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Die Stimme · 1932-04-21 · Heft 224 (21.4.1932) · page 10

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Journal
Die Stimme
Volume
5 (1932)
Issue
Heft 224 (21.4.1932)
Date
1932-04-21
Page
– (sequence 10)
Language
German
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Seite!0 DIE STIMME Nr. 224 — 21. April 1932 „Die Gräfin von Monte Christo.“ Tn einem fashionablen Wintf rkurort. In der Gesellschaft der großen Welt eine kleine Frau. Elegant, schön, sonderbar: Jeanette lebt hier das Leben einer Dame von Welt, sie, die ehemalige Filmkomparsin. Niemand ahnt, daß ihre Luxuskoffer leer sind, daß ihre Geldbörse keinen Pfennig enthält, daß sie nichts als das Kleid besitzt, das sie eben anhat. Sie spielt ihre Rolle — die erste Rolle ihres Lebens — mit größtem Geschick. Sie spielt die ganze Komödie weiter, gilt als Gräfin von Monte Christo. Brigitte Helm und Rudolf Förster spielen die Hauptrollen. „Der Frechdachs.“ Das neue Ufa-Lustspiel „Der Frechdachs" ist. soeben fertiggestellt worden, so daß die Erstaufführung in Berlin und Wien bereits in allernächster Zelt «tattflnden kann. „Der Frechdachs" ist ein Film, der von der Ufa mit großem Aufwand unter der Regie von Carl Böse, dem erfolgreichsten deutschen Lustspielregisseur, inszeniert wurde. Die Hauptrollen spielen Willy Fritsch. Camilla Horn, Else Elster und Ralph Roberts. Oscar Straus dirigiert „Eine Stunde mit dir". Die Tanzmusikstunde der „Ravag“ am Donnerstag, den 21. April, wird um halb 11 Uhr abends von den neuesten Schlagerkompositionen Oscar Straus' aus dem Paramount Tonfilm „Eine Stunde mit dir“ eingelcitet, die der Komponist selbst dirigiert. Die Wiener Uraufführung dieses Ernst Lubitsch- Films mit Maurice Chevalier und Jeanette MacDonald findet am 22. April im Imperial-Kino, I., Opern-Kino, I., Löwen- Kino, III., und Maria-Theresien-Kino, VII., statt. Oscar Straus wird bei der Festpremiere dieser Ernst Lubitsch- Produktion am Freitag, den 22. d., um 9 Uhr abends im Löwen-Kino persönlich zugegen sein. „Ich möchte heiraten...“ singt Renate Müller, die Hauptdarstellerin des in der Scala zur Erstaufführung gelangenden Wilhelm Thlele-Fllms „Mädchen zum Heiraten". Nach mancherlei Irrungen — Wirrungen, hervorgerufen durch den Heiratsvermittler Bernstein, den Frita Grünbaum darstellt, kriegt sie den, den sie gewollt: Hermann Thiinig, der allerdings vorerst einen anderen Bewerber, nämlich Szöke Szakall, ausstechen muß. Zu dieser heiteren Angelegenheit schrieb Michael Krausz, einer der bekanntesten Operettenkomponisten, die Musik. Jüdische Chronik der Woche 21. April 1499: Den Marranen wird verboten, aus Portugal auszuwandern. — 1870: Prof. Wolfgang Wessely in Wien gestorben. — 1917: Dr. Zamenhof, Erfinder des Esperanto, gestorben. — 1921: Der bekannte hebräische Schriftsteller J. Ch. Brenner wurde von Arabern ermordet. — 22. April 1796: (Isaac) Adolphe Creniieux seboren. Er war Advokat, wurde Justizminister Frankreichs, gründete die Alliance Israelite. — 1846: Der Dramaturg Hugo Lubliner in Breslau geboren. — 1876: Prof. Dr. Robert Barany Nobelpreisträger für Medizin, in Wien geboren. — 23. April 1615: Edikt Ludwig XIII. gegen die Juden. — 1901: Der hebräische Schriftsteller A. Ludwipol gestorben. — 24. April 1288: Ritualmordbeschuldigimg in Troyes, Frankreich. 