Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 5 (1932)
- Issue
- Heft 234 (1.7.1932)
- Date
- 1932-07-01
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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Seite 6 OIE STIMME Nr. 234 — 1. Juli 1939 Der Schlußakt einer Tragödie 2ur Ermordung Jochanan Stahls und Salia Sohars T e I - A w I w, im Juni. Fast ein Jahr nach dem tragischen Ende Joachanan Stahls und Salia Sohars wurde das Urteil Uber einen ihrer Mörder gesprochen. Von den beiden der Teilnahme an dem Morde beschuldigten Arabern Salim Abu Salman und Raschid Abu Salman wurde der letztere zu fünfzehn Jahren Gefängnis verurteilt und der erstere wegen Mangel ausreichender Beweise freigesprochen. Das Urteil ist nach unzweifelhaften Indizien erfolgt und stellt nach dem Oesetz die Höchststrafe dar. Die öffentliche Meinung des Jischuw kann sich jedoch mit dem Gedanken nicht abfinden, daß mit der Fällung dieses Urteils das traurige Ereignis als abgeschlossen gelten soll. Es steht heute fest, daß an dem Verbrechen fünf oder sechs Personen teilgenommen haben. Was soll mit den übrigen Verbrechern geschehen? Soll es für den großen und verzweigten Apparat der Behörde unmöglich sein, in dem kleinen Land die übrigen Teilnehmer festzustellen? Was uns zu dieser Fragestellung veranlaßt, ist kein Rachebedürfnis. Auch können Jochanan Stahl und Salia Sohar nicht mehr das Leben wiedergegeben werden. Aber das ursprüngliche Gefühl der Gerechtigkeit findet .sich nicht ab und die Bedingungen der Sicherheit des jüdischen Lebens fordern eine restlose Aufklärung und Sühne des Verbrechens. Es war keine leichte Sache, den unglücklichen Vorfall bis zur eben abgeschlossenen Gerichtsverhandlung zu bringen. Jüdische Kreise griffen auf Umwegen ein, um der Behörde bei der Auldeckung des Verbrechens zu Hilfe zu kommen. Dieses geschah an einem hellen Vormittag in kaum halbstündiger Entfernung von Tel-Awiw, auf dem Weg nach der jüdischen Kolonie Herzliah, dem nächsten Ziele der unglücklichen jungen Menschen. Aber die Gegend war an diesem heißen Vormittag einsam und es gab für den verbrecherischen Vorgang außer der stummen Sonne nur wenige Beduinen, die als Teilnehmer oder Zeugen aus sagen könnten. Aber Solidarität der Schuld oder des Stammes, und — das ist das Unmögliche für das menschliche Gefühl — wahrscheinlich vollständige Abwesenheit jeder Gewissensregnug in einer größeren Gemeinschaft von Menschen, die um den Vorfall wußten, bewahrten das Geheimnis dessen, was sie gesehen oder von dem sie wissen. Die Beziehung zu Blut und Menschenleben ist bei diesen Leuten anders. So konnte man sich auch nicht wundem, daß diie einzige Reue, die der Verurteilte in einem unbewacht geglaubten Augenblick zu erkennen gab, in dem Bedauern bestand, daß er Stahl und Sohar auf seine Kameele hatte -aufsitzen lassen und durch das, was dann «von selbst» gefolgt war, sich in eine unnötige Gefahr begeben habe. Daß dabei zwei Menschen das Leben ausgelöscht wurde, das rührte in ihm an keinem Nerv. Dieses arglose Aufsitzen zweier junger Menschen, die diesen dreitägigen Ausflug für ein liebendes Beisammensein herbeigesehnt hatten, hat ihnen das Leben gekostet. Trotzdem ist es schwer, aus diesem Geschehnis allgemeine Folgerungen für die Art des Zusammenlebens zweier in ihrem Kulturstand und i'hrer Weltauffassung so grundverschiedener, auf dieses Zusammenleben nun