Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 5 (1932)
- Issue
- Heft 216 (25.2.1932)
- Date
- 1932-02-25
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite S DIE SUMME Nr. 216 — 25. Februar 1932 Z*ir« Mi*rachi-Brith Hanoar Hamiaraohl, II., Prat*ratraße 11. Samstap, 27. d. M., findet in unserem Helm ein Diskussionsabend statt. Beginn 20 Uhr. Zionistische Bezirkssektion Leopoldstadt. 'VVochenprogramm: Donnerstag, 23. d. M., entfällt aus technischen Schwierigkeiten der Vortrag. — Samstag, 27. d. M., 17.45 Uhr, hebräischer Konversationskurs, Beiter: Herr Donner; 18.15 Uhr. hebräischer Literaturkurs (Biallk), Leiter: Herr Prof. Itath. — Sonntag, 2S. d. M., ß-Uhr-Tee. — Mittwoch, 2. März, 20.15 Uhr. Hebräisch für Anfänger. — Donnerstag, 3. Mürz, 20 Uhr, llesproeheno Zeitung. Zionistische Jugendgemeinschaft „Brith Herzl“, Wien, XX., .lägerstraße 30. Wodienprogramm: Samstag, 27. d. M., Sichoth: Kindergruppe (16 Uhr), Kwuzah „Dror“ (17 Uhr), Kwuzah „Achwah" (IS Uhr), Kwuzah „Tikwah“ (18.30 Uhr). 19.30 Uhr: Plenarversammlung mit anschließendem Vortrag. — Sonntag, S Uhr früh: Wanderung ab Schwedenplatz. 19 Uhr: Heimabend. — Montag, 20 Uhr: Hebräisch für Anfänger. — Dienstag und Mittwoch: Sichoth. — Donnerstag: Führerkurs (19.30 Uhr), Chug Iwri (20.80 Uhr). Sektion und Tischgesellschaft „LandstraBe". Dienstag, l. März, 2>M5 Uhr, im Cafd Lovrana, III., Löwengasse 36, findet ein Vortrag von Herrn Hans Hacker „Als jüdischer Vagabund durch Südspanien und Tunis“ statt. Gäste willkommen. — Voranzeige! Dienstag, 8. März, Festabend anläßlich des Jubiläums des Keren Kajemeth Lejisroel. Dienstag, 22. März, Gesprochene Zeitung (Purimausgabe!). Sektion Mariahilf/Neubau. Donnerstag, 2ß. d. M., findet im Caf6 Mariahilf, VI., Mariahilferstraßc 89 a, ein Gcselligkeitsabend (Rummy und Bridge), vorher Sitzung, statt. Beginn 20 Uhr. Bund ehemaliger Zöglinge des Badner Waisenhauses in Wien. Am 17. d. M. fand die Gründungsversammlung unseres Bundes statt, dio stark besucht war. Es wurde ein fünfgliedriges Präsidium gewählt. Der Präsident des Waisenhauses hielt eine sehr eindrucksvolle Ansprache. Zusammenkünfte jeden Mittwoch Im Lokal der Or. Thora, II., Czerninplatz 4. Schriftliches an Leo Gelles, II., Volkswehrplatz 15 6. Verein zionistischer Hochschüler „Z. P. Chajes“. Der nächste Abend der von Herrn Prof. Kästenbaum und Herrn Schlomoh Auerbach geleiteten hebr. Arbeitsgemeinschaft findet Freitag, 26. d. M., präz. 20 Uhr, im Heim, II., Praterstraße 13, statt. Bialik (Schirim) und Ejn Jaakow (Brachoth) sind mitzubringen! Die Wizo IX und der Kindergarten, VIII., Bennoplatz, veranstalten Sonntag, 13. März, im Kolosseum-Kino, IX., Nußdorferstraße, eine große Kinder-Purimfeier mit reichhaltigem Programm. V. Z. H. „Theodor Herzl“, II., Krummbaumgasse 10. Samstag, 27. d. M., spricht Bb. M. Patron über „Soziale Schichtung und wirtschaftliche Lage der Ostjuden in der Blütezeit des Kapitalismus“. Beginn pünktlich 20.30 Uhr. Jüdische Hochschüler als Gäste willkommen. Die Jüdische Volksbibliothek „Zion“, II., Kleine Mohrengasse 3, wendet sich an diejenigen