Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 4 (1931)
- Issue
- Heft 196 (8.10.1931)
- Date
- 1931-10-08
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Dl£ STIMME Nr. 196 — 8. Oktober 1931 Ansicht? n der Frankfurter Judenaasso, and mr *m i^upschnitte aus dem Frankfurter Belagrerungsptaa von 1S84 «pd dem merianlschen Plan von 1628. An Hand dieser wertvollen Dokumente schildert Hülsen die damalige Frankfurter Judengasse und ihre Weiterentwicklung. Selbst diese knappen Darlegungen lassen erkennen, einen welch großen Verlust die jüdische Wissenschaft und die Frankfurter jüdische Geschichtsforschung im besonderen durch den Heimgang Htilsens erlitten haben. Ein Frankfurter Jude Leiter des Berliner Symphonie' Orchesters. Dr. Frieder Weißmann, der Sohn des hiesigen langjährigen Oberkantors an der Hauptsynagoge, J. Weißmann, ist zur Leitung des Symphonie-Orchesters nach Berlin berufen worden. Der Künstler hatte bis jetzt bereits die Leitung eines Orchesters in Stuttgart inne. Gründung einer sephardischen Volksuniversität für Rumänien. Bukarest, 28. September (J. T. A.). Unter der Führung des neugewählten Großrabbiners der Sephardim Rumäniens, Dr. Sabbatai Djaen, eines Enkels und Schülers des vor einiger Zeit verstorbenen Großrabbiners der Türkei, Haim Bedjadano Effendi, gehen die sephardischen Gemeinden Rumäniens daran, eine großzügige kulturelle Aktion unter den sephardischen Juden dure.h-zuführen. Im Rahmen dieses Kulturplanes wurde auch die Gründung einer sephardischen Volksuniversität für Rumänien beschlossen, deren Eröffnung in allernächster Zeit erfolgen wird. An der Spitze dos Komitees für die Volksuniversität steht der Präsident der Bukarester sephardischen Gemeinde, Adv. Josseph Cohen. Der Ehrenpräsident des Komitees, Großrabbiner Doktor Sabbatai Djaen, der sich auch auf wissenschaftlichem und auf literarischem Gebiete hervorgetan hat — er hat n. a. etwa 18 Dramen verfaßt, die vorwiegend jüdische Themen behandeln und zum Teil am Agramer Nationaltheater aufgeführt wurden —, wird selbst einige Kurse leiten. Die Biliothek Lee K. Frankels an eine jüdische Institution. (J. P. Z.) New York. — T. M. — Die Familie des kürzlich verstorbenen großen jüdischen Führers Dr. Lee K. Frankel hat die hinterlassene bedeutende Bibliothek des Verstorbenen der „Training School for Jewish Social Work“ übereignet. Dr. Frankel war einer der Gründer dieser Gesellschaft. Vorlesungen am Forschungsinstitut für hebräische Dichtung. Berlin, 1. Oktober (J. T. A.). Im Wintersemester 1931/32 finden am Forschungsinstitut für hebräische Dichtung Vorlesungen mit dem Thema „Einführungen in die nachbiblische hebräische Poesie. Dritter Teil: Saadja, die hebräische Poesie in Nordafrika und ihre Anfänge in Spanien“ (zwei Stunden wöchentlich), ferner Uebungen für Vorgeschrittene: Die Dichtungen von Mose ihn Ezra (ebenfalls zwei Stunden wöchentlich) statt. Anmeldungen nimmt der Leiter des Instituts Dr. Heinrich Brody (Berlin NW 87, Siegmundshof 1, Telephon C 5 Hansa 3889) entgegen. Am Donnerstag, den 29. Oktober, 8 Uhr abends: Vorbesprechung und Beginn der Vorlesungen. Horodecky-Feier In Berlin Berlin, 2. Oktober. (J. T. A.) Der bekannte hebräische Schriftsteller und Historiker des Chassidismus Dr. S. A. Horodecky, der vor kurzem 60 Jahre alt geworden ist, ist Gegenstand mehrerer Ehrungen und literarischer Würdigungen in der hebräischen Presse in Palästina und in anderen Ländern. Beth Am Iwri hat eine große Horodecky- Feier veranstaltet, die äußerst eindrucksvoll verlaufen ist. Dr. Rawidowicz