Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 4 (1931)
- Issue
- Heft 198 (22.8.1931)
- Date
- 1931-08-22
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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Nf. 198 — 22. Oktober 1931 btt: i k. t.'ik Seite 11 Oie Generalversammlung der Zionistischen Jugendgemeinschaft „Brith Herzl" Am Sonntag, den 18. Oktober, fand die erste ordentliche Generalversammlung unserer jungen Gemeinschaft statt. Nach der feierlichen Eröffnung und der Begrüßung der Gäste und der Vertreter zionistischer Körperschaften ergriff Herr Prof. Freud das Wort zu seinem Vortrag über die «Gegenwärtige Lage im Zionismus». Nach einem ausführlichen historischen Ueberblick über die Entwicklung der zionistischen Bewegung behandelte der Vortragende die bedeutendsten zionistischen Gegenwartsprobleme. Herr Dr. Tartakower erläuterte sodann in seinem Referat «Das Wesen des Keren Kajemeth» die Funktion des Jüdischen Nationalfonds und wies auf dessen Bedeutung für das zionistische Aufbauwerk hin. ln den nun folgenden Berichten des Obmannes, des Kassiers sowie der Referenten für Keren Kajemeth Organisation und Sport wurde die umfangreiche Arbeitsleistung gewürdigt, die unsere Gemeinschaft in Anbetracht ihres kurzen Bestandes bisher bereits vollbracht hat und die zu den besten Hoffnungen für die Zukunft berechtigt. Nach der Generaldebatte, die sich auf überaus hohem Niveau bewegte, wurde eine Reihe von Resolutionen angenommen und sodann die Neuwahl des Ausschusses durchgeführt. Der neugewählte Ausschuß, der sich sofort nach der Generalversammlung konstituierte, setzt sich aus folgenden Chawerim und Chaweroth zusammen: Präsidium: Josef Melzer, Nathan Tuchmann und Markus Läufer. Uebriger Ausschuß (in alphabetischer Folge): Max Kau'theil, NJusJa Mlndin, Berta Neumann, Alfred Pick, Pepi Retter, Siegfried Schneider, Dina Spiegel, Fella Tuchmann. Ankündigungen und Mitteilungen Empfangsabend der Organisation zionistischer Frauen Oesterreichs (Wizo). Zu Ehren der Ende des Monats in Wien eintreffenden berühmten hebräischen Dichterin Elise h e w a veranstaltet die Organisation der «Wizo», einen Empfangsabend mit Ansprachen und Vorträgen, der die jüdischen Frauen und Mädchen Wiens in persönlichen Kontakt mit der Dichterin bringen wird. Zeit und Ort wird noch bekanntgegeben. Amtsstunden der Wizo-Leltung. Die Amtsstunden des geschäftsführenden Ausschusses der neugewählten Leitung finden regelmäßig Montag und Donnerstag von, 1/211 bis 1 Uhr in der Wohnung der Präsidentin Frau Löwennerz, IX., Nußdorferstraße 42, statt. Telephon A-16-0-44. Im Rahmen dieser Amtsstunden werden gerne Auskünfte und Anmeldungen entgegengenommen. Vorträge des Malmonldes-Instituts Wien während des Wintersemesters 1931/1932. a) An der Universität, Hörsaal 37 der philosophischen Fakultät, jeden Mittwoch (außer den Universitätsferjen), Vzl Uhr abends: Rabb. Dr. A. Kamlnka: «Erklärungdes Buches Hiob» und «Auszüge aus dem Talmud und der Kabbala», b) Im Institut, Praterstraße 11, 1. Stock: Montag, Rabbiner Dr. A. Kaminka, 6 bis 7 Uhr, «Psalmen»; 