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Die Stimme · 1932-05-26 · Heft 229 (26.5.1932) · page 6

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Journal
Die Stimme
Volume
5 (1932)
Issue
Heft 229 (26.5.1932)
Date
1932-05-26
Page
– (sequence 6)
Language
German
Belongs to
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OIE STIMME Nr. 229 — 28. Mal 1932 c.te 6 Stimme des Studenten tRedtaferf vom JIMNdtan Hoctachiitatittclitm) sancebewegung des jüdischen Volkes, in der Erneuerung der hebräischen Sprache und im modernen Zionismus. Für die Popularisierung des Planes der Errichtung einer «Hebräischen Universität» waren wichtig: die Bemerkungen über eine geistige Lehrstätte in «Rom und Jerusalem» von M. Heß, 1862, das Betonen der Haskalahbewegung für das Hebräische als Sprache des Volkes, der Artikel in der Jerusalemer hebräischen Zeitung «Hachabazeleth» von Elieser Ben Jehuda, in dem er verlangte, daß das Hebräische als Unterrichtssprache in den Jüdischen Schulen Jerusalems eingeführt werde, schließlich auch die Uebersiedlung Ben Jehudas (1882) nach Jerusalem, in dessen Familienkreis zielbewußt nur hebräisch gesprochen wurde, die ersten hebräischen Kindergärten Palästinas, wo hebräische Kinderlieder gesungen wurden, die Errichtung der hebräischen Gymnasien von Jaffa und Jerusalem usw. Von ziemlicher Bedeutung ist der Beschluß der Generalversammlung des palästinensischen Lehrerverbandes: «Die Grundlagen der nationalen Erziehung in Palästina verlangen, daß sämtliche Unterrichtsgegenstände in der hebräischen Sprache gelehrt werden» (August 1912). Der Erfolg dieses Beschlusses war es, daß sich später im Haifa-Technikum, gelegen am Fuße des Karmel, das Hebräische durchsetzte. Das Schicksal, die Zukunft des jüdischen Volkes erhielten eine neue Wendung. Seit dem I. Zionistenkongreß (1897) nahmen träumerische Gedanken wirkliches Leben an. (Fortsetzung folgt in der nächsten Nummer der „Stimm« des Studenten*'.) Mitteilungen des Jüdischen HochschulaussGhusses Herzl-Grabgang Der diesjährige Herzl-Grabgang bot einen besonders eindrucksvollen Verlauf und zeigte, daß die zionistische Jugend auf die Störungsdrohungen der Hakenkreuzler durch äußerst zahlreiches Erscheinen antwortete. Besonders stark vertreten wair diesmal wieder die jüdische Studentenschaft, die zusammen mit dem Studentenkorps Haganah einen imposanten Zug bildete. Der Grabgang, den die jüdischen Couleurstudenten eröffneten, bot das seltene Bitd einer geeinigten zionistischen Kundgebung An dieser Stelle möchten wir besonders das disziplinierte Verhalten des J. A.-Technikerverbandes hervonheben, dessen Mitglieder fast vollzählig erschienen waren. Amtsstunden der Hochschulausschußmitglieder Präsidium und Sportreferat: Donnerstag von 1 bis 2 Uhr; Mensareferat: Dienstag von l bis 2 Uhr; Fürsorgereferat: Mittwoch von 1 bis 2 Uhr; Heimreferat: Donnerstag von 1 bis 2 Uhr. Ringen Training Dienstag, Mittwoch und Freitag ab 19 Uh* lm Ringlokal der Hakoah, IX., Wasagasse 28. Zur Verfügung stehen sämtliche zur Körperausbildung notwendig« Geräte sowie kalte und warme Duschen. Monatlicher Beitrag S 2.50. Boxen Im Rahmen des Boxklubs Makkabl Sommertraining (m Augarten (Eingang Lampigasse-Rauscherstraße). Training Montag, Mittwoch, Samstag ab 17 Uhr. Trainer sowie alle notwendigen Sportgeräte stehen zur Verfügung. Monats« beitrag S 1.