Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 5 (1932)
- Issue
- Heft 214 (11.2.1932)
- Date
- 1932-02-11
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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* niF STIMME Nr. 214 — 11. Februar 1932 Zlnnistisdies Lehen in Wien Aufruf der Lina für das arbeitende Palästina Sekretariat: I., Jordangasse 7 Die jüdische Arbeiterschaft in Palästina kämpft für den Aufbau einer neuen Gesellschaft in Ihrem Heimatlande. Getrieben von dem Gefühl der Unerträglichkeit der bisherigen Lage ihres Volkes, ringt die jüdische Arbeiterschaft Palästinas um nationale und soziale Regeneration. Es gilt für sie, eine freie Gemeinschaft arbeitender, mit dem Boden verbundener Menschen zu schaffen und diese Gemeinschaft mit sozialem Geist zu durchdringen. Bei diesem Werk, das eine Fülle von Schwierigkeiten zu überwinden und mit der Gegnerschaft von vielen Seiten zu rechnen hat, leiten die jüdischen Arbeiter Palästinas die Kraft zu den außerordentlichen Anstrengungen aus dem Bewußtsein ab, nicht nur für sich selbst, sondern für ihr Volk und für eine große allgemeine Idee auf einem Vorposten zu stehen. Zur Stärkung dieses Bewußtseins bedarf es der Anteilnahme der jüdischen Oeffentlichkeit an der Aufbauarbeit Palästinas im allgemeinen und an den Problemen der jüdischen Arbeiterschaft im besonderen. Die jüdische Arbeiterschaft Palästinas hat im Laufe der Jahrzehnte so manche schwere Krise durchgemacht. Daß sie diese überwinden konnte, verdankt sie vor allem dem Bestände eines Fonds, der ihr al6 finanzieller Stützpunkt auf allen wirtschaftlichen, kulturellen und organisatorischen Gebieten dient — dem Palästina-Arbeiter-Fonds. Es ist dies der zentrale Pionier- und Kampffonds der jüdischen Arbeiterschaft Die Liga für das arbeitende Palästina in Oesterreich ist stets bemüht, die Idee des Palästina-Arbeiterfonds in alle Kreise zu tragen und alle Freunde des arbeitenden Palästina um ihre Organisation zu sammeln. Sie geht nun daran, eine große Werbeaktion für den Palästina-Arbeiterfonds in die Wege zu leiten. Sie richtet an alle, die sich einig wissen mit den Idealen der jüdischen Arbeiterschaft Palästinas, den dringenden Appell, diese Werbeaktion in bewußter Hilfsbereitschaft zu unterstützen. , Tretet der Liga für das arbeitende Palästina bei und werbet für sie. Sofie Löwertherz Dr. Leo Goldhammer Dr. Adolf Bemay Ing. Hermann Krämer Die Arbeit des Keren Kajemeth Jubiläumsaktion des Keren Kajemeth. Laut Beschluß des Präsidiums des Keren Kajemeth wurde die Purimwoche als Keren Ka j eme th - J u bi 1 ä u msak ti on proklamiert. Ein Spezialkomitee wurde mit der Durchführung betraut. Im Sinne des Kongreßbeschlusses, darf keine zionistische Körperschaft oder Organisation in der Zeit 10 Tage vor Purim und 7 Tage nach Purim eine Sammelaktion veranstalten, weil dieser Zeitpunkt dem Keren Kajemeth reserviert bleiben muß. Verwaltungsspesen des Keren Kajemeth. Diese werden zum größten Teil durch eine ständige Aktion des «Herzl-Klubs» (Plan des Gesinnungsgenossen Johann Kremenezky), und zwar durch Sonderieistuiigen einer Reihe von Gesinnungsgenossen und Freunden des Keren Kajemeth gedeckt. Goldbüch Blalik anläßlich seines Wiener Aufenthaltes. Für diese Goldbucheintragung sind bisher S 554.55 eingegangen. Frieda-Haber-Garten. Für diesen Garten wurden in der letzten Woche weitere S 52.50 gespendet; insgesamt sind für diesen Garten bisher S 731.25 eingegangen. LandsmannschaftUche Vereine. Eine Reihe von Gesinnungsgenossen haben begonnen, diese Vereine für den fören Kajemeth zu gewinnen. Diesem ersten Schritte müßten weitere folgen, indem diese Vereine?u verhalten wären, regelmäßige Jahreskontingente für den Keren Kajemeth zu übernehmen. Verrechnung der Dezember-Leerung. Folgende Gruppen haben die Dezember-Leerung vollständig abgerechnet: Brith Mischmar