Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 5 (1932)
- Issue
- Heft 223 (14.4.1932)
- Date
- 1932-04-14
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 4 OIE STIMME Nr. 223 — 14. April 1931 der Führer aller Zionisten, aller zionistischen Gruppierungen, sondern nur ihr Führer, weil sie hoch die einzigen richtigen Zionisten und Herzische Erben zu sein vorgeben. Ebenso ist Josef Trumpeldor, der Sozialist, nicht mehr unser aller Held, sondern der Held der revisionistischen «Weltunion» . . . Ist es nicht lächerlich, wenn man sieht, wie eine leürnmerliche, geistlose Bewegung sich krampfhaft an Heroen klammern muß, um etwas zu bedeuten? Auch Trnmpeldor wollen sie annektieren — wie sie es mit HerzI in abgeschmackter Art seit Jahr und Tag zu tun belieben. Fördert hebräische Sprache und Kultur) Im Juni 1931 hat die hebräische WeltRonfercn* ln Berlin die Schaffung einer Wcltunion der Hebräer (Brith Iwrith Olamith) proklamiert. Diesem Wettverband fällt die Aufgabe zu, sämtliche auf dem Gebiete der hebräischen Kultur tätigen Organisationen, Institutionen, Vereine und Privatpersonen zu gemeinsamen, planmäßigen Aktionen zu vereinigen. In aller Welt soll der Gefahr, die dem hebräischen Geistesleben droht, entgegen getreten werden. In erster Reihe uoll das Augenmerk der Förderung der hebräischen Volks- und Mittelschulbildung, der hebräischen Judenbewegung, dem lebendigen hebräischen Wort in Haus und Schule und der Verbreitung des hebräischen Buches zugewendet werden. Aus der Erkenntnis heraus, daß die hebräischen Probleme ohne ein Zentralweltorgan nicht gelöst werden können, wurde die Gründung der Weltunion der Hebräer ausnahmslos in allen fünf Weltteilen auf das enthusiastischeste begrüßt. So sind überall Verbände der Weltunion ins Leben gerufen worden, auch in Oesterreich, wo die Histadruth Iwrith korporativ der Weltunion beigetreten ist. Der österreichische Landesverband schreitet nun daran, eine große Aktion zu Gunsten der Weltunion der Hebräer durchzuführen. Zu diesem Zweck hat sich die Leitung der Histadruth Iwrith entschlossen, die Pesachtage zwischen dem 23. und 30. April als «Hebräische Woche» in Oesterreich zu proklamieren. Die hebräische Woche soll sich zu einer großen Kundgebung für die Brith Iwrith Olamith, also für die Kulturtätigkeit der Weltunion der Hebräer gestalten. Vor allem soll diese Woche der Werbung von Mitgliedern für die Brith Iwrith Olamith gewidmet werden. Jeder bewußte Jude soll der Brith Iwrith beitreten und insbesondere wird jedem Mitglied der‘Histadruth Iwrith zur Pflicht gemacht, zumindestens ein Mitglied für die Brith zu werben. In der hebräischen Woche sollen ferner die jüdischen Lehrer ihren Schülern in den Schulen und die Rabbiner in den Tempeln Zweck und Bedeutung dieser hebräischen Woche von Katheder und Kanzel schildern, ln dieser Woche werden auch eine Reihe von Veranstaltungen, die den breitesten Schichten der jüdischen Bevölkerung Wiens zugängig sein werden, stattfinden. So wird am 23. April eine Jugendkonferenz und eine Konferenz der Vertreter aller zionistischen Fraktionen in Oesterreich, gurkenähnliche Früchte, mit Fleisch und Reis gefüllt, Reis mit Kuri und dazu natürlich die «Pittes», das dünne arabische Brot, sang und ergötzte sich an Reiterkunststücken. Den Höhepunkt erreichte das fest mit der Fantasia, die jüdische Reiter aufführten. Der alte Schapira war der Führer der Reiter. Mit wildem Schwung sprengte er an der Spitze seiner Schar heran und vollbrachte mit Ihr die verwegensten Manöver. Die Augen der Araber leuchteten. Abu Kischik sprang, seine Würde vergessend, auf und eilte auf den alten Schapira, als er am Schluß der Fantasia vom Pferde 8tieg, entgegen, umarmte ihn und küßte ihn vor der Menge. Schapira erwiderte die Umarmung und Kuß herzlich. Und als er sich vorneigte, ragte aus seiner rückwärtigen Hosentasche der Oriff des Revolvers heraus, den er so wie die andern Juden zu sich gesteckt hat. Der Scheich und seine Brüder sahen dies. Aber während die jüdischen Kolonisten still vor sieh hinlächelten, verzogen die Araber keine Miene, Sie verstanden die Vorsichtsmaßregel nur zu gut. * Als Ich bei Abu