Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 4 (1931)
- Issue
- Heft 207 (24.12.1931)
- Date
- 1931-12-24
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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9fc*e 6 DIE STIMME Nr. 207 — 24. Dezember 1931 Uteraiur/Kunst / Theater Baratow spielt in Wien Aut einem Gespräch mit dem großen jüdischen Schau* Spieler Dr. Paul Baratow (Ben Zwl) Ist dem Wiener jüdischen Publikum kein Unbekannter. Als er hier vor zehn Jahren in jüdischen und dann auch in deutschen Theatern auftrat wußten alle, die ihn nur einmal gesehen haben: Er ist d e r große Schauspieler, wie man Ihn nicht nur auf den jüdischen, sondern auch nichtjüdischen Theatern äußerst selten findet. Nun ist Baratow wieder in Wien* In den «Jüdischen Künstlerspielen» wird er ein kurzes Gastspiel absolvieren. Er freut sich auf dieses Gastspiel, er freut sich, daß er in Wien ist. «Ich habe hier so viele gute Freunde. Ich habe so viele schöne Erinnerungen aus Wien. Ich fühle mich um zehn Jahre verjüngt . . .» Ein Interview wollte ich aufnehmen, aber es war kein richtiges Interview. Eher ein zwangloses Gespräch über dies und jenes... Baratow, nebenbei gesagt ein bezaubernder Causeur, Ist eine allzu starke Persönlichkeit, um dem üblichen Schema: Frage und Antwort, zu folgen. Sprunghaft von der Intuition und der momentanen Eingebung geleitet, berührte er Im Laufe des Gespräches nicht ein, sondern zehn Probleme künstlerischer Art und doch wurden sie alle nicht oberflächlich gestreift — Baratow schürft tiefer und Im Blitzlicht seiner Erkenntnis wird so manche? Problem auf einfache Weise gelöst. Wir sprechen über Theater und Film, Schauspieler und Regisseure, Jannlngs und Gordin, Werner Kraue und Stanislawski. Baratow erzählt von seinem Auftreten bei Piscator in der Titelrolle des «Kaufmanns von Berlin». Unmittelbar yor Wien absqlvierte er mit großem Erfolge Gastspiele In London und in Brüssel. Vorher spielte er fünf Jahre am Schwarz- Theater ln New York. Dieses Jahr war Baratow in Polen stürmisch gefeiert. In Warschau gab er 46 Mal bei ausverkauftem Hause den «Vater» von Strlndberg. Einen unerhörten Erfolg hatte er auch ln der Rolle des «Hinkemann» von Ernst Toller, die er ebenfalls bei ausverkauftem Hause 31 Mal en suite spielte, und die er noeh bedeutend länger hätte spielen können, wenn lein Gesundheitszustand ihn nleht gezwungen hätte, ins Ausland zu reisen, um sieh einer Kur zu unterziehen. Baratow erzählt es uns nicht, aber wir wissen es aus den Blättern und teilweise aus eigener Wahr- .-flehmung: wo er nur auftrat, feierte er Triumphe. Immer Würdigte die Presse aller Parteischattierungen die Einmaligkeit seiner Kunst. Immer verstand er es, das Publikum jm Nu zu erobern. Ueber eine starke suggestive Gewalt verfügt dieser Schauspieler, dieser große, stattliche Mann mit dem ausdrucksvollen Gesicht, der schon äußerlich den Eindruck einer ungewöhnlichen Persönlichkeit macht und der zweifellos als Menach ebenso wertvoll und tief ißt wie als Schauepieler, Nicht uninteressant ist die Tatsache, die vielleicht nicht allen bekannt ist, daß Baratow vor dem Kriege •in anerkannter Arzt in Odessa war. Theater war aber nit seiner frühesten Jugend sein Wunschtraum. Und •ines schönen Tages machte er einen Strich unter sein bisheriges Leben und stürzte »sich aus der Geborgenheit des freien bürgerlichen Berufes in di§ Ungewißheit des Schauspielerlebens. Er