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Die Stimme · 1932-03-03 · Heft 217 (3.3.1932) · page 2

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Journal
Die Stimme
Volume
5 (1932)
Issue
Heft 217 (3.3.1932)
Date
1932-03-03
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
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Stift 2 DfC STIMME Nr. 217 — 3. Mflrz 1932 Vereinigungen «Wizo», «Jugertdverband» und «Makkabb angehören, ist laut § 3 des Statutes der Zionistischen VVeitorganisation die einzige legitime Vertretung der Zionistischen Weltorganisation in Oesterreich. Der Zionistische Landesverband für Oesterreich ist auch behördlich genehmigt. Seine Exekutive ist das Zionistische Landeskomitee. Wie verweisen weiters auf die bekannte Erklärung der Zion. Exekutive zu den Beschlössen des Weitverbandes der Zionisten-Revisionisten (abgedruckt in der «Stimme* vom 17. Dezember 1931), worin es u. a. heißt: «... Revisionistische Vereinigungen und Landesgruppen, die eigenmächtig außerhalb der Zionistischen Landesverbfinde gebildet werden, sind nach dem Statut der Zionistischen Organisation (§ 3) unzulässig und haben kein Recht, sich als zionistisch zu bezeichnen oder die Rechte von zionistischen Landesverbänden oder Sonderverbandgruppen für sich in Anspruch zu nehmen.» Weiters heißt es in der offiziellen Erklärung der Zionistischen Exekutive von den Revisionisten: «. . . Solange sie keinen Sonderverband bilden, können Zionisten-Revisionisten nur durch die zionistischen Landesverbfinde (der Allgemeinen Zionisten) der Zionistischen Organisation angeschlossen sein, in deren Rahmen jedem Zionisten und jeder zionistischen Minorität ein weites Maß von Bewegungsfreiheit gesichert ist.» Wir stellen sohin fest, daß die Union der Zionisten-Revisionisten Oesterreichs außerhalb der Zionistischen Weltorganisation steht. Es besteht daher für uns kein Anlaß, mit ihnen organisatorische Fragen der Zionistischen Organisation zu erörtern. Wir zeichnen mit Zionsgruß Sabine Passweg m. p. Dr. Oskar Orünbaum m. p. Obwohl diese Stellungnahme des Zionistischen Landeskomitees vollkommen durch das Statut der Zionistischen Weltorganisation und durch das in Oesterreich genehmigte Statut des Zionistischen Landesverbandes gedeckt ist, hat das Zionistische Landeskomitee den Brief der Union der Zionisten-Revisionisten Oesterreichs und das Antwortschreiben des Zionistischen Landeskomitees für Oesterreich der Zionistischen Exekutive in London vorgelegt. Die Zionistische Exekutive der Weltorganisation hat sich hierauf wie folgt geäußert: LL/AK/4288 22. Februar 1932. An das Zionistische Landeskomitee, Wien. Sehr geehrte Herren Gesinnungsgenossen! Wir haben von dem Schreiben Kenntnis genommen, das die «Union der Zionisten-Revisionisten Oesterreichs» am 14. Februar d. J. an Sie gerichtet bat Unter Hinweis auf die im Dezember 1931 veröffentlichte (und auch ln der «Stimme» wiedergegebene) Erklärung der Exekutive, derzufolge die «Union der Zionisten-Revisionisten Oesterreichs», die laut ihren Angaben aus dem Zionistischen Landesverband für Oesterreich ausgetreten ist, somit keinen Status innerhalb der Zionistischen Organisation besitzt, möchten wir zu diesem Schreiben folgendes bemerken: Gemäß unserer Verfassung gliedert sich die Zionistische Organisation in Landesverbände und Sonderverbände und es kann in jedem Lande neben den Landesgruppen der anerkannten Sonderverbände (MJsrachl, Poale Zion, Hltachduth) nur ein