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Die Stimme · 1932-04-21 · Heft 224 (21.4.1932) · page 11

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Journal
Die Stimme
Volume
5 (1932)
Issue
Heft 224 (21.4.1932)
Date
1932-04-21
Page
– (sequence 11)
Language
German
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Nf. 224 — 21. April 1932 DIE SUMME Seite 11 Srabsteine Friedländer & Deutsch Wien t., Selteosietttuf»M« Nr.t Tel. U '8-1-28 XI.« Zeotrelfriedhot, nenen dem 1. lor, Tel D 18-0-86 Sonntag, den 15. un^. .^Lorrtag, den 16. Mai (Pfingsten). Gesellschaftsreise nach Bratislava mittels Schiff. Jüdischer Angestelltenverband «Emunah». Samstag, den 23. d., spricht Redakteur Hanns Margulies über «Reise durch Urwald und Mittelalter» (Eindrücke aus Karpathorußland). Ort: «Mirjamheim», I., Jordangasse 7. Zeit: %9 Uhr. Gäste willkommen. — Durch den Verband «Emunah» sind noch einige Zimmer im Erholungsheim Kottingbrunn, Nähe Vöslau, zu haben, und zwar im Monat Mai und Juni, auch für Familien. Miete S 1.— pro Tag. Anmeldungen Montag zwischen y28 Uhr und y29 Uhr abends in der Verbandskanzlei, I., Jordangasse 7/1. — Wir bitten unsere Gesinnungsgenossen in Wien und in der Provinz, jede freie oder freiwerdende Stelle uns zwecks kostenloser Vermittlung zu melden. „Kongreß-Polen“. Der jüdische humanitäre und Gesel- Hgkeitsverein „Kongreß-Polen", der seinen Sita Im Cafd Neptun, XX., Gaußplatz 7, hat, hielt am 8. d. M. seine Gründungsgeneralversammlung unter dem Vorsitz des Herrn A. Silberberg ab. Kultusvorsteher WaJtuch gab seiner Freude über das Zustandekommen des Vereines und über den guten Besuch der Versammlung Ausdruck. Außerdem überbrachte er die wärmsten Grüße des Vorstandes der Israel. Kultusgemeinde. Zum Obmann wurde A. Silberberg, zu dessen Stellvertreter A. Kampf, zum Kassier N. Welzmann, zu dessen Stellvertreter N. Majcher, zum Schriftführer R. Kampf), zu dessen Stellvertreterin Frau M. Rosenkranz gewählt. Die Aufnahmen in den Verein finden jeden Donnerstag ab 20 Uhr Im Sitzungssaal des Cafd Neptun, XX., Gauplatz 7, statt. Verein „Zaleszozyki“. Das erste Gründungsfest des Vereines „Zaieszczyki" am Abend des 2. d. M. nahm dank der uneigennützigen Mühe und Güte der Frau Edelmann (Wizo) einen herrlichen Verlauf. Dr. Friedrich Klein als Conferencier gab dem Abend die lustige Stimmung. Nach der Begrüßung durch den Obmann Dr. Ohrenstein gab die zehnjährige Dorothea Blaukopf am Klavier einiges von Verdi und Chopin zum besten; sie erntete allgemeinen Beifall. Besonderen Eindruck machten die jiddischen Lieder, gesungen von Dr. Max Honig, wie auch das Duett aus dem „Troubadour“, gesungen von Frl. Grete Valenta und Doktor Hönig, am Klavier Frau Prof. Elsa Funk-Freund. Der junge Librettist Benno Weißer brachte in gelungener drastischer Art den Kampf zwischen den zionistischen Gruppen zum Ausdruck. Verein der Kaluszer In Wien. Die Generalversammlung hat den Obmann dieses Vereines, Herrn Direktor Siegmund Weintraub, ln Würdigung und Anerkennung seiner besonderen Verdienste um den Verein einstimmig zum Ehrenmitglied ernannt und gleichzeitig beschlossen, dem Keren Kajemeth Lejlsrael allmonatlich eine Zuwendung von S 5.