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Die Stimme · 1931-12-31 · Heft 208 (31.12.1931) · page 7

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Journal
Die Stimme
Volume
4 (1931)
Issue
Heft 208 (31.12.1931)
Date
1931-12-31
Page
– (sequence 7)
Language
German
Belongs to
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Nr. 268 31ä' Dezember 1931 beite 7 W STIMME liierolur/ Kunst / Theater „Der FremdB“ion Bördln mit Paul Baraloff Jüdische Künstlerspiele Dieses alte, man darf wohl auch sagen veraltete Stück von Oordln erlebte vorige Woche in den Jüdischen Künstlerspielen eine glanzvolle Renaissance. So viel Liebe und so viel Wärme widmeten die Schauspieter dem Nestor des jüdischen Dramas! Sie spielten mit Begeisterung und leisteten mehr als sonst. Kein Wunder: Ihre kleine Schar wurde durch einen vergrößert, der sie mitzog und mitriß in die Sphäre des großen und großartigen Theaters. Sein Name Ist Paul Baratoff. «Der Fremde» heißt das Stück von Oordin. Doch weder dieses Stück, noch Baratoff in dessen Titelrolle sind dem Wiener jüdischen Theaterpublikum fremd. Als Baratoff vor zehn Jahren in Wien zu spielen anfing, war dieses Stück sein erstes und dasjenige, das bald seinen Ruhm aus dem. kleinen Saal in der Unteren Augartenstrajße in die breiteste Oeffentlichkeit Wiens hinauagetragen hat Das Eröffnen. des jetzigen <• Gastspieles mit d$m «Ffgmdien» .ist ai? eine Verbeugung vor der nun ein Dezennium zurückliegenden Vergangenheit zu werten. Aber auch über Sentimentalitäten hinweg war die Premiere ein Erlebnis. Das Wiedersehen mit Baratoff wirkt immer erschütternd. Dieser Schauspieler besitzt eine Gestaltungskraft wie sie äußerst selten auch auf den Brettern des nichtjüdischen Theaters vorzufinden ist. Denn das Phänomen Baratoff heißt in erster Reihe: Persönlichkeit. Er ist eigentlich aus dem alten russischen Theater hervorgegangen. Er ist ein Stanislawski-Schüler, folglich einer atis der älteren Künstlergeneration. Doch er besitzt eine Gabe, die seine jeweilige Leistung sozusagen zeitlos macht und über alle Schulen und Richtungen Hinweg seiner Gestaltungskraft eine eigene Note, eine Baratoff-Note, verleiht. Diese Gabe ist eben mit dem Begriffe Persönlichkeit identisch. Baratoff spielt den Unglücklichen, der seine Familie verlor und auch nach dem Wiedersehen auf seine Frau und seine Kinder verzichtet, anders als man sich vorstellen würde. Ueberraschend anders. Wie wunderbar versteht er seiner massigen Oestalt, seinem scharfen Gesicht die zarte Weichheit des vom Leben Geschlagenen zu geben! Wie weich spielt Baratoff den «Fremden» und wie unfehlbar richtig ist sein Verzicht : auf daa KothurnenhafteL Und dieses isLdoch bei einem Schauspieler als größte Kunst zu werten: echtes Theater ohne Theatralität zu1 geben. Was bei diesem Schauspieler noch auffällt, ist die Fähigkeit, eine eindringliche Masike zu schaffen. Er müßte nicht sprechen, man versteht seine Gebärde, seine Runzeln, man sieht die Seelenpein, noch bevor man etwas von ihm hört. Baratoff ist im wahrsten Sinne dieses Wortes ein Mime, er ist der geborene Darsteller des griechischen Dramas, ein Schauspieler, der ln sophoklelschen oder europäischen Tragödien bestimmt Unerhörtes leisten würde. Das Publikum war begeistert und der verdienten Ovationen gab es kein Ende. Sie galten in erster Reihe dem Gast, Aber ~ und das darf wohl hervorgehoben werden, denn darin liegt eine Ensemblewertung — auch den übrigen Darstellern, die Baratoff würdige Partnerschaft leisteten. Eine