eröffnete die Feier mit einer Ansprache an den Jubilar, in der er die wissenschaftlichen Leistungen Dr. Horodeckys würdigte. Er betonte, daß der jahrzehntelange Kampf Dr. Horodeckys für ein gerechtes Verständnis und inneres Erfassen des Chassidismus Früchte getragen hat. Der Nestor der hebräischen Wissenschaft und Literatur in Berlin Dr. Simon Bernfeld begrüßte Dr. Horodecky und wies auf die Rolle des Neochassidismus in der hebräischen Literatur hin. Dozent Dr. Harry Torczyner würdigte die Tätigkeit Horodeckys in der jüdischen Wissenschaft. Prof. Dr. Ismar Elbogen schilderte den Gegensatz zwischen der Auffassung des Judentums als eines nationalen Systems und dem Chassidismus, der die mystischen Momente im Judentum stärker in den Vordergrund rückt. Dr. Max Soloweitschik begrüßte den Jubilar im Namen der Encyclopaedia Judalca, an der Dr. Horodecky seit deren Begründung eifrig mitarbeitet. Dr. Pines feierte die Persönlichkeit des Forschers des Chassidismus. Woyslawski stellte den Chassidismus und das offiziell herrschende Judentum einander gegenüber. Der Dichter M. Schianger feierte in Dr. Horodeckz den chassidischen Dichter. Der Vorsitzende verlas ein warmes Begrüßungsschreiben Prof. Simon Dubnows, in dem der große Historiker die Forschertätigkeit des Jubilars, mit dem ihn EachHches gemeinsam verbindet, würdigte. Norman Bentwlch wird den Weizmann-Lehrstuhl an der Jerusalemer Universität Innehaben Jerusalem, 4. Oktober, (J. T. A.) Die hebräische Tageszeitung «Haarem» teilt mit, daß der bisherige Chef des Justizdepartements der Palästinaregierung und Oberstaatsanwalt Palästinas, Norman Bentwich, ztim Inhaber des Weizmann-Lehrstuhles für internationalen Frieden an der hebräischen Universität in Jerusalem ernannt worden ist. Norman Bentwich werde, fügt «Haarez» hinzu, noch in diesem Winter, spätestens aber Im Frühjahr 1932, in Jerusalem eintfreffen, am sein neues Amt anzutreten. Chaloz a. Chalozab soeben aus der Hachscharah (landwirtschaftliche Ausbildung) zurückgekehrt, suchen bis zur Alijah (Fahrt nach Erez Israel) Arbeit jederart. Unter „Idealisten“ an die Administration NEUE JÜDISCHE KÜNSTLERSPIELE II., TABORSTR. 12, (THEATER-STEFANIE) Gastspiel der Warschauer Soubrette 9IQISA HEIDEN nax _ I und Salo Prlsameni täglich Zeliniher Die Blumenkttnitin Volksstück aus dem jüd. Leben in 8 Akten v. Schezogolov, Musik S. Prisament Beginn 7,9 Uhr abds. Oktober Schnitzler dementiert W i v n. Verschiedene Zeitschriften Amerikas und Deutschlands haben unter großer Aufmachung ein angebliches Interview Schnitzlers gebracht, worin er sich über „das Gute am Antisemitismus“ geäußert haben soll. Schnitzler erklärt nun, daß er keinen Satz dieses Artikels jemals geschrieben oder ausgesprochen habe; leider bestehe für ihn kaum eine gesetzliche oder moralische "Möglichkeit, gegen solche Journalisten vorzugehen, die derartige publizistische Abenteuer inszenierten. Heitere Ecke Der beste Zahler Der Jude ist bekanntlich der beliebteste Sündenbock. ln seinem Gedicht «Abba Glosh Leczeka» erzählt uns Chamisso: Ein Jud in diesen Tagen, der her die Straße kam, Bemerkte, daß ein Schüler ihn recht zum Ziele nahm. Er bückte sich bei Zeiten und wich dem Stein noch aus, Der klirrend flog ins Fenster dem nächsten Bürgerhaus. Die Scheibe war zerbrochen; der Bürger säumte nicht Und zog, Ersatz zu fordern — den Juden vor Gericht: Denn hättest Du gestanden dem Wurf wie sich gebührt, So würde von dem Steine das Fenster nicht berührt. T a m. 30jährige Frau, tüchtige Wirtin, mit Nähkenntnissen, sucht Stelle als Hausdame