicht das Leben der Juden in Oesterreich in Vergangenheit und Gegenwart. Das Jahrbuch gliedert sich in einen informa. tiven und in einen literarisch-wissenschaftlichen Teil. Doktor Leo Goldhammer bietet in einem einleitenden Aufsatze eine zahlenmäßige Uebersicht «Von den Juden Oesterreichs». Ihm folgen die Vorsteher unserer Kultusgemeinde, Prof. D r. A. P i c k, D r. J. 0 r n s t e i n und Dr. J. Löwenherz mit Beiträgen über die Aufgaben der Kultusgemeinde. Es folgt ein genauer Führer durch die jüdische Gemeinde Wiens mit all ihren religiösen, kulturellen, humanitären und gesellschaftlichen Anstalten, ein Verzeichnis aller Tempel und Bethäuser, Rabbiner, Kantoren etc. wie auch aller jüdischen Organisationen und Vereinigungen. Gleicherweise folgt ein vollständiges Verzeichnis aller Kultusgemeinden in den Bundesländern. Im zweiten Teil, dem literarisch-wissenschaftlichen, schauen wir auf Jahrhunderte jüdischen Lebens in Oesterreich zurück. Aus der Feder des verewigten D r. Josef S. Bloch erscheint ein Aufsatz über «Die Väter des Wiener Volksliedes und der Wiener Musik». Ein großer Gewinn für das Jahrbuch ist der wissenschaftliche Artikel «Judith» aus dem Nachlasse des verewigten Oberrabbiners Dr. H. P. C h a j e s. Der Archivar der Kultusgemeinde SaulChajes schildert das «Entstehen der Sammlungen der Kultusgemeinde». Dr. David Feuchtwang steuerte eine Studie über den «Kulturwert der Bibelübersetzungen» bei. Adolf Fischhofs Verhältnis zu den Juden wird am besten in einigen seiner an Freunde in jiddischer, hebräischer und deutscher Sprache abgefaßten Briefe veranschaulicht. I Dr. Max Grunwala gibt in drei Skizzen neue Auf- | Schlüsse über «Das erste Wiener Ghetto». Ueber die «Synagoge im Streit der Reformation und Gegenreformation in Steiermark» lieferte Prof. Dr. Herzog ungemein an. ziehende arcliivarische Dokumente. Dr. A. Ka m i n ka stellt «Dokumente zur Geschichte der Juden in Oesterreich Ende des 14. Jahrhunderts» zur Verfügung. Eine ausgezeichnete Forschung «Aerzttiches aus der Wiener Schule» hat Pro f. Dr. Krauss zum Verfasser. Dem wertvollen Beitrag «Zur Geschichte der Juden in Oberösterreich» von D r. V. Kurrein folgt S. M e i s e 1 s mit seiner feinsinnigen Studie über «Goethe und die Juden'«. Volkskundlich ist der Beitrag von Dr. S.Rappaport über die im Osten noch heute bekannte «Seuchen-Trauung». Der Aufsatz Dr. M. Rosen manns über die «Vorgänge in der Wiener Judenheit in der Zeit nach dem Toleranzpatent» hat wichtige archivarische Dokumente als Unterlage. Das von D r. I. T a g 1 i c h t gelieferte «Testament des Jakob Hersch Feilbogeiv» führt uns die Wünsche eines sterbenden Juden vor mehr als einem Jahrhundert vor Augen. Die «Talmudische Legende von der Ergreifung des Besitzes der Thora durch Moses» von Dr. B. Wachstein bearbeitet, beweist, daß in der jüdischen Legende kein Aber, glaube, sondern ein höherer Sinn steckt. Zwei Aufsätze der Herausgeber schließen das Jahrbuch. Wie man sieht, ist das «J. J. f. Oe.» einerseits ein übersichtlicher informativer Wegweiser, andererseits ein Familienbuch ersten Ranges. Preis geheftet: S 10.