Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 5 (1932)
- Issue
- Heft 212 (28.1.1932)
- Date
- 1932-01-28
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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DIE STIMME Seite 2 Nr. 212 — 28. Jänner 1932 .. .. 1 ■"* «He dem Diner in Washington am 17. Jännerr das die Förderung dieses Unternehmens zum Ziele hat, bei* wohnen werden, meine herzlichen Grüße übermitteln.» Neuman verlas dann auch eine Botschaft von Na* hum Sokolow, Präsidenten der Zionistischen Weltorganisation und der Jewish Agency, der infolge seiner Teilnahme an einer Konferenz in New York, die der Förderung der finanziellen Kampagne der Jewish Agency dienen soll, nach Washington zu kommen verhindert war. Die Versammlung nahm eine Entschließung an, ln der das Ziel des American Palestine Committee ungefötr wie folgt definiert wird: Unterstützung des Aufbaues des Jüdischen Nationalheims; Hilfe zu wirksamer Erfüllung der Mandatsbestimmungen betreffend das Jüdische.Nationalhelm in Palästina; Verbreitung genauer Informationen über das Aufbauwerk jifld dessen Fortschritte zwecks Unterrichtung der amerikanischen öffentlichen Meinung. Der Vorsitzende Senator King teilte mit, daß das American Palestine Committee schon ln ganz kurzer Zelt eine zweite Sitzung abhalten wird, um die Organisation auszubauen und die Beamten zu wählen. Bis Jetzt haben die folgenden Persönlichkeiten ihren Beitritt zum American Palestine Committee erklärt: Landwirtschaftsminister Arthur Hyde, die Senatoren Borah, Walter, George (Georgia), Wagner (New York), King (Utah), Lafollette (Visconsin), Vandenburg (Michigan), Watson (Indiana), der Führer der republikanischen Majorität Im Senat Wheeler (Montana), ferner die Mitglieder des Repräsentantenhauses Raitiey (Illinois), Führer der Majorität des Repräsentantenhauses, Linthicum (Maryland), Kvale (Minnesota), Chindblum (Illinois), Luther (Texas), Johnson (Texas), Tilson (Connecticut), schließlich Ünterstaäfssekretär James Rogers, der Anwalt des Staatsdepartements Gleene Hockworth, der stellvertretende Oberstaatsanwalt der Vereinigten Staaten John Lord O'Brien, der Direktor der Carnegie-Stiftung für Internationalen Frieden James Nerown Scott, das weibliche Kongreßmitglied Ruth Owen, der hervorragende Siediungsfachmann Prof. Dr. Elwood Mead u. v. a. : Ihre schriftliche Zustimmung zum Beitritt sandten Oberst Edward House, der intimste Freund und Mitarbeiter des verstorbenen Präsidenten Wilson, der berühmte Schriftsteller Theodore Dreiser, Mary E. Woolley', die-Delegierten der Vereinigten Staaten auf der Genfer Abrüstungskonferenz, der Gouverneur des Staates Illinois Emerson, der Gouverneur des Staates ^NeWiHampshite* Winntfnf, der Gouverneur von Maryrbtiid: Ritchle,' ' der Gouverneur: von Wisconsin Philip - Laf oßette,:' der Gouverneur von Pennsylvania Pinchot ynd der- Gouverneur: von* Minnesota* Olsen.?;. Hie viel luden leben in Palstina? Dr. Arüittr Ruppin erklärt, daß die in der Volkszählung* ermittelte Zahl von 175.006 Juden ln Palästina zti gering bemessen Ist Dr. Arthur Ruppin faßt im „Haaret/» die Ergebnisse der Volkszählung wie folgt zusammen: Die Zahl der Juden "beträgt nach den ersten Zählungsergebnissen 175.006, d. s. 16.9 Prozent der Gesamtbevölkerung, gegenüber 83.794, Ü. s. 11.7 Prozent im Jahre 1922. Dabei ist die jetzt ange- ’ gebene Zahl von Juden wahrscheinlich kleiner als in Wiirklich- ' fceit, und zwar aus folgenden Gründen: a) Viele ohnefesten Wöhrtsitz'herumwandernde orientalische Juden wurden von 8ir Zählung nicht erfaßt; b) eine Reihe von Leuten haben sich' der Zählung aus politischen Gründen willkürlich ent- Zogen; c) in der Rubrik «Andere» gibt es sicherlich auch eine Reihefvöft Juden, die sich nicht ala zur jüdischen Religionsgemeinschaft gehörig gemeldet haben; d) eine größere Zahl von Juden, besonders Studierende, befindet sich zurzeit außer Landes. 