Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 4 (1931)
- Issue
- Heft 206 (17.12.1931)
- Date
- 1931-12-17
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Nr. 208 — *7. Dezember 1031 DIE STIMME ^eue / Zlonistlsihes Leben In Wien Eine Zusammmenkanft der ältesten Zionisten Im Zuge der vom Keren Kajemeth vorbereiteten Aktion anläßlich des 50jährigen Jubiläums der Chibbath-Zion-Bewegung sowie de9 30jährigen des Keren Kajemeth lud der Keren Kajemeth diejenigen Personen zu einer Besprechung ein, welche noch an der Chibbath-Zioh beteiligt waren, tespektive an der Wfege des politischen Zionismus gestanden sind. Der Einladung folgten Frau .Chanah Braudes, die Witwe des verewigten hebräischen Schriftstellers Rüben Ascher Braudes, der zu den Revolutionären in, der neuhebräischen Literatur gehörte und zu den ersten Erbauern der politischen zionistischen Organisation unter Herzi; ferner Dr. M, T. Schrtierer, der das historische Verdienst hat, einer derjenigen gewesen zu sein, die unserem Volke Herzl zuführten; der hebräische Schriftsteller David Silberbusch, der von der «Haskalah» ausgehend bis in unsere Zelt vollwertig hineinreicht; Herr Löbel Taubes, der uns allen wohlbekannte, unermüdliche Volksmann und Propagatör der zionistischen Idee; Herr Isidör Gewitsch, einer der ältesten Zionisten Wiens, der sein persönliches Leben mit Erez Israel. auch verknüpft hat; Herr Dir. M. Reichenfeld, ein Verwandter Theodor Herzls; Herr Heinrich Bard, Herr Dr. Grünberger . und eine Reihe anderer Gesinnungsgenossen. Durch KfAnkhelt'Verhindert waren nicht erschienen Gesinnungsgenossen Kremenezky, Eisig Torczyner, Hermann Plaschkes, Dr. Max Bernhardt und Dr. Siegfried Plaschkes. Den Vorsitz führte Herr Dr. Schnierer, Vizepräsident des Keren Kajemeth. Er begrüßte die Anwesenden herzlichst und sprach seine Freude darüber aus, daß es den Versammelten gegönnt sei, im Jubiläumsjahse unserer Bewegung und des. Keren Kajemeth sich zu einer zionistischen Tat - zusammenzuschließen. Der Vorsitzende erteilte daitn Herrn Doktor Chaim Tartakower das Wort, der den Versammelten, mitteilte, der Keren Kajemeth bcabsich-;;:tige dieses Jubiläurnsjahr in zweifacher Weise für Unsere Sädhe fruchtbringend zu verwenden. Vor allem soll in den zionistischen Kreisen der Glaube an unsere Sache neu gestärkt werden im Hinblick auf die;iai>i.df;.|;,ye(6gaüg?nh^it liegenden yiejfaohen, Krisen unserer Bewegung, die von ihr stets überwunden wurden und immer zur Quelle,neuer Impulse geworden sind. Gerade In dieser größten Krise unserer Bewe- . gung, dig durch die Weltkrise, verursacht wurde, müsse es gerade den Zionisten klar sein, daß die zionistische Organisation allein die Kraft besitze, das üdische Volk über Wasser zu halten, um es für seine listorlschö Aufgabe der Errichtung seiner Heimstätte n Palästina neu zu stärken. Das zweite Ziel sei ein cönkretes, die Mittel des Keren Kajemeth ln diesem .jubiläurnsjahr zu stärken, damit er sein historisches '•Werk fortzusetzen in der Lage Sei. Die Aktion sei so gedacht, {'daß die Nestoren der^ Bewegung sich mit einem Aufruf an die Zionisten wenden; ferner sollen mit if-IIlfe' derselben als zweite Etappe die zionistischen Mandatare in den Dienst des Jubiläums gestellt werden. In zionistischen Bezirksversammlungen sollen die. Ereignisse unserer Bewegung während der '■ ,vorfu)gtogängetieh 50 Jahre und die Geschicke des kitren KMeffiöth auseinandergesetzt; werden. Diese Versammlüngen; sollen lh eine konkrete. Tat z u-. gu ii $ f e n der vb m K e ren K a.j e m e th z u errichtenden Kolonie Ch i.bbath-Zion münden. Als dritte Etappe sei gedacht, an eine Reihe einzelner treuer