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Die Stimme · 1931-12-10 · Heft 205 (10.12.1931) · page 8

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Journal
Die Stimme
Volume
4 (1931)
Issue
Heft 205 (10.12.1931)
Date
1931-12-10
Page
– (sequence 8)
Language
German
Belongs to
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Seife 8 Nr. 205 — 10. Dezember 193! DIE STIMME Zlonlstlsdies Lehen in Wien Die Arbeit des Keren Ka]e* meth Doppeljubiläum der zionistischen Bewegung. — Zusammenkunft der Nestoren der zionistischen Bewegung. Für Dienstag, den 8. Dezember, berief der Keren Kajemeth eine Zusammenkunft aller derjenigen Personen in Wien ein, die an der Chibbatli Zion-Bewegung schon teilgenommen oder am Anfang des politischen Zionismus beteiligt waren. Zweck dieser Besprechung war, den Plan der Jubiläumsfeier sowie die damit verbundene KKL-Jubiläumsaktion zugunsten der neuen Siedlung «Chibbath Zion» zu besprechen. Der Bericht der Besprechung wird nachgetragen. Jugendbesprechung wegen Jubiläumsaktion. Am Donnerstag, den 10. d. M., findet eine Besprechung der zionistischen Jugendgruppen statt, bei der ebenfalls die Jubiläumsaktion im Zentrum der Beratungen stehen wird. Zentralfeier des Doppeljubiläums. Anfangs Februar wird eine zentrale Feier anläßlich des Doppeljubiläums stattfinden. Der Keren-Kajemeth-Alltag. Goldbuch des Keren Kajemeth. Die vor einer Zeit begonnene Eintragung des verewigten Ernst Pollak aus Salzburg wurde letztens komplettiert. Frau Marie Pollak. Die «Mirjam» hat eine Eintragung der Frau Marie Pollak eingeleitet; der erste Betrag von S 30.— wurde erlegt. Dr. Josef Löwenherz. Die Zionistische Bezirkssektion Prater sowie die «WIZO», Prater, haben eine Eintragung dieses Gg. eingeleitet; die erste Anzahlung von S 80.— wurde bereits geleistet. Silbernes Buch des Keren Kajemeth. Bisherige Zahl der Eintragungen 55. Die Feier gelegentlich der Ueberreichung der ersten 50 Diplome mußte wegen Zeitmangels verschoben werden und wird im Zuge der Jubiläumsaktion durchgeführt werden. Verrechnung der Leerung. Die September/Oktober-Leerung wurde vom Chajes-Realgymnasium durchgeführt und endgültig* verrechnet. Dezember-Leerung des KKL. Diese Leerung findet in der Zeit vom 13. bis 27. Dezember 1931 statt. Das Material erhalten nur diejenigen Gruppen, die mit der früheren Leerung nicht im Rückstände sind. Die Büchseninhaber werden gebeten, nur solchen Personen die Leerung zu gestatten, die eine KKL-Legitimation, lautend auf die Dezember-Leerung, vorzuweisen in der Lage sind. «Moladtenu.» Die vom Hauptbureau des Keren Kajemeth und vom Verlag «Omanuth» herausgegebene Kinderbibliothek, enthaltend Erzählungen, die auf Palästina bezug haben, ist im Keren Kajemeth-Bureau zum Preise von 50 Groschen erhältlich. Folgende rinnen haben — unter Garantie eines bestimmten Monatsertrages — in ihren Betrieben Keren Kajemeth-Büchsen aufgestellt: Moritz Krausz <£ Comp., I., Rotenturmstraße 21. Warenhaus Brüder Schiffmann, II., Taborstraße 43. Wr. Arcadencafe, I., Universitätsstraße 3. Liste wird fortgesetzt. Gedenkfeier fir Oberrabbiner Chaies Montag, den 1. Dezember, fand im Saale der Zionistischen Bez.-Sekt. II anläßlich der Wiederkehr des vierten Todestages des Oberrabbiners Dr. Chajes s. A. eine Gedenkfeier statt. Präsident des Zionistischen Landeskomitees Dr. Oskar Grünbaum schilderte in eindrucksvoller Weise die hervorragende Persönlichkeit des Verstorbenen und weihte sodann den Saal als «Chajes-Saal» ein. «In diesem Saale,» schloß der Referent, «soll der Geist des großen Juden herrschen und in seinem Sinne gedeihliche Arbeit vollbracht werden.» Oberrabbiner Dr. David Feuchtwang gab eine tief eingehende Analyse über Chajes als Mensch, als Rabbiner, Gelehrter und Politiker. Seine rhetorisch und