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Die Stimme · 1932-02-25 · Heft 216 (25.2.1932) · page 5

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Journal
Die Stimme
Volume
5 (1932)
Issue
Heft 216 (25.2.1932)
Date
1932-02-25
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
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Nr. Zit — 25. Februar 1032 Olt STIMME Seite 5 * Jtu» ffatüsiina Der High Cotnmissioner Protektor der Makkabiah Der High Commissioner für Palästina, General Sk Artur Dt ei lieg Waudiope, Hat dem ihm vom Präsidium des Makkabi- WdtvWbaraft» unterbreiteten Wunsch Folge geleistet und das Patronat über die Makkabiah, die jüdischen Turn- und gportkampfspiele Frühjahr 1932 in Tel-Aviv übernommen. Schnee in Jerusalem zwei Zoll hoch Afb T. Februar setzte in Jerusalem nach starkem Regen dn heftiger Schneesturm ein. Der Schnee liegt in der Stadt fWei Zoll hoch. Seit 1927 fiel in Jerusalem kein Schnee. Die Niederschläge haben die Lage der Wasserversorgung Jerusalem sehr verbessert. TsdiemTchowski Direktoriumsrnftglied im Hadassahhospltal Der berühmte hebräische Dichter Df. Saul Tschemichowslri, der auch ein hervorragender Arzt ist, wurde eingeladen, in die Leitung des Jerusalemer Hadassah-Hospitals tinzutreten. Paffistlnareise von Lady Erlelgh Lady Erleigh, die Tochter des verstorbenen Lord Mefehett und' Schwiegertochter von Lord Reading, begab sich nach Palästina und wird in der Villa Melchett zu Migdal, die ihr von ihrem Vater testamentarisch vermacht worden Ist, Aufenthalt nehmen. Ihr Bruder, Lord Melchett, wird ihr nach Palästina folgen. Lady Erleigh wird längere Zeit in Palästina Weiten, um dort die Vorbereitungen zur Bepflanzung eines neuen Teiles des Melchett-Besitztums in Tel- Mond, das von der Palestine Piantation Company verwaltet wird, zu treffen. Das Anpflanzungswerk soll im April dieses Jahres beginnen, Mordechai Ben Ami gestorben fan Alter von 78 Jahren verstarb in Tel-Aviv der bekannte rassische, jiddische und hebräische Schriftsteller Mordechai . Ben Ami (Pseudonym von Mordechai RaWnowilsch). Seit Nie Dagewesenes ■HMH—HWi—mumm*. .. i»h —iiuwui-Uii .1924 lebte er ln Palästina. Ben Ami wurde am 3. August 1854 in Werehowka (Podolien) geboren. Während der Judenpogrome in den achtziger Jahren in Südrußland organisierte tr als einer der ersten jüdische Selbstwehren unter den Studenten. Bald darauf bemühte er sich bei der Alliance Israelite, die Enrichtung einer Kolonie für die Pogromflüchtfinge zu erwirken. Während eines fünfjährigen Aufenthaltes in Genf schrieb er in russischer Sprache Erzählungen aus dem jüdischen Leben. 1866 kehrte er nach Odessa zurück und schloß sich der Chowewe-Zion-Bewegung an. 1890 wurde er Mitglied des «Odessaer Komitees» und blieb es bis 1905, in welchem Jahre er Rußland verließ. Er schrieb in der Folge zahlreiche Jüdische Erzählungen und Reiseschilderungen in Jiddischer Sprache, von denen er eine Anzahl ins Hebräische Übersetzte. 