Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 5 (1932)
- Issue
- Heft 237 (21.7.1932)
- Date
- 1932-07-21
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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Seite ö Ult S i liVlaiC Nr. 237 — 21. Juli 1932 e Council -Tagung r WIZO Wien, 12. bis 16. Juli 1932 Von Anfang an stand die Counciltagung dadurch unter günstigen Auspizien, daß es noch vor Beginn dieser Tagung gelang, den Eintritt der m Basel ausgeschiedenen Exekutivmitglieder herbeizufiihren. Niemals vorher waren so viele Delegierte zu einer Coun* ciltagung erschienen, niemals vorher wurde die Exekutive — ganz besonders die Ehren-Vizepräsidentin Frau Henriette I r w e 11, die Vorsitzende Frau Uomana Goodman, die Ehrenschatzmeisterin Frau D r. Vera W e I z m a n n, die Vertreterinnen der Palästina-Exekutive Frau Chana MeU teUS c hoc hat und Frau Ada Fi ach mann — mit so enthusiastischem und dankbarem Beifall für die unter den schwierigsten Verhältnissen geleistete, ausgezeichnete und erfolgreiche Arbeit begrüßt. Auch die wieder eingetre* tenen Mitglieder der Londoner Exekutive wurden mit leb-» hafter Akklamation willkommen geheißen, Einen der wichtigsten Punkte der Tagesordnung dieser entscheidenden Tagung bildete nebst der Ratifizierung der Einigungsverhandlungen vor allem die Frage der Affilier ung der palästinensischen Frauenorganisation fijr soziale Arbeit (Histadruth N a s c h i m I w r i o t) an die Wizo in der Form, daß sie mit der Landesföderation der Wizo—Histadruth Arzith zu einer einzigen zionistischen Frauenorganisa* tion, die der nunmehrige Landesverband der Wizo in Erez Israel sein wird. Sie wird aus zwei Departements, dem einen für soziale Arbeit, dem anderen für die übrigen Aufgaben der bisherigen Wizo Organisation—Histadruth Arzith (i. B. Nutzgartenaktion, Instruktionskurse, Abenschulen usw.) bestehen. Diese Ratifizierung erfolgte in Konsequenz der prinzipiell schon bei der Baseler Konferenz beschlossenen Affüierung. Hiemit ist ein weiterer Schritt auf dem vor zwei Jahren durch die Affilierung der Arbeiterorganisation Palästinas an die Wizo beachrittenen Wege der engen Verknüpfung der Wizo- Bewegung in der Galuth und in Palästina getan worden, der letzten Endes zur Vereinigung aller zionistischen Frauen in der Welt führen soll. ln diesem Zusammenhang wurden folgende Vorschläge der Exekutive zur Ueberpriifung der Dringlichkeit und zur Durchführung übergeben: 1. Ausbildung durch die Histadruth Arzith, Departement der neuen Histadruth Naschim Zionlot, das heißt Fortbildung arbeitender Frauen in ihren speziellen Berufen, bezw. Ausbildung ungelernter Arbeiterinnen zu qualifizierten Köchinnen und Hausgehilfinnen. Dies ist bei der gegenwärtigen Zuwanderung vieler Hunderter ungelernter Arbeiterinnen in die Städte besonders notwendig. 2. Aufnahme weiterer 30 Mädchen in die neue Mädchenlehrfarm bei Ness Zionah, deren feierliche Eröffnung im “Frtihlinr' dieses Jahres vom Council mit Begeisterung zur -ftemn.Mgenommen wurde, so daß sie vorläufig 60 Mädchen -(also die Hälfte der projektierten Oesamtschülerzphl von 120) absorbieren würde. Frau Margulies, die Vertreterin der für <Tä' Aufbringung des hiezu benötigten Betrages von 1500 Prund (außerhalb des Budgets) verantwortlichen Altrumänischen Federation, erklärte (namens der A. G, F, E.), die äußersten Anstrengungen zu diesem Zwecke machen zu wollen. 