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Die Stimme · 1932-04-01 · Heft 221 (1.4.1932) · page 6

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Journal
Die Stimme
Volume
5 (1932)
Issue
Heft 221 (1.4.1932)
Date
1932-04-01
Page
– (sequence 6)
Language
German
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'eite 6 DIE SUMME Nr. 221 — 1. April 1932 EMer aiur / Kunst / Theater Baratoff contra Strindberg Im Jahre 1332 können wir an August Strindberg schwerlich Gefallen finden. Sein Findesieclismus paßt nicht in unsere sachliche, in bezug auf das Eheproblem und das Zusammenleben der Geschlechter zweifellos gesündere Zeit. Deshalb ist Strindberg — ich bitte um Verzeihung wegen des trivialen Ausdrucks — pass£. Auch sein erschütternder «Vater». Im Prinzip haben wir für derlei Theater heute wenig übrig. Es gibt aber auch Ausnahmen von diesem Prinzip. Es gibt Fälle, wo die innere Strindbergabwehr versagt. Wo das schauspielerische Können und die künstlerische Gestaltung ein Neuland der Emotion schaffen, und wo die schöpferische Wucht der Darstellung über das typisch zerfleischende Strindbergsche Motiv den Sieg davon trägt. So ist es im Falle Baratoff. Wir sind gebannt, wenn wir den «Vater» in seiner Interpretation sehen. Als ob es nichts leichteres in der Welt gäbe, reißt er uns in das Niveau der absoluten Kunst empor und kreiert eine Strindbergfigur seiner ureigensten Prägung. Was ist das Faszinierende an Baratoffs Spiel? Was Ist das Geheimnis seines großen Erfolges, seines Triumphes über einen Dichter, der uns heute nicht mehr entspricht? Baratoffs «Vater» ist ein — Kind. Ein großes unschuldiges, naives und unbeholfenes Kind. Hervorragende Männer sind es oft. Männer ln sozialer Stellung, breitschultrige, kräftige Männer. Dieses kindliche und bezaubernde Motiv hat Baratoff im «Vater» herausgefunden, mit seiner großen Kunst gepflegt, mit der genialen Einfachheit seines naturalistischen Spieles ausgestattet und so eine Bühnengestalt geschaffen, die einzig in der Galerie der großen «Vater»-Darsteiler dasteht. Im KanWe mit Verlogenheit, skrupellosem Intrigantentum unu egoistischem Machtwiiien muß ein Kind unterliegen. Auch wenn dieses Kind ein erwachsener, vielgeprüfter Mann ist, auch wenn es die Uniform eines preußischen Offiziers trägt und ein Wissenschaftler ist. Die Widerwärtigkeiten des Alltags können auch den größten Geist mürbe machen und zum Wahnsinn bringen. Baratoffs Spiel macht die Uebertreibungen der Strindbergschen Tragödie glaubhaft. Zum Schlüsse noch eine persönliche Erinnerung. Es war in meiner ersten Jugendzeit. Im Lemberger ' Stadttheater sah ich als Gymnasiast den «Vater» mit einem der größten damaligen Schauspieler Polens Adwentowicz in der TiteTrolIe. Es war mein erstes großes Theatererlebnis. Von einer Macht, die Vieles, was später kam, von vorneherein in den Schatten stellte. Ich sah dann den «Vater» noch unzählige Male in verschiedenen Sprachen mit verschiedenen, oft ganz hervorragenden Künstlern. Nie konnte jenes erste große Erlebnis überschattet werden. Bis ich Baratoff im «Vater» sah. Bis Baratoff den Sieg davontrug. S. W. Boris Schatz, der Schöpfer des „BezalelM, gestorben Am 23. März verstarb in New York der berühmte jüdische Bildhauer Professor Boris Schatz aus Jerusalem im Alter von 66 Jahren. Mehr als alle anderen jüdischen Künstler seiner Zeit hat er, der Schöpfer der Bezalel-Schule in Jerusalem, auf die Entwicklung