— zu überweisen. „Chewra KadiscHa“, Wien, XVI il. Sonntag, den 24. April, halb 10 Uhr vormittags, Sitzungssaal, XVIII., Schopenhauer- Straße 89, 62. Generalversammlung. üfersonatien Di« Zionistisch« Bezirkeeektion Leopoldetadt spricht ihrem Vorstandsmitglied Eduard Steinbrecher anläßlich des Ablebens seines Bruders das Beileid aus. * Dr. Mosas Allerhand gaatorban. In jugendlichen Jahren ist Freitag, den 16. April, nach plötzlicher Verschlimmerung eines mehrjährigen Leidens Dr. Moses Allerhand von uns geschieden. Ein entbehrungs- und schmerzensreiches Leben war von dem einen Wunsch erfüllt, in Palästina sich wissenschaftlichen Arbeiten widmen zu können. Er ging 1920 als Chaluz nach Palästina, von wo er nur zurückkehrte, um Beine Studien zu vollenden. Nachdem er an der Wiener Universität das Doktorat für die historischen Fächer erlangt hatte, ging er nach Paris an die Sorbonne, wo er sich für den Beruf eines Bibliothekars vorbereitete, doch auch den Keim seiner Krankheit holte. Erst im verflossenen Herbst trat er als Volontär in die Wiener Kultusgemelndebtbllothek ein, um sich praktisch zu betätigen. Eine Schar junger Menschen gab Ihrem Freunde Sonntag mittags das Geleite. Jüdisdket 'Spott Oesterreichs Triumph in Erez Israel Von Siegmund Neumann, Reiseleiter der Schwimnigruppe der Hakoali. Das Resultat des 100-m-Laufons, für das sich Deutscher und Klein (Oesterreich), Süßmann (Erez Israel) und der Amerikaner, der dann siegte, sowie ein Deutscher qualifiziert hatten, wurde annulliert, da nur der Vertreter der U. S. A. sowie zwei (!) Deutsche, von denen Erber im Vorlauf ausgeschieden war, zur Entscheidung antraten. So rückte Oesterreich vor U. S. A. in der Tabelle der Nationen vor. Wir ließen die enormen Heere der Leute aus U. S. A., die 120 Tschechen und die 130 Deutschen mit unserem Häuflein von Kampfathleten hinter uns. Man kann mit den unter unvorstellbaren Opfern entsandten Repräsentanten des Wiener jüdischen Sportes mehr als zufrieden sein. Die Erfolge sind eine freudige Ueberraschung und haben auch überall begeisterten Widerhall ausgelöst. Die Punkte Oesterreichs verteilen sich folgendermaßen: 4 Läufer 37 Punkte, 4 Ringer 47, 1 Boxer 13, 7 Schwimmer 183, zusammen 280 Punkte. Die Placierung der Nationen ist also folgende: 1. Polen 377 Punkte, 2. Oesterreich 280, 3. U. S. A. 272, 4. C. S. R. 223, 5. Palästina 218. Es muß gelingen, bis zur nächsten Makknbiah im Jahre 1935 Mittel aufzubringen, um auch Fußball, Hockey sowie alle anderen Sportzweige durch würdige Repräsentanten aus Oesterreich vertreten zu lassen. Der Sieg im Kampfe der Nationen in Erez Israel ist eine wertvolle Propaganda. Wichtige Beziehungen wurden angeknüpft. Der Besuch Palästinas ist die beste Propaganda filr den Aufbau des Judenstaates. Nun über die «Schlacht der Schwimmer», die vom frühen Morgen bis um 6 Uhr abends währte. Ueber die Kampfstätte läßt sich nur das Beste berichten.!m stillen Wasser des Hafenbassins sah man eine 100-m-Bahn mit Korkleinen abgegrenzt, wie auch einen Sprungturm, ein Wasserballfeld, Tribünen, Lautsprecher und ein tadellos amtierendes Kampfgericht sowie gute Zeitnehmer. Die angesetzten Zeiten des Beginnes wurden präzise und vorbildlich eingehalten. Nur durch das exakte Funktionieren der Ausführung und durch die mustergültige Disziplin def Teilnehmer gelang es, das olympische Programm an einem einzigen Tag störungslos zu erledigen. Wohl waren die Anforderungen an die Kombattanten enorm, doch mußten sie im Interesse des rastlosen Hifcnbaues ertragen werden. Uns Oesterreicher, die die Punktejegd besonders ernst nahmen, trösteten zwei wundervolle Poxale: der Pokal des Hafenkapitäns, den ich aus den Händen der Mrs. Thompson in Empfang nahm, und ein großer Silberbecher, den Alfred Guth für seine 1500-m-Leistung gewann. Ich war auch dann mit Frau Wertheim-Bienenfeld beim Empfang der Frau Persic eingeladen und durfte dort die ülückwünsche