Mitglieder der „Gesellschaft der Freunde des hebräischen Buches“, welche auf die subskribierten Bücher nicht selbst reflektieren, mit der wärmsten Bitte, diese der Bibliothek „Zion“ schenken zu wollen, da dieselbe eine gemeinnützige Institution ist, die an Hunderte von Lesern hebräische Bücher verleiht. Jüdischer Pfadfinderbund Oesterreichs. Am 5. März findet eine Bundesversammlung, anfangs Mal eine Zentralwanderung statt. Wir weisen schon jetzt darauf hin, daß Ende April unsere erste Akademie veranstaltet wird. Jeden Dienstag und Mittwoch abends Hebräischkurse im Heim, II., Obere Donaustraßo 45 a. Das Sekretariat der Weltunion jüdischer Pfadfinder (Brith olamith schel zophim jehudim) hat Pfadfinderpässe •Ingeführt. Es bezweckt damit, allen jüdischen Pfadfindern mit Hilfe eines in drei Sprachen abgefaßten Passes gute Aufnahme in allen Ländern zu ermöglichen und ihnen den Aufenthalt daselbst zu erleichtern. Weiterhin wurde die Weltausstellung der Union in Paris eröffnet. Zahlreiches Material der österreichischen Bünde Ist dazu hingeschickt worden. Jüdischer Angestelltenverband „Emunah". Samstag, 27. d. M., findet im Mirj.irnheim, I., Jordangasse 7, eine Vorlesung des Schauspielers Richard Torn aus dem Drama „Wahn“ von Jakob Scnerek statt. Beginn 20.30 Uhr. Gäste willkommen. — Donnerstag, 25. d. M., 20 Uhr, beginnt ein neuer hebräischer A.nfängerkurs (Gratiskurs). Einschreibungen werden noch an diesem Abend entgegengenommen. Der Alte-Herren-Ring der zionistischen Verbindungen veranstaltet eine Reihe von Vortragsabenden mit anschließender Diskussion. Am ersten Abend sprach der Präsident des zion. Landeskomitees, Herr Dr. Oskar Grünbaum, über „Die Ideologie des allgemeinen Zionismus“. — Donnerstag, 25. d. M., 20.15 Uhr, spricht Herr Oberbaurat Stricker über „Die Ziele des Revisionismus“. Klub der Palästinenser, I., Jordangasse 7. Am 20. d. M. fand eine Versammlung im Heim, I., Jordangasse 7, statt. Tn Anbetracht der dringenden Wichtigkeit der Arbeiten für die kommende Woche hat der Waad beschlossen, eine Generalversammlung für Samstag, 27. d. M., im Heim, I„ Jordangasse 7, einzuberufen. Alle Chawerim und Chaweroth, besonders jene, welche bei der geplanten Veranstaltung in Betracht kommen, werden dringend gebeten, pünktlich um 13 Uhr zu erscheinen. Hofmeister, Hauslehrer für Nachhilfeunterricht in allen Mittelschultypen, mit Kenntnissen fremder Sprachen, vermittelt prompt und unentgeltlich der Jüdische Hochschulausschuß, Wien, IX., Zimmermannplatz 8, Tel. A 25-2-28. Ab 1. März „Schomra“*Konsumrabatt. Wir haben in unserer Zeitung über das Preisausschreiben berichtet, das der Verband der Sabbatfreunde „Schomre Schabbos“ für •Ine Bezeichming für die von ihm ins Leben gerufene Rabattaktion veranstaltet hat. Am 20. Februar hat nun die Jury die Entscheidung gefällt. Die Jury hat festgestellt, da keine der mehr als 100 eingesandten Lösungen den Intentionen und Erwartungen des Preisausschreibens voll entsprochen hat. Die Jury hat deshalb die ersten zwei Preise zusammengelegt und ln zwei gleiche zweite Preise geteilt. Es wurden zuerkannt dem Worte „Schomra" ein zweiter Preis ln der Höhe von S 40.