—, Schießen Im Rahmen der „Haganah" auf Ihrer Schießstätte, DL, Nußdorf erst raße 16. Montag, Mittwoch, Donnerstag von 20 bis 22 Uhr. Geschossen wird mit kleinen Kalibern, Gewehr und Pistole. Persönliche Anmeldung in den oben genannten Stunden erforderlich. Dschiu-Dschitsu Geschlossene Kurse nach vorheriger Anmeldung ebendort Sämtliche angeführten Begünstigungen genießen unsere Mitglieder nur gegen Vorweis derVerbandsmitgliedBkarte. Nähere Auskünfte und Anmeldungen von 18 bis 14 Uhr im Sportamt in den oben angeführten Trainingsstunden. Akademischer Verein jüdischer Mediziner IX., Währingerstraße 15 Amtsstunden: Montag, Mittwoch, Freitag von 14 bis 15 Uhr. Der Verein verfügt über eine nach allen Richtungen der medizinischen Wissenschaft aufgebaute Fachbibljothek sowie über eine große Anzahl von Mikroskopen und Sezierbestecken, deren Benützung allen Mitgliedern freisteht, ln der Generalversammlung vom 9. Mai wurde Koll. Sonnenschein wieder zunr Obmann des Fachvereines gewählt. Besonders hingewiesen sei auf die Wirtschaftsstelle, durch die alle Kollegen in der Lage sind, sämtliche Studienbehelfe zu besonders günstigen Bedingungen (Bücher, Instrumente, Arbeitskleidung usw.) besorgt zu erhalten. Weiters ist es durch die gleiche Stelle möglich, Absolventen und diplomierten Kollegen Stellen für kurze oder längere Zeit (Vertretung) vermitteln zu können. Jüdisch-akademischer Philosophenverein IX-, Zimraerraannplatz 8 Amtsstunden täglich von 13 bis 14 Uhr, außerdem Dienstag und Mittwoch von 19 bis 21 Uhr. (Bibliothek nur Mittwoch.) Der zu den Pfingstfeiertage» vom Philosophenverein veranstaltete Ausflug in die Wachau bat so großen Anklang gefunden, es mußte sogar eine Anzahl von Kollegen wegen Platzmangels zurückgewiesen we-den, daß wir uns entschlossen haben, Sonntag, den 5 Juni, einen zweiten Ausflug zu Schiff zu unternehmen. Wir sind außerdem in der Lage mitzuteilen, daß wir auf Grund eines mit der D. D. S. G. getroffenen Uebereinkommens den zweiten Ausflug zu ermäßigtem Preis durchzuftihren die Möglichkeit haben. Das Fabrtziel ist Carnuntum. Vo“gesehen ist Besichtigung des römischen Museums, der Ausgrabungen, eventuell gemeinsames Bad Angesichts des schon jetzt regen Interesses für diese Fahrt ersuchen wir um ehebaldigste Anmeldung. Zum Geleil Wiederum erscheint in diesen Blättern die «Stimme des Studenten». Wiederum sollen an dieser Stelle die vielfältigen Fragen und Probleme, die in unserer Zeit den jungen jüdischen Menschen und insbesondere den jüdischen Akademiker bewegen, aufgerollt und besprochen werden. Wieviel ist schon allerorten von diesem jüdischen Akademiker gesprochen und geschrieben worden. Er, der einst in den Tagen Herzls der Bannerträger des neuaufkeimenden nationalen Willens war, nimmt heute in der zionistischen Bewegung eine recht bescheidene Rolle ein. Wohl sind die Zeiten schwerer geworden, wohl bedrückt heute größere geistige und materielle Not den jungen Studenten, doch das alles muß für uns nur ein um so größerer Ansporn sein, bechol lewowecho u wechol nafschecho unserem großen Ziele näherzustreben und den Platz in der Renaissancebewegung unseres Volkes einzunehmen, der uns kraft des Wissens, das wir uns an den hohen Schulen erwerben, gebühren sollte. Der Jüdische Hochschulausschuß, der Gesamtverband jüdischer Hochschüler Oesterreichs, hat es sich zur Aufgabe gesetzt, die Herzen der Jugend zu neuer Begeisterungsfähigkeit zu entflammen, die Indifferenten zu überzeugen, die Lauen aufzurütteln und den durch politische Anschauungen Getrennten einen gemeinsamen Kampfboden zu bieten. Diese Blätter, für deren Ueberlassung wir der «Stimme» an dieser Stelle unseren Dank aussprechen, sollen dazu beitragen. Kollegen von nah und fern, wir grüßen Euch; vor allem Ihr, die Ihr in dem Lande unserer Sehnsucht noch einen Kampf um die Venia