Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 4 (1931)
- Issue
- Heft 206 (17.12.1931)
- Date
- 1931-12-17
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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«uh* in DIE STIMME Nr. 206 — 17. Dezember 1931 XI. Friedlander & Deutsch VMea. l.,S«ltea»ie1tenfa8M Nr.: Tel. V .8.1-2» Zeatralfrledbef. neben dem i. Io». Tei U Grabsteine Mit Genugtuung kann ferner festgesteüt werden, daß der , Appell wegen Beistellung von Bekleidungsgegenständen bei der jüdischen Bevölkerung in dem Maße Widerhall gefunden hat, daß an die Durchführung einer besonderen Bekleidungsaktion herangetreten werden konnte. Vielfach wurden nicht nur gebrauchte, sondern auch neue Mäntel, Schuhe, Anzüge, Winterröcke, Kleider für Erwachsene und Kinder gespendet. Vom Reinerträgnrs ihrer Veranstaltungen haben zunächst die Vereine: Menorah, Bikur Chaulim, Kurfürsorge, Union österr. Juden Beiträge in Aussicht gestel t. Als Kranzablösungsspenden anläßlich des Ablebens von Persönlichkeiten, sowie als Ab'öse für Geburtstagsgeschenke an Kinder wurden der Notstandsaktion namhafte Beträge zur Ver.ügung gestellt. Mit 13. Dezember I. J. wtrde die Ausspeisung vorläufig in einigen Ausspeisestellen aufgenommen. Die Bedachten erhalten Wochenblocks mit der Zuweisung an eine bestimmte Ausspeiseanstalt. Familien können die Speisen abholen lassen. Mit Hilfe von hochherzigen Spenden eines dermalen ungenannten Gönners werden in der Brigittenau und im Praterviertel besondere Ausspeiseste'len in den nächsten Tagen eröffnet werden. Auch die Ausgahe von Anweisungen auf Lebensmittel, und zwar: 2 kg Mehl, 1 kg Zucker, 1 kg Reis, 1 kg Bohnen und V6 kg Pflanzenfett (Koscher) pro Person ist bereits in Durchführung. In allen Wiener Gemeindebezixkcn sind auf Grund von Vereinbarungen Ausgabestellen bei Lebensmittelhändlern eingerichtet worden. Im Rahmen der erwähnten Bekleidungsaktion gelangen verschiedene Bekleidungsgegenstände zur Verteilung. Eine Zusammenarbeit mit bestehenden jüdischen Vereinen zwecks Vermeidung von Doppelbeteilungen im Interesse der großen Zahl der noch zu Berücksichtigenden ist auf diesem Gebiete gegeben. Desgleichen wird dies bezüglich der Tätigkeit anderer Ve*eine, soweit diese in den Rahmen der Winterhilfsaktion fällt, angestrebt und ist zum Teile auch schon erreicht. Ein Aktion der jüdischen Religionslehrer an den Volkstmd Hauptschulen im Interesse der bedürftigen schu’pflichtigen jüdischen Kindeir verspricht dank der Mithilfe der bemittelten E tem Er olg. Ueber Initiative des Vereines «Ferienheim» wird in der Toynbeehalle, XX., Denisgasse 33, gemeinsam mit dem Verein «Toynbeehalle» und mit Förderung der Notstandsaktion eine Halbtagesheimstätte für die schulpflichtige Jugend an Nachmittagen eröffnet werden. Nunmehr gilt es, mit a’len Kräften die Aktion «Sammelblöcks* m die weitesten Kreise zu tragen, um jene Mittel sicherzusteüen, die für die Weiterführung der begonnenen Hilfsaktion unerläßlich wird. Jüdisdker fport ruOball Slovan—Hakoah 2:0 (1 :0) Nicholson-Platz, 1000 Zuschauer, Schiedsrichter Lok- .wenz. Hakoha konnte ihren Start im Goldpokalbewerb nicht gerade glücklich gestalten. Der Hakoah-Angriff stellte '■‘nen Rekord im Vergeben von Chancen auf. Die Niederlage ist doppelt blamabel, wenn man bedenkt, daß. Slovan in der 29. Minute seinen Verteidiger lellinek durch Ausschluß verlor und somit zwei Drittel des Spieles numerisch geschwächt war. Slovan Ist ln der zehnten Minute durch Hencl erfolgreich, wobei sich Löwy nicht sehr geschickt benahm. Hakoan ist im Felde überlegen. In der 29. Minute wird