des Bürgermeisters Herrn Dizengoff entgegennehmen. Unser erster Sieg war besonders imposant. Hedy W c rtheim-Bienenfeld zog in ihrem schönen Bruststil los und schlug in 3.24 an. Hinter ihr kam die brave Fritzi Löwy in einer recht guten Zeit und als Dritte Hansi Bratmann an. Die 1500 m hätten ein Duell zwischen Polakow (C. S. R.) und Cj u t li werden können, wenn sich Guth nicht in blendender Verfassung gezeigt hätte und besonders im Stil die gute Schule Zsigo Wertheimers verraten hätte. Bis 100 m kam der Tscheche mit, dann zog Guth unangefochten dahin und legte 120 m zwischen sich und seinem Widersacher. 400 m ging er in 5.47, 800 m in 12.04, 1000 m in 15.10, 1500 m in 22.56,8. Von 800 m an streifen die Zeiten die entsprechenden Rekords. Erich D r e i k u r s wurde brav schwimmend Dritter, Das Damenrücken 100 m ergab die erste Sensation. Doch kam sie nicht von dem Favorit Bein (U S. A.), sondern von unserer tapferen Werth ei m- Bienefeld, die nur antrat, um auf Platz zu baden. Hansi Bratmann ging vielleicht zu schnell an und distanzierte Bein. Schon schien sie Siegerin, als plötzlich Hedy in Fahrt kam und erst Bein und dann Hansi überholte. Die Zeiten von 1 Min. 34 Sek. sowie 1. Min. 35 Sek. sind grandios. Da wir nur vier Damen mitgenommen hatten, wurde uns die Staffel zugesprochen und wir erzielten wertvolle Punkte. In der Lagenstaffel hatten wir eine Notbesetzung. Der Bildhauer Felix Weiß als Brustmann und Teddy und Lichtenstein kamen nur auf Platz. Hier siegte die C. S. R. mit Tennis-AKtion der „Stimme“ Es ist uns gelungen, mit dem Allround-Sportklub H a k o a h für unsere Abonnenten eine besondere Begünstigung zu erlangen. Jeder Abonnent der «Stimme» erhält gegen Vorweisung der Bestätigung eines Halbjahresabonnements für lediglich S 10.— per Monat tägliche Trainingsmöglichkeit von 7 Uhr früh bis 14 Uhr mittags auf der herrlichen Sportanlage (6 erstklassige Plätze) in der Krieau. 25 Minuten vom Zentrum der Stadt. Die Bälle werden gratis beigestellt. Um den-Anfängern die Grundbegriffe und den Vorgeschrittenen weitere Ausbildung zu ermöglichen, erhält jeder Abonnent fast Unentgeltlich gründlichen Einzel unterricht. (5 Stunden n u r S 10.—.) Umkleideräume, Tuschen, Buffet, Telephon sind vorhanden. Auskünfte am besten direkt am Sportplatz beim Sekretär der Tennis-Sektion, Herrn Berger. Willheim, Hey, Steiner in 3 Min. 47 Sek.! Wasserball brachte keinen guten Sport, da nur die Polen antraten. Wir hatten das Pech, gerade gegen dieses Team mit einer Schlachtenbummlermannschaft kämpfen zu müssen. Die Leute mußten sich überdies für den Nachmittag schonen, und so unterlagen wir 2 :9. Unsere Tore erzielten Guth. Der zweite Wasserballer Goldschläger war schwächer. Nach einer kurzen Pause wurde vor 5000 Zuschauern fortgesetzt. Fritzi Löwy ging die 300 m gegen Bein (U. S. A.) sehr schnell an (1.16), verschärfte bis 200 m (2.55!) und siegte dann sicher in 4.36 von der Amerikanerin, die stark zurückgefallen war. Hedy kam leicht mit. Die Zeiten Fritzis berechtigen zu den größten Hoffnungen für 1932. Ueber 400 m traf Guth auf Krämer (U. S. A.) und Polakow (C. S. R.). Die «Schwerarbeit» rächte sich doch und der ausgeruhte Krämer siegte knapp, nachdem er vom Start weg geführt hatte. Guth spurtete zu spät, wurde Zweiter, Polakow (C. S. R.) Dritter, Dreikurs (Oest.) Vierter. Fritzi Löwy schoß allein über IÜ0 m die Bahn entlang: 1.171 Hedy schwamm wieder mit und erzielte 1.27. Eine fabelhafte Brustzeit! Dritte wurde Hansi. Pali Stefner aus Bratislava war Favorit über 100 m, doch bis fast zur halben Bahn lag Teddy Goldschläger neben ihm. Dann kam Teddy aus der Richtung, streifte das Korkseil, und mit dem Rhythmus war es vorbei. Palis Zeit ist 1.00,8. Allererste europäische Klasse! 