3. Um die gesunde Entwicklung unserer Landwirtschaftlichen Mädchenschule in Nahalal, einer unserer ältesten und wichtigsten Institutionen, zu sichern, wurde die Exekutive beauftragt, im Einvernehmen mit der für das Budget von Nahalal verantwortlichen Federation Canada, Verhandlungen zwecks Aufnahme einer Anleihe für die Errichtung des zweiten Hauses unverzüglich aufnehmen zu wollen, Um die Sicherheit für die benötigte Anleihe von 3000 Pfund zu schaffen, erbot sich die Ehrenvizepräsidentin Frau Henriette Erwell eine Garantie in der Höhe von 1000 Pfund in Form einer palästinensischen Citruspflanzung zur Verfügung zu stellen. Diesem Beispiel folgte sofort Frau Margulies (Bukarest), die namens ihrer Federation ein Grundstück auf dem Karmel als Sicherstellung anbot, so daß man mit großer Wahrscheinlichkeit die Durchführung dieser alten Verpflichtung gegenüber Nahalal und seiner Leiterin Chanah Melsel Schochat erwarten darf. Diese Aussicht löste beim Council unbeschreiblichen Jubel aus. 4. Konsolidierung der Meschaklm (Mädchenfarmen). Hiezu lag in Erfüllung der Baseler Resolution Nr, 29. modifiziert durch die Council-Sitzung vom 30, Juni 1931, dem Council ein Bericht der palästinensischen Expertenkommission, bestehend aus den Herren ßawly, Dr. Huppin und Zemach, vom 28. Juni 1932 über die Notwendigkeit der Konsolidierung der Mädchenfarmen vor, worin die Schuldenabdeckung und der Ausbau der Farmen als überaus dringlich der Exekutive empfohlen werden. Dieses Sachverständigengutachten wurde zugleich mit einem eingelaufenen Telegramm der Jewish Agency aus Palästina, das ebenfalls die Konsolidierung der Meschakei Poaloth für das Arbeitsjahr 1932/33 anrät, der Exekutive für ihre Entscheidung über die Dringlichkeit der Projekte überwiesen. 5. Die Ausbildung von Mädchen und Frauen in verschiedenartigen gewerblichen Berufen, z. B. Frisieren, chemischen Putzerei usw. Es wurde die Errichtung spezieller Ausbildungskurse für derartige Berufszweige, die in Palästina die Absorbierung beschäftigungsloser Mädchen ermöglichen, ins Auge gefaßt. Es wurde beschlossen, diese ganze Angelegenheit der Exekutive zur letzten Entscheidung nach Vorlage etwaiger weiterer Pläne zur beruflichen Unterbringung von Mädchen zu übergeben. Ein wichtiges Problem dieser Council-Tagung bildete ferner die Frage der administrativen und finanziellen Kontrolle über die Wizo-Institutionen in Palästina. Es wurde beschlossen, für jede Institution in Palästina ein Beratungs- und Aufsichtskomitee (Supervisory Board) mit folgender Zusammensetzung zu bilden: Ein Mitglied der Wteo-Palästina-Exekutive als Vorsitzende, eine weitere Vertreterin der Wizo, zwei Experten (Fachleuten), die von der Jewish Agency ernannt werden •ollen, und bis zu zwei kooptierte Mitglieder. Diese Aufsichtsräte sollen der Wizo Palästina Exekutive verantwortlich sein und zugleich durch die jeweilige Vorsitzende ein Bindeglied zwischen der Exekutive und den Institutionsleiterinneu herslellen. Die Institutionsleiterinnen selbst werden zu den Sitzungen, der ihre Anstalt beaufsichtigenden Komitees mit eingeladen. Der gemeinsame Aufsichtsrat mit der Moazah Hapoaloth wird bis zur näc hsten Konferenz nach der bishering-n Weise zusammengesetzt, entsprechend dem Uehereinkmmnen mit der Moazah Hapoaloth vom Jahre 1930. Sehr viel Anlaß zur Diskussion gah der in den Resolutionen der Londoner Round Tab|e Conference enthaltene Absatz, Resolution II, Klausel 8, worin eine administrative Beamtin mit besonderer Autorität zur Koordinierung (gegenseitige Verbindung) gefordert wird. Es wurde eine Einigung dahin erzielt, daß der auf Grundlage der von einem Londoner Subkomitee entworfenen Richtlinien für die administrativen und finanziellen Kontrolle bis zur nächsten Konferenz ge* arbeitet werden wolle und die in Klausel 8 aufgeworfene Frage mir dann vor die nächste Konferenz gebracht wird, wenn es bis dahin überhaupt noch notwendig sein sollte. (Artikel e der Erklärung zu den Resolutionen wurde fallen gelassen.) An dieser Stelle verdient der Geist der Selbsttiber* Windung betont zu werden, der immer wieder zur Erreichung