— (Einsender: Siegfried Spitzer) und dem Worte „Es-ra-bat“ (Einsenderin: Frau Bella Schlesinger) ein zweiter Preis in der Höhe von S 40.—. Der dritte und vierte Preis wurde ebenfalls zusammengelegt und ln drei gleiche Teile aufgeteilt auf die Worte „Rast“ (Einsender: Heinrich Schlesinger) und „Schomrabatt“ (zweimal eingesendet von Frl. Käthe Tauber und Herrn, Arnold Herbst). Der jüdisch-humanitär* Hilfeverein „Treue Brüder" veranstaltete am 17. Februar 1932 im Theater Astor, II., Praterstraße 80, eine Vorstellung, die sehr gut besucht war, Präsident-Stell Vertreter Cafätler S. Buchsbaum hielt lm Namen des Vereines eine Begrüßungsansprache, dankte herzlichst allen Gönnern, Spendern und Anwesenden für das ■ahlrelche Erscheinen und teilte u. a. mit, daß das Rein« •rtrSgnis dieser Veranstaltung zur Osteraktion für ver- ■Bhämte Arme verwendet wird. Die konstituierende Generalversammlung des Verbandes ostjüdischer Vereine in Wien Samstag, den 27. Februar, findet im Lokal des Vereines der Stanislauer Freunde, Wien, If., Praterstraße II, um 8 Uhr abends die konstituierende Generalversammlung des Rahmenverbandes der ostjiidischen Vereine in Wien statt. Zu dieser Generalversammlung wird jeder Verein dringend ersucht, zehn Vertreter zu entsenden, ln den Vorstand delegiert jeder Verein zwei seiner Mitglieder. Sprechsaal der Stimme Für die Mitteilungen, die in dieser Rubrik erscheinen, übernimmt die Redaktion keine Verantwortung. Sehr geehrter Redakteur! Ich wäre Ihnen Dank schuldig, wenn Sie meinen beigeschlossenen offenen Brief in Ihrem gcsch. Blatte abdrucken möchten. Offener Brief an Herrn Rab. Dr. Taglicht. Sehr geehrter Herr Doktor! Um der Wahrheit die volle Ehre zu zollen und auf mich nicht den Vorwurf jesuitischer Heuchelei zu lenken, muß ich offen gestehen, daß ich bis zum Auftreten des unvergeßlichen, unsterblichen Dr. Z. P. Chajes, sejeher Zadik l’Brachah, für den Typus des westlichen Rabbiners nicht viel übrig hatte. Der sogenannte «Jüdischer Seelsorger», übrigens eine Erscheinung, welche die jüdische Geschichte bis zum Anfänge der sogenannten «Berliner Schule» gar nicht kennt, der uniformierte salbungsvolle Prediger, welcher seiner «andächtigen Gemeinde», welche sich größtenteils aus Ignoranten in jüdischen, rabbinisehen Fächern rekrutiert, in der Regel das zu sagen pflegt, was ihnen zu hören nicht unangenehm ist, ihnen einige armseelige Brocken und ausgedroschene Phrasen, garniert mit einem Bibelzitat, vorsetzt, war mir stets höchst unsympathisch. Wenn ich mal das Verlangen nach Erbauung hatte und in Erwartung, aus dem jüdischen Gotteshause, dem altebrwürdigen jüdischen Gebetetexte, der zum Herzen sprechenden jüdischen Weisen, sie mir zu holen, einen Tempel aufsuchte, innerlich dazu vorbereitet war, den im Bethaknesset schwebenden Ruachhakodesch auf mich wirken zu lassen, mit dem Moment jedoch als der Prediger seine bis aufs Itüpfelchen vorbereiteten Predigt begann, wairs aus mit der Andacht und gerade das diametral Entgegengesetzte von dem, das ich erwartete, trat