Jellinek wegen derben Spieles ausgeschtossen. Eisenhofer macht sich durch einige Soloaktioncn bemerkbar. Nach Halbzeit zunächst offenes Spiel. In der 30. Minute ist Slovan nach einem verunglückten Rückpaß Druckers durch Vytlacil zum zweit »lmal erfolgreich. Ein Kopfstoß Budais wird abgewehrt. Hakoah: Löwy; Feldmann, Stroß; Placzek, Drucker, Heß; Ehrlich, Grünwald, Eisenhofer, Budai, Mausncr. H. Sp. Der Sportklub Haokab-Graz Im Jahre 1931 Demnächst findet im Kiubheim der Grazer Hakoah die 14. ordentliche Generalversammlung statt. Trotz der wütendsten Anfeindungen hat es der Grazer jüdische Verein verstanden, sich eine Machtposition gerade dort zu erobern, wo ihm die größten Hindernisse in den Weg gelegt wurden. Zu einer Zeit, in welcher die politischen und nationalen Wogen anschwellen, zeigt sich in Graz ein durchaus konsolidierter und machtvoller Stützpunkt der jüdischen Sportbewegung Oesterreichs. Vor allem war es die Fußballsektion, die eine Reihe der großartigsten Erfolge in der steirischen Liga zu verzeichnen hatte und in der Spitzengruppe jenes Bewerbes liegt, der als stärkste Amateurwaffe Oesterreichs gilt. Die Stellung, die die Hakoahfußballer in- Steiermark einnehmen, ist die beste, die die Mannschaft seit ihrem Bestände einzunehmen in der Lage wan Sowohl auf dem lokalen Platz, als auch im internationalen Verkehr gelang es diesen Grazer jungen Juden, die blau-weißen Farben auf das ehrenvollste zu vertreten und es kann auch als sicher angenommen werden, daß die Elf der Grazer Hakoah als die stärkste jüdisch* Amateurgarnitur angesehen wird. An Grazer Erfolgen seien vor allem die beiden unentschiedenen Spiele gegen den oftmaligen Meister, dem allseits bekannten G. A. K. erwähnt, ferner gelang es der jüdischen Mannschaft im heurigen Jahre, in Donawitz, der Brutstätte steirischen Antisemitismus, trotz der unflätigsten und widrigsten Einflüsse von außen, die Spiele siegreich zu gestalten, die aufstrebende Firmenmannschaft Kästner & Oehler glatt und sicher zu schlagen, Kapfenberg, Südbahn und Parkklub sicher zu bezwingen. An internationalen Veranstaltungen seien erwähnt die Siege gegen Marburger und Warasdiner Mannschaften und vor allem der Sieg gegen den bereits in der ersten Wiener Profiliga befindlichen B. A. C. Aber nicht nur alle’n für den Verein bedeuten die Spiele der Grazer Hakoah d!e stärkste Waffe, sondern auch für das steirische Team ist die Teilnahme etlicher Hakoahner Grundbedingung. Das Erfreulichste ist jedoch, daß nicht nur die Ligamannschaft den jüdischen Snort so großartig zu vertreten wußte, sondern auch der Reservemannschaft, der man von Haus aus wenig Chancen für dee Meisterschaft mitgab, gelang es, alle Berechnungen über den Haufen zu werfen, und durch die überraschenden Erfolge, so gegen G. A. K.. Sportklub und Südbahn, von sich reden zu machen. Auch diese Mannschaft hat eine Reihe erstklassiger Spieler aufzuweisen, die im Notfälle spielerisches Können genug aufbringen, um eventuelle Lücken der Kampfmannschaft auszufüllen. Aber auch die Jugendmannschaft hat eine Reihe großer Erfolge zu verzeichnen: so gelang es ihr, sich im Jugendcup bis ins Semifinale durchzuspielen, obwohl sie an Jahren und Körperkraft den übrigen Teilnehmern der Konkurrenz wesentlich nachstand. Auch eine Schülermannschaft betätigt sich mit gutem Erfolge, und schließlich sei auch die Altherreii-Märinschäfr noch erwähnt, die eine durchaus erfolgreiche Spielzeit hinter sich haben. Aus ganz kleinen Anfängen gelang es auch der Handballsektion der Grazer Hakoah, einen großartigen Betrieb auszubauen. Mit vier Mannschaften stellt heute