discendi führen müßt, seid herzlichst gegrüßt! Jüdische Studenten, schart Euch um uns, stärket die Reihen der jüdischen Studentenschaft. Ob links, ob rechts, ob Allgemeiner oder Misrachi, wer sich stolz zu seinem Volk bekennt, gehört in unsere Mitte. Dr. Ernst Mandler, Vizepräsident der Judäa. Oie hebräische Universität Von cand. jur. Josef Fränkel (II. Preis) Der Jüdische Hochschulausschuß hat im Wintersemester 1931/32 ein Preisausschreiben veranstaltet. Die mit dem ersten Preis gekrönte Arbeit wird in dem vom Hochschulausschuß demnächst herausgegebenen „Führer" veröffentlicht werden. Die mit den. nächstfolgenden Preisen anerkannten Arbeiten veröffentlichen wir an dieser Stelle. I. Anfangs war die Taufe Eintrittsbillet an den europäischen Universitäten. Die Hochschulen waren für Juden verschlossen, Getaufte fanden Aufnahme. Erst gegen Ende des achtzehnten Jahrhunderts wurden wenige Juden an den westeuropäischen Hochschulen zugelassen. Die jüdischen Studenten wurden trotz ihrer Assimilationssucht verhöhnt, verlacht. Viele ließen sich taufen (zum Beispiel Heinrich Heine, Juli 1825, vier Wochen vor der Promotion) oder verließen die Hochschulen noch vor Beendigung ihrer Studien (zum Beispiel Moses Heß, 1830). Jahre verstrichen, die Lage der jüdischen Hochschüler wurde trister. Zuerst stießen sie auf hohen, dann auf versteckten Antisemitismus und schließlich auf Haß. In dieser Zeit tauchte tastend, nebelhaft die Idee der Errichtung eines «Jüdischen Lehrhauses» auf. Die russische Regierung war es, die im Osten für die Aufnahme der Juden an den Hochschulen eintrat. Sie wollte im 19. Jahrhundert einigen Juden russischen Geist und russische Kultur einimpfen, damit diese als Träger der Assimilation eine weitverzweigte Russifizierung der Juden einleiten. Und auch hier dasselbe Bild wie im Westen — Haß gegen die Juden. Eine Pogromwelle in Rußland. Viele jüdische Hochschüler ^erließen die Hochschulen und wandten sich jüdischen lehrstätten zu. Sie traten der «Haskalah» bei, wodurch diese die jüdischnationale Richtung einschlug. Die Haskalahführer schrieben und predigten von einer «geistigen Lehrstätte». Nebelhaft waren auch hier die ersten Gedanken. Am 7. Juni 1885 erließ die russische Regierung das erste Numerus Clausus-Gesetz, u. zw. «Beschränkung der Aufnahme von Juden am Technologischen Institut zu Charkow bis auf 10 Prozent der allgemeinen Zahl der Studenten». Im Jahre 1886 wurde dies auch auf Universitäten angewandt. Dadurch nahm die Idee einer «geistigen Lehrstätte», eines »Jüdischen Lehrhauses», klarere Formen an. Jetzt hörte man das Wort «Jüdische Universität». M. Die Geschichte der «Hebräischen Universität» fällt natürlich nicht allein mit den traurigen Ereignissen an den Hochschulen zusammen, vielmehr fand sie ihren Stempel, ihren eigentlichen Architekten in der Renais- Das Sportamt Das Sportamt des jüdischen Hochschulausschusses hat auf Grund von Verhandlungen mit dem1 Sportklub Hakoah, dem Schwimmklub «Hakoah», dem Boxklub «Makkabi» und. dem Studentenkorps «Haganah» des Sporrt- und Schittzenvereines «Menorah» für die jüdische Studentenschaft die Möglichkeit geschaffen, sich auf fast allen Gebieten des Sportes gegen einen minimalen Beitrag auszubilden. Im folgenden seien die Möglichkeiten angeführt: Leichtathletik Training täglich, mit Ausnahme von Samstag, ab 17.30 Uhr bis zum Anbruch der Dunkelheit auf dem Hakoah- Sportplatz Krieau (Haltestelle Iler-Wagen). Urakleldekabinen, kalte und warme Duschen, Trainer, Masseur und sämtliche Sportgeräte, wie Kugel, Diskus, Speer, Hürden, Stabhochsprungstange usw., stehen unseren Mitgliedern zur Verfügung. Monatsbeitrag S 1.