Mannheim
Compact Memory

Die Stimme · 1932-01-28 · Heft 212 (28.1.1932) · page 7

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Stimme
Volume
5 (1932)
Issue
Heft 212 (28.1.1932)
Date
1932-01-28
Page
– (sequence 7)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
92% known words query
IRI
…/3053752-3053963-3053967--2773-3058216
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

4 entity mentions

Nr. 212 — 28. Jänner 1932 DIE STIMME Sette 7 Literatur/ Kami / Theater Kleines jemenitisches Müdchen... Matinee Sarah Osnath Halevy im Theater In der Josefstadt Sarah Osnath Halevy tanzt. Sarah Osnath Halevy singt. Tanzt? Singt? Tänzerin und Sängerin, wie wir sie gewohnt sind zu sehen und zu hören? Oder eine Vortragskünstlerin von ureigenster Note und Art? ♦ Sie zaubert uns die Märchenwelt des Orients vor Augen. Eine kleine jüdische Scheherezade aus Jemen erzählt uns die Wunder aus der jüdischen Tausendundeinernacht. Erzählt uns? Erlebt sie immer wieder, schenkt uns die Illusion der Wirklichkeit, verkörpert die Realität der fernen, hinter Meeren und Bergen lebenden Legenden. Ein kleiner, schmächtiger Mädchenkörper, in dem das Feuer einer großen Kunst loht. Manchmal haben wir Angst: Zu groß, zu mächtig ist die Glut, die in diesem kleinen zuckenden Herzen wohnt... * Sarah Osnath Halevy... Wir wollen sie nur Osnath nennen. Zu dieser wundersamen Blume des jüdischen Orients paßt dieser biblische, nicht banalisierte Vorname besser, als jeder andere. Wenn es gestattet ist, Namen einen Duft zuzumuten, dann hat gerade dieser jenen sonderbaren, fremd-nahen, duftenden Reiz der geliebten und verstandenen Exotik. ' * Ein jemenitischer Jude sehnt sich nach Erlösung und Palästina; eine schwermütige spaniolische Schönheit singt ein Liebeslied; ein palästinensischer Araber singt ein groteskes Lied; ein Tel-Aviver Kind schläfert seine Puppe ein; ein aus j$men nach Palästina1 eihgewaridertef! jude freut. sich über die Herrlichkeit* det frebräisehen Stadt am Mitfelmeer.;. Das ist immer wieder Osnath. fh jedem ICöstüm, bei'jeder Musikbegleitunguhd dem Vartragen jedes Liedes anders; ein Kind, eine Frau, ein Mann, ein Jude, ein Araber und doch immer wieder sie selbst: die Künstlerin. * Es ist eine zarte Kunst, die sie uns bietet. Kleinkunst in Vollendung. Die Taufrische des Hohenliedes glaubt man auf ihrem schwarzhaarigen Haupte zu spüren. Die Glut der Sulamith lebt in ihren unergründlichen Augen. Die Hände führen ein eigenes seelisches Leben. Das Spiel der Hände ist nicht nur ehre Begleitung ■ des künstlerisch abgerundeten Vor-* träges, sondern eine Leistung an und für sich. Vielleicht spiegelt sich in ihren langen, schmiegsamen Fingern die bebende Künstlerseele am deutlichsten! * . Es ist beim besten Willen unmöglich, eine Kritik, eine Schablonenkritik über Osnaths Matinee zu schreiben. Der Vorhang geht auf und gewährt uns Einblick in eine andere, eine fremde und bezaubernde Welt. Ein kleines jüdisches Mädchen führt uns in diese Welt ein. Sie schafft uns mit ihrer Kunst die nUi^ion .dieser Welt; Wir haben;elrt Erlcbhls und sind iJääkbär;' l"; r? *'v‘ Df. Sem Wolf „Schmates“ mit Paul Baratoff Jüdische Künstlerspiele. ' Leiwiks «Schmates» ist ein Tendenzstück von verschwommenen Konturen. Ist es der Klassenkampf, dem der Dichter in greller, allzu greller Realistik durch Vorführung einer Werkstätte mit einer Galerie abgehärmter, schweißtriefender Abfälle