7 bis 8 Uhr, Maimonides, «More Nebuchim». — Dienstag, Rabbiner M. Horowitz, 6 bis 7 Uhr, «En Jakob»; 7 bis 8 Uhr, Albo, «Ikkarim». — Donnerstag, 6 bis 7 Uhr, Vortragszyklus über jüdische Geschichte; 7 bis 8 Uhr, Dr. N. Goldstein, «Traktat Kidduschin» (jüdisches Eherecht). — Samstag, ’M bis Y25 Uhr, Rabbiner Dr. A. K a m I n k a, «Pentateuch»; VzS bis Yz6 Uhr, Dr. N. Qoldstein, «Midrasch». Verband radikaler Zionisten veranstaltet Mittwoch, den 28. d. M., im Cafö Produktenbörse, If., Taborstraße 10, einen Liederabend unter Mitwirkung der Herren Oberkantoren Länderer und Wahrmann sowie der Klavlervlrtuosln Berta Partnay u. a. Zionistische Bezirkssektion Leopoldstadt, Praterstraße Nr. 13. Das neue Sektionsheim ist allabendlich für die Besucher geöffnet. Im Lesesaal liegen Tageszeitungen und Zeitschriften auf. Die Mitglieder werden eingeladen, hievon häufig Gebrauch zu machen. Jeden Freitag abends populäre Chiimeschvorträge.:Gäste'willkommen! Die Hebräischkurse für?-Erwachsene und Kinder haben schon begonnen. Einschreibungen finden noch im Sekretariat von 7 bis 9 Uhr abends statt. Zionistische Jugendgemeinschaft «Brith Herzl», Wien, XX., Jägerstraße 80. Hebräisch-Kurse: Am Montag, den 2, November, beginnen unsere Hebräisch-Kurse für Anfänger und Fortgeschrittene, die unter der Leitung eines bewährten Pädagogen stehen werden. Die Teilnahme ist für Mitglieder frei. Anmeldungen täglich von Vzß bis 10 Uhr abends im Heim. Wochenprogramm: Samstag, 24. Oktober, 7 Uhr abends: Plenarversammlung mit anschließendem Referat des Herrn David Nebenzahl: «Judentum und Judenheit»; Sonntag, 8 Uhr früh: Wanderung. Treffpunkt: Schwedenplatz. Montag bis Donnerstag, täglich von yj8 bis 10 Uhr abends: Slchotb, Diskussionen und Chorproben, Am Samstag, den 31. ds., wird Herr Dr. Leo Ooldhammer, am folgenden Samstag Herr Dr. Desider Friedmann einen Vortrag halten, ' Zionistische Bezirkssektion XII., XIV. und XV. Montag, den 26. Oktober 1931, 8 Uhr abends, ordentliche Generalversammlung. — Anschließend um 9 Uhr abends Vortrag des Herrn Dr. Chaipi Tartakower: «Der gegenwärtige Moment in der zionistischen Bewegung». Allgemein zu- Zionistische Jugendverband hat mit einer Sitzung der Jugendvertreter am 19, d. M. seine diesjährige Tätigkeit wieder aufgenommen. Die nächste Sitzung der lugendvertreter findet am 9. November Btatt. Die älijähriiehe Tagung des Jugendverbandes wird Heuer aller Voraussicht nach am 21. und 22, November stattfinden. Hlstadruth Iwrith, II„ Kleine Möhrengasse 3. Wegen der zionistischen Landeskonferenz entfällt Samstag, den 24. Oktober. der allwöchentliche Vortrag. Samstag, den 31. Ok* Ernato Warnungazeichon gibt die Natur durch Schwlndelgeftlhl, Atemnot, vorseitlger Ermüdung. Benommenheit, sohiaiiosivkelt, Ohrensausen uSw, Diese Beeohwerden selten zumeist den Beginn der gefährlichen Adernvsrkalbunt an. Bekämpfen Sie diese, ehe es zu spät wird, durch Radioeklerin, die Seit Jahren ärztlich empfohlenen, frei verkäuflichen Tabletten, welche die Blutzirkulation in den Bfcbläg- und Pulsadern fördern, geistige und körperliche