Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 5 (1932)
- Issue
- Heft 218 (10.3.1932)
- Date
- 1932-03-10
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Sette 2 DIE STIMME Nr. 218 — 10. März 1032 JUBILXUMSAKTION Diesen Konsolidierungstendenzen stehen leider die Spaltungsversuche entgegen, die seitens der Revisionisten in die Bewegung hineingetragen wurden. Um eine innerhalb 1er Revisionistischen Union vorhandene separatistische Richtung zu befriedigen, haben die Revisionisten in Ca!a»s Beschlüsse angenommen, die mit den wesentlichsten Grundsätzen der Einheitlichkeit der Zionistischen Organisation und ihrer Politik in Widerspruch stehen. 5. Der 17. Kongreß hat die Einsetzung einer ständigen Kommission beschlossen die sich mit Fragen der Oiganisation unj Propaganda befassen soll. Die Exekutive hat gemeinsam mit dem Präsidium des Aktionskomitees die Besetzung dieser Kommission vorgenommen. Sie wird g-*ine<nsam mit dieser Kommission bakj über die aktuellen inneren Probleme der Organisation beraten. Der Kommission gehören an: Dr. Simon Fedcrbusch, Helsingfors; Dr. Georg Halpern, Berlin; Dr. Max Ko ’enscher, Berlin; Richard Lichtheim, Berlin; M. Neustadt, Warschau; .Dr. Oskar Rabinowicz, Brünn; Dr. Martin Rosenbltith, Berlin; Josef Sprinzak, Tel- Aviv; Dr. Arje Tartakower, Lodz und Dr. Nachuni Goldmann, Berlin. 6. Die Schemel-Arbeit geht ln normaler Welse vor sich Es sind bisncr von den üblichen 700.000 Schekel- Quittungen 400.000 verteilt worden, worunter Amerika, Kanada und Po'en noch nicht einbezogen sind. Ein baldiger Eingang von Schekolim würde die Arbeiten der Exekutive, die unter finanziellen Sorgen schwer zu leiden hat, wesentlich erleichtern. Tagung dev indischen Naiiongtvevsammtung Palästinas Große Reden von Ben %wi9 Farbsiein und Arlosoroff Eine Boi• sehafi Wauehopes Jerusalem. (J. T.-A.) Die zweite Vollversammlung der Assefath Haniwcharim (Jüdische Nationalversammlung Palästinas) wurde am 29. Februar in Tel- Aviv mit einer großen Rede des Vorsitzenden der Versammlung, des Arbeiterführers Ben Zwl, eröffnet, in der dieser die Organisation der jüdischen Gemeinden Im Rahmen der Knesseth Jisrae! eingehend besprach, sich dann der Erörterung der britischen Politik in Palästina zuwandte und feststellte, daß die im Brief des Premierministers MacDonald an Dr. Weizmann gegebenen Versprechungen nicht erfüllt wurden, die in dem Brief angekündigte neue Politik Großbritanniens in Palästina nicht zur Durchführung gelangt ist, und daß die seither verstrichene Zeit den Juden nur Enttäuschungen gebracht hat. Ben Zwi wies auch auf politische Gefahren hin, denen der Jischuw in Palästina begegnet, und forderte dringend den gesamten Jischuw auf, sich auf die Aufgaben der Einwanderung und der Arbeitsbeschaffung für die Einwanderer zu konzentrieren, damit der . Aufbau des jüdischen Nationalheims nicht in Stagnation gerate. Ben Zwi gedachte der jüdischen Opfer der arabischen Schießerei in Jad Jur und der auf einer Wandertour getöteten Heinrich Stahl und Frl. Zohar-Goldstein. Er beglückwünschte den Leiter des Jüdischen Nationalfonds, M. M. Ussischkin, zu seiner 50jährigen Arbeit in der zionistischen Bewegung. Die Versammlung bereitete Ussischkin eine begeisterte Ovation. Ben Zwi verlas zum Schluß eine vom High Commissioner General Sir Arthur Wauchope gesandte Botschaft, in der der High Commissioner die Versammlung begrüßt und der Hoffnung Ausdruck gibt, daß sich ihre Arbeit fruchtbar für das jüdische Werk in Palästina und für das ganze Land auswirken wird. Das Mitglied der Zionistischen Exekutive und Führer des Misrachi H. Farbstein, der soeben in Palästina eingetroffen ist, begrüßte herzlichst die Versammlung und richtete an den Jischuw in Palästina den Appell, alles zu tun, um die Hindernisse, die den polnischen Juden bei ihrer Einwanderung in Palästina begegnen, aus dem Wege zu räumen, In der polnischen Judenheit von heute, sagte Farbstein, besteht ein mächtiger