Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 4 (1931)
- Issue
- Heft 206 (17.12.1931)
- Date
- 1931-12-17
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
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Nr. SW 17. Dezember 1931 DIE STIMME Sette 9 ins der (Frovinx ZionlrtUehe Ortsgruppe Linz Die zionistische Ortsgruppe Linz veranstaltete am d. M. im Sitzungssaal der jüdischen Kultusgemeinde eine Chanukkahfeier; nach dem Lichterzünden hielt Herr Dr. Oskar Grünbaum, Präsident der zionistischen Organisation für Oesterreich, die Festrede. Seine eindringliche Darstellung der gegenwärtigen Lage der Juden und sein Appell an die Einigkeit und den Erneuerungswillen machten sichtlich einen tiefen Eindruck auf die Festteilnehmer. Hierauf las Serr Robert Spitz die Vorrede zum Buche «Jiskor» von Martin Buber, und mit der von allen Anwesenden gesungenen Tlkwah schloß die Feier. Unmitteibar daran anschließend fand in Gegenwart einiger Vertreter von Provinzortsgruppen eine Vorbesprechung zum Provinztag statt. Es wurde der Beschluß gefaßt, innerhalb zweier Monate den statutarisch vorgesehenen Provinztag in Linz abzuhalten; als Grundlage für diesen Provlnztag wurden nachstehende Thesen in Vorschlag gebrächt: Die am 5. Dezember 1931 in Linz versammelten Gruppen beschließen im Sinne der §§ 17, 18 und 19 des Statuts des Zionistischen Landesverbandes für Oesterreich die Schaffung des «Oesterreichischen Provinzverbandes». Die Tagung beschließt im Sinne der angeführten Paragraphen: 1. 'Der Prövinztag tritt jährlich mindestens einmal zusammen. 2. Der Ort der Tagung wird vom Provinzreferenten des Landeskomitees im Einvernehmen mit den Ortsgruppen festgestellt'. - 3. Falls nur eine Tagung im Jahre stattfindet, so ist dieselbe derartig anzusetzen, daß sie geeignet ist, jene Beschlüsse rechtzeitig zu fassen, welche für die Wahl zum Defegiertentag und Parteirat notwendig sind. A 4. Der Provinztag wählt ein fünfgliedriges Provinzkogntec für die Dauer eines Jahres, in welches die jeweils ges.chäftsführende Ortsgruppe drei Mitglieder entsendet. , 5. Der jeweilige Provinzreferent des Landeskomitees hat im Prdvinztäg Sitz und Stimme. 6. Außer den im Statut vorgesehenen Agenden faßt der Provinztag Beschlüsse in bezug auf: a) die Einteilung der Provinzortsgruppen in Distrikte, b) die gemeinsame Durchführung kultureller und Fonds- Arbeitern, “ 7. Ueber Verlangen von mindestens 5 Ortsgruppen ist eiif außerordentlicher Provinztag einzuberufen. : 8„. Der Prövinztag faßt seine Beschlüsse mit absoluter Mehrheit, jede darin vertretene Ortsgruppe verfügt über eine Stimme, die Vereinigung mehrerer Stimmen auf eine Person ist* unzulässig. Bei Stimmengleichheit entscheidet die Stimme des Vorsitzenden. 