ein. Sogleich fühlte ich mich von einer theatralischen profanen Atmosphäre umgeben. Die heilige Stimmung wich einer Empfindung, ich befände mich in einor inszenierten, von einer Regie vorbereiteten Umgebung. Ich konnte mich des unangenehmen Gefühles nicht erwebren, «hier steht vor dir ein für seine Tätigkeit bezahlter Schauspieler, welcher wie ein Automat, je nach der hineingeworfenen Münze, seine rhetorische Fertigkeit zum besten gibt. Ich gebe zu, diese meine Aversion mit dem Auftreten dieser erhabenen Erscheinung Chajes, einer gründlichen Revision unterzogen zu haben. Dieser geistige Heros, diese Inkarnation ethischer Reinheit und kompromißloser, unbedingter erhabenen Vollkommenheit, erschien mir, nicht als Ausnahmserscheinung, sondern Vollendung seiner Berufskollegen, als erstrebens- und nachahmenswertes Beispiel für alle zum hohen Posten eines Rabbiners, eines Volksletorers berufenen. Es muß auch zugegeben werden, daß sein Wirken nicht spurlos im geistigen Leben der Wiener jüdischen Gemeinde vorüberging. Viele, sehr viele, die mit wahrhaftem Durst seine göttlichen Worte tranken, hören noch heute das Echo seiner Stimme. Groß ist die Schar seiner Jünger und Verehrer, um nur Namen wie, Dr. Feuchtwang, Dr. Taubes und Dr. Murmelstein usf., die in seinem' Geiste fortwirken und ihrem Stande zum Ruhme gereichen. Nun, habe ich letzten Sonntag, bei einer Trauung im Hietzinger Tempel (Eitelborggasse) mit Ihnen, verehrter Herr Doktor, eine arge Enttäuschung erlebt, eine Enttäuschung die mich, wegen des moralischen Ansehens Ihres Standes, tief gekränkt hat, so daß ich mich fragen mußte, ob Sie sich in den letzten drei Dezenien jüdsicher Renaissance im Zustande der Lethargie und Winterschlaf befanden? Ob dreißig Jahre Herzl und Achad-Haam, ob acht Jahre Chajes, gerade diejenigen welche zu besonderer Sensiblität berufen wären, aus dem Anachronismus nicht aufzurütteln vermochten? Oder, schätzen die Herren den geistigen Tiefstand ihrer Zuhörer so hoch ein, daß sie glauben ihnen auch Hexeistroh vorsetzen zu dürfen. Einleitend machten Sie das Brautpaar auf die Pflichten des jüdischen Ehelebens aufmerksam und führten ihnen, als leuchtendes Beispiel, ihre Eltern und den in ihren Häusern herrschenden altjüdischen traditionellen Geist vor Augen. Und nun folgten der Reihe nach die Eltern des Bräutigams, der Braut usw. und Sie empfahlen dem Brautpaare im Geiste ihrer Eltern ihr Leben einzurichten. So weit, sehr gut. Nun war bei besagter Trauung auch die Großmutter des Bräutigams zugegen. Eine Dame, welche kurz nach Kiriegsschluß mit ihrem Gatten (der inzwischen in Erez-lsrael verschied) und einen Teil ihrer Familie nach Palästina r nswamlerte und nun zur Hochzeit ihres ersten Enkelkindes 1;>;kam. Als nun diese Dame an die Reihe kam, dachte ich mir: Da wird der Rabbiner, im Zusammenhang mit Erez-lsrael und dem von dort auf dem Galutjudentumc ausstrahlenden Regenerationsgeist, dankbare uncl schöne Gelegenheit finden, dem Brautpaare und der ganzen Zuhörerschaft von unsere«- Renaissance, von unserer großen Hoffnung und unseren Pflichten so manches zu sagen. Wie