Inhaltlich vollendeten Ausführungen machten auf die Anwesenden einen tiefen Eindruck. Der Präsident der Histadruth Dr. David Rothblum hielt sodann eine im Stile und Inhalt meisterhafte hebräische Gedenkrede über die Persönlichkeit und das geistige Schaffen des Verewigten. Oberkantor Margulies sang in ergreifender Weise das i B Mole Rachamim. | Empfangskomitee für Chaim Nachman Bialik Unter den in unserer letzten Nummer genannten Personen des Empfangskomitees für den Dichter Ch. Nachman Bialik ist durch ein technisches Versehen der Name des Herrn Oberrabbiner-Stellvertreters Dr. David Feuchtwang entfallen. Preisausschreiben der „Judäa“ Die «Judäa» veranstaltet ein Preisausschreiben und stellt folgende drei Themen zur Behandlung: A) Welche Aufgaben hat eine jüdische Studentenorganisation? B) Der jüdische Student und das Studentenrecht. C) Die hebräische Universität. Die Arbeit des Hechaluz Nach einer landwirtschaftlichen Hachscharahperiode, die als durchaus gelungen zu betrachten ist, tritt nun der Hechaluz an seine winterarbeit in der Stadt. Wir wollen Gelegenheit nehmen, diese vergangene Arbeit kurz zu schildern und einen Bericht über unsere geplante Arbeit zu geben. In der heurigen Saison waren 60 österreichische Chaluzim zur Hachscharah gegangen, die auf den vier landwirtschaftlichen Plätzen Kobenzl, Marienhof, Mönchhof und Giommtz emgeordnet wurden. Die landwirtschaftliche Arbeit war sehr schwer; dennoch gewöhnten sich unsere Leute schnell an die Aroe.t und gaben bereits nach verhältnismäßig kurzer Zeit gute Arbeiter ab. Doch neben den wirtschaftlichen Schwierigkeiten, die noch durch schlechte Wohnverhältnisse verstärkt wurden, stellten die verschiedenen politischen Rückschläge und die daraus resultierende Aussichtslosigkeit einer baldigen Aliah große Anforderungen an die Ausdauer Ger Chawerim. Und wieder erwies es sich, daß der chaluziscrie Kern der zionistischen Bewegung, der sein Leben mit dem Aufbau des Landes verknüpft hat, nicht so leicht verzagt, obwohl gerade er durch alle Mißerfolge der Bewegung ai« unmittelbarsten betroffen ist. Während wir leider in den verschiedensten Kreisen der zionistischen Bewegung Verrat und Resignation feststellen mußten, blieben die Hachscharahgruppen fest und es gab nur einen ganz verschwindenden feil von «Fahnenflüchtigen», die die Hachscharah verließen. Und dennoch muß man die vielen Gefahren, die ur.ru-re Menschen m der jetzigen Zeit bedrohen, klar ins Auge fassen. Haben auch die älteren Chawerim durchgehalten, mehren sich auch die Neuanmeldungen von Chawerim der Jugenuorganisation (allein in den letzten vier Monaten sind mehr als 60 Chawerim in den Hechaluz eingetreten), so ist die Lage unverkennbar schwer. Mit dem Ende der landwirtschaftlichen Saison mußten drei Gruppen aufgelassen werden. Die Chawerim, die mehr als ein halbes Jahr in einer Gemeinschaft wie eine große Familie zusammengelebt hatten, konnten sich natürlich nur sehr schwer in der Stadt wieder einleben. Man kehrte in die Stadt zurück, ein Teil konnte mroige der schlechten Arbeitslage nicht einmal notdiirftigst eingeordnet werden und wartet nun hier auf die Alian — es sind 40 Chaluzim zur Aliah auf Grund ihrer Hachscharah würdig befunden worden —, bezw. auf die kommende Hachscharah. Es ist kein angenehmes Warten. Hier fehlen stützende Arme, hier fehlt die Gruppe, die dem Einzelchawer, der von einem «Mazaw», von einer verzweifelten Stimmung befallen wird, hilft, all dies zu überwinden, weiter zu arbeiten, weiter zu hoffen. Die hier geschilderte Lage fand ihren klaren Ausdruck in den Aussprachen der letzten Moazah des Hecnaluz, die vor Ablauf eines Monats in Wien stattfand. Und dieser Situation wurde auch bei der Bestimmung und Durchiunnmg der Winterarbeit vollauf Rechnung getragen. Die Arbeit