Kischik zu Gast war, vermied er es geradezu ängstlich, von Politik zu sprechen. Um so lebhafter redete er von seiner Landwirtschatt, von der Schwierigkeit des Getreidebaus wegen der amerikanischen und der australischen Konkurrenz, von den Aussichten der Orangenpflanzungen und von seinem Widerwillen gegen das Leben In der Stadt. Auch über sein Verhältnis zu den Juden wollte er kein Wort verlieren. Er ist zwar draußen auf dem Lande mächtig, gebietet über Tausende Menschen und weite Bodenflächen, aber schließlich wird die Politik von den hohen Herrn in Jerusalem gemacht und ein Schwur kann seine Kraft einbüßen, wenn sich ihm eine genug große Summe Geldes entgegcnstellt.... '»neu na mstin Für die Feiertage PUXSTIIU-PMDIIKTE Palflstlna-Mazioth Karmel-Weine Jaffa-Orangen Jaffa-Grape Fruits Schemen Oliven-Oel Chetferah-Konig Palästina-Co enac Alle sonstigen Sorten Mazzoth und Mazzoth-Gricß, sowie sämtlliche Spezereiwaren und Sliwowitz -jQß liefert zu sehr billigen Preisen direkt ins Haus SAMUEL HALPERN wien*■*"*«■6 H Telephon Nummer A 44-4-13 am 25. April eine Konferenz der Rabbiner und Lehrer abgehalten werden. Die hebräische Woche wird ihre Aktion mit einer Tagtr^tf aller Hebräer in Oesterreich (jom Haivrim) am 30. April ^schließen. Auf diesem Hebräertage werden Refern> Uber die Themen: 1. die hebräische Beweg—** ganzen Welt, 2. die hebräische Bewegung in OcMOLeich, 3. die hebräische Literatur, 4. die hebräisch* Erziehung, und 5. die Organisation der Brith Iwrith Olamith abgehalten werden. Ihr, die ihr hebräisch sprechet, oder Freunde des Hebräischen seid, erkennet die ernste Gefahr, die der Unter ungewöhnlich großer Beteiligung wurde Sonntag, den 3. April 1. J., Bezirksrat Norbert Rappaport zu Grabe getragen. Mit dem Heimgang diese# edlen Mannes ist eine Leuchte auf dem Gebiete des jüdischen FürsorgewesenB in Wien erloschen. Die FrauenMlSsaktion für Kranke und Wöchnerinnen verliert ln dem Dahlngegungenen einen Ihrer tatkräftigsten Gönner und Förderer. Seinen unermüdlichen und aufopferungsvollen Bemühungen gelang es. dieser segensreichen Aktion ein eigenes Helm bii sichern. Kogar von seinem Krankenlager, dos' Ihn seit Monaten an sich fesBelte, übte er, von edelster Menschenliebe beseelt, liebevolle Fürsorge für dieses Werk, warb Mitglieder, sammelte Spenden, suchte Gönner und Freunde. — Die Erinnerung an Bozlrkurat Norbert Rappaport wird ln den Herzen all derer, die ihn kannten, unauslöschlich fortlcben. Er war ein Edler unter den Edlen! hebräischen Kultur ln aller Welt droht. Erkennet daher in zwölfter Stunde das dringende Gebot, dieser Gefahr durch Aktivität entgegenzutreten. Tretet der Wcltunion der Hebräer bei und stärket und vergrößert die Scharen der Arbeiter auf dem Gebiete der hebräischen Kultur und Erzlehungl Traget zum Gelingen und zum guten Erfolge der hebräischen Woche nach Kräften bei und meldet Euch freiwillig zur Mitarbeit. Werbet und werdet selbst Mitglieder der Weltunion der Hebräer. Die Weltunion Ist eine unparteiische rein kulturelle Institution und schließt jede politische Tendenz aus. Der Grundpfeiler der Organisation der Weltunion der Hebräer ist der Sela. Der Sela ist eine Pflichtabgabe jedes Juden, dem die Erhaltung der hebräischen 8 Tage trennen uns nur noch von Pessach und die Erzeugung und der Versand der Mazzoth ist in vollem Gange. Unter den vielen Erzeugnissen erfreuen sich Strum- Mazzoth einer besonderen Beliebtheit, die auch infolge der hohen Qualität derselben berechtigt ist. — Strum-Mazzoth sind nach einem besonderen Verfahren durch eigens hierfür konstruierte Maschinen erzeugt, die von jüdischen Arbeitern bedient werden. Die Maschinen werden in kurzen Intervallen von Maschgichim ausgewechselt und geputzt, so daß während der Reinigung der einen die anderen im Betrieb sind — ein Vorgang, der in bezuj» auf Kaschruth von großer Bedeutung ist. Die Maschgichim überwachen den ganzen Prozeß, den jede Mazza durchzumachen hat — von der Versorgung des Wassers, des sogenannten Majim schelanu, das schon tags vorher, und zwar bis Sonnenuntergang des vorangegangenen Tages bereitgestellt sein muß. bis zum Auswerfen der Mazzoth durch den