Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 4 (1931)
- Issue
- Heft 206 (17.12.1931)
- Date
- 1931-12-17
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/3053752-3053911-3053960--2705-3058157- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Seife 9 DIE STIMME Nr. 206 — 17. Dezember 1931 Nebenmenschen hat, möchte gerne möglichst behilflich •ein, das harte Los dieser Armen durch vermehrte Hilfe »u erleichtern. Möge Jeder, der ln der Lage ist, diesen Unglücklichen beizustehen, ihrer bedacht sein, der „Einheit“ Hilfe senden, damit sie in der Lage sei, diese wichtige Aufgabe zu erfüllen. Chanukkahfeier der Sektion IV/V. Sonntag, den 11. d. M., veranstaltete die Sektion Wieden-Margareten Im großen Saale des Zlrenu-Heimes eine Chanukkahfeier, die trotz der schwierigen Verhältnisse, unter denen die Sektion hier mit Aufopferung arbeitet, als eine durchaus gelungene Veranstaltung bezeichnet werden muß. Die Feier wurde zunächst vom Zirenu-Chor weihevoll eingeleitet. Sodann spielte Herr Prof. Joachim Stutschewsky, der bekannte Cellovirtuose, von Robert Spitz begleitet, mit gewohnter Meisterschaft, vom Publikum bejubelt, jüdische Weisen. Die Festrede hielt Herr Rabbiner Dr. H. Mehrer, im Sinne der Makkabäer, im Sinne unserer Zeit, ein durchaus aktueller, moderner Redner. Frau Pia Klein, ein lieber, alter Gast unserer Sektion, rezitierte Beer-Hoffmann, Frug u. a. und mußte sich, vom Publikum lebhaft akklamlert, zu Immer neuen Zugaben verstehen. Als nun noch Herr Doktor Siegfried Seidner mit seiner Oboe, in der Sektion ebenfalls kein Fremder und vom Radio her bestens bekannt, das Podium betrat und mit virtuoser Vollendung Jiddische Lieder spielte, kannte das Entzücken des Publikums keine Grenzen. Mit der Hatikwah beschloß die Zirenu-Band die schöne, eindrucksvolle Feier, zu deren Gelingen die Damen der Sektion durch ein reichhaltiges Büfett bereitwilligst beigetragen hatten. Die zionistische Bezirkssektion Leopoldstadt, Praterstraße 13, gibt folgendes Wochenprogramm bekannt: Freitag, den 18. d. M., 7 Uhr abends, Chumeschvortrag; Samstag, den 19., 8 Uhr abends, Vortrag Histadruth Iwrit: Sonntag, den 20., 8 Uhr abends, gesellige Zusammenkunft; Dienstag, den 22., 8 Uhr abends. Klub Reim, Jugendzimmer, 8 Uhr abends Sitzung des Landeskomitees (Standsaal); Mittwoch, den 23., 6 Uhr abends, Kommissionssitzungen (Standsaal), 5 Uhr nachmittags Wizo (Chajessaal); Donnerstag, 24., 8 Uhr abends, Vortrag der allgemeinen Zionisten (Chajessaal). Jeden Montag und Mittwoch von halb 4 bis 5 Uhr nachmittags hebräische Kurse für Kinder, Jeden Dienstag und Mittwoch, 8 Uhr abends, hebräische Kurse für Jugendliche. Die zionistische Bezirkssektion Leopoldstadt gratuliert herzlichst ihrem Mitgliede Herrn Nahum Kirschner anläßlich seiner Verlobung mit Fräulein Else Kleiner. Die Arbeitstätigkeit der Zionistischen Soktion Prater, Wien, H., Jungstraße 8. Bei der Sitzung am 8. Dezember L J. beschloß der Vorstand, abwechselnd wöchentlich Vorträge und gresellige Abende zu veranstalten. Es wurde auch der Beschluß gefaßt, einen Hebräisch-Kurs für Erwachsene unentgeltlich