Mannheim
Compact Memory

Die Stimme · 1932-04-01 · Heft 221 (1.4.1932) · page 8

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Stimme
Volume
5 (1932)
Issue
Heft 221 (1.4.1932)
Date
1932-04-01
Page
– (sequence 8)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/3053752-3053963-3053976--2879-3058331
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Seite 8 DTE STIMME Nr. 221 — i. April 1033 Zlonististhes Leben In Wien Die Tagung des Parteirates deszio nistischen Landesvorstandes in Österreich Am 29. März d. J. fand eine Sitzung des Parteirates statt. Nach Begrüßung der Anwesenden durch den Präsidenten des Landeskomitees Dr. Oskar Grilnbaum wurde Herr Bruno Rabinowitz zum Vorsitzenden, Frau Rat Rebekka Weiner zu dessen Stellvertreterin und Herr Dr. Abraham Schmerler zum Schriftführer gewählt. Hierauf erstattete Dr. Oskar Grünbaum einen Bericht über die Tätigkeit des Landeskomitees, und gab insbesondere seiner Freude darüber Ausdruck, daß es gelungen sei, den Landesverband der Misrachi zum Eintritte in den Landesverband für Oesterreich zu gewinnen. Es ist auch erfreulich, daß der Jugendverband wieder reaktiviert werden konnte. Bezüglich der Schaffung eines Territorialverbandes seien die Verhandlungen noch nicht zum Abschlüsse gelangt. Der folgende Bericht des Herrn Dr. Löwenherz über die Tätigkeit der zionistischen Kultusmandatare ließ erkennen, welche schweren Aufgaben auf diesem Gebiete zu erfüllen sind. Redner richtete an alle den dringenden Appell, sich durch falsche Nachrichten und absichtliche Verdrehungen unverantwortlicher Elemente nicht beirren zu lassen und vertrauensvoll hinter den Mandataren zu stehen, weil nur auf diese Weise positive, ersprießliche Arbeit geleistet werden könne. In der sich anschließenden Debatte spricht Herr Dr. Teich über den Ausbau des Abonnentenstockes der «Stimme». Ueber seinen Antrag bringt der. Parteirat neuerlich in Erinnerung, daß es Pflicht eines jeden Zionisten ist, die «Stimme» zu abonnieren, zu fördern und für sie eifrig zu werben. Herr Dr. Alfred Löwy als Obmann des Finanzkomitees weist darauf hin, daß es gelungen sei, den Schuldenstand im letzten Jahre bedeutend herabzusetzen, eine weitere ersprießliche Arbeit sei aber nur möglich, wenn jeder Zionist, für den der Zionismus sich nicht auf unproduktive Kritik beschränkt, für die Verbreitung der «Stimme« sorgt. An der weiteren Debatte beteiligten sich Dr. Engel, Dr. Des. Friedmann, Bruno Rabinowitz, Karl Heller, Dr. Finkeistein, Doktor Steinberg und Dr. Rybaczewski. Nachdem über Antrag Dr. Rybaczewskis die Berichte einstimmig zur Kenntnis genommen wurden, "wurde der Parteirat in später Stunde geschlossen. Die Berichte von Dr. Oskar Grünbaum und Dr. Josef Löwenherz wurden mit Befriedigung zur Kenntnis genommen und beiden wurde das Vertrauen ausgesprochen. Die Arbeit des Keren Ka je* meth Jubiläumsaktion des Koren Kajemeth. Das Präsidium des Keren Kajemeth ersucht alle zionistischen Gruppen, die Jubiläumsaktion abzuschließen, zu verrechnen und die Gelder an den Keren Kajemeth abzuführen. In der nächsten Nummer werden wir die Gruppen, die übernommenen und aufgebrachten Kontingente für die Jubiläumsaktion bekanntgeben. Goldbucheintragung Arthur Holzer. Gg. Arthur Holzer, der langjährige Obmann der Zionistischen Bezirkssektion IV/V und einer der ergebensten Zionisten Oesterreichs, wurde durch diese Bezirkssektion ins Goldene Buch des Keren Kajemeth eingetragen. Da der volle Betrag bereits eingezahit wurde, konnte genanntem Gesinnungsgenossen das Originaldiplom aus Jerusalem bereits überreicht werden. Silbernes Buch des Keren Kajemeth. Markusz Weißberger anläßlich seines ersten Todestages durch seine Gattin Elsa (Nr. 78). Deborah Nussenblatt anläßlich ihrer Ucbersredlung nach Paris durch die Zionistische Bezirkssektion und die «Wizo»-Gruppe Prater (Nr. 79). Keren-Kajemeth-Abgabe. Das Zionistische Landeskomitee hat von seiner Purimveranstaltung bisher den Betrag von S 332.