glänzende Gestalt schuf Zelniker. Von diesem Schauspieler werden wir noch bestimmt viel «Naches» haben. Ganz ausgezeichnet Lea Welntraub-Graf: Ihre stille Wehmut war ein richtiges Pendant zu Baratoff? Leistung. Man müßte alle Darsteller nennen, würde man alle aufzählen wollen, die zum Erfolge des Abends beigetragen Haben. . Wir weiten..Hoffen-, daß es. nun mit dem. jüdischen Theater * Hn Wien aufwärts gehen wird., Wir wollen hoffen, daß die Aufführung des «Fremden» nur der erste Schritt zur Popularisierung des jüdischen Theater* in Wien war. Paul Baratoff ist hier. Das verpflichtet: sowohl das Ensemble wie das Publikum. SBflcftarscfimi Neue Wege der Talmud Forschung „Suto mH«I Jam“ von Mess Loitor, im Selbstverläge, Wi«n 9692. 464 Quartyeiton. Dem vorliegenden Buch eines Privatgolehrten aus der gnlizischen Kolonie ln Wien verdanken wir ein System der fast restlosen Klärung auch paradox erscheinender Schilderungen im Talmud. Die Uber 130 kurzen Abhandlungen erschöpfen natürlich beiweitem nicht die vorhandene Materie, sie lassen indes vor unseren Augen eine grundlegende Methode erstehen. Indem nämlioh die zitierten Begebenheiten geordnet, parallelislert und im Zusammenhang mit dem Oanzen beleuchtet werden, bekommen wir in jedem Fall eine Synthese, die vieles aufklärt und ergänzt Um dem Leser einen kleinen Einblick in das System su gewähren, wird es gut «ein, gleioh aus der ersten Abhandlung im Buche, die sugletoh eine Stelle aus dem Anfang des Talmuds aufklärt, als Beispiel anzuführen. Ein belehrter predigte vor seinem Vorgesetzten Rabbi Jochaaan, daß Sündenvergebung dem zuteil werde, der eloh mit Stoora befaßt, anderen in der Not helstebt und seine Sünder SUGfaße führt, Warum gerade diese drei Leistungen So gleichmäßig als Hohe Verdienste betont werdent Woher die Bewertung der letztgenannten Leistung als Tugend überhaupt? Da wird nun zunächst an Hand zahlreicher Zitate daran erinnert, wie sich K. Joahanan in besonderer Weise für die beiden ersteren Tugenden stets einsetzte. Alsdann werden wir auf einen anderwärtigen Bericht verwiesen, wonach R. Jochanan zehn Kinder zu Grabe trug. Nichts Ist nun einleuchtender, als daß es sich hWr um eine Trostspendung R; Jochanan gegenüber handeln mußte. Der Verehrer R. Jochanans führt nun im Gespräch ein kurzes Register sündenvergebender Verdienste vor, wobei vor allem die von R. Jochanan stets gepredigten und auch gewiß geübten Tugenden erwähnt werden. Hiezu fügt der Sprecher, um R. Jochanan einen Trost ob seines Mißgeschickes zu spenden, eine wohlweislich konstruierte Tugend an. So werden auf eine „Tlschbl"-Art viele ungleich kompliziertere agadlsche Stellen mit einer, wenn auch nicht immer apodiktischen, so doch sehr einleuchtenden Sicherheit aufgeklärt.. Nicht selten wird hiebei eine eingebürgerte Hypothese bloßgestellt und auch konstruiertes Gemeingut der Geschichtsforschung zertrümmert. Für seine Schlüsse .'schöpft der Autor nicht nur aus dem Vollen, sondern auch aus den schwer zugänglichen Quellen der Antike und der , modernen, Geschichtsforschung. Wohl begibt er sich als strenggläubiger „Lerner“ auch mitunter auf den Weg theologischer Exegese, auch' der Homylctik, womit er freilich;def': im Gründe wissenschaftlichen Tendenz des Werkes Abbruch tut- Solche Fehler könnten in einem Buche eines rabbinischen „Lamdan“ wohl wenig verwundern; sie verkleinern jedoch keineswegs die große Bedeutung dieses Werkes. Es ist in einem kernigen alt-neuen Stil geschrieben, der zwar mit der verwilderten