des Proletariats in der Staubmasse der «Schmates» Ausdruck gibt? Oder ist es das ewige Problem feiner; menschlichen Kreatur, die aus dem Osten nach Amerika verschlagen, allmählich auf der Stufenleiter der gesellschaftlichen Ordnung bis zu den «Abfällen» hinabgleitet? In der Gestaltung des Mordche Maso durcn Baratoff rückt jedoch die eigentliche Problematik auf den zweiten Plan. Es ist die Persönlichkeit des großen Schauspielers, die erst der zweideutigen Hauptfigur des Dramas wahrhaft tragische Zerrissenheit und urjüdische Eigenart verteiht. Das alte, abgehärmte Haupt der jüdischen Familie, dessen Stolz aufs tiefste verletzt wird durch eine eheliche Verbindung seiner Tochter mit dem Sohne seines Chefs, die ohne sein Wissen und ohne seinen Segen zustande kam, beu'gt sich widerspruchslos vor dem Schicksal. Er gibt-den aussichtslosen Kampf auf, doch er bewahrt . sich, den unbeugsamen Stolz eines Juden, der in der Fabrik wohl, nichts mehr, als Abfälle verarbeitet, doch in seinen vier-Wänden Ahne eines uralten Volkes bleibt und in den Mußestunden aus dem 'Talmud Trost und Mut schöpft. Aus dieser grandiosen Gestaltung heraus wird erst die Einstellung Masos verständlich, der in dem Streik nur den Ausdruck einer Rebellion erblickt, der durch den Staub der «Schmates» auch in Sand verlaufen muß. So adelt Baratoff durch sein hoheitsvolles, eindringliches und dabei durch Natürlichkeit hervorstechendes Spiel den Träger der Hauptrolle und beherrscht auch rein körperlich vier Akte hindurch die Bühne. Das glänzende Spiel Baratoffs reißt auch sichtlich das ganze Ensemble mit. Schon lange sahen wir auf dieser Bühne kein solches Zusammenspiel hervorragender Schauspieler. Das Gezanke in der Werkstätte, der Chor der Arbeiter, der von Wut und Ohnmacht Uberströmt, der Streik, der auf offener Bühne in hündische Reue ausartet, gehört wohl zu den stärksten Eindrücken der jüdischen Schauspielkunst. Es wäre ungerecht, nur Einzelne hervorzuheben, denn alle gaben Ihr Bestes her. Wir wollen jedoch Herrn Zelniker nennen, der durch seine eindringl;che Sprechweise und groteske Komik besonders auffiel, ferner die Herren Sega!, P r e i ß, die Damen Szlifkowicz, Sigal, Meiseis, die diesem an sich unbedeutenden Stück erst Farbe und wirkliches Leben verliehen. t Abend jüdischer Kunst —- Vorlesung Oskar Neumann Einen Genuß besonderer Art bot einer zahlreichen Zuhörerschaft der am 25. Jänner vom jüdischen Kulturbund im Festsaal der «Mirjam» veranstaltete Abend jüdischer Kunst; Den musikalischen Teil des Abends bildete eine Suite für Klarinette und Streichquartett von J. Engel, fünf Klavierstücke von J. Stutschewsky und ein Streichquartett von J. Brandmann. Die in diesen Werken verkörperte neujüdische Musrk, die von dem Quartett Brandmann, H. Levitus (Klarinette) und K. Buchholz (Klavier) in mustergültiger Weise zu Qehör gebracht wurde, verfolgt die Tenden2, alte Motive jüdischer Volksmusik mit den Oesetzen und dem Charakter moderner Musik in Einklang zu bringen, eine moderne jüdische Kunstmusik zu schaffen. Solche musikalische Darbietungen, die leider nur selten gehört werden, müssen von jedem, der an der Entwicklung jüdischen Kulturlebens Anteil nimmt, warm begrüßt werden. Neben den musikalischen Vorträgen brachte der Abend jüdischer Kunst eine Vorlesung Oskar Neumanns aus eigenen Werken. Oskar Neumann, der in Bratislava lebt, ist bei uns noch wenig bekannt, und doch bedeutet