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Die Stimme · 1932-02-25 · Heft 216 (25.2.1932) · page 9

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Journal
Die Stimme
Volume
5 (1932)
Issue
Heft 216 (25.2.1932)
Date
1932-02-25
Page
– (sequence 9)
Language
German
Belongs to
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Nr. 210 — 25. Februar 1932 DIE STIMME Seite 9 «u IHeroinr/Konti / TheaMer Europa-Meister Tunyogy unentschieden kämpfte, hatte gegen den, nrit ungeheuerer Rasanz auf Sieg kämpfenden Hakoahner kein leichtes Feld. Aus zwei schweren Brücken befreite «r sich nur mit äußerster Kraftanstrcngung und bei einem Srächtig ausgeführten Schleuderer Müllers hatte er das ilück, außerhalb der Matte zu landen. Der Punktesieg des Hakoähners löste lauten Beifall aus. Bel einem Stand von 12:11 für Hakoah trat Hirse hl an. Dar Schwergewichtler brauchte daher nur unentschieden xu kämpfen, um den Sieg seiner Mannschaft sicherzustelleln. Hirse hl vermied es, gegen den bekannten Meisterringer Horling irgendwelche riskante Aktionen auszuführen und begnügte sien mit einem sicheren Punktesieg. Wenngleich der Sieg der Blauweißen gegen die brav, kämpfende Mannschaft der Ujposter Stolz und Freude auslösen kann, so dürfen die Ringer sich doch nicht auf ihren Lorbeeren ausruhen, denn sie müssen sich vor Augen halten, daß der Wiener jüdische Sport sich nicht erlauben darf, jetzt to seltene Spitzenleistungen zu missen. * fn den Reihen der Ungarn befinden sich zwei Juden; der Leichtgewichtler Kalman und der Weltergewichtler Karpati. Karpati (Karl Kellner), ist 26 Jahre alt. Den Ringsport betreibt er seit 6 Jahren. Mit 18 Jahren wurde er jugendmeister. Er Ist vierfacher Meister von Budapest; vierfadrer ungarischer Meister; er gewann die internationale Konkurrenz in Italien; erzielte erste Preise in Dänemark, Schweden, Norwegen. Im Jahre 1930 wurde er in Brüssel E u r o p a mr e i s t e r im freien Stil. Kalman (Josef Kohn), ist 22 Jahre alt. Seit viereinhalb Jahren ist er beim Ringsport tätig Voriges Jahr gewann er die Jugendmeisterschatt von Ungarn; beteiligte sich an der internationalen Konkurrenz in Belgien; ist zweifacher Meister von Budapest und in der zweiten Meisterschaft von Ungarn wurde er hinter seinem Klubkollegen Karpati placiert. Dtmek. * Jüdischer Sporttmd Schützenverdn «Menorah», IX., Nußdorferstraßa 16. Auskünfte und Anmeldungen in den Amtsstunden, Mittwoch von 20 bis 22 Uhr. Jene ordentlichen Mitglieder, die sich noch nicht im neuen Heim gemeldet haben, mögen dies im eigenen Interesse ehestens nachholen. — Studentenkorps «Haganah». Anmeldungen Montag und Mittwoch von 20 bis 22 Uhr Am Heim, IX., NuBdorfemtsr. 16. Hans Weiß — Sportlehrer Der bekannte Allroundsportler, der Hakoahner Frans Weiß, hat anfangs dieses Monats — als einziger jüdischer Kandidat — die Sportlehrerprüfung mit ausgezeichnetem Erfolg bestanden. Franz Weiß ist 26 Jahre alt. Seit 15 Jahren ist er Mitglied des Sportklubs „Hakoah". Franz Weiß war seit jeher ein ' begeisterter Zionist Wir gratulieren ihm herzltchst zu seinem Erfolg bei der SportlehrerprUfung. Jtua dem Vovira&ssaai Redakteur Monteser über «Juden In den Naturwissenschaften» Der letzte Vortragsabend der -Sektion „Landstraße" brachte den leider nicht sehr zahlreichen Zuhörern einen ganz besonders interessanten Redner. Redakteur Monteser hat auf Grund einen-großen Quelienmatertals den Versuch unternommen, nachzuweisen, daß die Juden, denen man gewöhnt Ist nachzusagen, daß sie für- Technik und Naturwissenschaften nicht viel übrig haben, noch viel weniger in diesen Disziplinen schöpferisch