9. Für das Jahr 1932 wird die Ortsgruppe Linz mit der Geschäftsführung betraut. Auf Grund der Referate des Herrn Dr. Oskar Grünbaum find der Provinzrefereritin des Landeskomitees, Frau Dora Schwarz, sowie der vorgelegenen statistischen Daten fand eine eingehende Aussprache über die Arbeitsmethoden in der Provinz statt. Zionistische Ortsgruppe Innsbruck Montag, den 7. Dezember, fand ein Vortragsabend statt, in dein'Herr Dr. O. Grünbaum, Präsident des Zionistischen Landeskomitees, über «Gegenwartsfragen im Palästina- Aufbau» sprach. Der Redner zeigte im. ersten Teil seiner Ausführungen* 'daß- Wir derzeit einen der kritischesten Abschnttte"unserer: Geschichte erleben, da sich der Antisemitismus in der ganzen Welt zu einem Generalsturm gegen das Judentum anschickt. Er bewies auch, daß das «Studentenrecht» der Wiener Universität letzten Endes nur auf eine Entrechtung der Juden hinarbeitet. Diesen Sturmzeichen gegenüber beweist aber das Judentum eine ausgesprochene Lethargie, die überwunden werden muß, wenn wir den allgemeinen Ansturm überwinden wollen. Den einzigen Lichtpunkt in der heutigen Lage finden wir in Palästina, wo von einer Wirtschaftskrise fast nichts zu spüren ist Welche Möglichkeiten Palästina den Juden heute schon bietet und welche Zukunftshoffnungen sich uns dort eröffnen, wurde im zweiten Teil des Vertrages dargelegt. Anschließend sprach noch Frau Dora Schwarz-Salzburg-Wien, die in schlichten, aber vom Herzen kommenden Worten ihren Weg zum Zionismus schilderte. -ReicherBeifall der gut besuchten Veranstaltung, in der insbesondere die Innsbrucker jüdische Jugend sehr zahlreich vertreten war, wurde d&tt Rednern zuteil. Mit einem Appell beider Redner an die Jugend unter Hinweis auf deren spe- *&le Aufgaben, wurde der schöne Abend beendet, und es ist td hoffen, daß er der zionistischen Arbeit in Innsbruck neuen Ansporn gegeben hat. Plenarsitzung des Kultusvorstandes Linz Zur Abwehr der Boyköttbewegung gegen die jüdischen Kkufleute, die seitens der Nationalsozialisten, wie sattsam bekannt, in aller Oeffentlichkeit inszeniert wurde, beschloß 4er Vorstand der jüdischen Kultusgemeinde Unz anläßlich sejjier Sitzung am 3. Dezember 1. 1. die geeigneten Maßnahmen, und es wurde sofort mit aller Energie bei den kompetenten Behörden eingeschritten. Die Sache wird seitens qer Behörden als Politikum aufgefaßt, doch drängt die Kultusgemeinde auf raschestes Eingreifen und Verfolgung der Scnuldtragenden. Es ist zu erwarten, daß endlich mit der Beschlagnahme der Plakate und Druckschriften vorgegangen wird. Ferner genehmigte diese Sitzung das Präliminare für kommende Verwaltungsjahr; es wurde dabei;n ällen ionen, die einen Abstrich ermöglichten, dieser durch- ^uinrt, wobei insbesondere die Minjan-Erhaltung und das Chorrefsrat wesentlich niedriger dotiert wurden. Die Kultusuemeinde richtet an alle den Appell, nicht nur den Gottesdienst regelmäßig zu besuchen, sondern bittet auch alle Stimmbegabten, sich freiwillig zur Mitwirkung am Tempelchor zur .Verfügung zu steilen. — In die Steuerschätzungskommission wurden gewählt die Herren Rudolf Kafka, Fritz Pisinger, Cam- Schiller, S. Splra vom Vorstand und Isidor Bruckner, Karl Epstein, Emil Fried, Bruno Hoffmann, Karl löwy, Jakob Plaschkes, Dr, Max Rabl und Emil Zimmermann aus dem Plenum. Nach einer vom Herrn Präsidenten I-Öwy abgegebenen Erklärung, daß das Präsidium im Sinne des zionistischen Antrages der letzten Sitzung auf die Wahl eines weiteren Vizepräsidenten ftjr die sich dem Ende zuneigende Fpnktionsperidde verzichtet, wird der von Sr. Ehrwürdeii Herrn Rabbiner Prof. Dr. Magüläs Übermittelte Lehrplan für Volks- und Mittelschulen zur Kenntnis genommen, Im