1928 erschienen in hebräischer Uebersetzung seine Erinnerungen an Mendele Mocher Sforim. Norman Bentwich wieder in Palästina Norman Bentwich, der frühere palästinensiche Oberstaatsanwalt, der zum Inhaber des Weiznrann-Lehrstuhles für internationalen Frieden an der Hebräischen Universität ernannt worden ist, ist in Jerusalem eingetroffen, um sein neues Amt an der Universität anzutreten. Seine erste Lesung hielt er am Mittwoch, den 10. Februar. Rabbi Noah Sohklower gestorben In Tel-Aviv verstarb Rabbi Roah Schklower, einer der Leiter der berühmten Jeschiwah in Slobodka bei Kowno, der um die Gründung der Tochteranstalt in Palästina bemüht War. 4075 Juden kamen >1931 nach Palästina Tm Jahre 1931 kamen, wie jetzt mitgeteflt wird, 4075 Juden, 1245 Christen und 1211 Moslems nach Palästina. In dem gleichen Jahre verließen 666 Juden, 573 Christen und 101 Moslems das Land. Ein Kunstmuseum in Tel Aviv Tel-Aviv, 22. Februar (]. T. A.) ln Tel-Aviv werden zurzeit die letzten Vorbereitungen zur offiziellen Eröffnung des Tel-Aviver Kunstmuseums und seine Uebergänge an das Publikum gemacht, die in wenigen Wochen stattfinden soll. Zusammen mit dem Museum wird eine Bibliothek von Werken über Kunst eröffnet. ‘Von Freunden des Museums wurde title Reihe von Bildern und Skulpturen usw., die zu den bereits grtammelten Werken von Levitan, Chana Orloff, Kißfhtg usw. hinzukommen. 'Ein besonderer Raum wurde für palästinensische Kunst bereitgzstellt. Palästina und die Meistbegünstlgungsklausei des British Empire London (J. T. A.). In der Debatte anläßlich der zweiten Lesung der Bill betreffend Import-Zölle im Unterhaus führte H. W. Williams u. a. aus: Palästina figuriert unter der Klasse A der Mandatsländer, auf welche die Reichsmeistbeglinstigungsklausel keine Anwendung finden soll, Das bedeutet eine einseitige Interpretierung der Klausel; er, Redner, hoffe, daß beschlossen worden sei, Palästina als einen integrierenden Bestandteil des british Empire zu behandeln. Dies würde den Innenminister Sk Herbert Samuel (der befcajuitSkfc tiöGegrt» Oti^öUMsD suMöhnetr.TOdäcktcr.) lÖmeb'Tfletic 13. bis 19. März 1932 (Rotunde bis 2a März) SONDERVERANSTALTUNGEN: Möbelmesse / ReMamemesse / Sonderschau neuzeitlicher Gasgerät« / «Elektrizität kn Haushalt» / «Die religiöse Kunst im Haus und Heim» / Pelzmode-Salon / Wiener Strickmode INTERNATIONALE AUTOMOBIL UND MOTORRAD¬ AUSSTELLUNG Oesterreichische Flugsportausstellung / Bau- und Straßenbaumesse / Ausstellung für Nahrungs- und Genußmittel / Burgenländische Sonderausstellung / «Technische Neuheiten und Erfindungen» Land* und forstwirtschaftliche Musterschau (Jubiläumsausstellung der N. ö. Landes - l.andwlrtschaf tskammer) Weizenschau / Gartenarchitektur / Baumschul&rtlkel / Landwirtschaftlich«« L*hr- und Versuchsweaen / Landwirtschaftliche Maschinen und Geräte / Landwirtschaftliche Bedarfsartikel / Klelntlerschau. TIERMESSE (Pferde, Rinder, Schweine): 18. bis 20. Mär* Bundesweinkost BEDEUTENDE FAHRPREIS-ERMÄSSIGUNGEN! Messeausweise h S 6.— bei der Wiener Messe - Aktiengesellschaft, Wien, VIL, Mesee* platz 1. — Eintrittskarten (zum einmaligen Besuch der Rotunde oder dea Messepalastes und der Neuen Burg) h S 2.50 bei den Kassenschaltern der Messehäuser. Weisl über dich — Galizien! Der edle Ritter Wolfgang von Weisl verspürte plötzlich den Drang nach dem Osten. Vergebens war das Aufatmen von Beduinenstämmen und allerlei Alibabas des fernen Wüstenrandes, die dieser geschwätzige Jünger Karl Mays seit Jahr und Tag mit gezückter Füllfeder in der Hana