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Die Stimme · 1931-11-12 · Heft 201 (12.11.1931) · page 7

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Journal
Die Stimme
Volume
4 (1931)
Issue
Heft 201 (12.11.1931)
Date
1931-11-12
Page
– (sequence 7)
Language
German
Belongs to
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Nr. 201 — 12. November 193 t DIE STIMME SeRe 7 Zur Ziehung der I. Klasse der 26. Klassenlottcrle bestellen Sie rhr GlUckslos bei der Geschäftsstelle der Oesterrelchlschen Klassenlotterie J. M. Neufeld Wien, II., Krummbaumgasse 16, Tel. A 46*0*68. Höchstmöglicher Gewinn eventuell S 800.000.—. Lospreise: 1/1 S 48.—, >/* S 24.—, «U S 12.—, ‘I# S 6.—. Die Hälfte aller Lose gewinnt. Die Ziehung der I. Klasse beginnt schon am 17. November 1981. rov iow VI. Die ordentliche Parteisteuer wird mit jährlich S 3.— festgesetzt. Die Sektion^eitungen werden ange* wiesen, bemittelte Gesinnungsgenossen für eine höhere ordentliche Parteisteuer zu gewinnen. Minderbemittelten kann über Antrag der Sektionsleitung eine Ermäßigung der Steuer auf die Hälfte vom Landeskomitee bewilligt werden. Die ordentliche Parteisteuer Ist von den Sek* tionen, Ortsgruppen und Sondervereinigungen viertel* jährig stets am 1. Dezember, 1. März, f. Juni und I. September an das Landeskomitee abzuführen. VII. Erhöhungen des Oehaltsbudgets, Gehaltserhöhungen sowie Erhöhungen der Ausgaben unterliegen der Genehmigung des Finanzkomitees. Die Abrechnungen und das Präliminare sind monatlich dem Finanzkomitee vor* zulegen. VIII. Der Delegiertentag fordert die Zionisten auf, das Chajes-Realgymnaslum, das unter der gegenwärtigen Wirtschaftskrise schwer zu kämpfen hat, zn unterstützen, Indem sie dem schulerhaltenden Verein^eJUdisches Realgymnasium» mit einem Mindestbeitrag von S 12.— jähr* Ich als Mitglieder beitreten. Gesinnungsgenossen, die dazu in der Lage sind, werden ersucht, höhere Beträge zu leisten. Es ergeht ein Appell an die jüdischen Eltern, Ihre Kinder nach Möglichkeit in diese Schule zu schicken. Walkten Hierauf werden die Wahlen vorgenommen. Vorerst wird die Wahl des Präsidenten des zionistischen Landeskomitees vorgenommen. Unter langanhaltendem Beifall der Delegierten urai Gäste wird Dr. Oskar GrUnbaumzum Präsidenten gewählt. Das Wahlergebnis lautet: Präsident: Dr. Oskar Grünbaum. Mitglieder des Landeskomitees: Dr. Michael Steinberg, Simon Picker, Frau Dora Schwarz, Dir. Wilhelm Epstein, Dr. Z. F. F i n k e 1 s t e! n, Dr. Alfred Löwy, Dr. Simon Horowitz, Dr. Desider Friedmann, Dr. Josef L ö w e n h e r z, Dr. Adolf Engel, Frau Sabine Paß weg, üerson W11 r 1 ein und ein Mitglied des J u g e n d v e r b a n d e s. Parteigericht: Obmann Dr. Dagobert Rybaczewsky, Parteianwalt: Dr. Arthur Immerglflck, Mitglieder: Dr. Leonhaid Ekstein, Dr. Hermann Ebner, Simon Caspar d, Dr. Abraham Schmerler, Dr. Heinrich Soka 1, Schaje Horowitz. Keren-Kajemeth-Kommlssion: Adolf Böhm, Dr. M. T. S c h n i e r e r, Dr. Hermann Ebner, Hofrat Dr. Fuchs, Simon Ga spar d, Frau Leser, Dr. David Roth bl um, Dr. Siegfried Plaschkes, Dr* J. Orünberger, Salo Schmerle r, Juda Löw, Moses 1 rom. Keren-Hajessod-Kommission: Dr. Fritz Ekstein, Prof. Dr. Viktor Kellner, Adolf Böhm, Ing. Otto K r a s n y, Hermann Tropp, Salo Schmerler, ein Mitglied der .W i z o. Revisoren: Bruno Rabinowitz, Emil Heinrich Nimhäuser, Dir. I. G u 11m a n n, Sigmund Wechsberg. Permanente Finanz* und Kontrollkommission: Dr. Alfred Löwy, Simon Picker, Dii. Gerson Wittlin, Ignaz Müller, Bruno R a b i n o w i 11, Dir. S. A11 m a n n, Hermann Schwarz. Nach der