einer spezifischen jüdischen Kunst eingewirkt. Boris Schatz, der 1866 in Kowno geboren wurde, lebte von 1890 bis 1896 als Schüler und Gehilfe des großen jüdischen Bildhauers Antokolski in Paris. Später wurde er nach Sofia berufen, wo er als Bildhauer des bulgarischen Königshofes viele Monumente errichtete, die Bulgarische Akademie mitbegründete und das Kunstleben in dem jungen Staate stark befruchtete. Als die moderne zionistische Bewegung von Theodor Herzl begründet wurde, schloß sich ihr Boris Schatz begeistert an. Im Jahre 1906 ging er nach Jerusalem und begründete dort die Bezalel-Schule für jüdische Kunst und Kunsthandwerk, später das Bezalel-Museum. Unter großen persönlichen Opfern kämpfte er viele Jahre für den Bestand dieser beiden Institute, die er selbst geleitet hat. Vor vielen Monaten sah er sich genötigt, die Bezalel-Schule wegen finanzieller Schwierigkeiten vorübergehend zu schließen. Er ging nach Amerika, um dort Mittel für den weiteren Bestand der Schule aufzubringen. Den Strapazen dieser Reise und der Werbung war seine seit einiger Zelt geschwächte Gesundheit nicht gewachsen und er Ist ihnen nun in New York erlegen. Boris Schatz schuf eine große Anzahl Statuen, Reliefs und Porträtbüsten von seinem Lehrer Antokolski, von GroBfleiscMiauarai SIEGM. KORNMEHL Zantrale IX, Berggasse iv, fei. A A 16-9*84 Lieferant tUr Heilanstalten Abteilungen fOr "lTO-Fleigch unter Aufsicht des Ehrwürdigen tfabbmats der Israelitischen Kultusgemeinde Wien &utoxueteliunf» Koiiemoi IX, Berggasse l*> XVUi. Wihringeratrafle 79 Theodor Herzl, vom Musiker Rubinstein, vom großen Vortragsmeister Strakosch und von anderen großen Juden. Er schuf auch eine Anzahl Gemälde und dekorative Arbeiten. Viele seiner Werke wurden prämiiert und befinden sich in großen Museen Europas und Amerikas. Sein bedeutendstes Werk ist die überlebensgroße Skulptur «Mattatias Makkabi». Der Sohar, das heilige Buch der Kabbala Nach dem Urtext herausgegeben von Ernst Müller. Verlag Dr. Heinrich Ol ans, Wien. Seit dem Zeitpunkt, da das jüdische Volk als Träger und Schöpfer zeitlosen religiösen Wertes auf den Plan trat, ist es erfüllt von dem Bewußtsein seiner Einzigartigkeit. Sie beruht auf der Einheit von Anlage und Bestimmung: das Volk, dem es wie keinem anderen gegeben war und ist, Gott zu suchen, ihn in sich und im Weltgeschehen zu finden und zu erleben, fühlt sich zugleich auserwählt, das Instrument des göttlichen Willens zu sein. Die Worte der Verheißung, die an dieses Volk ergingen, sind die unerschütterliche Bürgschaft seiner natürlich-übernatürlichen Existenz, die, durch die Erfüllung der göttlichen Gebote geheiligt, die Erlösung des Individuums, des Volkes und der Menschheit herbeiführen wird: das Reich Gottes «auf Erden. Das zentrale Dokument, ln dem sich der Wille der Vorsehung kundgibt, Ist die Bibel; ihr Studium, ihre Erforschung und Ausdeutung bezeichnet den Lebensweg des einzelnen Frommen sowohl wie des ganzen Gottesvolkes. Das gesamte jüdische Schrifttum geht von der Bibel aus und mündet ln sie ein; wie ja überhaupt religiöses Denken im wesentlichen nicht geradlinig-systematische Wege geht, sondern um ein Zentrum, um das Zentrum kreist, dem es sich unendlich nähert, mit dem es in seltenen Augenblicken gesteigerten Daseins völlig eins wird. Zu den zahllosen Werken, die das göttliche Geheimnis zu ergründen suchten, wie es sich im Schriftwort kundtut, gehört das heilige Buch der