rabbinischen Schreibweise nichts zu tun hat, anderseits bis zur jüngsten Moderne nicht heranreicht. Technisch ist der Band vollendet berausgekommen. Die Lektüre dieses Buches wir# zu einer Freude für Talmud-Kenner und zu einer unerschöpflichen Quelle von Anregungen und Belehrung. S. Picker. Jlotixen Jüdische Künstlerspiele, Theater Reklam, II., Praterstraße 84, Tel. R-40-0^94. Donnerstag; den 31. Dezember, Doppelvorstellung, Beginn halb' 9 Uhr abends, „Eikale Mazik“, Prolog und 3 Akte; in der Hauptrolle Ben Zwi — Paul Baratoff. Die zweite Hälfte des Programmes geht unter Mitwirkung des Ensembles Glsa Heiden, Salo Prlsament, Max Zelniker, Lea Weintraub-Graf. Klara Meiseis, Frl. Slivkowica, Frau Lehrer, die Herren Bernstein, Lehrer, Slgal, Weißmann vor sich. Kartenvorverkauf, an der Tageskasse des Theaters. Da eine sehr rege Nachfrage herrscht, empfiehlt es sich, die Karten im Vorverkauf zu lösen. Telephonische Reservierungen unter Nr. R-40-0-94. Heiter« Naohmittagsakademie. Sonntag, 3. Jänner 1932, präzise halb 4 Uhr nachmittags, findet im Theatersaal, Hotel „Post“, I., Fleischmarkt 24, eine heitere Nachmittagsakademie statt, an der prominente Künstler, wie Charakterkomiker Max Zelniker (Künstlerspiele), Professor1 Zimmer, i^oeriT'VVetnberger (zehnjährige ^Tauzkünstierln); * Oberkantor Margulies, Richard Eybner '(Burgtheater), Oskar Teller, Viktor Schlesinger (Politisches Kabarett), teilnehmen. Karten im Vorverkauf von S 1.—- bis 8.-— in der Buchhandlung Schlesinger, I., Seitenstettengasse 6, bei M. Rath, II., Taborstraße 20 a, Zahnarzt Dr. U. Schächter, XX., Petrasehgasse 4-6, Tel. A 41-6-49, und an der Kasse. Der Reingewinn kommt armen jüdischen Kindern zugute. Gründung einer jUoisohen Sobriftstellervereinigung in Wien. Seitens einer Gruppe jüdischer Schriftsteller in Wien wird die Schaffung einer Organisation der in Wien lebenden hebräischen, jiddischen und Jüdisch-deutschen Schriftsteller angestrebt. Auf der am 2. Jänner 1932 um 8 Uhr abends im Cafö „Arkaden“ stattfindenden Besprechung wird diese Frage erörtert und die Organisation konstituiert werden. Alle jüdischen Schriftsteller, die für eine derartige Organisation Interesse haben, werden auf diesem Wege zur Beteiligung an de»1 Grttndungsversammlung eingeladen. Jüdische Bühne, Praterstraße 60. Wochenprogramm: Donnerstag, 31. Dezember 1931, Freitag, den l., Samstag, den 2., und Sonntag, den 8. .Jänner 1932: „Darfen Männer alles?“ Lebensbild in 3 Akten von Feinmann. Musik von Novakov. •— An denselben Tagen Nachmittagsvorstellungen zu ermäßigten Preisen. Gespielt wird „Kinderlieb e“. Die jüdischen Manuskripte der Vatikan-Bibliothak sind erhsltsn geblieben. Im Zusammenhang mit der Elnaturzkatastrophe in der vatikanischen Bibliothek, bei weloher mehr als 20.000 Bücher und Manuskripte vernichtet worden sind, teilte der Chefbibliothekar de« Papstes, Magre. Tlsaerpanl, dem Vertreter der Jüdischen Telegraphen-Agentur mit, daß die . in der Vatikan-Bibliothek enthaltenen etwa 2000 außerordentlich wertvollen Manuskripte von der Katastrophe nioht betroffen worden sind. Der Im speziellen Auftrag des Papstes vom jüdischen Gelehrten Prof. .Freimann, Direktor der Stadtblbllothek in Frankfurt am Main, angelegte Katalog der ln der Vatikapblbltothek enthaltenen jüdischen Manuskripte ist bereits fertiggestellt. Eröffnung der Lesser Ury - Gedenkausstellung in der Nationalgalerie, Am 19, Dezember wurde in Berlin im alten Hause der Nationalgalerie eine große Gedenkausstellung von Werken Lesser