13 Juden verbrannt. — 1862: Rudolf Schildkrnut in Konstantinopel geboren. — 1920: Bestätigung der Baifour-Deklaration auf der Konferenz von San Remo. — 25. April 1842: Der hebräische Dichter und Orientalist Dr. Salomon Mandelkern in Mlynow (Rußland) geboren. — 1881: Bismarck erhält eme antisemitische, mit 250.000 Unterschriften versehene Denkschrift, in welcher Entrechtung der Juden und Einwanderungsverbot verlangt wird. — 1921: Arabische Ueberfällc auf Petach- Tikwah. — 26. April 1655: Legalisierung der ersten jüdischen Gemeinde in Neu-Amsterdam, dem jetzigen New York. — 27. April 1293: Meir von Rothenburg, einer der größten Talmudisten, stirbt im Gefängnis von Ensisheim bei Kolrnar. — 1846: Der H'ctoriker Dr. \Vn»f Brüll in Krvetein fMäh-en) eboren. — 28. April 1823: Prof. Tobias Asser, bekannter echtsgelehrter, gewesener holländischer Minister, Träger des Nobel-Fredensoreises, in Amsterdam «mhoren. — 1*11: Pogrom in Elisabethgrad, Beginn einer Reihe von Judenmassakers in Rußland. — 29. April 1670: losua da S Iva, der erste Chacham der sephardischen Gemeinde in London, gestorben. — 1871: Der Philosoph William Stern in Berlin geboren. Zlonlstlsihes Lehen In Wien Die Arbeit des Keren Kajemeth Jublläums-Aktion. Bisheriger Eingang S 9.959.56. In der letzten Woche gingen ein: Zentrale S 5.—, Sektion I S 26.—, Sektion III S 100.—, Sektion IV/V S 144.22, Sektion VI/V1I S 115.35, Sektion VIII/IX S 520.—; «Wizo»: I S 22.—, II S 50.-, VI/V1I 115.35; Herzl-Klub S 32.50; Histadruth Ivrith S 16,14; Linz S 113.—. Gärten. B e z.-R at Norbert Rappaport- Garten. Es sind weiters eingegangen S 73.50 (insgesamt bisher S 178.50). — Dr. Ludwig Rosenh e k - G a r t e n (M ö d i i n g). Zuletzt gingen S 73.50 ein (insgesamt bisher S 389.—). — Stella Melle r- Ing. Horowitz-Garten. Auf diesen Garten gingen bisher S 406.37 ein. Goldenes Buch des Keren Kajemeth. D r. David H a 1 p e r n s. A. Mit den zuletzt eingegangenen S 150.— sind insgesamt auf diese Goldbuch-Eintragung bisher eingegangen S 624.14. Silbernes Buch des Keren Kajemeth. Oskar 'Habermann anläßlich seiner Bar Mizwah am 10. April 1932 durch die Bar Mizwah-Gäste (Nr. 90). Regelmäßige Zahlung des Vereines «Kaluszer». Der Verein der «Kaluszer» hat spontan sich bereit erklärt, monatlich an den Keren Kajemeth S 5.— abzuführen, und hat für die Monate Februar und März seinen Beitrag bereits geleistet. Kinder-Purimfeier der Sektion IV V. Der größte Teil des Reinertrages, und zwar S 66.50 wurde an den Keren Kajemeth abgeführt (der Rest, und zwar S 20.— an die Fürsorgeaktion der israelitischen Religionslehrer und S 10.— an den Kwuzah-Fonds des «Zirenu»). Gebrauchte Briefmarken. Das Hauptbureau des Keren Kajemeth hat eine zentrale Sammelstelle für gebrauchte Briefmarken eingerichtet. Die Gg. werden ersucht, gebrauchte Marken an das Keren Kajemeth- Bureau abzuführen. Herzl-Bilder. Im Keren Kajemeth-Bureau ist eine ausgezeichnete Wiedergabe der Herzl-Bilder von Bezalel-Schüler Samuel Kretschmer zum Preise von S 3.— erhältlich. Allgemein-zionistischer Hochschüler-Verband. Für die Gründung eines allgemein-zionistischen Hochschülerverbandes zeigt sich reges Interesse. Die Ziele dieser zu schaffenden Organisation sind: Zusammenfassung der jüdischen Studentenschaft zu aktiver zionistischer Agitation und Kulturarbeit; Eindämmung des überhandnehmenden Fraktionsgeistes, Einordnung der Hochschülerschaft in die Zionistische Organisation. Hochschüler, die zur Mitarbeit bereit sind, mögen sich mit nachfolgenden Kollegen in Verbindung setzen: Stud. med. Aron Horn, Wien, IX., Lackierergasse 9, Stud. med. Ignatz Seiten f e 1 d (Rede- und Lesehalle), IX., Türkenstraße 9. Die Reform des Religionsunterrichtes. Der Verband Zionistischer Mittelschüler veranstaltete Samstag, den 9. d., als Abschluß einiger Diskussionen und seiner Rundfrage über die Reform des Religionsunterrichtes eine Versammlung lm Festsaale der Bezirksvertretung Alsergrund, in der die Chawerim Weiser, Blumenkranz und Wolf sprachen. Blumenkranz kritisierte scharf die Stellung der Lehrerschaft und die Haltung ihres Verbandes; er teilte mit, daß