Arbeitsfähigkeit erhöhen, xtadiumgehalt amtlich geprüft Depöt Apotheke Bager, Wien, i, wollaelte U, Prospekte gratis und franko, tober, großer literarischer Abend im Saale «Bayrischer Hof», zu Ehren der bekannten hebräischen Dichterin Elischewa aus Palästina. Die Dichterin wird aus eigenen Werken lesen. Außerdem reichhaltiges musikalisches Programm. Hetsrftlsche Sprach» und Bfbelschule Zwischenbrücken, tm Lokale XX., Leystraße 81 werden demnächst unter Leitung .des hebräischen Lehrer-Verbandes hebräische Sprach- und Bibelkurse eröffnet. Die Einschreibungen finden an den Abenden folgender Tage statt: Samstag von 7 bis 9 Uhr, Dienstag von 7 bis 8 Uhr und Mittwoch von 8 bis 9 Uhr. Der Unterricht wird unentgeltlich erteilt. Verband zionistischer Mittelschüler. Der in der «Stimme» bereits angekündigte Lichtbildervortrag über das Sommerlager des Verbandes findet am Sonntag, den 25. d. M., im Saale der demokratischen Zionisten, II., Untere Augartenstraße 38, statt. Beginn V2ß Uhr abends. Der Text zum Vortrag ist von Bobby Weiser. Karten zu 50 g und S 1.— an der Abendkasse. Jüdischer Verein «Nord*Ost». Zugunsten der Wohlfahrtsaktion des Vereines findet am Samstag, den 24. Oktober, um 8 Uhr abends in der jüdischen Bühne, II., Praterstraße'60, eine Sondervorstellung statt. Aufgeführt wird die zweiaktige Komödie «Das Wolgamädei», Restliche Karten bei den Vorstandsmitgliedern und an der Abendkasse. Jüdische Toynbehalie, XX., Denisgasse 33. Samstag, den 24. Oktober 1931, 19 Uhr, Konzert. Ausführende: Mnranne Mislap-Kapprr (Gesangs, am Klavier Prof. Franz Mittler; Margarethe Bach (Rezitation); Kurt Fuchsgelb (Violine), am Klavier Paul Utanowskv. Regiebeitrag 20 g. — Mittwoch, den 28. Oktober 1931, 19 Uhr: Vortrag Doktor Arnold Ascher: Was soll der Mieter vom Mietengesetz wissen: Nach der Teepause Fragen an den Vorsitzenden. Eintritt frei! Jüdisch-Akademischer Juristenverein. Bei der am 17. d. M. stattgefundenen Generalversammlung wurde dem abtretenden Ausschüsse das Absolutorium und der Dank der Versammlung ausgesprochen. Neugewählt wurden: Zum Obmann Dr. Fritz Bauer; in den Ausschuß Frl. Neumann, Frl. Zwecker, die Herren Bader, Bernfeld, Bronner, Ebenstein, Gtaser, Gruber, Imbermann, Leser, Margulies und Seimann. Revisoren: Schapira und Dr. Hirni. Delegierte: Dr. Hirm, Dr. Bauer, Leser, Fränkei, Margulies, Nebenzahl. Ersatzdelegierte: KolJ. Bronner, Bader und Imhermann. Zum Ehrcnmitgliede wurde Koll. Dr. Hirm ernannt. Die Bibliothek des Brith Hanoar Hamisrachi, Wien, 11., Praterstraße 11, ist in letzter Zeit durch zahlreiche Neuanschaffungen stark bereichert worden. Bibliotheksstunden: Jeden Mittwoch und Samstag von 8 bis 9 Uhr abends. Zionistische Ortsgruppe Linz. Die zionistische Ortsgruppe Linz wird, wie alljährlich, auch diesen Winter regelmäßig an jedem zweiten und vierten Donnerstag des Monats Diskussionsabende abhalten. Der erste Diskussionsabend findet am Donnerstag, den 22. Oktober 1. 