gliedert sich in zwei Teile: in die Arbeit mit dem Nachwuchs unserer Bewegung, das heißt in den zionistischen Jugendorganisationen, und mit den «Verwirklichen!», das sind jene Chawerim, die sich jetzt nach Beendigung der landwirtschaftlichen Hachscharah in Wien befinden. Ein Seminar, das unter Führung des öchaliach (Delegierten) der palästinensischen Arbeiterorganisation stellt und an dessen Leitung auch andere palästinensische Chawerim mitarbeiten werden, soll unsere jüngeren Menschen mit der Wirklichkeit Palästinas, mit den Problemen des Aufbaues und der palästinensischen Arbeiterbewegung bekannt machen. An diesem Seminar, das bereits seit mehr als Monatsfrist im Gange ist, nehmen durchschnittlich 40 bis 45 Chawerim der verschiedensten Jugendbünde teil, und es wurde in diesem Monat seines Bestandes bereits gute Arbeit geleistet. Den älteren und erfahrenen Chawerim wurde durch Schaffung einer Arbeitsgemeinschaft, deren Leitung m freundlicher Weise Herr Dr. Goldhammer übernommen hat, die Möglichkeit geboten, in Form von Diskussionen verschiedene Grundfragen des Zionismus zu besprechen. Bei der von uns geschaffenen Berufsberatungsstelle, die unter Leitung eines palästinensischen Chawers steht, sollen die jüngeren Chawerim, die vor der Berufswahl stehen, im Hinblick auf Palästina sachkundige Beratung finden. Auch der Hebräischarbeit, die trotz großer Anstrengungen noch immer beträchtliche Mängel aufweist, wird besonderes Augenmerk zugewendet werden. Wenn auch der Hechaluz infolge seiner bedrängten finanziellen Lage Hebräischkurse nur in beschränkter Anzahl veranstalten kann, so wird er dennoch durch methodische Aufklärung und Instruierung den Jugcndhiinden bei dieser Arbeit helfen können, weiters wurde durch Schalung eines Chug Nori (Hebräisch-Kurs) den in der Kenntnis der bprache vorgeschrittenen Chawerim die Möglichkeit der Fortoildung gegeben. Bei all dieser Arbeit machte sich Immer wieder ein Mangel geltend. Das Fehlen eines Heimes, eines zentralen Ortes, wo die Veranstaltungen abgehalten werden, wo sich unsere Menschen treffen, arbeiten, diskutieren könnten. Gerade für unsere Menschen, die von der Hachscharah zurückgekommen waren, und die jüngeren Chawerim, die mit ihnen Kontakt gewinnen wollten, mußte sich dieser Mangel besonders schmerzlich fühlbar machen. Nun haben wir auch diese «Heimlosigkeit» überwinden. Nach längeren Verhandlungen ist es uns gelungen, von der Kult"sgemeinde ein Heim in der K'uckvnass'» erk?''t''n das nun Samstag, den 19. Dezember, zu Chanukkah feierlich eröffnet werden wird. Wir wollen dieses Heim zu einem Zentrum der zionistischen Jugend ausgestalten und hoffen, daß es die *:oglichkeit haben wird — falls wenigstens ein geringer Teil unserer aliahbereiten Chawerim nach Erez wird fahren können —, im nächsten Jahr, als Zeichen der Stärke der Bewegung, einen weiteren Fortschritt in der österreichischen Hachscharah zu verzeichnen. M. O, Die Bedingungen für dieses Preisausschreiben sind folgende: a) Teilnahmsbe-echtigt an dem Preisausschreiben sind alle Mitglieder der Judäa. b) Letzter Einsendetermin 20. Jänner 1932. c) Die Arbeiten sind einseitig (möglichst mit Maschlnschrift) geschrieben auf Quartpapier, im Höchstumfange von 6 Seiten pro Thema an den Jüdischen HochschuIausschuB, Wien, IX., Zimmermannplatz 8, mit dem Vermerk «Preisausschreiben» einzusenden und überdies eine jede Arbeit für sich mit einem Kennwort zu versehen. Der Arbeit hat außerdem ein mit dem korrespondierenden Kennwort versehenes verschlossenes Kuvert beizuliegen, in dem Name, Adresse* Fakultät und Semesteranzahl des Verfassern angegeben ist d) Als Preise für die besten Arbeiten setzt der Hoch« schulausschuß folgende Beträge aus: 1. Preis: S 60.—, 2. Preis: S 30.—, 3. Preis: S 20.— und 5 Trostpreise zu S 10.