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Die Stimme · 1931-12-24 · Heft 207 (24.12.1931) · page 2

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Journal
Die Stimme
Volume
4 (1931)
Issue
Heft 207 (24.12.1931)
Date
1931-12-24
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
journal issue
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Seite 2 Die STIMME Nr. 207 — 24. Dezember 1^3-1 er eit'Kaiemef h'B«*ltz $ 1. Jahrzehnt. X« Jahrzehnt. 9« Jahrzehnt. . . . . 16.000 Dunani . « ♦ . 56.000 Diinam . . . . X39.000 Dunam Jude, hilf dem Keren Kaiemeth im JubiKiuimlalir! Misrach-Bilder und zur Kinderbelustigung hergesteiiten Simcliath-Thora-Fähnclien, die, wie erinnerlich, von Mufti-Anhängern bereits der Shaw-Kommission und später der Klagemauerkommlssion als Beweis jüdischer Absichten auf die Omar-Moschee vorgelegt wurden, bei den Mitgliedern dieser Kommissionen aber nur ein mitleidiges Lächeln gefunden haben. Die Mufti-Anhänger erklären, daß die auf den Misrachi-Biidern und den Fähnchen aufgemalten Gebäude die Omar-Moschee darstellen sollen, deren sich die Juden bemächtigen wollen. In Wirklichkeit besteht zwischen diesen plumpen Phantasiebildern und der Omar-Moschee nicht die geringste Aehnlichkeit. Die Bilder wurden verbreitet, um die Wirkung der Rede Dr. Chaim Arlosoroffs in der letzten Pressekonferenz der Jewish Agency, In der er die Behauptung, daß die Juden irgendwelche Absichten auf Heilige Stätten des Islam oder anderer Konfessionen hätten, als Hirngespinste bezeichnete, abzuschwächen. Arlosoroffs Rede war Ins Arabische übersetzt und unter die Kongreßteilnehmer verbreitet worden. Während die zu Beginn des Kongresses verteilten gefälschten Bilder, auf denen gezeigt wurde, wie englische Offiziere jüdische Arbeiter in der Handhabung von Maschinengewehren unterweisen, von auswärts importiert worden waren, ist es nachgewiesen, daß die Reproduktionen der Misrach-Bilder und Simcha-Thora-Fähnchen nebst den dar* "chörigen Pamphleten in der Druckerei des ‘ Mosler ^-.enhauses in Jerusale ^gestellt wurden. Dr. Weizmann wird Präsident der Engl. Zion. Förderation Die Exekutive der Englischen Zionistischen Föderation hat einmütig den Beschluß gefaßt, der demnächst stattfindenden Jahreskonferenz der Föderation vorzuschlagen, Dr. Chaim Welzmann, den früheren Präsidenten der Zionistischen Weltorganisation und der Jewish Agency, zum Präsidenten der Englischen •ZJörrisrischen Föderation zu wählen. Der jetzige Präsident'der Föderation, Df. Eder, teilt mit, er selbst habe Dr. Weizmann gebeten, die Würde des Präsidenten der Föderation zu übernehmen, und Dr. Weizmann habe sich hierzu bereit erklärt. Dr. Chaim Weizmann, der gegenwärtig Ehrenpräsident der Englischen Zionistischen Föderation ist, fungierte schon einmal als deren geschäftsführender Präsident Zu Beginn des Jahres 1917 hat ihn die Jahreskonierenz der Föderation zum Präsidenten derselben gewählt. Zu jener Zeit hatte sich Dr. Weizmann gemeinsam mit Nahum Sokolow, dem jetzigen Präsidenten der Jewish Agency, intensiv jenen Aktionen gewidmet, die im November 1917 zur Verkündigung der Balfour-Deklaration geführt haben. Beratung zwischen MacDonald und Sokolow London, 16. Dezember (J. T. A.). Ministerpräsident Ramsay Macdonald empfing den Präsidenten der Zionistischen Weltorganisation und der Jewish Agency for Palestine, Herrn Nahum Sokolow, um sich mit ihm über die aktuellen Fragen der Jewish Agency und deren Arbeit in Palästina zu unterhalten. Die Unterhaltung war sehr eingehend und trug einen freundschaftlichen Charakter. Am Mittwoch, den 23. Dezember, tritt Nahum Sokolow an Bord der «Malestic» die Reise nach New York an. Er wird sich an der in den Vereinigten Staaten durchzuführenden Kampagne für den Keren Hajes- •od beteiligen. Fortschritt der jüdischen Siedmngsarheit in Palästina Der Plan der Jewish Agency, tausend Familien auf dem Lande in Palästina über den Rahmen der normalen Arbeit hinaus anzusiedeln, ist bereits soweit vorgeschritten, daß ein Ueberelnkommen über die Auswahl der