—. Wer das Jahrbuch bis zum 15. August bestellt, erhält das Exemplar gebunden. Adresse: «Jüdisches Jahrbuch für Oesterreich*, Wien, IX.. Liechten, steinstraße 60/4 Was Juden in Biro-Bidschan erwartet Juden hungern schlafend unter freiem Himmel und werden einfach ausgelacht Die Behörden selbst warnen vor Einwanderung. Moskau. «Emeß», das Hauptorgan der jiddischen Kommunisten der Sowjetunion, teilt mit, daß unter den in Biro- Bidschan eingewanderten Juden Hungersnot herrscht. Die Verwaltung des staatlichen Getreidetrusts für Biro-Bidschan hat definitiv erklärt, sie sei nicht in der Lage, die jüdischen Einwanderer zu ernähren, und sie müsse davor warnen, noch Einwanderer in das Land zu bringen. Jüdische Kolonisten, die sich im Bureau des Getreidetrust wegen Brotzuteilung eingefunden hatten, wurden aus dem Bureau hinausgetrieben. Die gleiche Behandlung wurde dem Vertreter des «Komzet» zuteil, der in das Bureau kam, um für die hungernden Siedler zu intervenieren. Dieser telegraphierte an die Zentrale in Moskau, daß die jüdischen Siedler von den lokalen Behörden, an die sie sich mit ihren Angelegenheiten wenden, einfach ausgelacht werden. Es fehlt an allem, viele Neusiedler schlafen unter freiem Himmel, weil die Regierungsbeamten keinerlei Anstalten treffen wollen, die Siedler unterzubringen. Die Hungersnot und der Mangel an Unterkunft zwingen viele Juden, Biro-Bidschan wieder zu verlassen. Zionistisches Kongreßgericht wird über die Klage der Revisionisten gegen die Exekutive entscheiden London. Rechtsanwalt Dr. S. G r o n e m a n n, Berlin, Vorsitzender des Kongreßgerichtes der Zionistischen Organisation, hat die revisionistische Fraktion des Zionistischen Aktions-Comitees verständigt, daß das Kongreß-Gericht während der Sitzung des A. C. in London Ende Juli tagen wird, um sich mit der seitens der revisionistischen Fraktion des A. C. gegen die zionistische Exekutive im Zusammenhang mit der Besetzung und dem Verfahren der Palästina-Aemter eingebrachten Klage zu befassen, ln der Klage der Revisionisten wird der Exekutive vorgeworfen, daß sie den Kongreßbeschluß, betreffend Reformierung der Palästina-Aemter, nicht durchgeführt und illegalen Körperschaften, deren Kompetenz längst erloschen Ist, mit der Verteilung der Palästina-Zertifikate betraut hat, weswegen die Zertifikate-Verteilung illegal ist. Die revisionistische Fraktion des A. C. will in der A. C.-Sitzung den Antrag stellen, daß der Zionistischen Exekutive Order gegeben wird, die Palästina-Aemter aufzulösen und die Verteilung der Zertifikate für ungültig zu erklären, ferner die Aushändigung von Zertifikaten an bereits namhaft gemachte Personen einzustellen, ohne daß erst das Ergebnis der Entscheidung über die revisionistische Klage abgewartet wird. Der Verband jüdischer Organisationen ln Frankreich nimmt an der jüdischen Weltkonferenz teil Paris. Der Verband jüdischer Organisationen in Frankreich, der etwa 80 jüdische Organisationen vereinigt, beschloß, der Einladung des American jewish Congreß zur Teilnahme an der am 14. August in Genf beginnenden Weltkonferenz Folge zu leisten und eine entsprechende Anzahl von Delegierten zu entsenden. Wenn Ihnen unser BlaU gefällt, empfehlen Sie es, bitte, bei jeder Gelegenheit al en Ihren Freunden und Bekannten. Geben Sie uns Adressen an, an die wir Probenummern unserer Zeitung gratis u. unverbindlich absenden können

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