zu eröffnen, um die Zugehörigkeit zu Erez Israel zu intensivieren. Um mit den Verhältnissen unseres Erez mehr vertraut zu sein, werden in unserer Sektion stets die folgenden Zeitungen auf liegen: Haarez, Davar, Doar Hajom,, Haolam und Hahed. Wir bitten alle Mitglieder und Freunde, unsere Vorträge, die sich sehr interessant gestalten, unsere geselligen Abende, die sehr lustig verlaufen und mit einer kleinen Aufwartung verbunden sein werden, SU pflegen. Die konstituierende Sitzung der Zionistischen Sektion Prater, Wien, IL, Jungstraße 8. Am 8. Dezember 1. J. fand in unserem Helm, H„ Jungstraße 8, die konstituierende Sitzung des Vorstandes statt, bei der folgende Funktionäre einstimmig gewählt wurden: Herr I. A. Gerstel als Präsident; Herr Josef Altmann als geschäftsführender Vizepräsident, Schriftführer und Sekretär; Frau Dora Nussenblatt als Vizepräsidentin; Herr Jakob Wahl als Kassier; Frau Sali Scherzer und Herr Chaim Dörfler als Keren- Kajemeth-Referenten; Herr I. A. Gerstel und Isak Schein als Schekelreferenten; Herr Josef Kampf, Moses Rlndner, Jehuda Singer und Jakob Wahl als Parteisteuerreferenten; Herr Ing. Mühlbauer, Josef Altmann, Frau Dora Brandeistein und Nechama Windschauer als Kulturreferenten, und Frau Sali Scherzer, Herr J. Altmann und Isak Adler als Veranstaltungsreferenten. Der Isr. Taubstummen-Untorstützungsverein Oesterreichs hat Sonntag, den 6. Dezember d. J., im Cafö Comerz sein 9. Chanukkahfest seit seinem neunjährigen Bestände gefeiert; er hat 15 Kinder ihrer Mitglieder und 40 arme, durch die Krise so schwer betroffene Mitglieder mit Jause, Gebäck, Obst, Kleidungsstücken und Spielsachen, ferner Geldunterstützungen, die ihnen von zahlreichen Gönnern des Vereines zugekommen sind, bedacht. Die Feier wurde eingeleitet durch das Anzünden der Lichter mit einem GebeL das der Gönner des Vereines, Herr Albert Wachtel, einleitete, worauf der Obmann Herr A. Lederer eine schwungvolle Rede hielt Die Jause und das Gebäck stellte unser hochherziger Gönner Herr Cafetier Mathias Grünwald kostenlos bei. Hebräisch-Kurs der Wizo. Von der Ueberzeugung geleitet daß die Hebräisierung unserer Frauen eine der wichtigsten Voraussetzung für die Renaissance unseres Volkes Ist veranstaltet die Wizo einen Hebräisch-Kurs, der am X, Jänner 1932 beginnt und zu sehr günstigen Bedingungen zugänglich Ist Anmeldungen (nur schriftlich) an das Sekretariat der Wizo, Wien, IX., Nußdorferstraße 42. Zionistisch« Jugendgemeinschaft „Brith Horzl“, Wien, XX«, Jägerstraße 30. Wochenprogramm: Samstag, den 19. Dezember, halb 8 Uhr: Vortrag des Herrn Dr. Oskar Grünbaum. Gäste willkommen! Vorher Sichoth der Kwyzoth Achwah, Hatchijah und Mädchenkwuzah, sowie der Kindergruppe. Beginn halb 5 Uhr abends. Sonntag, T Uhr abends: Freie Zusammenkunft im Helme. Montag, halb 8 Uhr: Obligater Hebräisch-Kurs. Dienstag und Mittwoch ab 7 Uhr: Sichoth. Donnerstag, 8 Uhr: Slchah klallth. Samstag, 26. Dezember: Plenarversammlung mit anschließendem Referat. Wahlen in das Gremium der Wiener Kau'mannschafL Für Mittwoch, den 9. Dezember d. J„ hat das Gremium der Wiener Kaufmannschaft die