ging zu Stanislawski, an dessen Theater er seinen ersten großen Triumph feierte; spielte dann in Petersburg und Moskau und kam nach dem Kriege ins Ausland. Hier begann vor 10 Jahren sein Aufstieg in Wien. Das jetzige Wiener Qastspiel wird Baratow mit dem Gordischen Stück «Der Fremde» einleiten, Al» nächstes plant er die Aufführung des «Vaters» oder «Hinkemanns». Es unterliegt gar keinem Zweifel; Baratows Auftreten wird auch diesmal ein Erlebnis und ein wahrhaft erlesener Kunstgenuß sein. s. w. Popper-Lynkeus und Einstein Anläßlich der Denkmalenthüllung Popper-Lynkeus' bringen wir nachstehend einen Ausschnitt aus dem Im Löwit-Verlag erschienenen Werke «Popper- Lyakeus. Qespräohe», mitgeteilt von Margit Ornstein und Heinrich Löwy. 12. Jänner. Einstein bei Popper. Vormittags. Popper im Bett. Ich habe mich etwas verspätet, als Ich komme, sitzt Einstein in dem roten Lehnstuhl neben dem Bett. Es sind noch anwesend der Physikprofessor Felix Ehrenhaft und seine Frau. Einstein spricht gerade über die Krümmung des Raumes in der neuen Gravitationstheorie. Popper erzählt, welchen Eindruck jenes Kapitel der Machschen Mechanik, enthaltend die Kritik der Newtonschen Prinzipien, bei der ersten Lektüre vor vielen Jahren auf ihn gemacht habe. Ehrenhaft mahnt zum Aufbruch. Einstein steht auf und nimmt Abschied. Popper sagt zu ihm: «Bleiben Sie standhaft — auch in der Judenfrage!» Wif Anna mir nachträglich erzählte, haben sie, ehe ich kam, vom Antisemitismus und der zunehmenden Verrohung in Deutschland gesprochen. Die Person Einsteins hat einen außerordentlichen Eindruck auf Popper gemacht; er sagt: «So viel Güte und Sanftmut! — Als er hereintrat, habe ich im ersten Moment gemeint: — Spinoza! Nur bei den Juden gibt es solche Physiognomien. Bel den Juden nämlich findet man die äußersten Gegensätze. Höchstens noch bei den Italienern könnte man ein solches Gesicht finden, nämlich bei den italienischen Heiligen: Franz von Assisi zum Beispiel.» Nach einer Pause sagt Popper: «Ist es nicht etwas Schönes, daß ein Mann, der so außerordentliches geleistet hat, mir die Ehre erweist, mich aufzusuchen?» „Das polnische Mädel* Jüdische Kilnstlerspiel« Es ist eine heitere üeschichte, die in einem kleinen gallzlschen Städtchen und ln Amerika spielt, zwischen guter jüdischer Bürgerlichkeit und dem Mädchenhandel. Das Stück ist lustig, trotzdem es auch einige dramatische Momente beinhaltet, denen aber ein happy end den SchluBpunkt setzt. Die Rolle des Schmll Bergers spielte der begabte Schauspieler Pr iss ment, Dessen filtere Tochter Thema wurde von Frau Lea Weintraub-Graf dargestellt. Diese Schauspielerin wurde auch dieser Rolle, wie immer, vollauf gerecht. In der Rolle der jüngeren Tochter zeichnete sich Frau Heiden aus. Besondere Beachtung verdient Z e I n ik e r als Fuhrmann Chomet. Aber auch alle andern verdienen volle» Lob, Die Aufführung hatte ein respektables Niveau. 1. m, Klavierabend Doniach— Buchholz Einen besonderen Genuß verdankte das am 12. Dezember im Festsaale der Schwarzwaid-Schule zahlreich erschienene Publikum dem jungen Ehepaare Doniach-Buchhol*, welches mit tiefer Musikalität und hervorragender Technik Werke auf zwei Klavieren und auch Soloatücke zum Vortrag brachte. A. U. SfidlerscAau 8efer Haschana LijhudeJ. (Das Jahrbuch der hebräischen Histadruth in Amerika, 353 Quartierten,) Die hebräische Bewegung überall!n den Diaspora? * ländern bleibt noch lange ein Objekt