und dem Dolch im Gewände beunruhigte. Vergebens war auch die Hoffnung in zionistischen Landen, daß dieser zappelige und rappelige Wüstenreiter der revisionistischen Politik nunmehr seine Extratouren, die stets zwischen einer Ignoranz und schwülstiger Großsprecherei pendelten, an den Blutspuren der bedauernswerten Therese von Konnersreuth beschließen werde. All das war bloß eitler Wahn und enttäuschte Hoffnungl Das Blut deren von Weisl läßt sich nicht so leicht bezähmen und wieder einmal verließ der Schuster seinen Leisten, um wenigstens in den nahen Osten einen Abstecher zu machen. Und obendrein winkten ja die Lorbeeren des Meisters Jabotinsky, in dessen Spuren und in dessen Schatten man ohnehin seit Jahren zu wandeln versucht. Nie in Wien Erlebtes So zog denn Wolfgang von Weist schnurstraks von den Gefilden der okkulten Plaudereien in das Gebiet der zionistischen Politik und landete vorerst in Lemberg. Aber — oh wehl oh Schreckf — Mit dem Larum-Barum oder Winnetou, oder gar irgendeinem Alibaba in der Wüste Gobi gab es eine leichtere Möglichkeit der Verständigung, als mit den kritisch, allzu kritisch veranlagten Juden Lembergs! Und diese bösen Juden hatten auch ein schärferes Auge als die lammfrommen Beduinen, die man ohne jede Kontrolle, nur mit der Füllfeder, niedermachen kann. So mußte dem edlen Wiener Ritter just im Osten das Malheur passieren, daß er ausgepfiffen wurde. Und dies gleich zu Beginn der großangelegten Tournee! Da benahmen sich die Zuhörer gar nicht beduinisch, als ihnen der «zugeraste» Ritter aus Wien ihren Weizmann mit Hitler verglich, Ruppin als ein dunkles Subjekt hinstellte, und über das hebräische Schulwerk und das ganze Aufbauwerk wohl ohne gezückte Feder, aber mit dem Dolche im Gewände herfiel. Die plumpe Dreistigkeit eines Wirrkopfes, der kaum die Fluten okkulter Wissenschaft und der satzlosen Gersondiät verlassen hat, fand auf dem heißen Boden zionistischer Politik ein jähes Ende, das wohl menschlich bedauerlich, aber reichlich verdient ist. Auch die Lemberger «Chwtla», die den Vortrag Weisls urbi et orbi lange vorher als Ereignis angekündigt hat, mußte nach dem ersten Auftritt weit von ihm abrücken und ihre Kritik lautete derart vernichtend, daß dem mutigen Kämpen wohl nur die rascheste Flucht aus diesem undankbaren Osten übrigbleibt. Kehre zurück, edler Ritter von Habsburgs und Jabotinskys Gnaden — alles verziehen! Der Jungfrau von Konnersreuth verraten wir ’s nicht, daß du ihr untreu wardst und zu den alten Liebschaften einen Seltensprung machtest. Du rittest auf edlem Rosse und voll großer Pläne nach dem jüdischen Osten und da blieb von dem Roß nur ein jämmerlicher Gaul und von dem edlen Ritter bloß ein ausgepfiffener Sancho Pansa übrig. Meister Jabotinsky wird wohl das Haupt wegen des neuen Extempore seines enfant terrlble in Trauer nicht hüllen, aber die heilige Therese kann am End vor Traurigkeit zu bluten aufhören. Wo bleibt dann der Leisten, zu dem schließlich doch jeder Schuster zurückkehren muß?... Konsolidierungskommissiofi der Jewisk Agency Jerusalem, 22. Februar (J. T. A.) Die Exekutive der Jewish Agency hat die Einsetzung einer Kommission beschlossen, welche die Lage in den noch nicht konsolidierten landwirtschaftlichen Kolonien