oder Wirtschafterin. Unter „Auch Rituell“ an die Adm. d. Bl. tturze Jladktidkten aus Palästina Der Gouvef n^ur von J er usal em , Keith- Roacfi ist Mitte September von seinem mehrmonatigen Urlaub nach Jerusalem zurückgekehrt. Gerüchtweise verlautet, daß auf Grund der bevorstehenden Ersparnisreform Keith-Roach auf einen anderen Posten versetzt werden wird. Er soll Distriktskorrrmissar des Norddistrikts (Haifa) werden, während der Gouverneur des Süddistrikts, Campbell, auch Jerusalem übernimmt In Palästina werden als Nachfolger von Bentwich gerüchtweise Justice Corrie, der gegenwärtig als Oberrichter Palästinas fungiert, und Justice Webb, der Präsident des Kreisgerichtes in Nablus, genannt. «Marat ei Scherk» schreibt zu der Resignation von Bentwich, er sei zurückgetreten, nachdem er alle wichtigen, zur Stützung des Zionismus und des britischen Imperialismus bestimmten Gesetze eingeführt hat, so daß für seinen Nachfolger nur Arbeiten zweiten Ranges übrig bleiben. Wäre dies nicht der Fall, so schließt das Blatt, dann hätte man ihn nicht gehen lassen. Sir John Chancellor mit Familie ist am 17. September aus Palästina in London eingetroffen. Dr. Ruppin ist Mitte September von seinem Europaaufenthalt wieder in Jerusalem eingetroffen. Die Palästinaregierung hat für das Amt des jüdischen und arabischen Beraters (Adviser) des Landentwicklungsdirektors French ein Monatsgehalt von je 50 Pfund ausgesetzt Bekanntlich sind die beidenAemter bisher noch unbesetzt. Gemäß Mitteilung des Immigratlons- und Arbeitsdepartements der Jewish Agency betrug die Zahl der j ü d i b e h e n Arbeitslosen ln Palästina am 1. Septembers 1980. Dr. Arlosoroff erstattete in der vergangenen Woche den wichlgsten europäischen und dem amerikanischen Konsulat in Jerusalem Besuche ab. M. M e d z i n i wurde zum Generalsekretär der Jewish Agency in Palästina ernannt. Medzini war früher Redaktionsmitglied des «Haarez» und schrieb ein Buch «Zehn Jahre zionistische Politik» (1917—1927). Zuletzt war er Pressechef der Palästinaexekutive. Vor einigen Tagen besuchte Emir Abdullah die arabische Stadt Tulkerenr in Palästina und wurde dort mit großen Ehren von der Bevölkerung der Stadt und der umliegenden Dörfer empfangen. König Feisal von Irak ist diese Woche von Europa nach Bagdad zurückgekehrt. Die Landentwicklungsbeamten French und Kito h I n g besuchten in Begleitung von Dr. Arlosoroff die zionistischen Siedlungen im Emek Jesreel und Jordantal, sowie in Begleitung von Victor Konn die Pica-Siedlungen in Schomron. Der Direktor der Anglo Palestine Bank Ltd., 8, Hoof ien, feierte dieser Tage seinen 50, Geburtstag und erhielt aus diesem Anlaß warme Glückwünsche seitens der Exekutive der Jewish Agency sowie vieler anderer Institute und öffentlicher Körperschaften. Der Gemeinderat von Tel-Aviv hat eine Verordnung, betreffend die Durchführung der Sabbatruhe erlassen. Im Stadtkreise von Tel-Aviv müssen alle Geschäfte und Werkstätten an Sabbat- und Feiertagen geschlossen bleiben. Nur den Restaurants und Gaststätten ist es gestattet, an diesen Tagen Speisen zu verabfolgen, doch müssen die Speisen Inf Restaurant selbst eingenommen werden. Aus Anlaß der für den 12. Oktober nach Genf einberufenen Internationalen Konferenz zur Behandlung der Kalenderreform faßte der Waad Leuml eine Resolution, die sich gegen jede den Sabbat gefährdende Reform wendet. Zeitungsmeldungen zufolge soll im Jordantal, etwa 10 km südlich von Beisan, eine neue deutscheKolonie gegründet werden. Vier Farmen wurden bereits angelegt und befassen sich vor allem