Urya ohne besondere Zeremonie eröffnet. Die Ausstellung war schon zu Lebzeiten Lesser Urys als Jubiläumsausstellung zu seinem 70. Geburtstag geplant gewesen, jetzt wurde sie zu einer Gedenkausstellung. Sie umfaßt 160 Bilder und ist seit der Gedenkausstellung für Corinth die größte Ausstellung, die bisher die Nationalgalerie vom Schaffen eines modernen Künstlers bot Die Presse rühmt das Verdienst Ludwig Justls um di« Ausstellung; Justi habe als erster deutscher Museumsdirektor energisch dem zurückgedrängten Meister den ihm gebührenden Platz ln seiner Galerie gesohaffen und krönt mit dieser Gedenkausstellung sein Werk. Die Ausstellung zeigt Werke des Meisters Ury von 1880 bis 1931 in chronologischer Anordnung. In der „B. Z. am Mittag“ teilt Lothar Brieger mit, daß erst in diesem Sommer Lesser Urys Name von der Liste der für die Akadjpüe vorgesohlogenen und damit für den Professor reifen Künstler gestrloben worden war. Er tadelt die Kleinlichkeit der „ohnmächtig-mächtigen Herren“, die die Streichung Urys veranlaßt haben, und schließt seine Betrachtung mit den Wörtern „Dieses Werk Urys Ist genug und übergenug für eine nioht mehr zu zerstörende Unsterblichkeit“ Prämiierung Jüdischer Künstlerinnen, Die Zinsen der Helene Fischbein. Stiftung für Jüdische ^üniftitiiTiTilH sind in diesem Jahre in Anbetracht der wirtschaftlichen Not anstatt in zvr$i große in, mehrere kleine Preise getettt^Worden. Prämiiert wurden: Ilona Singer, Erna Flachte,! Eva Hauser, Charlotte Nierthardt, Else Holtmann, Irene Kolsky, .KJäte Knorr-Dccßler, Ilse Häfner-Mode, -Edele Jteifenberg- Ttdsenbaujtb. ilse Rotsoll. Dia Jury*. bestand aus den tfärren AuolpffDofuith und gfa Karl Schwarz und Frau Eva StOPt, itt Vertrötung der erkrankten Frau Prof. Käthe Kollwitz. Blallk fleim Staatspräsidenten Lettlands. Der Präsident der lettJändischen Regierung, Herr Kwesis, empfing Chaim Nachmann Bialik, dpr zur Audienz in Begleitung des' AbgeordfietetPdes lettläfidlschen Parlamentes Rabbiner Dr. Nurok erschien. Präsident Kwesis erkundigte sich bei Bialik . nach der hebräischen Kulturtätigkeit in Palästina. Bialik teilte dem Präsidenten mit, daß einige Werke des vor kurzem, verstorbenen lettischen Nationaldichters J. Rainis soeben in hebräischer Ausgabe in Palästina erschienen sind. Rainis war ein großer Freund der Idee des jüdischen Nationalheims in Palästina. Präsident Kwesis dankte Bialik für seine aufschlußreichen Informationen. Der jugoslawische Pen-Klub ehrt Ellschewa.. Die bekannte hebräische Dichterin Elischewa, die ’ sich auf .einer europäischen Tournee befindet, gab irt Belgrad eineri-erfolgreichen Vortragsabend, an dem eine Abordnung des-.jugoslawischen Pen-Klubs mit Unterrichtsmimster a. D. Milan Grol an der Spitze teilr gab zu Ehren der hebrä sich zu einer Sympathiekundgebung serbischer Schriftsteller für diemoderne hebräische Kultur gestaltete. : Der jüdische Historiker Alexander. Kraushaar als Katholik verstorben. Im Alter von 88 Jahren verstarb in Warschau der hervorragende Jurist, Schriftsteller und Historiker „Alexander Kraushaar. Er wurde 1843 in Warschau geboreh; veröffentlichte zahlreiche Arbeiten über Quellen zur*polnischen Geschichte und über staatsrechtliche Fragen. Er schrieb eine Geschichte der Juden in Polep in der zeit der Piasten, Jagellonen und der Wahlkönige (1865/66), die jedoch durch die seitherige Forschung überholt ist. Grundlegend ist seine Geschichte der Frankisten, die Nabum Sokolow ins Hebräische übersetzt hat. Dieses Werk enthält das