Wahl ergreift Dr. Grünbaum das Wort. Er danke für die Wahl und hoffe, daß die gegebenen Zusagen gehalten werden. Er gibt auch seiner Hoffnung Ausdruck, daß an diesem Delegiertentag ein Grundstein für eine gesunde, gute Organisation gelegt worden sei. Die guten Erfahrungen, die mit der im Landeskomitee vertretenen linken Gruppe (Hitachduth) gemacht wurden, geben uns Mut zur Gründung des Territorialverbandes. Der Redner empfindet es als Schande, daß für die Verbreitung der hebräischen Sprache kl der Organisation so wenig gemacht werde, Er persönlich ersucht den Delegiertentag, ihn nach der neuen Amtsperiode von der organisatorischen Arbeit zu befreien, damit er endlich das Buch aufschiagen könne, das schon lange als Memento auf seinem Schreibtisch liege: Das Lehrbuch der hebräischen Sprache. Dem Präsidium der Tagung wird sodann der Dank für die mustergültige Führung der Beratungen ausgesprochen, worauf der Delegiertentag mit dem Absingen der Hatikwah geschlossen wird.' Wollen Sie zu Reichtum gelangen? Dies körnten Sie nur durch ein Klassenlos der OlückssteUe Emma Deutsch Wien, I., KSIInerhofa. 6 Es kostet: Vs S 6.—f % S 12.—, % S 24.—, */» 8 48.—. Ziehung schon am 17. und 19. November. Eilen Sie, da nur mehr wenige Lose vorhanden. m'r' I Heinrich Reizes, s. A. I Hart und unbeugsam sind die eisernen Öesetze der Natur. Oft rafft der Tod einen Menschen in seiner vollen Manneskraft hinweg, einen Menschen, der für die Allgemeinheit noch vieles hätte leisten können. Dienstag, den 3. November nachts schloß der ehemalige Reichstagsabgeordnete Heinrich Reizes für immer seine gütigen Autgen. Er gehörte zu denjenigen, die Im alten Oesterreich Zeugen boshafter, von den schlachzizischen Machthabern an der Bevölkerung begangenen Kunststücke waren. Doch nicht nur Zeuge, sondern auch ein Kämpfer war er. Frühzeitig hat er seine politische Laufbahn begonnen. Kaum 30jährig, hat er sich mit all seiner Kraft dafür eingesetzt, dem damaligen Reichsratskandidaten Ernst Breiter (es war im Jahre 1907) gegen den Willen des Stadthalters zum Mandat in das Wiener Parlament zu verhelfen. Und als der Abgeordnete Breiter Im Jahre 1910 doppelt gewählt wurde, stellte man Reizes als Kandidat für die Bezirke Zloczow, Brody, Jezierna und andere Bezirke gegen die Allpolen auf. Trotz der Uebermacht der damals regierenden schlachzizischen Sippschaft ist es ihm gelungen, das stark umkämpfte Mandat zu erobern. Es begann ein Kampf, ein schwerer Kampf gegen den Statthalter Bobrzynski. Dieser Kampf blieb nicht ohne Erfolg. Die Adeligen, die gewöhnt waren, ihren Willen im ganzen Lande durchzusetzen, kamen langsam zur Ueberzeugung, daß das Volk wenigstens bei den Wahlen seinen Willen durchzusetzen vermochte. Dieses Zloczow-Brodyer Mandat hat die Reihen der galizischen Opposition im österreichischen Parlament verstärkt und so gelang es in den nächsten Jahren, die galizisch-radikale Volkspartei ohne Unterschied der Nation und des Glaubens ins Leben zu rufen. Es waren die schönsten Hoffnungen für die Zukunft vorhanden, als plötzlich der unglückselige Krieg ausbrach, der alles vernichtete. Ueber die Tätigkeit Heinrich Reizes’ in Wien während des Krieges, Uber seine Hilfeleistung an den nach Wien strömenden Flüchtlingen, kann ich leider nicht viel sagen, da ich damals in der russischen Gefangenschaft lebte und erst im Jahre 1918 die Freiheit erlangte. Im polnischen Sejm, dem er anfangs angehörte, ging er Hand in Hand mit den zionistischen Abgeordneten und der ehemalige, leider viel zu früh verstorbene Führer der Zionisten, Dr. Leon Reich, gehörte