Wahlen ausgeschrieben. Den Verhandlungen, die die im Verband der Sabbathfreunde organisierten Gremlalflrmen mit der Leitung des Gremiums der Wiener Kaufmannschaft geführt haben, ist es gelungen, vier Mandatare in die Leitung des Gremiums zu entsenden. Es sind dies die Herren Julius Blschcfswerder, Hugo Bondi, Friedrich Fischer und Moritz Nasch. Die jUdisehen Studenten und das Studentenrecht Die l A. V. „Unltaa“ veranstaltet am Samstag, den 19. d. M., um halb 9 Uhr auf ihrer Bude. VIII., Auerspergstraße 31. Souterrain, einen Diskusslonzabend über obiges Thema. . Referent: Dr. Paul Tlslovltz. Gäste willkommen! Zionistische Bezirkssektien XII, XIV, XV, Sitz XV* Herkletzgaese 21. Sonntag, den 6. d. M.. veranstaltete die Sektion eine Makkabäerfeier, die deshalb besonders hervorgehoben su werden verdient, weil die Jugend der Bezirke Xlf, XTV und XV den Haupttell des Programmes bildete. Dieses Programm hatte auch ein so zahlreiches Publikum 1 tamttgta, 4ii tfss große fftnl des Jüdischen Vereinshausen ter. ~ - - . . ..._ .. .. .._? in der Herklotzgasse bereits eine Stunde vor dem angesetzten Beginn dicht gefüllt war. Das Orchester des Brltli Zirenu leitete die Feier mit einem Hymnus auf Tel Aviv ein und der Obmann der Sektion begrüßte hierauf.die Festgüste mit einem Hinweis auf die Bedeutung des Tages. Während die Kinder auf offener Bühne das „Moaus zur“ sangen, entzündete ein Kind die Menorali-Lichter. Es folgten die unter Leitung der Lehrerin des Kindergartens Fräulein Malka Verständig einstudierten Spiele: Handwerkcrsplcl, Chanukkah ln einer Familie, und ein sehr herziger Trenderlc-Reigen. Nach dem Auftreten der Kinder agierte der Brith Zirenu entweder als Orchester oder als Kabarett. Eine besondere Attraktion der Veranstaltung bildeten die Gesangsvorträge von Oberkantor Taschlitzky (Tempel Turnergasse). Seine in hervorragender Klarheit vorgetragenen Lieder: „los mer sich iberbeten“, „a dudele“, „kaddisch“ und „Zion“ wurden mit frenetischem Beifall aufgenommen. An das letzte hebräische nationale Lied „Zion“ schloß sich die Hatikwah, welche die Anwesenden sangen. Zionistische Frauongruppe IX. Am 2. Dezember 1. J. fand die diesjährige ordentliche Generalversammlung der Zionistischen Frauengruppe IX statt Einleitend begrüßte die Leiterin dieser Gruppe, Frau Gisela Blauer, die zahlreich besuchte Versammlung, der auch die Präsidentir der österreichischen Wizo, Frau Sophie Löwenherz, sowie untlere Damen der Leitung beiwohnten. Hierauf entwarf Frau Gisela Blauer ein anschauliches Bild der Entwicklung der Weltorganisation Zionistischer Frauen und besprach eingehend die wichtigsten Probleme, die heute diese Organisation bewegen. Im besonderen wies die Referentin hiebei auf den erfolgten Anschluß des Kontlnentulbundes zionistischer Mädchenvereinigungen hin, auch betonte sie einschließlich, daß, in Verfolg der nach der Basler Konferenz sich ergebenden Situation, eine programmatische Klärung der weiteren Wizo-Tätigkeit notwendig geworden sei. Das Hauptaugenmerk werde jetzt der Organisation und Propagandaarbeit zugewendet werden, um die zionistische