nur ein einziger Lehrer, der übrigens pensioniert ist, die Rundfrage beantwortet habe, während sich in der Schülerschaft reges Interesse bemerkbar gemacht hatte. Von den Parteien seien auch Zuschriften eingegangen. Sogar ein prominenter Vertreter der «Union Deutschstem Juden» antwortete, daß sich die Union vernünftigen Reformvorschlägen nicht in den Weg stellen werde. Wolf sprach nach ihm über den Kampf gegen das Hakenkreuz und die Assimilation. Dann hielt Kultusvorsteher Dr. K1 a b e r ein eindrucksvolles Referat. Er erklärte im Namen des zionistischen Klubs, daß der ganze Klub geschlossen hinter den Forderungen der Mittelschüler stehe. Er wies da;tiuf hin, daß die Lehrerschaft sich ganz unmöglich benommen habe und sagte, daß der heutige Lehrplan noch aus dem Jahre 1892 (!) stamme. Zum Schluß führte Prof. Dr. Leo Menczer aus, daß der Verband der Religionslehrer den Lehrern die Hände gebunden habe. Dann wurden zwei Resolutionen angenommen, die die Forderungen der jüdischen Mittclschülerschaft beinhalten. Beide Resolutionen werden dem Kultusvorstand und dem Verband der Religionslehrer an den Mittelschulen überreicht werden. Hebräische Woche (23. bis 30. April) Samstag, den 23. April, 8 Uhr abends, im Saale der Histadruth, 11., Praterstraße 13 (Lloydhof), Konferenz der Vertrauensmänner aller zionistischen Fraktionen Oesterreichs. Referenten: Dr. David Rothbluni, Dr. Oskar Grünbaum, Dr. Desider Friedmann, Dr. Simon Horowitz tind Dr. Chaim Tartakower. Sonntag, den 24. April, 10 Uhr vormittags, Jugendkonferenz in obigem Saale. Referieren werden ein Vertreter der Histadruth und Vertreter der Jugend. Montag, den 25. April, 8 Uhr abends, Konferenz der Rabbiner, Religions- und Hebräischlehrer, in obigem Saale. Referenten: Oberrabbiner Dr. David Feuchtwang und Vertreter der Lehrerschaft. Sonntag, den 24. April, 3 Uhr, Theatersaal Reklame, II., Praterstraße 34, Pessachfeier der Histadruth. Programm: Hebr. Kindervorstellung, Chorgesänge und Rezitationen. Kartenvorverkauf von S I.— bis S 2.— im Keren Kajemeth, Bücherstube M. Rath und Zion. Sektion, II., Praterstraße 13. Jom Haiwrim Samstag, den 30. April, V28 Uhr abends, Festsaal des Handelsmuseums, IX., Berggasse 16, Hebräertag. Tagesordnung: 1. Die hebräische Bewegung in der Welt. Referent (höchstwahrscheinlich): Dr. David Ravidowitsch, Berlin, Präsident des Brith Ivrith Olamith. 2. Die hebräische Bewegung in Oesterreich. Referent: Dr. David Rothblum. 3. Der gegenwärtige Stand der hebr. Literatur. Relerent: Ür. Chaim Tartakower. 4. Organisationsfragen. Jüdische Studentenvertreter auf einer internationalen Tagung Das «Internationale Institut für geistige Zusammenarbeit» des Völkerbundes (Institut International de Cooperation Intellectuelle) hat für die Zeit vom 18. bis zum 20. d. nach Paris die VII. Session des Komitees der Repräsentanten der internationalen Studentenorganisationen cinberufen. Es nehmen an dieser Sitzung die Vertreter der größten sieben Studentenorganisationen teil. Das Internationale Institut für geistige Zusammenarbeit hat von allen Organisationen Vertreter eingeladen, denen das Völkerbundinstitut die Reise- und Aufenthaltsspesen vergütet. Vom Weltverband der jüdischen Studentenschaft nehmen an dieser Sitzung teil: Alexander Teich (Wien), Joseph Handelsman (Warschau), Frl. Rena Feuer (Paris). Das Hauptthema der Sitzung ist die soziale Rolle des Studenten in der Gemeinschaft. Den einleitenden Bericht darüber hält Dr. Eugen Rosenstock, Professor der Universität Breslau. jfnftfindigungevi und Mitteilungen Zionistische Bezirkssektion Innere Stadt. Dienstag, den 12. d„ hielt die Sektion Innere Stadt ihre Generalversammlung ab. Nach dem vom Obmann Dr. Reich erstatteten Geschäftsbericht, aus