Drang, nach Palästina zu gehen. Es folgten Ansprachen vom Bürgermeister von Tel- Aviv Mayer Dizengoff und vom sephardischen Oberrabbiner Rabbi Jacob Meir, sowie Referate von Rabbi Ostrowski über die Gemeindetätigkeit und von Henrietta Szold über die Arbeit des Departements für soziale Fürsorge. In das Präsidium wurden gewählt Rabbiner Assaf, Ben Gurion, Dr. Mossinson, Meyuchas, Josef Sprinzak und der Vertreter der Yemeniten Jacob Cohen. Die Revisionisten lehnten es ab, aus ihrer Mitte einen Vertreter für das Präsidium zu nominieren. ln der Abendsitzung hielt der Leiter der zionistischen Exekutive in Palästina, Dr. Chaim Arlosoroff, ein zweistündiges Referat über die politische Lage des Zionismus, Er warf der Regierung vor, daß sie gegenüber dem jüdischen Jischuw eine Art Non-cooperation zur Anwendung bringt. Die in dem Brief des Premierministers MacDonald an Dr. Weizmann angekündigte Politik wird nicht durchgeführt, die Einwanderung von Juden wird in einer Weise beschränkt, daß sie einer Einwanderungssperre gleichkommt. Die Bewerbungen von Juden um die Teilnahme an den öffentlichen Arbeiten der Regierung werden zurückgewiesen, die Gesuche um Erhöhung des Regierungszuschusses für das jüdische Schulwesen wurden abgelehnt, wodurch die Jewish Agency gezwungen worden ist, die Schultätigkeit einzuschränken; für den dadurch entstehenden Schaden trage die Regierung die Mitverantwortung. Der Bericht des Landentwicklungsdirektors Lewis French, fuhr Dr. Arlosoroff fort, von dem der Jewish Agency «ine Abschrift bisher nicht gegeben worden ist, wird •ich doppelt ungünstig auswirken; durch eine Nichtdurchführung des Landentwicklungsplanes werden die Araber enttäuscht und die Entwicklung der jüdischen Landsiedlung wird aufgehalten werden. Die jüdische Haltung gegenüber dem Landentwicklungsplan, sagte Dr. Arlosoroff weiter, drücke sich in der Forderung nach gleicher Behandlung mit den Arabern und gleichzeitiger Durchführung der aus dem Landentwicklungsplan den Juden wie den Arabern erwachsenden Wohltaten aus. Dr. Arlosoroff erklärte, daß die «Enthüllungen» der Revisionisten nur darum eine gewisse Unruhe in einen Teil der zionistischen Bewegung tragen konnten, weil die Zionisten infolge der englischen Politik gegenüber Palästina desillusioniert worden sind und eine Erbitterung gegenüber dem Mandatar Palästinas immer mehr Platz greift. Dennoch, so schloß Arlosoroff, seien bessere Beziehungen und eine engere Zusammenarbeit mit der britischen Administration in Palästina unentwegt anzustreben; auch sei ein inodus vivendi für eine Zusammenarbeit mit den gemäßigten Arabern anzustreben; eine solche Zusammenarbeit sei durchaus möglich. An die Rede Arlos'öroffs knüpfte sich eine eingehende Aussprache. Einheit des Jischuw bergt stellt Assefath Haniwcharim faßt einstimmig Beschlüsse gegen Round Table- Verhandlungen und Legislative Council — Revisionisten nehmen an dem Waad Leumi teil Jerusalem, 6. März. (J. T. A.) Am Freitag, den 4. März, ging die zweite Jahrcssession der ersten gesetzlich gewählten und anerkannten Deputiertenversammlung der palästinensischen Juden (Assefath Hanivcharim) in Tel-Aviv zu Ende. Sie brachte eine Einigung zwischen allen Parteien des Jischuw. Die Revisionisten, die mit 16 Mitgliedern die zweitgrößte Partei in der Assefah bilden, haben nach diesem Ausfall der Abstimmungen beschlossen, ihre Vertreter in den Waad Leumi, der exekutiven Körperschaft der Assefali, zu entsenden. (Bekanntlich haben die Revisionisten die erst* jahressessiön der neugewählten Assefah zum Protest gegen die Annahme einer Resolution gegen die Assefah betreffend Teilnahme an den Verha idiunger zwischen der Jewish Agency und der englischen Regierung über das Passfield-Weißbuch verlassen und die Entsendung von Vertretern in den Waad Leunii abgclehnt). Der neu?.e\t ählte Waad Leumi setzt sich aus 10 Vertretern dei Arbeiterschaft, 5 Revisionisten, 2 Allgemeine Zionisten, 2 Misrachisten, je einem