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Die Stimme · 1932-04-01 · Heft 221 (1.4.1932) · page 2

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Journal
Die Stimme
Volume
5 (1932)
Issue
Heft 221 (1.4.1932)
Date
1932-04-01
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
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^eite i Ult STIMME Nr. 221 — 1. April 1932 Die Makkablah in Palästina Die jüd.sche Sport- und Turnerschaft, welche im Weltverband «Makkabi» vereint ist, scheint im Begriff zu sein, dafür den Beweis zu erbringen, daß unerschütterlicher Wille, Energie und Begeisterung aiie Hindernisse überwinden können. Allgemein war man der Meinung, daß die schlechten wirtschaftlichen Verhältnisse in der ganzen Welt, die Reiseerschwerungen und die politischen unsicheren Verhältnisse für eine eroßangelegte Sportveranstaltung außerordentlich «..-■günstig wären, ja diese unmöglich machen werden. Die Tatkra*» der Leitung und die Begeisterung der jüdischen Sport- und Turnerschaft haben aber das Unmögliche möglich gemacht, die Makkabiah findet nicht nur statt, sondern sie dürfte aller Wahrscheinlichkeit nach ein großes Ereignis werden. Die zur Verfügung stehenden Schiffe sind vollständig besetzt, und gerade in den letzten Wochen hat sich außerordentlich viel Interesse zum Besuch der Makkabiah gezeigt. Dieselbe beginnt am 29. März in Te!-Aviv. Nun strömen von allen Seiten Gruppen jüdischer Turner und Sportler nach Palästina. Auch in Wien, welches Durchzugsstation für die deutschen, tschechischen, baltischen, polnischen,- holländischen und belgischen Makkab« Ist, ist ein außerordentlich reges Interesse zu verspüren. Die «Hakoah», welche die Fürsorge für die Durchreisenden übernommen hat, hat die Freude, jeden Tag viele Gesinnungsgenossen aus aller Herren Länder als Brüder zu begrüßen und bemüht sich, den Freunden den Aufenthalt in Wien so angenehm und kurzweilig wie möglich zu machen. Am Samstag und Sonntag waren Makkabi aus Danzig, Köln und anderen deutschen Städten Gäste der «Hakoah»; am Montag reisen durch Wien unsere Freunde aus der Tschechosiovakei und viele deutsche Gruppen und werden auf den Bahnhöfen festlich begrüßt. Am Dienstag abends, 7 Uhr 20, verlassen die Vertreter der «Hakoah» und des «Makkabi» Wien vom Südbahnhof aus. Es ist eine erlesene Schar von Meistern, die die Farben der österreichischen Judenschaft in Palästina repräsentieren wird. Dank der hervorragenden Opferwilligkeit einer Reihe von Förderern können wir 38 Leute an den Start in Palästina senden. Diese 38 Sportler setzen sich zusammen aus Schwimmern, Ringern, Leichtathleten und Boxern. Unter ihnen erwähnen wir insbesondere unsere Schwimmeisterin Heddi Bienenfeld, Fritzi LÖwy, Hansi Bratmann, die Schwimmer üuth, Dreikurs, Goldschläger, die Ringer Hirschl, Bim* bäum, Fincsus, Ernst üottlieb, den Meisterboxer Laub, die vielfach bewährte Leichtathletikstaffel Blödy, Klein, Deutsch und Pollak. Es.ist anzunehmen, daß die Wiener Expedition auf sportlichem Gebiet in Palästina ehrenvoll abschneiden wird, es ist ebenso anzunehmen, daß dieselben aus dem Gesehenen in Palästina viele schöne und neue Eindrücke gewinnen werden und mit diesen bereichert mit doppelter Begeisterung und Mut weiter für die jüdischen Farben kämpfen werden. Dr. Hugo Benedikt, Vizepräsident der «Hakoah». 