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Die Stimme · 1931-12-24 · Heft 207 (24.12.1931) · page 1

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Journal
Die Stimme
Volume
4 (1931)
Issue
Heft 207 (24.12.1931)
Date
1931-12-24
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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V. b. b. BEZUGS BEDING! JNGEN Otit«n«ich oiunai lieh S *ier»#l |lhrl S 4 20, «an» jihrt S 16- Dautachld. «t«rtal (ihrl RM V- Taeh «c ho <1 o«va k o viert «1) K.« 24- — luiiuiiliwtM orr lei ilhrt Dm 40 - Pole» oeitai|ftht lieh Zion 6 40 Ungar» vierte 1 (Ahr lieh P«»g£ 4*20 Rumlme» rteriel ilhrl t «et 120 U*hrt((e* Ausland viertellAbrl Sch«1 Franke» 4*50 Jüdische Zeitung Preis 35 g Erscheint jeden Donnerstag Redaktion und Administration Wien I. Kärntner •traft» 28 TaL R-27 4 86 Postsparkassen* kontii Oester» D 113-546 Pole» . 191.199 T achecho* »lowakei $00.236 Itigoslawien 40.879 4« Jahrgang Wien, Donnerstag, 24. Dezember 1931 (14. Tebeth 5692) Nummer 207 Der Islam-Kongreß beschließt Boykott palästinensisch-jüdischer Produkte MUm die Omar-Moschee gegen jüdischen Zugriff zu schützen“ J e r u s a I e m (J. T. A.). Die in Jerusalem tagende Islam-Konferenz ermächtigte ihren Präsidenten, den Großmufti von Jerusalem Haj Amin el Hussein!, beim Völkerbund gegen den Beschluß der internationalen Klagemauer-Kommission Protest einzulegen. Die von der englischen Regierung mit Zustimmung des Völkerbundes ernannte Kommission zur Festsetzung der Rechte und Ansprüche der Juden und Moslems an der Klagemauer, der ein Schweizer, ein Holländer und ein Schwede, aber kein Engländer, angehörten, hat bekanntlich ein Urteil gefällt, wonach die Klagemauer als Teil des Haram (esli-Sherif) moslemitisches Eigentum, aber nicht moslemitisches Heiligtum ist, und das Pflaster vor der Mauer niemals eine Stätte für mosleniuisclie Gebete gewesen ist. Der Großmufti wurde ferner ermächtigt, all&moslemltischen Herrscher und Notabein dahin zu Informieren, daß die Konferenz den gegenwärtigen Status der Heiligen Plätze des Islam unter den Mandatsbestimmungen mit Entrüstung betrachtet Schließlich proklamierte die Konferenz den Boykott aller Waren palästinensisch-jüdischer Provenienz in allen moslemltlschen Ländern. Dieser Boykott soll «ein Mittel sein, die Omar-Moschee vor jüdischem Zugriff zu schützen.» «Wenn es den Juden ln Palästina gelingt», heißt es in der betreffenden Resolution weiter, «ihre Industrie zu entwickeln, so werden sie in der Lage sein, immer mehr Boden zu erwerben; es könnte dann soweit kommen, daß auch die Moschee vor ihrem Zugriff nicht sicher Ist» Eine antizionistische Resolution J e r u s a 1 e m (J. T. A.). Der in Jerusalem tagende, vom Mufti Haj Amin el Husseinl einberufene Islam- Kongreß hat die folgende Resolution angenommen: Der Zionismus bedeutet ipso facto einen Angriff auf das moslemitische Wohl und hat sich als den moslemltischen Interessen schädlich erwiesen. Direkt oder indirekt verdrängt er die Moslems aus der Kontrolle Ihres Landes und ihrer Heiligen Stätten. Der Annahme der Resolution ging eine Aussprache voraus, in der mehrere Delegierte England wegen seiner Orient-Politik angriffen. Einer der syrischen Delegierten, Riadh Bey, erklärte, England habe die Juden nach Palästina gebracht und sei deshalb für die den Islam bedrohende jüdische Position in Palästina verantwortlich. Mit seinen imperialistischen Zwecken dienenden Mandaten und seiner ganzen Kolonialpolitik habe England Unruhe in den Orient gebracht Der indische Moslemführer Schaukat All trat Riadh Bey scharf entgegen und erklärte: Wir Moslems sind Gegner der jüdischen Invasion in Palästina, aber wir müssen freundschaftliche Beziehungen zu England unterhalten. Die Kluft zwischen dem Mufti und Schaukat Ali et weitert Jerusalem (J. T. A.) Es ist heute noch nicht abzusehen, wann die Moslem-Konferenz in Jerusalem zu m KA&ER5TR. m (X Alserstr. 