idealistischer Kämpfer gegen eine widerstrebende Wirklichkeit des Milieus, oft aych gegen eine nicht genug zu bemängelnde Apathie seitens zionistischer Offizialität. So sind auch die Leistungen der hebräischen Histadruth in Amerika nur der geradezu fanatischen Hingabe weniger Idealisten zu danken. Auf pubükatorischem Gebiete hat die Histadruth neben dem wöchentlichen «Hadoar» noch manch andere Ausgabe zu verzeichnen. Reichhaltig ist ein Jahrbuch vom vergangenen jüdischen Kalenderjahre, von M. Ribalow und Z. Scharfstein redigiert, das uns als wohl sehr verspätete Edition der Histadruth yorliegt, weiches mit einer Fülle literarischen Materials ein Bild der schöpferischen Kräfte in der hebräischen Sprache m Amerika widerspiegelt, Von den 36 Beitragenden in der Sammelsclirift sind nur sehr wenige Nichtamerikaner. Gewiß, volle Aytochtonen Sind hier nur wenige beteiligt, aber es sind Kräfte darunter wie die Poeten S y 1 k I n e r und R e g e 18 o h n, der pädagogische Schriftsteller C z y p k i n, Kunstkritiker Rüben Le ff, die tatsächlich auf amerikanischem Boden geboren ynd auch erzogen wurden, eine Erscheinung die unser einheimischer Westen noch nicht zutage gefördert hat, AU ein Mangel muß es indes empfunden werden, daß im großen und ganzen wenige der Sujets dem amerikanischen leben zugrunde liegen. Dies wird wohl eher als ein unterlassender Fehisehritt der Redaktion zu buchen »ein, denn wir kennen ja sonst von früher her hervorragende belletristische Arbeiten lokaler Sujets, eines Opatoschu, eines Ber. k o w I q z u. a. m. Immerhin produziert sich hier das hebräische Jung* Amerika mit einer Reihe wertvoller hebräischer Arbeiten auf belletristischem und wissenschaftlichem Gebiete, die dem Leser ein neu erstandenes Asyl jüdischer Kultur auf neuem Boden vor Augen führen. Abgesehen von den Beiträgen bekannter überseeischer Schriftsteller finden sich hier feinfühlige Essays und Monographien von Ribalow, Ab, Goldberg, Silberschlag (über Ben Gabirol), 2. Rudi (über die Juden in der Philosophie der Gegenwart), Dr- S- Bernstein (zur messianischen Idee von Sehlomo Moicho), Josef Markus, J. Orünberg, Reider u. a. m.: unter den Erzählern verblüfft 5. L. Blank mit einer Schilderung des idyllischen Dorflebens von Juden in Bessarabien, das von den Stürmen des Pogroms in ein tragisches Ende ausklingt, während Churglns schwärzestes BHd aus dem Leben des jüdischen Tyrannen Herodes bei aller Plastik dennoch allzu färbig erscheint. Jochanan Twerskys psychologische Darstellung eines Gelehrtenstreiters aus dem Anfang des achtzehnten lahrhunderts, in deren Mittelpunkt der Humanist Christian Wolf steht, an »Ich ein hier etwas befremdend anmutendes Thema, ist als eine überragende Arbeit dieses bekannten, originellen Denkers und Dichters in der hebräischen Literatur Amerikas zu werten, wie denn auch das fein gezeichnete Genrebild Ariellis aus dem Leben einer jüdischen Familie Amerikas besonders auffällt. Gedichte, darunter einige dramatische Fragmente, lieferten unter anderem Regelsohn, Lisizky, Fischkin, Israel Efrat, Hilel Bawll (eine Serie Lieder), Baruch Kaznelson. Im publizistischen Teile werden auch aktuelle Probleme der luden Amerikas, namentlich betreffend Erziehung, Arbeiterbewegung, Gemeindeleben behandelt. Eine Abhandlung Uber jüdische Künstler in Amerika macht uns mit großen jüdischen Namen auf dem Gebiete der Skulptur, Malkunst und Architektonik bekannt, worunter