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Die Stimme · 1931-09-24 · Heft 194 (24.9.1931) · page 6

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Journal
Die Stimme
Volume
4 (1931)
Issue
Heft 194 (24.9.1931)
Date
1931-09-24
Page
– (sequence 6)
Language
German
Belongs to
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fi, DIE STIMME Nr. 194 — 24. September 193t ZtoMdKs Leba in Wien &:dentlicher Zionistischer De.egiertentag Das Zionistische Landeskomitee für Oesterreich teilt mit, daß der diesjährige ordentliche Zionistische Delegiertentag am 24. t?nd 25. Oktober d. J. stattfindet. Ort und Zeit sowie die genauen Wahlbestimmtingen werden in der nächsten Nummer der «Stimme» veröffentlicht Für das Zionistische Landeskomitee für Oesterreich: Dr. Oskar Grünbaum m. p., Präsident. Dir. Wilhelm Epstein m. p., Vizepräsident. nicht tu geben vermochten. Schade nur, daß viele jüdische Eltern, Uie sonst ehrlich um die jüdische Erziehung ihrer Kinder bemüht sind, den ungeheuren Wert eines Sommerlagers nicht einzuschätzen wissen. Es wäre eine wichtige Aufgabe der maßgebenden Faktoren, vor allem der jüdischen Fresse, diese bedauerliche Kurzsichtigkeit durch Aufklärungsarbeit zu beheben. Auch der V. Z. M. will das selnlge dazu beitragen. Er plant die Veranstaltung eines Lichtbildervortrages und bereitet die. Herausgabe einer Broschüre über das Lager vor. — War es also hauptsächlich infolge der mangelnden Unterstützung von selten der Eltern nur ein kleines Häuflein von Menschen, die am V. Z. M.-Lager teilnahmen, so herrschte doch der denkbar beste Geist. Als bezeichnend dafür sei angeführt, daß über 100 S für den K. K. L. gesammelt wurden, was einem Durchschnitt von 3 S pro Kopf entspricht. Unseren Chawerim Dr. Hilzenrad, Prof. Dr. Menczer und Chawerah Pepi Orender, die dem Lager ihre besten Kräfte liehen, sei hiemit für ihr Wirken auch öffentlich der herzlichste Dank ausgesprochen. Sonntag, den 27 September 1931, halb 8 Uhr abends im Konzertsaale (theatersaal) „Pool“. I., Fieischmarkt *4 indischer Nuslkabend (Volkstümliche-* Konzert) I. Sega! Bosrnbadi (Tenor) l.'i'lrr ViilKSiH'ih r ijulü-tirLr./ Ali; wirkeii.i: »' u. JP®*®S Zlnabler jiui voik^meiodien ivioüne). Samuel •dhwaScr (jii<l Rpxitntioni Am kiazitt*: K.-tp* lltneis'er Rudolf Bede Ausßewäimcs Programm Enlrltlsprelse: Von S —.80 bis S 2.50. Kartenverkauf: Jlld. HocbsehuIausschuB, IX,, Zimmermannplatz. 8, Tel. A 35-2-28; Bücherstube Ratb, II., Taboratr 20a, Tel. R 43-1-51; Keren Kajemeth, 1„ Kürntnerstr. 28, Tel. R 27-3-20- Ein Teil des Reinertrftgnisscs zugunsten Keren Kajemeth 1‘Jinoch. Oie Arbeit des Keren Kajemeth Endabrechnung für das Jahr 5691. Alle Gruppen und Selbstkontingentler werden erinnert, daß das jüdische Geschäftsjahr zu Ende geht (bis inklusive 5. Oktober 1931) und werden daher ersucht, alle Gelder an den Keren Kajemeth abzuführen, die Büchsenleerungen, die Materialien und die Imitaschen zu verrechnen. Selbstkontingentier 5691. Die Selbstkontingentler, die ihr Selbstkontingent für das laufende Jahr noch nicht ergänzt haben, werden ersucht, dies bis inklusive 5. Oktober 1931 zu tun. Versicherung zugunsten des Keren Kajemeth. Bisher haben 80 Personen Versicherungen auf insgesamt 10.000 S abgeschlossen. Rosch-Haschanah-Aktion 5692. Bisher haben 100 Personen durch Geldspenden