Anschluß daran erneuern die Zionisten die wiederholt gegebene Anregung, eine Aussprache des Kultusrates mit dem Rabbiner zu ermöglichen, um einvernehmlich eine Reihe vori Reformen des «gemeinen Lehrplanes vorzubereiten, die geeignet sind, den Religionsunterricht lebendiger und der jüdischen Renaissance Rechnung tragend zu gestalten. Zur Tagesordnung wird von zionistischer Seite bemängelt, daß der Kultusrat auch in diesem Jahre in die Budgetberatung eintreten muß, ohne daß ihm vom Präsidium vorher ziffernmäßige Unterlagen zur Verfügung gestellt wurden. Insbesondere weist in diesem Zusammenhänge Herr ORR. Pollak auf den einschlägigen § 69 des Statuts und Herr Rudolf Ornstein auf Details der Budgetpost «Armenfürsorge» hin. Der von den Zionisten gestellte Antrag, die Präliminarberatung zu vertagen und den Kassier des Kultusrates Herrn Fürst, zu beauftragen, den Budgetvorschlag mit Spezialausweisen auszuarbeiten und den einzelnen Kultusratmitgliedern zu übermitteln, wird angenommen. Zionistische Kleinarbeit in Salzburg Letzten Sonntag hatte unsere Ortsgruppe Salzburg wieder einmal Gelegenheit zu zeigen, daß sie an der Belebung der zionistischen Bewegung arbeitet und eine wohlorganisierte Propaganda betreibt. Letzterer ist es wohl auch zuzuschreiben, daß zu dem Vortrage des Präsidenten des zionistischen Landeskomitees, Herrn Dr. Oscar Grünbaum, mehr als drei Viertel der jüdischen Bevölkerung Salzburgs erschienen sind. So gestaltete sich dieser Abend zu einem großen Erfolge, der in der Hauptsache den Ausführungen des Vortragenden zu verdanken ist. Seine Rede beleuchtete die jetzige zionistische Situation unter hauptsächlicher Berücksichtigung des Antisemitismus. Wenn dabei auch ideelle Motive in den Hintergrund treten mußten, zeigte er doch an politischen Momenten, daß der einzig gangbare Weg für die Judenheit der Jetztzeit der Zionismus sei. Sehr interessant gestaltete sich die darauffolgende Wechselrede dadurch, daß ein Poale-Zionist und ein Revisionist daran teilnahmen und mit großer Zähigkeit ihren Standpunkt vertraten. Schon der vorhergegangene zionistische Abend im November, an welchem Herr Josef Schönhorn über «Das Leben und Wirken des Jehuda ben HaJevy» und Herr Doktor Perl über «Aktuelles im Zionismus» sprachen, zeigte, daß das Interesse für den Zionismus im Wachsen ist Die beiden genannten Redner haben durch ihre Darbietungen der zionistischen Bewegung in Salzburg gedient und gezeigt, daß auch innerhalb der Ortsgruppe die Fähigkeit vorhanden ist, aus eigener Kraft zu schaffen. Ru. O. Mödling Makkabl Hazair Am Sonntag, den 6. d. M., veranstaltete der Bund gleichzeitig mit seiner Konstituierung eine Chanukkah-Feier, welche als überaus gelungen bezeichnet werden kann. Im überfüllten Festsaale der Kultusgemeinde, wo über 200 Erwachsene und eine Unzahl von Kindern versammelt waren, wickelte sich das Programm ab. Nach dem Lichterzünden und eine« Ansprache des Herrn Rabbiner Dr. Schweiger wurden u. a. zwei Chanukkah-Spiele und eine Pantomime mit Gesang «Leben und Treiben im Chaluzlager» auf geführt. Nachher gab Herr Kantor Rottenberg einige Volkslieder, zum besten. Den Abschluß der Feier bildete die feierliche Konstituierung des Makkäbi Hazair, Qdud Mödling. Die Kwuzoth, zwei Mädchen- und zwei Burschenkwuzotn, marschierten mit Fahnen urid "Wimpeln auf.