—. Schwimmen Der Schwimmsport kann ausgeübt werden: 1. Im Dianabad an den Trainingsabenden des Schwimmklubs „Hakoah", Jeden Dienstag und Donnerstag von 18.80 bis 20.30 Uhr. Beitrag für einen Badoabend 70 Groschen. — 2. Sommertraining lm Hietzlnger Strandbad (Stadtbabnbaltestelle Braunschweiggasse). Monatsbettrag S 2.—. Auf Grund dieses Beitrages wird eine mit Lichtbild versehene Monatskarte ausgestellt. Für jedes Bad, mit unbeschränkter Dauer (also von 8 Uhr früh bis 22 Uhr) ist ein FJetrag von 10 Groschen an der Kassa des Bades zu erlegen. Handball Mittwoch und Freitag ab 17 Uhr, Training auf dem Sportplatz Krieau. Trainer werden beigestellt Monatlicher Beitrag S 1.—. Hockey Training Dienstag und Donnerstag ab 17 Uhr aut einem eigenen Hockeyplatz der Hakoah in der Krieau unter Leitung prominenter Spieler der ersten Kampfmannschaft. Beigestellt werden Dreß, Schuhe, Stöcke, Uinkleldekabinen, kalte und warme Duschen. Monatsbeitrag S 1.—. Tennis SplelmögHchkeit täglich von 7 Uhr früh bis 16 Uhr (mit Ausnahme von Sonntag) auf den sechs Tennisplätzen des Sportklubs Hakoah auf dem Sportplatz Krieau. Es stehen unseren Mitgliedern Umkleidekabinen, kalte und warme Duschen, Turnierbälle und eventuell aueb Trainer zur Verfügung. Der monatliche Beitrag beträgt S 10.—. Es werden in berücksichtigungswerten Fällen bet einer genügenden TeLlnehmerzahl noch Ermäßigungen von diesem Betrag gewährt. Jüdisch-akademischer Juristenverein IX., Liechtensteinstraße 30 Amtsstunden: Montag und Donnerstag von 19 bis 20 Uhr. Präsidium: Montag von 19.30 bis 20.30 Uhr. Ende Mai oder Anfang Juni Führung dur»ch das Selenophon-Tonfilmatelier. lm Laufe des Monates Juni sind folgende Führungen vorgesehen: Heilanstalt Steinhof, Jüdisches Museum, Strafgefangenenhaus I. — Kurse: Vorbereitungskurse zur I. Staatsprüfung sowie Kurse für Kolloquien und Pflichtübungen finden unter der bewährten Leitung des Koll. Dr. Alexander Friedler statt. Kollege Dr. Hirni leitet einen. Kurs aus allgemeinem bürgerlichem Recht und eine Arbeitsgemeinschaft auf diesem Geoiete. Ein Kurs aus Strafrecht kann bei nötigem Interesse sofort begonnen we-den, ebenso Anfängerkurse aus Englisch und Französisch. Die Kursbeiträge sind denkbar niedrigst gehalten. Besonders bedürftigen Kollegen werden weitestgehende Ermäßigungen gewährt. Nähere Auskünfte in den Amtsstunden — Ausflüge: An Sonn- und Feiertagen veranstalten wir Ausflüge in die Umgebung Wiens. Auch größere Touren sind geplant. Gesellige Zusammenkünfte, Picknicks mit Tanz usw. finden in unserem Vereinslokale statt. Auskünfte in den Amtsstunden. Vereinigung jüdischer Hörer an der Hochschule ffir Welthandel IX., Servitengasse 4 a Amtsstunden Montag von 20 bis 2t Uhr. Bibliothek: Dienstag von 19 bis 20 Uhr Wir ersuchen die Kollegen, die nicht mehr benötigten BUoher baldigst der Bibliothek zurück« zustellen. Mitgliedsbeiträge sind bis längstens 15. Juni einzuzahlen. An Stelle des zurückgetretenen Präses Koll. Wannbrand führt Vizepräses Kollege Z i m e t die Geschäfte. Jüdisch-akademischer Technikerverband IX., Liechtensteinstraße 30 Amtsstunden: Dienstag und Donnerstag von 18 bis 19 Uhr. Mitteilungen der Bibliothek: Es wurden angeschafft: Benischke, Wissenschaftliche Grundlagen der Elektrotechnik; Jüdisches Kinderheim „Siedlung Eden“ bei Hütteldorf Ständig pädagogische und ärztliche Aufsicht, Schwimmen, Turnen und Wandern Auskunft: Dr. Michael Tennenhaus, 1 bis 3 Uhr Wien, IX., Lazarettgasse 30/5 mmmmmmmmmmmmmmrnmmmnmmmmmmmm

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