Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 4 (1931)
- Issue
- Heft 199 (29.8.1931)
- Date
- 1931-08-29
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Seite 10 DIE STIMME Nr. 199 — 29. Oktober 193t Zlonlsflsthes Leben In Wien Verlautbarung des Zlonistf* sehen Landeskomitees Das Landeskomitee hat beschlossen, den auf den 24. und 25. Oktober anberaumten Delegiertentag auf den 7. und 8. November zu verschieben. Die Tagesordnung bleibt unverändert. Die Eröffnung findet am 7. November um 8 Uhr abends im Saale des Niederösterreichischen Handelsmuseums, IX., Berggasse 16, und die Tagung am 8. um halb 10 Uhr vormittags im Heim der Zionistischen Bezirkssektion Leopoldstadt, II., Praterstraße 13, statt. Zionistisches Landeskomitee für Oesterreich: Dir. Epstein. Dr. Qrünba um. Ein Brief an die „Wizo“ Anläßlich der Generalversammlung der «Wizo» (siehe Bericht in unserer letzten Nummer) richtete die Londoner Leitung nachstehendes Begrüßungsschreiben an die Wiener zionistischen Frauen: Sehr geehrte Damen! Möge diese Versammlung der Auftakt sein zu noch innigerer, intensiverer Arbeit für das Werk des jüdischen Volkes in seinem Heimatlande Palästina, für das Werk der zionistischen Frau. Die VI. Konferenz, an der sich Mitglieder Ihrer Organisation beteiligten, wird sicherlich Gegenstand rückschauender Betrachtungen Ihrer Versammlung sein Lassen Sie sich dabei nicht von dem Gedanken an die Zerwürfnisse, die eine Folge dieser schweren, aber in ihrem Willen so schönen Konferenz gewesen sind, pessimistisch stimmen. Lassen Sie sich nicht durch die subjektiven Meinungen und Interpretationen, die nach der Konferenz durch die Presse gingen, verwirren. Die Wizo ist in ihren Tendenzen weder nach links r i: h nach rechts gerückt. Sie wird nach v/i. vor die Mitte halten und unbeirrt den ihr vorgeschriebenen Weg gehen. Die VI. Konferenz hat das Arbeitsprogramm der Wizo einer neuerlichen Prüfung unterzogen und es sind einstimmig folgende Resolutionen als Prinzipien der allgemeinen Arbeitsrichtung und Arbeitsmethoden angenommen worden: «Zur Definition des Charakters der Wizo-Arbeit in Palästina stellt die Konferenz fest, daß das Aufgaben-Gebiet der Wizo im allgemeinen immer darin bestand und auch weiterhin darin bestehen soll, Frauen und Kinder für das Leben im Lande im weitesten Sinne des Wortes vorzubereiten oder mit anderen Worten, die erzieherische und berufliche Ausbildung der Frauen und Mädchen für das Leben im Lande in die Hand zu nehmen und anschließend daran konstruktive Wohlfahrtsarbeit zu leisten, soweit es im Bereich des Programms der Wizo liegt. Bei allen Projekten und Plänen sollten immer diese Gesichtspunkte im Auge behalten werden. Es soll ferner eindeutig festgelegt werden, daß unser Programm in Beziehung zu dem gesamten Programm der Jewish Agency und der Knesseth Israel stehen muß. Sollte also die Jewish Agency der Konferenz nahelegen, daß die Wizo praktische Arbeit auf anderen Gebieten, die mit ihrem allgemeinen Programm eng verknüpft sind, übernehmen solle, so muß die Wizo es als ihre Pflicht betrachten, derartige Arbeiten auf sich zu nehmen, wenn und soweit es ihre Finanzen erlauben. Ebenso darf kein Zweifel darüber bestehen, daß — wie dies in der Hadassah-Wizo-Resolution zum Ausdruck kommt, in der die al'gemeine Idee einer Teilnahme an «nicht-ökonomischen» Arbeitsleistungen anerkannt wird — der normale Unterhalt und die Weiterführung der Wizo-Iristitutionen unsere erste Pflicht sein muß.» Die Exekutive der Wizo hat die Verpflichtung übernommen, die Resolutionen der Konferenz einzuhalten, und wird diese Verpflichtung, aus der sich deutlich ergibt, daß sich die Wizo bei der VI. Konferenz auf kein einseitiges Programm festgelegt hat, nach besten Kräften erfüllen. Wenn in unseren Reihen heute noch nicht die Einigkeit herrscht, die vordem unsere Stärke ausmachte, so liegt dies allein in der Leidenschaftlichkeit