Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 5 (1932)
- Issue
- Heft 221 (1.4.1932)
- Date
- 1932-04-01
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/3053752-3053963-3053976--2872-3058324- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
V. b. b. BEZUGS- BEDINGUNGEN Oesterreich monatlich S I SO, vierteljihrJ. S 4*20, gua jihrL . . . S 16 — Deutechld viertel jihrl.. . . RM V— Tech e c hoel owe kei viertelj . Ke 24 — luftoelawten vierteliährl. . Din 40 — Po en Vierteljahr lieb . Zloty 6 SO Ungarn Vierteljahr lieh . . Pengö 4 20 Rumlnten viertel jihrl.. Lei 120 — Uehrigea Ausland vterteljlhrl. öchw. Franken 450 Jü disdke Zeitung 5# Jahrgang Wien, Freitag, 1. April 1932 (24. Weadar 5692) Preis 35 g Ersdieint jeden Donnerstag Redaktion und Administration Wien, I., Kärntner etra&e 28 TeL R-27 4-86 Postsparkassenkonti: Oesterr. D U3-S46 Polen . . . 191.199 lachechoslowakei .500.230 Jugoslawien 40.879 N ummer 221 Große Feierlichkeiten in Palästina Anläßlich dm Eröffnung des Mdkkabiah Der Stadtrat von Tel-Aviv hat am 28. Mörz abends einen großen Empfang zu Ehren der Makkablah-Tellnehmer gegeben. Es fand auch eine Festvorstellung der «Hablmah» statt. Der Stadtrat hat einen Aufruf an die Bevölkerung erlassen, alle Häuser ffir die Zeit der Makkabiah festlich zu schmucken und zu beflaggen. Gestern früh sind 2800 Gäste zur Makkabiah und zur Levantemesse in Palästina eingelangt Anläßlich der Ankunft der ersten großen Reisegesellschaft der polnisch-palästinensischen Handelskammer hat die Jewlsh Agency zu Ehren der Gäste aus Polen ein großes Bankett gegeben. Ansprachen hielten Farbstein, Emanuel Neuman, Dr. Arlosoroff, Arthur Handtke und der polnische Generalkonsul Dr. Kurnikowski. Im Namen der Touristen erwiderte Doktor Schmorak. Der erste Mahhabiah Bericht Tel- A v ] v, 30. März. Die Makkabiah begann mit dem feierlichen Einzug der 4000 Teilnehmer in das neuerbaute Stadion, das mit seinem Fassungsraum von 23.000 Zuschauern bis auf das letzte Plätzchen gefüllt war. Die ersten Wettkämpfe fanden in der Leichtathletik statt Heftiger Wind und schlechte Bahnverhältnisse beeinträchtigten.'die Leistungen. In der Staffel 3 X 100 Meter siegte die Tschechoslowakei mit Frankl als Schlußmann lir 8:52,4 vor Oesterreich. Die Staffel über 4 X 100 Meter sah Deutschland in 0:47,8 vor Amerika erfolgreich. Im Fußball spielte Polen gegen Palästina 2:2 (0:0). Beginn einer neuen Mifah 2200 Palästina-Touristen aus anderen Ländern Die nisieri werden W a r s c h a u, 25. März. < J. T. A.) Der Vorsitzende der Jewish Agency in Polen und der Polnisch-Palästinensischen Handelskammer, Leon Levite, machte in einer Pressekonferenz folgende Mitteilungen über das jetzt zu beobachtende gesteigerte Interesse der polnischen Juden und der Juden anderer Länder an Palästina: Wir von der Jewish Agency sind selbst von einem plötzlich einsetzenden Touristenstrom aus Polen nach Palästina überrascht worden. Wir hatten bei der polnischen Regierung um verbilligte Reisepässe für 1250 Touristen nachgesucht und glaubten, daß so viele Pässe auch nicht annähernd beansprucht werden würden, aber schon heute sind mehr als 2200 Juden nach Palästina abgereist und immer noch besuchen uns