6pandioses Purimfest in Tel-Aviv Jerusalem, 25. März. (J. T. A.) Tel-Avlv bot In diesen Purim-Tagen ein ungemein frohes und farbenbuntes Bild. Während des Nachmittags-Karnevals bevölkerten die Straßen der jüdischen Stadt außer etwa 50.000 Stadteinwohnern noch Zehntausende Juden aus ganz Palästina, viele hunderte Touristen aus der ganzen Welt und tausende Araber aus Jaffa und Umgebung. An keiner Stelle kam es zu irgendeinem Zwischenfall, keine einzige Verhaftung wurde vorgenommen. Der Karneval war in den Rahmen einer Prozession aller jüdischen Einwanderereieinente «von Abraham bis Passfleld» gekleidet. Man sah farbenprächtige Massenbilder, sowie satirisch aufgeputzte Gruppen. Jerusalem bot ln den Purim-Tagen das normale Bild, nur am Jaffaweg tummelten sich die traditionellen naiven Maskengruppen der orientalischen Juden. Eröffnung des American Pa'esfne Campaign in New York 150.000 Dollar aufgebracht: Felix M. Warburg spendete 50.000 Dollar. New York, 28. März. (J. T. A.) Die Eröffnung des diesjährigen American Palestine Campaign in der New Yorker Stadthalle, dessen Ziel es ist, in diesem Jahre 2J£ Millionen Dollar für das Palästinawerk der Jewish Agency aufzubringen, gestaltete sich zu einer imposanten Kundgebung der New Yorker Judenheit für Palästina. Die Redner des Abends, der Präsident der Zionistischen Weltorganisation und der Jewish Agency Nahum Sokolow, Dr. Nahum Hnldmann, Loh*? Lipsky, Morris Rothenberg, Richter Julian W. Mack und Richter William M. Lewis fanden den enthusiastischen Beifall uer zahlreichen Zuhörerschaft, die die Stadthalle füllte. Der führende amerikanische Reform-Rabbiner Samuel Shulman, bislang ein Gegner des Zionismus, erklärte in einer Ansprache, er wolle nun mit den Palästinafreunden für das jüdische Aufbauwerk Zusammenarbeiten. Das Aufkommen des barbarischen Hitlertums ln Deutschland habe ihn bewogen, sich zum Palästinawerk zu bekennen. Viel gefeiert wurde Frau Felix M. Warburg, die Tochter des unvergessenen jüdischen Philanthropen Jakob Schiff, die eine Ansprache des am Erscheinen verhinderten Herrn Felix M. Warburg verlas und mitteilte, daß ihr Mann 50.000 Dollar zum diesjährigen Campaign beisteuert. Nathan Straus junior (der Sohn des verstorbenen großen Philanthropen), der im Campaign-Committee für Groß-New York den Vorsitz führt, spendete 10.000 Dollar. Im ganzen wurden an diesem Abend 150.000 Dollar für den Campaign aufgebracht. Zionistische Führer in Jerusalem Jerusalem, 21. März. (J. T. A.) Die Mitglieder der Exekutive der Jewish Agency Dr. S. Brodetsky, Emanuel Neuman und Dr. Werner Senator, sowie der Direktor des Keren Hajessod Dr. Arthur Hantke sind in Jerusalem eingetroffen. Zu Fessach nach Palästina Begrüßung der polnischen Touristen In Haifa. Am 18. März trafen mit dem rumänischen Schiff «Dacia» über 400 jüdische Touristen aus Polen in Haifa ein. Sie wurden an Bord des Schiffes durch den polnischen Generalkonsul Dr. Kurnikowski, dem Mitglied der Exekutive der Jewish Agency H. Farbstein und dem polnischen Handelsattache Dr. B. Hausner, die sich zum Empfang der Touristen eigens von Jerusalem nach Haifa begeben hatten, bewillkommt. Warschau, 21. März. (J. T. A.) Am 20. März begaben sich weitere 184 jüdische Touristen auf die Reise nach Palä- EchtePalästina-Weine Karmel Original aus den bestrenommierten Weinkeliereien S. Friedmann & Söhne Haifa, Petach-Tikwah sowie in- und ausländische Primaweine unter