des gegenseitigen Einverständnisses während dieser schwie* rigen Tagung führte, Im gleichen Geiste vyurde entschieden, daß die Resolutionen der dem Council vorangegangenen Round Table Conference in Palästina, soweit sie von den Londoner Beschlüssen abweiehen, durch die Exekutiven und die Jewish Agency der nächsten Konferenz zur BehancL lung Vorbehalten werden sollen. Dieser Geist verantwortlicher Zusammenarbeit ermöglichte auch eine ruhige und ausführliche Behandlung der Fragen der Organisation, Propaganda und Kulturarbeit. Außer den Problemen der Zusammenarbeit mit dem Keren Kaiemeth — Einbeziehung aller K- K, L-.-prauenarbeit in den Rahmen der Wizo-Arbeit (mit besonderem Hinblick auf die Verhältnisse in Polen) und statistische Feststellung aller von Wizo-Frauen für den K. K. l, aufgebraehten Leistungen und Summen, als Grundlage richtunggebender Verhandlungen für die weitere Zusammenarbeit und Propaganda — wurde besonderes Augenmerk der engeren Verbindung mit dem Kontinentalbund-Jugenddeaernat der Wizo gewidmet. Das. Jugenddezernat der Wizo hat im letzten Jahre eine entscheidende Wandlung dadurch erfahren, daß eg von einer reinen Galuth-Mädehenerganisation zu einer teilweise chaluzisghen geworden ist und daß die Frage der Aliah immer mehr in den Vordergrund tritt. Dieser neuen Situation wurde der neue Council durch einen Beschluß gerecht, wem die Exekutive aufgefordert wird, bei den zuständigen Palä- $tina=A@mtern fijr die Ermöglichung der Aliah zu sorgen mul in Palästina ein Komitee zur ständigen Beratung und Infor- HOCHSCHQIER erteilt Unterricht an Realgymnasiasten und Realschüler, auch Hebräisch, Vorbereitung für Wiederholungsprüfungen. Zuschriften erbeten an A, F. Wien, V., Pilgramgasse Nr. 8/31 mierung der Mädchen über Hachscjiarah und Aliah zu schaffen. Ebenso sollen qualifizierte Mitglieder des Kontineutalbundes nach Maßgabe der Möglichkeit und sofern sie den Aufnahmebedingungen entsprechen, in den Wi?:P-lnetitutionen in Palästina als Schül^mnen aufgenommen werden. Auf dem Gebiete der Propaganda wurden die Resolutionen der Baseler Konferenz betreffs eineF Wizo-Reise nach Palästina durch Schaffung eines Reisefonds sowie betreffs Abhaltung einer Sommerschuie zur Intensivierung des Verständnisses für Organisation, Propaganda und Kulturarbeit erneut bekräftigt. Der Council widmete «eine besondere Aufmerksamkeit der Frage der Zusammenarbeit mit internationalen feministischen Organisationen. Dieses Problem wurde von Frau Hanna h Steiner, Mitglied der Qaluth-Exekutive, in einem eigenen Referat umfassend beleuchtet. Zur Durchführung dieser Verbindungen mit der internationalen Frauenwelt beauftragte der Council die Exekutive, entsprechende Richtlinien ftlr die einzelnen Wizo-Föderationen auszuarbeiten. Zu bemerken ist, daß bereit« eine der FUhrerinnen der Wizo, das Mitglied der Palästnia-Exekutive Frau Ada Fischmann, als Experte in die Kommission für Frauenarbeit des Arbeitsamtes beim Völkerbund in Genf berufen wurde, Frau Pischmann wird dort auf Grund Ihrer langjährigen Arbeit in Palästina die Gutachten über die Frauenarbeit im Nahen Osten zu geben haben. Auf dem Gebiete der Finanzgebarung wurde der Antrag angenommen, daß Zweckbestimmungen (Eamiarking) in Zukunft im allgemeinen vermieden werden mögen. Wo solche Zweckbestimmungen aus bestimmten Gründen nötig sind, sollen sie nur im Einvernehmen mit der Konferenz vorgenommen werden. Die Ehrenßchatzmeisterin Frau Dr. Welzmann erklärte unter großem Beifall des Councils, daß im Falle der Einhaltung obiger Verpflichtung die Wizo auf ihr normales Budget (das im Vorjahr bekanntlich um 25 Prozent gekürzt worden war) zurückgehen und darüber hinaus Erweiterung ihres Programmes werde auf sich nehmen können. Mit besonderer Genugtuung