manche an führender Stelle in die Neue Welt ragen. So erfahren wir, daß ein simpler, ungeschulter Sehmied aus Polen, Samuel Jett in, es zum bedeutendsten und preis- Be! nervösen Schmerzen, Kopfschmetzen gidjtifdjcn unb tfleumatlfäen Stflmetjen flitfc Togal« Tabletten unübertroffen. Tie SBitfung tritt unmittelbat ein, feine fdjäbltdjen WebentDirtungen. fragen Sie 31jten 5Irjt. — 3n aßen Wpot$efcn. — ipreis S. 2.40. gekrönten Eisenkonstrukteur bei Onkel Sam gebracht hat. Seine dekorativen Eisenverzierungen schmücken die Prachtvillen yankeescher Millionäre, unter den zahlreichen jüdischen Baumeistern mit künstlerischem Schwung befindet sich einer, Albert Kohn, der am meisten Beschäftigte in Amerika, der den gigantischen Fabrikskomplex Fords in Detroit noch während der antisemitischen Aera Fords gebaut hat und dessen Werk auch das Fabriksbulding der General Motors ist. S. Picker. Schlre Simrah. Rezitative mit und ohne Begleitung für den jüdischen Gottesdienst. Komponiert von M. Birnbaum, ehern. Überkantor in Halberstadt und Wiesbaden. Erster Teil: Freitag-Abend und Sabbath-Morgen. Das allzu kühle, starre westliche Kantorat und die zu sehr sentimentale, hemmungslose östliche Chasanuth, sie kontrastieren 6o ungeheuer, sind voneinander so entfernt, wie der Westen vom Osten. Das westliche Kantorat kann dur ua» Gemüt des Ostjuden durchaus keine Wirkung ausüben, und die östliche Chasanuth wiederum ist nicht in der Lage, dem Westjuden irgendwelche Begeisterung einzuflössen. Der Grund dieser eigenartigen Erscheinung liegt einzig und allein in der Reformbedürftigkeit sowohl der östlichen Chasanuth als auch des westlichen Kantorats, ale erster® wegen ihres zu heißen, das letztere wegen seines zu kühlen Temperamentes. Die geeignetste und wirksamste Reform für beide wäre daher eine Fusion beider Arten, eine richtige Synthese von Ost und West. Dem Verfasser dieses uns vorliegenden Werkes «Schlre Simrah», M. Birnbaum, ein jüngerer Bruder und Jünger des leider allzu früh verstorbenen genialen Komponisten und Oberkantors, A. B. Birnbaum, Czenstochau, schwebte eben diese so einleuchtende wie lobenswerte Idee vor, und da» Produkt dieser schönen Tendenz sind die ausgezeichneten Rezitative, die im Oeiste echter Chasanuth und im Rahmen modernen Kantorats gehalten sind. Der Versuch einer Fusion von Ost und West ist somit dem Verfasser vollauf gelungen. Die Rezitativs sind »ehr melodiös, reich an verblüffenden Modulationen, an Vielfarbigkeit, leicht faßlich und packend, Besonders hervorzuheben sind «Haschlciwenu* |.. «W’scdmeru» |. und «Atha Jazartha». Erwähnenswert Ist auch die schlichte, Jedoch wirkungsvolle Begleitung der meisten Rezitative, Möge das gediegene Werk M- Birnbaum» die ihm gebührende Verbreitung finden! J- Kühn. yiotUten Die Liga für das arbeitende Palästina in Oesterreich veranstaltet am Sonntag, den Iß. Jänner 1032, präzise Uhr abend, im Festsaate, IV-, Frcithstraß» 3 (Neuhau der Oastgewerbiichen Krankenkasse, näehst Kärntpertor) einen Abend jüdischer Kunst. Unter anderem wirken mitj Gertrud Kraus und ihre Gruppe, Jüdischer Gesangsverein (Dirigent: J, Brandmann), Klarinetten-Quintctt Stein, Der gesamte Reinertrag fließt d«*m PaJästina-Arbelter-Fonds zu. Karten zum Preise von 8 1.80 bis S 5.— erhältlichi Sekretariat der Liga* I., Jordanaasae 7, j.'Stock (jeden Mittwoch, 7 bla 0 Uhr abends), Bureau de« Jüdischen Nationalfonds,!