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Die Stimme · 1932-04-01 · Heft 221 (1.4.1932) · page 5

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Journal
Die Stimme
Volume
5 (1932)
Issue
Heft 221 (1.4.1932)
Date
1932-04-01
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
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Nr. 221 — 1. April 1932 Ult STIMME Seite 5 Werb e-Aktion für 9 Die Stimme g •9 Das einzige offizielle Organ des Zionistischen Landesverbandes ffir Oesterreich. Die Stimme" soll atistfesialietf werden Als Kampfmittel für den Zionismus und gegen den Antisemitismus soll »Die Stimme" viel Inhaltsa. umfangreicher werden. Die hlefür notwendigen Mittel sollen durch neue Abonnenten hereingebracht werden. Zu diesem Zwecke führen wir eine Werbe-Aktion für „Die Stimme“ durch. Der am 29. März 1932 abgehaltene Parteirat bringt in einer Resolution neuerlich in Erinnerung, daß es Pflicht eines jeden Zionisten ist »Die Stimme*' zu abonnieren, fördern und für sie zu werben Wir fordern vor allem die zionistischen Mandatare und Vertrauensmänner auf, «Die Stimme» zu abonnieren. Sämtliche Zionisten ersuchen wir, nicht nur «Die Stimme» zu abonnieren, sondern auch Abonnenten zu werben und uns Adressen von Personen aufzugeben, denen wir Probenummern schicken sollen. Die Werbung soll von Zionist zu Zionist und von Zionist zu Nichtzionist durchgeführt werden. Hiefür brauchen wir freiwillige Mitarbeiter. Meldet Euch daher zur Mitarbeit (R 27.486, 1., Kärntnerstraße 28) und helfet mit, «Die Stimme» zu einem Blatt der breiten, jüdischen Massen auszubauen! Unsere freiwilligen Mitarbeiter waren Im Monat März durch die Purim-Veranstaltung so in Anspruch genommen, daß wir die bereits im März geplante Werbe-Aktion verschieben mußten. Die inzwischen durchgeführten sehr geringfügigen Werbearbeiten haben wider Erwarten üt*er 300 neue Abonnenten gebracht. Wir können daher mit Recht von der jetzt durchzuführenden Aktion große Erfolge erwarten. Nur durch systematische Aufbauarbeit werden wir unserem Ziele näherkommen und nicht durch destruktive Kritik. ihm nach altbewährter, aber darum nicht weniger unmoralischer Methode einen Juden erblicken oder ihn wenigstens zum Judenstämmling stempeln wollen? So gibt ein wütender Rassenfanatiker — sein Name sei hier zu seiner Schmach verewigt: er heißt Hans Hermann — folgende schändliche innere Ergüsse von sich: «Sieht man Goethe an, diese hervorquellenden dunkelbraunen Augen, diese an der Spitze gekrümmte Nase, diesen langen Oberleib mit den kurzen Beinen, welchen selbst ein leicht «wehmütiger» Zug nicht fehlt, dann haben wir das Urbild eines Nachkommens Abrahams vor uns. Goethe war Mischling durch das Blut seiner Mutter, und nicht nur in seinem Aeußeren prägt sich seine Abstammung von den alttestamentarischen Helden ab, sondern auch in seinem ganzen Wesen. Seine glühende Sinnlichkeit und ewige Verliebtheit, seine unsittliche Lebensweise und fragwürdige Ehe, der er erst ganz heimlich die Weihe geben ließ, als Napoleön, der gewiß kein Abstinenzler und Tugendbold war, sich eine etwas ironische bezügliche Frage gestellt hatte, sein Servilismus gegen Fürsten, der seinem steifnackigen Vater sehr zuwider war, sein völliger Mangel an Vaterlandsliebe, seine Feigheit den kriegerischen Ereignissen seiner Zelt gegenüber und noch manche andere Züge reden eine zu deutliche Sprache, als daß ein Mensch von unbefangenem Urteil sich der Ueberzeugung verschließen könnte, daß Goethe weit mehr Semit als Deutscher war.» Der ultranationale Anthropologe A. Wlrth