1. um 20 Uhr im Klubzimmer des Hotels «Zum schwarzen Bären», Linz, Herrenstraße, statt. Thema: Bericht über den XVII. Zionistenkongreß. Sprechsaai dar Stimme Briefe, die für diese Rubrik bestimmt sind, können nur^ dann berücksichtigt werden, wenn sie mit vollem Namen und Adresse gezeichnet sind. «Sehr geehrter Herr Redakteur! Die «Stimme» bemüht sich, den Lesern Tatsachen aus Palästina zu berichten und ihnen so tu zeigen, daß man itt Palästina praktisch arbeitet und nicht, wie in Wien, im Kaffeehause sitzt und diskutiert. Es wird Sie daher interessieren, was mir dieser Tage ein Verwandter aus Boston, U. S. A., schrieb: Der Nordau-Klub in Boston, eine studentische Verbindung, beschloß einen sogenannten Dreijahrplan zur Intensivierung des Palästinagedankens. Durch drei Jahre hindurch wird der Klub je zwei Mitglieder auf einige Monate nach Palästina entsenden. Während ihres Aufenthaltes werden die Abgesandten des Klubs das ganze Land bereisen und in verschiedenen Siedlungen je eine Woche verbleiben. Soweit die Abgesandten sich nicht entschließen sollten, in Palästina zu bleiben, werden sie im Klub und in jüdischen Kreisen durch die im Lande erworbenen Kenntnisse ln der Lage und verpflichtet sein, propagandistisch zu wirken. Ich glaube, unsere studentischen Vereinigungen sollten das Beispiel des Nordau-KIubs nachahmen. So werden vielleicht auch ärmere Studenten die Möglichkeit haben, Palästina zu sehen und nicht nur vom Auto aus, wie die meisten Palästinatouristen, und unsere jungen Leute werden aus dem ewigen Theoretisieren herauskommen und vielleicht den praktischen und ethischen Wert der Arbeit für die Fonds begreifen. Mit Zionsgruß Isidor W.» Die Ravag kennt keine Juden «Kürzlich stellte ich meinen Radioapparat zufällig auf Belgrad ein und hörte jüdische und hebräische Lieder von einem ausgezeichneten Tenor, dem Belgrader Oberkantor Grußmann, singen. — Bialik sprach kürzlich im Warschauer Radio. In Amerika werden ganze jüdische Gottesdienste übertragen. In Wien hört man bestenfalls einmal Kol Nidre von einem Cellisten spielen. Man hört nichts von jüdischer Dichtung und Kultur, nichts vom Zionismus. Warum wird z. B. keine Führung durch das Jüdische Museum übertragen, warum keine Führung durch den Friedhof in der seegase«? Warum hört man keinen Reisevortrag aus Palästina? Warum keine Rezitationen aus Werken moderner hebräischer Dichter? Das sind nur einige Beispiele. Wien hat mehr als 200.000 Einwohner, von denen sehr viele Radiohörer sind. Ich glaube, wir Juden sind selbst schuld daran, daß uns die Ravag so stiefmütterlich behandelt und man kann einstweilen nicht einen bösen Willen der Ravag annehmen. Ich bitte Sie daher, sich an die Ravag um Abhilfe zu wenden. Mit Zionsgruß Klara M.» Jüdische Künstlerspiele Die Jüdischen Künstlerspiele eröffneten vergangenen Freitag ihre Pforten mit einem sehr interessanten Gastspiel der Warschauer Soubrette Gisa Heiden. Der Erfolg war, wie vorauszusehen, ein kolossaler. Frau Gisa Heiden ist Soubrette mit einem Temperament und Spiel, weiches sie zutn Liebling ihres Publikums macht. Wenn sie lacht, .wenn sie weint, immer erscheint sie echt, Stimme kräftig und ance-, nehm. Aber Hauptsache sind Spiel und Tanz. In