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Die Stimme · 1932-03-03 · Heft 217 (3.3.1932) · page 1

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Journal
Die Stimme
Volume
5 (1932)
Issue
Heft 217 (3.3.1932)
Date
1932-03-03
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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V. b. b. BEZUGS BF.DING1 INGEN Oe«i«riftcf lieb S IMen«l tähft S 4 10 (MII jihrL 6 Ifr- D#ttr«chld. tfiarrel |lhrl KM V- T«<‘h«cho*l»n*wk«? Kt 24 - izoülnwitft. -trrtri ihrl Din 40 otlirlllhi icb ZI011 fi'M v Iniarn viMi«l|ihi inb l?( \uiolni0» -i#r»*l ihrl t «i 120 •Jahrtfte« ^alatitf 'Htrtflljührl Sch« Frank «tv 4*50 PURIMNACHT m TELAVIV 19. MÄRZ 1932 SOPNIENSXLE Preis 35 g Erscheint jeden Donnerstag WiM T Pc o p T 5« Jahrgang Es geht kaum ein Anlaß vorüber, ohne daß die englische Regierung uns ihrer Sympathien für das Aufbauwerk versichert. Und es geht kaum ein Anlaß vorüber, ohne daß England angeklagt wird, daß es seinen im Mandat übernommenen Verpflichtungen gegenüber Erez Israel nicht nachkomme. Vom jüdischen Volk aber, das seinen Verpflichtungen gegenüber Erez Israel nicht nachkommt, spricht niemand. Weizmanns Notschrei „Jüdisches Volk, wo bist du?» ist nahezu wirkungslos verhallt. Es steht also Anklage gegen Anklage. Wie steht es zunächts mit der Anklage gegen England? Diese Anklage kommt aus dem verbitterten Gemüt des jüdischen Volkes. Es herrscht bei vielen Juden die Meinung vor, England sei vertragsbrüchig, weil es verpflichtet sei, das Nationalheim für uns aufzubauen. Das ist falsch. England hat in der Balfour- Deklaration erklärt, es werde «die größten Anstrengungen» machen, um «die Schaffung einer nationalen Heimstätte für das jüdische Volk in Palästina» zu «erleichtern^. Es mehren sich die Zeichen, daß England seinen Verpflichtungen dem jüdischen Volk gegenüber eine Auslegung zu geben wünscht, die dem Sinn der Balfour-Deklaration und des Mandats Gewalt antut. Das gibt uns begründeten Anlaß, mißtrauisch zu sein und England änzuklagen. Balfour-Deklaration und Mandat sind Instrumente, die zugunsten des jüdischen Volkes verfaßt wurden, sie müssen daher auch zu unseren Gunsten ausgelegt und angewendet werden. Der derzeitige Sekretär für die Kolonien, Sir Philip Cunliffe Lister, erklärte zwar kürzlich gelegentlich der Anwesenheit Sokolows in Amerika in einer Botschaft an die Juden Amerikas, die gegenwärtige Regierung werde ihre Verpflichtungen gegenüber dem jüdischen Volke dem Buchstaben und dem Geiste nach erfüllen. Diese feierliche Erklärung wurde von unseren Freunden in Amerika sehr kühl aufgenommen. Wir haben schon zu oft schöne Worte gehört und wollen endlich Taten sehen. Es fällt uns trotzdem nicht ein, Brandreden zu halten, wie es zum Beispiel Jabotinsky in Warschau tat. Aber wir müssen unentwegt dafür kämpfen, daß England seinen Verpflichtungen nachkommt. Noch sind nicht alle Mittel erschöpft, England zur. Einhaltung des Vertrages mit dem jüdischen Volke zu verhalten, noch rechnen wir auf die Hilfe Amerikas, das zwar dem Völkerbund nicht angehört, aber auch Vertragspartner ist, und wir dürfen nicht müde werden, unser gutes Recht vor der Welt zu fordern. Und schließlich, so betrübend es sein mag — wir sehen einstweilen nicht die Macht, die bereit wäre, mit ehrlicheren Absichten als England das Palästinamandat zu übernehmen. Wie steht es nun mit der zweiten Anklage, der Anklage gegen das jüdische Volk? Wir vergessen zu rasch. Wie lange ist es her, daß Jnfotge großer Satte abtuetfen JKatertai» muß leid« in der Heutigem Jlummer miedet die Sortsetxung de» Stornon» von Jtvtgdor Jtameirl ..Ster große "Wahnstun“ entfalten. Wir Hüten deshalb dteStomanteser um SntseHuiditiung. StedaHiton ,.3>ie stimme“ Jüdisäke Zeitunit Wien) Donnerstag« 3. März 1932 (25* Adar S692) Aufruf des %ionisÜschen L homiiees für Oesterreich V ■ 4 N* § 5 H. $ < U? c Cf fÜ.-M er- * CD & fQ /-* O" mm h* r 217 O mmsm CF g" f-- es« An die Zionisten Oesterreichs! Die Union der Zlonisten-Revislonisten Oesterreichs versucht seit einiger Zeit in der Oeffentlichkeit den falschen Anschein zu erwecken, als ob der «Zionistische Landesverband für Oesterreich», dessen Exekutive das «Zionistische Landeskcmitee für Oesterreich» ist, mit Unrecht diese Bezeichnung führe. Das Zionistische Landeskomitee für Oesterreich erhielt nun von der Union der Zionisten-Revisionisten Oesterreichs folgendes Schreiben: Union der Zionisten-Revisionisten Oesterreichs. Wien, 14. Februar 1932, Tit. Zionistisches Landeskomitee für Oesterreich ( Wien. Sehr geehrte Herren! Die Parteileitung der Union der Zionisten-Revisionisten Oesterreichs gestattet sich, Ihnen folgende Entschließung zu übermitteln: Die Union der Zionisten-Revisionisten stellt fest, daß der «Zionistische Landesverband für Oesterreich» und seine Leitung, das «Zionistische Landeskomitee für Oesterreich», nicht mehr die Zusammenfassung der österreichischen Zionisten repräsentieren. Der Verband der «Misrachisten» sowie der «Poale Zion» haben dem Landesverband nie angehört, der Verband «Radikale Zionisten» sowie die «Hitachduth» gehören dem Landesverband nicht mehr an und auch die Union der Zionisten- Revisionisten hat in ihrer letzten Parteiratssitzung den Beschluß gefaßt, Ihnen den Austritt der Union der Ziönisten-Revisionisten Oesterreichs nunmehr auch offiziell bekanntzugeben. Im Landesverband ist somit nur mehr der Verband «Allgemeine Zionisten» verblieben. In Anbetracht dieses Umstandes entspricht die Bezeichnung «Landesverband der Zionisten Oesterreichs» und «Zionistisches Landeskomitee für Oesterreich» nicht mehr dem wahren Inhalt Ihrer Organisation und geben der Oeffentlichkeit ein falsches Bild von der Struktur der österreichischen Zionistenschaft. Wir fordern Sie hiemit auf, diesem Zustand durch Aenderung der Bezeichnungen ihrer Institutionen Rechnung tragen zu wollen, da wir solche Mißverständnisse nicht mehr bestehen lassen können und wir auch annehmen, daß es nicht in Ihrer Intention liegen kann, die Oeffentlichkeit irrezuführen. Die Union der Zionisten-Revisionisten stellt ferner fest, daß sie bereit ist, gewissen allgemeinen zionistischen Aufgaben im Rahmen einer Dachorganisation (Territorialverband) gemeinsam mit allen anderen zionistischen Gruppen zu dienen ur.d teilt Ihnen mit, daß sie, analog den Beschlüssen anderer Gruppen, und Provinzorganisationen, bereit ist, an der Bildung einer solchen Dachorganisation teilzunehmen. Wir zeichnen