zionistischer Landesverband bestehen, zusammengesetzt aus den Zionisten, die den Sonderverbänden nicht angehören. Die grundsätzlichen Richtlinien und Arbeitsmethoden des Landesverbandes werden von seinen Mitgliedern durch Mehrheitsabstimmung ln demokratischer Wetee festgelegt Der Umstand, daß ein Teil dieser Zionisten sich an den Arbeiten des Landesverbandes nicht beteiligt, oder sogar eine nach dem Statut unserer Organisation illegale Nebenorg&nisatlon schafft, kann ln keiner Welse die Rechte und den Status des Zionistischen Landesverbandes oder des als dessen Leitung gewählten Landeskomitees berühren. Ihr Verband führt daher mit Recht die ihm laut dem Statut der Zionistischen Organisation zu9tehende Bezeichnung eines Zionistischen Landesverbandes. Somit ist die von der «Union» an Sie gestellte Forderung nach dem Statut der Zionistischen Organisation in keiner Weise berechtigt Was die Forderung zur Schaffung eines Territorialverbandes anbetrifft, so ist zu bemerken, daß die Institution eines Territorialverbandes von der Exekutive und einem Teil der Bewegung seit Jahren gefordert wird, jedoch infolge der Opposition eines anderen Teiles der Bewegung bisher in der Verfassung nicht verankert ist. Zweck des Territorlaiverbancies ist die Zusammenfassung aller die Rechte von Mitgliedern der Zionistischen Organisation genießenden und ihre Pflichten ausübenden Zionisten ohne Unterschied der einzelnen Richtungen zu einer gemeinsamen, den Aufgaben der Zionistischen Organisation gewidmeten Tätigkeit. Wir wissen, daß Sie mit den Landesgruppen der Sonderverbände in Oesterreich Verhandlungen zur freiwilligen Sciiaff'Uig eines Territorialverbandes aufgenommen haben und bitten Sie, diese Bemühungen mit aller Energie fortztisetzen, möchten es aber klarstellen, daB der Territorialverband nur solche Zionisten umfassen kenn, die sich vorbehaltslos auf den Boden der Gesetze der Zionistischen Organisation stehen. In vorzüglicher Hochachtung mit Zionsgruß Dr. Leo Lauterbach, Organfeatlone-Departement der Exekutive* Es mag sich nun jeder Zionist In Oesterreich ein Bild darüber machen, wie haltlos die Anwürfe der Union der Zionisten-Revisionisten Oesterreichs sind. Zionisten! Die schwere Situation der Zionistischen Weltorganisation und des Jlschuw in Palästina erfordern die Zusammenfassung aller zionistischen Kräfte. Wir erwarten, daß alle Zionisten Oesterreichs, die sich bisher der Organisation nicht angeschlossen haben, nunmehr ihren Eintritt in den Zionistischen Landesverband vollziehen. Wir fordern alle unsere Mitglieder in Der Direktor des Keren Hajessod D r. Arthur Hantke hielt sich dieser Tage auf seiner Rückreise aus Rumänien in Wien auf, um mit den Vertretern der Keren Hajessod-Arbeit in Verbindung zu treten. Herr Dr. Hantke nahm an einer außerordentlichen Sitzung des neutralen Keren HajeSsod-Komitees teil. Außerdem hatte der Keren Hajessod für Sonntag, den 28. Februar vormittags, eine Vertrauensmfinnerbesprechung einberufen, in welcher Herr Dr. Hantke über die Tätigkeit und die Notwendigkeiten des Keren Hajessod referierte. Herr Dr. Hantke wies einleitend darauf hin, daß es notwendig wäre, die Arbeit des Keren Hajessod in Wien auf breitere Grundlagen zu stellen. Es läge in der Hand der Zionisten, dieses Programm durchzuführen, statt an gelegentlichen Unkosten Kritik zu üben, an denen die Zionisten selbst die Schuld tragen. Es sei unrichtig, die praktische Arbeit in einer Großstadt durchaus dem kleinen