Amerika würde man sie auf Händen tragen. Ihr kommt , guch eine feine, zarte Bühnenerscheinung zustatten. Sie . ist eine Soubrette großen Formats, spricht ein gutes Jiddisch, was wir leider so oft auf der jüdischen Bühne vermissen. Saio Prisament ist eine Art Universalgenie. Er ist Schauspieler, Regisseur, Komponist, und spielt einen Schadchen, welcher viel Beifall beim Publikum fand. Max Zelniker schuf einen verlotterten russischen Leiermann, welchen man nur ln Odessa treffen kann. Gut waren die Damen Weintraub und Meiseis. ferner die Herren Sigal und Eisen. Der Abend war insgesamt ein gelungener, und es ist zu hoffen, daß wir endlich ein jüdisches Theater mit großem künstlerischen Niveau haben, in dem sich das jüdische Publikum Wiens wohlfühlen wird. jSdltcAes Sfieater Wer Ist sie? «in üenaationastllok in der Jüdischen Bühne, Wien ID, Praterstraß« 60 Ale nächste Novität gelangt Freitag, den 28. Oktober, da* Lebensbild in drei Akten und einem Vorspiel „Wer let el«?“ zur Erstaufführung. Da« Stück bleibt vorläufig bis Donnerstag, den 29. Oktober, auf dem Spielplan. Sonntag, den 25, Oktober, halb 4 Uhr. gelangt auf vielfaches Verlangen „Natascha" zur Wiederholung. In diesem Stück haben die Künstler des Ensembles vergangene Woche große Erfolge gefeiert. Die Handlung dieses Stückes bringt auoh eine Schilderung der Pogrome in Rußland. Die Rollen der zwei Personen sind von Frau Rosenfeld und Herrn Novikoff glänzend besetzt. Hatte man schon Frau Rosenfeld In verschiedenen lustigen stücken gesehen, Ihr überschäumendee Temperament und den meisterhaften Gesang bewundert, so war man überrascht sie auch als dramatische Künstlerin kennenzulernen. Der Charakterdarsteller Bell verkörpert einen jüdischen Schriftsteller mit derart viel Humor, daß man aus dem Lachen nicht herauskommt. Ein gelungenes komisches Duett geben Frau Glattstetn und Bucker ab. In kleineren Rollen gefallen Braelawska und die Herren Neuwirt und Tunis. Die musikalische Leitung liegt in den bewährten Händen des Kapellmeisters Adolf Braclawski. Jüdische KUnstlersplele, Theater Reklame, II., Prateratraße 34, Am Freitag, den 23. d, M., und täglich wird das Gastspiel Gisa Heiden und Salo Prisament fortgesetzt. Zur Aufführung gelangt «Dem Arendars Techterl», Singspiel in 3 Akten von Drucker, unter Mitwirkung von Max Zelniker. Musik von Prisament. Beginn ’/jd Uhr abends. Jüdischer Kulturbund: «Abend jüdischer Musik». Donnerstag, den 22. Oktober 1931, pünktlich um 8 Uhr abends, findet im Heim der Z. M. V, «Mirjam», L Jordangasse 7/1, der erste Abend jüdischer Musik statt. (Musikalische Leitung: Joachim Stutscheweky.) Freundliche Mitwirkung von Maria Bernay (Gesang), Ida Rosen (Klavier), Israel Brandmann (Violine) und einem Ensemble (Lewitus, Brandmann, Stein, Stutschewsky). Zum Vortrage gelangen Werke von Achron und Engel. Neues Jüdisches Theater, II., Tabörsträße 12 (Hötel Stefanie). Im Neuen Jüdischen Theater gelangt Sonntag, den 23. d. M., H9 Uhr abends, die große Lachkomödie von A. a «Sonja hot Chassene gehst» zur Aufführung. Ala n wirkt Hilda Dulitzkaja, die Meisterin des Jüdischen iedes. mit. Ermäßigte Preise zu $ i.