wurde zur Kenntnis genommen, daß die Wizo ihr Budget schon heute auf vier Monate hinaus voll gedeckt habe, so daß die von der Konferenz und dem Council des Vorjahres unter dieser Bedingung genehmigten 500 Pfund an die Mädchenfarmen Petach-Tikwah, Schchunat Borochow und Nachlath Jehudah überwiesen werden könnten. Letztere Mitteilung löste eine spontane Freudenskundgebung aus. Im Bewußtsein der Verantwortung angesichts der vielhundertköpfigen Mädchenaliah und der mangelnden Berufsausbildung dieser Emigrantinnen wurde (Antrag Ada Fischmann, unterstützt von Frau Sieff) beschlossen, einen speziellen Notstandsfonds (Emergyfonds) zu beschaffen, um den der Absorbierung dieser neuen Aliah dienenden Plänen gerecht werden zu können. Nach vier Tagen und Nächten unermüdlicher Beratungen von großer Tragweite für die weitere Entwicklung der Wizo schloß die Tagung unter dem überwältigenden Eindruck der geeinten, erstarkten, ihrer Aufgaben und ihren Weges bewußten Organisation, die aus allen Kämpfen und Schwierigkeiten sich i.» einem nie vo:u'T erreichten Gipfelpunkt emporgearbeitet hat. Als die Ehrenpräaidentin Frau Henriette Irwell das Wort zum Abschluß der Tagung ergriff, waren alle Teilnehmerinnen dieser Stunde von dem Gefühl einer neuen Kraft und eines neuen, opferbereiten Glaubens an die Erreichung unseres großen Wizo-Zieles -*■ der Vorbereitung von Frauen und Mädchen für die praktische Arbeit in Erez Israel und die Ertüchtigung von Mutter und Kind für das Leben im jüdischen Lande — im tiefsten erfüllt. Mit dem Absingen der Hatikwah wurde diese entscheidende und wegweisende Tagung geschlossen. Empfang im Grand-Hotel, Aus Anlaß der Tagung des Councils fand zu Ehren der auswärtigen Delegierten ein von der österreichischen W|zo- Urgatiisalion veranstalteter Empfang im Grand-Hotel statt. Pie Präsidentin der österreichischen Wizo-Ürganlsation Frau Dr, Sophie Löwenherz begrüßte die Gäste und gab der Freude Ausdruck, daß Wien als Tagungsort gewählt wurde, ln eineF längeren Ansprache würdigte sie die Verdienste der einzelnen Führerinnen der Bewegung, Sie rühmte öie hingebungsvolle Tätigkeit der Ehrenv'zenräsidentin der W<zo Mrs. Hepriette Irwell auf dem Gebiete der Wohlfahrt für Mutter und Kind und erinnerte an den beispiellosen Eifer der jetzigen Vorsitzenden der Organisation Frau Romana Goodman, die den Kampf um Frauenrechte in der englischen Suffrage-Organisation begonnen hatte, und nun seit 25 Jahren der Propaganda der zionistischen Idee unter den jüdischen Frauen der ganzen Welt unermüdlich dient. Rednerin hob die besonderen Verdienste der Frau Dp, Ried. Vera Weizmann, der Gattin Professor Weidmanns, hervor, die zu den Mitbegründerinnen der Wizo gehört und als Sehatzmeisterin mit großer Umsicht und Energie für Aufbringung des Budgets der Organisation *** derzeit an die 5Q.QÖ0 engl, Pfund — sorgt und dadurch die Erhaltung und Erweiterung des Wizo-Werkes in Erez Israel ermöglicht. Als eine der Gründerinnen der Wizo und Kämpferin für die zionistische Idee begrüßte Rednerin Frau Rebeeea Sieff, ferner die Mitglieder der Londoner Exekutive Frau Doktor E s t h e r F e i w e 1, Frau Pr. C e! i n a S O k q | p w, Tochter des jetzigen Präsidenten der zionistischen Weltorganisation N a h u m Sokolow, Frau Odith Eder, Frau H a d a s s a Samuel und alle anderen, Mit besonders warmen Worten begrüßte sie die Vertreterinnen der Pa1ästina*Ex§kutive, Sie wies auf das Organisitiops- und Ver\valtungsqenie der Fra» Maisei -Schochat und auf die großen Fähigkeiten der Zähen Kämpeferin und Führerin der Arbeiterinnen Palästinas, Frau Ada f i s c b m a n n, hin, Pen künstlerischen Rahmen des Empfanges bildeten literarische und musikalische Vorträge. Frau Elisabeth Günther von der Rayag brachte zwei