Aufsicht Sr. Ehrw. “7832 P\2V JH3"I 2T! mit besonderem Hechschar einzig u. allein nur bei M» Bartfeld Wien, 2., Seb Kneipp-Gasse 3 Tel. R-49-7-90 stina. Mehr als 2000 Personen hatten sich auf dem Warschauer Hauptbahnhof eingefunden, um die Touristen zu ihrer Reise nach Erez Israel zu beglückwünschen. Als sich der Zug in Bewegung setzte, stimmten die 2000 Anwesenden die «Hatikwah» an. Fünf Touristen-Gruppen aus Rumänien gehen zur Makkabiah nach Tel-Aviv. Bukarest, 21. März. (J. T. A.) Die zionistischen Organisationen Rumäniens treffen die letzten Vorbereitungen zur Abfertigung der Reisegesellschaften, die sich in diesen Tagen zur Teilnahme an der Makkabiade und der Levante* Messe nach Tel-Aviv begeben. Der erste Touristentransport, bestehend aus 200 Teilnehmern aus Rumänien und 300 Festgästen aus Polen, verläßt aut einem griechischen Dampfer am 22. März Constanza. Ueber 400 Personen reisen am 24. März mit der «Dacia», dem von der zionistischen Organisation gecharterten Dampfer. Drei weitere Touristengruppen begeben sich am 31. März und am 7. und 14. April über Alexandrien nach Palästina. Palästina-Fahrt jugoslawischer Juden. Belgrad, 21. März. (J. T. A.) In diesen Tagen haben zwei Gruppen jugoslavischer Juden über Triest, bezw. Saloniki die Reise nach Palästina angetreten. Zwei Abteilungen des Makkabi in Zagreb haben sich der Triester Gruppe angeschlossen. Der Zagrebe-r Makkabi wird auf der Makkabiah u. a. jugoslavische Tänze im Nationalkostüm aufführen. Während des Aufenthaltes in Palästina werden die Touristen aus Jugoslavien den König Peter-Wald am Ginegar besuchen und dort Bäume pflanzen. Nehemia de Lieme 50 Jahre alt Der bekannte holländische Zionistenführer Nehemia de Lieme vollendet am 26. März d. J. sein 50. Lebensjahr. l>e Lieme, der einer konservativen jüdischen Familie entstammt, schloß sich schon in frühester Jugend der zionistischen Bewegung an. Als nach Kriegsausbruch das Hauptbureau des Keren Kajemeth seinen Sitz nach dem Haag ver* legte, wurde de Lieme, neben Julius Simon, Jakobus Kann, Jean Fischer und Dr. Max Schlössinger, eines der leitenden Ta Selchwarenfabrik rn nn eigene Erzeugung, beste Qualitäten M. Brückner & Co. Wien, II., Qlockeng. 11, Tel. R 49-2-56 Unsere Fabrik steht unter ritueller Aufsicht des tmö wi* rim Dtrn nn ana Verkaufsstellen: II. Große Schiffg. 19, Restaurant Baron VI Liniengasse 84, J. Hoff mann X. Pernerstorfergasse 86, Gottfried Mitglieder des Komitees, in dem er, infolge seiner umfassenden nationalökonomischen und sozialpolitischen Kenntnisse, eine besondere Stellung einnahm. Er ist der Schöpfer der Thesen, die die Londoner Jahreskonferenz von 1920 ats seither geltende Grundsätze der Bodenpolitik der Keren Kajemeth in Palästina angenommen hat. Nach der Londoner Jahreskonferenz wurde de Lieme auf Veranlassung von Brandeis in die Exekutive gewählt und hat, zusammen mit Julius Simon, im Winter 1920 eine Prüfung der Palästina- Arbeit vorgenommen, die in einem ausführlichen Bericht niedergelegt wurde. Im Zusammenhang mit diesem Bericht stellten de Lieme und Simon Forderungen, die auf eine radikale Aenderung der Grundsätze der Palästina-Arbeit hinzielten und damals von der Mehrheit der zionistischen Organisation nicht gebilligt wurden. Dies veranlaßte de Lieme und Simon zum Austritt aus der Exekutive. De Lieme steht noch heute in regstem Kontakt mit der Brandeis-Gruppe