Siedler getroffen werden konnte. Das Ueberelnkommen wurde von Julius Simon, Mohl und Doktor Maurice B. Hexter Im Namen der Palestine Economic Corporation und der Palestine Plantation Company und von Harzfeld, Kaplan und Remez im Namen der Arbeiterschaft unterzeichnet. Wauchope, empfing sämtliche Mitglieder der Exekutive des Waad Leuml, nämlich Ben-Zwi, Berligne, El Maleh, Katznelson, Ostrowsky und Henriette Szold, ln offizieller Audienz. Der High Commissloner unterhielt sich mit den Mitgliedern der Waad Leuml-Exekutive über laufende palästinensische Fragen. Bei dieser Gelegenheit wiesen die jüdischen Führer darauf hin, daß fünfzehn jüdischen Familien aus Kurdistan, die auf illegalem Wege ins Land gekommen waren, die Ausweisung angedroht wurde, und ersuchten den High Commissloner, zu veranlassen, daß von einer solchen Maßnahme abgesehen werde. Sokolow bei Sir John Simon London (J. T. A.). Der Präsident der Zionistischen Weltorganisation und der Jewish Agency, Herr Nahum Sokolow, der in diesen Tagen vom Premierminister Ramsay MacDonald empfangen wurde und sich mit ihm längere Zeit über Palästina-Fragen unterhalten hat, besuchte nunmehr auch den britischen Außenminister Sir John Simon. In einer lange dauernden Unterredung besprachen Nahum Sokolow und Sir John Simon die laufenden Angelegenheiten Palästinas und die Position Palästinas auf internationalem Felde und im Völkerbund, in dessen Rat Sir John Simon als Vertreter Englands sitzt. nmiiMiWMHaiiJMiiewnBMMaHBaaMMnmaBBMmOTifliiirTsn Jüdischer Frauenbund, IX., Severingasse Nr. 6 5 Dienstag, den 29. Dezember 1931, S o n d e rvorstellung „Der Fremde“ mit Z W I B A R A T 0 W in den Jüdischen Künstlerspielen (II., Praterstraße 34) zugunsten der Kinder- und GreiJenaktlon. Karten bei den Vorstandsmitgliedern, in der Buchhandlung Rath, II., Taborstraße 20a und an der Abendkasse. Vorvefkatrf^zu ermäßigten Preisen. 150 amerikanische luden siedeln sich in Palästina an New York; (J. T. A.) Das Paiäslinaamt der Zionistl* sehen Organisation Amerikas gibt bekannt, daß sich über 150 amerikanische Juden in Amerika, in der Hauptsache Angehörige des Mittelstandes, mit einem durchschnittlichen Kapita'.sbesitz von 8000 -Dollar, im Palästinaamt zur Reise und Ansiedlung in Palästina registriert haben. Oer neue Oberstaatsanwalt begibt sich nach Palästina Jerusalem, 16. Dezember. (J. T. A.) Der als Nachfolger von Norman Bentwich zum Oberstaatsanwalt für Palästina ernannte H. H. Trusted hat die Reise nach Palästina ange* 'treten, um sein , neues Amt zu übernehmen. Sein' Eintreffen in Jerusalem wird für den 20. Dezember erwartet. Der stellvertretende Oberstaatsanwalt R. H. Drayton begibt sich nach London. Er tritt in den Dienst des Kolonialamtes, wo er die Aufgabe haben wird, Gesetze und Verordnungen für die Palästina-Regierung zu entwerfen. Die Executive des Waad Leiuni heim High1 Commissloner Jerusalem, 17.Dezember (J. T. A.). Der High Commissloner für Palästina, Sir Arthur Grenfell Verbrüderung zwischen Hitler und Cuza Bukarest, 15. Dezember. (J. T. A.) In Sibiu (Hermannstadt-Transsylvanien) tagt gegenwärtig der Kongreß der christlichen Studenten Rumäniens. Der Kongreß hat in diesem Jahre ein besonderes Gepräge durch die Teilnahme einer Delegation von Hitler-Studenten aus Deutschland unter der Führung von Karl Motz. Er steht im Zeichen cuzistischhitlcristischer Verbrüderung. Karl Motz toastierte auf die Befestigung der Freundschaft zwischen dem deutschen und dem rumänischen Volke und sagte, Cuza habe den gleichen Kampf durchzukämpfen wie Hitler in Deutschland. Es wurde beschlossen, an Cuza und Hitler Hukligungstelegramme abzusenden. cmummaamsammmmmmammmmmmnmm Infolge des allgemeinen Uersammtungsverbotes bis zum 0» Jänner 1932 mußten die vom Zionistischen Sandesvetbande für Oesterreich ange* setzten Protest* Versammlungen gegen die Vorfälle an der Universität und das ftudentenrecht abgesagt werden! Die Keren-Hajessod-Kommission tür Oesterreich Die Zionistische K. H.