1922 wurden in Haifa 6230 Juden gezählt, d. s. 25.3 Prozent der gesamten Haifer Bevölkerung, 1931 dagegen 15.995, d. s,-31.6 Prozent. 1922 wurden die Juden von Tei-Aviv zusammen mit denen von Jaffa gezählt. Ihre Zahl betrug damals in beiden Städten zusammen 20.152, jetzt beträgt dieselbe 52.739, was einen Zuwachs von 161.2 Prozent bedeutet. Von diesen 52.739 Juden wohnen 45.607 in Tei-Aviv (99 Prozent, der Gesamtbevölkerung von Tel-Aviy) und in Jaffa '7231, d. s, 13.9 Prozent der Gesamtbevölkerung von Jaffa. in Jerusalem hat .die Zahl der jüdischen Einwohner in geringerem Maße zugenommen, als in! Tei-Aviv und Haifa. 1922 wurden in Jerusalem 33.97i Juden gezählt. 1931 dagegen 51.416, was einer BevölkerungszunaHme von 514 Prozent ' entspricht. Öie Juden machten hier .1922 45.3 Prozent der Geiamtbfevölkerung aus, 1931 dagegen 56.9 Prozent. Dabei sind Wahrscheinlich viele der in Jerusalem lebenden orientalischen Juden von dfer Zählung nicht erfaßt worden. ln Tiberias stieg die Zahl von 4427 im Jahre 1922 auf '5260 fm JahreT931, also um 18.8 Prozent. In Safed, wo noch ^ör'30 Jahren etwa 10.000 Juden lebten, ist ihre Zahl, die 1922 noch 2986 betrug, auf 2539 zurückgegangen, also um weitere 15 Prozent, ln Akko ist die Zahl der Juden seit Gründung der Zündhölzerfabrik von 78 im Jahre 1922 auf 235, also unr 301 Prozent, gestiegen. In Beth Schaan stieg die Zahl der Juden von 41 auf 89. — In Nazareth sind die Verhältnisse fast die gleichen geblieben wie 1922. — In Hebron, Gaza, Beerschewn und Ramalla fiel die Zahl der Juden fast bis auf Null, was <. ic Folge der Ueberfälle von 1929 ist, — In den übrigen Städten Palästinas gibt es unter insgesamt 55.576 Einwohnern nur 28 Juden. In allen 23 palästinensischen Städten zusammen gibt es 128.541 Juden, d. s. 32.9 Prozent der Gesamtbevölkerung dieser Städte, gegen 68.622 im Jahre 1922, d. s. 26 Prozent. — 127.947, d. s. 91.5 Prozent der städtischen Juden, leben in Jerusalem, Tei-Aviv, Jaffa, Haifa, Tiberias und Safed;. in den Übrigen .17 Städten nur 592, d. s, 0.5 Prozent. In.Jerusalem, Tel-Aviy und Tiberias bilden die Juden die Majorität der . Bevölkerung. Größer als in den Städten ist verhältnismäßig die -Zu- . nähme der jüdischen Bevölkerung auf dem Lande. Hier stieg ihre Zahl von 15.172 (1922) auf 46.465 (1931), also um 206.3 Prozent. Ihr Anteil an der ländlichen Bevölkerung stieg also von 3.1 Prozent auf 7.2 Prozent. Von der gesamten jüdischen Bevölkerung des Landes wohnen 26.5 Prozent in den Dörfern (gegen 18.1 Prozent im Jahre 1922). Oer Faiastina-Landentwicliluiiosplan Der erste Teil des French-Berlchtes fertlggestellT. — Eine Mitteilung des Kolonialamtes an die Jüdische Telegraphen- Agentur. London, 22. Jänner. (J. T. A.) Der Direktor des Palästina- Landentwicklungsplanes Herr Louis French hat den ersten Teil seines Berichtes, der einen allgemeinen Umriß der landwirtschaftlichen Entwicklung Palästinas enthält, fertiggestellt Großneischhauerel I S1EGM. KORNMEHL Zentrale IX, Berggasse 1*», fei. A l /-3-u9u. A16-9-34 I Lieferant für Heilanstalten Abteilungen fön unter Aufsicht des Ehrwürdigeu Kaöbinats der Israelitischen Kultusgeraeinde Wien \utozusfelliino Kostehio« . IX, Bersrgasse V XVIli Wähfingerstraße BU und dem Kolonialamt überreicht. Das Kofonialamt ermächtigt die Jüdische Telegraphen-Agentur zur Verbreitung einer Mitteilung, die