Mannheim
Compact Memory

Die Stimme · 1932-01-14 · Heft 210 (14.1.1932) · page 8

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Stimme
Volume
5 (1932)
Issue
Heft 210 (14.1.1932)
Date
1932-01-14
Page
– (sequence 8)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/3053752-3053963-3053965--2750-3058205
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

5 entity mentions

Seite 8 DIE STIMME Nr. 210 — 14. Jänner 1932 Zionlstlsdies Leben In Wien Ghaim Hachman Bialift-Wocliß in Gien In den nächsten Tagen trifft über Einladung der «Histadrath Ivrith» der größte hebräische Dichter der Gegenwart, Chaim Nachman Bialik in Wien ein. Anläßlich dieses Besuches wird in Oesterreich in den Tagen zwischen dem 23. und 30. Jänner eine «Bialik- Woche — Woche des hebräischen Buches» proklamiert, in der eine intensive, alle jüdischen Kreise umfassende Aktion zugunsten des hebräischen Buches im allgemeinen und zugunsten der jüdisch-kulturellen Arbeit in Oesterreich durchgeführt wird. Am 26. Jänner tritt Bialik zum erstenmal vor das Wiener Publikum mit einem Vortrag im Großen Kon- | zerthaussaal. Außerdem finden unter Beteiligung Bialiks noch eine Reihe von Konferenzen statt, von denen als die wichtigste die Konferenz der Freunde des hebräischen Buches zu erwähnen ist. Auch ein großes Konzert zu Ehren Bialiks wird veranstaltet. Als Ehrenpräsident des hebräischen Pen-Klubs ist Bialik Ehrenmitglied des internationalen Pen-Klubs und wird als solcher statutengemäß auch Gast des Wiener deutschen Pen-Klubs sein. Die Arbeit des Keren Kaje* meth Deckung der Administrationsspesen des Keren Kajemeth. Diese werden durch eine regelmäßige Aktion des Herzl-Klubs auf Grund einer Initiative des Ing. Johann Kremenezky größtenteils gedeckt. Beschlösse des Präsidiums des Keren Kajemeth vom 7. Jänner 1932, Das Präsidium des Keren Kajemeth erachtet die Schaffung eines zionistischen Territorialverbandes für eine Lebensnotwendigkeit der zionistischen Bewegung und ersucht das Zionistische Landeskomitee um Verwirklichung desselben. In der Nummer 222 der «Neuen Welt» vom 18. Dezember 1931 findet sich in der Anmerkung der Redaktion auf eine Zuschrift: «Eine sonderbare Eintragung ins Goldene Buch des Jüdischen Nationalfonds» u. a. folgender Passus: «Es ist wohl auch in gewissen Kreisen der Zionistischen Organisation Mode geworden, sich vor der allmächtig gewordenen Sozialdemokratie würdelos zu benehmen. Der ver- < antwortliche Leiter der Wiener Nationalfondsstelle schädigt aber den Nationalfonds, wenn er so handelt.» — Das Präsidium des Keren Kajemeth weist diese gegen den Leiter des österreichischen Keren Kajemeth, Herrn Dr. Chaim Tartakower, gerichtete Bemerkung als ungerecht zurück, da das Präsidium nach der nunmehr zehnjährigen Tätigkeit des Herrn Dr. Tartakower als Leiter des Keren Kajemeth sich zu überzeugen Gelegenheit hatte, daß er sich in seiner Amtsführung niemals von parteimäßiger Einstellung, sondern bloß von sachlichen Erwägungen habe leiten lassen. Jubiläumsveranstaltung der gesamten zionistischen Jugend in Oesterreich zugunsten des Keren Kajemeth. Am Montag, den 18. Jänner, 7 Uhr abends, findet im Heime des «Zirenu», IV., Rampersdorferstraße 1 (Wiedner Hauptstraße 130), eine Besprechung und eine Probe aller beteiligten Bünde statt. Goldbuch-Eintragung Dr. Rüben Bierer s. A. Die A. V. «Kadimah» hat beschlossen, Dr. Rüben Bierer ins Goldene Buch des Keren Kajemeth einzutragen. Der erste Betrag von S 120.