groß jedoch meine und gewiß auch vieler Zuhörer Enttäuschung war, darüber möchte ich lieber nicht sprechen, denn ich müßte Worte gebrauchen, die vielleicht für Sie verletzend wären, was ich vermeiden möchte. ■jinttn mit mxw Jaffa-Orangen, Grane Fruit Karmel-Weine. Kognak Schemen-Olivendl Chedera-Honig liefert zu billigen Preisen direkt ins Haus Samuel Haluevn Wien, n., FOvslevaasee G T«l. A 40-4*12 Schneider tür teine Herrengarderobe Jakob örnslein Wen, 2. Bezirk, Gilienbmnngasse Tip. 2 (bei der Matienbtilehe) Telephon TVr. R Nichts mehr wußten Sie bei dieser Gelegenheit zu sagen als: «ihre Großmutter, die wob! tn weiter Ferne wohnt, hängt doch innigst mit unserer Gemeinde zusammen». Also das war also alles was ein Rabbiner im Zusammenhänge mit Erezlsrael zu sagen weiß? Für Sie ist also Palästina nichts anderes als ein in «weiter Ferne» liegendes Land und der Verdienst eines sich in diesem Land Ansiedelnden besteht einzig darin, daß er trotzdem «doch innigst mit unserer Gemeinde zusammenhängt»? Mehr wissen Sie bei dieser Gelegenheit unserer Jugend und, insbesondere denjenigen die im Begriffe stehen eine Familie in Israel zu gründen, nichts ans Herz zu legen? Ich muß sagen, ich habe nie die tiefe Bedeutung des Ausspruches unserer Weisen «Hadar bechuz Laarez dorne k’mi scheein Io Eloha» so richtig erfaßt wie gelegentlich Ihrer Trauungspredigt. Ja, Herr Doktor, wer in Chuz Laarez wohnt, der außerhalb der Einflußsphäre des Arez, unseres Erez-lsrael steht, derjenige hat eben keinen Anteil in Olehej- Israel. Der mag ein guter Redner, ein tüchtiger Seelsorger und vielleicht auch ein frommer Mann sein aber «Ejn lo chelek w’nachlah b’Elohej Israel», Ja, Herr Doktor, Sie und Ihresgleichen scheinen nichts zugelernt zu haben. Etwas mehr Taktgefühl. Und halten Sie doch nicht alle Zuhörer für Ignoranten, vor denen man sich alles erlauben darf. Chachamim hiseharu b’diwrejchem! Mit geziemender Hochachtung Jakob B r a n d s t ä 11 e r. Jüdistfier Spott Fußball Hakoah—Slovan 1:0 (1:0). Holie Warte. 6000 Zuschauer. Schiedsrichter Beran'etk. In diesem Kampfe, der seitens der Slovanleute mit unglaublicher Brutalität geführt wurde, konnten keine besonderen Leistungen geboten werden. Die Hakoahner kämpften mit großer Aufopferung und ließen sich nicht provozieren. Löwy und Feldmann boten in der Verteidigung Glanzleistungen, während der blessierte Amster seine sonstige Form nicht erreichen konnte. In der Halfteihe spielte Stroß zeitweise ausgezeichnet, vergeudete aber auch viele Bälle durch ungenaues Zuspiel. Heß war ip guter Form, während Placzek noch nicht auf voller Höhe ist. Weißkopf wurde fast gar nicht beschäftigt, da der sonst gut spielende Mausner das Zuspiel nach links forcierte. Eisenhofer entsprach, Grünwald zu langsam und Reich eine Niete. Slovan ist zu Beginn leicht überlegen. In der 15. Minute diktiert der Schiedsrichter wegen eines an geschossenen Hands von Placzek, das hart an der Strafraumgrenze verschuldet wurde, einen sehr anfechtbaren Elfer, der aber von Löwy abgewehrt wird. Ein Bombenschuß Mausners wird gehalten. Ein Weitschuß