Gesinnungsgenossen heranzutreten, /die zwar in aller Stille ihier zionistischen y -Pflicht genügen, von denen man aber in dieser für unsere Bewegung kritischen Zelt ijInen Zusamnien- .. schituö zwecKS Verstärkung der zionistischen, Arbeit : erlangen, müsse. Auch diese Gesinnungsgenossen sollen zur-Mitwirkung an dieser Aktion nerangezogen werden. Als eine Manifestation nach außen sei eine würdige Feier anfangs Februar gedacht.. Zum Schluß verlas der Referent das Kpnzept eines Aufrufes der Nestoren der Bewegung, an die Übrigen Zionisten, An die Ausführungen der Referenten schloß sich eine kurze Debatte, die Anregungen im Zusammen- / hange mit den geplanten Aktionen enthielt. Der Vorsitzende konstatierte zum Schluß der Versammlung, daß die Anwesenden sich natürlich bereit erklärt haben, an diesen Aktionen mitzuwirken. Die Teilnehmer dieser Zusammenkunft hatten das Gefühl, eine Tretet weihevolle Stunde erlebt zu haben, wiewohl die schwere Not der Zeit auch dieser Zusammenkunft Ihren Stempel aufgedrückt hatte. Doppeijubiläum der zionistisehen Bewegung und des Keren Kajemeth Zusammenkunft der ältesten Zionisten. Diese hat inzwischen stattgefunden und einen würdigen Verlauf genommen; der Bericht über dieselbe wird in dieser Nummer an einer anderen Stelle gebracht. Jugendbesprechung In Sachen der Jubiläumsaktion. Diese Besprechung hat letzten Donnerstag stattgefunden. Sie beschloß anläßlich des Doppeljubiläums eine gemeinsame Veranstaltung der gesamten zionistischen Jugend zugunsten des Keren Kajemeth. Die Feier soll Ende Februar oder anfangs März stattfinden. Ein kleines Komitee soll im Verein mit der Leitung des Keren Kajemeth diese Veranstaltung durchführen. Es sei bemerkt, daß das Jubiläum auch sonst die Arbeit der Jugend für den Keren Kajemeth ganz besonders befruchtet und intensiviert. Die im Gang befindliche Dezember-Leerung steht ebenfalls im Zeichen der verstärkten Arbeit. Selbstkontingentierung. In vielen Jugendgruppen sind die abschließenden Vorbereitungen zur Durchführung der Selbstkontingentierung der einzelnen Mitglieder im Gange. Wir werden wahrscheinlich in der nächsten Woche in der Lage sein, mitzuteiieni weiche Gruppen diese Selbstkontingentierung in ihren Kreisen durchgeführt hat. Der Keren-Kajemeth-Alltag Goldbuch des Keren Kajemeth. Eintragung Dr. Karl Renners. Staatskanzier a. D. und der Präsident des österreichischen Parlaments. Anläßlich seines 60. Geburtstages wurde seine Eintragung ins Goldene Buch des Keren Kajemeth initiiert. Eintragung Oberkantor Gerson Margulles. Nach Eingang einer Reihe von Spenden für diese Eintragung beträgt die bisherige Summe rund S 285.*—. Großer Ertrag einer Büchse. Bei der Leerung der Büchse des Gesinnungsgenossen ÖSkar Rosner wurde der Betrag von $ 104.29 vorgefunden. Die große Karte Palästinas (Wandkarte) he- Uräisch, welche ganz m Panfetlna hergörtellt wurde und als äußerst gelungen zu betrachten Ist, ist im Keren-Kajemeth-Bureau erhältlich. Preis 3 Dollar, auf Leinwand 4.50 Dollar. Die neueste Karte Palästinas. Vom Keren Kajemeth Jerusalem herausgegeben, ist zum Preise von 80 Groschen Im Keren-Kajemeth-Bureau erhältlich. Folgende Firmen haben —* unter Garantie eines bestimmten Monatsertrages — in ihren Betrieben Keren-Kajemeth-Büchsen aufgestellt: Moritz Krausz & Comp., I., Rötenturmstraße 21. ' Warenhaus Brüder Schiffmann, II. Taborstraße 48. Wr. Arkadencafö, 1., Universitätsstraße 3. Alfons Kornmehl, Restaurateur, IX., Kollngasse 3. Die Liste wird fortgesetzt. Jtnütindi$ungen und Mitteilungen Verband der allgemeinen Zionisten, II., Präterstr. 