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Die Stimme · 1932-03-10 · Heft 218 (10.3.1932) · page 4

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Journal
Die Stimme
Volume
5 (1932)
Issue
Heft 218 (10.3.1932)
Date
1932-03-10
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
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Seite 4 Nr. 218 — 10. März 1932 r Hl Donnerstag, den 17. März, 8 Uhr abends, Bayrischer Hof, II., 1 aborstraße 39. Redner: Adolf Böhm, Dr. Isidor Schallt, Med.-Rat Dr, M. T. Schnierer, Löbl Taubes, Dr. Oskar Orunbaum, Rabbiner Salomon Friedmann, Ing. Robert Stricker, Dr. Leopold Plaschkes, Mendel Singer und Frau Dr. Henriette Rappaport-Liechtenstein. Regiebeitrag. Mßtfin’s Fafflilitn-ptnsion! uiiiioiititn, mticet!>> täglich 5-Uhr* I ee SEMMERING TELEPHON II Hochstraße 43 neben Hotel Panhant Mäßige Preise, vorzügliche Küche, Zimmer m. Penaior. S 12.— aufwärts. Zentralheizung »bettendes Warm und Kaltwasser in »edeni Zimmer. Auskunft unter Telephon U 27-8-24 mmmmmmmmmmmmmmmmmtmmmMmmmmmmmm—mmmrnmm raubt. Die Erlaubnis zur Gründung einer Schule wird an den Nachweis eines entsprechenden Lokals, ausreichender Geldmittel und un<beScho'tencr Loyalität der Gründer gegen den Staat gebunden. Was unter diesen drei Begriffen zu verstehen ist, ist unklar. Sie sind nirgends näher umschrieben, bleiben also dem willkürlichen Ermessen der Behörde überlassen. Die Folgen für die Mindei heitsschulen? Man stelle sich den Begriff Loyalität in der Auslegung eines despotischen Polizeikommissärs in einem wolhynischen Städtchen vor und wird wissen, was dem jüdischen Schulwesen droht. Auch alle schon bestehenden Schulen ' müssen diesen Nachweis erbringen, sonst werden sie kassiert. Den privaten Minderheitsschulen wird das Oeffentlich.keitsrecht, sofeme sie es überhaupt besaßen, entzogen. Ihr Besuch befreit zwar vom Schulzwang, ihre Zeugnisse werden aber nicht anerkannt Die Schulbehörde ernennt nach eigenem Gutdünken die Lehrer und darf sie entlassen, wenn sie ihrer Meinung nach schädlichen Einfluß auf die Jugend ausüben. 4WSB"l»t .scMdlicher -Ewöu&a) Sie darf ferner eine Schule sch ießen, wenn sie ihrer Meinung nach nicht auf entsprechend hohem Niveau steht oder die Schüler nicht in staatsbürgerlichem Sinne erzieht. Besondere Geiahr droht dem jüdischen Lehrernachwuchs. Lehrer kann nur weiden, wer ein staatliches Lehrerseminar besucht und in einer staatlichen Schule seine Pflicht- Jahre abgedient hat. Die hebräischen und jiddischen Lehrerseminare sind aber private Schulen und besitzen kein Oeffentlich-keitsrecht. Wenn es nicht gelingt, die Behörden zu bewegen. ihnen wenigstens für diesen Fall das Oeffent ichkeitsrecht zu erteilen, werden die polnischen Juden keine Möglichkeit mehr haben, geeignete Lehrer für ihre Kinder auszubüden. Das neue Gesetz verstößt gegen Artikel 110 der Verblassung und gegen Artikel 8 des Minderheitentraktats, die .vbeide besagen: «Die polnischen Bürger, die zu nationalen, religiösen oder sprachlichen Minderheiten gehören, sind in gleicher Weise wie die anderen Bürger Polens zur Gründung, Beaufsichtigung und Verwa'tung von Schulen und anderen erziehenden Lehransalten auf eigene Kosten berechtigt.» Vielleicht kommt deshalb den in ihren elementarsten Rechten bedrohten Minderheiten wieder dasAusland zu Hilfe? De Schulreform soll im Laufe von sechs Jahren durchgeführt werden. Bis dahin wird noch viel Wasser die Weichsel hinabfließen. Und ob die Selbstsicherheit der heutigen Regierung so begründet ist —? Wir wollen sehen. A. Mandelbaum. wo aus eine Reihe hervorragender Rabbiner