6 S 15 - S 20 -S 7& ’ih' ■ Ende gehen wird. Der Kongreß trat in die Erörterung der Verfassung eines allweltlichen Moslem-Verbandes ein. Dabei ergaben sich einschneidende Meinungsverschiedenheiten zwischen der Gruppe um den Mufti und der Gruppe um den indischen Führer Schaujcat Ali. Der Mufti wünscht, daß der jetzige Teilnehiherkreis des Islam-Kongresses den Kern für alle weiteren Kongresse bilden soll, daß sich der Teilnehmerkreis nicht verändert, sondern nur erweitert, und zwar in der Weise, daß die von diesem Kongreß gebildete Exekutive das Recht erhält, zu den künftigen Kongressen diejenigen einzuladen, die ihr als Teilnehmer genehm sind. Schaukat Ali widersprach diesem Plan entschieden. Bei einer Abstimmung zeigte sich, daß der Mufti die Mehrheit auf der Konferenz bat und daß er somit der Führer der Islam-Kongreß-Bewegung bleibt. Die Konferenzdelegierten begaben sich.nach Jaffa, wo ein Mitglied der dem Mufti-Kreis angehörenden Jüdische Künstlerspiele Theater Reklam, II., Praterstraße 34, Tel. R 40-0-94. Kurzes Gastspiel des weltberühmten Dr. Ben Zwi-Paul Baratoff ab Freitag, 25. Dezember 1931, f29 Uhr abends „Der Fremde von Gordm Kartenvorverkauf an der Tages- und Abendkasse Telephonische Bestellungen unter Nr. R 40-0-94 Dajani-Familie ihnen ein Frühstück gab. Bei dieser Gelegenheit wurden die bisher geleisteten Beiträge für die geplante Moslem-Universität bekannt gegeben. Die höchste Spende ist die einer arabischen Bank in der Höhe von 100 Pfund, der größte Beitrag einer Einzelperson beträgt 50 Pfund und stammt von einem Moslem in Jaffa, dessen Name, wie beschlossen wurde, in das Portal der künftigen Universität eingemeißelt werden soll. Schließung des Kongresses Jerusalem, 17. Dezember (J. T. A.). Am Donnerstag, den 17. Dezember, ist der Kongreß zu Ende gegangen. Noch bevor der Kongreß geschlossen wurde, hat die Palästina-Regierung zwei Teilnehmer, und zwar Abdul Rachman aus Aegypten und Azzam aus Tripolis, mit sofortiger Wirkung aus Palästina ausgewiesen, weil diese Delegierten in Ansprachen an den Kongreß die italienische Politik in Tripolitanien in einer Weise kritisiert haben, die dazu angetan ist, die Beziehungen zwischen Italien und England zu trüben. Unmittelbar vor Schluß des Kongresses, wurde eine aus 25 Personen bestehende Exekutive mit dem Mufti als Vorsitzenden gewählt. Auch der ausgewiesene Azzam wurde demonstrativ in die Exekutive gewählt. Schaukat Ali, der Führer der indischen Moslems, aber lehnte jede etwa auf ihn entfallende Wahl ab und erklärte, daß er keinerlei Funktion Im Zusammenhang mit dem Kongreß ausüben werde. Er kritisierte auch sehr scharf die ganze Führung des Kongresses und die Art der Durchführung der Wahlen. Man glaubt hier, daß Schaukat Ali mit dem Mufti und seiner Richtung endgültig gebrochen hat. Noch während der letzten Kongreßtage haben die Beamten des Mufti antijüdisches Hetzmaterial unter den Kongreßdelegierten verteilt, darunter auch jene Zum io. Todestag, biete ich die Werke von Josef Popper-Lynheus zu tief herabgesetzten Preisen an: Phantasien