beamteten Apparat zu überlassen, ein System, welches in anderen Ländern unbe» kannt sei. Der Pessimismus sei unbegründet. Es muß uns mit großer Genugtuung erfüllen, daß die jüdische Wirtschaft in Palästina bisher unter der Weltkrise wenig gelitten hat. Das gibt uns das Gefühl, daß unsere Arbeit auf festen Füßen steht. Was die politische Lage anfange, so könne auch die beste Leitung für Erfolge nicht garantieren. Daneben aber gibt es jüdische Arbeit für Palästina, welche von dem guten oder schlechten Willen der Umwelt unabhängig ist. Darum sind wir ja Zionisten, weil wir glauben, daß das Schicksal des jüdischen Volkes letzten Endes in seinen eigenen Händen liege. Gerade in schwerer Zeit sei die direkte Aktion für Palästina besonders wichtig, das ist in erheblichem Maße die Arbeit für die Fonds. Dank unserer Arbeit sind neunzig Prozent der Menschen in Palästina so mit dem Lande verbunden, daß sie ohne Hilfe durchhalten können. Dies beweist die zweckmäßige Verwendung unserer Oelder, wofür besonders die Krisenzeit den Nachweis liefere. Das heute gesammelte Geld wird für neue produktive Arbeit benötigt, und die Arbeit in Palästina ist die einzige jüdische produktive Arbeit. Diesen Gesichtspunkt müssen wir in der üeffentlichkeit vertreten, auf ihn gestützt müssen wir Forderungen stellen und nicht zuletzt Forderungen an uns selbst. Der Zionismus hat von seinen Anhängern immer viel verlangt und das ist eine seiner schönsten Seiten. Viele Zionisten beschäftigen sich zu wenig mit der positiven Arbeit in Palästina und darum fehlt ihnen das Augenmaß für die wirtschaftlichen und kulturellen Dinge. Es sei festzustelien, daß in den allermeisten Ländern die Keren Hajessod-Arbeit ln diesem Krisenjahr unverändert durchgeführt wird. Während alle übrigen Sammlungen heuer ein sehr schechtes Ergebnis aufweisen, bildet unser Fonds die einzige Ausnahme, weil er auf der Arbeit einer lebendigen Bewegung beruht, in den so stark mitgenommenen Ländern von Osteuropa werden wir wahrscheinlich dasselbe Ergebnis haben wie voriges Jahr. Aber In ganz Osteuropa hat die Keren Hajessod- Arbeit freiwillige Helfer zur Verfügung und man müßte auch in Wien zu diesem System gelangen können. Die Zahl der Zionisten in Wien sei groß genug, um eine größere Aktivität der Arbeit zu ermöglichen. m* mxw Jalfa-Oiaimeii. Graus Frall Kamsl'VftlM. Kssaak Schemcn-OlivcnOI Ckedsra-HoNhi liefert tu bitigen Preisen drc't ins Haus Samuel Halpent Wien. II., FGrsIcraa»*« 6 T«I. A 49-4-12 ..—. y I* Wien und in der Provinz auf, eine rege Werbetätigkeit für die Verbreiterung der Organisation durchzuführen und alle jene zur Mitarbeit In der Organisation heranzuziehen, die sich zum Zionismus bekennen, sich aber bisher der Organisation formell nicht angeschlossen haben. Zionisten l Wir arbeiten an der Schaffung des Territorialverbandes und erhoffen uns von seiner Gründung eine Verstärkung und Vergrößerung der zionistischen Tätigkeit in Oesterreich. Wir müssen aber stets dessen eingedenk sein, daß die Erhaltung und Stärkung des bestehenden Zionistischen Landesverbandes und die Respektierung der Verfassung der Zionistischen Weltorganisation die Voraussetzung für die Schaffung des Territorialverbandes sein muß. Für das Zionistische Landeskomitee für Oesterreich: Sabine P a s s w e g m. p. Dr. Oskar Orünbaum m. p. Dr. Michael Steinberg m. p. Der Redner schloß seine Ausführungen mit einem Appel1, sich in den Dienst der Keren Hajessod-Arbeit zu stellen. Nach einer