Abordnungen von Touristengruppen mit der Bitte, weitere Exkursionen zu organisieren. Es fehlt fast schon an Schiffsraum für einen so großen Touristenstrom. Außerhalb des Rahmens all dieser Exkursionen begeben sich isoliert mehrere reiche Kaufleute und Industrielle nach Palästina. Ein starker Touristenstrom geht auch aus England, Deutschland, Rumänien usw.; allein aus Amerika sind drei Touristenschiffe nach Palästina abgegangen. Man müßte kurzsichtig sein, um nicht zu sehen, daß diese Touristenströme mehr bedeuten als eine salsonmäßige Touristenbewegung; sie sind deutliches Symptom einer neuen großen Alijah. Die Immer schwieriger werdende ökonomische Lage der Juden in den verschiedenen Ländern veranlaßt tausende Juden, eine Uebersledlung nach Palästina, wo auf keinem Felde noch die wirtschaftlichen Möglichkeiten erschöpft sind, ln Erwägung zu ziehen, ln diesem Sinne sind die heutigen Touristen Vorposten der neuen, der fünften Alijah. Die Aussichten dieser fünften Alijah sind weit besser als die der 1925 in Angriff genommenen vierten Alijah. Damals war das Land für die Aufnahme einer neuen Immigration nicht vorbereitet Heute hat sich vieles geändert: es gibt bessere Verkehrsmittel, das große Ruthenbergsche Elektrizitätswerk, vergrößerte und verfeinerte Orangenkultur, erweitertes und verbessertes Kreditsystem, verbilligten Häuserbau (um die Hälfte billiger Polen Hehrere Tourisienschiffe neue Alijah soll planmäßig orgaals 1925) u. a. m. 1925 mußten jüdische Wirtschaften aus Kreditmangel untergehen, heute erhält man in Palästina Kredite zu 6 bis 8 Prozent Die jewish Agency. ln Polen ist bestrebt, den Zug nach Palästina systematisch zu regeln. Zwar hat die Palästina-Regierung den Vermögenszensus für Mittelstandseinwanderer von 1000 Pfund auf 500 Pfund herabgesetzt dafür aber WÖCHENTLICHE KREUZFAHRTEN im ÖSTLICHEN MITTEIMEER 18 TatfS auf der See Italien Aegypten Palästina u. Syrien Rhodos u. Cypern Türkei Griechenland Fahrpreiae für die ganze Fahrt ron S 770 anfw< Auskünfte u. Prospekte: Lloyd Triestloo, Wien, L Kärntneiriiig 8 , TeL U-47-6-60 LLOYD TRIESTINO FLOTTE RIUNITE LLOYD TR|ESTINO-HAftnTtHAlTAllA>1A-<;iTM AD müssen die Einwanderer Vorkenntnisse in dem Fach nachweisen können, dem sie sich in Palästina widmen wollen. Beste Aussichten bestehen für Handwerker und Kleinindustrielle. Emanuel Neuman richtet jetzt ln Palästina ein Informationsbureau für Einwanderungswillige ein; mit diesem Bureau wird ein von der Jewish Agency in Polen eingerichtetes Informationsbureau Zusammenarbeiten. Auf Initiative der Jewish Agency in Polen Isl jetzt eine Aktiengesellschaft Pol-Orient in Bildung begriffen, die das Ziel hat, Palästina-Produkte In Polen abzusetzen. Levite schloß: So erfreulich der neue Drang nach Palästina an sich ist, so vorsichtig und planmäßig muß der neue Wandererstrom reguliert werden, damit die Fehler von 1925 vermieden werden. SoUotow iibev das avabiseftjildf sehe Problem in Palästina ESCHK M HA/5ER5TR. 123 K ALSERSTR. 