reagiert. Verrechnung der Mai-Leerung. Die V. Z. M. Mirjam, hat die Mai-Leerung endgültig verrechnet und alle Gelder an den Keren Kajemeth abgeführt. Gedenkfeier der Kultusgemeinde för Dr. Alfred Stern Anläßlich der hundertsten Wiederkehr des Geburtstages des Präsidenten der israelitischen Kultus- - gemeinde, Herrn Dr. Alfred Stern sei. Angedenkens, fand Samstag, den 29. August I. J., eine Sitzung des verstärkten Vertreterkoliegiums im Sitzungssaale der Kultusgemeinde statt. Aus diesem Anlaß hielt Herr Vizepräsident Dr. Ornstein die Gedenkrede. Er feierte Dr. Stern als guten Juden und verdienstvollen Präsidenten der Wiener Kultusgemeinde. Am Schlüsse seiner Rede zitierte Dr. Ornstein den sei. Oberrabbiner Chajes, der an der Bahre Dr. Sterns die folgenden Worte sprach: «Die ehrlichen Gegner müssen es ihm zugestehen, daß er das ganze lange Leben hindurch von seiner frühesten Jugend an ein aufrechter Jude gewesen ist, daß er mit Stolz auf die Vergangenheit : und mit Vertrauen in die Zukunft seines Stammes geblickt hat.» Dr. Leopold Goldhammer 70 Jahre alt Freitag, den 2. Oktober, vollendet der hervorragende jüdische Gelehrte Prof. Dr. Leopold Goldhammer sein 70. Lebensjahr. Prof. Goldhammer, der 30 Jahre hindurch am Piari3tengymnaaium und an der Realschule Fünfhaus a.is Religionslehrcr wirkte, ist der Herausgeber des gesamten Briefwechsels Moses Mendelsohns, ferner eines Werkes „Die Psychologie Mendelsohns" und mehrerer anderer wissenschaftlicher Werke, die mit jüdischen Problemen in Zusammenhang stehen. Augenblicklich arbeitet er an einer irroßen hebräischen Konversationcgrammatik. Mit seinen dankbaren Schülern wünschen wir dem Gelehrten, daß er noch viele Jahre ln geistiger Frische wirken und »ein Wissen anderen rnlttellen möge wie bisher. Hermann Berliner gestorben Am IS. September verschied in Wien einer der letzten persönlichen Freunde Theodor Herzla, der Buchsachverständige Hermann Berliner (ein Bruder des Erfinders des Mikrophons Emil Berliner), im 83. Lebensjahr. Er gehörte dern Bureau des ersten Baseler Kongresses an, organisierte die zionistische Bewegung in Zürich, wo er damals lebte, und gründete die „Jüdische Wochenschrift“. Seit 1898 lebte er in Wien und stand an der Wiege der Jüdischen Toynbeeiialle. Leider hat Berliner nach Herzls Tod sich nicht mehr mit zionistischen Angelegenheiten befaßt, aber beruflich und volkswirtschaftlich-publizistisch war er bis in seine letzte Lebenswoche tätig. V. Z. M.-Lager 1931 Der „Verband zionistischer Mittelschüler" veranstaltete von August bis September dieses Jahres sein 3. Sommerlager am Kcutschachereee. Das Lager hatte dadurch t>esondere Bedeutung, daß es das erste Lager war, da« der V, Z. M. auf eigene Faust führte. Es ist klar, daß das Lager einer zionistischen Jugendorganisation nicht nur den Zweck der Erholung haben konnte. Draußen ln der freien Natur läßt steh viel klarer, ungezwungener Uber Probleme des Lebens und des Judentums sprechen und manches, das nicht gesagt werden kann, dringt ln die Seele, wenn man zusammen heim Lied sitzt Oder eine Horah tanzt So gewinnt mancher in dem einen 4m Lagen viele«, was Ihm «U Monate io der Stadt Der Schwimmer Hans Staudinger — freigesprochen Bekanntlich hat gelegentlich des am 1. und 2. August 1931 stattgefundenen Sclnvimm-Meetings in Linz der Schwimmer des E. W. A. S. K., Herr