ihre Wirksamkeit antraten, ln der Folge begründete ihr Schwiegersohn Josef Nassi sogar eine Druckerei für hebräische Bücher. Von noch größerer Bedeutung war ihr Plan, den Juden eine eigene Heimstätte zu geben. Mit Staunen und Bewunderung müssen wir feststellen, daß schon im 16. Jahrhundert eine jüdische Frau mit! Gedanken hervorgetreten ist, wie diese auch heute im ideal eines selbständigen Judenstaates verkörpert erscheinen. Angesichts der Verfolgungen, denen ihre Glaubensgenossen ausgesetzt waren, und die sie aus eigener Erfahrung kennen gelernt hatte, kam sie zu der Erkenntnis, daß nur eine politische Unabhängigkeit die Voraussetzung für die freie Entwicklung einer Nation und ihrer Kultur sein könne. Von dieser Tatsache ausgehend, sucht sie nun für das Judentum nach einer praktischen Nutzanwendung Ihrer Pläne. Der Weg hiezu schien dadurch gegeben, daß sie für die zahlreichen ihres Glaubens wegen verfolgten jüdischen Flüchtlinge bemüht war, eine neue Heimstätte zu schaffen. Ihr Schwiegersohn Josef Nassi, der beim Sultan Suleiman ln hoher Gunst stand, hatte neben dem Herzogstitel von Naxos auch noch die Stadt Tiberlas als Geschenk erhalten. Von dem Recht, diesen Ort und die umliegenden Dörfer mit Juden zu besiedeln, machte er nun dank der finanziellen Unterstützung seitens seiner Schwiegermutter Gebrauch und zog viele jüdische Flüchtlinge .dorthin. Freilich scheiterte das Siedlungswerk an dem Widerstand der fanatlsierten Araber. Ueber das Mißlingen dieser Aktion hinaus müssen wir doch unverhohlene Anerkennung und Bewunderung der Schöpferin und Initiatorin dieses Planes zollen. Für uns Frauen des 20. Jahrhunderts wirkt es besonders eindrucksvoll, wenn wir uns vergegenwärtigen, wie eine einzelne jüdische Frau Uber alle Schwierigkeiten der damaligen Inquisitionsepoche hinweg Mittel und Wege fand, ihr Volk aus geistiger und kultureller Versklavung herauszuführen, und wie sie mit staunentrregendem Weitblick in der Errichtung eines selbständigen Judenstaates die einzig mögliche Lösung der IJttdenfrage erkannte. Verlautbarung der Levante Messe in Tel-Aviv Die Levante-Messe in Tel-Aviv hat im Einvernehmen mit der zionistischen Exekutive in Jerusalem Herrn Dr. Oskar Grünbaum, Präsidenten des Zionistischen Landeskomitees für Oesterreich, mit der Ausstellung von Empfehlungsbriefen an das britische Konsulat in Wien, zur Erlangung des Touristen-Visums ehrenamtlich betraut. Die Visawerber werden eingeladen, sich wegen Erlangung des Touristenvisums an das Zionistische Landeskomitee, Wien, i., Kärntnerstraße 28, zu wenden und daselbst ihre Pässe sowie sonstige Belege, Empfehlungen der Handelskammer, von Organisationen usw. vorzuweisen. Auf Grund des von Herrn Dr. Oskar Grünbaum ausgestellten Empfehlungsschreibens erhalten sodann die Visawerber beim britischen Konsulat in Wien das Visum zur Einreise nach Palästina. Es wird darauf aufmerksam gemacht, daß nur diejenigen Personen das Empfehlungsschreiben an das britische Konsulat erhalten können, die glaubhaft machen, daß sie Palästina nur als Touristen oder als Messeinteressenten zu vorübergehendem Aufenthalte besuchen wollen. Herr Dr. Oskar Grünbaum Ist nur mit der Ausstellung der erwähnten Empfehlungsbriefe befaßt, jedoch nicht mit anderen, die Levante-Messe betreffenden Angelegenheiten. Messekarten sind im Palästinaamte, Wien, I., Kärntnerstraße 28, erhältlich. Pavillon för Kultur- und Erziehungswesen. Auf Initiative der Abteilung für Erziehungswesen der Stadtverwaltung Tel-Aviv hat am 8. Februar eine Sitzung von Persönlichkeiten stattgefunden, die sich mit Erziehungsfragen