Kabbala, der Sohar, der nun zum erstenmal in seinen wesentlichsten Tellen, nach Materien geordnet, in deutscher Sprache vorliegt. Wenn neben dem inneren Gehalt die historische Wirkung eines Buches als Kriterium seines Wertes angesprochen werden darf, dann gehört dieses Buch zu den größten des jüdischen Schrifttums; hat es doch, anonym wie eo viele Jüdische Bücher, in der langen Zeit seiner Formung wie auch als Geformtes viele Geschlechter des Volkes erfüllt und erhoben und auch über den Rahmen der Volksgemeinschaft hinaus religiös-mystisch gerichtete Menschen anderer Völker angezogen. Seine eigentümliche Methode, durch den Wortsinn hindurch zum tiefsten Sinn der Bibel vorzudringen und so die geheimen Zusammenhänge zwischen Gott und Mensch, zwischen dem Willen der Vorsehung und dem Süßeren Weltgeschehen zu ergründen, reicht, wie Ernst Müller in seiner Einleitung darlegt, weit zurück, in den Talmud und bis ln die Bibel selbst, in der neben rationalbegrlffllcben mystisch-symbolische Tendenzen unverkennbar sind. Es ist eine Uranlage der Menschheit, die hier wie etwa in der Literatur der Inder (Bhagrawad-Glta) und der Griechen (Platon) Ausdruck und Gestalt gowlnnt, es sind menschliche Urgedanken, doch in jüdischer Auaprägung, anknüpfend an das hebräische Wort der Bibel und Beinen — oft frei und willkürlich —- gedeuteten Urslnn. Nichts ist hier zufällig, alles mit allem in innigstem Zusammenhang; die Art der Deutung, die hier angewendet wird, ist die gleiche wie im talmudlschen Schrifttum. Und so wie die Worte miteinander vereinbart werden, so auch die Wesen und die Dinge. Das stete Aufeinanderbezogensein alles Irdischen und sein unlöslicher Zusammenhang mit den oberen, den göttlichen Welten wird dem Leser auf Jeder Seite des Buches dargetan und er empfindet beglückt die Erhabenheit eines religiösen Welt- und Gotterlobens, dem Notwendigkeit und Freiheit, Gnade und Verdienst, Individuum und Volk, Volk und Menschheit, Gott und Welt ln prästabillerter Harmonie sich einen. Die schöne und würdige Uebertragung dos kostbaren Werkes in unserer, dem religiösen Wert abgekehrten Zeit ist eine geistige Tat, für die wir Ernst Müller herzlich danken müssen. Er hat uns damit den Einblick in eine Geistesrichtung vermittelt, die bis in unsere Tage weite Schichten des jüdischen Volkes beherrscht und uns einen lebendigen Quell unserer national-religiösen schöpferischen Wesenheit erschlossen. Viktor Kellner. Die Ausweisung Ein Ueberrest des alten Polizeistaates Das sogenannte Vagabunden- und Schubgesetz vom 27. Juli 1871, welches trotz Verletzung des Staatsgrundgesetzes die Abschiebung und Abschaffung von den m ihm näher bezeichneten, die öffentlichen Interessen gefährdenden Personen festgelegt, hat im Vorjahre seine sechzigjährige Geltung feiern können, während welcher es viel Unheil stiftete und für ganze Familien, die gar kein Verschulden traf, wie ein Todesurteil wirkte. Der Kreis der Personen, auf weiche das Gesetz Anwendung finden darf, ist also daselbst genau umschrieben, und zwar handelt es sich ausschließlich um Landstreicher und sonstige arbeitsscheue Personen, um ausweis- und bestimmungslose Individuen, um öffentliche Dirnen und um aus der Haft tretende Sträflinge und Zwänglinge. Man sollte also meinen, daß jeder Bürger und alle, die sich, wenn auch als Ausländer, in Oesterreich aufhalten, ohneweiters gegen die Anwendung dieses Gesetzes geschützt sind, wenn sie nicht