studieren und darüber berichten soll. Die Kommission soll gleichzeitig ein Programm der Konsolidierung unterbreiten, in dem die Mittel und Weg» zur Aufbringung der erforderlichen Mittel aufgezeigt werden sollen. Das Mitglied der Exekutive Dr. M. B. Hextet wurde zum Vorsitzenden dieser Kommission ernannt, der außerdem die folgenden Herren angehören: M. Smilansky, Vorsitzender des Pflanzer-Verbandes; H. Viteles, Direktor der Zentralbank für genossenschaftliche Institute in Palästina; E. Volcany, Leiter der landwirtschaftlichen Versuchsstation der Jewish Agency; L. Schkotnik, Mitglied des landwirtschaftlichen Zentralkomitees der jüdischen Arbeiterföderation; L. Bawly, Leiter der Abteilung für landwirtschaftliche Ansiedlung der Jewish Agency. Massenverhaftungen von Juden und Gelderpressungen an den Verhafteten in Rußland Jerusalem, 17. Februar. (J. T. A.) Im Zusammenhang mit den vom hebräisch-jiddischen Publizisten Benzion Katt gemachten Mitteilungen über Massenveihaftungen von Juden in Rußland und Valuta-Erpressungen an den Verhafteten bezw, deren Angehörigen in Rußland wie im Ausland durch die sowjetrussische Geheimpolizei (OGPU.) richtet dec hebräische Dichter Chaim Nachman Bialik ein offenes Schreiben an die jüdische Presse in der ganzen Welt, in welchem er die Presse auffordert, an sichtbarer Stelle die «gegen die Juden in Rußland geübte neue Inquisition, die noch grau- Purim sameir ist als seinerzeit die Inquisition in Spanien», zu brandmarken. Bialik und der Bürgermeister von Tel-Aviv, Meyer Dizengoff, richteten auf telegraphischem Wege an Dr. Stephen S. Wise in New York, Ehrenvorsitzenden des American Jewish Congress, einen Appell, überall ln Amerika Protestversammlungen gegen die neuen Judenverfolgungen in Rußland abhalten zu lassen. Eine Reihe von Protestversanunlungen werden in Palästina vorbereitet. Die Makkabia Jerusalem, 22. Februar (J. T. A.) Bd einer Pressekonferenz, die im Anschluß an die bevorstehende Makkabia veranstaltet wurde, erstatteten die Vertreter der Makkabi- Organisation berichte über die im Gang befindlichen Vorbereitungen. 20 Zweigstellen des Makkabi in 20 Ländern haben ihre Teilnahme zugesagt. Die britischen und arabischen Sportklubs in Palästina sowie arabische Sportklubs hl Transjordanien, Aegypten und Syrien sind dngeladen worden. Das Programm umfaßt Tennismatches in Rechowotk und Schwimmwettbewerbe in Haifa. Alle anderen Matches und Sportspiele finden in Tel-Aviv statt In Tel-Aviv hat man bereits mit der Instandsetzung der Sportplätze in der Nähe des Jarkon-Flusses begonnen. Bs wird eine besondere Straße zu den Sportplätzen gebaut Ein Sir lohn Monash-Wald in Palästina Melbourne, 21. Februar. (J. T. A.) Die Zionistische Föderation Australiens hat mit dem Jüdischen Nationalfonds ein Abkommen getroffen, betreffend Pflanzung eines Waldes in Palästina auf Boden des Keren Kajemeth, der den Namen «Monash-Wald» zum Andenken an den vor kurzem verstorbenen Oberstkomandiereu« den der australischen Armee im Weltkriege, General Sir John Monash, führen wird. Der Monash-Wald wird im Haifa-Distrikt gepflanzt werden. Sir John Monaall war bekanntlich ein glaubenstreuer Jude und Ftyrdeiil des Palästinawerkes.

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