die Hakoah den quantitativ größten Handballverein Steiermarks dar. Die Kinderkrankheiten sämtlicher steirischer Verbände, offiziellen Antisemitismus, hatte diese Sektion vor allem zu spüren. Durch einen Verbandsbeschluß wurde die im vergangenen Jahre gut placierte Mannschaft bei einer Neueinteilung in die zweite Klasse verwiesen. Der Mannschaft ist nun der schwere Weg beschieden, sich wieder in die Liga emporzuarbeiten, ein Los, das in Anbetracht, der Spielstärke der zweitklassigen Handballvereine keinesfalls als leicht bezeichnet werden muß. Im vergangenen Halbjahre gelang es der Kampfmannschaft, die meisten Kämpfe erfolgreich zu bestehen und so sich in die Spitzengruppe vorzuarbeiten. Das ambitionierte und glänzende Material dieser Sektion gewährleistet, daß die Grazer Judenschaft auch auf diesem Zweig des großen Allroundvereines Hakoah stolz zu sein berechtigt ist. Ebenso wie die Kampfmannschaft beteiligt sich eine Reserve- und Damenmannschaft an der Meisterschaft. Das jüngste Material ist m der Jungmannschaft zusammengelesen. Lebensversicherungs- DU n Kl IV Gesellschaft r flUNIA GEGRÜNDET IM JAHRE 18 8 9 Varsieherangabeatand pei Ende Juni 1980 . . •••«•«. 2&60 Millionen Schilling üeiMiitiMiintte pei Ende 1929878 Millionen Schilling Prämien und /,inaen«innainnen im Jahre 1929 .»•*••• U>0 Millionen Schilling Aueznhhingen an die Veiaichnrten im Jahre 1929 8$•/, Millionen Schilling TähgkH IlHgftUP! dfll Uetderrexh. Deutsches Reich. Tschechoslowakische Republik, Belgien. Holland. Krankreich. Spanien. Italien. Ungarn. Polen. Jugoslawien. Bulgarien, Griechenland, Rumänien, Palästina, Syrien, Türkei, Aegypten. Die Gesellschaft schließt tu billigen Prämien and günstigen Bedingungen Kapitals- und Beatenveraicbetungen jeder Art ab Nenefngtführt: KINDER-VERSORGUNG8-VBR8ICHBRUNG (Auszahlung eines Kapitals hei Verheiratung. Studien beit rag. Rückerstattung der eingezahlten Prämien bei Ableben des Kindes)' InraMditatuveuufherung (Xahhiiitf emei Itente bei Eintritt der Erwerbsunfähigkeit und Aasuhlung dee versicherten Kapitals nach reijährtgei Dauer der Invalidität) Nicht nur allein in sportlicher, sondern auch in geistiger Hinsicht weiß die Hakoah ihr Ansehen zu erweitern. Als blühende Sektion repräsentiert sich die Schachsektion, die allen anderen erbeingesessenen Vereinen den Rang ablief und sich den Herbstmeistertitel errang. Dieser Erfolg gehört wohl zu den größten des heurigen Jahres und die verschiedenen' gehässigen Anfeindungen der übrigen Schachvercine in der Presse konnten diesen Erfolg unserer Schachsektion nicht, beschatten. In letzter Zeit hat nun wieder die Tischtennissektion ihre Spieler zusammengerufen, um auch diesen Sportzweig auf das intensivste zu pflegen. Um den jüdischen Spielern, die zu den besten der Steirischen Landeshauptstadt gehören, die Weiterentwicklung zu unterbinden, hat sich in Graz ein rein arischer Tischtennisverband gegründet. Die Sektion läßt sich aber auch liier keineswegs von ihrer ernsten Arbeit abhalten und hat erst in letzter Zeit trotz schwieriger finanzieller Opfer die ausgezeichnete Städtemannschaft aus Szombathely zu Gaste geladen, die eine wirksame Exhibition vorführten. Mit zirka 65 Teilnehmern hat nun die Skisektion der Grazer Hakoah ihrefi Betrieb eröffnet. In allernächster Zeit verlassen drei Kurse Graz, um sich zu vervollkommnen. Schließlich sei auch der Kulturarbeit der Grazer Hakoah gedacht, die in einer Reihe von wissenswerten zionistischen und allgemein jüdischen Vorträgen das Interesse für jüdische Aufgaben wachhalten soll. In Schulzimmern und Sitzungssälen finden sich