-Chaweirah Ruth Schweiger hielt ein Referat über die Arbeit im Bund. Chawer Robert Lustig aus Wien übeTbrachte die Grüße des Wiener Bundes. Nachher richtete Chawer Hermann Daschä an die Mitglieder des Bundes den Appell, an der Verwirklichung der großen Aufgaben für das jüdische Volk und Erez Israel zu arbeiten, damit jedes der Makkabäerfeste uns unserem Ziele näherbringe. Mit dem Absingen der Hatikwah wurde die eindrucksvolle historische Feier beendet. Sprechsaal der Stimme Für die Mitteilungen, die in dieser Rubrik erscheinen, übernimmt die Redaktion keine Verantwortung. Ist die W. I. Z. O. eine neutrale Organisation? Unter obigem Titel erschien in Nr, 216 der «Neijen Welt» eine Notiz, die mit Bezug auf den Rechenschaftsbericht der Frau Qoodman vor der VI. Konferenz der Wizq in Basel die neutrale, überparteiliche Stallung der Wizo in Zweifel zog. Daraufhin sandte Frau Goodman, 4>« Vorsitzende der Londoner Wizo-Exekutive, an die Redaktion der «Neuen Welt» eine Berichtigung der in der erwähnten Noti^ entr haltenen Behauptungen. Auf Wunsch der Leitung der Wizo- London bringen wir sie hiemit unseren Lesern zur Kenntnis. „Ich protestiere hiermit mit allem Nachdruck dagegen, daß meine Aeußerung, herausgerissen aus dem Zusammenhang, in dem sie stand, wiedergegeben und ihr so eine ganz andere Bedeutung beigelegt hat, Hätte di« Einsenderin nicht mit Absicht einen falschen Eindruck durch die zitierte Stelle hervorrufen wollen, dann hätte sic auch die unmittelbar darauffolgende Stelle zitieren müssen; in der von Bestrebungen der Wizo, auch den Forderungen der misf«- chistisch gesinnten Frauen entgegenzukommen, die Rede ist und wo es heißt: «Ich glaube, ich kann mit nicht weniger Berechtigung auch von unserem Bestreben, mit den misrachistisch gesinnten Frauen zusammenzuarbeiten, sprechen. Die Gesinnungsfreiheit, die alle Zionisten für sich selbst die selbstverständlch in Anspruch nehmen, gilt auch für diejenigen, die sich unserer Organisation anschließen.» Die zitierte Stelle bedeutet daher keinesfalls eine Identifizierung der Wizo-Prinzipien mit denen der Arbeiterinnenorganisation in absolutem Sinne, das geht aus allem Vorher- und allem Nachhergesagten für jeden Unparteiischen ganz klar hervor. Da die Wizo eine politisch neutrale Organisation ist, sucht sie auf praktischem Oebiete, denn nur um dieses handelt es sich, wie dies ja auch in der zitierten Stelle ausdrücklich hervorgehoben wird, den Frauenorganisationen, mit denen sie zusammenarbeitet, entgegenzukommen, soweit sich dies mit ihrem ideologischen Programm verträgt. Seit ihrem Bestehen hat die Wizo Institutionen der Moazath Hapoalpth (palästinensische Arbeiterinnenorganisation) teils ganz in ihr Programm aufgenommen, teils nur subventioniert. Die VI. Konferenz hat diesbezüglich absolut keine Neuerung geschaffen. Die VI. Konferenz hat auch nicht nur ein engeres Verhältnis zur Moazath Hapoaloth durch die Ratifizierung der Affinierung dieser Organisation an die Wizo hergesteiit, sie hat desgleichen auch den Anschluß der Histadruth Nashim Ivripth (palästinensische