die Bekanntschaft mit diesem jüdischen Dichter ein tiefes Erlebnis. Begeisternd und selbst begeistert, ergreifend und selbst ergriffen, las Neumann aus seinen Gedichten, die uns den Dichter selbst, sein Denken und Fühlen zeigen. Ob er nun pazifistische, sozialistische, zionistische oder reine Lyrik bringt, immer spricht aus seinen Gedichten der warmfühlende idealistische Mensch, der sich nach dem Glück der Menschheit und inneren Freiheit sehnt. Die Sprache der Gedichte ist stark und ausdrucksvoll, von hinreißendem Rhythmus und melodischer Bewegung. Im zweiten Teil des Abends brachte Neumann Proben aus seiner Prosa, einen Abschnitt aus seinem noch unveröffentlichten palästinensischen Reisetagebuch und die entzückende Skizze aus Karpathorußland «Awremele». Oskar Neumann, der sich an diesem Abend zum erstenmal dem Wiener Publikum vorstellte, hat in seiner zahlreichen Zuhörerschaft den aufrichtigen Wunsch erweckt, ihn bald wieder und in einem größeren Rahm''-’ hören H. L. yiotixen Gastspiel Dr. Paul Baratoff (Bon Zwi) in den jüdischen Künstlerspielen, IL, Praterstraße 34. Infolge des großen, Interesses, welches das Wiener jüdische Publikum dem Gastr spiel Paul Baratoffs entgegenbringt, hat sich die Direktion bemüht, und es ist ihr auch gelungen, Dr. Baratoff für die Verlängerung seines Gastspieles zu' gewinnen. Dieser Umstand trägt viel dazu bei, das Niveau des jüdischen Theaters in Wien zu lieben. Ab Freitag, 29. d. M., gelangt Ernst Tollere „Hinkemann“, Schauspiel in 6 Akten, zur Aufführung. Die Hauptrolle kreiert Dr. Paul Baratoff. Es wirken ferner mit: Frl. Ola Schlifkowitz, die Herren Zelniker, Michael Preis, Sigal, Lehrer, Weißmann, Herschkowitz. Karten sind an der Tages- und Abendkasse erhältlich, telephonische Reservierungen unter Nr. R 40-0-94. Wochenspielplan: 29. Jänner bis 1. Februar: „Hinkemann“; 2. Februar: „Schmates"; 3. Februar: „Der Fremde“; 4. Februar: „Hinkemann“. Wohltätigkeitskonzert zugunsten der Notstandsaktion der Israelitischen,Kultusgemeinde. Sonntag, 24. d. M., fand im .Großen Konzerthaussaale zugunsten der Notstandsaktion der Israelitischen Kultüsgemeinde ein Konzert statt, welches sicSh .eines ausgezeichneten Besuches erfreute.. Professor .Julius I s s e r 1 i s brachte in gewohnter Meisterschaft eine Reihe von KlavierpLecen zum Vortrag; Kurt Fuchsgelb erwies sich durch den Vortrag einiger jüdischer Kompositionen als ganz hervorragender Geiger, der es unter Vermeidung aller Mätzchen versteht, die Zuhörer durch sein innig beseeltes Spiel zu fesseln. In der zweiten Abteilung des Konzertes bewährte er sich, insbesondere durch den Vortrag einer Paganini-Sonate, als brillanter Techniker. Wir hoffen, Fuchsgelb öfters auf dem Konzertpodium begrüßen zu können. Oborkantor Igno Mann errang schon durch den Vortrag von Silberts „En Komaucho“ stürmischen Beifall, der sich bei den folgenden Vortragsstücken, insbesondere den in der. zweiten Abteilung gebrachten italienischen Arien, steigerte und zu langanhaltenden. Ovationen führte. Mann verfügt über einen hellen Tenor von großem Umfang und einer besonders leuchtenden Höhe. Sein Beicanto könnte vielen berufsmäßigen Konzertsängeru zum Vorbild dienen. Es war ein ausgezeichneter Abc ml, der unseren armen MitbrUdern hoffentlich einen großen Beitrag zur Linderung ihrer Not gebracht hat. Der dritte Kammermusikabend des Vereines zur Förderung jüdischer Musik findet im Saale der „B'nai Brith“, IX, Universitätsstraße 4, am Sonntag, 31. d. M., halb 6 Uhr, statt. Es wirken mit: Paula Rottenstein, Gesang; Jakob Gimpel, Klavier; Dr.