Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 4 (1931)
- Issue
- Heft 193 (17.9.1931)
- Date
- 1931-09-17
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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niF STIMME Nr. 193 — 17. September 1931 5 ::o onisrisches Die Arbeit des Keren Kajemeth Versicherung zugunsten des Keren Kajcnietli. Bisher haben 80 Personen Versicherungen auf insgesamt 110.000 Schilling abgeschlossen. Goldbiicheinirngung Dr. E. M. Zweig. Anläß- Iich der Versichenmgshonferenz in Basel wurde beschlossen, Herrn Dr. E. M. Zweig ins Goldene Buch des Keren Kajemeth einzutragen. Die erste Anzahlung von S Pfund ist beim Keren Kajemeth bereits eingezahlt worden. Rosch-Haschanah-Aktion. Der Keren Kajemeth hat seinen Freunden den Luach auf das Jahr 5692 mit Erlagscheinen übermittelt und ersucht sie auch auf diesem Wege, des Keren Kajemeth anläßlich dieser Aktion zu gedenken. Darlehen idr den Keren Kajemeth. Ein Wiener Gesinnungsgenosse, Herr F. I(., hat neben seinen gewöhnlichen KKL-Leistungen dem Keren Kajemeth ein Darlehen von 1000 Schw. Frcs. gegen 1 Prozent Verzinsung zur Verfügung gestellt. Vorläufige Bindungsdauer 6 Monate. Spende anläßlich der Geburt eines Sohnes. Gesinnungsgenosse Dr. Ostcrer hat aus genanntem Anlasse an den Keren Kajemeth 100 S abgeführt. Sepiemberleerung. Die September-Büchsenleerung findert statt in der Zeit vom 22. September bis 11. Oktober 1931. Die Büchseninhaber werden ersucht, von den Leerem die Vorweisung der Legitimation zu verlangen, welche nur für diese Leerung gilt. Verrechnung der Leerung, Der Jugendbund «Britli Herzl» hat die Septemberleerung bereits durchgeführt und mit dem Bureau voll abgerechnet. Der «Britli Mischmar Haowdim» hat ä conto seiner im Zuge befindlichen Septemberleerung 320 S abgeführt. Helfet d3n jüdischen Studenten! Die acadcmlca judaica ohne Geldmittel Der '..-hi zur Erhaltung und Förderung der Mensa academicn Dclaica, der sich zur Aufgabe gemacht hat, den Studenten in der Mensa acadeniica judaica ein Mittagessen — oft die einzige Mahlzeit des Studenten — ohne jedes oder nur um ein sehr geringes, an die tatsächlichen Gestenungakosten nicht heranreichendes Entgelt zu bieten, ist zu Beginn des neuen Schuljahres jeder Geldmittel bar. Um docfi die Mensa acadcmica judaica, in der hunderte jüdische Studenten ausgespeist werden, v/ieder eröffnen zu können, sieht sich der genannte Verein gezwungen, die Aufmerksamkeit der gesamten jüdischen 0öffentlichkeit auf diese, für die jüdische Studentenschaft lebenswichtige Institution zu lenken und zur raschen und ausgiebigen Hilfe aufzurufen. Adressen für Geldsendungen: Verein zur Erhaltung ur.d Förderung der Mensa academica judaica, IX., Zimmermannplatz 8, Postsparkassenkonto Nr. 30.372. An Wiener jüdische Schwimmer! Der Schwimmklub «Hakoah» veröffentlicht folgenden Aufruf: Wir rufen Euch auf, uns in unserem Bestreben tatkräftigst zu unterstützen! Haltet Umschau unter Euren Bekannten, Verwandten und klärt sie darüber auf, was unser Streben ist! Sagt ihnen, daß sie in unsere Reihen gehören, weil sie Judenjungen sind, die nur unter ihresgleichen freie, aufrechte und vollwertige Menschen werden können, Menschen, die sich nicht vor jedem arischen Buben drücken und von ihm beleidigen lassen wollen, nur weil sie dem älteren Kulturvolke der Erde, dem Judenvolke, angehörig sind. Wer nicht nur geistig, sondern auch körperlich sich ertüchtigen will, wer nicht zeitlebens seelisch gedrückt bleiben mag, der wähle den Weg, den Zeitgeist i,nd Blut als den einzig gangbaren offen lassen: Er bekenne sich zu uns, zum jüdischen . oüce, zum jüdischen Sport! Wendet Euch ab von den Drückebergern, den Feigen und den Ueberläufern und schließt unsere Reihen! Jeder Iüdis'-he Schwimmer in Wien gehört in den Schwimmklub Hakoah! Trainingsabende im Dianabade: Dienstag von ’Z>7 bis y29 Uhr, Donnerstag von 7 bis y29 Uhr. Mitgliedsbeiträgc, die zum freien Eintritt in unsere Trainingsabende berechtigen: Zöglinge und Akademiker S 1.