-Kommission ist aus Vertretern des allgemeinen Landesverbandes der Zionisten, des Verbandes der Rädikalen-Zionisten, der Union der Zionisten-Revisionlsten und der Poale-Zlon zusammengesetzt. Die Konstituierung fand am 8. Dezember lft31 statt. Zum Obmann wurde Herr Dr. Fritz Eksteln, zum Obmannstellvertreter Obering. Otto K r a s n y gewählt. Die K. H.-Kommisslon hat In eingehendster Weise die Gebarung und die Lage geprüft. Nachstehend verölfentllchen wir Ihre Bekanntmachung: ■ r Zionisten Oesterreichs! In schwe&r Zeit übernahmen wir die Arbeit für den österreichischen K. H. Mehr als je ist es heute unser aller Pflicht, tlas große Werk der Wiederaufrichtung unseres Volkes mit Kraft und Zähigkeit weiterzuführen. Es ist die einzige konstruktive und positive Leistung dos Judentums von heute, dessen Lage in der Galuth sich immer mehr verschlechtert. In den ersten Reihen des Dienstes am Werk müssen wir Zionisten stehen. Die K. H.-Kommission hat leider konstatieren müssen, daß unsere Gesinnungsgenossen, trotz guter Leistungen, noch weit davon entfernt sind, ihre volle Pflicht zu tun. Keren-Hajessod- Beiträge sind für Zionisten eine Steuerleistung, die im Verhältnis zu ihrem Einkommen zu stehen hat (Maasser) und der sich kein Zionist entziehen darf. Die Kommission wird fortan in permanentem Dienst darüber wachen, daß alle Zionisten, welcher Parteirichtung immer, ihre Pflicht erfüllen. Zur Unterstützung ihrer Aufbringttngs- und Werbearbeit und der ihres Sekretariats ruft sie freiwillige Mitarbeiter auf. Solche sind in allen Ländern mit Erfolg tätig, nur in Oesterreich ist deren Zahl-verschwindend gering* Dieser Zustand muß ein Ende finden. ~Wir.brauchen freiwillige Mitarbeiter in großer ZahC Alle Kräne müssen gerade ln der jetzigen Zeit der Not in den Dienst unserer großen Sache gestellt werden. WHf k(innen keinen Stillstand in der Aufbauarbeit ertragen, Zionisten! Meldet euch als fr^iwil- 1 i g e K. H.-A r b e i t e rl Die K. H.-Kommission wird nächstens eine Sitzung von Vertretern aller aktiven Zionistischen Gruppen Unberufen, zu der jede einzelne pflichtgemäß Ihren Delegierten zu entsenden hat. Die Kommission wird di&er Sitzung einen Arbeitsplan vorlegen und mit Hilfe der Gruppenvertreter die Mitarbeltergrupperi organisieren. Die neutrale Keren-Hajessod-Kommissibn Ist dieser Tage zusammengetreten; auch dort haben die zionistischen Vertreter die Dringlichkeit und Wichtigkeit der Arbeit hervorgehoben. Die K. H.-Kommlssion wird der OeffentUchkeit über Ihre Tätigkeit regulär Bericht erstatten. Für die Keren-Hajessod-Kommis3ion: Dr. Fritz Eksteln Obmann Prof. A. Freud Oberin*!. OttoKirasny Sekretär Qbmann-Stellv. * Emil Ludwig in Moskau Emil Ludwig ist zu einem1 zehntägigen Besuch in. Moskau eingetroffen, wo er Gast des deutschen Botschafters ist. Er gedenkt, ein großes Werk in der Art seines «Napoleon» oder «Wilhelm II.» über einen der markantesten Führer der Sowjetunion zu schreiben. In einem Gespräch mit dem J. T. A.-Vertre*er füfirte Emil Ludwig u. a. aus: Sollte in Deutschland Adolf Hitler zur Macht kommen, so werden die Juden die ersten Leidtragenden sein. Vor die Tatsache gestellt, daß er außerstande sei, alle dem deutschen Volke so freigebig gemachten Versprechungen zu erfüllen, wird Hitler wenigstens duren .etwas beweisen müssen, daß das Volk aus dem Uebergang der Macht in seine Hände profitiert hat. Dieses «etwas» wird die Entrechtung und wirtschaftliche Ausbeutung der Juden sein: denn Judenverfolgung ist eine sehr viel leichtere Sache als die Durchführung wirtschaftlicher und politischer Reformen zum Nutzen eines Landes. Kommt Hitler zur Macht, so werden sich vor seinem Zugriff die reichen Juden eher schützen können als die armen und arbeitenden luden. Palöstinaproduktel Eine der wichtigsten Aufgaben für den Aufbau Palästinas ist die Förderung des Absatzes eeiner Produkte. Es ergeht daher der Ruf an alle Zionisten, die Jaffaorangen anderen vorzuziehen und diese bei der Firma Samuel Halpern, Wien, II,, Förstergasse 6, Tel. A'46-4-12, zil bestellen.

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