tätig sein können, seit Jahrhunderten auf dem großen Gebiet der Naturwissenschaften ganz Außergewöhnliches zu schaffen in der Lage waren. Ausgehend von den Arbeiten der jüdischen Gelehrten lm Mittelalter, vor allem in der Blütezeit in Spanien, haben Juden Immer an der Spitze derjenigen gestanden, die die große Bedeutung von Erkenntnissen in der Natur und Fortschritt in der Technik billigten. Sie haben immer mitgearbeitet und haben auch schöpferisch gewirkt. Viele grundlegenden Theorien und Beweissätze stammen von Juden her, auf vielen Erkenntnissen, die jüdische Forscher gefunden, beruht die heutige -Technik. Dop Redner hat Beispiele auf dem Gebiet der, Medizin, der Technik und Astronomie angeführt und damit zu beweisen verstanden, daß viele Errungenschaften nur dadurch möglich waren, daß man auf Erfindungen und. Entdeckungen jüdischen Ursprungs aufgehaiit hat. Lebhafter Beifall der Anwesenden belohnte die ausgezeichneten Und besonders interessanten Ausführungen Redakteur. Montesors. Der zweite Vortrag des Vagabundenschriftstellers Hans Hacker Auf vielfaches Verlangen veranstaltete die Angestelltenvereinigung „Erniumh“ . einen zweiten Vortrag des Vagabundenschriftstellers Hans Hacker. Die zahlreiche, verständnisvolle Zuhörerschaft hörto diesmal Teile seiner Reportage über Gibraltar und Marokko. Die witzigen Schilderungen, wie die seiner Aufnahme bei der gastfreundlichen Judengemeinde in Gibraltar, fanden ebenso großen Beifall wie die anderen interessanten, stellenweise lyrischen Landschaft?- und Menschenschilderungen. Auch, i» diesem Vortrag brachte Hans Hacker kluge politische Betrachtungen, unbekannte Tatsachen des jüdischen Lebens in Gibraltar uud Marokko. Die Vereinigung sah sloh spontan veranlaßt, den erfolgreichen Autor — dem nur noch der Erfolg, einen Verleger zu finden, fehlt — zu einer dritten Vorlesung einzuladen. In dieser, Ende März stattflndenden Vorlesung liest Hans Hacker den Schluß seiner Reportage „Als Jüdischer Vagabund durch Spanien, Marokko und Portugal"« P« Soh. Kein Gesinnungsgenosse darf fehlen bei mir als Kunde GMstiie TrocüenPuizerei UM MM MT. iMMI J. Walser, Wien, II., Taborstraße 43, Tel. A 49248, bringt sensationelle Vorsaisonpreise bei verläßlicher und pedanter Arbeit. Mantel, Anzug, Kostü/n von S 4.50; Wollwesten S -.95 b Kleider von S 3.50 Hille und AiuUge bügeln In 15 Minuten S 1*90 Kostenlose Abholung und Zustellung, Samstag geschlossen. Demnächst Eröffnung der neuen Betriebsräuroe III. Kammermuslkabend des Vereines zur Förderung jöd. Musik Wiederum war der Saal der Bnd-Brith-Vereinigung überfüllt. Das Programm enthielt einige Uraufführungen, was das Interesse an diesem Abend erhöhte. Die Klaviersonate von Alexander Krein, die schon im vorigen Jahr von dem ausgezeichneten Pianisten Jakob Gimpel gespielt wurde, erklang auch diesmal kt der Interpretation dieses Künstlers klar und plastisch. Trotz des ausgezeichneten Form- und Klaviersatzes kann man, außer des auf «Schlr-HascJiirim»- Melodie aufgebauten Hauptthemas so gut wie gar nichts Jüdisches heraushören. Desgleichen läßt sich über das Werk Gnessms «Der rote Motel e» für Gesang und Klavier sagen. Erstaunlich das Gedächtnis und sichere rhythmische Gefühl der Ausführenden Fräulein Paula Rottenstein, die sowohl die Musik als auch den Text der sechs Ueder auswendig vortrug. Die Höhe der Stimme klang strahlend. Der aufrichtige Wunsch der Angleichung der mittleren und tiefen Töne an die Qualität der Höhe bleibt noch offen und wird, da ein ernstes Streben bei der jungen Sängerin offenbar vorliegt, zweifellos in kurzer Zeit zur Wirklichkeit