zu seinen wärmsten Freunden. Die schwere, immer wieder Fortschritte machende Krankheit hat es ihm nicht erlaubt, an dem letzen Wahlkampfe in Polen teilzunehmen. So konnte er seinen Kampf gegen die List und die Willkür der jetzigen Machthaber Polens nicht von Neuem aufnehmen. Im übrigen: Die äußerst mißliche innere Lage in Polen, wie auch in Oesterreich, die Immerwährenden Reibereien und Streitigkeiten hatten die Kampfeslust Heinrich Reizes* stark abgeschwächt. Er sah, daß viele Dinge anders ausgehen, als man sie sich vorgesteüt hat. Im Spätherbst reißt der Wind die Blätter von den Bäumen. Du, lieber Freund, warst ein Blatt, das noch am Baume hing. Der Wind hat Dich frühzeitig losgerissen und Dich in den Staub geworfen. Ruhe sanft! Leicht sei Dir die Erde, die Dich deckt. Ernst. Th. Breiter. Der Mufti Ober das Programm der panisiamitischen Konferenz Jerusalem, 2. November. Die in Cairo erscheinende Zeitung „Al Ahrain» veröffentlicht eine Erklärung des Großmufti von Jerusalem, wonach Körperschaften und Personen in Syrien, Tripolis, Tunis, Marokko, Algier, Persien, Yemen, Hedschas-Neschd, Irak, Afghanistan, Indien, Java, Jugoslawien, Albanien, Polen, Türkei und in anderen Ländern zur Teilnahme am panislamitischen Kongreß in Jerusalem eingeladen worden waren. Der Kongreß wird sich mit der Schaffung einer Gesellschaft zur Förderung der Kultur des Islam befassen. Diese Gesellschaft wird auch die Errichtung einer Moslem- Universität in Palästina, deren Professorenschaft aus den verschiedenen moslemltischcn Ländern sich zusammensetzen soll, zum Ziele haben. Auch wird die Gesellschaft den moslemitischen religiösen Gedanken propagieren. Der Kongreß wird Maßnahmen zum Schutze der heiligen Stätten des Moslem erörtern. Er wird das geistige Band des Moslem fester knüpfen. Eine Wiedereinsetzung des Exsultans als Kalifen mit dem Sitz in Jerusalem wird nicht erwogen werden. Bel dieser Mitteilung handelt es sich, erklärt der Mufti, um eine Erfindung der jüdischen Presse. (Die Mitteilungen Uber den Plan des Mufti und Schaukat Alls, das Kalifat in Jerusalem zu errichten, wurde von sehr ernsten und sonst gut Informierten ägyptischen und englischen Zeitungen gebracht. Red.) ln aller Kürze Im Oldenburger Landtag wurde ein n&tlonatiöZlaHsttscher Antrag auf Einführung des Schöchtvertootes mit den Stimmen der sozialdemokratischen, Zentrums und kommunistischen Abgeordneten abgelehnt. Im September und Oktober d. J. sind mehr als 8000 Lebensmittelpakcte, deren Wert sich auf ca. 30.000 Dollar beläuft, von der lokalen Organisation der Hias-Jca-Emigdlrect ln Riga und unter Aufsicht des Herrn A. Benjamin, Hias-Delegierten für Europa und Hjcem-Dlrektor nach Rußland gesandt worden. Prof. A. Einstein wurde vom Christ Church College in Oxford ein Forschungsstipendlum zur Vertilgung gestellt, um es ihm zu ermöglichen, weitere Untersuchungen in Oxford anzustellen. * Dieser Tage weilte General Smuts, der ehemalige südafrikanische Ministerpräsident, bekanntlich ein warmer Freund des Zionismus, in Berlin. Der Vorsitzende der Z. V. f. D., Herr Kurt Blumenfeld, benützte den BerMner Aufenthalt von Smuts, um mit ihm in Verbindung zu treten. General Smuts versicherte Herrn Blumenfeld seines unveränderten Interesses am Zionismus. * Der Professor für politische Oekonomie an der Universität Toronto, W. Sprenkel, hielt Im Rahmen einer Veranstaltung des jüdischen Studentenverbandes „Menorah" eine Ansprache, ln der er die Oeffentlichkeit in Kanada zu einem aktiven Kampf gegen den Antisemitismus an der Universität Toronto aufforderte. Unter