sämtliche polnische Material über die Frankisten-Bewegung. Nach dem Tode Matthias Bersons gab Kraushaar dessen Dokumentensammlung «Dyplomataryusz» (1910) heraus. Unter dem Einfluß seiner rraü Jfdwiga,. die sich als polnische Schriftstellerin einen Namen gemacht hat, und seiner Kinder trat Kraushaar aus polnisch-patriotischen Beweggründen zum Katholizismus über und unterbrach seine Forschungen über die Geschichte der Juden in Polen. Masaryk und das Judentum. Soeben ist (Mars-Verlags- Gesellschaft m. b. H., Prag) das Sammelwerk «Masaryk und das Judentum» erschienen, herausg£geben von Dr. Ernst Rychnovsky unter Mitwirkung von Prof. Dr. Oskar Donath und Prof. Dr. Friedrich Thieberger. Der vornehm ausgestattete mit 19 Illustrationen und zwei Schriftproben versehene Großquairtband trägt als Motto den folgenden Ausspruch von T. G, Magaryk: «Ich bin überzeugt, wer Jesum zu seinem Führer jn der Religion hat, kann kein Antisemit sein. Das ist mir?o klar, nicht, weil Jesus selbst ein Jude war, weil, die AposteL Juden waren und weil das alte Christentum, speziell der Katholizismus, sehr viel Jüdisches an sich hat, nein} aberkenn ich Jesum annehme, kann ich niefht Antisemit sein: 'Eides oder das andere. Christ oder Antisemit!» - - ■ In seinem Vorwort weist der Herausgeber, .darauf hin, :,LejueL:PHilos^plien, Ethiker und Soziologen Masaryk.Von. je beschäftigt jiflt und daß sich dies aus seinen Sebrifteri lind Kundgebitrigen seit dem Jahre 1881 feststellen läßt.. ,. Jungjüdische Literaturgesellschaft in Ungarn gegründet Unter der Führung von Baron Berthold Hatvany, einer der markantesten Persönlichkeiten der jungjüdischen. Bewegung in Ungarn, hat sich ein Komitee gebildet, dessen ZieJ.es ist, jüdische, wissenschaftliche und schöngeistige Werke von hohem literarischem Niveau wohlfeil herauszugeben. Baron Berthold Hatvany wird in seiner Tätigkeit vom früheren Reichstagsabgeordneten Moritz Szatmari und Großrabbiner Dr. Arnold Kiß unterstützt. Es wurde ein Verlag «Palma- Bibliothek» geschaffen, der alle zwei Wochen ein Werk in 10.000 Exemplaren herausgeben wird. Schriftleiterin des Verlages ist die jungjüdische Schriftstellerin Irene Saß, zu Mitarbeitern zählen Schriftsteller von Ruf, wie Emmerich Földes,. Thomas Emöd, Eugen Mohacsi, Thomas Kobor, Ludwig Biro u. a. m. Stefan Zweig führt einen blinden jüdischem Dichter ein. Im Verlag Felix Lehmann (Charlottenburg 2, Kantstraße 6) ist soeben unter dem Titel «Stimme aus dem Dunkel» eine Auswahl von Gedichten und Prosa von Max Zodykow, mit einer Einführung von Stefan Zweig, erschienen. Der- Dichter, der blind geboren, ist, lebt seit seinem 13. Lebensjahr m der jüdischen Blindenanstalt in Steglitz. Seine Gedichte und Skizzen haben schon bisher in der Oeffentlichkeit Beachtung gefunden, einige derselben hat er im Rundfunk gesprochen. Stefan Zweig nennt das Buch Max Zodykows «eine seelische Tat» und «ein moralisches Dokument». Verloren geglaubtes Originalmanuskript des «Moreh Newochim» von Maimonides wiedergefunden, Frau, Nathan Miller hat das verloren geglaubte Originalmanuskript des 111. Teiles des von Maimonides in arabischer Spräche geschriebenen «Führer der Irrenden» (Hebräisch: "Moreh newochim) wiederentdeckt und der Bibliothek des Jewish Theological Seminary of America zugewendet. Jüdisdket Maiendet Jänner 1932 Tebeth 5692 1 Freitag 22+ Tebeth 2 Samstag 23» Sabb, Mewar. 3 Sonntag 24* 4 Montag 25* ft Dienstag 26. 1 6 Mittwoch 27* 7 Donnerstag 28. .

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