— abgefiihrt. Verrechnung der März-Büchsenleerung. Die «Ziroth Misrachi» hat die März-Leerung endgültig verrechne!. Spendenausweis. D e r u ä c h s t e Spendenausweis t* r s c Ji eint mit Rücksicht auf die Jubiläumsaktion als G e s a m t a u sw e i s für März anfangs April. Folgende Firmen haben — unter Garantie eines bestimmten Monatsertrages — in ihren Betrieben Keren-Kajemeth-Büchsen aufgestellt: Moritz Krausz & Co., I., Rotenturmstraße 21, Warenhaus Brüder Schiffmann, II., Taborstraße 48, Wiener Arkaden-Cafö, I., Universitätsstraße 4, Alfons Kornmehl, IX., Kolingasse 3. Durchreise polnischer Palfistinatouristen und Paiäsiinaauswanderer durch Wien Laut Mitteilung des Warschauer «Haynt» werden am 4. April und 11. April d. J. je 110 Touristen aus Polen auf der Durchreise nach Palästina Wien passieren. Beide Reisegesellschaften wurden vom «Haynt» organisiert. Dieselben kommen an den oben erwähnten Tagen um 6.40 Uhr früh auf der Ostbahn in Wien an und werden nach einstündigem Aufenthalt um 7.40 Uhr früh ebenfalls vom Ostbahnhof nach Triest Weiterreisen. — Der Reiseleiter des ertsen Touristentrarisportes vom 4. April ist Herr Triwkes. der palästinen* sische Korrespondent des «Hajnt*. * Der nächste Auswanderertransport aus Polen wird am 5. April 1932 auf der Durchreise nach Palästina in Wien eintreffen. Ankunft in Wien um 6.40 Uhr früh, Weiterfahrt ab Oftbahnhof um 7.40 Uhr früh. Jubiläumsmeeting aller zionistischen Förderationen und Son dervet bände Zu unserem Bericht über diese Feier tragen wir noch nach, daß im Namen des Misrachi Herr K u 11 u s r a t Viktor Bauminger gesprochen hat, der u. a. folgendes ausführte: Der Keren Kajemeth ist seiner Idee nach eine biblische Schöpfung. Der dem ganzen Volke gehörige Boden werde durch die Arbeit der Chaluzim erst dauernd zum Besitz des jüdischen Volkes gemacht. Mit Genugtuung konstatiere der Misrachi, daß seine Chaluzim an dem Aufbauwerk aktivsten Anteil nehmen, also auch seinerseits an der Verwirklichung der Religion der Arbeit Anteil nehme. Die Rede des Vertreters des Misrachi wurde durch starken Beifall belohnt. Verband der Allgemeinen Zionisten_ Zionistische Bezirkssektion Leopoldstadt Donnerstag, den 31. ds. M. um halb 8 Uhr abends, hält in unserem Heime Prof. Arthur Freud einen Vortrag über JMirageu.MMe" Feier zu Ehren Dr. I. Taglichts Rabbiner Dr. Israel Taglicht, der kürzlich seinen 70. Geourtstag feierte, hatte sich den aus diesem Anlali ihm zugedachten wohlverdienten Ehrungen an seinem Jubeltage durch eine Reise ins Ausland entzogen. Als er jedoch von derselben zurückkehrte, da ließ es sich der Bethausvorstand des Tumertempels, in dem Dr. Taglicht seit beinahe 30 Jahren segensreich wirkt, nich nehmen, den allseits beliebten und hochverehrten Rabbiner einen solennen Beweis der unendlich großen Sympathien zu geben, die er mit vollem Recht in seiner dankbaren Gemeinde genießt. Am Freitag, den 18. d. M., abends, wurde ihm zu Ehren ein Festgottesaienst im Turm-riempel ahguia.ten. Lange vor Beginn war das große Gotteshaus bis auf das letzte Plätzchen gefüllt. Zunächst fand im Sitzungsaale des Bethausvorstandes die feierliche Enthüllung eines prachtvollen Bildes des Jubilars, das Meister Jehudo Epstein gemalt hatte, und die Ueberreichung einer sehr schön ausgestatteten Dankadresse aller jüdischen Vereine der Bezirke XII./XV. statt. Sodann geleitete ein großer Zug Dr. Taglicht zu seinem Sitze. An der Spitze schritten Präsident Prot. Dr. A. Pick und Vizepräsident Dr. J. Orn stein mit zahlreichen Kultusvorstehern, Oberrabbinerstellvertreter Dr. D. Feuchtw