einmal angewiesener Völker zu ziehen. Denn der Zwang des Lebens ist nun emmaf da und die Menschen wie die Situationen sind verschieden. Wir sind verschieden von einander — wie sehr, das hat die Prozedur und die Technik der Voruntersuchung und der Gerichtsverhandlung erwiesen. Was nachher übrig blieb, war die Erinnerung an den Grundtrieb jeder menschlichen Gesellschaft, der notwendig und durch alle Sonderbarkeiten hindurch auf die Selbsterhaltung und damit auf die Durchsetzung des moralischen Prinzips gerichtet sein muß. Von schicksalsbangen Gefühlen wurde man ergriffen bei den einfachen Bekundungen des Zeugen Nachstein, des jüdischen Zizif-Führers (Zizif ist ein aus dem Jarkon herausgeholter Bausand). Er stand an jenem Junitag mit seinem Kamel auf einem Sandhügel, als er in einer Entfernung von zweihundert Metern die zwei jungen Leute auf dem Wege längs des Meeres dahinschreiten sah. Und hinter ihnen folgte ein Araber mit zwei Kamelen. Der Araber kam dem Paar näher und näher, bis sie nebeneinander herschritten und der Zeuge schloß aus den Bewegungen der Hände, daß sie miteinander sprachen. Sie entfernten sich immer mehr in der Richtung des Dorfes Sidna Ali, bis sie seinen Blicken entschwanden. Später begegnete er mit Melonen beladenen Kamelen, die von Arabern geführt wurden. Am Donnerstag, Erew Schewuoth, 10 Uhr vormittags, begleitete ich einen Freund, der nach Haifa fuhr, zum Tel-Awiwer Bahnhof, auf dem ich ein großes Gedränge antraf. Viele Hunderte von Juden, Männer, Frauen und iKnder, meist junge Menschen, warteten in feiertäglicher Vorstimmung und ungeduldig auf das Eintreffen des Zuges, der sie für die Feiertage nach Jerusalem, Haifa und dem Emek zu Verwandten und Bekannten bringen sollte. Zu dem gleichen Zug wurden zwei gefesselte junge Araber von Polizisten geleitet. Einer von ihnen war Raschid Abu Musa Salman, der verurteilte Mörder von Jochanan Stahl und Salia Schar, um nach der Festung Akko gebracht zu werden. Mitangehörige des Stammes Koraana verabschiedeten sich von ihm unter Händedruck und Küssen. Der mit so viel Ehren Verabschiedete aber hielt eine Rede: Man sollte ihn nicht beklagen. Er sei gesund und sein Haar noch schwarz. Sie sollten Uber die Stammesehre wachen ... Die Strafjahre würden schnell Vorbeigehen und er werde wieder heinikommen. Als sich der Zug in Bewegung setzte, wurde man plötzlich von einem jammervollen Aufschrei erschreckt. Er kam au« einer Gruppe arabischer Frauen in schwarzer, feiertäglicher Kleidung: eine alte und drei junge Angehörige des Weggefährten Verurteilten. Die Alte wälzte sich auf dem Boden unter wildem verzweifelten Weinen. Zwei der jungen weinten mit, aber gefaßter. Nach wenigen Minuten wurde die Frau still, stand auf und die Gruppe begann sich zu entfernen. Der Vorhang fiel über — wieviele? — Menschen* kicksale. Ch. H. Von der hebrfiischen Universität in Jerusalem Die National- und Universitätsbibliothek hat soeben die vollständigen Archive des zentralen Hilfskomitees für die Kriegs- und Pogromopfer in der Ukraine erhalten. Diese Archive enthalten reiches und wertvolles Material zur Geschichte der Pogrome und der jüdischen Flüchtlinge in den Jahren 1918 bis 1922. * Ferner erhielt die Bibliothek das Archiv des verstorbenen Schriftstellers Ja-kob Dineson, in welchem sich eine Anzahl von Dokumenten und Autographen befinden. * Der wissenschaftliche Nachlaß des