werden. Ein wertvolles Werk echt jüdischer Musik ist die «Hebräische Rhapsodie» von J. Aisberg. In ursprünglicher Fassung, für Klavier mit Orchester, spielte sie Jakob Gimpel für Klavier allein. Sowohl in dieser Rhapsodie als auch in den «Palästinensischen Skizzen» von Joachim Stutschewsky erwies er sich als gewandter, mit technischen Waffen voll ausgerüsteter Pianist. Nur bei der Phrasierung echt jüdischer Themen (sowohl bei Aisberg als auch bei dem als Draufgabe brillant gespielten Stück von Kopyt) sollte Gimpel nicht an die Rubato- Phrasierung, die man bei Chopinschen Werken anwenden muß, denken. Auch wäre wünschenswert, sich das störende, ziemlich laute MJtsingen abzugewöhnen. Interessant waren zwei Stücke für Klarinette und Klavier von Alexander Weprik (Chant rlgoureux) und von Michael Stillmann (Jüdische Melodie). Rhythmisch, abwechslungsreich und melodisch eigenartig wurden sie von Dr. Erich Simon mit musikalischem Verständnis vorgetragen. Den Schluß bildeten zwei Kammermusikwerke: Sch'ltomirskys bekannte Bearbeitung des «Rebbus Nigun», für Streichquartett, und die prächtige Suite für Konzertdlrefctlon Pr. Mendelssohn. Wien, I. Samstag, den 5. Mörz 1932, 8 Uhr abends KftmmerkoQcertsa?], Wien,!■, HingeratrsSe Kr. 16 Einziges Konzert 1. Segal-Rosenbach (Tsnor) Mitwirkend: Komponist Julius Ohajcs (Klavier), Ferdinand Adler (Violine), Theo. S alz in an n (Cello). Am Flügel: Kapellmeister Rudolf Reck. Programm: Palästinensische (hebr.-jemen. arab.) ostjüdtsebe und italienische Gesänge, populäre jiddische Volkslieder. Trio D moll von Julius C'hajos, Oello- ▼ortrKge. — Karten von S 1*—• bis 3‘—, Blicheratubo Rath, Wien, II., TaborstraBo SO a. Klarinette und Streichquartett von Joe Engel. Die in jedem Detail auf das minutiöseste ausgearbeitete Interpretation von dem bekannten und beliebten Quartett der Geschwister Galinrir Keß keinen Wunsch übrig. Hoffentlich wird dieser anregende Abend dem Verein viele Mitglieder zuführen. Eine Schüler-Revue lm Verbandsheim, II., Untere Augartenstraße 38, fand Samstag, den 6. Februar, die von Boby Weiser geschriebene, von den Mittelschülern des Realgymnasiums II aufgeführte Revue «Haho, hallo, hier R. G. II* oder «Der achtjährige Krieg» statt Die Revue hat bei allen Zuhörern starken Widerhall gefunden. Bei den Schülern deshalb, weil sie in ihr nur den Spiegel ihrer eigenen Schulerlebnisse sahen. Die Erwachsenen dagegen fühlten sich in ihre Schulzeit zurückversetzt und sahen, daß trotz Modernisierung der Schule die Miss-oh, pardon, die Zustände die gleichen geblieben sind, wie sie es zu ihrer Zeit waren, Man schwänzt noch immer, kommt noch immer zu spät und drückt sich, wo man kann vom Unterricht. Und nun zur Revue selbst I Weiser behandelt hier, im Gegensatz zu Torbqrg und zu Mann, die ähnliche Sachen geschrieben haben, das Schicksal einer ganzen Klasse zu den Professoren. Der näselnde Französischprofessor und der «altes wissende» Mathematikprofessor sind ihm ein Greuel. Aus der beschriebenen Klasse greift er zwei Schüler heraus, läßt sie durch das Scheinwerferlicht greller beleuchten, als die übrigen. Es sind die Schüler Ritter und Köhler. Eines Tages ist Ritter auf dem Schulweg. Da trifft er Köhler, welcher «schwänzen» geht. Dieser versucht, den nun sowieso zu spät kommenden Ritter zu überreden, ihn z>u begleiten. Ritter aber lehnt ab. ln die Schule gekommen, versucht er, um keine Ausrede gebrauchen zu müssen, einen «Schmäh». Er kommt nrit einem Stück Kreide in die Klasse, um zu zeigen, daß er nur der Kreide wegen m spät gekommen ist. Doch er kommt dabei schlecht an. Dasselbe hat vor