Frauenorganisation) ratifiziert. Damit bat die Konferenz einr deutig festgelegt, daß sie nicht einer Klasse oder einer Partei Vorzugsrecht« gibt, sondern daß sie auch weiterhin ihren neutralen Charakter beibehalten wird und aufrichtig bestrebt ist, zu einer engen Kooperation mit allen palästinensischen Frauenorganisationen zu gelangen. Die VI. Konferenz in Basel hat als Grundlage für die künftige Arbeit der Wizo ein Memorandum angenommen, das von der früheren Exekutive der Wizo eingebracht wurde und in dem es heißt: «Zur Definition des Charakters der Wizo-Arbeit in Palästina stellt die Konferenz fest, daß das Aufgabengebiet der Wizo im allgemeinen immer darin bestanden hat und auch weiterhin darin bestehen soll, Frauen und Kinder für das Leben im Lande im weitesten Sinne des Wortes vorzubereiten, oder mit anderen Worten, die erzieherische und berufliche Ausbildung der Frauen und Mädchen für das Leben Im Lande in die Hand zu nehmen und anschließend daran konstruktive Wohlfahrtsarbeit zu leisten, soweit es im Bereich des Programmes der Wizo liegt. Bei allen Projekten und Plänen sollten immer diese Gesichtspunkte im Auge behalten werden. Es soll ferner eindeutig festgelegt werden, daß unser Programm in Beziehung zu dem gesamten Programm der Jewish Agency und der Knesseth Israel stehen muß. Sollte also die Jewish Agency der Konferenz nahelegen, daß die Wizo praktische Arbeit auf anderen Gebieten, die mit ihrem allgemeinen Programm eng verknüpft sind, übernehmen solle, so muß die wizo es als ihre Pflicht betrachten, derartige Arbeiten auf sich zu nehmen, wenn und soweit es ihre Finanzen erlauben.» Diese Resolution wurde zum Konferenzbeschluß erhoben. Wenn die sich mH a. r. zeichnende Einsenderin tatsächlich Respekt vor einem ehrlichen Bekenntnis hätte, dann hätte sie dieses Bekenntnis nicht in einer Weise entstellen dürfen, die nur zu leicht erkennen läßt, daß es nicht Neutralität, sondern Parteilichkeit ist, die sie zur Opposition veranlaßt hat. Thea R. Goodman, Vorsitzender der Londoner Exekutive der «Wizo».” « Sehr geehrter Herr Redakteur! Ich ersuche Sie um Veröffentlichung folgender Antwort auf die ln der „Wahrheit“ vom 27. November enthaltene Zuschrift des Herrn Kom.-Rat S. Rendi, Graz. Die sattsam bekannte Angelegenheit Rendi führte dahin, daß Herr Rendi bestreitet, jemals den Standpunkt, „keine Juden aufzunehmen“, eingenommen zu haben. Mir wurde dieser Standpunkt vor drei Jahren von einem nahen Verwandten Rendls bekanntgegeben, was ich jederzeit beweisen kann, da dies von Herrn Rendi bestritten wird. Herr Rendi meint in seiner Zuschrift, ad 1), daß loh in diesem Palle diese Tatsache schon vor drei Jahren der Presse bekanntgegeben hätte. Meine Antwort: „Ich habe ln den letzten drei Jahren als verantwortlicher Leiter der zionistischen Ortsgruppe die Pflicht gehabt, alles zu vermeiden, was einer einheitlichen Zusammenfassung sämtlicher jüdischen Gruppen für die Keren Hajessod-Arbeit schaden könnte und hatte insbesondere die Aufgabe, den Logenpräsidenten in diese Arbeitsfront für Erez Israel einzubeziehen. Ich und meine Gesinnungsgenossen haben uns redlich bemüht, doch alle unsere Bemühungen waren vergeblich . Der Burgfriede hat seinen