zu einer der angeführten Kategonen von Menschen zugezählt werden können. Nichtsdestoweniger bekamen es, Insbesondere ln den ersten Jahren der Entstehung der modernen Arbeiterbewegung, jene Menschen zu spüren, die der Polizei oder irgend einer Verwaltungsbehörde aus irgend einem Grunde unbequem waren, so daß es sogar erst einer Entscheidung des Reichsgerichtes bedurfte, daß das Kriterium der Gefährdung der persönlichen Sicherheit oder des Eigentums bei Anhängern der Sozialdemokratie an sich nicht zutrifft. Im Jahre 1884 wurden auf Grund dieses Gesetzes zirka 30.000 Personen angehalten und zur Auswelsleistung aufgefordert und zirka 4000 Personen aus ihrem jeweiligen Aufenthaltsort abgeschafft. Es ist daher verständlich, daß die erste, von der jungen österreichischen Sozialdemokratie am 3. April 1886 beim «Schwender» einberufene roße Versammlung über Antrag Viktor Adlers im ersten unkt der gefaßten Resolution verlangt: «Die sofortige Aufhebung der Beschränkung der Freizügigkeit, also der Ausnahmsverfügungen, Vagabunden- und Schubgesetze». Man sollte nun meinen, daß di« sozialdemokratisch« Partei, die Schneider tür feine Hertengardetobe Jakob Ornslein Wien, 2. Beurk, Gtitenbmnngaue IVr 2 (bet det fHaetenbräeke) Telephon ttr. fl 48-4-M derart viele Schikanen durch dieses Gesetz zu erdulden hatte, sofort wenn sie zur Macht gelangt, mit der bisherigen Praxis dieses Gesetzes brechen würde. Tatsächlich trat aber das Gegenteil ein! Jedem ist noch aus den ersten Nachkriegsjahren die als «Sever-Erlaß» bekannte Verfügung des sozaldemokratischen Landeshauptmannes Sever in Erinnerung, durch den die Anwendung des Vagabundengesetzes auf alle jene jüdischen Personen festgesetzt wurde, die in Oesterreich geboren und aufgewachsen sind, auf «Menschen, deren Leben nie mit einem anderen Lande verknüpft war, oder die den Zusammenhang mit ihrer einstigen Heimat längst verloren haben, auf Angehörige eines der auf altöstenreichischem Boden entstandenen Nachfolgestaates, ohne jedes Zugehörigkeitsgefühl zu diesen von ihnen vielleicht bisher nie betretenen Ländern und auf solche, die rechtlich überhaupt keine Heimat mehr besitzen». Der bekannte Rechtsphilosoph und juristische Theoretiker Dr. Franz K o b 1 e r hat es in seiner vor kurzem erschienenen Arbeit «Recht und Unrecht der Ausweisung» (Frisch-Verlag, Ernst Wilhartitz, Wien) mit vielem Wissen und erstaunlicher Gründlichkeit unternommen, das ganze Rechtsgebiet der Ausweisung und Abschaffung darzustellen und Vorschläge wegen Reform derselben der öffentlichen Diskussion zu unterbreiten. Nur derjenige, der es, wie seinerzeit Julius Ofner und heute Dr. K o b 1 e r, in der eigenen Praxis erfahren hat, daß «die Ausweisung in der Form, in der sie heute gehandhabt wird, täglich zahllose Menschenschicksale bedroht, Leben knickt und zerbricht, wie der Strang oder die Guillotine» kann auf den Gedanken kommen, sich mit dieser, eigentlich abseitigen Materie zu befassen, und nur derjenige, der das tiefe rechtliche und menschliche Empfinden besitzt, das sich auch sonst gegen jede Gewalt wendet und das Dr. Ko hier im besonders starken Maße eigen ist, kann eine solche, nicht nur dem Praktiker, sondern auch dem Betroffenen selbst nützliche und unentbehrliche Arbeit liefern, die aber auch der sich ihrer Menschlichkeit bewußten Allgemeinheit einen Fingerzeig für eine dringende Besserung bietet. Diese streng wissenschaftliche, logisch und sprachlich