ihm schon ein anderer gemacht, und Ritter wird verdonnert. Heute ist aber schon sein Unglückstag. Er bekommt ein «Nichtgenügend» nach dem anderen. Boby Weiser zeigt das, indem er einen Schüler einen selbst verfaßten und komponierten Schlager singen läßt Der Schlager heißt «Zum Nichtgenügend kommt der Schüler niemals zu spät». Aber einen Nachteil hat die Revue doch gehabt! Sie ist nämlich nicht aufgefühirt, sondern gelesen worden l Dank dem Sankt Bureaukratius dafür! «Antischolaistische Tendenz!» Ei« schönes Wart! Wir wollen hoffen, daß die Schulbehörden einsehe« werden, daß da« Recht der Kritik jedem offen steht. Diese» Stück muß aufgeführt werden 1 et Jlotixcn Gastspiel Dr. Paul Baratoff-Ben Zwi in d<»n Jüdischen Künatlerspielcn, Thrntpr Reklame, Wien, II.. Praterstraße 34, Tel. R 40-0-94. Trotz des andauernden Interesses für Tollers Nachkriegsdrama „Hinkemann" hat die rührige Direktion unter Leitung: des Herrn Jacques Singer ab Freitag, den 26. Februar 1832. die Aufführung des in Amerika über ein Jahr en suite gespielter jChausplele« „Der Abtrünnige" (Moschke Chaser) angesetzt. Verfasser dieses Stückes, D. Berkovics, ist der Schwiegersohn des bekannten Dichters Scholem Alejchem. Der Verfasser führt uns den vom Judentum Abgefallenen vor, welcher seinem Sohne die beste Erziehung angedeihen lassen und ihn — unbeschadet der Religionswahl — zum braven Menschen machen will. Dieser gerät Jedoch auf Abwege, inszeniert sogar einen Pogrom gegen die Juden, zuletzt vernichtet der Abtrünnige sowohl seinen Sohn als auch sich. Die Hauptrolle wird von Paul Haratoff kreiert. Mitwirkend das gesamte Ensemble. — Für die Zeitdauer des Gastspieles Baratoff ist es der Direktion weiters gelungen, den von der Wllnaer Truppe bekannten glänzenden Cbarakterachauspieler Schlgorin zu verpflichten. Herr Schigorin wirkt bereits gelegentlich der Freitagaufführung mit. Dieses Stück verbleibt vorderhand auf dem Spielplan. Vorverkaufskarten an der Tages- und Abendkasse, telephonische Reservierungen R 40-0-94. Der Jiidisohen Bühne, II., Praterstraße 60, Ist es gelungen, eine in Amerika mit großem Erfolg gespielte Komödie „A Nacht in Kalifornien" zur Erstaufführung für Wien zu erwerben. Das Stück wird Freitag, den 26., Samstag, den 27„ und Sonntag, den 23. d. M., gespielt. Im Rahmen dieser Vorstellungen wird die von ihrer erfolgreichen Auslandstournee zuriiekgekehrte jugendliche Soubrette CilU Bell gastieren. Sonntag, halb 4 Uhr, große Kindervorstellung mit Geschenkeverteilung. Zur Aufführung gelangt Maly Pico ns Meisterstück „Jan Kala". Kinder zahlen nur CO Groschen und erhalten ein Geschenk lm Werte von einem Schilling. Sarah Osnath Halevy abgereist. Sonntag, den 21. Februar, verließ die jemenitisch-palästinensische Schauspielerin Sarah Osnath Halevy in Begleitung ihres Gatten, des Schauspielers M. Wollin, Wien. Sie begab sich zunächst nach Berlin, um von dort die Europatournee fortzusetzen. Am Bahnhof erschienen viele Verehrer und Freunde der Künstlerin und Vertreter der Presse. Konzert J. Segal-Rosenbach. In dieser Konzertsaison wird Konzertsänger J. Segal-Rosenbach nur einen einzigen Ueder- «nd Volksliederabend geben. Derselbe findet Samstag, 5-, März, 20 Uhr, im Kammerkonzertsaal, Wien, 1., Singerstraße 16, statt. Auf dem Programm stehen palästinensische (hebräische, jemenitische, arabische), ostjüdische und italienische Gesänge, populäre jiddische Volkslieder. Mitwirkend: Komponist Julius Chajes (Klavier), Theo Salzmahn (Cello), Ferdinand Adler (Violine). Begleitung der Gesänge: Kapellmeister Rudolf Beck. Jacob Epstein stellt Werke mit biblischen