Frauengruppe zu einem machtvollen Faktor zu gestalten. Sodann würdigte Frau Dr. Löwenherz die Arbeit dieser Gruppe und richtete an die Versammlung den Appell, weiterhin tätig zu sein. Naeh Verlesung des Rechenschaftsberichtes durch Frau Klara Müller und Erstattung des Kassaberichtes durch Frau Schatzberg, wobei die Leistungen der Frau Dr. Hirschhorn und Frau Malcia Bauer um den Keren Hanaschim lobend hervorgehoben wurden, wurde dem abtretenden Ausschuß das Absolutorium erteilt Der abtretenden Leiterin der Sektion, Frau Gisela Blauer, die ein Organisationsreferat der Wizo übernimmt, wurde ein besonderer Dank ausgesprochen. Die Wahlen brachten folgendes Ergebnis: Präsidentin: Frau Ziporah Kohn; Vizepräsidentln: Frau Klara Müller; Schriftführerin: Fräulein Hilberg; Kassiererin: Frau Schatzberg; Keren Hanaschlm- Referentinnen: Frau Dr. Hirschhorn und Frau M. Bauer; K. K. L.-Referentin: Frau Leser; Organ. Propaganda: Frau Klara Müller, Frau Riemer, Dr. Zuckermann; Chaiuz- Referentln: Dr. Tanja Horowitz. Zum Zeichen des Dankes wurden von der Frauengruppe IX auf den Namen der Frau Gisela Blauer zwei Bäume im Chajes-Walde gespendet. Das „Chanukkah- Bekleidungsfest" do3 Vereines „Brüder* lichkeit" fand am 18. Dezember im Souterrain des Caf4 Rembrandt in Anwesenheit sehr zahlreicher Gäste und des Vertreters der Stadt. FUrsorgezentralo statt Nach der Begrüßungsansprache des Obmannes M. Grünwald folgten Deklamations- und Gesangsvortriigc der Schülerinnen des Kindergartens der Jessod-Hathora- und Talmud^Thora- Volksschule und nach Verabreichung einer reichlichen Jause wurden 48 Kinder armer, verschämter Eltern bekleidet, was in Anbetracht der schweren, krisenhaften Zeit eine schöne Leistung ist Besonderes Lob gebührt den Firmen Gebrüder Duckesz, M. u. J. Mandl, Kunerolwerko, Bcnsdorf-Fabrik, Eliowcrke für "'recht ausgiebige Sachspenden und Zahnarzt Siegfried Rosenberg, der zehn Anweisungen auf kostenlose Kinderzahnbehandlung zur Verfügung stellte, so auch eine Gratls-Goldkrone, wcicne zugunsten des wohltätigen Zweckes zur Versteigerung gebracht wurde. Jüdischer Verein „Nord-Ost", Im Rahmen unserer Heimabende spricht am Samstag, den 19. Dezember d. J., um 8 Uhr abends im Verelnsiokaie, II., Taborstraße 21a, der gewesene Abgeordnete des österreichischen Abgeordnetenhauses Ernst Breiter über das Thema „Mein Kampf gegen die polnische Schlachta“. Verein „Zaleszczyki“ in Wien. Zusammenkünfte und Anmeldungen Jeden Mittwoch ab 8 Uhr abends im Caf4 Silier, Wien, I., Schwedenplatz. Anmeldungen auch schriftlich unter dieser Adresse. Landsleute aus Tluste und Umgebung! Samstag, den 19. d. M., 7 Uhr abends, im Verein Nord-Ost, II., Taborstraße 21, Parterre, Gründungsversammlung eines landsmannschaftlichen Vereines. Alle sind auf diesem Weg« geladen. Durchreise polnischer Palästina* auswanderer Dienstag, den 22. Dezember 1931, reisen etwa 60 Personen aus Polen durch Wien nach Erez Israel. Die Gruppe wird um 6.40 Uhr früh auf dem Ostbahnhof eintreffen und um 7.40 Uhr früh die Fahrt nach Triest tortsetzen. Df£ Bewirtung der durchreisenden Palästinaauswanderer am Ostbahnhof