begründet, mit der wir alle das Beste für unser Werk zu erkämpfen suchen. Jede Föderation sollte es zu ihrer vornehmsten Pflicht machen, jetzt mehr denn je für Disziplin unter sich zu sorgen und die Verpflichtungen, die sie bei der letzten Konferenz übernommen hat, treu und unbeirrt zu erfüllen. Das wird die Organisation wieder einen und stärken. Die gegenwärtige wirtschaftliche Krise hat Ihr Land ganz besonders stark in Mitleidenschaft gezogen. Dennoch appellieren wir an Sie: Leisten Sie Ihr Aeußerstes und Ihr Bestes, um unser Werk, das uns aUen so teuer ist, zu erhalten und weiter auszubauen! Die gegenwärtige finanzielle Lage ist schwierig wie noch nie; wir appellieren um so mehr an Ihre Opferfreudigkeit und Solidarität! Wir wünschen Ihrer Generalversammlung von Herzen gutes Gelingenf Mit besten Zionsgrüßen Romana Goodmann Vera Weizmann Präsidentinnen. Nachtrag zum Bericht tiber die Generalversammlung der Wizo Aus dem bei der Generalversammlung der W. I. Z. 0. erstatteten Bericht (siehe vorige Nummer) tragen wir noch folgendes nach: Im Rahmen der Palästinaarbeft leistete die Chaluzreferentin Frau Berta Berger außerordentlich Wertvolles durch Veranstaltung diverser Fürsorge, z. B. eines Labedienstes für durchreisende Chaluzim, Hilfe bei der Alijah und Hachscharah sowie durch praktische Unterstützung der von der «Mirjam» durchgeführten Ausstattungsarbeiten für die nach Palästina abreisenden Chaluzim. Zu diesem Zwecke hatte Frau Berger bedeutende Materialien und eine Nähgctßtcin’s JainilUn-pcnsion SenaeratloD. täglich 5-Uhr-lee SEMMERING TELEPHON 11 Hochstraße 43 neben Hotel Panhans Mäßige Preise, vorzügliche Küche, Zimmer m. Pension S 12.— aufwärts. Zentralheizung, fließendes Warm und Kaltwasser in jedem Zimmer. Auskunft unter Telephon U-27-6-24 maschine für die Anfertigung von Kleidungsstücken der Mädchengruppe beigestellt. Die K. K. L.-Arbeit der Wizo unter Leitung von Frau A. Tartakower brachte wieder beträchtliche Ergebnisse, wenn diese auch nicht ganz die Höhe des Vorjahres erreichten, in welchem die 0. z. F. Oe. bekanntlich ihr Kontingent um ein bedeutendes überschritten hat. Die Arbeit des Keren Kaje* meth Sammlungen bei Veranstaltungen und Versammlungen. Der Jugendbund «Zirenu» führt bei allen zionistischen Veranstaltungen durch seine Mitglieder Keren-Kajemeth-Sammlungen durch, sofern diese Sammlungen nicht durch Mitglieder der betreffenden zionistischen Gruppe durchgeführt werden, oder eine bestimmte Gruppe bei der Leitung des Keren Kajemeth sich für eine Sammlung angemeldet hat. Silbernes Buch des Keren Kajemeth. Fräulein Rosa Wahl, ehemalige Präsidentin des Verbandes zionistischer Hochschülerinnen, wurde anläßlich ihrer Hochzeit am 23. Oktober 1931 durch diesen Verband ins Silberne Buch des Keren Kajemeth eingetragen. Bisherige Zahl der Eintragungen 42. Keren-Kajemeth-Sammlungen bei Hochzeiten und sonstigen Familienfeierlichkeiten: Die Gesinnungsgenossen werden ersucht, dem Keren Kajemeth die Familienfeierlichkeiten ihres Kreises zwecks Organisierung der Keren-Kajemeth-Sammlungen bei denselben bekanntzugeben. Eine neue Palästina-Karte des Keren Kajemeth. Das Hauptbureau des Keren Kajemeth hat eine neue kolorierte Karte Palästinas nach dem neuesten Stande unseres Siedlungswerkes in hebräischer Sprache herausgegeben. Preis 70 Groschen; erhältlich im Keren-Kajemeth-Bureau. «Lanoar» in deutscher Sprache. Das erste Heft «Lanoar»: Sch. Ben-Zion: Neß Zionah, ist in deutscher Uebersetzung von Dr. Max Meyer erschienen. Preis 2 Mark. Jlotixen Joseph Kessel lebensgefährlich verunglückt Der hervorragende französisch-jüdische Romanschriftsteller Joseph Kessel ist bei einem Autounfall auf der Straße von Vendome nach Saint-Amand lebensgefährlich verletzt worden. Kessel wurde 1898 in der argentinisch-jüdischen Kolonie Clara geboren. Eine Anzahl seiner Romane schildert das Leben der russisch-jüdischen