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Die Stimme · 1931-09-17 · Heft 193 (17.9.1931) · page 4

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Stimme
Volume
4 (1931)
Issue
Heft 193 (17.9.1931)
Date
1931-09-17
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
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Seite 4 n!H SUMME Nr. 193 — 17. September 1931 „Die Jewish Agency muß eine Million Mitglieder haben“ Aus einem GesprAch mit Josef S p r i n z a k Der palästinensische Arbeiterführer Herr Josef Sprinzak, früheres Mitglied der z:on'stischen Exekutive, äußert sich in einem Gespräch mit einem unserer Mitarbeiter über seinen Plan einer Ag.ncy mit einer Million Mitgliedern folgendermaßen: «Es ist gewiß eine erfreuliche Tatsache, daß viele bewährte Männer, wie Kreinin, Efroikin, Bertlioldy- Latzky und in erster Reihe Dubnow an der Erweiterung der Jewish Agency auf volkstümlicher Basis mitwirken wollen. Aber das genügt nicht. Diese große, ja umwälzende Tat kann nicht durch irgendeinen Volksteil allein unternommen werden; sie muß unter Führung der ganzen zionistischen Organisation und unter Mitwirkung aller autoritativen Kräfte der Jewish Agency durchgeführt werden. Der siebzehnte Zionistenkongreß hat meinem Vorschläge leider allzu wenig Aufmerksamkeit geschenkt, wie er überhaupt auch andere aktuelle und praktisch bedeutende Fragen nicht in Erwägung zog. Sogar die Organisationskommission hielt es nicht für nötig, sich mit meinem Vorschläge zu befassen. Sie hat sich mit der Uebenveisung meines Antrages an das Aktionskomitee begnügt. Der Council dagegen nahm diese Angelegenheit ernster. Schon in der Eröffnungsansprache setzte sich Cyrus Adler für meinen Plan ein, und die Organisationskommission des Councils faßte einen Beschluß im Sinne meines Antrages. Ich bin fest davon überzeugt, daß die gegenwärtige Lage energische und rasch durchzuführende Maßnahmen erfordert, die der Reorganisierung der Agency auf volkstümlicher Grundlage dienen sollen. Mein Vorschlag ist ja bekannt: es geht darum, daß möglichst bald eine Million Juden als Mitglieder der Vladimir jabotinsky, der Schöpfer der Bewegung des Zionismus-Revisionismus, der auf Grund eines Beschlusses der letzten Konferenz der Zionisten-Revi-. sionisten in Basel als Präsident der Union der Zionisten-Revisionisten bis zur nächsten Konferenz der Union im Dezember d. J. beurlaubt wurde, hat plötzlich diesen Urlaub abgebrochen und sein Amt als Präsident der Union wieder übernommen. Damit scheint die Krise innerhalb der revisionistischen Bewegung auf dem Höhepunkt angelangt zu sein. Schon zur Zeit des XVII. Zionistenkongresses in Basel hatte sich Jabotinsky nach Ablehnung der revisionistischen Endziel-Resolutionen durch den Kongreß für einen Austritt der Revisionisten aus der Zionistischen Weltorganisation eingesetzt. Er hat diesem Bestreben durch eine scharfe Geste Nachdruck verliehen; er bestieg die Tribüne und zerriß vor den Augen des ganzen Kongresses seine Delegiertenlegitimation. Andere Führer des Revisionismus, vor allem Meer Großman, der den Revisionismus organisatorisch ausbaute, traten entschieden gegen Jabotinskys Plan auf, und es scheint, daß Großman auf der Baseler Konferenz der revisionistischen Mandatare die Mehrheit für sich gehabt hat, denn es wurde beschlossen, Jabotinsky bis zu der für Dezember d. J. angesagten Weltkonferenz der Revisibnisten, auf der die Frage der Zugehörigkeit zur Zionistischen Weltorganisation endgültig entschieden werden sollte, als Präsident der Union zu beurlauben, damit die Auseinandersetzung innerhalb der Union ohne Beeinflussung seinerseits vor sich gehen könne. Die inneren Auseinandersetzungen im Revisionismus haben sich in der letzten Zeit trotzdem so weit zugespitzt, daß Eingeweihte bereits die bevorstehende Spaltung der Union voraussahen. Durch die plötzliche Rückkehr Jabotinskys an die Spitze der Union scheint auch die Krise ihren Kulminationspunkt erreicht zu haben. Jabotinsky begründete in einem Gespräch mit dem j. T. A.