— wurde bereits entrichtet. Garten au! Namen Frau Frieda Haber s. A. Auf den Garten der verewigten Gg. Frau Frieda Haber wurden weitere acht Bäume eingezahlt. Silbernes Buch des Keren Kajemeth. Dr. Oskar Kreisler-Josefine Kramer wurden, anläßlich ihrer Vermählung' durch die Verwandten ins Silberne Buch eingetragen. (Nr. 60.) Thoraspenden. An Thoraspenden lieferten ab: «Bene Berith», XX., Karajangasse, S 63.30. Büchsenleerung. Es wird aufmerksam gemacht, daß die Büchsenleerung durch die Mitglieder der zionistischen Jugendbünde durchwegs freiwillig und unbesoldet erfolgt. Verrechnung der Dezember-Leerung. Die Z. M. V. «Tiberia» hat die Leerung vollständig verrechnet und bezahlt. Geldüberweisung durch Erlagscheine. Die Gruppen werden ersucht, auf den Erlagscheinen zu vermerken, welche Gruppe das Geld überweist und für welche Spezialzwecke die Beträge bestimmt sind (Büchse, Materialien, Imi u. dgl.). Gebrauchte Marken. Das Hauptbureau des Keren Kajemeth hat in London eine Zentralstelle für die Verwertung gebrauchter Marken errichtet. Alle Gesinnungsgenossen und Freunde des Keren Kajemeth werden gebeten, diese Marken zu sammeln und sie an uns abzuführen. Goldbuchefntragung. Die zionistische Sektion Prater beschloß, Herrn Dr. Josef Löwenherz in das Goldene Blich einzutragen. Von der Arbeit des Keren Hajessod Der Keren Hajessod hat seit längerer Zeit seine Bemühungen darauf gerichtet, die jüdischen Gemeinden in den verschiedenen Ländern zu veranlassen, daß sie Beiträge für den Keren Hajessod in ihr Budget aufnehmen. In der Tat gibt es bereits eine ansehnliche Zahl von Gemeinden, in denen dies cingeführt ist. Das Direktorium des Keren Hajessod hat letztens einen Aufruf an eine ganze Zahl jüdischer Gemeinden erlassen, welcher von den Präsidenten der Jewish Ageny, des Zionistischen Aktionskomitees und den Direktoren des Keren Hajessod gefertigt ist. Außerdem ist ein solcher Aufruf an die Gemeinden auch vom Waad Leumi ergangen. SämtlicheösterrcichischenKultusgemeinden haben diese Aufrufe erhalten. Es ist Sache der Zionisten, sich dafür einzusetzen, daß auch die Gemeinden als solche einen Danksagung Außerstande, allen jenen einzeln zu danken, die uns anläßlich des Hinscheidens unserer unvergeßlichen Gattin, bezvv. Mutter, Frau Frieda Haber zur Seite gestanden sind, sprechen wir allen unseren Freunden auf diesem Wege unseren innigsten Dank aus. Sigmund Haber und Kinder entsprechenden Beitrag zum Aufbauwerk in Palästina in ihr Budget aufnehmen. u ...Do.tt,n.e>r<&t^g,.d,em ei,_:um J.JJhr.abends, findet eine gemeinsame Sitzung des Präsidiums des österreichischen Keren Hajessod mit den Vertretern der einzelnen zionistischen Gruppen undVerbände statt. Tagesordnung: 1. Bericht über die K. H.