Gedichte aus dem Palästina-Zyklus von Dr, Martha Hoffniann zu Gehör, Frau Pr, Riesenfeld saug mit schöner Stimm« Lieder von Aehaon. Mit dem Vortrag eines Kapitels aus Jegqjqh erntete die Rezitationskünstlerin Margarete Rach stürmischen Beifall. Im Namen der aunwärtmen nuleuiprtmi dankte Frau Henriette irwell- Einigkeit —* 4er Weg «um Aufbau Betrachtungen *ur CaunciFTagung Selten war eine Kundgebung der zionistischen Frauen sq eindrucksvoll und imposant wie die Wiener c.ouneil=T&- gung, Unauslöschlich und bleibend wird allen TtilneHmirinnen an diesen Beratungen die Erinnernug an die bewegten Tage der Konferenz sein. Stand sie doch im Gegensatz zur letzten Tagung in Basel im Reichen vollster Einigkeit, fanden sich doch hier alle Geister zu gemeinsamer fruchtbringender, einigender Arbeit, in voller Erkenntnis dessen, daß nur ein einmütiges Zusammenwirken aller Kräfte zum Wöhle des Ganzen, zum Ziele führen kann, wurden diesmal alle Gegensätze prinzipieller Art zurückgestellt und gemeinsam an die Beratungen über die wichtigsten ZukunRsfrqgen geschritten. Die Führerinnen unserer Bewegung wetteiferten darin, praktischer Aufbauarbeit zum Durchbruch zu verhelfen und alles Trennende und Hemmende gar nicht erst aufkommen m lassen. Die Größe und Schwere der Aufgabe, die dm WIZQ- Frauen auf sich genommen haben, zwingt uns zum Einsatz höchster Leistungen, erfordert einheitliches wohldurchdachtes Zusammengehen, Erfüllt und beseelt von diesem Gedanken waren Delegierte aus der ganzen Welt zusammengeströmt und Im Sinne dieser Erkenntnis berieten und beschlossen sie, was unserer Bewegung nottut. Der Beifall, der allen Führerinnen unserer Bewegung entgegendröhnte, legte das beste Zeugnis dafür ab, daß das Streben nach gegenseitiger Verständigung heuer stärker als je zum Ausdruck kam. Zweifelsohne war es nur das Bewußtsein der Fülle an Arbeit, die an dem Palästina-Frauenwerke zu leisten ist, war es nur der feste Wille, alle Hindernisse und Erschwerungen zu überwinden, die sich gerade in der letzten Zeit ergeben hatten, die hier die Voraussetzung für ein einmütige* Zusammengehen schufen, Im Hinblick auf die vor uns stehenden ungtnmrren stungen, fand sich schließlich die Brücke, die zum gegenseitigen Entgegenkommen führte. Auf dem einmal gebahnten Weg fortzufahren mag — jetzt, wo dies im Zeichen vollster Einheit geschehen wird — um so leichter sein, Gewiß hat dl* «WIZO» im abgelaufenen Jahre unter den widrigsten Verhältnissen Großes und Ersprießliches geleistet. Verdienst der Wiener Konferenz Ist es aber, die Gewähr dafür geschaffen zu haben, daß diese Arbeit von nun an unter Zusammenfassung aller bewährten Kräfte viel leichter und besser von statten gehen wird. Uns «WIZOa-Frauen Oesterreichs gereicht es zur ganz besonderen Freude, daß es gerade Wien, die Gebutsstadt des modernen Zionismus, die Wirkungsstätte eines Hcrzl es war, auf deren Boden sich die Einigung vollzogen hat, in deren Mauern der Gedanke gemeinsame® Schaffens den Sieg davontrug. Und wenn nach den aufreibenden Mühen der Konferenz die Delegierten wieder an di« Stätten ihrer Arbeit zurückfuhren, so nahmen sie den festen Willen mit sich, mit neuer Kraft, mit gestärktem Opfermut und mit erhöhter Zuversicht sieh in den Dienst unseres Palästinawerkes zu stellen. Das Bewußtsein, eine starke, geeint« Organisation hinter sich zu haben, wird ihre Schaffenskraft zur Höchstleistung anspornen, wird sie recht bald unserem gemeinsamen Ziel zuführen. Und mit ihnen werden alle Mitglieder der WIZO in der ganzen Welt im Vertrauen auf di« Einigkeit unserer Organisation mit doppeltem Eifer und mit nie erlahmendem Mut ihre Arbeit fortsetzen. Liegt doch di« Stärke unserer Idee nur in dem einigen Zusammenschluß aller unserer Kräfte. Dr. Amalie KantCf