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Die Stimme · 1932-03-10 · Heft 218 (10.3.1932) · page 1

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Journal
Die Stimme
Volume
5 (1932)
Issue
Heft 218 (10.3.1932)
Date
1932-03-10
Page
– (sequence 1)
Language
German
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V. b. b, Preis 35 g ■MHMi BEZUGS- BF.I MNGt INGEN Oesterreich monatlich S 1 50, vieneljährl. S 4’20, gaua lährl. . . . S fft'~ Ueutschld. viertel jährl.. . . RM V— Tech ec ho Slowakei viertelj. . Kc 24 — lUKOslawten viertel jährl, . Otn 40 — Po en vierteijlhr lieh . . Zloty ft 50 Ungarn Vierteljahr lieb . . Pengo 4 20 Rtimlmen viertel jährl...!•«• 120 — l lebrigett Aua Und Vierteljahr). Schw. Franken 4 50 MH PURIMNACHT .h TEL-AVIV 19. MARZ 1932 SOPHIENSKLE Jüdistfte Zeitung Erscheint jeten Donnerstag Redaktion und Administration Wien, 1., Kirntner strafte 28 Tel R-27 4-86 Postsparkassenkonti: Oesterr. D 113 546 f Polen . . . 191.199 » Ischecho- Slowakei . * /ugosiawien 00.230 40.879 5. lahrgang Wien, Donnerstag, 10. März 1932 <2. Weadar 5692) Nummer 218 - ££ c-f- £• o h~> rt , biT. , t-J (—■> S O L b b* <* f 0 ba- &: Cf- O Cf- 0? rr b- I VORANZEIGE _ Schon jetzt überzeugt euch durch Kostprobe von der außergewöhnlichen, hochfeinen und geschmackvollen Qualität der Schmiedl-Mazzoth, Gries und Farvel. Ein besonderer Genuß in diesem Jahr! Ich mache die verehrten Konsumenten auf die Extraqualität meines Fabrikates «Marke Schmiedl M. B.», auf Mazzoth, Gries und Farvel aufmerksam. Zentrale: Wien, II., Leopoldgasse Nr. 43, Telephon Nm. A-46-1-90, A-41-9-52, A-60-2-63. Zu haben in allen einschlägigen Geschäften. Die Hebeit dev zionistischen Exekutive Brodetsky über die Round Table- Gerüchte Am 29. Februar fand im Sitzungssaal der Zionistischen Organisation in London eine von der Exekutive einberufene Pressekonferenz statt. Herr Berl Locker, $^r den Vorsitz führte, begrüßte die Vertreter der Presse und verwies auf die Aufgabe, die der Presse in der, Verbreitung richtiger .Informationen zufällt. Im Namen der Exekutive referierten die Herren Prof. Brodetsky, Emanuel Neumann und Berl Locker. Prof. S. Brodetsky führte aus: In der letzten Woche haben die Gerüchte über einen angeblichen Versuch, eine jüdisch-arabische Verständigung auf der Basis einer Teilung Palästinas in jüdische und arabische Distrikte oder «Kantone» herbeizuführen, große Aufregung hervorgerufen. Die Exekutive hat kategorisch erklärt, daß diese Gerüchte, die aus sehr unverlässigen Quellen stammen, unbegründet sind; daß man weder offiziell noch inoffiziell, weder direkt noch indirekt einer Round-Table- Konferenz mit den Arabern auf irgendeinem Wege näher getreten ist; daß die britische Regierung jede Kenntnis eines solchen Vorschlages abgeleugnet hat. Trotzdem haben sich weiterhin Teile der jüdischen Presse und der jüdischen öffentlichen Meinung in einer Weise mit diesen Gerüchten beschäftigt, die darauf schließen läßt, daß sie der Meinung sind, daß hinter den Kulissen etwas vor sich ginge und daß die Exekutive sich mit geheimen Diskussionen in bezug auf irgend einen derartigen Vorschlag beschäftige. Jegliche Aeußerung oder Handlung eines Exekutivmitgliedes oder selbst solcher Personen, die gar nicht mit der Exekutive assoziiert sind, wird gedeutelt und interpretiert, nur, um