besagt: ' . - Der Bericht des Herrn Frerich ist vörlöüügeft undallgemeinen Charakters; French wird in Kürze einen zweitefUBtricht fertiggesteUen,1 der -’.spezifierte Vorschläge 'enthalten Wird. Sobald der zweite Bericht vorliegt, werden'beide Berichte durch den High Commissioner der Jewish Agency und der Arabischen Exekutive in Palästina unterbreitet werden, damit diese Körperschaften — gemäß der in der Regierungsdepesche betreffend den Landentwicklungsplan festgelegten Prozedur —• Gelegenheit erhalten, ihre Bemerkungen zu dem Bericht zu machen, Die Regierung wird keinerlei Beschluß fassen, bevor nicht die beiden Berichte des Herrn French zusammen mit den erwähnten Bemerkungen und ferner den Empfehlungen des High Commissioners in'eingehende Erwägung gezogen worden sind. Bis dahin müssenalle Mitteilungen über den angeblichen Inhalt des Berichtes' des Herrn French als reine Spekulation und als gänzlich unautorisiert angesehen werden. Diese Mitteilung des Kolonialamtes bezieht sich offenbar auf eine in der letzten Nummer des «Jewish Chronicle» erschienene Meldung, die besagt, daß der Bericht Frenchs, der nicht zur Veröffentlichung bestimmt sein soll, dazu angetan sei, in den Kreisen der Jewish Agency und der arabischen Exekutive große Bestürzung hervorzurufen, da Herr French sich über das Thema Arabischer Föderalismus und jüdisch-nationale Aspirationen sehr scharf ausläßt. Hauptthema seines Berichtes sei die angebliche Entsetzung arabischer Bauern und Pächter. Der Bericht enthalte einen ironischen Kommentar zum Thema Jüdisches Nationalheim und seine möglichen bösen Wirkungen auf den arabischen Bodenbesitz. Eine seiner Prämissen sei, daß die jüdische Einwanderung nach Palästina eine ernste Drohung für die arabische Landwirtschaft bedeutet, weshalb die jüdische Einwanderung weiter beschränkt werden sollte. French mache sich die Ansicht Sir John Hope Simpsons zu eigen, daß der für Kultivierung verfügbare Boden gering an Umfang sei, weshalb ejne Verordnung, betreffend Beschränkung der Bödenübertragung erlassen werden sollte. «Jewish Chronicle»". kündigte an, der Berieht werde, wenn, er in seiner jetzigen' Form je das Licht der Oeffentlichkeit erreichen sollte, eine noch größere Ueberraschung als der Simpson-Bericht hervbrrufen. Bei Menschen mit unregelmäßiger Herztätigkeit schafft ein Glas natürliches «Franz-]osef»-Bitterwasser, täglich früh nüchtern genommen, müheloseh, leichten Stuhlgang. Erhältlich in Apoth. u. Drogerien. Zweieinhalb Millionen Dollar für Palästina New-Yofk, 19. Jänner (J. T. A.) Am 18, Jänner fand Im Hotel Astof unter dem Vorsitz von Morris Rothenberg und unter Teilnahme des Präsidenten des American Jewish Committee und des Administrative Committee des Jewish Agency Dr, Cyrus Adler, des Präsidenten des Joint Foreign Committee Felix M. Warburg und anderer prominenter amerikanischer Nichtzionisten, die der Jewish Agency angehören, die Nationalkonferenz des Keren Hajessod statt, der 600 Delegierte, Zionisten und Nichtzionisten, aus allen Teilen der Vereinigtet!: Staaten beiwohnten. Es wurde beschlossen, tm Verlaufe des Jahres 1932 2,500.000 Dollar für die Fortführung desr jüdischen Aufbauwerkes in Palästina aufzübringem jüdischer Nationalfonds, Keren Hajessod und Hadassah werden die Kampagne, die unter der Leitung von Morris Rothenberg vor sich gehen wird, gemeinsam führen. Nahum Sokolow, der Präsident der Zionistischen Weltorganisation und der Jewish Agency, war der Hauptredner des Abends, Es wurde ein Be-r grüßungstelegramm vom Präsidenten der Vereinigten Staaten, Herbert Hoover, verlesen, ln welchem Hoover sein Interesse