erfolgt diesmal durch die Wizo und die Z, AL Y. v «.Mirjam». Personalien Unser Gesinnungsgenosse Adolf Llchtensteln, Mitglied dei zion. Ortsgruppe üraz, wurde zum Doktor der Rechte promoviert. Das zionistische Landeskomitee gratuliert herzlich! Verlobung. Unser bewährter Gesinnungsgenosse, Mitglied der Finanzkommission, Herr Ignatz Müller, verlobte sich mit Frl. Berta Steckei. Das Landeskomitee gratuliert herzlich! Liier aiur / Kunst / Theater „Der tote Mensch“ von Schalom Asch Jüdische Künstlerspiele Es sei vorweggenommen: Asch hat schon Besseres geschrieben. An die theatralische Wirkung vom «Gott der Rache», an die dichterische Kraft von «Kidusch Haschern* reicht sein letztes Drama lange nicht heran. Dazu ist «Der tote Mensch» zu — tot. Ort der Handlung: Irgendein osteuropäisches Städtchen nach dem Kriege. Die Juden kehren in ihre zerstörten Häuser zurück, wollen bauen, ein neues Leben beginnen, das Unglück, die Toten vergessen. Dina, die ihren Bräutigam im Kriege verloren hat, kann aber nicht vergessen. Sie glaubt nicht an srinen Tod und ruft den Bräutigam mit der Macht ihrer Liebe zu den Lebenden zurück. Und er erscheint als Geist, kommt, um seine Liebste zu holen. Er weist anderen, die sich nach einer besseren Welt sehnen, den Weg ins Jenseits. Aber seine Dina folgt ihm nicht. Trotz Liebe. Das Leben hat den Tod besiegt. Das ist alles, oder fast alles. Eigentlich also reichlich wenig. Die sprachliche Schönheit des Dialogs an manchen Stellen.hilft nicht über starke Mängel im Aufbau des Dramas hinweg. Vielleicht, war das der Grund, daß man in den Künstlerspielen wagte, ein Experiment zu machen: einige Szenen aus dem «Kidusch Haschern» einzufügen. Eigentlich ist so etwas nicht gestattet, aber entschuldbar erscheint dieses eigenmächtige Handeln, denn dadurch wird eben «Der tote Mensch» etwas theatralischer und wirkungsvoller gestaltet. Prisaments Regie gab sich große Mühe, die bestmöglichste Wirkung zu erzielen. Dies ist ihm in großem Maße gelungen. Rührend die Primitivität der Mittel, mit denen dieses mystische Stück aufgeführt wurde, rührend und zur Anerkennung zwingend. Worte der Anerkennung gebühren auch der Darstellung. P r i s a m e n t hat eine erschütternde Geistergestalt geschaffen. Gisa H e i d e n als seine Braut bewies, wie groß die Skala ihres schauspielerischen Könnens ist. Die anderen, Z e 1 n i k e r (Nechemie), Frau Weintraub-Graf (Mutter), insbesondere aber trau M e i s e 1 s als die ruthenische «Niania» und Frau W e i ß b e r g (als die Verrückte) trugen viel zum Erfolg der Aufführung bei. Bemerkenswert ist auch Prisaments musikalische Illustration. Dieser Künstler ist wahrhaftig vielseitig begabt. Das Publikum ging mit. Der Applaus war stark. Er galt der Darstellung, nicht dem Dichter. w. Jlotizen Jüdische Künstlerspiele, Theater Reklam, II., Praterstraße 34, Tel. R 400-94. Nach der letzten besonders gelungenen Schalom Asch-Aufführung gelangt nunmehr ein Lebensbild in drei Akten von Goldenberg «Das polnische Mäd- -. chen», musikalische Illustration von Salo Prisament, mitwir- kend das bekannte Ensemble Gisa