eines Realisten 17. bis 21. Auflage. Goßoktav, 378 Seiten. Halbleinen, früher S 16.20, jetzt S 4.50. Die „Phantasien eines Realisten“ haben unter allen Werken Popper-Lynkeus die größte Verbreitung gefunden. In unendlich wecliselvoller und reicher Fülle ziehen die verschiedenartigsten Menschen und ihre Schicksale an uns vorbei. Popper- Lynkeus führt uns durch alle Abgründe des Lebens und deckt alle Affekte niedrigster und edelster Art auf, die das Menschenherz bewegen. Das Rechi zu lenen und die riiicm zu Sternen 4. Aul läge. (Jroboktav, 1 i 1 Seiten. Broschiert, früher S 5.40, jetzt S 3.40. Halbleinen, früher S 7.20, jetzt S 4.50. In dieser Programmschrift Popper-Lynkeus sind alle Ideen enthalten, die die Grundlage für das Lebenswerk des großen Philosophen bilden sollten. Die allgemeine näiirDiiicni^8“""öer 2. Auflage. Großöktäv, 396 Seiten. Leinen, früher S 18. jetzt nur S 4.50. Dies Buch ist ein Fundamentalwerk der Weltliteratur, auf das man noch ln Jahrhunderten wird zurückkommen müssen. Krieg, iseMcit und staatsveriassung GroßoRtav, 380 Seiten. Broschiert, früher S 8.—, jetzt S 4.50. Dieses letzte Buch des großen Sozialphilosophen ist die Krönung seiner Lebensarbeit für das Wohl und die Sicherheit des Individuums. Philosophie des Mechies Broschiert, früher S 3.—, jetzt S 1.50. Halbleinen, früher S 4.50, jetzt S 2.50. Popper-Lynkeus begnügt sich nicht mit der Kritik der bestehenden Strafrechtspflege^ sondern baut uns eine neue Strafgesetzgebung auf, die mit dem Maximum der Sicherheit der Gesellschaft ein gleichzeitige» Minimum der den Uebeltätcrn zuzufügenden Uebel vereinigt. Voltaire 11. bis 13. Tausend, Großoktav, 317 Seiten. Broschiert, früher S 12.—, jetzt S 4.80. Leinen, früher S 15.-—, jetzt S 6.50. Das Werk Popper-Lynkeus über Voltaire ist elno „Rettung“ dieses großen, virlfai h verkannten Mannes. Fürst BismarcK und der. 2. Auflage, GroJäoktav, 154 Seiten. Broschiert, früher S 5.40, jetzt S 3.40. Halbleinen, früher S 7.20, jetzt S 4.50. Popper-Lynkeus, der große Vorkämpfer für Humanität, hält Gericht über die kulturfeindlichen, ökonomischen und politischen Grundlagen des Antisemitismus. Punkt für Punkt weist er die Unhaltbarkeit aller Angriffe gegen die Juden nach. Er richtet sein» Mahnung an Juden und Christen und appelliert an das Gerechtigkeitsgefühl aller Gutgesinnten. Dieses Werk des großen Menschenfreunde» Popper-Lynkeus ist gerade heute, in unserer Zeit der Kämpfe und des Hasses, besonder» geeignet, Frieden und Versöhnung zwischen den Völkern zu stiften. Oder Religion üi'oßoit!.:!v, 229 Seiten. Broschiert, früher S 7.20, jetzt S 3.40. Gebunden, früher S 9.—, jetzt S 4.80. In seinem nachgelassenen Werk „Ueber Religion“ räumt Popper-Lynkeus auf mit allen Vorurteilen, mit allem Aberglauben, mit allem metaphysischen Ballast, der dl» Menschen ln ein Netz von Heuchelei und Lüge verstrickt und sie daran hindert, mit ungeteilter Kraft einer neuen Zukunft entgegenzugehen. um uuppBiiB tniiauscnung, die heute die u/eit vom Kapitalismus un vom üumunlsmus erlern, wird die lUhrenden Geister der menschhe gingen, nach neuen Qeseilsciiattssystemenßussciiau zu halten. Dan wird der Augenblick Kommen, der auch den Forderungen Popoei Lynkeus Weltgeltung bringen wird, nenn wird die Zukunft Poppe! Lynkeus für all das entschädigen, was die Vergangenheit ihmvai öat- CflUDEftHOUE-HALERt ZU BEZIEHEN* :<H: Buchhandlung R. löWIT. Wien, Wollzeile Nr. 6 62^05945

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