18. Donnerstag, den 17. Dezember, 8 Uhr Abends, Vortrag Dr. Tulo Nuasöüblatt Uber „Die Idee im Dienste Kerala“, Organisation Hechaluz, XX., Kluckygasse 7. Sonntag, den 20. Dezember, findet die feierliche Eröffnung des neuen Heimes in der Kluckygasse statt An den ersten Teil, der die feierliche Einweihung und die Begrüßungsreden der verschiedenen Institutionen beinhalten wird, wird sich ein Neschef unter Beteiligung aller dem Hechaluz angeschlossenen Jugendbünde anschließen. Die Mitglieder der Bünde erscheinen in ßundestracht. Zionistische Frauengruppe Prater, II., Jungstraße 8. Dienstag, den 22, Dezember 1031, um 8 Uhr abends, wird von der Zionistischen Frauengruppe Prater die «Lebende Zeitung» der WIZO Nr. 3 veranstaltet. Gäste willkommen. Zion, Sektion Landstraße. Dienstag, den 22. Dezember, %0 Uhr abends, im Gafö Lovrana, UL Löwengasse 36: Dr. M, Präger: «Jüdischer Humor». Gäste willkommen. Hlstadruth Iwrith. Samstag, den 10., pünktlich 8 Uhr abends. Im Saale der zion. Bezirkssektion II, Praterstraße 13, spricht der hebr Schriftsteller J. Kühn Uber: «Al musag hamuslkaliuth». Samstag, den 26.. spricht Herr Rabb. Dr. Z. Taubes Uber: «HUhpatnchttth hahafneha». Die Chanukkahfeier der Hlstadruth fiel sehr imposant aus. Nach Eröffnungsworten des Präs. Dr. D. Rothblum hielt die Pestrede Herr Dr. Ch. Tartakower. Er gab In eindrucksvollen Worten einen historischen Ueberblick über die Epoche der Makkabäer und spielte auf unsere Zeit an. Es produzierten sich sodann in hervorragender Weise Schüler des Herrn Prof. A. Wolf. Pianistin Z. Ochshorn (Tel-Avtv) Interpretierte Kompositionen von Liszt und Engel. Sehr schön «ang Opernsängerin Dr, Grete Rosenfeld Lieder von Engel und AI Almi. üroöcn Beifall erntete der junge lyrische Bariton, Opernsänger 8. J. Urnsteln, aus Jerusalem. Jüdischer Angestelltenverband «Emunah», Wien. Samstag, den 19. d. M., findet im «Mirjamhein:», L Jordangasse Nr. 7, ein Vortrag des Herrn ür. Leopold Goldnammer statt. Thema: «Die Wirtschaftskrise und ihre Auswirkungen auf die Juden». Beginn Uhr abends. Gäste willkommen. Chanukkahfeier des Jüdischen Angestelltenverbandes «Emunah». Sonntag, den 6. d. M., veranstaltete die «Emunah» im Saale des CafC «Altes Rathaus» eine Chanukkahfeier, welche ein schönes Programm aufwies. Das Anzünden der Chanukkahllchter besorgte Oberkantor Bohomilny (Döbling) mit seinem gut geschulten Chor. Außerdem sang Herr Oberkantor Bohomilny «Das Jüdische Lied» und fand für seine Darbietung stürmischen Beifall. Die Festrede hielt Herr Dr. Tartakower. Schauspieler Tom brachte u. a. die «Chanukkahllchter» von Morris Rosenfeld sowie Bedas «Nikölofcier» zum Vortrag und wurde lebhaft akklamiert Für den heiteren Teil des Programmes sorgte auch Viktor Steinau (Radioliebling), weicher die zahlreich erschienenen Gäste durch seine komischen Lieder sehr erfreute. Das nun folgende Tanzkränzchen hielt die tanzlustige Jugend bis 1 Uhr beisammen. Der Humanitäre Verebt «Horodenka» in Wien, hat am 5. Dezember, im Großen Saale des Sächsischen Hofes eine Chanukah-Feier veranstaltet. Es muß gleich gesagt werden, daß der Verlauf des Abends den großen Andrang des Publikums vollauf gerechtfertigt hat. Der erste Teil des Festes, die Akademie, wurde durch Oberkantor Gerson Margulies mit Gesangsvorträgen eingeleitet, die wie gewöhnlich begeisterte Aufnahme gefunden haben. Nachher hielt der Obmann de8 Vereines, Herr Dir. Meier, die Festrede, in der er vom Wunder der Makkabäer und der Not des Volkes ausgehend, an die Landsmannschaft um tätige Mithilfe appellierte. Die Rede wurde von den Anwesenden begeistert aufenommen. Auch die anderen Künstler, u. zw. Herr Prof, imbler, Rezitator Schwager, Gesangskünstlerin Bernay und