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Die Stimme · 1932-02-04 · Heft 213 (4.2.1932) · page 6

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Journal
Die Stimme
Volume
5 (1932)
Issue
Heft 213 (4.2.1932)
Date
1932-02-04
Page
– (sequence 6)
Language
German
Belongs to
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Se’te ft DIE STIMME Nr. 213 — 4. Februar 1932 Frmnoruppfl Matinee cfiiastmafiim. stmcnqoirtitt juitcm umr m Sonntag, den 7. Februar, */9U Uhr vormittan im Schfifer-Ktno. VI. Marlahilferstrafie Nr. 87 Karten zu S I*—, 1*50 und P80 bei Kammerrat Kohn, VI., Mariahilferstr. 101, I., Stallburggasse 4 (Spitzen* spezialhaus; und an der Kinokassa. Dr. Schlomoh Horowitz und der Lehrer Juda Meilen die Be* deutung Biaüks für die junge jüdische Generation. Bialik knüpfte in seiner, wiederholt von stürmischem Beifall unterbrochen«! Rede an die vorhergehenden Ansprachen an, indem er hervorhob, daß es dem jüdischen Wesen fernliege, sich in einem bloßen Personenkultus zu erschöpfen. Viel wichtiger war stets das Werk und nicht der Meister. Juden fragten nie nach biographischen Daten eines Jesaias. Es interessierte sie lediglich das Buch Jesaia. Bis zum heutigen Tage werden von jüdischen Gelehrten und frommen Juden Werke studiert, deren Autoren sie nicht einmal dem Namen nach kennen, da sie nur unter dem Titel der betreffenden Bücher oder auch unter Pseudonym von Generation zu Generation überliefert werden. Für das jüdische Studium war im Ursprung nur das Exakte maßgebend, die nähere Bezeichnung hingegen war ganz nebensächlich. So ist es auch verständlich, daß die jüdische Geschichtsschreibung eigentlich erst neueren Datums ist, da das Judentum viel mehr auf Schaffung historischer Tatsachen, als auf historische Forschung eingestellt war. Oewiß ist auch die historische Forschung von größter Wichtigkeit, denn ohne die Grundlage der schöpferischen Handlung ist auf das Beiwerk des Studiums nur ein Schlag ins Leere. Aehnlich verhält es sich auch mit dem hebräischen Leimen und Reden. Wenn das Hebräische nur des Hebräischen wegen gelernt wird, ohne daß diese Sprache in Mark und Bein der jungen Generation übergeht, so bleibt es nur eki Studium ohne schöpferischen Gehalt. Erez Israd ist für uns bereits zur Tat geworden und ebenso die Sprache, deren sich dieses Land hundertprozentig bedient, ln herrlichen Worten schilderte schließlich Bialik das schöpferische Leb*n der jungen Generation im Jischuw und ermahnte die Jugend, weniger zu politisieren und Theorie zu treiben, sich hingegen mehr dem Studium der gewaltigen Kulturwerte des Judentums zu widmen. Der Abschied von Blalik ri Dienstag, den 2. Februar, verließ Bialik Wien. Zu seinem 'Abschied hatten sich am Südbahnhofe zahlreiche Freunde und Verehrer eingefunden. Unter anderen erschienen: Dr. David R o t h b 1 u m, der Präsident der «Histadruth Iwrith», der Industrielle Herr D e L finer, der Präsident des Zionistischen Landeskomitees Dr. Oskar Grünbaum, bialiks deutscher Uebersetzer Dr. Emst Müller, Prof. M. Rath, ferner Vertreter der Presse. B i a I i k drückte seinen Wiener Freunden seinen tiefen Dank aus. ein Wien habe ich mich verhältnismäßig am wohlaten gefühlt. Ich arbeitete, hatte jedoch auch Gelegenheit, auszurahen.» Als der Zug sich in Bewegung setzte, sangen die Anwesenden die «Techsakna», der Dichter stand am Fenster und dankte mit Händewinken. 7n aller Ifflrae Du Gericht ln Bydgoestu (Bromberg) hat den angesehenen jüdischen Bürger Baruch Berliner, der ln der Notwehr einen Schuß auf seine antisemitischen Verfolger abgegeben hat, su anderthalb Jahren Gefängnis verurteilt m Am vergangenen Sonntag Abend blockierten, mit Stöcken bewaffnete polnische Huligans du Haus der Jüdischen Gemeinde ln Posen, ln dem eine Keren Hajessod- Kundgebung stattfinden sollte, und binderten die zur Versammlung kommenden Juden am Betreten des Gebäudes. In Detroit hat der Jude Hermann Badner eine Volksküche eingerichtet ln der täglich 1200 Arbeitslose relchllches und gutes Essen unentgeltlich erhalten. Du Wllnaer Kreisgericht verurteilte Bronlslaw 8s«- mlassko wegen Teilnahme an den antijüdischen Ausschreitungen ln Wilna zu einem Jahr Gefängnis. * Dr. Alexander Goldstein, der bekannte Pionier des Keren Hajessod. der Dr. Chatiu