100 m Rücken gewann Hey (C. S. R.) in 1.13,8 (1). Die 4X200-m-Staffel bildete den Abschluß und vereinigte die ermüdeten Kämpfer zum letzten mal. Es gab auch nur mehr schwache Zeiten. Die gute Mannschaft der C. S. R. siegte vor uns, während die Polen den dritten Platz erlangten. Das Resultat des Kampfes um den Länderpokal wurde sofort verlautbart, wir Oesterreicher wurden stürmisch akklarniert. Die Krönung des Kampftages bildete ein Fest in Bath Galim, bei dem wir mehr als freundlich aufgenommen wurden. - Die verdienstvollen Mitglieder des Fußballklubs „Hakoah" He ß und F e 1 d m a n n haben Sonntag, den 17. d., geheiratet. Makkabi IX. Der Erste Wiener Jüdische Turnverein Makkabl IX veranstaltete am 9. April im Festsaal des Hotel „Continental“ eine Akademie mit Tanz. Die Akademie wurde fast durchwegs mit eigenen Kräften bestritten und nahm einen gelungenen Verlauf. Besonderen Beifall errang die „Alte Herren-Rlego“ unter Leitung des Herrn Löbl. Um das Zustandekommen und Gelingen des Abends machten sich die Herren Walter Brückner und Fritz Markstein, ferner Fräulein Fini Böhm und die Sonderriege des Herrenturnplatzes verdient Jüdischer Sport- und Sohützenverein „Menorah“, IX, Nußdorferstraße 16. Anmeldungen und Auskünfte in den Amtsstunden jeden Mittwoch von 20 bis 22 Uhr. Schießzelten: Mittwoch von 20 bis 21 Uhr. Training: Mittwoch von 21 bis 22 Uhr. Studentenkorps „Haganah“ im J. S. S. V. „Menorah“. Anmeldungen und Auskünfte: Montag und Mittwoch von 20 bis 22 Uhr. Wirtschaft Konzern-Dämmerung Von Ernst Ely Das Finanzkapital, das die internationale Politik zu einer erhöhten Aktionslust ermuntert, ist in Wahrheit derzeit handlungsunfähig. Darum sucht es die entscheidenden Probleme, die Schaffung größerer Wirtschaftsräume, die Bereinigung der Reparationen, den Finanzausgleich zwischen^Europa und Amerika mit so viel Nebensächlichkeiten zu drapieren, daß eine Zwischenlösung bereits wie eine rettende Tat aussieht. Das Finanzkapital verbannt die Gewißheit aus seinem Blickfeld, es will die verliehenen Beträge möglichst mit 100 Prozent in seine Bücher einstellen. Muß es in: Zusammenhänge mit einem endgültigen Arrangement Abstriche von diesen hundert Prozent vornehmen, dann fürchtet es nicht mit Unrecht für die eigene Solvenz. Nur aus diesem Grunde werden Staaten, die mit einem Transfer-Moratorium drohen, Ueberbrückungskredite angeboten. Diese Ueberbrückungskredite sind so klein, daß sie nur ein Stolpern von einer Verlegenheit zur anderen bewirken können. Die Bereitwilligkeit zu solchen Krediten fließt nicht aus einer programmatischen Haltung des Finanzkapitals, sondern aus seiner Angst vor jedem Definitivum. Die Zustimmung, die bei Londoner Bankiers die Aktion Tardieu gefunden hat, fußt nicht auf der Erkenntnis von der wirtschaftlichen Notwendigkeit der Donauföderation, sondern auf der Tendenz, neue Schuldner in die Bücher eintragen zu können, oder zumindest Schuldner, die sich hinter einer neuen Firmenfassade verbergen. Mit einer Aktivität des Finanzkapitals ist erst zu rechnen, wenn die Schicksalstragödie der großen Konzerne abgerollt sein wird. Der Kreuger-Fall ist nicht mit der bloßen Feststellung der Rlesenschwindeleien Kreugers als erledigt zu betrachten. Kreuger war, als er seine kühnen finanziellen Pläne konzepierte, ein phantasiereicher Konstrukteur, ein Betrüger größten Stils wurde er