wöchentlich begeisterte Sportler und Sportanhänger, Interessenten und Außenstehende ein. um den durchaus exakten Vorträgen der Referenten Gehör zu schenken. Auch im Ausschuß dieses großen, die ganze fudenschaft von Graz umfassenden Vereines wird err.ote und reelle Arbeit geleistet. Insbesondere der Präsident des Vereines Milan Freiberger versteht es durch seine eigene aktive Tätigkeit, den Verein in jenen Bahnen zu leiten, die die Gewähr für ganze jüdische Arbeit bedeuten. Ihm steht ein Stab tüchtiger Helfer zur Seite, die in ihren Ressorts auf volle Erfolge zurückblicken können. So hat sich in Graz ein jüdischer Verein entwickelt, der es verstanden hat, das Ansehen der Juden gerade auf jenem Boden zu festigen und zu verbreiten, auf dem früher einzig und allein Assimilation und Unterwürfigkeit auf der Tagesordnung standen. Skikurs der «Judäa» Die «Judäa* veranstaltet vom 3. bis 10. Jänner 1932jn Seebach-Turnau, Obersteiermarlc, einen Skikurs für Anfänger und Fortgeschrittene. Preis mit täglich drei kompletten Mahlzeiten, Wohnung und Skilehrer S 43.—. Anmeldung in den Amtsstunden des Jüdischen Hochschulausschusses, Wien, IX., Zimmermannplatz 8, in der Zeit von 1 bis 5 Uhr nachmittags, und bei Ditniar Goldschläger, Tel. A 30-7-88. Predigten in den israelitischen Gemeinde- und Bezirkssynagogen: Freitag, den 10. Dezember 1931, werden bei dem um 4.15 Uhr beginnenden Abendgottesdienste in nachbenannten Gemeinde- und Bezirkssynagogen Predigten abgehalten, und zwar: II., Pazmanitengasse 6, Rabbiner Doktor Z. Taubes; III., Untere Viadttktjfasiö 13, RdbHihef Prüf. Dr. K. Kupfer; V., Siebenbrunnengasse la, Rabbiner Doktor M. G. Mehrer; VI., Schmalzhofgasse 3, Rabbiner Dr. J. Drobinsky; VIII., Neudeggergasse 12, Rabbiner Dr. M. "Bauer; XVI., Hübergasse 8, Rabbiner Dr. J. M. Bach; XX., Kluckvgasse 11, Rabbiner Dr. B. Murmelstein. — Samstag, den 19. Dezember 1931, beim V o r m i 11 a g s g ö ttesdienst: XVIII., Schopenhauerstraße 39, Rabbiner Dr. D. Feuchtwang. Bibel vorträge: Samstag, den 19. Dezember, beim Vormittagsgottesdienst: XX., Kluckygasse II, Rabbiner Dr. B. Murmelstein; XXI., Holzmeistergasse 12, Rabbiner Dr. M. Rosenmann. — Beim Nachmittagsgottesdienste: XIII., Eitelberggasse 22, Rabbiner Dr. AL Lewin; XIX., Dollinergasse 3, Prediger Dr. A. Frankfurter. Midraschvortrag: II., Pazmanitengasse 6, Rabbiner Dr. Z. Taubes, um '/24 Uhr nachmittags. Israelitischer Jugendgottesdienst. Am Samstag, den 19. Dezember 1931, findet um 3 Uhr nachmittags der Jugendgottesdienst für die israelitische Schuljugend in den Gemeinde- und Bezirks-Synagogen statt. Austritte aus dem Judentum Rubenstein Josefa, geb. Schreiber, 14. November 1882, XVII., Dipoldplatz 6. — Brunner Stella, 29. April 1897, II., SchiffamtsgaBse 11. — Heiduschka Hilda, 2. Oktober 1901, XVL, Haberlgasso 33. — Sobotka Flora, 11. März 1902, V., Margaretenstraße 98. — Kohn Gertruds, 19. August 1908, V., Schönbrunnerstraße 133. — Rosenbaum Liese, 6. Mär» 1910, XIX , Paradlesgasso 53. — Aszksnaszy Leopold, 10. Dezember 1887, II., Gabelsbergergasse 3. — Trautmann Egon( 8. März 1909, XIV., Stlegergasso 10. Jüdisdkew Matender HP*’WUWWW».»wpww« ■ Dezember 1931 Tebe'h 5692 18 Freitag «• | 19 Samstag 9* 10. 8«bbat | 20 Sonntag 4 A Faatan 1 Bai Jarue. | 21 Montag 11. | » 22 Dienstag 12. I 23 Mittwoch 13. i iü Donnerstag 14. | £3 Eigentum*:'! /erleget / und Heiauagebei; lumitiiiHvtivt LaiiUvsviTband tür Ovutvrreich, ftoketoteta, .Wita, 4 Klftatfitta0« Nt« 28, — Wien, 4 Kärniiicraitaße Ni. <JH. - Verantwortlicher Redakteur; Dr, Siumund Drittln «lavaä* Wk% VIL, UfchcateldeistiaBe Nr« 1, r~ t ■