Motiven aus. Der berühmte englisch-jüdische Bildhauer Jacob Epstein stellt in der Redfern Gallery Aquarelle und Skulpturen mit Themen aus dem Alten- Testament aus. Die Pressekritiker würdigen in längeren Berichten die neuen Werke des berühmten Künstlers. Vorlssung Jehuda Ehrenkranz in Graz, Johucla Ehrenkranz liest Dienstag, 1. März, in Graz aus seinem neuesten deutschen und jiddischen Repertoire. Zum Vortrag gelangen Dichtungen von Asch, Babel, Fisch, Hasek, Polgar in deutscher, von Perez, Scholem Alejchem, M. Rosenfeld, Tunkeier u. a. in jiddischer Sprache. Dia Revuo „Der achtjährige Krieg“ (Hallo, hallo, hier R. G. II), Musik von Otto Knoiler und Kurt Raab, liest H. Bobby Weiser Samstag, 6. März, in den Sälen des jüdischen Verbandsheimes, II., Untere Augartenstraße 38. Beginn 19 Uhr. Am Klavier: die Komponisten. Mitwivkond: ein Jazzchor. Alfred Mombert 60 Jahre. Der Dichter Alfred Mombert, der in Heidelberg lebt, vollendet am fl. Februar sein 60. Lebensjahr. Die Tages- und Llteraturpresse Deutschlands und die Presse in allen deutschen Sprachgebieten des Auslandes widmet seinem Schaffen längere Aufsätze und würdigt ihn als einen der Großen im Reiche der Lyrik und als Bereicheret’ des deutschen Sprachguts. Die Reihenfolge seiner wichtigsten Werke ist: „Tag und Nacht" (1894), „Der Glühende“ (1896), „Die Schöpfung“ (1897), „Der Denker" (1901), „Die Blüte des Chaos" (1906), „Der Sonnegeist" (1906), „Der Held der Erde" (1919), „Atair" (1925). Dramatischer Form angenähert sind „Aeon, der Weltgesuehte" (1907). „Aeon zwischen den Frauen“ (1910), „Aeon von Syrakus“ (1911), „Aigles Herabkunft" (1929). Auswahlbände der Mombertschen Lyrik erschienen unter dem Titel „Der himmlische Zecher“ und „Musik der Welt". Das Jüdische Lexikon (Jüdischer Verlag Berlin) schreibt über ihn: Per Dichter Mombert bedeutet eine der wesentlichsten Kräfte, die das Judentum in das neue deutsche Geistesleben oder besser in da« künstlerisch-dichterisch gestaltete Seelenleben einzusetzen vermochte, ln seinen Visionen, deren unmittelbare Herkunft vqro Stil der altestamentarischen Propheten War zutage liegt, ergreift die Seelenkraft des Ostens den Stoff der deutschen Sprache mit w&vergleichlicher Gewalt, Alles nur Inhaltliche verbrennt ln dieser Glut und wird zum bloßen Gleichnis, zur Andeutung religiösen, weltumspannenden Erlebens. Die Mombertsohe Kunst kann ihrem exklusiven Wesen nach nicht zu einer großen Popularität gelangen, aber die führenden Köpfe der deutschen Literatur würdigen ihn in steigendem Maße, So erfolgte 1926 seine Berufung in die neu gegründete Preußische Dichtorakademie. Eine hebräisch-jiddische Abteilung im Brüsseler Archäologischen Museum. Die Stadtverwaltung der Brüsseler Voi’stadt Anderlecht, die eine zahlreiche jüdische Bevölkerung besitzt, beschloß, bei dem in diesem Stadtteil befindlichen belgischen Museum für Archeologie und Folklore eine hebräisch-jiddische Abteilung zu schaffen. Vorlesung Samuel Schwager. Dienstag; den 1. März 1932, um 8 Uhr abends, findet im Heim, II., Praterstraße 13, eine Vorlesung Samuel Schwager statt. Austritte aus dem Judentum Ernst Amalie, 30. Juui 1904, XX., Hochheimirasse 4. -«• Duschak Hedwig geb. Karniol, 17. November 1905, Bastlengssse 30. —• Geiershöfer Albert, 6. Oktober 1875, XV-, Goldschlagstraße 1. — Schütz Edith, 25. Juni 1911, V* Geigergasse 2. — Steiner Heinrieh, 20. März 1896, V., Kzonga.s«e 8. - Acht Magrycy Oscar, 9. Juni 3S9S, II., Vorgarten* Straße 182. — Machstor Elisabeth geh. PasoUska, 14. Sep* tember 1296, U., Vdrgarteuatraße 198. 6

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