— monatlich, Vollmitglieder (über 18 Jahre) S 2.— monatlich, Jugendliche S 1.— monatlich. Ankündigungen und Mitteilungen Manuskripte müssen ausnahmslos mit Schreibmaschine und einseitig geschriebem werden. Verband der Allgemeinen Zionisten. Die konstituierende Versammlung findet Dienstag, denn 22. d. M. im Lokale der Bezirkssektion Leopoldstadt, II., Praterstraße 15 statt. Beginn 8 Uhr. Verband Zionistischer Mittelschüler. Die nächste Zusammenkunft aller Lagerteilnehmer, zu der wieder alle Mitglieder eingeladen sind, findet Samstag, den 19. September um 8 Uhr abends in unserem Verbandsheime, Wien, II., Krummbaumgasse 10, statt. Talmud-Thora-Verein für den IV. und V. Bezirk, Wied. Hauptstr. 83, sendet uns folgenden Aufruf: Jüdische Eltern! Denkt an Euere Kinder! Rettet sie vor der völigen Entjudung! Schickt sie in die jüdische Schule! Nur diese kann der heranv,'achtenden Jugend den notwendigen inneren Halt geben, um allen Verlockungen unserer Feinde widerstehen zu können. Der Unterricht hat bereits begonnen. Neueinschreibungen finden täglich zwischen 3 und 4 Uhr nach- , mittags in unserem Schu'loknle, Wicdner Hauptstraße 130 (Eingang Ramperstorfergasse), statt. Verband der profess. Hebräischlehrer. 1!.. Kleine Mohrengasse 3. ladet sämtliche lubr. Lehrer zu der am Samstag, den 19. September um ha b acht Uln abends stattfindenden dringenden Besprechung über wichtige Berufs ragen höfl. ein. Maimonides-Institut. Praterstraße 11 Samstag, 19. September, 4 Uhr nachmittags, Vortrag: Rabbiner Dr. A. Kaminka, Herr Oberkantor Math >as Matyas ersucht uns um Feststellung daß er derzeit nicht in Sauer brunn, sondern im Tempel I, Seitenstettengasse tätig ist. An unsere Abonnenten richten wir die dringende Bitte, ihre am 1. Oktober fälligen Abonnementgebührcn schon in dieser Woche mittels beiliegender Posterlagsclieine auf unser Konto abzu führen. Unterstützen Sie uns und helfen Sie uns insoferne, als Sic uns die Kosten ersparen, die es uns verursachen müßte, Ihnen einen separaten Brief zu schreiben. Sie wollen ja Ihre Gebühren bezahlen — bitte, tun Sie es gleich! liier aMur/ Knnsi / T Iteaier Musik in Palästina Der begabte, junge Komponist und Geiger Israel Brandmann, dessen Werke auch dem Wiener Publikum bekannt sind und der soeben aus Palästina zurück-gekehrt ist, wo er eine Konzerttournee absolvierte, stellt uns den folgenden Aufsatz zur Verfügung. Selbst in den heißesten i agen des Hochsommers tritt in Palästina keine Unterbrechung des Musik- und Theaterlebens ein. Das Theater «Habima», die Arbcitorschauspicltruppe «üheb und die satirische Kleinkunstbuhne «Matateh» finden den ganzen Sommer hindurch ihr Publikum.!n dem schönen neuerbauten Saal des Theaters «Mugrabi» und im «Beth-Haam», dem Volksheim unter freiem Himmel mit einem Fassungsraum von 3UCÜ Personen, finden auch verschiedene musikalische Veranstaltungen statt, so daß es fiir einen Neuankommenden mitunter schwierig ist, einen freien Saal für Konzertzwecke zu finden. Dem gediegenen Operndirigenten Golinkin gelang mit bescheidenen Alitteln eine hübsche Aufführung der Operette «Zigeunerbaron» von Johann Strauß. Die Aufführung des Oratoriums «Elias» von Mendelssohn unter der Leitung des hochbegabten Dirigenten Fordhaus kann als Ereignis bezeichnet werden. Es war dies, was den Chor betrifft, eine Aufführung, die auch in Europa in Ehren bestehen könnte. Zu den regelmäßigen musikalischen Veranstaltungen gehören die allwöchentlichen Konzerte eines Urchesterenseinbles