verstorbenen Doktor S. A. Poznansky ist der Bibliothek übergeben worden. Er enthält viele Hunderte von Briefen aus der wissenschaftlichen Korrespondenz, die Dr. Poznansky mit vielen bekannten Forschern geführt hatte. Sie bezieht sich auf Judaistik und Orientalistik. Weiter enthält der Nachlaß Abschriften und Photographien von Handschriften aus den Universitätsbibliotheken in Oxford, Berlin und Leningrad, auch Dr. Poznanskys Handschriften, seine bibliographischen Arbeiten und, was besonders wichtig ist, Material zu seinem biographischen Wörterbuch der Karaer. Dieses bisher unveröffentlichte Material ist von großer Bedeutung für das Studium der Geschichte der Karäer und ihrer Führer. Außerdem enthält das Archiv Exemplare seiner gedruckten Arbeiten mit seinen Randbemerkungen. Alle drei obgenannten Archive erhielt die Bibliothek von den Freunden der Hebrfiischen Universität in Warschau. Herr Morris Symonds aus New Seeland, der seinerzeit den großen Lesesaal der National- und Universitätsbibliothek stiftete, befindet sich gegenwärtig hn Lande. Herr Symonds besuchte die Universität mehrmals und übernahm Der Verband zionistischer Hochschülerinnen, Wien, IX., Türkenstraße 9, gratuliert herzlichst seiner Präsidentin Frl. Wilma Gelmann anläßlich ihrer Promovierung zum Doktor [der Philosophie Wien, Juni 1932 es, in Australien eine Gesellschaft der Freunde der Universität zu gründen. * Der Bau der Bühne im Amphitheater, das seinerzeit von Herrn S. Untermeyer seiner Gattin zum Gedächtnis gestiftet wurde, macht Fortschritte. Diese Bühne ersetzt die frühere Plattform aus Holz. Sie wird ein geschmackvolles und modernes Bauwerk darstellen; dabei ist Vorsorge getroffen, daß der herrliche Blick auf die Wüste Juda und das Tote Meer frei bleibt. Die Bühne wird im Oktober fertiggestellt sein und ihre offizielle Einweihung soll mit der Eröffnung des nächsten Studienjahres zusammenfalten. * Der Senat hat beschlossen, das zur Erlangung des Magistergrades künftighin außer den üblichen Prüfungen eine besondere Diplomarbeit erforderlich sein soll. * Dr. G. Scholem, Dozent für jüdische Mystik, befindet sich auf Urlaub, um kabbalistische Manuskripte in der Bibliothek des Vatikans und anderen Bibliotheken Europas zu studieren. * Herr L. Billig, M. A., Dozent in Arabischer Literatur, hat für das Sommersemester 1932 Urlaub zu Forschungszwecken erhalten. * Dr. David Baneth, Leiter der orientalistischen Sektion der Hebräischen National- und Universitätsbibliothek, wirkt als einer der Herausgeber des von der Mediaeval Academy of America unternommenen Werkes «Corpus Commentariorum Averrois in Aristotelem» mit. * Prof. F. Bär, dessen Forschungstätigkeit sich mit der mittelalterlichen Geschichte der Juden in Spanien befaßt, erhielt eine Einladung zu einem Kongreß der spanischen Rechtsgeschichte, der in Madrid stattfinden wird. * Dr. E. L. Sukenik, der Archäologe der Universität, wurde eingeladen, am Internationalen Kongreß für christliche Archäologie in Ravenna teiizunehmen. * Der Universitätsverlag wird in Kürze ein wohlausgestattetes und reich illustriertes Buch über die «Antike Synagoge bei Beth Alpha» von E. L. Sukenik herausgeben. Dieses werk wird in einer hebräischen und einer englischen Ausgabe erscheinen, letztere durch die Oxford Umversity Press. Forderung ostjüdischer Einrichtungen durch die Berliner Gemeinde In der nichtöffentlichen Repräsentantensitzung