Zweck nicht erreicht, die Palästinaarbelt wird nach Wie vor von einem Bruchteil der Juden geleitet und geleistet“ Als besonders „verdammenswert“ bezeichnet Rendi, daß ich jetat während seiner Steueraffäre diese Mitteilung gemacht habe. Der unmittelbare Anlaß zu derselben war aber Hendls eigene Verlautbarung, daß er nur drei Juden beschäftige. Ich hätte ohne eine Bolche Verlautbarung mich auch jetzt nicht mit ihm befaßt da für mich nur solche. Juden interessant sind, die ihre Pflichten gegenüber „Erez Israel“ erfüllen und den Tanz ums „goldene Kalb“ mache ich nicht mit Wie wenig stichhältig die Ein wände des Herrn Rendi sind, erhellt z. B. daraus, daß er ad 2) seiner Zuschrift gar nicht behauptet daß unter den 140 Angestellten drei Juden zu finden sind. Da Rendi in seiner Zuschrift sich aber erlaubt mir auch persönlich nahezutreten, möchte ich schon die großartige Wohltätigkeit deren er sich in Punkt 5) seiner Zuschrift rühmt , ©ln wenig beleuchten. Herr Rendi ist ein kinderloser Mann und kann mit dem zehnten Teil seines von ihm einbekannten einmaligen Jahresgewinnes ein jüdisches Altersheim in prunkvollem Stil errichten. Jahrelang wird in Graz für ein solches Altersheim gesammelt und gesammelt. Ergebnis bisher fast nichts. Mag sein, daß Herr Rendi sonst ein sehr wohltätiger Mann ist ich kann das nicht bestreiten, aber für die jüdische Oeffentlichkeit filr die Gemeinde, hätte er als wahrhaft wohltätiger Mann durch das Altersheim seinen Wohltätigkeittssinn ln wirklich segenbringender Weise dokumentieren kennen. Zu Punkt 6) seiner Zuschrift ist zu bemerken. es gewiß jedermann bekannt ist däß ich mehr ajs 25 Jahre an führender Stelle den Kampf gegen dem „Niebtzionisten- Rendi geführt habe, der nach dän Mitteilungen der „Wahrheit“ die jüdlschnatipnale Bewegung als das größte Unglück des — — jüdischen Volkes — — betrachtet Es ist auch jedermann bekannt daß ich an der schließlichen Niederlage und dem Sieg der „bösen Zionisten“ nicht ganz unbeteiligt bin. Dennoch ist es unrichtig, daß ich ihm deshalb feindselig gesinnt bin, wie H^rr Kom-TBat Rendi in seiner Zuschrift meint loh habe bloß meine P&icht getan. Mit dieser Erwiderung erscheint für mich die Diskussion abgeschlossen. Karl Schwarz, Vizepräsident der Grazer Kultusgemeinde. Notstandsaktion 1931—1932 der israelitischen Kultusgemeinde und der jüdischen Organisationen ln Wien Erfreulicherweise konnte mit der geplanten Hilfsaktion bereits begonnen werden, nachdem von einem verhältnismäßig geringen Teile der Gerneindemdtglieder Spenden in der Gesamthöhe von S 55.000.— bisher eingegangen sind. Wenn in gleichem Maße alle jene Personen, die noch geben könn**-* dem Gebot« selbstverständlicher Menechenpfiieht nachkommen werden, woran im Interesse der weiteren Fortführung der Aktion nicht gezweifelt werden darf. da"n vr'rd wenigstens das allerkrasseste Elend gemildert werden können. Außer den Bamgeldspenden sipd der Aktion in dankenswerter Wqise verschiedenartige Sachspenden rüge wendet worden, so u. a. 34.500 kg Kohle, 900 kg Rete und 320 kg Fleisch. Zur Auffrischung des Blutes trinken Sie einige Tage hindurch frühmorgens ein Glas natürli «Franz*Josefa-Bitterwasser! In allen ApjF:. crliältl.