Wetsmann bei der Keren Hajessod-Aktion in Südafrika unterstütsen soll, Ist bereits tu Südafrika eingetroffen. Die spanische Presse tc 'lt mit daß demnächst an der CTntversttät von Salamanca ein Lehrstuhl für Hebräisch , eingerichtet wird, den der prominente Jttd. Wissenschaftler, Prof. Yahuda, früher Professor ln Madrid, jetzt ln London, elnnebmen wird. In der letzten Zelt kamen In verschiedenen Tellen Deutschlands wiederum Schändungen Jüdischer Friedhöfe vor. Alle Mascfiivtseftreibarbeitfert (Dissertationen usw.) deutsch, englisch und italienisch, veriäßKch und billig. Maximilian Lustig, Wien, IX.. Marin Thereüeratraße 0. Telephon A 14-7-86. jfus Palästina Die hebräischen Schulen noch Immer geschlossen Das Zentralkomitee des hebräischen Lehrerverbandes (Merkas hamorim) hat beschlossen, den von der Stadtverwaltung in Tel Aviv gemachten und von der Jewish Agency bereits akzeptierten Vorschlag zur Beilegung des Lohnkonflikts zwischen der Jewish-Agency-Exekutive und den Lehrern nicht anzunehmen; der Lchrerstreik dauert fort und die Schulen der Jewish Agency bleiben geschlossen. Panarabischer Kongreß in Transjordanien? «New York Times» bringt ein Telegramm aus Jerusalem, demgemäß in kurzem in der Hauptstadt Transjordaniens, Amman, ein panarabischer Kongreß zusammentreten wird. Der Kongreß werde der Frage der Sicherung der Unabhängigkeit der Araber in den Mandatsterritorien Palästina und Syrien gewidmet sein. Tödliche Unglficksffille Chaim Engel, einst der Führer der Misrachi in Lodz, der sich 1926 in Petach Tikwah als Orangenzüchter ansiedelte, wurde am 27. Jänner abends bei einem Zusammenstoß seines Autos mit einem anderen Fahrzeug in der Nähe der Chassidim-Kolonie Bnei Brak getötet. Im Dorfe Üabiet ei Carmel in der Nähe von Haifa stürzten in einem Hause Dach und Decke ein und begruben acht Mitglieder einer in dem Hause wohnenden arabischen Familie unter sich. Sechs Mitglieder der Familie wurden getötet, zwei konnten lebend aus den Trümmern gezogen werden. Großer Waldfrevel bei Nahalat tn dem dem Keren Kajenreth gehörenden Walde in der Nähe von Nahalal wurden von Frevlern 2500 junge Bäume -—. Cilli Ederer Leo Genser Wien, XX empfehlen sich als VtrlcbU. Wien, im Sehewal 5692. entwurzelt und die zur Einzäunung des Waldes gesetzten Pfähle herausgerissen und mitgeschleppt. Mehrere Beduinen wurden als der Tat verdächtig verhaftet, aber bald wieder freigelassen. Der High Commissioner weiht eine Baumpflanzung am jüdischen Neujahr der Bäume ein Der High Commissioner General Sir Arthur Wauchope begab sich am traditionellen jüdischen Neujahr der Bäume (Chamischa assar beschwat), das in diesem Jahr auf den 23. Jänner fiel, auf das Besitztum des Herrn Broza in Notza bei Jerusalem, um eine neue Baumpflanzung einzuweihen. Das Mitglied der Zionistischen Exekutive Dr. Chaim Ariosoroff begleitete den High Commissioner bei seinem Besuche der Broza-Farm. Von dort begaben sich der High Commissioner und Dr. Arlosoroff zum Besuche der Mädchen-Farm in Jerusalem und der jüdischen Kolonie Dilb (Kirjath anawim). In Dilb, verbrachte Sir Arthur Wauchope etwa eineinhalb Stunden im Gespräch mit den Chaluzim. Geplanter Bombenanschlag auch in Jerusalem? Auf dem Jaffa Road zu Jerusalem gegenüber dem Bureau des Oberrabbinats wurde am Sonntag, den 24. Jänner, eine Bombe gefunden, die, wie man annimmt, irgendeinem Anschlag hätte dienen sollen. Die Bombe wurde von der Polizei entfernt. Eine Untersuchung wurde eingeleitet. Oer Präsident des tschechoslowakischen Senates Dr. Franz Soukup Ober Palästina Die Prager «Selbstwehr» veröffentlicht Ende dieser Woche eine Sonderausgabe über das Werk des Keren Hajessod, die unter zahlreichen Kundgebungen führender jüdischer und nichtjüdischer Persönlichkeiten der Tschechoslowakei auch eine Kundgebung des Präsidenten des tschechoslowakischen Senats und führenden Mitgliedes der tschechoslowakischen Sozialdemokratie Dr. Franz Soukup enthält. Soukup schreibt: Wir in der Tschechoslowakei verfolgen mit dem höchsten Interesse die Entwicklung der Kolonisationsarbeit in Palästina und wünschen dem großen Werk der Regeneration aus ganzem Herzen volles Gelingen. Denn mit Erstaunen und Bewunderung sehen wir heute auf alt das, was in den letzten zehn Jahren in Palästina geschehen ist und