leugnet «mit so ziemlich allen Anthropologen» die Zugehörigkeit Goethes zum Germanentum. Und der deutschvölkische Lenz hält ihn «für einen germanisch-vorderasiatischen Mischling, dessen Geistesart die asiatische Abstammung beweist». Nein! Goethe war kein Judenfeind. — Die Götzen und Oberbonzen der Judenfeinde selbst beweisen es. Die Freunde der Wahrheit und des Fortschritts aber müssen Eckermanns Worte, die dieser getreue Eckehart dem toten Freunde gewidmet Hat, beherzigen «Man kann das Andenken des großen Toten nicht besser ehren, als wenn man in seinem Sinne fortzuieben und zu wirken sucht», auf daß der Genius der Menschheit nicht länger durch Rassenhaß und andere ruchlose Gesinnung geschändet werde. Aus Palästina Folgenschwere Explosion in den Jerusalemer Wasserwerken. Bei einer Explosion der Pumpanlage bei den Wasserwerken von Wadi Fawar, einer der Quellen der Wasserversorgung Jerusalems, wurden drei arablscne Arbeiter getötet. Trockenheit. Die trockene Witterung in Palästina dauert an. Die Regenmenge beträgt nur die Hälfte derjenigen in der gleichen Periode des vergangenen Jahres, ln allen Synagogen, Moscheen und Kirchen zu beiden Seiten des Jordanflusses wurden Gebete um Regen gesprochen. Lord Melchett in Jerusalem. Der junge Lord Melchett ist in Jerusalem eingetroffen und wird über die Zeit der Makkabiah hinaus in Palästina verbleiben. Er wohnt zusammen mit seiner Schwester, Lady Erleigh, der Schwiegertochter des Marquis of Reading, in der Melchett-Villa zu Migdal. Einwanderungserleichterungen. Auf Grund wiederholter jüdischer Vorstellungen hat das Einwanderungsdepartement der Palästina-Regierung Einwanderungserleichterungen für Ehern und Bräute von Palä’ stina-Arbeitern zugesagt. Aehnliche Zusagen erfolgten für die Einreise von Rabbinern aus Rußland. Neue Arbeit Auf dem Gute Tel Mond, das dem verstorbenen Lord Melchett gehörte, wurden 400 Dunam neu bepflanzt. Aus ..INTRA“ SCHOKOLADE |-|DB bv Die einzige Schokolade unter Aufsicht des ehrw. Rabbiners Josef Babad Verlanget daher nur INTRA mit "QK3 wd» an sro nmt>n ODeraii ernaimch i. Adiergasse 4 Tel. 8-23-9-62 Warum fteinmetzbrot! 1. Well Steinmetzbrot auf Grund der Ergebnisse der wissenschaftlichen Forschung das ein* Zlge Brot ist, welches noch sämtliche lebenswichtigen Aufbau- und Ergänzungsstoffe des Getreidekorns enthält. 2. Weil Steinmetzbrot das einzige Brot ist, welches aus gewaschenem und enthülstem Getreide hergestellt wird. Regelmäßig Steinmetzbrot essen, heißt den Körper zur Gesundheit erziehen diesem Anlaß fand eine Feier statt, und die Redner priesen die Pflanzung als die beste Antwort auf die arabischen Mordtaten. Die Älteste jüdische Gemeinde in Indien im Niedergang Die aus 1500 Seelen bestehende Jüdische Gemeinde von Cochin, die als die älteste jüdische Gemeinde Indiens gilt, kämpft jetzt schwer um Ihre Existenz. Infolge der Wirtschaftskrlsis ist die einst blühende Gemeinde stark verarmt. Man nimmt an, daß nach der Zerstörung Jerusalems durch Titus (70 v. Chr.) Juden aus Palästina nach Malabar kamen. Vom 6. bis Ende des 15. Jahrhunderts bildeten sie ein unabhängiges Fürstentum unter einem Fürsten jüdischen Blutes. Zu Beginn des 16. Jahrhunderts kamen die Portugiesen nach Malabar, unterdrückten dio jüdische Herrschaft und zwangen die jüdischen Einwohner von Crangamore, der ersten jüdischen Kolonie ln Indien, ihre Heimat zu verlassen und Schutz beim Maharadscha von Cochin zu suchen. Der Präsident der britischen Munizipalität von Cochin ist der Jude Samuel Sabattal Koder, der in diesem Staat den Elementarunterricht einführte. Er ist auch Mitglied der Royal Society of Arts. Führendes Mitglied der Jüdischen Gemeinde von Cochin ist der Anwalt Abraham B. Salem, der auch Mitglied des Stadtrates und des Gesetzgebenden Rates von Cochin ist. Neues aus der WIZO Konferenzen. In folgenden Ländern fanden Konferenzen der Wizo-Föderatlonen statt: Tschechoslowakei, Finnland, Holland, Jugoslawien, Lettland, Litauen, Ostgalizien (Lfm-t« berg), Transsylvanien. Alle Konferenzen waren gut be-,!