Hans Staudinger, die Aeußerung getan, er spiele nicht mit Juden in einer Wasserballmannschaft. Diese Aeußerung hat begreiflicherweise größte Entrüstung hervorgerufen, man wartete aber in Schwimmerkreisen das Urteil des Gaugerichtes ab. Das Gaugericht hat am 17. September 1931 getagt und den genannten Herrn freigesprochen, weil er diese Aeußerung bloß privat zu einem Klubkameraden getan hat. In dieser Angelegenheit erhalten wir vom Vizepräsidenten des Sportklubs «Hakoah» folgende Zuschrift: «Verehrliche Redaktion! Gestatten Sie, daß ich in der Linzer Angelegenheit des Schwimmers Herrn Hans Staudinger zum Freispruche des Gaugerichtes des Schwimmverbandes Stellung nehme. Ich war als Zuschauer bei der Linzer Schwimmeisterschaft anwesend. Zwei Minuten nach der Aeußerung Staudingers, er spiele nicht mit Juden, war sie fast allen Anwesenden, Schwimmern und Gästen, bekannt. Wenn daher das Gaugericht Herrn Staudinger freigesprochen hat, weil seine Aeußerung sozusagen mit Ausschluß der Öffentlichkeit geschah, ist das Urteil in der Begründung verfehlt. Ich gehe aber weiter. Das Gaugericht des Schvyimmverbandes ist kein Gericht, welches formales Recht zu erkennen hat, sondern es soll in sportlicher und disziplinärer Hinsicht wirken. Dann ist nicht zu beurteilen, ob jemand eine Beleidigung öffentlich ausgesprochen hat, sondern es ist zu prüfen, ob diese Aeußerung den sportlichen und disziplinären Zielen des Verbandes entspricht oder nicht. Nun ist es nicht die richtige Meinung eines Sportlers, er spiele nicht mit Juden. In dem Momente, wo jemand sich öffentlich sportlich betätigt, darf es im Sporte keine andere Frage geben, als die der sportlichen Leistung, schon gar nicht die Ablehnung eines ganzen Volkes. Wenn Herr Staudinger nichts mit Juden zu tun haben will, so darf er in allgemein zugänglichen Schwimmveranstaltungen nicht mittun. Dieses Recht hat er, die Gegner oder Mitspieler sich aber auszusuchen, ist unsportlich und undiszipliniert. Aus diesen Erwägungen ist das Urteil des Gaugerichten nach der formalen und noch mehr nach der materiellen Seite hin vollkommen ungerecht und entbehrt jeder Objektivität. Dr. Hugo Benedikt. Ankündigungen und Mitteilungen Die ordentliche Generalversammlung der zionistischen Sektion VIIl/IX findet am Mittwoch, den 30. d. M., um 8 Uhr abends, im Vereinsheim, Vlfl., ' Bcnnoplatz 1 a, statt. Anschließend Vortrag des Präsidenten des Landeskomiteea Dr. Oskar Grünbaum über „Zionistische Arbeit nach dem Kongreß". Chinuchkonferenz des Misrachi. Die Chinuchkonferenz, bei welcher Oberrahblner Dr. D. Feuchtwang, Rabbiner Josef Gabad, RohcIi Beth-Din und Rabbiner I. L. Flsclirnann, Jerusalem, Referate über die religiös-nationale Erziehung halten werden, findet um zweiten Tag Chol ’Hamoed Sukkoth, 29. d. M., um halb 8 Uhr abends, lm Saale des Hotel Post, I., Fleischmarkt 24, statt. Jüdisches Theater, Hotel Stefanie, II., Taborstraße 12, beginnt die diesjährige tfplelfjaison am , 4. Oktober. Das Theater, welches als Gastsplcluühne ezöffnet wird, steht unter der bewährten Leitung von A. Meiseis, welcher das vollste Vortrauen seitens der Jüdischen Theaterbesucher genießt. Ueber die neu engagierten Kräfte worden wir in der nächsten Nummer berichten. Jüdischer Musikabend (volkstümliches Konzert). .Sonntag (2. Tag Sukkath), den 27. &. M., halb 8 