-Arbeit (Vorsitzender Dr. Ekstein), 2. Die Arbeit in Palästina (Adolf B ö h m), 3. Propaganda und Technik des K. H. (Prof. A. Freud), 4. Anregungen und Anfragen. Gesellschaftsreise nach Palästina Das Palästinamt Wien veranstaltet im März 1932 eine Gesellschaftsreise nach Palästina. Die Abreise von Wien erfolgt am 15. März, die Einschiffung in Triest am 16. März, Ankunft in Jaffa am 21. März 1932 (einen Tag vor P u r i m). Die Reiseteilnehmer werden also die Möglichkeit haben, den schönsten Purim der jüdischen Welt in Tel-Aviv mitzumachen. Ueberdies werden sie in der Lage sein, an der im März 1932 stattfindenden «Makkabiah» teilzunehmen, sowie die Levante-Messe in Tel-Aviv (vom 7. bis 30. April) zu besuchen. Die Reise bezieht sich bloß auf die gemeinsame Fahrt nach Palästina, während in bezug auf den Aufenthalt im Lande und die Rückreise keine Bindung für die Teilnehmer besteht. Jeder Reiseteilnehmer kann somit innerhalb der Gültigkeit seines Touristenvisums unabhängig von den übrigen Teilnehmern die Rückreise antreten.. Die Schiffsreise Triest-Jaffa oder Haifa und retour in der 3. Klasse auf einem Dampfer der direkten Palästina-Linie des Lloyd Triestino kostet österr. S 375.— inklusive Bett und Verpflegung. Bei einer Teilnehmerzahl von mindestens 12 Personen verbilligt sich die Bahnfahrt nach Triest um zirka 25 Prozent. Nähere Auskünfte beim Palästinaamte, Wien, I., Kärntnerstraße 28 (Telephon R 27-4-86). Anmeldungen daselbst werden bis 10. Februar 1932 entgegengenommen. Durchreise polnischer Palästina- Emigranten Dienstag, den 19. Jänner 1932 reist ein Emigrantentransport aus Polen durch Wien nach Erez Israel. Ankunft in Wien Ostbahnhof 6.40 Uhr früh, Weiterfahrt nach Triest 7.40 Uhr früh vom selben Bahnhof (Abfahrtsseite). Zusammenkunft der Vertreter der zionistischen Mandatare Das Zion. Landeskomitee und das Präsidium des Keren Kajemeth hatten für Montag, den II. Jänner in das Heim der Zion, Bezirkssektion II dfe zionistischen Mandatare der Kuttusgemeinde, der zion. Bezirkssektionen und der «W!ZO> eingeladen. Auf der Tagesordnung stand die Besprechung der Art, wie das Doppeljubiläum gefeiert werden solle. Es referierte Herr Dr. Tartakower, der folgendes ausführte: Die Zionistische Organisation befinde sich wieder in einem Stadium, in welchem die Feinde unserer Bewegung jubelnd verkünden, die letzte Stunde des Zionismus habe geschlagen. So benehmen sich Teile der englischen Verwaltung des Landes. So auch jüdische Kommunisten, die Emmissäre in die jüdischen Jugendorganisationen entsenden und auch sonst in die zionsitischen Kreise, um den Untergang des Zionismus zu verkünden. In dieser schweren kritischen Zeit gelte es, diezionistischeEinheitsfrontwieder herzustellen. Das Doppeljubiläum solle eine Kraftquelle für die Treuen und Unentwegten werden. Das Doppeljubiläum müsse auch zu einer Kraftanstrengung für den Keren Kajemeth verwendet werden, wie es ja zur selbstverständlichen Tradition geworden ist. Der Keren Kajemeth sei heute in der Lage, den kapitalskräftigen Juden, die ihr Schicksal mit Palästina verbinden wollen, die Möglichkeit hiezu zu geben durch Bereitstellung von Orangenböden in der Sarona-Ebene. Die jüdische Arbeiterschaft habe in der «Jachin»-Gesellschaft ein Organ gegeschaffen, das den jüdischen Kapitalisten im Auslande die Möglichkeit gibt, sein in Raten einzubezahlendes Kapital zur Errichtung von Plantagen bis zu dem Zeitpunkt der Fruchttragung zu verwenden. Das Doppeljubiläum solle in allen zionistischen Gruppen in würdiger Weise gefeiert werden. Den Reigen werde eine zentrale Veranstaltung des Keren Kajemeth eröffnen, an der die Vertreter aller zionistischen Gruppen und Bialik Gelegenheit haben werden, über das Jubiläum zu