der Jüdischen Gemeinde Berlin wurde dem Anträge der Volkspartei auf Bewilligung von 6000 RM für den Verband Ostjüdischer Organisationen in der Weise Rechnung getragen, daß ein Gesamtfonds von 10.000 Reichsmark für Unterstützung ostjüdischer Einrichtungen geschaffen und die Einzelbewilligung späterer Prüfung Vorbehalten wird. Rathenau Dite Gedenkfeier der Reichsregierung Vor 10 Jahren fiel Walther Rathenau, Deutschtami* Reichsaußenminister, von Mörderhand. Auf Veranlassung der Reichsregierung fand am 24. Juni, 11 Uhr vormittags, im Rathenau-Haus im Grunewald eine Feier statt, die dem Ge« denken an den Staatsmann gewidmet ist, der die Befreiungspolitik eingeleitet hat, von dem über Wirth, Stresemam» und Brüning eine kontinuierliche Linie zu Papen und Neurath führt, die an dem heutigen Rathenau-Gedenktage in entscheidenden Verhandlungen in Lausanne stehen. Zur Feier im Rathcnau-Haus erschienen als Vertreter des Reichspräsidenten von Hindenburg Staatssekretär Doktor Meißner, als Vertreter des Reichskanzlers von Papeti Staatssekretär Planck, als Vertreter des Rcichsaußenmintsters von Neurath Ministerialdirektor Dr. Köpke. Die Gedenkrede hielt Gesandter von Mutius. In der Morgenbesprechung der Direktoren des Auswärtigen Amtes gedachte Ministerialdirektor Dr. Köpke de« ermordeten Reichsaußemninisters. Anschließend hieran legte Dr. Köpke am Grabe Rathenaus auf dem Friedhof in aef Wuhlheide einen Kranz des Auswärtigen Amtes nieder. Reichsaußenminister Freiherr von Neurath richtete von Lausanne aus ein Telegramm an die Schwester Walther Rathenaus. Am Grabe Walther Rathenaus sind eine Fülle von Kränzen niedergelegt, ebenso an der Mordstelle in der König«- allee. Am urabe und in der Königsallee stehen Ehrenwachen des Reichsbanners. Die Tragik des Juden Rathenau Die führende Presse Berlins und des Reiches Würdigt am 10. Todestage Walther Rathenaus die Persönlichkeit de* Staatsmannes und Denkers, sowie seine Verdienste um Deutschland in längeren Aufsätzen und Gedenkartikeln, in denen auch die Tragödie des Juden Rathenau dargestellt Ist Die «Frankfurter Zeitung» schreibt: Seine Oestalt i*t für die heranwachsenden Geschlechter fast schon ein Mytho*. Der Ermordete streckte noch Über den Tod hinaus den Mördern die zur Versöhnung bereite Hand entgegen. Seine Seel« wollte im Einklang mit dem deutschen Volke, das er, der Jude, als die ihm natürliche Daseins- und Arbeitsgemeinschaft empfand, leben und wirken. So wird die Erinnerung an Walther Rathenau zum Gelöbnis. «Vorwärts» schreibt: Einer der fähigsten Staatsmänner unserer Zeit fiel den Kugeln und Handgranaten einer Grupp« verschworener Landsknechte zum Opfer, die ihm nicht« anderes vorzuwerfen hatte, als daß er Jude war. Ein mittelalterlicher Hexenaberglaube, in den politischen Kampf de« 20. Jahrhunderts verpflanzt, war die einzige Triebkraft der Mörder: das Ammenmärchen der «Weisen von Zion». Eil» jüdischer Außenminister konnte nur ein Verräter am deutschen Volke sein. Und deshalb wurde einer der treuesten, begabtesten Söhne des deutschen Volkes am 24. Juni 1922 gemeuchelt, wenige Wochen nachdem er sich auf der Weltkonferenz von Genua mit sichtbarem Erfolge um die wachsende Erkenntnis des Auslandes für die tragische Lage de« besiegten Deutschland bemüht hatte. Vor 10 Jahren schienen alle anständigen Menschen von diesem sinnlosen Mord, begangen an einem der wertvollsten