—. e) die Verlags- und Autorenrechte der prämiierten Arbeit gehen in das unbeschränkte Eigentum der Judäa über. Die beste Arbeit wird im neuen Hochschulführer def Judäa publiziert werden. Als Jury fungieren jüdische Schriftsteller und Journalisten wie auch Vertreter des Hochschulausschusscs. Organisationsvoitrag Dr. Fritz Ullmann in V\ ien Dr. Fritz Ullmann, der bekannte Organisator der Zionistischen Kongresse, benützte die Gelegenheit eines kurzen Aufenthaltes in Wien, um im Kreise von Vertrauensmännern der hiesigen Organisation seine Ansichten, Anregung und Kritik über die praktische Propagandatätigkeit in einem ausgezeichneten Referat vorzubringen. Herr Dr. Ullmann verstand es, durch seine besonders sachlichen, von tiefem Emst erfüllten Ausführungen das Interesse der Anwesenden 1 zu erwecken und die an seine Ausführungen angeschlossene Debatte hat bereits bewiesen, daß für diese seine Ideen ein guter Boden in Wien ist. Es war gerade nach dem Deiegiertentag und die anwesenden Vertrauensmänner haben für die kommende Saison die reichlichen, wirklich einleuchtenden Ratschläge zur Kenntnis genommen und werden sie sicher in der laufenden Saison zu verwirklichen bemüht sein. Herrn Dr Uilmann gebührt herzlicher Dank der Organisation und es wäre wünschenswert, wenn er sein Interesse für die hiesige Organisationsarbeit auch weiterhin bewahren würde. An die jüdischen Eltern des II. Bezirkes! Die Zionistische Bezirkssektion Leopoldstadt unterhält in ihrem neuen, geräumigen und hygienisch eingerichteten Heim, II., Praterstraße 13, Mezzanin, hebräischeKurse für Kinder und Erwachsene, für Anfänge* und Fortgeschrittene. Der Monatsbeitrag ist minimal. Noch gibt es Tausende von jüdischen Kindern und Jugendlichen im 2. Bezirk, die ohne Kenntnis der hebräischen Sprache, der Bibel und des Sidur heranwachsen. Jüdische Eltern! Erfüllet Eure Pflicht1 Schicket Eure Kinder in die Hebräische Schule def Zionistischen Bezirkssektion Leopoldstadt. Einschreibungen täglich von 5 bis 9 Uhr abends im Sekretariat, II., Praterstraße 13, Mezzanin. Verband zionistischer Mittelschüler Sektion II. II., Krutr.mbaumgasse 8. Samstag, den 12. Dezember, punkt Vzü Uhr abends, Selctionsversammlung: Herr Di. Salomon Wolf spricht über die Lage des Weltjudentunrs. Sektion III. III., Rechte Bahngasse 22. Mittwoch, den 16. Dezember. Sektionsversainmiung, punkt Y/l Uhr abends. Sektion VIII. VIII., Bennonlatz 1. Montag, den 14. Dezember, punkt 8 Uhr abends, Sektionsversammlung. Sektion XX., XX., Jägerstraße 30 Montag, den 14. Dezember, punkt Vs! Uhr, spricht Chawer Rothfeid über: «Unser Schulprogramm.» Von unserer Arbeit: Am Montag, den 7. d. M. fand in der Sektion XX eine Versammlung gegen «Numerus clausus und Studentenrecht» statt, die von mehr als ICO Leuten besucht war. Die wirkunsvollen Ausführungen der Herren Dr. Dcridsr Friedmann, Prof. Leo Menczer und des Chawer Wolf zeigten* daß eine wirkungsvolle Wehr gegen äußere und innere Feinde notwendig sei und daß dies nur im Rahmen unseres Verbandes mögi ch sei. Unsere Zeitung ist wieder erschienen! Die erste Nummer, 20 Seiten stai:k zum Preise von 20 g bei allen Funktionären zu haben Leset und verbreitet unsere Zeitung. Große Untermittelschülerchanukkah-Feler! Samstag, den 12 d. M im Saale des jüd. Verbandsheims, II., Untere Augartenstraße 33. Beginn: 3 Uhr nachmittags. Reichhaltiges Programm. UntöMTvittelschüler kommt allet Arbeitsgemeinschaft des Verbandes zionistischer Mittelschüler und de3 Cha’cs-Realgymnasiums. Sonntag, den 12. d, Chug Iwri %5 b‘s 6 Uhr. Montag, den 14. d. Seminar füf Geschichte und Theorie des Zionismus. Leitung Herr Prof, Horowitz. 8 bis i/210 Uhr abends. Beide Veranstaltungen im Heim des V. Z. M., II., Krummbaumgasse 8.

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