Debatte, in der auch die Frage der Schaffung des Territoriagebäudes berührt wurde, erklärte Dr. Hantke in einem glänzenden Schlußwort, daß auch er persönlich die Schaffung eines Territorialgebäudes in Oesterreich begrüßen würde, doch sei die Organisation des Keren Hajessod von der Gründung eines solchen Verbandes unabhängig. Schon darum, weil in seinem Komitee die Gruppen ihre Vertretung haben. Organisatorische Formen können die Dinge nicht bessern, sondern nur der Geist, der hinter ihnen steht. Innere Differenzierungen sind in einer Volksbewegung nötig, aber man hat manchmal bei uns den Blick dafür verloren, daß wir in Gefahr kommen, die Führung im Judentum zu verlieren. Ueheral! dort, wo der Zionismus eine imponierende Erscheinung darstellt hat er die Führung im Judentum. Wenn wir uns erst auf Palästina konzentrieren, we-den wir die Frage der Organisation in fünf Minuten erledigt haben Die Verbundenheit des jüdischen Menschen mit Pa'ästina ist gewachsen. Aber die Führer und Unterführer haben damit nur zum Teile Schritt gehalten. Durch eine Uebertreibung unserer Differenzierungen erschweren wir den Kampf in schwerer Zeit Der Keren Hajessod muß unter den gegebenen Verhältnissen arbeiten und das Maximum des Möglichen erreichen. Die Besprechung schloß unter lebhaften Dankeskundgebungen für Herrn Dr Hantke, dessen kurzer Wiener Aufenthalt der Arbeit für Palästina hoffentlich wertvolle Impulse gegeben hat. 10.000 Personen begrüßen Op. Reizmann in Jaft nnisburg Johannisburg, 25. Februar. (J. T. A.) Dr. Chaim Weizniann, der bekanntlich den diesjährigen Keren Hajessod-Feldzug in Südafrika leitet, wurde bei seiner Ankunft aus Kapstadt in Johannisburg ein großartiger Empfang zuteil. Mehr als 10.000 Personen hatten sich am Bahnhof zu seiner Begrüßung eingefunden. Der Bahnhof und die umliegenden Straßen waren überfüllt. Die Tagfespresse Johannisburgs widmet der Beschreibung dieses Empfanges mehrere Spalten und würdigt die Persönlichkeit Dr. Weizmanns und den Zweck seines Aufenthalts in der südafrikanischen Union in längeren Aufsätzen. Die Witwatersrand University hat beschlossen, Dr. Weizmann ein Ehrendoktorat zu verleihen. Ein ponarabiscfier Kongreß? Das Bureau Reuter verbreitet ein Telegramm seines Jerusalemer Korrespondenten, der erfahren haben will, daB in kurzem ein panarabischer Kongreß nach Mekka einberufen werden wird, mit dem Ziele, einen arabischen Völkerbund zur Bekämpfung des westlichen Imperialismus und zur Befreiung der arabischen Länder aus der Kontrolle der Mandatsmächte zu bilden. Wie die J. T. A. hierzu erfährt, gewinnt der Plan des Mekka-Kongresses in der Tat immer festere Formen. Bis jetzt war Mekka als Tagungsort eines panarablschen Kongresses nicht in Betracht gezogen worden, weil König Ibn Saud vom Hadschas und Neid eine Teilnahme an einem panarabischen Kongreß oder an der panarabischen Bewegung abgelehnt hat Seine Gegnerschaft gegen den König des Irak, Feisal, stand einem Zusammengehen der mittelasiatischen arabischen Länder in der panarabischen Frage im Wege. In der letzten Zeit aber haben sich die Beziehungen zwischen Feisal und Ibn Saud gebessert, so daß die Abhaltung des Kongresses in Mekka ln den Bereich der Wahrscheinlichkeit gerückt ist. Die jüdischen Kreise beobachten diese neuen Vorgänge innerhalb der pan* arabischen Bewegung und die Kampagne für Abschaffung dv Mandate nicht ohne Besorgnis. Dr. Arthur Hantke in Wien

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