in Amerika und betätigt sich rege an dem zionistischen Leben in Holland. Neben seinen Arbeiten Uber Wirtschaltsprobleme hat de Lieme auch eine Schrift über Achad-Haam verfaßt. De Lieme nimmt auch im holländischen Wirtschaftsleben als Leiter einer zentralen Arbeiter-Versicherungsbank eine hervorragende Stellung ein. Der Führer der rumänischen Juten Dr. Niemirower 60 Jahre Die (Jeschichte des Judentums in Rumänien ist unlöslich verbunden mit dem Namen seines größten Führers, Oberrabbiner Dr. Jakob Niemirower. Das Jubiläum des 60. Geburtstages dieses Fahnenträgers des jüdischen Gedankens in Rumänien nahm den Charakter einer spontanen nationalen Feier an. Die Einmütigkeit, mit der diese Festlichkeiten in der Hauptstadt sowie im ganzen Lande ab* gehalten wurden, legen Zeugnis ab von der. aufrichtigen Dankbarkeit und unbegrenzten Liebe zu dieser hervorragenden jüdischen Persönlichkeit. Die Zionisten zählten ihn zur Avantgarde Herzls. Ein kühner Wegweiser, erweckt Dr. Niemirower das jüdische Gewissen, wühlt er Energien auf, belebt die Sehnsucht nach Schrift und Sprache der Ahnen. An der rumänischen politischen Front ist die wichtigste und entscheidendste Rolle dem Reichsrabbiner zugeteilt, ln den harten Emanzipationszelten der rumänischen Juden zeichnet sich Dr. Niemirower als mutiger Kämpfer aus. Er erkämpfte mit Opfermut und Heroismus das bürgerliche Recht dem unterdrückten Volksstamm. Die reiche Erfahrung in der Lösung schwieriger politischer Fragen,, seine moralische Autorität, das unbeschränkte Vertrauen der jüdischen Bevölkerung sowie sein großes Ansehen in Regierungskreisen brachten Dr. Niemirower den ehrenvollen Antrag, als erster Vertreter des jüdischen Kultus in den rumänischen Senat einzuziehen. Im höchsten Hause des Reiches erschallt achtunggebietend das kraftvolle und entschlossene Wort des Senators Dr. Niemirower, der zum Oberrabbiner des Reiches ernannt wurde und zum Brennpunkt wurde aller kulturellen und nationalen Bestrebungen des Judentums. Als Psychologe erfaßte er die Notwendigkeit der Einigkeit der jüdischen Bevölkerung, und es gelang ihm mit seiner unglaublichen organisatorischen Kraft, der Architekt des gigantischen Gebäudes, des Verbandes der jüdischen Gemeinden, zu werden. Die üelehrtenstube des tiefen Denkers und Hohepriester» der Kunst ist Ausgangspunkt für neue Ideen und bedeutungsvolle Lehren. Sein reichhaltiges geniales Werk hat sich durch seinen großen Wert einen Ehrenplatz in der Galerie der Weltliteratur erworben. Alexander Schafran. Die Jewish Agency und die Sabbathruhe. Jerusalem, 21. März. (J. T. A.) Im Bureau der Jewish Agency fand eine Sitzung statt, in der die Frage der Sabbathruhe in den landwirtschaftlichen Siedlungen des Keren Hajessod behandelt wurde. An der Sitzung beteiligten sich H. Farbstein und Dr. Arlosoroff (Mitglieder der Exekutive der Jewish Agency), Raw Kuk (Oberrabbinat), Raw Ostrowsky (Waad Leumi), M. M. Ussischkin (K, K. L.), Leo Herrmann (Keren Hajessod), Raw Fishmann und.M. Shapiro (Misrachi). Nach eingehender Erörterung der diesbezüglichen Lage in den Wirtschaften wurde beschlossen, auf eine Aenderung dieses Zustandes hinzuwirken und dem« entsprechende Schritte in allernächster Zeit zu unternehmen. Zionisten! Führet energisch di« JubiläumsaMion des Keren Kaiemeih zu Ende und verrechnet sie

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