von 25 Musikern, die auf der Basis der Kooperation arbeiten und unter der bewährten Leitung von Herrn Kompanejetz stehen. Auch die periodisch stattfindenden Kammermusikkonzerte des ausgezeichneten Musikers Professor Schorr (unter Mitwirkung des Quartetts Bentwich-Jellin) sind erwähnenswert. Nach Erez Israel kommen jedes Jahr ausländische Künstler. Auch heuer war es das Chorkonzert des gegenwärtig in Amerika lebenden hervorragenden Chordirigenten und Pioniers auf dem Gebiete der jüdischen Musik, Ljow, das mit sehr gutem Erfolge hier durchgeführt worden ist. ln diesem Zusammenhang darf wohl auch das Violin- und Kompositionskonzert des Verfassers dieses Aufsatzes erwähnt werden. Die große Zahl der musikalischen Institutionen Palästinas ist um das «Institut der musikalischen Wissenschaften», das von e'nem amerikanischen rvomitee subventioniert wird, bereichert worden. An der Spitze des Institutes stehen der Operndirigent Golinkin, Prof. Schorr und der bekannte Komponist Rosowsky. Das Institut will eine fühlbare Lücke in der Musikerziehung Palästinas nusfiillen, indem es auf die theoretische Ausbildung viel Gewicht legt. Schließlich soll im Rahmen dieses kurzen Berichtes auch des Manuskrintes über die «Musik des Pentateuch» von Rosowsky Erwähnung getan werden. Soweit mir meine Besprechung mit Rosowsky Einblick gewährte — ein wohlfundiertes, wissenschaftliches Werk, über das noch ausführlich berichtet werden soll. Viel mühevolle und aufopfernde Arbeit wird in Erez Israel geleistet, aber noch fehlt Irer eine wichtige musikalische Institution — ein ständiges Sinfonieorchester, das befähigt wäre, die großen Musikwerke in getreuer lind stilgerechter Auffassung den weiten Schichten der palästmcnsischen Bevölkerung näher zu bringen. Schon jetzt ist das künst'erische Material vorhanden, es fehlen nur noch die erforderlichen M'tteL Unser n'^r Pflicht ist es, an der Schaffung dieses Werkes mitzuarbeiten. Israel Brandmann. Max Liebermann an die palästinensischen Künstler Die in Tel-Aviv erscheinende hebräische Tageszeitung «Haarez» veröffentlicht einen Brief Max Liebermanns an M. Dizengoff, Bürgermeister von Tel-Aviv und Präsident des Museums dieser Stadt, der lautet: Sehr geehrter Herr! Ihre mir telegraphisch und brieflich übermittelten freundlichem Grüße zu meinem 84. Geburtstag haben mir große Freude bereitet. Haben Sie und die Künstlerfamilie in Palästina wärmsten Dank. Die Kunst an sich kennt keine Grenzen religiöser oder politischer Natur. Anders aber die Künstler, die unter sich durch religiöse und heimatliche Fäden gebunden sind. Ich habe mich zwar stets a's Deutscher gefühlt, nicht weniger aber hatte ich das Gefühl meiner Zugehörigkeit zum Judentum. Ich empfinde es darum als eine große Ehre, daß mir die palästinensischen Künstler durch Sie als ihren Vorsitzenden die Liebe zu meinem künstlerischen Schaffen übermittelt haben. Aus Anlaß meines Geburtstages hat mir der berühmte deutsche Schriftsteller Herbert Eulenberg sein Buch über Palästina, das eine begeisterte Würdigung der zionistischen Aufbauarbeit enthält, zugesandt. Diese Würdigung verdient linahcfpinp Friedlämler & Deutsch! lll llUllIKjlllU Wien L,Seiteiisiettfiigasse Nr.-! Tel. U .8-1-28 j XI.« Zentralfriedhof, neben dem I. Toi. Tel U 18-0-86 besonders vermerkt zu werden, da der Verfasser ein Katholik ist. Obwohl ich nicht Zionist bin — ich gehöre einer früheren Generation an —, gilt mein großes Interesse den erhabenen Zielen des Zionismus. Mit dem Wunsche fiir weitere Entwicklung und Gedeihen und mit Dank zeichne ich ergebenst Max Liebermann. WlZO-Musikgrupp°n Die von der W1ZO gegründeten Musikgruppen nehmen am 1. Oktober 1921 ihre Arbeit v/ieder auf. Wie im Vorjahre werden auch heuer Kinderchorgruppen gebildet, die je nach Altersstufen (Kinder, jugeiidlicne) ^usaniiiien.