dieser Theorie Glaubhaftigkeit zu verleihen. Herrn Sokolows Besuch in Washington, Herrn Neumans Aufenthalt in Paris, die Reise Colonel Kishs nach Palästina, mein eigener geplanter Palästina- Besuch und selbst die Krankheit von Lord Reading — alle diese Ereignisse werden so ausgelegt, als wenn etwas im Gange wäre, die Gefahr bestünde, daß das jüdische Volk vor ein fait accompli gestellt werden wird. Eine von mir gemachte Bemerkung über den Landentwicklungsplan, — geäußert eine Nacht bevor die besagten Gerüchte mich erreichten — Ist wörtlich so ausgelegt worden, daß die Exekutive diesen Vorschlag bereits diskutiere und mit der Vorbereitung wichtiger Entscheidungen beschäftigt sei. Die im Aufträge der Exekutive abgegebene Erklärung, daß den fraglichen Gerüchten keinerlei Bedeutung beizumessen sei und daß auf keinen Fall Entscheidungen in Dingen dieser Art ohne die höchsten Instanzen der Zionistischen Organisation und der Jewish Agency getroffen werden würden, ist als das genaue Gegenteil dessen, was sie wirklich besagt, gedeutet worden. Die geltende Auffassung ist offenbar die, daß dort, wo geredet wird, notwendigerweise auch etwas dahinterstecken muß, — wo Rauch ist, ist auch Feuer. Landentwicklungsplan und Bodenpolitik Der French-Bericht Das wirklich wichtige, aUute politische Problem — so führte Brodetsky weiter aus —- ist momentan das des Landentwicklungsplans und der Bodenpolitik. Wie von der Regierung bereits bekanntgegeben wurde, arbeitet Herr French zurzeit an seinem zweiten Bericht, in dem er ein definitives Programm der Entwicklungsarbeit vorschlagen soll. Einer einige Wochen zurückliegenden Information zufolge müßte dieser zweite Bericht sehr bald fertig vorliegen, die Regierung war aber bisher nicht in der Lage, mitzuteilen, ob dies tatsächlich der Fall sein wird. Es gibt Anzeichen, die auf das Gegenteil schließen lassen, denn es scheint, daß die Untersuchungen hinsichtlich der Forderungen der sogenannten dislozierten Araber — wie sie im Briefe des Premierministers umschrieben sind — noch nicht vor ihrem Abschluß stehen. Es scheint daher nicht unwahrscheinlich, daß noch einige Zeit verstreichen wird, ehe die Jewish Agency in den Besitz der beiden Berichte des Herrn French gelangt. Meine Reise nach Palästina erfolgt auch im Zusammenhang mit dieser Angelegenheit. Gemäß der Regierungserklärung vom Juli 1931 über den Landentwicklungsplan muß der Bericht des Landentwicklungsdirektors zuerst der Jewish Agency und der Arabischen Exekutive in Palästina unterbreitet werden, ehe er, zusammen mit den jüdischen und arabischen Bemerkungen und denen des High Commissioners, von diesem an den Staatssekretär nach London gesandt wird. Ich erachte es daher für wünschenswert, in Jerusalem zu sein, wenn die Berichte dort eintreffen und von den Repräsentanten der Jewish Agency diskutiert werden. Es freut mich besonders, sagen zu können, daß Herr Farbstein bereits in Palästina weilt und daß auch Herr Neunian sehr bald dort eintreffen wird, so daß die Mehrzahl der Mitglieder der Exekutive in Palästina anwesend sein wird, um diese Berichte zu diskutieren. Es erübrigt sich, zu sagen, daß der Präsident der Organisation, Herr Sokolow, und die außerhalb Palästinas weilenden Mitglieder der Exekutive auf dem laufenden gehalten und daß ihre Ansichten uns nach Palästina mitgeteilt