Heiden, S. Prisament, M. Zelniker, zur Aufführung. Sonntag nachmittags, >/24 Uhr, lustige Kindervorstellung. Karten zum Einheitspreise von S —.50 für Kinder, S 1.10 und S 1.60 für Erwachsene, Für Kinder größere Ueberraschungen. Montag, den 21. d. M., populäre Volksvorstellung. Karten zum Einheitspreise von S 1.10 und S 2.10. Dienstag, Mittwoch und Donnerstag (22. bis 24. Dezember) wegen Vorbereitungen für die Feiertagsaufführungen geschlossen. Eine jüdische Schallplatte von Margarete Bach. Es dürfte wohl kaum heute eine bekanntere Vortragskünstlerin als Margarete Bach in Wien geben. Wien und speziell das jüdische Wien dürfen stolz darauf sein, daß sie Wiener Kunst in Deutschland, Tschechoslowakei, Ungarn, Schweiz, Holland und Polen zu besonderer Anerkennung verholten hat. Die tiefe Einfühlung in den Gedanken des Dichters, . dift,, einzigartige Technik und nicht zuletzt die selbst im höchst* " Affekt seelenvoll bleibende Stimme und die eindringlicne ,Kraft: v und Wucht ihrer Vortragskunst haben ihr den großen Kreis - ihrer Bewunderer geschaffen. Speziell wir Juden danken ihr die tiefgefühlte Wiedergabe der Bibel und eines großen Programmes jüdischer Dichtungen. Nun ist diese Stimme in ihrer herzergreifenden Innigkeit auch auf der Schallplatte (Ultraphon) festgehalten. Unter anderen auf einer jüdischen. «Juda» von Münchhausen, mit dem heroischen Aufruf des «Zurück», begleitet von Musik mit jüdischen Motiven, welche in die «Hatikwah» ausklingen, ist wirklich herzerhebend. Die zweite Seite aber enthält «Maskir», behandelnd den Pogrom von Kischinew. Bel diesem wunderbaren Zweiklang jüdischer Wehmut und menschlichster Klage mit der Kol-Nidrei-Melodie fühlt man die ganze Tiefe der gewaltigen Kunst von Margarete Bach. Sie hat uns eine bleibende Quelle der Erhebung und des Gedenkens geschaffen. Konzert J. Segal-Rosenbach. Mitwirkend Prof. Josef Zimbler (Violine). Sonntag, den 20. Dezember 1931, 8 Uhr abends. Konzertsaal «Post», I., Fleischmarkt 24. Auf dem Programm stehen Lieder von Avigdor Hameiri-Engel, Ellstein, Kipnis, Nadel, Bialik-Engel und noch verschiedene ernste und heitere Volkslieder. Außerdem Opernarien, italienische und neapolitanische Romanzen. Prof. Zimbler spielt Konzertstücke aus dem internationalen Konzertrepertoire wie auch jüdische Volksmelodien, chassidische Hochzeitstänze. Am Klavier: Kapellmeister Rudolf Beck. Kartenverkauf: Bücherstube Rath, II., Taborstraße 20 a. Populäre Preise. Reinertrag fällt wohltätigen Zwecken zu. In der Jülschen Bühne, II., Praterstraße 60, gelangt Freitag, den 17. d. M., die Komödie «Amerikaner Cow Boys» mit dem jüdisch-amerikanischen Künsi-rpa^/ Rosenfeld - Novikoff zur Erstaufführung. Samstag wird eine der lustigsten Komödien gespielt, und zwar «D i e beiden K u n i 1 e m n!». Das Stück wird Sonntag in der Nachmittagsvorstellung -.:nd Dienstag abends wiederholt, während Sonntag aben. das Stück «Amerikaner Covf Boys» aufgefünrt v/.rd. Volkstümliche ^Preise. Vereinsvor« Stellungen werden zu günstigen Bedingungen vergeben. An* fragen sind an Herrn Braclaw&ki, Cafe Astor, II., PratCfr Straße 60, zu richten, * '•"v»