sprechen. Dann sollen alle zionistischen Gruppen, im eigenen Kreise Jubiläumsfeiern veranstalten und diese Feiern zur Durchführung der Keren Kajeraeth-Jubiläumsaktion benützen. Diese Jubiläumsaktion solle auch dazu dienen, um zwischen der hebräischen Kulturarbeit und der rein zionistischen Arbeit eine Harmonie im Interesse beider herzustellen. Nach einer kurzen Debatte und nach einem kurzen Schlußworte des Präsidenten des zion. Landeskomitee.s. wurde die Versammlung geschlossen. Ankündigungen und Mitteilungen Wochenprogramm der zionistischen Bezirkssektion Leopoldstadt, II., Praterstraße 13. Donnerstag; 14. d. M., 20 Uhr: Vortrag: des Verbandes der allgemeinen Zionisten „Soziale Ethik der Einrichtungen bei den Juden“. Referent: Dr. Simon Horowltz. — Freitag, 15. d. M., 20 Uhr: Chumasch-Vortrag. Leiter: Dr. Scblom' ’ Horowltz. — Samstag, 16. d. M., 17.30 Uhr: Hebräischer Konversationskurs für etwas Vorgeschrittene, geleitet von Donner; 18.30 Uhr; Hebräischer Literaturkurs (derzeit Blalik). Leiter: Prof. M. Rath. — Montag, 18. d. M., 15.30 Uhr: Hebräischer Kinderkurs. Leiter: Ungerfeld; 20 Uhr: Gesellige Zusammenkunft. — Mittwoch, 20. d. M-, 15.30 Uhr: Hebräischer Kinderkurs. Leiter: Ungerfeld; 20.30 Uhr: Hebräisch für Anfänger. Leiter: Lehrer J. Herzberg. — Donnerstag, 21. d. M., 20 Uhr; Die zweite Nummer der gesprochenen Zeitung (Chlbbath- Zlon-Festnummer). — Wir machen unsere Mitglieder und Freunde besonders auf den hebräischen Literaturkurs, der von Prof. Rath geleitet wird, aufmerksam und laden sie zu dessen Besuch ein. Derzeit wird über Ch. N. Blalik vorgetragen. Zionistische Frauengruppe XX (Wizo). Montag, den 18. Jänner 1933, 8 Uhr abends, spricht in unserem Helm, XX., Jägerstraße 30, Herr Julius Rosenfeld, Amtsleiter der Israel. Kultusgemelnde, über „Geburten, Trauungen und Todesfälle der Juden ln Wien“. Gäste herzlich willkommen! — Sonntag, den 24. Jänner 1932, 8 Ubr abends, ebenda ein Chamiscba-As8är-Abend mit erstklassigen Künstlerkräften. Klub jüdischer Frauen, Cafd Kolonnaden, I, Rathausplatz 4. Donnerstag, 14. d. M., halb 5 Uhr, Vortrag Dr. Mag Jerusalem Uber „Utopien“. Gäste willkommen. Die Zionistische Sektion und Frauengruppe Prater veranstalten Sonntag, den 17. d. M, präzise 8 Uhr abends, ln ihrem Heim, II., Jungstraße 8, den zweiten geselligen Abend mit reichem, humoristischem Programm einschließlich der dritten Nummer der Lobenden Zeitung der „Wizo“, verbunden mit einer kleinen Aufwartung, und bittet alle Gesinnungsgenossen und Freunde um pünktliches, zahlreiches Erscheinen und Einführung von Gästen. Programm der dritten Nummer der Lebenden Zeitung: 1. Leitartikel: Frau Dr. Henriette Rappaport-Licbtenstein; 2. Feuilleton: Frau Dr. Mali Kantor; 8. Inseratenteil: Frau Federn-Llpschttts; 4. Humoristische Ecke: Herr Oskar Teller. Histadruth Iwrith. Samstag, 16. d. M., pünktlich 8 Uhr abends, im Saal der Zion. Bezirkssektion, IL, Praterstraße Nr. 18, Vortrag des bekannten Künstlerpaarea aus Palästina, Mitglieder des palästinensischen Theaters, Frau Sarah Osnati Halewy und Herr Moscheh Wallin über „Haomanuth hamisrachith b'Erez Israel“. " 1 .. 11 -:=-^ ■ Reservieret Euch einen Abend für die Veranstaltung der gesamten Zionistischen Jugend zugunsten des Keren Kajemeth!

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.