wunderbar aufgebaute Publikation enthält den Aufschrei eines in seiner Würde verletzten Menschen gegen ein Un-recht, das noch aus der Zeit des alten österreichischen Polizeistaates fortwährend neues Unglück zeugt und der besonders in den jüdischen Kreisen nicht unverhallt bleiben sollte. Dr. Leo Goldhammer. Gastspiel des „Kaftan" Dieser jüdischen Kleinkunstbühne aus Berlin, die sich ln der «Komödie» an drei Abenden produzierte, ging bereits ein Ruf einer ernsten und strebsamen Künstlerschaft voraus. In jiddischer Sprache werden hier Lieder, Dialoge, Bonmots und VolksstUcke dargeboten, die sich weit über das triviale Niveau der sattsam bekannten Lozelach eines Eisenbach und des guten Geistes der «Komiker», des Herrn Armin Berg, erheben. Und vor allem ist es S a k a s z a n s k y, der Anführer dieser wackeren Künstlerschar, der geistsprühend, wandlungsfähig und voll sprühenden Humors dieser Truppe Eigenart verleiht. Er ist Conferencier, Sänger, Schauspieler und Stegreifdichter in einer Person und versteht es, das Publikum weit über die Mitternachtsstunde in Atem zu halten. Daß sich in diese Künstlerschar auch die Wiener Künstler, die Tänzerin Gertrud Kraus und die Sängerin Hilda DuHtzaja einzufügen verstanden, ist für den nicht verwunderlich, der diese zwei Talente von ausgeprägter jüdischer Eigenart seit Jahr und Tag zu bewundern Gelegenheit hatte. Hervorzuheben wäre noch der parodistischc Komiker Schneider und die «Salondame», die in den Dialogen von Tunkeier, dem Prachtwerk jüdischen Humors, den Zauber einer starken Persönlichkeit verlieh. Die Vorstellungen standen jedoch unter keinem günstigen Stern, was das rein Technische anbelangt. Die Pausen waren viel zu lang, die späte Mitternachtsstunde, über die sich die einzelnen Bilder erstreckten, wirkte ermüdend auf die Zuhörer, und die Ueberfülle der Darbietungen sprengte den engen Rahmen der Kleinkunstbühne. In der Beschränkung liegt dr“ Meister und weniger wäre bess»'. Allenfalls vermittelte uns der «Kaftan» eine äußerst ambitionierte und aufstrebende Künstlerschar, die mit Recht von der Berliner Kritik zu den besten dieser Art gezählt wird. * Liturgisches Konzert Für diejenigen, die an der traditionellen Jüdischen Musik und an ihrer Weiterentwicklung Interesse nehmen* bat das am SS. Mära abends im Großen Konzerthausnaal von den vereinigten Chören „Hasimrah“ und „JUdische Konzertvereinigung“ veranstaltete „Große liturgische Konzert“ als kulturelle Leistung eine hohe Bedeutung. Denn die Quelle aller jüdischen Musik, auch die Volkslieder nicht ausgenommen, liegt einzig und allein ln den alten JüdMtohen Tempelgesängen und den uralten Nuschaoth. So können wir in einer Teinpelkompositlon, wie sie einst musikalisch begabte jüdische Chasonim, auch wenn sie in Form und Harmonie keineswegs einwandfrei waren, gebracht haben* mehr an jüdischer Eigenart finden als in den ganzen modernen hebräischen Vokalkompositionen. Diese Tatsache mag den Erforschern der Jüdischen Musik wie auch der Jungen KompontBtengeneratton als in dieser Hinsicht besonders wertvoll im Gedächtnis bleiben. Ich muß es deshalb;il» ein Verdienst der veranstaltenden Vereine und ihrer ^Dirigenten B. Hirschmann und H. Schorr — in beiden schlägt die Erziehung im altjUdischen Milieu sichtlich durch — bezeichnen, daß sie als gewiegte Kenner der traditionellen Tempelmusik es verstanden haben* Ul

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