es erscheint uns wie ein modernes Wunder. Es wächst ein neues Palästina jüdischer Bauernarbeit als wichtige Etappe in den internationalen Weltbeziehungen. Ein Palästina, das auch den versklavten arabischen Fellachen Freiheit bringt, ein Land des Friedens, der Arbeit, der sozialen Gerechtigkeit. Die bisherigen Erfolge sind ein Beweis dafür, daß diese Arbeit nicht nur .gerecht, sondern auch erfolgreich geführt werden wird, und wir sind eines mit der Kulturmenschheit in der Hoffnung, daß | die neue, gesunde, bewunderungswürdige und heroisch« Generation des jüdischen Volkes in Palästina in ihrer Ent* Wicklung gesichert werden and für immer ein Pfeiler sein wird, der die Weltzivilisation im Kampf um eine neue, bessert Gesellschaft und wahre Humanität stutzen wird. Das Budget der Warschauer jüdischen Gemeinde Warschau, 29. Jänner. (J. T. A.) In der letzten Sitzung der Repräsentanz der Warschauer jüdischen Gemeinde wurde über die Budgetvorlage für das Jahr 1932 abgestimmt. Die Budgetsumme beträgt 5,186.074 Zloty. Die zionistische Fraktion hat sich zum Protest gegen die Nichtannahme ihrer Vorschläge an der Sitzung nicht beteiligt. Das Mitglied der Volkspartei Finkeistein erklärte, daß er gegen das Budget stimmen werde, in welchem die religiösen Bedürfnisse zu 60 Prozent berücksichtigt, die sozialen Institutionen hingegen vernachlässigt sind. Die Vorlage wurde schließlich mit neun Stimmen gegen eine Stimme angenommen. Nach der Gründung des American Palestine Committee London, 26. Jänner. (J. T. A.) Die Exekutive der Jewish Agency hat Herrn Emanuei Neumann zur Vollendung der Gründung des American Palestine Committee telegraphisch beglückwünscht und ihn ersucht, der Leitung des American Palestine Committee den Dank der Exekutive für die wertvolle Unterstützung, die das Komitee der zionistischen Sache leisten will, zu übermitteln. Irak ein unabhängiger Staat« Genf, 29. Jänner. (J. T. A.) Der Rat des Völkerbundes hat in einem Beschlüsse seine prinzipielle Bereitschaft erklärt, die Beendigung des englischen Mandats über den Irak zu verkünden, so daß dieses Land seine volle Unabhängigkeit erhält. Der Rat setzte ein Sonderkomitee zur Ausarbeitung eines von der Irak-Regierung zu unterzeichnenden Statuts ein, demgemäß der Irak die Verpflichtung übernimmt, Ober die Rechte und die Sicherheit der Minderheiten zu wachen. Im Verlauf der Sitzung stellte Lord Cecil fest, daß im Irak religiöse Toleranz herrscht und daß dort Moslemiten, Juden und Christen friedlich nebeneinander leben. Der « Gerer Rebbe" In Palästina eingatroffen Jerusalem, 29. Jänner. (J. T. A.) Rabbi Alter aus Gura-Kalvarj’a, der berühmte «Gerer Rebbe», ist am 28. Jänner in Begleitung seiner Frau» Seiner drei Söhne, seines Bruders und des Agudäh- Führers Isaac Mayer Levin in Haifa eingetroffen. Aut allen Teilen Palästinas trafen in Haifa Chassidim ziir Begrüßung des Rabbi ein. Der Rabbi verbringt den Sabbath in Haifa und begibt sich am Sonntag nach Jerusalem. Unwahrheiten In der Ausgabe des «Haaretz» vom 6. Jänner spricht sich im Leitartikel der Chefredakteur Dr. M. Gickson in starken Worten gegen Jabotinskys Rede auf der revisionistischen Konferenz in Warschau aus. Die Revisionisten haben die «wahren und weisen Worte» ihres Führers in alte Weit hinaus verbreitet. Als ferner die Leiter der Zionistischen Organisation in England es für notwendig hielten, einen Brief an die «Times» zu richten, in dem Jabotinskys Rede zitiert wurde, und in dem sie jede Verantwortung für diese Rede von sich abwälzten, sandte auch die Exekutive der revisionistischen Organisation einen Brief an die «Times», in dem sie schrieben, sie hätten Weizmann gestürzt und bei den Kongreßwahlen hätten sie mehr Stimmen erhalten als jede andere Partei usw. Diese revisionistischen Angaben entbehren jeder Grundlage. Die Revisionisten hatten auf dem Kongreß zirka 20 Prozent aller Sitze, gewiß eine große Zahl, viel zu groß für die ideologische Bedeutung der Partei. Es ist aber unwahr, daß ihr System die zionistischen Massen gewonnen hat. Die großen Prüfungen, durch die der Zionismus in den letzten I strtno rituelles Privat vorzügn» < CÜ6 KiiClIO. Auskunft: Ungar, II., Malz* gasse 2, Tür 14, Telephon A 47-8-86 A$0^

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