„ Körntnerstraße 28, Vereinigte zionistiscMozialiBtisohe Ameiterpartei «Ppale Eion-Hlstadruth»,!., Blumauqrgpage 1, und bei allen Mitgliedern der Liga. Gastspiel Paul Baratow in den Jüdischen Künstler* spielen, Der Leitung der Jüdischen Künstlorspiele, Theater Reklam, II., Praterstraße 34, Ist es gelungen, den berühmten, zweifellos den besten jüdischen Schauspieler der Gegenwart Ben Zwl-Paul Baratow für ein kurzes Gastspiel zu verpflichten. Dr, Baratow. der kürzlich mit unerhörtem Erfolge in London und Brüssel gastiert hat und vorher fünf Jahre in den führenden jüdischen Theatern Amerika« auftrat, ist dem Wiener Publikum ein alter und guter Bekannter. Vor zehn Jahren hat er «Ich dl« Herzen «Uwes Publikums erobert. Dr. Baratow tritt «um ersten Male Freitag, den 25. Dezember, in den Jüdischen Künstlerspielen in «Der Fremde» von Qordin auf, Geplant ist ferner die Aufführung von Tollere «Hinkemann» und Strlndbergs «Vater». Das Gastspiel hat In Wien große Sensation hervorgerufen. Der Wiener Jüdische Gesangverein wirkt hei dem am 16. Jänner 1033 stattfindendem Konzert »ugunsten des arbeitenden Palästinas mit jüdischen und hebräischen Chören mit. Die Proben finden Jeden Dienstag, Punkt %8 Uhr abends, im Vereinslokal, II., Untere Auffartenstraße 38, statt, Im Neuen Jüdischen Theater. 11, Taborstraße 12, gelangt Fre'tag, den 25, d» die Komödie «0 u w i d 1» mit Sevilla Pastor In der Titelrolle zur Erstaufführung. Pas Stück wird am 26., 37. und 28. Dezember wiederholt. Das Programm der Nachmittagsvorstellungen lautet: Freitag «Der Marne» Geliebter», Samstag «Schokolade nkönig» und Sonntag «Joschke Chwat». Konzert jüdischer Musik ln Bratislava. Farben- und melodientrunkenes Altneuland der jüdischen Seele erschloß »ich der andächtig lauschenden Gemeinde, dl» der Einladung der rührigen Bratislavaer «Wizo» zu dem Konzertabend Stutschewskys gefolgt war und einen wundervollen Abend reinen, künstlerischen Genusses erlebte, Ein Konzert jüdischer Musik von einet Reichhaltigkeit und Vielseitigkeit und doch inneren Geschlossenheit des Programms, wie es hier auch niemals gehört wurde. Ein Konzert, dessen künstlerisches Niveau schon von vornherein bedingt war durch die Persönlichkeit Prof. Joachim Stutschewskys, dieses unermüdlichen Vorkämpfers und Wortführer» de» modernen jüdischen Musikschaffens sowie einer ganz vorzüglichen jüdischen Künstlergarde, unter der sich auch kompositorisch so starke Talente wie Israel Brandmann, dessen Variationen über einen palästinensischen Volkstanz für Streichquartett aufgeführt wurde, befinden. Und wa* uns dieses Programm vermittelte, war wirklich ein breiter und interessanter Querschnitt durch das moderne jüdische Musikschaffen vom chassidischen Niggun bis zur palästinensischen Horra, von der verräucherten ostjüdischen Klaus mit den blauen Dümmerschatten Ihrer teils schwermütig verträumten, teils rhythmisch-beschwingten Romantik, bis zum naturerlösten, schollenverhundenen Aufjauchzen ekstatischer Pionierseelen. Die Wizogruppe in Bratislava hat mit diesem wohlgelungenen künstlerischen Abend eine ganz hervorragende Kulturtat ’oübracht. Eine jiddische Tageszeitung ln Brüssel, Seit kurzem er* scheint in Brüssel eine Tageszeitung in jiddischer Sprache unter dem Titel «Letzte Neles», deren Chefredakteur der russisch-jüdische Publizist Vladimir Oroßmann tat. Eint Jiddlschlsten-Gruppe in Antwerpen plant die Herausgabe einer jiddischen Tageszeitung «such für Antwerpen«