-Vertreter seinen Entschluß, die Leitung der Union wieder zu übernehmen, damit, daß er dem Drängen seiner revisionistischen Freunde in Paris nachgegeben habe, die der Befürchtung Ausdruck Denket an die Krawalle an der Handelshochschule! unentgeltliehe9 Stellenvermittlung der Hakoah Wer ausgeblldetea, »Üchttges und diszipliniertes Per* sonai aller Art und aller Branchen braucht, wende jfoh jn die HAKOAH, I. Wleslngeratr, 11 / Tel. R-25-0-10 Jewish Agency angeworben werde, die einmal in zwei Jahren einen minimalen Beitrag beizusteuern hätten. Natürlich sollen dadurch die Beiträge für den Keren Hajcssod und andere zionistische Fonds nicht berührt werden. Die Agency-Exekutive müßte, um diesen Vorschlag zu realisieren, im Einklang mit den Beschlüssen des letzten Councils eine Kommission einsetzen, die alle Vorbereitungen treffen sollte. Die Angelegenheit darf keinesfalls verschoben werden, denn wir wissen nicht, ob jetzt nicht gerade die günstigste Konjunktur für uns ist. Palästina ist heute das einzige Land, das jüdische Einwanderer aufnehmen kann. Diese Möglichkeiten auszunützen, hängt nur von dem Willen zur Selbst- Kranke Frauen erfahren durch den Gebrauch des natürlichen «Franz-Josef»-Bitterwassers ungehinderte, leichte Darmentleerung, womit oft eine außerordentlich wohltuende Rückwirkung auf die erkrankten Organe verbunden ist. Erhältlich in Apotheken. Hilfe des jüdischen Volkes ab. Wenn diese elementare Wahrheit einmal von Jedem Juden erfaßt worden ist, darf uns um unsere Zukunft nicht bange sein, denn sie wird ein Ansporn sein zur Mobilisierung der jüdischen Volksmassen für die Jewish Agency. Und die Agency könnte dann eine großzügige Aktion einleiten, um die Pforten Palästinas weit zu öffnen, die Aufnahmefähigkeit des Landes ausnützen und sie noch bedeutend erhöhen. Es muß an jeden Juden der Ruf ergehen, baldigst ein Mitglied der Jewish Agency zu werden. Es müssen sich in der nächsten Zeit eine Million Juden finden, die ihre Mitgliedschaft der Jewish Agency anmelden.» gaben, es könne bei einem weiteren Fernbleiben Jabotinskys von der Arbeit der Union Herrn Meer Großman gelingen, die Mehrheit der Revisionisten in den verschiedenen Ländern für seinen Standpunkt zu gewinnen, so daß auf der Dezember-Konferenz der Revisionistischen Union sich eine Delegiertenmehrheit gegen eine Lostrennung von der Zionistischen Weltorganisation und die Schaffung einer «Unabhängigen Zionistischen Organisation» ergeben würde. Jabotinsky hat das von Meer Großman geleitete Londoner revisionistische Bureau von seinem Entschluß, die Leitung der Union wieder effektiv zu übernehmen, verständigt und gleichzeitig mitgeteilt, er betrachte es als seine vornehmste Aufgabe, eine Verständigung zwischen den beiden Strömungen innerhalb des Revisionismus herbeizuführen; eine Verständigung aber, in der wesentliche Standpunkte beider Richtungen Berücksichtigung finden. Eine Mitteilung des revisionistischen Pressebüros London, 7. September. (J. T. A.) Vom Pressebüro der Exekutive der Union der Zionisten-Revisionisten wird mitgeteilf, daß die für den 19. und 20. September nach Brüssel einberufene Sitzung der Exekutive der Union verschoben werden mußte. Die in der Presse erschienene Mitteilung über eine bevorstehende Uebersiedlung des Herrn Meei ürossman nach Palästina wird kategorisch dementiert, ebenso die Mitteilung über eine beabsichtigte Verlegung des Zentralbüros. Im Einklang mit dem Beschluß der Revisionistenkonferenz in Basel werde das Zentralbüro in London bleiben. Austritt der deutschen Revis'onisten aus der Z• V. f. i).? London, 7. September. (J. T. A.) Vom Pressebüro der Exekutive der Union der Zionisten-Revisionisten wird mitgeteilt, daß in den Versammlungen der deutschen Revisionisten in Berlin, Breslau und Frankfurt die Frage des Austritts der revisionistischen Union aus der Zionistischen Weltorganisation lebhaft erörtert wurde. Der Landesvorstand unter Führung von Richard Lichtheim hat beschossen, vortäung