a n g, die Präsidien des Bethausvorstandes, der Bezirkskommtssion und der Chewra Kadischa XII./XV. und Regierungsrat G. Fuchsgelb. Der Jubilar wurde von Oberkantor Taschlitzky mit einem eindrucksvollen Boruch habo empfangen. Die Festpredigt hielt Rabbiner Dr. D. Feuchtwang, der, ausgehend von dem Wochenabschnitt der «Erinnerung», in dankbarer Erinnerung all die großen Verdienste des Rabbiners und Gelehrten Dr. Taglicht aufzeigte, der trotz dieser gewaltigen Leistungen immer ein bescheidener Mensch geblieben ist, ein Mann mit echt jüdischer Seele. In tiefer Ergriffenheit betrat hierauf Dr. Taglicht selbst die reich geschmückte Kanzel und dankte dem Allmächtigen, daß es ihm vergönnt war, nach Jahren härtester Arbeit und schwersten Ringens diesen schönen Tag zu erleben. Er skizzierte den Weg, den er bis nun gegangen, und das Ziel, das er sich stets vor Augen gehalten, seiner Gemeinde ein Führer und Lehrer in Freud und Leid zu sein. Nach dem Gottesdienst drängte sich alles zum Sitze des Jubilars, um ihm Glückwünsche darzubringen. Die zahlreichen Besucher aus allen Bezirken Wiens — u. a. bemerkte man auch Nationalrat Förster und Staatsanwalt Wott a w a — hatten diesmal auch Gelegenheit, den herrlichen Gottesdienst zu bewundern, der nun im Turnertempel abgehalten wird. Die stimmlichen und kantoralen Qualitäten des neuen Oberkantors Taschlitzky sind tatsächlich ganz hervorragende, sein eindrucksvoller Gesang, der insbesondere im Piano ungemein ergreifend wirkt, wird glänzend unterstützt durch den von dem talentierten Dirigenten Kurt Fuchsgelb meisterhaft geleiteten Chor. Es war e;ne erbebende Feier, würdig des verdienstvollen Mannes, an dessen Ehrung das ganze jüdische Wien herzlichsten Anteil genommen hat. Die Landsmannschaft «Kongreß-Polen» Die in Wien lebenden Juden des ehemaligen Russisch- Polen schlossen sich kürzlich zusammen und gründeten eine jüdische Landsmannschaftsvercinigung „Kongreß-Polen", welche bereits einige hundert Mitglieder zählt. Während der kurzen Zeit ihres Bestandes entfaltete die Vereinigung innerhalb ihrer Mitgliedschaft eine rege und lebhafte Tätigkeit ln gesellschaftlicher und humanitärer Hinsicht. Bamstag, 1*. 4. M., abends wurde in den Lokalitäten des Hotel Barschak eine große Purimfeier mit reichhaltigem. Programm veranstaltet Unter den mitwirkenden Künstlern wären besonders Konzertsängerin Frau Blüh (deutsch« Lieder), Fräulein Fränkel (Rezitationen) und Kantor Rosenw&ld (hebräische und jüdische Volkslieder) hervorzuheben, denen die Vereinsleitung für ihr uneigennütziges Auftreten herzlichst dankt In heiterer und gemütlicher Purimstimmung verweilten die Gäste bis ln die frühen Morgenstunden. Die außerordentlich große Beteiligung unserer Landsleute an diesem Fest legt dafür Zeugnis ab, daß die Idee unseres Verbandes schon seit langem notwendig gewesen ist und das Vertrauen und die Mitarbeit unserer Landsleute verdient Unsere Vereinigrung hat bereits Ihr eigenes Heim im 2. Bezirk, Große Schiffgasse 8 (Hotel Barschak). Sekretariat und Lesesaal allabendlich von lf bis 22 Uhr geöffnet. J. L. Ankündigungen und Mitteilungen Zionistische Bezirkssektion XX, Jägerstraße 80, Donnerstag, 31. März, 8 Uhr abends, spricht Herr Dr. Leo Goldhammer über „Stadt und Land im Leben der Juden". Sektion Landstraße. Dienstag, 5. April, 20.45 Uhr, findet im Cafö Lovrana der Vortrag von Chefredakteur Siegfried Pollak über „Geschichten aus dem Nikolsburger Ghetto** statt. Gäste herzlichst willkommen. Jugendverband des Zionistischen Landesverbandes, Sitzung Donnerstag, 31. d. M., 19 Uhr, im Heim der Zion, Bezirkssektion H., Praterstraße 13. — Führerkurs am Mondtag, 4. April 19.30 Uhr, im Heim der Sektion, II., Praterstraße 13. Es spricht Dr. Leo Ooldhammer über „Palästinakunde". Die