Vertreter der sephardischen Juden und der Yemeniten und einer Vertreterin der Frauen zusammen. Die Assefath Hanivcharim bestätigte ln einer einmütig gefaßten Entschließung ihre in den Sessionen von 1931 und 1930 bereits gefaßte Resolution, in der erklärt wird, «der Jischuw werde keinerlei parlamentarische Institution anerkennen, bezw. an ihr teil* nehmen, die die Tendenz verfolgt, die Entwicklung des Jüdischen Nationalheims zu hemmen». Die neuerlich gefaßte Resolution enthält noch den Nachsatz: «Die politische Situation rechtfertigt keinerlei Aenderung in dieser Haltung, sondern im Gegenteil: sie bekräftigt sie.» Die Assetab erörterte auch von den Revisionisten eingebrachte Resolutionsanträge gegen die Vorschläge einer arabisch jüdischen Round-Table-Konferenz, sowie betreffend die pan-lslamitlsche. Konferenz, die Pläne zur Schaffung einer arabischen Föderation und die Forderung nach Non-cooperation mit der britischen Regierung. D«e Assefah befaßte sich auch mit einem Antrag der Allgemeinen Zionisten gegen die Idee der Einteilung Palästinas in einen jüdischen und einen arabischen Kanton. des Keren Kaiemefh Purimwecha 20. bis 26. März 1932 "IUO Selchwarentablik eigene Erzeugung, beste Qualitäten M. Brückner & Co. Wien, II., Glockeng, 11, Tel. R 49-2-56 Unsere Fabrilstellt unter ritueller Aufslc* t des •"dns rov arnn ot» omnn rtn jra Verkaufsstellen: II. Große Schiffg. 19, Restaurant Baron VI Liniengasse 84, J. Hoffmann X. Pernersturfergasse 86, Gottfried Einmütig faßte die Assefah eine Entschließung betreffend den Palästina-Landentwicklungsplan, in der erklärt wird, die Palästina-Judenheit werde sich jedem Plan widersetzen, der die jüdische Entwicklung ignoriert und darauf hinausgeht, jüdische Einwanderung und jüdischen Bodenkauf zu beschränken. Der Pan-opabsehe Kongreß Jerusalem, 3. März. (J. T.-A.) Aum Bey Abüul Hadl, der an der Spitze der Bewegung für Einberufung eines Pan-arabischen Kongresses steht, erklärte, die von der Londoner Presse gebrachte Mitteilung, daß in kurzem in Mekka ein Pan-arablscher Kongreß stattfinden wird, eile den Tatsachen voraus, Zeit und Ort des Kongresses seien vom Kongreß-Komitee noch nicht festgesetzt worden. Ein Studentenrecht an der Jerusalemer Universität Der Senat der Universität Jerusalem hat beschlossen, den im Zusammenhang mit den letzten Störungen an der Universität von der Teilnahme an den Vorlesungen suspendierten Studenten zu erlauben, ihre Studien fortzusetzen. In einem hierüber ausgegebenen Kommuniquee des Universitätssenats wird die Schaffung eines Studentenrechtes an der Universität angekündigt, das Rechte und Pflichten der Hörerschaft genau regeln wird. . Am 3. März begann vor dem Jerusalemer Gericht die Verhandlung gegen 12 Personen, die am 10. Februar die Antrittsvorlesung von Norman Bentwich, Professor für Internationales Recht und Frieden an der Universität Jerusalem, gestört haben. Aktuelles Zwiegespräch «Wann?» «Am 19. März.» «Beginn?» «Halb 10 Uhr abends.» «Wo?» «Sofiensäle.» « Was?» «Eine Purimnacht in Tel-Avlv.» «Karten?» «/., Kärntnerstraße 28.» «Wo noch?» «Bücherstube Ratht II., Taborstraße 20 a.» «Wo noch?» «Zion. Bez.-Sekt, Leopoldstadt, //., Praterstr. 12.% «Wo noch?» «tMirjam\!., Jordangasse 7.» «Wo noch?» «Bei allen Komiteemitgliedern.» «Was wird es geben?» «Sensationen über Sensationen.» «Eine stilvolle Saaldekoration?» «Natürlich.» «Wer macht sie?» «Alex Szikily.» «Qibt es einen Maskenfestzug?» «Klar.» «Unter künstlerischer Leitung von...?» «Grete Wolf •Krakauer und Wilhelm Wachtel.» «Wo wird man essen können?» «Beim koschern Büfett.» «Wo wird man etwas gewinnen können?» «Bei der Tombola.» «Wer wird zum Tanz auf spielen?» «Jazzkapelle Mischa.» «Wer ist Tanzarrangeur?» «Ballettmeister Fred Erdstein.» «Was wird es noch geben?» «Alles kann man nicht verraten.» «Qibt es eine Schönheitskonkurrenz?» «Auch. Die Esther wird gewählt.» «Was noch?» «...» «Also was gibt es noch?» «Laß dich überraschen.» «Gemacht!»