dem insbesonders hervorzuheben ist, daß sich die Zahl der Mitglieder der Sektion im abgelaufenen Jahr nahezu verdreifacht hat und nach dem vom Kassier Friedmann vorgelegten Kassabericht — beide Berichte wurden einstimmig zur Kenntnis genommen — fand die Neuwahl des Ausschusses statt. Per Akklamationen wurden Dr. Emil Reich zum Obmann und Dr. Leonhard Eckstein, Doktor Adolf Engel, Dr. Jakob Engelberg, Dr. Karl Ettinger, Alfred Friedmann, A. Lewlt und Frau Marie Reich zu Ausschußmitgliedern gewählt. Die Versammlung nahm hierauf einstimmig den Antrag an, den Klub der zionistischen Mandatare zu ersuchen, die zionistischen Mandatare des 1. Bezirks, die bisher der Sektion nicht angehören, zum Beitritt in die Sektion innerhalb einer Frist von vierzehn Tagen zu verhalten, nach deren Ablauf sie aufzufordern wären, ihre Mandate zurückzulegen und gleichzeitig das Landeskomitee zu bitten, dafür Sorge zu tragen, daß die im 1. Bezirke wohnhaften Mitglieder des Komitees ihren Verpflichtungen gegenüber der Sektion nachkommen. Schließlich wurde eine Resolution zum Beschluß erhoben, nach der jedes Mitglied der Sektion verpflichtet ist, in den näcnsten vier Wochen wenigstens ein Mitglied zu werben. Zionistische Bezirkssektion Leopoldstadt. Mit Rücksicht auf die Pessachfeiertage entfällt das übliche Wochenprogramm. Zionistische Sektion Prater. Die zionistische Sektion und Frauengruppe Prater veranstalten Samstag, den 23. April, um /29 Uhr abends, im eigenen Heim, II., Jungstraße 8, einen Schwager-Abend. Klub der Palästinenser. Samstag, den 23. d„ im Heim, II., Praterstraße 13, V28 Uhr, dringende allgemeine Versammlung. Die Chawerim werden aufgefordert, pünktlich zu erscheinen. Aus technischen Gründen kommt der geplante «Seder schel Pessach» nicht zustande. Jüdischer Hochschulausschuß. Montag, den 25. April, 8 Uhr, Lese- und Redehalle jüdischer Hochschüler, IX., Türkenstraße 9, Versammlung. Thema: Die Lage der hebräischen Universität in Jerusalem. Anschließend Diskussion. Jüdische Studenten, erscheint zahlreich! Der Jüdisch-Akademische Juristenverein eröffnet unter der bewährten Leitung des Koll. Dipl.-Kfm. jur. Dr. Alexander Friedler einen Kurs zur rechtshistorischen Staatsprüfung für den Julitermin 1932. Ferner leitet Koll. Dr. Jakob Hirm im Sommersemester einen Kurs aus bürgerlichem Recht. Anmeldungen in den Amtsstunden des Juristenvereines, Montag und Donnerstag, 7—8 Uhr abends. Verband zionistischer Mittelschüler, Sektion IL Samstag, den 23. d., 8 Uhr, im Heim, II., Im Werd 13, Sektionsversammlung. Es spricht H. Bato über «Das Leben eines jüdischen Staatsmannes». Zionistische Jugendgemeinschaft «Brith Herzl». Wien, XX., Jägerstraße 30. Wochenprogramm: Samstag, 23. April: ab 4 Uhr nachmittags Sichoth aller Kwuzoth sowie der Kindergruppe. y28 Uhr: Vortrag des Herrn Dr. Goldhammer: «Das Leben der Juden im Ghetto». Sonntag, 8 Uhr früh: Wanderung; 7 Uhr abends: Neschef. Montag, 8 Uhr: Hebräischkurs. Dienstag und Mittwoch: Sichoth. Donnerstag, y28 Uhr: Führerkurs; i/29 Uhr: Chug Iwri. — Unsere Gemeinschaft veranstaltet vom 14. bis 16. Mai eine große Pfingsttour unter bewährter Führung. Kostenbeitrag S 10.—. Auskünfte und Anmeldungen täglich ab 8 Uhr im Heim. Hasdhomer Hadati. Sonntag, den 24. April, 3 Uhr, im Heim, II., Praterstraße 11, der XII. Jom-Brith, II. Pegischah. Chawerim und Chaweroth des Bundes haben schon um 2 Uhr im Heim zu erscheinen. — JuoenöuerDanö des zionistischen Sonntag, iJ<>n 24. April, 7 Uhr abends in den Kunstspielen Pan, I., Riemergasse 1 Pessachfeier allst JtHieiMlbiiittfe Karten im Zion. Landeskomitee, I., Kärntnerstraße 28, bei allen Jugendbünden und an der Abendkassa 6419945985

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