befaßten. Diese Sitzung hat die Errichtung eines besonderen Pavillons auf der Ausstellung beschlossen, in dem die pädagogische und kulturelle Tätigkeit in Palästina gezeigt werden soll. Den Vorsitz des hiefiir eingesetzten Komitees hat Frau S. Porsltz übernommen. Das Komitee arbeitet zusammen mit Vertretern der Institutionen das Programm des Pavillons aus. Danach werden sich sämtliche Erziehungsinstitutionen des Landes, vom Kindergarten bis zur Universität, an der Ausstellung beteiligen. Ebenso werden sich an diesem Pavillon alle kulturellen und künstlerischen Institutionen des Landes beteiligen, wie Theater, Musik-Institutlonen usw. Der Citrus-Pavillon und der Pavillon der Kolonien. Der Pavillon der Citrus-Industrie Palästinas wird, laut seinem Plan, einer der schönsten der Ausstellung werden. Die Arbeiten für den Bau sind bereits begonnen und sie schreiten — dank der Hilfe der Cltrus-Abtollung der Vereinigung der Landwirte, die die Initiatorin dieses Pavillons Ist — sehr gut vorwärts. Die Errichtung deB Citrus-Pavillons wird auch von der Allgemeinen Vereinigung der Citrus-Pflanzer (Citrus Exchange) unterstützt Im Pavillon der Kolonisten, der ebenfalls auf Anregung der Vereinigung der Landwirte errichtet wird, beteiligen sich alle Kolonien des Landes.. Frankreichs Entschlossenheit, an dem Gedanken des jüdischen Nationalheims festzuhalten Paris. In einer großen Kundgebung von Zionisten und Palästina-Freunden ln Paris, die von mehr als 1500 Personen besucht war, hielt der frühere französische Premierminister Paul Painlevö, der bekanntlich nach dem Rücktritt Lavals wiederum mit der Bildung des französischen Kabinetts betraut worden war, aber diese Mission niedergelegt hat, eine mit begeistertem Beifall aufgenommene Ansprache, ln der er erklärte, die Schließung der Tore Palästinas gegen die Einwanderung von Juden bedeute eine Verletzung der von den alliierten Mächten übernommenen Verpflichtung zur Förderung der Schaffung des Jüdischen Nationalheims, sowie eine schwere Ungerechtigkeit gegen die Juden, denen gegenüber man diese Verpflichtung eingegangen ist Painlevä forderte, daß dieses Unrecht wieder gutgemacht werde und daß den Juden die Einwanderung ln Palästina wieder erlaubt werde. Er erinnerte nochmals an die historische Verbundenheit Frankreichs mit der Idee des Jüdischen Nationalheims und betonte, daß Frankreichs traditionelle Sympathie mit der jüdischen Sache immer noch lebendig ist (Wie bekannt, hat Palnlevö vor kurzem bei einer anderen Gelegenheit erklärt, daß sich die Mächte ihrer Verpflichtung, den Aufbau des Jüdischen Nationalhelms zu fördern, niemals werden entziehen können.) Senator Justin Godart, der Vorsitzende des fran* zösischen Pro-Palästina-Komitees, der die Kundgebung leitete, gab auch seinerseits der Ueberzeugung Ausdruck, daß Frankreichs Interesse an dem Aufbau des Jüdischen Nationalheims fortbesteht und fortbestehen wird, und erklärte, die Zionisten und Palästina-Freunde haben allen Anlaß, mit Vertrauen in die Zukunft zu blicken. Mehrere andere führende französische Parlamentarier traten in der Versammlung als Redner auf und bekundeten Frankreichs Entschlossenheit, an der Idee des Jüdischen Nationalheims festzuhalten. Sämtliche Redner ernteten den begeisterten Beifall der zahlreichen Zuhörerschaft. Sitzung des Zionistischen Aktions- Komitees nach Pessach London, 1. März. (J. T.