Eisenhofers wird abgewehrt, Mausner startet und wird ordinär gefoult. Feldmann verwandelt den Elfmeter. Nach Halbzeit spielen die* Slovanleule noch derber. In der 11. Minute verletzt Fiala Eisenhofer und wird ausgeschlossen. Hakoah ist bis auf die letzten Minuten, in denen Slovan eine Generaloffensive unternimmt, meist überlegen. Hakoah: Löwy; Amster, Feldmann; Heß, Stroß, Placzek; Weißkopf, Mausner, Eisenhofer Griinwald. Reich. H. Sp. Ringen Sensationeller Sieg der Hakoah-Ringer. Hakoah (Wien) schlägt U. T. E. (Budapest) 15:12. Nur ganz wenige Optimisten hätten den Hakoah-Ringem eine Siegeschance gegen den ungarischen Mannschafts- Meister eingeräumt. Aus unserer Vorbesprechung ist es bekannt, daß U. T. E. eine der besten, wenn nicht, die beste Mannschaft Europas ist. In einem Kampf, in dem nahezu sämtliche Hakoahner weit über ihre Form rangen, gelang der große Wurf. Die Hakoah-Ringer sind heute eine europäische Spitzenmannschaft. Das Erfreuliche ist, daß die Hakoah-Sieben keinen schwachen Punkt besitzt und, daß sich das auch auf längere Zeit hinaus, infolge des tüchtigen Nachwuchses, nicht ändern dürfte. Weiters erfreulich ist cs, daß der Leitungswechsel in der Ringsektion auf die Schlagkraft der Kampfmannschaft keinerlei Einfluß ausübt. Das Bestreben der neuen Leitung müßte cs aber sein, dem jüdischen Publikum auch Kämpfe des Nachwuchses zu bieten. * Durch die späte Anfangsstunde litt diesmal der Besuch, so daß der erhoffte materielle Erfolg leider ausblieb. Dafür ist der sportliche Gewinn ein ungeheurer. Gleich deuerste Kampf im Bantamgewicht F i n c s u s gegen Prokay II brachte Stimmung ins Haus. Nach einigen Minuten vorsichtig geführten Standkampfes, zog der Ungar Hüftschwung. Der Hakoahner überzog blitzschnell aus seiner sicheren Brücke und nur der Mattenrand fettete den Ungar aus der Gefahr. Eine präzise ausgeführte Supplesse des Wieners parierte der Gegner, mit Brücke. Im anschließenden Parterrekampf klare Ueberlegenheit von F i n c s u s. Sein Punktesieg wurde ihm einstimmig zugesprochen. E. G o 1111 e b kämpfte gegen den ungarischen Meister Tofch im Federgewicht. Bewundernswert die Angriffslust des Hakoahners, die ihm in dem ha/rtgeführten Treffen schließlich auch den Punktesieg brachte. Im Leichtgewicht brachte Sch langer eine Enttäuschung. Nach einem vorsichtig geführten Defensivkampfe reichte es nur auf unentschieden gegen den tüchtigen Kalman. Karpaty, der Star der Ungarn, setzte im Weltergewicht Bergmann hart zu. Die Routine und Zähigkeit seines Gegners Bergmann verhinderte aber seinen Schultersieg. Er mußte sich mit dem ihnr einstimmig zuerkannten Punktesieg begnügen. Enttäuscht hat uns der Hakoahner Birnbaum im Mittelgewicht. Hier scheint wohl Trainingsmangel die Ursache seiner Niederlage zu sein, denn er rang auffallend matt; um schließlich in der 10. Minute einem Hüftschwung von Prokay I. zum Opfer zu fallen. Der Kampf stand jetzt 10:9 für U. T. E . Müller, der im Halbschwergewicht gegen den tüchtigen Wittkay startete, lieferte vielleicht seinen besten Kampf. Der Ungar, der erst kürzlich gegen den mehrfache