werden würden. Es sind außerdem Vorkehrungen getroffen worden, um die höheren Organe der Zionistischen Organisation und der Jewish Agency ohne VdVzögerung zu Rate ziehen zu können, falls dies im Zusammenhang mit diesen Berichten erforderlich sein sollte. Ich kann selbstverständlich Herrn Frenchs Bericht nicht vorausahnen oder auf die alarmierenden Gerüchte eingehen, die im Zusammenhang mit dem ersten Bericht, den wir bisher noch nicht gesehen haben, ausgestreut worden sind. Was den «jüdischen Berater» anbetrifft, so haben wir angesichts der im August 1931 geplanten Bodengesetzgebung, die wir für schädlich hielten, von seiner Ernennung abgesehen. Das Verhalten der Exekutive gegenüber den Problemen der Entwicklung und Landesgesetzgebungsteht in voller Uebereinstimmung mit den Instruktionen des Kongresses und des Council der Jewish Agency. Berl Locker über Organisation In der Pressekonferenz teilte ferner Berl Locker über die Aufgaben, das Arbeitsgebiet und die Erfolg? des Organisations-Departements u. a. folgendes mit: Aufgaben des Organisations-Departements sind 1. Koordinierung sämtlicher Tätigkeitsgebiete der Exekutive, Zusammenhang zwischen Londoner und Palästina-Exekutive, Unterstützung der Fonds und Hilfe bei der Beschaffung von Mitteln für die Sicherung des Budgets und Ueberwachung und Anregung der zionistischen Tätigkeit in den einzelnen Ländern. Daß es auf allen diesen Gebieten gelungen ist, während der vergangenen Monate einer unglaublichen wirtschaftlichen Depression und politischen Unruhe den bisherigen Stand aufrecht zu erhalten und gewisse, nicht unbeträchtliche Fortschritte zu machen, ist nur einer stillen und unauffälligen, aber intensiven und aufreibenden Arbeit der Exekutive und ihrer Mitarbeiter in allen Ländern zu verdanken. 2. Die ungestörte Fortführung der normalen Arbeit und die Deckung des Budgets in Palästina und in London war nur durch gleichzeitige drastische Einschränkung der Ausgaben möglich. So hatte der Keren Hajessod in der Zeit von Oktober bis Dezember 1931 50.000 Pfund eingenommen, darunter 16.600 Pfund in Amerika, 10.700 Pfund in England, 8400 Pfund in Südafrika und 4000 Pfund in Polen. Die Eingänge waren trotz aller Schwierigkeiten höher als im Jahre 1930. 3. Die Exekutive hat, den Verhältnissen Rechnung tragend, die Budgets in Palästina, wie auch in London, soweit es möglich war, gekürzt und insbesondere ihren administrativen Apparat bis aufs äußerste eingeschränkt. Es ist in Palästina der Beamtenapparat von 118 auf 56 und in London von 39 auf 24 reduziert worden. * 4. Als ein Zeichen der fortschreitenden Konsolidierung ist die Gründung des Weltverbandes der Allgemeinen Zionisten anzusehen. Von besonderer Bedeutung sind die Bemühungen, die jetzt gemacht werden, um die gegenseitige Isolierung der zionistischen Parteien zu beseitigen und Territorialverbände zweck* einer Kooporation und Konzentration sämtlicher zionistischer Energien innerhalb eines jeden Landes zu schaffen. BAHN-AVISO für Herrn Spindel, Wien I.9Lourenzerberg Nr. 3, Tel. B 29-3-33 Die an Ihre Adresse gesandte Waggonladung, enthaltend acht verschiedene Weinsorten, versendet von den Friedmanschen Weinkellereien in Petach-Tikwa (»KARMEL-ORIGINAL«) ist soeben eingefroren und steht zu Ihrer Disposition *

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