-A.) In einer gemeinsamen Beratung der Zionistischen Exekutive mit dem Vorsitzenden des Aktions-Komitees, Herrn Leo Motzkln, wurde, wie offiziell mitgeteilt wird, der Beschluß gefaßt, die jetzt fällige Sitzung des Aktions-Komitees in Anbetracht der Abwesenheit des Präsidenten der Organisation und um die jetzt in vollem Gang befindliche Arbeit für die Fonds nicht zu stören, erst nach den Pessachfeiertagen abzuhalten. Diese Tagung, deren Ort und genaue Zeit noch bekanntgegeben werden, soll auch über das Budget für das kommende Jahr beschließen. Es wird beabsichtigt, im Anschluß an die Tagung des Aktions-Komitees auch eine Sitzung des Administrative Committee der Jewish Agency einzuberufen. Reisen der Mitglieder der Exekutive London, 1. März. (J. T.-A.) Das Zionistische Zentralbüro teilt mit: Herr Berl Locker begibt sich am 2. März d. J. auf eine kurze Informationsreise nach Polen und wird Warschau, Krakau und Lemberg besuchen, um dort in Vertretung der Exekutive mit den Leitungen der zionistischen Verbände eine Reihe von internen Besprechungen abzuhalten. Herr Emanuel Neuman verläßt London am 2. März und wird Gelegenheit nehmen, mit einigen zionistischen Zentren auf dem europäischen Kontinent in persönliche Fühlung zu treten. Er wird voraussichtlich Holland, Deutschland und Oesterreich besuchen, um Informationen sowohl über die allgemeine Lage und auch, besonders über die Pläne zur Organisierung von Investitionen in Palästina zu geben. Neuman gedenkt, sich am 14. März nach Palästina einzuschiffen. Prof. S. Brodetsky reist am 13. März nach Palästina, um sich mit der Palästina- Exekutive über die laufenden Geschäfte der Zionistischen Organisation und der Jewish Agency auszusprechen und an den Beratungen mit den Experten teilzunehmen, die in Verbindung mit dem Landentwicklungsplan der Regierung in Aussicht genommen sind. Er gedenkt die Makkabiah und die Levante-Messe zu besuchen und noch vor Pessach nach England zurückzukehren. Die Kosten der Palästina-Verteidigung London, 6. März (J. T, A.) Auf eine An.rage von Captain Hope (konservativ) im Unterhaus teilte der Kolonlenministe* Sir Philip Cunliffe-Lister mit, die Kosten für die Erhaltung der britischen Streitkräfte in Palästina und Transjordanien würden von der britischen Regierung getragen. Der Kostenanschlag für das Jahr 1931/32 b:t:ägt 650.000 Pfund, d. s. 170.000 Pfund mehr als Streitkräfte in gleichemi Umfang an gewöhnlichen Stationsp-unkten. Die Palästinaregierung trägt zu diesen Kosten 55 000 Pfund bei, außerdem trägt sie Kosten in Höhe von schätzungsweise 49.000 Pfund, die für lokale Dienste ausgegeben werden. Auf eine Anfrage von Brigadegtneral Spears erwiderte der Unterstaatssekretär für Lu tfahrwesen Sir Philip Sassoon, die Panzerautoeinheiten in Palästina haben die Bestimmung, den besonderen Erfordernissen der Luftverteidigungsmacht zu dienen. Sie sind der Luftstreitmacht unterstellt und stehen mit den Flugzeugen in dauerndem Kontakt durch Radio. Von Zeit zu Zeit findet ein Austausch des Offizierspersonals zwischen den Luft- und den Bodeneinheiten statt. Kr’egsministerium und Ministerium für Luftfahrtwesen arbeiten bei der Herstellung solcher Ausrüstungstypen zusammen. Lord Reading vollkommen wiedergenesen Kairo, 4. März (J. T. A). Marquis of Reading, der frühere Außenminister, der vor mehreren Wochen auf der Rückreise von Palästina nach England schwer erkrankt war, ist nun vollkommen wiederhergestellt und hat am 3. März in Begleitung von Lady Reading von Port Said aus die Rückreise nach England angetreten. Bei menscuen, die nieaergescaiagen, abgespannt zur Arbeit unfähig sind, bewirkt das natürliche «Franz- Josefs-Bitterwasser freies Kreisen des Blutes und er* höht das Denk- und Arbeitsvermögen. * 4

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