> sucht und aktivierten dio Wizo-Arbeit in allen diesen Län-- dem. Aus den Berichten geht hervor, daß im Rahmen der Wizo-Organisattonen auch in einem bedeutenden Ausmaße K. K. Lund Keren Hajesaod-Arbeit geleistet wird. Brüssel. Madame Speyer, Gattin von Herrn Professor Speyer, dem Vizepräsidenten des Councils der Jewish Agency für Brüssel, übernahm das Amt der Ehrenpräsidentin der Brüsseler Wizo-Gruppe. die in den letzten Monaten einen großen MitgUcderzuwacbs hatte. Kanada. Anläßlich der Jahreskonferenz der kanadischen Wizo-Föderation, diu in Montreal stattfand, wurde eine Resolution gefaßt, wonach die Arbeit für die landwirtschaftliche Mädchenschule in Nahalal die allererste Pflicht der Organisation bleiben wird. Skandinavien. Die Wizo hat unlängst aus Schweden (Göteborg) das erste feste Budget erhalten. Damit wurde der Anfang zu einer organisatorischen Erfassung der jüdischen Frauen Skandinaviens im Rahmen der Wizo gemacht. Es haben sich ferner zwei Jüdische Frauenbünde, der eine in Stockholm, der andere in Kopenhagen, der Wizo angeschlossen. Levante* Messe. An der Levanto-Messe, deren Eröffnung am 7. April in Tel-Aviv stattfindet, wird auch die Wizo teilnehmen. Es wird ein spezieller Wizo-Pavillon errichtet, in dem die Institutionen der Wizo ausstellen werden. Alle Arbeitszweige der weit verbreiteten Tätigkeit der Wizo in Palästina werden vertreten sein. In Demonstrationen wird die praktische Arbeit der WTizo-Institutionen gezeigt werden; außerdem finden Vorlesungen statt und ein Büfett, geleitet durch die Kochlehrerinnen der Wizo, wird von den Errungenschaften auf kulinarischem Gebiet Zeugnis ablegen, Aehnlich wie bei der Ausstellung in Tel-Aviv werden innerhalb der Ausstellung kleine GMLrten angelegt, um die Methoden des Wizo-Gartenbaus zu veranschaulichen. Eine tausendjährige Synagoge Das polnische Städtchen Wronski wird im nächsten Jahre das tausendjährige Jubiläum seiner Synagoge feiern. Es herrscht keine Einigkeit darüber, wann die jüdische Besiedlung Polens begonnen hat. Sicher ist aber, daß die Synagoge in Wronski im Jahre 933 gegründet wurde. Diese Jahreszahl Ist auf einem der Tragbalken der Synagoge sichtbar. Die Jahreszahl 933 findet sich auch im Text einer Steintafel mit hebräischem Text im Vorraum der Synagoge. In Wronski dürfte sich daher die älteste jüdisch« Siedlung in Polen befunden haben. Jüdisdker fpoti gchwi—MiicD und Wam«r* Das internationale Meeting der Hakoali, das am Sams*-.- tag, den 19. d., im Dlanabad stattfand, brachte schöne Erfolge und zeigte die jüdischen Schwimmer in guter Fcvm. Di« Hakoah gewann den Klubkampf mit 10 Punkten vor Haglbor (Prag) mit 6 Punkten und Bar-Koohba (Preßburg) und Bar- Kochba (Brünn) mit je 0 Punkten. Den Dr. Heller-Wände», preis holte sich die Hakoah mit 53 Punkten endgültig vo» Austria mit 6 Punkten. Im Wasserbail siegte Hakoah A gegen Hagibor (Prag) 6:2, 2:1 und Hakoah B gegen Bar-Kochba (Preßburg) 5:4, 1:2. Die Italiener stellten einen neuen Rekord mit jhref Crawl-Staffel über 4 mal 300 Meter auf, /*'V* % i

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