erst, als das Fundament seiner Finanzgebilde erschüttert war. Er wollte seine Idee retten, er wollte deren Debakel nicht einbekennen. Und er geriet auf die abschüssige Bahn, weil er noch immer an die ungebrochene Kraft der Konzerne glaubte, die schon vom Plafondeinsturz bedroht waren. Kreugers Affäre wirkt deshalb so alarmierend, weil sich herausstellt, daß die Macht der wirtschaftlichen Wolkenkratzer auf Illusionen beruht. Und die Betrugserscheinungen dieser Illusionen sind erst die Bilanzfälschungen. Das Finanzkapital muß sich auf einen großen Besitzwechsel vorbereiten. Nicht nur die riesigen E|* fektenpakete Kreugers müssen Unterkunft finden, seine ungeheuren Engagements müssen von einer Zentralstelle aufgespult werden, auch andere Konzernführer sind schütz-, wenn nicht gar sanierungsbedürftig. Def Elektrizitätskönig Insu 11 von New York ist bereit* insolvent, Guggenheim und D e t e r d i n g können nur durch die Unterstützung ihrer Freunde ihren uneingeschränkten Machtbesitz behaupten. Das Finanzkapital wird beispringen müssen, dem einen als Heilkünstler, dem anderen als Samariter. Und dann erst wird es ln der Lage sein, eine richtige Bilanz aufzustellen, Man spinne sich nicht in übertriebene Hoffnungen ein. So wenig das Finanzkapital heute noch gewillt ist, der Konzerndämmerung Rechnung zu tragen, so wenig ist es geneigt, die Schulden- und Zinsverpflichtungen der notleidenden Staaten auf ein deren Leistungsfähigkeit entsprechendes Maß zu reduzieren. So autoritär das Finanzkapital im allgemeinen gesinnt ist, im besonderen wehrt es sich gegen einen Kaiserschnitt. Vermutlich weil hernach auch eine Reihe Banken entweder gestutzt oder gar in die Totenkammer geschafft werden müssen. Alle die noch heute Leben heucheln können, bäumen sich gegen das Sterben auf, das die wiedererwachende Erkenntnis der Wirklichkeit fordern könnte. Darum sind auf allen Gebieten nur Provisorien zu erwarten. Einer der schärfsten Köpfe Englands, Lord Birkenhead, hat vor einiger Zeit geschrieben: «Es kommt nichts heraus, wenn sich Köpfe zweiter Ordnung um Probleme erster Ordnung bemühen ...» Jüdisches Kreditgenossenschaftswesen in Bulgarien Das jüdische Kreditgenossenschaftswesen in Bulgarien umfaßt 14 Genossenschaften, die sich zu einem Bund zusammengeschlosscn haben, ferner zwei von der American Joint Reconstruction Foundation unterstützte Kreditgenossenschaften, die nach den Grundsätzen der Foundation- Kassen geleitet werden. Die größte jüdische Genossenschaftsbank ist die „Geulah" ln Sofia, die 1931 ihre Bilanz mit einem Aktlvum von rund 175 Millionen Lewa abschloß. Sla zählte Ende 1931 2810 Mitglieder mit Anteilen in Höhe von rund 10 Millionen Lewa. Das eigene Bankkapital betrug zu dieser Zeit 11,4 Millionen Lewa. Die Bank bewilligte im Jahre 1981 24.819 Darlehen in der Gesamthöhe von 175 Millionen Lewa. Mit Hilfe ihrer Hypothekar-Kredite wurden in Sofia 88 Wohnungen für Juden gebaut. Palästina-Ausstellung in Bukarest Am 10. April wurde in B u k a r o t die unter der Aegide das Keren Kajemeth arrangierte Auietellung palästinensischer Produkte in Anwesenheit behördlicher Vertreter und der Repräeentanten rumänischer Wirteohaftskorporationen feierlich eröffnet. In einer der Eröffnung vorausgehenden Versammlung wurde zu einer durch Akklamation angenommenen Entschließung auf die Notwendigkeit der so ortigen Gründung einer rumänisch - palästinensischen Handelskammer und der Ernennung eines rumänischen Handelt* fttiaoht» in Paläetin» hingewieeen.

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