Humorist Teller gaben ihr Bestes. Nach den Vorträgen fand eine Tan2matinee statt. Erst in den grauen Morgenstunden gingen die Landsleute und die sonstigen Freunde des Vereines auseinander. Brit Trumpeldor (Leitung Wien), teilt mit, daß das sechste Heim soeben im 3. Bezirk eröffnet wurde. Anmeldungen werden jeden Samstag von i/j4 bl« V%7 Uhr nachmittags im Heim, Wien, III., Rechte Bahngasse 22 (oder Reisneratraße 23, Bude der J. A. V. «Makkabaa»), entgegemgenommen. Z. A. V. «Bar Kochba*, 1t., Untere Augartensartße 38. Samstag, 19. Dezember, y20 Uhr abends, findet in unserem Heime ein Konvent mit äußerst wichtiger Tagesordnung statt, zu der alle Bö. und A. H. A. H. eingeladen sind. Zionistische Sektion Prater und Wizo, II., Jungstraße 8, Dienstag, den 23. d. M., um 8 Uhr abends; Vortrag Jsak Margosches über «Nep» (Neue ökonomische Politik). Zionistische Bezirkssektion XVI—XVII. Dienstag, den 29. Dezember 19311, um 8 Uhr abends, Massenversammlung im Sitzungssaale des Magistr. Bezirksamtes, XVIL, Elterleinpiatz 14. Zionistische Sektion Prater, Wien, II., Jungstraße 8. Dienstag, den 22. d. M., V29 Uhr abends, Vortrag des Herrn Margosches aus Erez Israel. Entree frei, Gäste willkommen. Verband der jüdisch^sozlallstischen Arbeiterjugend* Die J. S. A. J. hält Samstag, den 19. und Sonntag, den 20. d. M., um 8 Uhr abends, Im Heime, II., Ölumauergasse .1, ihren diesjährigen Verbandstag und gleichzeitig ihre 5jährige Bestandsfeier ab. Einlaß nur für Mitglieder. Ein Sonnenstrahl an einem Winterabend durch, ein Staatswohltätlgkeitslo«, das kurz vor Weihnachten mit S 100.000 ausgetost und nach Neujahr in barem Gelde ausbezahlt wird. Die für S 3.— Überall erhältlichen Lose sind mit Doppeigewinnen und Treffergarantie ausgestattet und kommen unwiderruflich am 22. Dezember, abends, zur Ziehung, bei der insgesamt 52.000 Geldgewinne und 1 Prämie zur Verteilung gelangen. Darum kaufe jedermann ein GlÜckslos dieser allseits beliebten Volkslotterie, zumal man damit auch die Winterhilfe und viele notleidende Wohlfahrtswerke unterstützt. Dia Generalversammlung der Bexirksaektlon II Wizo bat am 2. d. M. unter lebhafter Teilnahme vieler Mitglieder stattgefunden, Die Vlzepräsldentla der Organisation zionistischer Trauen Oesterreichs (Wizo), Trau Sabine paßweg,- hat einen mit großem Beifall aufgenommenen Vortrag Uber Ziele, Aufgaben und Erfolge der Wizo gehalten. Bel den Neuwahlen wurden die Damen: Minna Göttinger, Esther Cbajes, Paula Stein, Slddy Troatlg, Begine Schlichter und Johanna Griffel nebst einer größeren Anzahl Vorstandsdamen gewählt. Sämtlichen Mitgliedern der Wizo- Sektlon H wird auch auf diesem Wege bekanntgegeben, daß jede 14 Tage am Mittwoch abends «in Zusammentreffen ira Zion. Heim, It., Praterstraße 18 (Mezzanin), stattfindet. Verband JUdlsoher HooheoHUlor polnlsoher Staatsbürgerschaft. Bel der am Montag, den 7. Dezember, stattgefundenen Generalversammlung wurde folgender Ausschuß gewählt: Präses: Nafiali Kats: Vizepräses: 1. Hauser, 2. Marur; ferner die Ausschußmltglleder: Hübel, Guttmann, Ehrlich, Ochs, Kurzer, Biemer. In Anerkennung seiner Verdienste um den Verband Wurde Kollege Doktor S. Röthmann zum Ehrenmitglied ernannt. Die Amtsstunden finden jeden Montag von 8*—10 Uhr abends Im Vereinslokale Cafd Beuernfeld, IX., Lieohtenstelnstraße 42, statt. Die „Einheit“, II., Malagas«* 12, als Ausspsissstello sowohl der „Winterhilfe“ der Stadt Wien ela auch dar rtNotstandsaktlon“ dar israelltiaohsn Kultusgsmslnd*. Die Not der Armen, die von dieser HUfe Gebrauch machen, ist sehr groß. Jeder, der Gefühl für die Bedrängnis seiner H-a M.inn iHmis. i ■nM,i ne ii*a>»s, »Was», f , , «