an dem'Fortschritt des jüdischen Aufbauwerkes in Palästina bekundet. Mord an einem Kolonisten in Boifoiiria Jeursalem, 18. Jänner (J. T .A.) Am 16. Jänner um Mitternacht wurde in Balfourla im Emek Jezreel, der ersten Kolonie amerikanischer Zionisten in Palästina, der Kolonist Joseph Burstein vor der Tür seines Hauses, das ungefähr 50 Meter von der Straße Afuleh— Nazareth entfernt gelegen Ist, von unbekannten Tätern durch Schüsse ln den Kopf getötet. Der Vater Bursteins, der. Versucht .hatte, slcti dem Erschossenen zu nähern, wurde yon den Tätem zuruckgetrieben. Hierauf ergriffen die Mörder die Flucht, nachdem sie elh Bündel Kleider: an der< Mordstelle zurückgelassen hatten. Man fand eine nach Jenln führende Fußspur, die möglicherweise von den Mördern herrührt. Als der Täterschaft verdächtig wurden in der Nähe von Jenin sieben Araber verhaftet. Man zweifelt nicht daran, daß es sich um einen Raubversuch handelt, wobei die Täter Im letzten Augenblick aus Angst, erwischt zu werden, geflüchtet sind. Die Polizei zeigt sich eifrig bemüht, die Täter zu ermitteln. Im Emek herrscht über die Gewalttat tiefe Bestürzung. Die Bestattung Joseph Bur- Steins fand am. 17, Jänner nachmittags unter sehr zahlreicher Beteiligung der Emek-Kolonisten A. D. Gordon Aln'1. Fbbrüar (24.'Sch’wat) jährt sich zunr zehntbn Male der Todestag A. D. Gordön. Es bedarf nicht vieler Worte, um an die Bedeutung dieses g'roßen Manschen zu erinnern. Sein Leben und Wirken ist zur Legende geworden, wurde ziim Symbol der gesamten Zionistischen Bewegung. Seine Gedanken haben den Zionismus — neben Herz! und Achad Haam — am stärksten beeinflußt und am meisten bereichert, weil sie die zionistische Jdeö'erst vervollkommneten, Ihr ällmehscWtehefl' Grtiäit gabitf-. iSrwar“ ein^tfefel'.i'Tfenker, aber er blhäbTfrifrifcf 'feth-Mertsch der'Geifr^inschaftV^äfcei'WÄr er doch der einfache Jude' und"1'AVbefter und" trotz' seines Alters der Jugendlich-Frische; ' — Die Kraft seiner Persönlichkeit vermochte gerade unter der arbeitenden Volksjugend die chaluzische Jugendbewegung «Gordoni^h» zu: entfachen^—.eine Bewegung, die innerhalb weniger Jahre außergewöhnlich angewach'sen ist (sie "umfaßt ungefähr 20.000 Mitglieder), bereits 5 Kwuzoth in Palästina besitzt und die den Mut aufgebracht hat, an den Wiederaufbau des zerstörten Hulda heranzugehen. Für diese Bewegung ist Gordoh nicht nw leuchtendes Idealbild, sondern auch gedanklicher. Wegweiser.. So hat die geistige Gestalt Gordons neues Leben erhalten und in der «volkstümlich-chaluzischen Jugendbewegung Gordoniah», lebendige Fortsetzung gefunden. (Die deutschlcsendcn Zionisten seien auf das Buch «Erlösung durch Arbeit» aufmerksam gemacht, das eine Auswahl von Aufsätzen und Briefen Gordons enthält, von Direktor Dr. Viktor Kellner übersetzt und im Jüdischen Verlag, Berlin, erschienen ist.) Aus Anlaß dös 10jährigen Todestages A. D. Gordons veranstaltet die Histadruth «Gordoniah» am Sonntag, den 14. Februar. d; J.; um 7 Uhr abends. in den Künstlerspielen, 1., Rie- -mergasse. LI, eine:Gordon-Feier. Karten sind im Biweaü des •K. K. i/., Li Kärntnerstraße 28,1'und-allabendlich im Heime der Gordoniah, II., AussteHimgssträße 119, zu haben. PaläftinapoadukU.1 Kille der ^wichtigsten Aufgaben für den AufbAir'*Palästinas 'ist die Förderung des Absatzes seiner Produkte. Es ergeht daher der Ruf an alle' Zionisten, die .Jaffaorangen anderen voraitRiohen und diese bei der Firma Samuel Holpern, Wien, II.,. Förotecgasae 6» Telephon A 46-4-12,‘ zu bestellen. Reservieret Euch einen Abend für die Veranstaltung der gesamten Zionistischen Jugend zugunaten des Keren Kajemdtbi