6 S 15 - S 20 -S 28 - 4 New York, 23. März. (J. T. A.) Nahum Sokolow, Präsident der Jewish Agency und der Zionistischen Weltorganisation, äußerte sich zu den Pressenachrichten über eine angeblich geplante arabischjüdische Round-Table-Konferenz u. a. wie folgt: Ich habe den Wunsch, meinen amerikanischen Freunden darüber Gewißheit zu verschaffen, daß nicht der geringste Grund besteht, anzunehmen, daß ein solcher Vorschlag von der Jewish Agency oder der Zionistischen Organisation irgendwie in Erwägung gezogen wird. Es ist natürlich absurd, einen Plan ernst zu nehmen, der darauf abzielt, das ohnehin kleine Palästina in noch kleinere Einheiten zu teilen. Die Zukunft Palästinas hängt davon ab, wie weit alle Elemente im Lande bereit sind, auf ein gemeinsames Ziel hin zusammenzuarbeiten. Die Dokumente, die man als einen Plan arabischer Führer ausgibt, haben sich als ein von unbekannten Abenteurern ausgedachter Schwindel erwiesen. Es wurde gesagt, daß zionistische Dementi hinsichtlich der Verhandlungen über die Einteilung Palästinas in Kantone sei eine diplomatische Geste. Darauf ist zu antworten, daß die zionistische Bewegung keine Gehelmpolitik treibt, sondern daß ihre Politik von autoritativen Körperschaften öffentlich bestimmt wird. Das jüdische Volk begrüßt alle Anstrengungen, die auf die Förderung des Aufbaues Palästinas gerichtet sind. Sein Entschluß und sein Programm sind auf Zusammenarbeit mit der arabischen Bevölkerung Palästinas gerichtet. Bis heute aber hat keine autoritative arabische Körperschaft zu verstehen gegeben, daß sie bereit wäre, an einer Round-Table- Konferenz mit jüdischen Vertretern zur Lösung von Fragen gemeinsamen Interesses teilzunehmen. Die Jewish Agency schloß Sokolow, hat hinsichtlich der Gestaltung der Beziehungen zu den Arabern ein definitives Programm. Es geht auf Förderung von Harmonie und gegenseitigem Verständnis hinaus. Aber die Basis eines solchen Verständnisses muß die Anerkennung des Palästina-Mandates und des Jüdischen Nationalheims, das der Eckstein des Mandates ist, sein. Wir sind jederzeit bereit, mit den Arabern über Einzelheiten der Interpretierung der Klauseln zu verhandeln» aber es kann keine Zweideutigkeit hinsichtlich des Jüdischen Nationalheims als solchen geben. Der Weg ist offen für Zusammenarbeit mit den Arabern in der landwirtschaftlichen und industriellen Entwicklung des Landes, an deren Segnungen die arabische Bevölkerung größtmöglichen Anteil haben sollte und auch schon hat Brodefshy und Neuman Gäste des High Commissioners Jerusalem, 28. März. (J. T. A.) Die in Palästina wellenden Mitglieder der Exekutive der Jewish Agency, Dr. S. Brodetsky aus London und Emanuel Neuman aus New York, waren am 25. März beim High Commissioner General Sir Arthur Wauchope zum Lunch. Bei dieser Gelegenheit wurden zwischen dem High Commissioner und seinen Gästen wichtigste politische Fragen erörtert Die Unterredung soll in kurzem ihre Fortsetzung finden. Babbi Cbajim Joseph Sonnenfeld, gestorben Jerusalem, 28. März. (J. T. A.) Am Sonnabend, dei 20. März, verstarb in Jerusalem Rabbi Chajim Joseph Sonnenfeld, das geistliche Oberhaupt der unter def Fahne der Agudas Jlsroel organisierten palästinensi* sehen Orthodoxie, im Alter von 83 Jahren. Rabbi Son« nenfeld war seit drei Monaten krank. Unter der ortho« doxen Judenschaft Palästinas herrscht über das Ablebci ihres Führers tiefe Trauer. Titl» Universitätsbibliothek I.»Universität 1.