Köpfe der deutschen Kulturwelt, entsetzt abzurücken. Nur wenige Fanatiker wagten es, sich zu dem Hakenkreuz zu bekennen, in dessen Zeichen Walther Rathenau abgeschlachtet wurde. Heute ist diese« asiatische Symbol Adolf Hitlers salon-, hof- und angeblich regierungsfähig geworden. Aus den antisemitischen Mordverschwörern von einst ist eine M'üionenbewegung geworden. Wir aber werden weiterkämpfen und siegen für da* Ideal, dem auch Walther Rathenau zum Opfer fiel: für die Freiheit. Rudolf Olden erinnert im «Berliner Tageblatt» an die Trauer des deutschen Volkes um Rathenau. Ungeheure Demonstrationszüge, wie Deutschland sie noch nicht gesehen hatte, durchzogen alle deutschen Städte. Ueber eine Million Menschen in Berlin, 150.000 in München und in Chemnitz, 100.000 in Hamburg, Breslau, Elberfeld, Essen. Nie hatte Deutschland einen seiner Bürger so geehrt. Jene alberne Fabel von den 300 Weisen von Zion, die den Erdkrei» regieren und Deutschland vernichten, sie ist nicht lächerlich, wenn man ihre Wirkung bedenkt. Das britische Reich konnte der Jude Disraeli zur höchsten Blüte führen, den französischen Widerstandskampf konnte der Halbjude Gambetta organisieren, die russische Armee baute der Jude Trotzkl auf, zu Mussolinis engsten Mitarbeitern zählen Juden — in Deutschland wäre gleiches nur schwer vorstellbar. Gegen die Junker und Oeneräle, die in den deutschen Niederlagen an verantwortlichster Stelle standen, hat sich aus dem Lager der sogenannten nationalen Männer kein Vorwurf erhoben. Als aber der Jude Rathenau, zur äußeren Vertretung de» Reiches berufen, daranging, die einzig mögliche Politik, für Deutschland Vertrauen zu werben, zu machen, da war er hilflos, rettungslos der Verleumdung preisgegeben, die sich als tödliche Waffe erwies. Er starb als Opfer für eine bessere Zukunft, die noch in der Ferne liegt. 0> ..-.. Konferenz der Allgemeinen Zionisten Ostgaliziens Lemberg. Bei Anwesenheit von etwa 200 Delegierten aus 100 Städten fand in Lemberg die Landeskonferenz der Allgemeinen Zionisten Ostgaliziens statt. Der Präsident der Exekutive Dr. Szmorak erklärte, die jüdische Assimilationspolitik habe vollständig Schiffbruch erlitten, die einzig« starke Bewegung, die sich dem Antisemitismus entgegenstellen könne, sei der Zionismus. Senator Dr. David Schreiber wurde zum Präsidenten der Konferenz gewählt, Referat« hielten Prof. Dr. Stuck, Dr. Rosmarin, Dr. Geier und Doktor Leser. Es wurde eine neue Exekutive gewählt, der u. a. Doktor Szmorak als Präsident, Dr. Rosmarin, Dr. Sommerstein und Dr. Rothfeld als Vizepräsidenten und Dr. Stup als Generalsekretär angehören. Das Urteil im Prozeß gegen die antisemitischen Terroristen in Bulgarien Sieben Jahre Zuchthaus für Kalpaktschieff In dem Prozeß gegen Dimiter Kalpaktschieff und zwei weitere antisemitische Terroristen, die einen jüdischen Arzt und einen jüdischen Kaufmann verschleppt und gepeinigt haben sowie Vorbereitungen getroffen haben, einige Führer der bulgarischen Juden gewaltsam zu entführen, ist da« Urteil gesprochen worden: Dimiter Kalpaktschieff wurde zu sieben Janren schweren Kerkers (Zuchthaus), der Beamt« für «spezielle Dienste» der antisemitischen Organisation «Rodna Zastita» Radan Radeff wurde zu sechs Monaten Gefängnis, der Helfershelfer Torna Stoianoff wurde zu eineinhalb Jahren Gefängnis verurteilt. In jüdischen Kreistt wird das Urteil als zu milde kritisiert.