Uhr abends, singt im Konzertsaal des Hotel Post, I., Fleischmarkt 24, Konzertsänger J. Segal-Rosenbach (Tenor) hebräische und Jiddische Lieder und Volkslieder. Mltwirkond: Prot. Josef Zimbler (Violine) und Harn. Schwager (Jiddische Rezitationen). Am Klavier: Kapellmeister Rudolf Beck. Restliche Karten bei Keren Kajemeth, I., Kärntnerstraßo 28; Bücherstube M. Rath, If.t Taborstraße 20 a; Jüdischer Hochschulausschuß, IX., Zimmermannplatz 8, Ein Teil des Reinerträgnisses fließt dem Koren Kajemeth zu. Di« Qchaehsoktion der Hakoah veranstaltet in Ihrem Klubheim, I., Wallncrstraßc 2 (Cafö Kabel), am 24. d. M. um 20 Uhr eine Simultan-.Schach Vorstellung, in welcher JuagmeUter Robert fcUuaar gegen SO Partner gleichzeitig spielen wird. Die Veranstaltung ist für Teilnehmer und Gäste frei zugänglich. Talmud-Thora-Verein für den 4. und 5. Bezirk, Wiede« n«r Hauptstraße 83, Der Unterricht in unserer Sprach- und Bibelschule hat bereits begonnen. Neuclnschreibungen von Knaben und Mädchen lm schulpflichtigen Alter nimmt der Lehrer unserer Schule Arle Fränkel im Schullokal, Wiedener Hauptstraße 130 (Eingang Ramperstorffergasse) entgegen. Dei Unterricht wird nach der Methode Iwrith b’iwrlth unentgeltlich erteilt. In diesem Schuljahre werden auch separate Kurse ln Liturgie geführt werden. Vorsin „Machsike Hadath" zur unentgeltlichen Ausspeisung jüdischer Notleidender, Wien, 11., Haidgasse 1, hat sein neues Heim im eigenen Haus bezogen. Wöchentlich werden in diesem Verein mehrere hundert Personen unentgeltlich ausge3peist und, was besonders horvorzuheben ist, Ist die dort getroffene Einrichtung, armen Personen des Mittelstandes die Speisen ln die Wohnung zu schicken. Der rührige Vereinsvorstand, an dessen Spitze seit der Gründung Herr Jakob März steht, hat anläßlich der Erweiterung seiner Tätigkeit im eigenen Haus eine Mittelstandskücho eingerichtet und werden für geringes Entgelt auch Angehörigen des Mittelstandes schmackhafte Speisen streng rituell verabreicht. — Der Verein richtet an alle einen Appell, mit Rücksicht auf den bevorstehenden Winter und die große Not, ihn wie bisher auch fernerhin zu unterstützen. o jpasraeiiglle lintewwidhtsjbudk „Madawox“ t) 11 11 4 I I I von J. Herzberg für das Erlernen des Hebräisch-Lesens und -Schreibens und der Anfangsbegriffe der hebräischen 9 Sprache in 38 Lektionen. ÜtuBKmait ecAfllfljcftf Zum nn IWRI ONAUCHI Hebräische Schulßoel nach neuester und bester Met ode mit 40 faroigen Bildern, geb. . . S 3'60 In sämtlichen Schulen eingefUlirt. — Alle Schulbücher für Volks-, Hauptu Mi telschulen vorrätig Buchhandlung Josef Belf Wien, 1., Rabensteig 3 vorzügliche hebräische Pädagogin Absolventin des hebräischen Pädagogiums m Wien, mit längerem Aufenthalt in Palästina, in allen jüdischen Wissenschaften gründlich ausgebildet, auch pädagogisch und psychologisch in Theorie und Praxis erfahren, hat einige Stunden frei. Erstklassige Rcrerenzen. Zuschriften erbeten unter «Besondere Kraft* an die Administration dieses Blattes. RDr. Karl osenfeld Landesbehördlich konzess. Hauser« Verwaltung Realitäten- und Hypothekenkunzlei WIEN, VI., GU M PEN Dü REE USTR ASSE Nr. 3 5 übernimmt Verwaltung«!! und sämtliche In das Immv« hilienfach einschlägige Transaktionen zu kulantesten Be* dingungen. TELEPHON B 20448

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