-Erich Simon, Klarinette; das Galimlr- Quartett: Felix Galimir, 1. Violine; Advlonne Galimir, 2. Violine; Ren6 Galimir, Viola; Marguerito Galimir, Cello. Das Programm enthalt Werke von Alexander Krein; .Klaviersonate; Joachim Stutschewsky :; Palästinensische Skizzen für Klavier (Uraufführung); M. Stillmann: Jüdische Melodien für Klarinette (Uraufführung); Shitomirsky: Die Melodie des Rabbi, für Streichquartett; Engel: Suite für Klarinette und Streichquartett. Jüdische Bühne, II., Praterstraße 60 Freitag, 29. Jänner 1932, FestvorsteUung Zum 250. Male Die rumänische „Chasene“ mit Oisa Haiden in der Hauptrolle Sonntag */$4 Uhr große Kindervorstellung mit Gratisgescheiiken Zwiihundertfünfzlgmal „Die rumänische Ghssene'*. In der Jüdischen Bühne, II., Praterstraßo 60, gelangt kommenden Freltpg lm Rahmen einer Festvorstellung die Operette „D i er um änische Chasene“ mit Gisa Heiden »um 260. Male sur Uraufführung. Samstag, den 20. d. M. gelangt die Komödie „Träume der Liebe“ sur Aufführung, Dieses Stück wird auch Sonntag halb I Uhr im Rahmen einer Kindervorstellung gespielt Sonntag. 21. d. M., halb 9 Uhr: „Die rumänische Chasene; Dienstag, 2. Februar: „Die rumänische Chasen e"; Mittwoch, 2. Fe* bruar: „Träume der Liebe“. Das Programm das Nauen Jüdischen Theaters, II., Ta, boratraße 12, umfaßt kommende Woche einige mit viel Er. folg gespielte Stücke, und zwar: Freitag, 29. d. M.: „Kreutzersonate"; Samstag, 30. d. M.: „Pajatsen« Liebe“; Sonntag, 21. d. M., halb 4 Uhr; „Unser Re* beniu“, halb 9 Uhr: „Dem Tatea Töchter)“; Dlens* tag, 2. Februar: „Die verschämte Kaie". VolkstÜm, liehe Preise. Der Chorvarband „Hasimrah" der Wiener Vereins* tempelsänger . veranstaltet Ende Februar d. J. gemeinsam'; mit der Wiener jüdischen Konzertvereinigung (zusammen hundert Chorsängerinnen und Chorsänger) ein .großangelegtes Konzert unter freundlicher Mitwirkung bedeutender' ausländischer Kantorei!; 2ar Aufführung gelangen in Wted noch nicht .‘gehörte Werke berühmte^ ' jüdischer Ktimponisten. Das Reincrtägnis soll zur Gänze zugunsten -einer- Winterhilfe für die durch die außergewöhnlichen Sparmaßnahmen am schwersten betroffenen Vereinstempelstnger verwendet werden. Ala jüdischer Vagabund durch Spanien, Portugal Und Marokko. In der Angestelltenvercinigung „Emunah“ las ein jüdischer „Vagabund“, Hans Hacker, vor einem interessierten Publikum Fragmente aus seiner Reportage „Als JÜdi« scher Vagabund durch Spanien, Portugal und Marokko“. Durch seine Darstellung verschiedener Gestalten, die er in Barcelona und Umgebung kennen lernte, erzielte der Redner großen Beifall. Der junge Schriftsteller beabsichtigt, das an Ausschnitten aus dem dortigen jüdischen Leben der Gegenwart reiche Manuskript als Erstlingswerk demnächst za veröffentlichen. Ein Verleger, der sich der Arbeit Hans Hackers annehmen würde, könnte sich dadurch den Dank der jüdischen Oeffentlichkeit erwerben. Ueber seine Erlebnisse in Portugal und Marokko wird Hacker am 12. Februar sprechen. Der junge jüdische Bariton Leon Israelowioz singt bei der am 30. Jänner 1932 im Cafö „Lovrana“, Wien, IIL. Löwengasse 36 stattfindenden Akademie des „Vereins der" Zbarazer ln Wien“ hebräische und jüdische Volkslieder. , Moritz Gottlieb-Ausstellung in Krakau. Im Städtischep- Nationalmuseum