Haowdim, Z. M. V. Balfoura, V. Z. M. Sektion IX, Z. M. V. Jedidäa. Sitzung der Jugendkommissäre des Keren Kajemeth. Donnerstag, den 11. Februar um %7 Uhr März — r\ abends, findet im Büro des Keren Kajemeth, I., Kärntnerstraße 28, eine Besprechung der Nationalfondskommissäre der Jugendgruppen statt. Tagesordnung: Februar-Leerung, Jugendveranstaltung zugunsten des Keren Kajemeth, Sammlungen bei Veranstaltungen. Folgende Firmen haben — unter Garantie eines bestimmten Monatsertrages — in ihren Betrieben Keren Kajemeth-Büchsen aufgestellt: Moritz Krausz & Co., I., Rothenturmstraße 21; Warenhaus Brüder Schiffmann, II., Taborstraße 48; Wiener Arcaden-Cafe, I., Universitätsstraße 3; Alfons Kornmehl, IX., Kolingasse 3. Gesellschaftsreise nach Palästina Das Palästinaamt Wien veranstaltet im März 1932 eine Gesellschaftsreise nach Palästina. Die Abreise von Wien erfolgt am 15. März, um 19.20 Uhr ab Südbahnhof, die Einschiffung in Triest am 16. März, um 1 Uhr mittags, Ankunft in Jaffa am 21. März (einen Tag vor Purim). Die Reiseteilnehmer werden also die Möglichkeit haben, den schönsten Purim der jüdischen Welt in Tel-Aviv mitzumachen. Ueberdies werden sie in der Lage sein, an der im März 1932 stattfindenden «Makkabiah» teilzunehmen, sowie die Levante-Messe in Tel-Aviv (vom 7. bis 30. April) zu besuchen, suchen. Die Reise bezieht sich bloß auf die gemeinsame Fahrt nach Palästina, während in bezug auf den Aufenthalt im Lande und die Rückreise keine Bindung für die Teilnehmer besteht. Jeder Reiseteilnehmer kann somit innerhalb der Gültigkeit des Touristenvisums unabhängig von den übrigen Teilnehmern mit einem wöchentlich verkehrenden Schiffe des Lloyd Triestino die Rückreise antreten. ' Die Schiffsreise Triest—Jaffa oder Haifa und retour in der 3. Klasse auf dem Dampfer «Adria» der direkten Palästina-Linie des Lloyd Triestino kostet zirka österr. Schilling 375.— inklusive Bett und Verpflegung. Bei einer entsprechenden Teilnehmerzahl verbilligt sich die Bahnfahrt nach Triest, die in der 3. Klasse Schnellzug österr. Schilling 53.— kostet, um zirka 25 Prozent Anmeldungen übernimmt und Auskünfte erteilt: Palästinaamt Wien, 1., Kärntnerstraße 28 (Telephon R-27-4-86) und Lloyd Triestino, Wien, I., Kärntnerring 6 (Telephon U-47-5-60). bmir« n» mstn Jaffa-Oianaen, Grape Fralf Karmel-Weine. Koqitak Schemen-OlivenSl Chedera-Honla liefert zu bl Ilgen Preisen direkt Ins Haus Samuel Haipern Wien, II., Frtrsferqasse 6 Tel. A 48-4-12 Der Keren Hajessod an der Arbeit Die diesjährige Winteraktion des Keren Hajessod wurde, wie das Direktorium des Keren Hajessod mitteilt, fast in allen Ländern in regulärer Weise eröffnet, ln den Vereinigten Staaten hat die Kampagne bekanntlich erst letztens eingesetzt, die Aktion in Südafrika beginnt unter Führung von Dr. W e i z m a n n . dieser Tage. Das Direktorium des Keren Hajessod teilt mit, daß es im Dezember 1931 21 6 47 £ gegen 18351 £ im November und 16305 £ im Oktober erhalten hat. Die Eingänge für diese Zeitperiode sind erheblich besser als im letzten Jahre und etwas geringer als vor zwei Jahren. Die Berichte, welche das Direktorium aus allen Ländern erhält, geben ein deutliches Bild von den Schwierigkeiten, lassen aber auch erkennen, daß trotzdem die Arbeit mit großer Energie fortgeführt wird. Man kann mit Genugtuung feststellen, daß die Wirtschaftskrise den normalen Gang der Keren-Hajessod-Arbeit nicht gehindert hat. Trotz der schwierigen Verhältnisse konnte dem österreichischen Keren Hajessod in letzter Zeit eine beträchtliche Anzahl neuer Freunde und Förderer gewonnen werden. Das Büro ist fortgesetzt bemüht, die zionistischen Gruppen und Einzelpersonen zur Mitarbeit zu aktivieren. Es ist zu hoffen, daß diese Bemühungen nicht erfolglos bleiben werden. Das Präsidium des österreichischen Keren Hajessod hat feststellen müssen, daß die Opferbereitschaft mancher Zionisten