^estellt werden. Errichtet werden ferner Gruppen für: a) Violine und Klavier; b) Zupf- und Blasinstrumente; c) Sprechchor; d) Theoriekurse; e) Rhythmisches Turnen. Die Ungunst der Zeit verwehrt es vielen jüdischen Eltern, an die musikalische Ausbildung ihrer Kinder zu denken und diese Erwägung bestimmt uns, nur einen monatlichen Regiebeitrag per Kind und Kurs einzuheben. Anmeldungen und Auskünfte schriftlich und telephonisch bei Kapellmeister Lampel, II., Große Sperlgasse 6, Tel. A 49945, und bei Frau Schück-Popper, IX., Schwarzspaniergasse 15, Tel. A 28987. Für das Präsidium: Für die künstlerische Leitung: Sofie Löwenherz, Blanka Federn- Max Lampel Lippschiitz, Sabine Paßweg. Jlotizen Arjeh Allweil, ein bekannter und sehr begabter junger palästinensischer Maler, weilte dieser Tage in Wien.' Sein Wiener Aufenthalt galt der Sammlung von künstlerischen Reproduktionen, die für ein großes in Palästina demnächst zu erscheinendes Werk über die jüdischen Feiertage bestimmt sind. Allweil studierte seinerzeit in Wien und veranstaltete hiei damals eine Ausstellung seiner Bilder, die allgemeine Beachtung fand. Der Geiger u.iu xvomponlst Israel Brandmann, Absolvent der Hochschule für Musik in Wien in Violine, Komposition und Kapellmeisterschule, hat seine pädagogische Tätigkeit in Violine uivd in sämtlichen Fächern der Musiktheorie (Elcmentartlieorie, Harmonielehre, Kontrapunkt, Formenlehre, Instrumentalkunde und Kompositionslehre) wieder aufgenommen. Jüdischer Musikabend. (Volkstümliches Konzert) veranstaltet und ausgeführt von Konzertsänger I. Segal-Rosenbach (Tenor), findet Sonntag, den 27. September d. J., präzise y2S Uhr abends im Konzeitsaale (Theatersaal) des Hotel «Post», I., Flcischmarkt 24, statt. Mitwirkend die Herren: Prof. Josef Zimb er (Violine), Sam. Schwager (Rezitation), Am Flügel: Kapellmeister Rudolf Beck. Es gelangen zum Vortrage nationale, religiöse, chassidische Lieder und Volkslieder (1. Segal-Rosenbach. hebräisch und jiddisch). Jüdische Volksme'odien, chassidische und jüdische Hochzeitstänze (Prof. J. Zimbier, Violine). Jiddische Rezitationen (Sam. Schwager). Es werden an diesem Abend in Wien noch selten gehörte sowie Neuauffiihrtingen gebracht werden. Preise und Kartenverkauf siehe Inserat. Die Beograder Radiostation veranstaltet Samstag, den 19. September um 9.3Ü Uhr abends eine Stunde juu.scher Musik. Ausführende Kräfte sind Oberkantor Arnold Grußmann, Beograd, und Violinvirtuose Wladimir Slatina. Prominente Gäste in der «Jüdischen Bühne». D;n jüdische Bühne eröffnet am 21. September die neue Saison. Der Theatersaal des Cafe Astor, ll., Praterstraße ÖO, wurde einer gründlichen Renovierung unterzogen und für die laufende Saison gemietet. Das derzeit populärste jüdischamerikanische Künstlerpaar Rachel Rosenfeld und Moris Novikoff wurde für ein kurzes Gastspiel verpflichtet. Als Premierestück wurde die Komödie «Das Wolgamädel» von J. Rosenberg, Musik von Sekunda, gewählt. Die Direktion bemüht sich, durch billige Preise die Juden wieder fiir ein Volkstheater zu interessieren. Einsteins Dank für amerikanische Ehrungen. Professor Albert Einstein hat als Dank für die Ehrungen, die ihm in Amerika erwiesen wurden, der Bibliothek der Yale-Universität das Original-Manuskript seiner Abhandlungen «Ueber den gegenwärtigen Stand der allgemeinen Relativitätstheorie» überwiesen. gcfcttin’s faiiliu-pwira fiestautatlsn. Kalteeleii täglich 5-Uhr-Jee SEMMERING TELEPHON 11 Hochstraße 43 neben Hotel Panhans Mäßige Preise, vorzügliche Küche, Zimmer m. Pension S 12.— aufwärts. Zentralheizung, fließendes Warm- und Kaltwasser in jedem Zimmer. Auskunft unter Telephon U-27>6-24 IM iüssH mm mm*