Emigranten in Paris. Eine Völkerbund-Publikation in Hebräisch und Jiddisch* Das Völkerbundssekretariat hat eine umfassende Broschüre unter dem Titel «Der Völkerbund, seine Aufgabe und Organisation» für die Lehrerschaft in verschiedenen Sprachen erscheinen lassen. Im Aufträge des Völkerbundssekretariats wurde die Broschüre auch in hebräischer und jiddischer Sprache für die Lehrerschaft an hebräischen und Jiddischen Schulen herausgegeben. Sir Thomas Hall Caine und die Juden. Der in London Im 78. Lebensjahre verstorbene berühmte englische Romanschriftsteller und Gelehrte Sir Thomas H. Hall Caine zeigte sich zu seinen Lebzeiten stets an jüdischen Fragen interessiert. Er besuchte dreimal Palästina, um Studien für sein großes Werk über das Leben Jesu zu machen, und äußerte bei jeder dieser Gelegenheiten seine Bewunderung für die jüdischen Leistungen in diesem Lande. In vielen seiner Schriften spielen jüdische Fragen hinein, so ln «The Manxman», das das Leben der russischen Juden mit zum Thema hat. «The Manxman» variiert die Geschichte von David und Uriah, «The Eternal City» die von Samson und Daliiah, «The Bondman» die von Jacob und Esau. Interview mit Prof. Weizmann Anläßlich des Berliner Aufenthaltes Professor Weizmanns, berichtet der Warschauer «Moment» folgendes: «Prof. Weizmann benützt die freie Zeit seines Berliner Aufenthaltes, um mit seinen Freunden aus politischen und wirtschaftlichen Kreisen zusammenzukommen. Er verbrachte z. B. einige Abende in der Gesellschaft Prof. Einsteins und einiger deutscher Intellektualisten, sein Empfangsraum im Hotel «Esplanade» ist wie ehedem von Journalisten und Neugierigen belagert. Weizmann erzählt, wie er den Sommer verbrachte. Er war in Bad Abbazia, Bad Gastein, betrieb Hochtouristik in den Tiroler Alpen, bereiste Katalonien und beobachtete den heißen Kampf der Katalonier um ihre Unabhängigkeit. Dr. Weizmann scheint sich glänzend erholt zu haben, er sieht frisch und gesund aus, viel besser jedenfalls, als in den letzten Jahren seiner Tätigkeit als Präsident der Zionistischen Weltorganisation. Ueber seine Pläne für die nächste Zukunft befragt, erzählt Prof. Weizmann von seiner bevorstehenden intensiven Keren-Hajessod-Aktion in Südafrika. Er hatte die Absicht, unterwegs auch Palästina zu besuchen, da aber die Südafrika-Kampagne für Februar 1932 verschoben wurde, will er sofort nach Beendigung seiner Vortragstournee in Deutschland nach London zurückkehren und daselbst bis Ende Dezember bleiben. Palästina wird er dann auf seiner Rückreise von Südafrika besuchen. Bis Ende dieses Jahres will Prof. Weizmann seine Tagebücher, die er in englischer Sprache abfaßt, beenden. Sie umfassen seine Autobiographie von der frühesten Jugend bis einschließlich den 17. Zionistenkongreß in Basel. Auf die Frage, ob die Nachricht von der Aufstellung seiner Kandidatur seitens der Labour-Party auf Wahrheit beruhe, entgegnet er, er habe das zuerst in Abbazia aus einem seine Person angreifenden Artikel des «Neuen Wiener Journal» erfahren. Viel später erhielt er einen offiziellen Brief von der Labour-Party in Manchester mit der Bitte, seine Kandidatur aufstellen zu lassen. Er lehnte diese Aufforderung kategorisch ab. Voller Optimismus blickt Prof. Weizmann auf die künftige Palästinapolitik der englischen Regierung, wenn er auch zugibt, daß die allgemeine Lage in England noch völlig ungeklärt ist und keinerlei bestimmte Prognose zuläßt. GroOfleisclitiauerei SIEGM. KORNMEHL Zentrale,}X, Berggasse 1**, re.. A I/-a-tfn u. A 16-9-34 Lieferant iür Heilanstalten Abteilungen iör iwn-Fleisch unter Aufsicht des Ehrwürdigen itabbmats der israelitischen Kuitusgemeinde Wien 4uioiu»ieiiung tonenio» •X, Barkasse * KVM> Währin^erstraße a dem verbände Aü- Die der heutigen Nummer der„Stimme“ bei »egenden Beitri tsformuiare sind an den Verbanc der Allgemeinen Zionisten, II. Pi aterstr. 13 (Lloyahof) einzusenden 0077