mit Zionsgruß Union der Zionisten-Revisionisten Oesterreichs: Richter m. p. Robert Stricker m. p. Dieses Schreiben wurde vom Zionistischen Landeskomitee für Oesterreich wie folgt beantwortet; An die * Union der Zionisten-Revisionisten Oesterreichs, Wien, II., Untere Augartenstraße 38. Sehr geehrte Herren! ' In Erledigung Ihrer Zuschrift vom 14. d. M. stellen wir fest, daß die Union der Zionisten-Kevisionisten Oesterreichs schon seit längerer Zeit dem Zionistischen Landesverband für Oesterreich deswegen nicht angehört, weil seitens Ihrer Union die Zahlung der Parteisteuer verweigert wurde. Wir nehmen aber außerdem die offizielle Mitteilung von Ihrem Austritte aus dem Zionistischen Landesverband für Oesterreich zur Kenntnis. Ihre Ansicht Uber die angeoliche Illegalität des Zionistischen Landesverbandes für Oesterreich ist haltlos. Der Zionistische Landesverband für Oesterreich, dem die Allgemeinen Zionisten und die Sonder« das jüdische Volk von einem Freudentaumel erfaßt wurde, wie lange ist es her seit den Tagen von San Remo? Wie lange ist es her, daß wir ungehindert Boden kaufen, ungehindert Chaluzim ins Land bringen konnten? Wie lange ist es her, daß die Welt sich eines verhältnismäßigen Wohlstandes erfreute? Wo war da das jüdische Volk? Es hat mit leider nur geringen Ausnahmen zögernd AImcsen gegeben, es gab so eine Art blau-weiße Chaluka, wichtiger war den meisten der zionistische Pilpul. Diesen Pilpul haben wir leider Gottes von unseren Vätern geerbt, der jüdische Opfermut unserer Vorfahren ist gänzlich abhanden gekommen. Pilpul ist billig, Opfermut gibt es nur noch in Erez Israel, selten ist er bei uns Etappenzionisten zu finden. Wir bauen Luftschlösser in unseren Diskussionen und Zeitungen, während unsere Feinde reale Arbeit leisten. Wir übertäuben unser Gewissen durch die Aufstellung von Programmen, wir fordern von der Welt für Erez Isael, was wir selbst unserem Lande nicht geben, obwohl wir dazu verpflichtet sind. In der Politik gibt es keine Geschenke. Es gibt nur Leistung gegen Leistung. Forderungen stellen darf nur der politische Partner, der seinerseits das gibt, was er zu geben verpflichtet ist. Wir lassen den Jischuw darben, wir lassen die Lehrer hungern, weite Landstrecken sind «erlöst», in Wirklichkeit aber unerlöst, weil sie brach liegen, weil wir nicht das Geld haben, sie zu bepflanzen und zu besiedeln. Glauben wir denn, daß die ganze Welt mit Blindheit geschlagen ist? Sehen wir denn nicht, daß wir auf reale Leistungen im Lande hinweisen müssen, um mit mehr Erfolg unser gutes Recht auf freie Einwanderung zu verbeten? Machen wir uns endlich frei vom zionistischen Pilpul! Gehen wir mit mehr Opfermut als bisher daran, zu erfülle n, wasunsere Verpflichtung n a c h B u c h s t a b e n und Geist der Balfour-Deklaration und des Mandats ist! Praktische Arbeit im Lande und ihre sichtbaren Erfolge werden uns in der Welt und in England mehr helfen als ewige Anklagen. o. g. fxk / ns / 8 1308 Radiogramm aus Petahtiqwa K 19.20 26/2 11.15 ICD Spindel Wien Laurenzerberg Karmel Originalweine versohifft Adria 22. Feber Heohaoharim Rabbiner Kok und Sonnenfeld folgt Post Weinkellerei Priedtnann

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