elektrisch betriebenen Drehofen, von wo aus sie von geschultem Personal der sorgföltigsten Verpackung zugeführt werden. Die Strum- Mazzothbäckere», II., Rotensterngasse 11, steht unter Aufsicht Sr. Ehrwürdin Rabbiner Bahad. Erkältungskrankheiten. Altbewährt sind Togal-Tabletten bei Erkältungskrankheiten und als Vorbeugungsmittel gegen Grippe. Zur Verhütung von Erkältungskrankheiten wird Togal mit glänzendem Erfolge angewendet. Die große Beliebtheit des Togal beruht aut vielen ausgezeichneten Erfolgen, die zahlreiche Aerzte und Kliniken 4am‘t erzielten. Sprache und Kultur am Herzen liegt. Der Selazahlef erwirbt das Wahlrecht zum hebräischen Weltkongreß« Bis zum ersten hebräischen Weltkongreß müssen mindestens 100.000 Selaim zustande gebracht werden# Möge das jüdische Oesterreich den anderen Ländern in dieser Richtung nicht nachstehen 1 Auskünfte und Anmeldungen für Mitarbeiter täglich im Sekretariat der Histadruth Iwrith, Wien, 1L, Praterstraße 13, zwischen 8 bis 10 Uhr abends, Telefon R 44-3-45. Die Leitung der Histadruth Iwrith. * «Bilu»- und Keren Kajemeth-Feier der «Histadruth». Anläßlich des 50jährigen Jubiläums der «Bilu»-Beweßung und des 30jährigen des Keren Kajemeth veranstaltet die Histadruth Iwrith Samstag, den 16. April, 8 Uhr, im Saale, II., Praterstraße 13, eine große Jubiläumsfeier. Es wirken mit: Der Komponist Israel Brandmann, Jehuda Ehrenkranz, die Sängerin Marie Fialko- Bel Verglftungserscheinurtgen, hervorgerufen durch verdorbene Nahrungsmittel, bildet die sofortige Anwendung des natürlicheil «Frartz-Josef»-Bitterwassers ein wesentliches Hilfsmittel. In allen Apotheken erhältl. Winkler, Hans Horowitz, der Sänger H. S. Urstein, ferner Dr. David Rothblum und Df. Chäim TartaVower. Regiebeitrag, der zur Gänze der Keren Kajemeth-(Jublläums-jaktiön zufließt. «Histadruth Iwrit!:», Im Rahmen der «Hebräischen Woche» wird am 24. April, 4 Uhr nachmittags, im. Theatersaal «Reklame», II., Praterstraßc 34, eine hebräische Pessach feier mit großem, reichhaltigem Programm (Kindervorstellung, Rezitationen, Chorgesänge usw.) veranstaltet. Kartenvorverkauf im Sekretariat, 11., Praterstraße 13, «Keren Kajemeth», L, Kärntnerstraße 28, Bücherstube M. Rath, II., Taborstraße 20 a. Aus dem Vortra&sstral Geschichten aus dem Nikolsburger Ghetto. Im Rahmen der Dienstag-Abende der Sektion «Landstraße» hielt Redakteur Siegfied Po Hak einen Vortrag, der außerordentliches Interesse bekundete. Der Redner konnte den zahlreichen Anwesenden die Geschichte des Nikolsbürger Ghettos vermitteln Kein anderer, als Redakteur Poltak ist als Forscher auf diesem Gebiet bivufen, über die Bedeutung und Entstehung dieser ehrwürdigen Judengemeinde zu sprechen. Dank seinen reichen Kenntnissen des Judentums und seiner Geschichte, dank seinen jahrelangen Forschungen auf diesem Gebiet und nicht zuletzt dank seiner eindrucksvollen Art des Vortrages hatten die Zuhöre' e'n tiefes Erlebnis Es ist doch sonderbar, daß gerade im Wiener Judentum, das sich zu e:nenr großen Prozentsatz aus den mährischen Gemeinden rekrutiert, viel zti wenig über die Entwicklung und Bedeutung der alten mährischen jüdischen Gemeinden bekannt ist. Es ist ein Verdienst der Sekt’on «Landstraße», daß sie nach dem letzten Vortrag des Dr. Desider Friedmann nun auch Herrn Po'Iak ein geladen hat. ein Ko'Ieg über dieses snez:elle Thema zu halten. Der Vortrauende bewies, daß Nikolsburg gerade in der Zeit seiner Blüte ein Mittelpunkt des gesamten gebildeten Judentums war, daß hier große Rabb'ner lehrten und daß die Schätze d:eser Stätte Gemeingut des ganzpn Volkes geblichen sind Zum Schlipse erfreute der Vortragende die Zuhörer mit der Wiedergabe einiger e’gprer Erlebnisse aus dar Nlkolshurger Judengemeinde, die wohl heiter waren, die aber alle einen belehrenden J>imt hatten. o. x. Ich danke hiemit auf diesem Wege dem Verein rOtP Mr das mir kostenlos vermittelte Personal, das mich bei meiner Kellereiarbeit auf das Allerbeste befriedigt hat Natan Spindel Alleinvertrieb der Karmel Orlginal-Wefne Wien. 1„ Laurenzerberg 3 Tel. R 29-7 34 Gesinnungsgenossen I Verrechnet die Sammlungen anläßlich der lubiliumsaktion des Keren Kajemeth!