zu wünschen übrig läßt. Hier Besserung zu schafihrM der allgemeinen Zionisten Ziaal8iiacli8 aazirnssantion laonoldsiadt, li, Pralarslraie 1» Die gespr ' Zeitung ■ Dritte Nummer M Donnerstag, den 11. ds. um 8 Uhr abends I Bruno Rablnowitz H Calais—Warschau—Wien ■ Nachrichten aus Palästina H Dr. Chaim Tartakower I Dr. Amalie Kantor H D.e jüdische Renaissance in der jüdischen Dichtung I Feuilleton H Agamemnon der JucT (Siegmund Haber) I Literatur und Kunst Jüdische Philologie (Samuel Schwager) fen, ist mit eine Autgabe der Einzelorganisationen und cs ist zu erwarten, daß sich diese in entsprechender Weise mit dieser Frage befassen werden. Trauerfeier för Frau Frieda Haber s. A. Am Mittwoch, den 3. d. M., fand im Heim der Zion. Bez.-Sektion Leopoldstadt,. nach Ablauf der traditionellen «Schloschim» eine Trauerfeier für Frau Haber statt, die überaus würdig und eindrucksvoll verlief. In einem überfüllten Saale, vor einem Publikum,-welches sich aus Gesinnungsgenossen, Freunden und Verwandten zusammensetzte, würdigten Herr Kultusrat Doktof 1. Klaber, Frau Blanka Fedem-Lipschütz und Herr Doktor Ch. Tartakower in inhaltsreichen Ansprachen das Leben und Wirken dieser vorbildlichen jüdischen Frau. Herr Dr. Tartakower teilte mit, daß ein Garten auf den Namen der Frau Haber gegründet und bereits 62 Bäume gestiftet wurden. Er forderte zur baldigen Komplettierung des Gartens auf. Zum Schlüsse trug Herr Oberkantor Margulies das «El mole Rachamim» vor, welches vom Publikum stehend und mit Ergriffenheit angehört wurde. Zum Andenken an sein treues Mitglied wurde im Sitzungssaal der Bez.-Sekt. ein von dem Kunstphotographen, Herrn Nadel, angefertigtes, für die Sektion gespendetes, großes Bildnis der Verstorbenen, angebracht. Scholem-Alejchem-Abend der Zion. Bezirkssektion Leopoldstadt. Am Samstag, den 6. d. M., fand ln unserem Helm, IL, Praterstraße 13, ein literarischer Abend statt, welcher einzig» der großen Kunst Scholem Alejchems gewidmet war. In einem einleitenden Vortrag zeichnete Herr Mendel Singer das geistige Profil unseres großen Humoristen, der weitaus mehr war als ein Schriftsteller und Humorist, denn keiner erfaßte wie er die Psyche des Ostjuden und teilte mit Ihm sein Freud und Leid. Die Ausführungen, wleche aus tiefer Kenntnis der Materie schöpften, interessant und packend gestaltet waren, boten einen wirklichen geistigen Genuß und wurden vom Publikum reichlich mit Beifall belohnt. In der Folge trug der vorbildlichste Interpret Scholem Alejchems, Herr Samuel Schwager, einen Monolog aus „Tewjq der Milchiger" vor und ließ somit einen Bück in die tief« Tragik der Gestalten Scholem Alejchems tun. Herr Schwager besitzt die große Kunst, Scholem Alejehem ln seiner ganzen Innerlichkeit und Wirklichkeit, mit einem tränenfeuchten und einem lächelnd-bllnzelnden Auge zu verkörpern. ' Nachdem Herr KUmmer (Tenor> zwei vertonte Gedicht« Scholem Alejchems feinfühlig und stimmungsvoll, vom Publikum lebhaft akklamlert, gesungen hatte, trug Frau Wels« borg-Sigall (Jüdische Künstlerspiele) „Dus Tepel“ von Scholem Alejcheiu vor und erweckte mit ihrem gelungenen Vortrag wahre Lachstürme. Das ausgesuchte Programm ließ einen angenehmen Abend in unserem Heime Zubringern. Zeitgemäß. Von rheuuiatiscüen Schmerzen und Kopfschmerzen befreit man sich durch die hervorragend bewährten Togal-Tabletten. Togal-Tabletten lösen die schädlichen Bestandteile und führen eine baldige Linderung und vollständige Genesung herbei. Uebcr 6000 Aerzte bestätigen die hervorragende schmerzstillende und heilende Wirkung. Der beruhigende Effekt des Togal macht es auch wertvoll gegen Schlaflosigkeit. Stuhl Verstopfung. Geschätzte klinische Lehrer der Inneren Medizin haben selbst bei halbseitig gelähmten Kranken-mit dem natürlichen „Franz-Josefa-Bitterwasser noch die besten Erfolge für die Darmreinigung erzielt. Ul „Die Stimme“!! D-D