zu dieser Frage keine Stellung zu nehmen, sondern nur durch Förderung der Aussprache usw. die Entscheidung des deutschen Landesverbandes vorzubereiten, die auf einer Landesverbandskonferenz am 11. Oktober in Berlin getroffen werden soll. Ganz unabhängig von der Frage des Austritts aus der Zionistischen Organisation — heißt es in der Mitteilung weiter — wird in Deutschland die Frage des Austritts aus der Zionistischen Vereinigung für Deutschland behandelt. Hierfür herrscht auch bei den Gegnern des Austritts aus der Zionistischen Organisation starke Stimmung, «hervorgerufen durch die Haltung der „Jüdischen Rundschau“, die auch nach dem Kongreß fortfährt, im Sinne des Brith Schalom und noch darüber hinaus eine Politik zu betreiben, die dem Zionismus schädlich ist». Auch die Frage des künftigen Verhältnisses zur Z. V. f. D. werde auf der Landeskonferenz am 11. Oktober entschieden werden. Im Falle des Austritts werden sich die deutschen Revisionisten nach Art eines zionistischen Sonderverbandes in Deutschland konstituieren- Dr. Piiilipp rränkl und Frau Zwettl wünschen allen Verwandten, Freunden und Bekannten ein glückliches Neues lahr und ein _aitt "iaa_ Apotheker j. Gross und trau VIII., Alserstraße 71 wünschen allen Verwandten, Bekannten und Gesinnungsgenossen ein glückliches Neues Jahr und ein _sna -las____ Dav. tiorowilz und Frau II., Taborstraße wünschen allen Verwandten, Freunden und Bekannten ein glückliches Neues Jahr und ein _ans "iaa_ Wilhelm Kreitler und Frau IX., Universitätsstraße 4 wünschen allen Verwandten, Freunden und Bekannten ein glückliches Neues Jahr und ein ,_aia las_ Oberkantor G. Margolies und Frau wünschen allen Verwandten, Freunden und Bekannten ein glückliches Neues Jahr und ein aia las Kultusrat loset H. Waltuch und Frau gratulieren allen Verwandten und •i'sinnungsgenossen zum Neuen Jahre und wünschen ein _aia ~ias_ Präsident Hoover an die Juden der Vereinigten Staaten Die Jüdische Telegraphenagentur, New-York, verbreitet die folgende Botschaft des Präsidenten Herbert Hoover an die Juden der Vereinigten Staaten aus Anlaß des jüdischen Neujahrsfestes: «Rosch Haschanah, das jüdische Neujahr, Ist die passende Gelegenheit, sich der Beiträge eines alten Volkes an die heutige Welt zu erinnern. Jüdische Leistungen und jüdischer Idealismus sind unauslöschbar in das Buch der Zeit geschrieben. Durch die Jahrhunderte bis auf unsere Zeit floß von den Juden her ein ununterbrochener Strom der Bereicherung des geistigen und kulturellen Lebens in der Weit In den Handel, die Künste, die Philantropie, das Staatsleben und vor allem in die Evolution des geistigen Lebens der Menschheit hat die jüdische Rasse Elemente der Kraft, Schönheit und Toleranz hineingetragen, die zum gemeinsamen Erbteil aller Menschen geworden sind. Aus Anlaß des glücklichen Festes, das jetzt gefeiert wird, habe ich das Bedürfnis, den jüdischen Bürgern meine herzlichste Gratulation und meine innigsten Wünsche für das kommende Jahr auszusprechen.» Atigelo Goldstein im tschechoslowaki* sehen Parlament Prag. (J- T. A.) Die Exekutive der Jüdischen Partei hat bestimmt, daß Dr. Angelo Goldstein als Nachfolger des vor kurzem verstorbenen Präsidenten der Jüdischen Partei Dr. Ludwig Singer in das Parlament der Tschechoslowakei einzieht. Prag. (J. T. A.) Die Deutsch-demokratische Freiheitspartei hat als Nachfolger des verstorbenen Abgeordneten Professor Dr. Bruno Alexander Ka'ka den bekannten Publizisten Dr. Franz Bascher als ihren Vertreter in das tschechoslowakische Abgeordnetenhaus entsandt.- Dr. Franz Bacher ist Jude. Hebraica, Judaica, Zionistica sowie jüdische Literatur in größter Auswahl. Seldend und wollene Tallesslm zu billigen Preisen. Buchhandlung JOSEF BELF WIEN, I. RABENSTEIG 3 Prospekte kostenlos. 9mmmmrm um > vmmmmmmmmmummmmmMmrwmmmmmmmmmmmma^mmmmammmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmemmmmmmammmmmmmmmm/mmmmtm Die Krise im Revisionismus auf dem Höhepunkt

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