Zionistische Frauengruppe Wieden/Margareten veranstaltet im Wledner Bürger-Tonkino am Sonntag, den 3. April, halb 11 Uhr, eine Klnomatln6e „Emil und die Detektive“. Das Reinerträgnis fließt der Jubiläumsaktion des Keren Kajemeth Lejisroel zu. Karten iro Vorverkauf an der Kinokasse. Zion. Sektion Vl/Vli — Frauengruppe. Am Donnerstag, 31. d. M., 20 Uhr, kommen die Zionisten mit ihren Bekannten und Freunden ins Restaurant Stockknopf, VL, Esterhazygasse 30, zu einem großen Fischessen mit Barches, wozu alle Freunde höflichst eingeladen sind. Diverse Belustigungen. Entree frei. Gäste willkommen. Zionistische Sektion Zwisohenbriioken, XX., Leystraßa Nr. 81. Am Sonntag, 20. d., veranstaltete die Sektion in der Jüdischen Toynbehalle eine Purim-Feier, die einen schönen Verlauf genommen hat. Der Obmann Appormann konnte bet der Eröffnung ein zahlreiches Publikum begrüßen. In Vertretung des Zionistischen Landeakomltees erschien Dr. Z, F» Finkeistein, der die Bedeutung der Purim-Feier ln geistreicher Weise dem Publikum vor Augen führte. Seine Ansprache wurde mit starkem Applaus aufgenommen. Hierauf sang Herr Oberkantor Gorson Margulies in gefühlvoller Art jüdische Volkslieder. Nachher folgten Vorträge der Schauspieler von der Jüdischen Bühne. Zur Aufführung gelangten „Kolomea“ sowie „Der Datsch“. In gewohnter Weise erheiterte Herr Schwager das Publikum mit seiner Vorlesung aus „Scbalom Aleichem". Zum Schlusso spielte Herr Bernhard Appermann, begleitet von Prof. Dr. Felix Rosenthal, mit vollendeter Virtuosität und feinem Empfinden zwei Saxophonsoli, und zwar Ungarische Rhapsodio von Wiedoeft und Solvejgs Lied von Ed. Grle.g. Das Publikum quittierte all diese Vorträge mit großem Beifall. Die Zionistische Sektion und Frauengruppe Prater gaben Samstag, 26. März, im eigenen Heim einen Keren Kajemoth-Abend, den letzten in diesem Winter. Der geraumigo Saal war bin auf don letzten Platz besetzt. Vizepräsident Altmann hieß die Vorsammelten willkommen, worauf Herr Direktor Dr. V. Kellner einen eindrucksvollen Vortrag über „Die Bedeutung des Aufbaues unseres Landes" hielt. Frau Macha Weininger mit ihrem Gesang, Herr J. Kerker mit seinem Vlollnsplel und Herr Schwager mit jüdischen Rezitationen trugen zum Gelingen des Abends beL Außer Programm hinterließen die Rezitationen des Herrn Max Straßberg und jüdische Lieder, vorgetrageu von Herrn Hirschhorn, den besten Eindruck. Zuletzt seien noch dankbar diejenigen erwähnt, die sich um das Gelingen unserer geselligen Abende, welche unsere Sektion belebten, verdient gemacht haben, und zwar: Frau Brandclstein, Frau Windschauer, Frau Schein und Frau Tng. Mühlbntier, sowie Herr Isak Adler. Die Zionistische Sektion und Frauengruppo Prater veranstalteten anläßlich der Uebersledlung ihrer Vizepräsidentin Ggin Frau Dora Nußenblatt einen Abschiedsabend. Für die Frauengruppe würdigte Frau Ing. Miihlbauer in beredten Worten die Leistungen der Gefeierten und händigte ihr das Diplom über ihre Eintragung in das Silberne Buch ein. Frau Bergmann sprach herzliche Worte im Namen der Wlzo, worauf die VlzepräBidentin der Frauengruppo Frau Windschauer Abschiedsworte sprach. Frau Nußenblatt dankte gerührt für die ihr erwiesene Ehre. Namens der Sektion dankt« Vizepräsident Altmann für die treue Mitarbeit und wünscht« Glück auf den weiteren Weg. Mit einer Ansprache des Gg. Dr. Tulo Nußenblatt schloß die würdige Feier, deren Gelingen dem Veranstaltungskomitee und Frau Sali Scherzer zu danken ist. Zionistische Frauengnippe Wieden-Margareten Sonntag, 3. April 1932, V2II Uhr vormittags, im Wiedner Bürgerkino, IV., Favoritenstraße 32 „Emil uni me oemir Das Reinerträgnis fließt der Jubiläumsaktion des Keren Kajemeth zu. Karten an der Kinokassa. 1

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.