in Krakau findet im März dieses Jahren eine Gedächtnisausstellung des vor einem'halben Jahrhundert lm 23. Lebensjahr verstorbenen genialen Matejko- Schülers Moritz Gottlieb statt Gottlieb, der auch in Wien, München, Budapest, Prag und Rom künstlerisch tätig war; hat trotz sehr kurzer Lebensdauer eine erstaunliche Reihe von hervorragenden Gemälden hinterlassen (Christus im Tempel, Betende Juden, Uriel Acosta, Shylock und Jessika u. a.), Hauptstücke mancher öffentlicher und privaten Sammlungen. Aus Anlaß der Ausstellung wird auch an die Veröffentlichung einer KUnstlermonographie.Go.ttlipbs geschritten. Julius Levin — 70 Jahre. Am 21. Jänner vollendete der* hervorragende Berliner •Schriftsteller; Xfit- und 'GefigfeTttbatte?1 Julius Levin sein 70..Lebensjahr. Er.'wuVde ää:Elbin&~g8Ö&rfei£ schrieb zuerst Kunstbetrachtungen, später, .hauptsächlich Romane, von denen, besonders der jüdische Roman. „Zweie;', und der liebe Gott“ (1919), der die religiöse Verwirrung eines; jüdischen Kaufmannes in einem deutsch-polnischen LancU. städtchen schildert, sowie die Romane „Das Lächeln des Herrn von Golubice-Golubicki“ (1916), „Die Großfürstin“ (1921) und „Wehrmann Ismer“ besondere Beachtung gefunden haben. Auch seine Leistungen im Geigenbau wurden in Fachkreisen anerkannt Als Kritiker trat er für die Dichter Hermann Stehr, Emil Straus, Oskar Loerke u. a. in, energisch ein. Eine hebräische Stenographie, ln Jerusalem erschien ein hebräisch-stenographisches Ktirzungs Verzeichnis unter dem Namen „Elef klzüre milim lisstenografia iwrit“. Das Verzeichnis enthält 1000 Kürzungen für häufige Worte und Wortverbindungen im HcbräiBchen. Verfasser ’ ist' Herr J. Maimon, der Anfang 1930 einen Lehrgang der hebräischen- Stenographie herausgegeben hat. Jüdische Kuriositäten aus Amerika (Nach amerikanisch-jüdischen Zeitungen.) Fräulein Hilde Holovsky, 15 Jahre alt, Wiens Champion im Eisläufen, kommt zur Winter-Olympiade nach Amerika. Hilde liest mit Vorliebe jiddische Zeitungen. Bei jeder Konkurrenz trägt sie an ihrem Sweater eine Mesusäh. * Der geschmackvollste jüdische Sänger und Vorbeter, Kantor Pintschik, singt Freitag in der Sberith Israel. D’Lub Synagogue und gibt am 17. Jänner ein Konzert im Ivanhoe- Tempei. Mitwirkend: Sylvia Teil und ein Ballett. Russische und ungarische Tänze in Originalkostümen. * Gus Löwenberg fertigt mehr Menschen ab als irgend, jemand in der.Welt. Er feierte kürzlich sein fünfundzwanzigstes; Jubiläum als Perronwächter der .Untergrundbahn-Station Times Square,. . . . Ernest H. Schiff; der kürzlich in; London starb, war ein Neffe von Jacob Schiff; Er War der einzige in der Familie Schiff, der einen Witz in jiddischer Sprache erzählenkonnte. * . - Der Untergrundbahn-Erbauer Sanruel RoSoff gab im Alamac-Hotel in Miami ein Diner. Der Saal war als Untergrundbahn-Station dekoriert. Die Idee enstammt dem einfallsreichen Gehirn des Hotelbesitzers Walter Jacobs, eines Mitgliedes deir bekannten Hoteliersfämilie Jacobs, die streng koschere Hotels in Lake Hopatvong und Miami führt. Im Alamac-Hotel trainierte übrigens auch der gewaltige Boxer Primo Carnera bei ausschließlich koscherer Verpflegung. * Der bekannte jüdische Fußballklub Hakoah verlor in dieser Saison die Meisterschaft, weil seine Spieler auf jedes Spiel Wetten abgeschlossen hatten und infolge dessen zu nervös waren, um scharf zu schießen.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.