~~ und S 2.—. Kart«« na Vorverkauf an der Theaterkass* Silvester Matuska hat gestanden Fast ganz Europa atmet auf. Silvester Matuska, der größte Verbrecher der letzten Jahrzehnte, hat gestanden. Jeder halbwegs anständige Mensch freut sich darüber, daß es endlich gelungen ist, dieses scheußliche Tier in Menschengestalt zu überführen. Wir Juden haben hiezu besonderen Anlaß. Als am Rösch-hä-schana das Verbrechen von Bia-Torbagy, bei dem vierundzwanzig Menschen das Leben büßen mußten, bekannt wurde, begann ln den antisemitischen Zeitungen eine regelrechte Hetze gegen die Juden. Ei hieß gleich, Kommunisten, jüdische Kommunisten, hätten das Verbrechen verübt. Die Wiener Hakenkreuzler. gingen so weit, ihren Anschlagkasten an der Universität für die Beschuldl- §ung, die Juden hätten das Attentat begangen, zu mißrauchen. Jetzt, da Silvester Matuska, der ein Amulett des heiligen Antonius stets um den Hals trug, da Silvester Matuska, der fromme Christ, der keinen Sonntag in die Kirche zu gehen versäumt hat, da dieser Silvester Matuska gestanden hat, fiel es keiner Zeitung ein, einige Worte über die Niedertracht der Hakenkreuzler zu verlieren. Wieviele jüdische Zeitungsschreiber sitzen in diversen Wiener Redaktionen und keiner hat es der Mühe für Wert gefunden, dieses Thema zu berühren. Als Menschen, nicht als Juden, hätten sie nicht schweigen dürfen. Allzuoft hat man gegen die Juden «Bllbuliro» ausgedacht. Allzuoft waren die Juden Prügelknaben für alles Unflück in der Welt. Jetzt, wo es gelungen Ist, den wirklichen äter in der Person Matuskas zu überführen, haben wir Juden Grund uns zu freuen, daß eine niedrige Verleumdung so rasch zusammengebrochen ist Daß die Hakenkreuzler in Wien und Budapest nicht den Mut haben, das an der judenschaft begangene Unrecht einzugestehen, ist hur ein Beweis mehr für ihren sittlichen Tiefstand. Du—Nek. Personalien Frau Taub» Wachtal gestorben« Dieser Tage verschied in Wien nach einem sch woran Leiden Frau Tauba Wachtel im Alter von 73 Jahren. Die Genannte war die Mutter unseres Gg. Dr. I. Henry Wachtel aus New York, der sich außerordentliche Verdienste um die medizinisch-zahnärztliche Abteilung der hebräischen Universität In Jerusalem erworben hat. Barmfzwah. Samstag, den 31. Oktober 1. J., findet die Barmizweh des Schülers Felix Kurrain, Sohnes des Orazer Rabbiners Dr. Viktor Kurrein und seiner Gemahlin Stella, geb, Lewllt, im Tempel in Graz statt. Joachim Stutschewsky in Budapest. Der bekannte jüdische Komponist und Cellovituose Job* ehim Stutschewsky ist eingeladen worden, im Rahm« dS! Kulturabends der jüdischen Zeitschrift «Mult äs Jövö» I» Budapest, am 25. d. M. in der Musikakademle mitzuwirfcü und Werke Jüdischer Komponisten und Mine eigenen voran* tragen. Hilda DttHtzkaja wieder I» Wien. Hilda Dulitzkaja ist nach langjähriger Abwesen* heit dauernd nach Wien zurückgekehrt und steht den jßdt* sehen Vereinen für sämtliche Veranstaltungen gerne zur Vtn fügung. Adresse der Künstlerin; Wien, VI!., Stuckgasse 1$, Tel. 4<W-37, - - \ .