mit Bananen- und Orangenbau. Die von der arabischen Exekutive angekündigte Denkschrift gegen den Landentwicklungsplan ist bisher der Regierung nicht überreicht worden, obwohl bereits mehr als ein Monat seit dem Beschluß verstrichen ist, «Al Dschamia» warnt die Exekutive, sich nicht durch die Nichtausführung solcher Beschlüsse ln den Augen der Zionisten lächerlich zu machen. Die neue Palästina-Wanderkarte, entworfen von Dr. Brawer und herausgegeben vom Jüdischen Nationalfonds und dem Verlag Omanuth, ist soeben erschienen. Die Karte ist 120X160 cm groß und in acht Farben gedruckt. Der palästinensische Zementexport. Die Zementfabrik «Nescher» bei Haifa, die 360 Arbeiter beschäftigt (investiertes Kapitel 300.000 £P 300.000), vermehrte ihre Produktion im Jahre 1930 bis 70.000 t gegenüber 68.000 t im Vorjahre. Auch der Export von Zement vergrößerte sich: der Wert des Exportes Im Jahre 1930 war £P 28.702 gegenüber £P 19.026 Im Vorjahre. Der Wert der Produktion der «Nescher»-Fabrik beträgt im Durchschnitt £P 125.000. Abermaliges Ansteigen der Warenpreise in Palästina. Jerusalem, 28. September. (J. T. A.) Das weitere Sinken der englischen und somit auch der palästinensischen Währung hat ein weiteres Ansteigen der Nahrungsmittel¬ und Gebrauchsartikelpreise in Palästina zur Folge gehabt. Auch australisches Mehl Ist gestiegen, da die Großhändler sich weigern, den Verkauf in Palästinawährung zu tätigen. Die Siedlung des Hilfsfonds bei Talpioth. Der Hilfsfonds errichtete bisher in der Nähe von Talpioth 9 Doppelhäuser (18 Wohnungen zu je 2 Zimmern). Das Viertel wird insgesamt 26 Häuser zählen, von denen 17 bereits verkauft wurden. Zu jeder Wohnung gehört Boden von 1/z Dunam. Die Wohnung kostet mit Boden, Wasser, elektrischer Installation und Straßenbau insgesamt 275 LP. Davon werden beim Kauf 55 LP. erlegt, der Rest in 18 Jahren ausbezahlt, bei einem Zinsfuß von 6 Prozent, was 1,650 LP. pro Monat ausmacht. Rückwanderung der Juden. Bisher haben sich bereits 34 sephardische Familien wieder in Hebron niedergelassen, In Gan Hadar (zwischen Rechowoth und Naamah)' wurde die von «Jachin» durchgeführte Pflanzung von 280 Dunam für amerikanische Zionisten beendet. Investierte Kapitalien. In der Dizengoff-Jubiläumsnummer von «Palestine and Near East», Nr. 6/7, gibt Dr. W. Preuß statistische Daten über das Wachstum Tel- Avivs. U. a. berechnet er das Kapital das in Tel-Aviv investiert ist, mit Pfund 9,496.000. Ansiedlung der Tausend. Es soll nun mit 200 Familien begonnen werden. Der Hilfsfonds hat dafür 50.000 Pfund bewilligt. Die übrigen Mittel werden von der PEC. und einer anderen amerikanischen Gruppe beigestellt Orangenpflanzungen im laufenden Jahr. Im Jahre 56911 wurden an Orangenpflanzungen zusammen 4947 Dunam vorbereitet. — In der Saison 1930/1931 wudren 2,466.989 Kisten Orangen exportiert, davon 21 Prozent oder 510.412 Kisten nach Deutschland. Rückgang des Trachoms. Nach einem Bericht von Dr. Berechjahu von der «Hadassah» hat deren Campagne die Erkrankungen bei den von ihr überwachten Kindern (derzeit 25.340) von 40.73 auf 10 Prozent herabgedrückt, Demgegenüber sind in den Schulen der Regierung für arabische Kinder 60 Prozent derselben trachomkrank. Großfleischliauerel SIEGM. KORNMEHL Zentrale IX, Berggasse 19, Tel. A17-3-99 u. A16-9-34 Lieferant für Heilanstalten Abteilungen für *Hfl>Fleisch hhnbhhhnhhnhmhbhhhhnbhSiihmidhbrd unter Aufsicht des Ehrwürdigen Rabbinats der Israelitischen Kultusgemeinde Wien Auloautleilnng icoalenlo» IX, Berggasse 15 XVlil, Währlngerstraße 97 lw—»— ... 1 - w*