dem Vorsitz des ukrainischen Volkskommissars für Landwirtschaft hielt der ukrainische Komzet eine Beratung ab, in der beschlossen wurde, im Jahre 1982 6500 ukrainisch-jüdische Familien auf dem Lande anzusiedeln. * Die englischen Zeitungen befassen sich mit einem im „British Medical Journal" erschienenen Aufsatz über eine von Dr. William Susman, Dozenten der Pathologie an der Universität Manchester und Pathologe am Jüdischen Hospital in Manchester eingeführte neue Krebsbehandlung, die bereits auf überraschende Erfolge hlnwelsen kann. * In Tientsin wurde eine jüdische „Historisch-ethnographische Gesellschaft des fernen Ostens" über Anregung der seit kurzer Zeit erschienenen jüdischen Tageszeitung „Utro“ gegründet. Oberst Sir David Harris, der „Grand Old Man" dev südafrikanischen Judenheit, der im Juli 1932 80 Jahre alt wird, hat Bich mit Rücksicht auf sein Alter aus dem Qesohäftsleben und dem öffentlichen Leben zurückgezogen. Die verstorbene Frau Justizrat Margarethe Hausmann hat Ihre palastartige Villa in Arendsee an der Ostsee der Berliner „Hochschule für die Wissenschaft des Judentums" als Erholungsheim für Rabbiner vermacht. •*ft Die Pester Isr. Kultusgemeinde und die Pester Chewga Kadischa haben auf Anregung des Gemeindepräsidenten, Hofrats Samuel Stern, beschlossen, allen hilfsbedürftigen Glaubensgenossen wenigstens in der Welse zu helfen, daß niemand Hunger leiden soll. Zu diesem Zwecke werden in sämtlichen Stadtbezirken Ausspeisungen veranstaltet werden. Diese Nahrungshilfe beginnt am 16. November. Der hervorragende jüdische Jurist und Sozialpolitiker Samuel D. Levy wurde mit 247.111 Stimmen zum Präsidenten von Manhattan, dem Hauptbeztrk von New York, gewählt Er schlug seinen republikanischen Gegenkandidaten, Colonel Edward Carrington, mit einer Mehrheit von 181.219 Stimmen. * Das Denkmal des berühmten holländisch-jüdischen Dichters und Dramatikers Herman Heyermans (Verfasser der vielgespielten Tragödien „Hoffnung auf Segen", „Ghetto" u. a. m.) in der Vondeipoch zu Amsterdam wurde in der Nacht von Faschisten mit roter Farbe beschmiert Die Schändung des Heyermans-Denkmals hat in der holländischen Oeffentlichkeit starke Entrüstung ausgelöst Ob die Schändung dem Sozialisten oder auch dem Juden Heyermans gegolten hat ist noch ungeklärt. * Bmanuel Neumann, Mitglied der Exekutive der Jewlsh Agency, verhandelte in Washington, New York und anderen Zentren der Vereinigten Staaten mit führenden Persönlichkeiten aus Regierungs-, akademischen und Wirtschaftskrisen. Man nimmt an, daß diese Besprechungen die Bildung eines Pro-Paläatina-Komlteee mit Einschluß großer nichtjüdischer Persönlichkeiten nach dem Muster großer europäischer Länder zur Folge haben werden. Zu Ehren von O. E. d’Avigdor Goldsmid, Präsidenten des Jewish Board of Deputies und Vorsitzenden des Council der Jewish Agency, sowie des Keren Hajessod-Dlrektorz Leib Jaffe fand in der Stadthalle von Dublin, der Hauptstadt des Irischen Freistaates, ein Empfang statt, der vom Oberrabbiner Irlands Dr. I. Herzog, geleitet wurde. Für den Keren Hajcssod wurden an diesem Abend 400 Pfund aufgebracht. Goldsmid und Jaffe wurden vom Oberbürgermeister von Dublin begrüßt. Der Generalgouverneur des Irischen Freistaates gab ihnen zu Ehren einen Tee. Sdßtein’s Familicn-pension iHMin, mttttiiii täglich 5-Uhr-lee SEMMERING TELEPHON II Hochstraße 43 neben Hotel Panhana. Mäßige Preise, vorzügliche Küche, Zimmer m. Pension S 12.—* aufwärts. Zentralheizung, fließendes Warm- und Kaltwasser in ledern Zimmer. 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